3. November 1954 // Reden
Kim Il Sung // Über die Politik unserer Partei zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft

Über die Politik unserer Partei zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft

3. November 1954

Schlußwort auf der Plenartagung des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Koreas


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Genossen!

Die auf dieser Plenartagung erörterten Fragen der Entwicklung der Landwirtschaft sind von sehr großer Bedeutung.

Beim Wiederaufbau der Volkswirtschaft nach dem Kriege ist die Lösung des Bekleidungs-, Ernährungs- und Wohnungsproblems für das Volk am wichtigsten. Um die Lebenslage des durch den Krieg sehr verarmten Volkes schneller zu stabilisieren und zu verbessern und – nach weiterer Stärkung der ökonomischen Grundlage unseres Landes – die Vereinigung des Vaterlandes zu beschleunigen, gilt es zunächst, das Bekleidungs-, Nahrungs- und Wohnungsproblem für das ganze Volk zu lösen. Das aber ist ohne Entwicklung der Landwirtschaft nicht möglich.

Die Landwirtschaft befriedigt nicht nur die Nahrungsmittel­bedürfnisse der Bevölkerung, sondern versorgt auch die Industrie mit notwendigen Rohstoffen. Folglich kann man ohne schnelle Entwicklung der Landwirtschaft weder die Industrie wiederaufbauen noch den Lebensstandard des Volkes heben.

Schon während des friedlichen Aufbaus vor dem Krieg hat unsere Partei den Aufschwung der Landwirtschaft als eine der Grundfragen des Wirtschaftsaufbaus in unserem Lande betrachtet. So haben wir die historische Bodenreform durchgeführt und verschiedene staatliche Maßnahmen getroffen, die auf die Entwicklung der Landwirtschaft gerichtet waren. Die Bewässerung, die Verbesserung des Saatgutes, die Bereitstellung von Zugvieh sowie eine ganze Reihe weiterer Maß­nahmen der Partei und des Staates waren ein großer Beitrag zur Entwicklung der Landwirtschaft.

Nachdem dann als Folge des bewaffneten Überfalls der US- Imperialisten und der Verräterclique um Syngman Rhee der Krieg ausbrach, unternahm unsere Partei, um die Bedürfnisse der Front zu befriedigen und die Lebenslage des Volkes im Hinterland zu stabilisieren, größte Anstrengungen für die Arbeit auf dem Dorfe. Während des Krieges, als die meisten Werke zerstört waren, schickte die Partei ihre besten Kräfte auf das Land. Die Politik unserer Partei auf dem Dorf während des Krieges machte es nicht nur möglich, die Versorgung der Front zu sichern und das Lebensniveau des Volkes im Hinterland zu stabilisieren, sondern wurde auch zu einem wichtigen Faktor dafür, daß wir den Sieg in dem über drei Jahre währenden erbitterten Krieg errangen.

Als Ergebnis dessen, daß unsere Partei in den Jahren des Krieges ihre Hauptkraft auf die Arbeit auf dem Lande richtete, vermochten wir in diesem ersten Nachkriegsjahr keine geringen Erfolge in der Getreideproduktion zu erzielen, obwohl der ganze Bezirk Nord- Hamgyong sowie einige Gebiete der Bezirke Süd-Hamgyong und Kangwon stark unter Naturkatastrophen litten. Oder nehmen wir die Viehwirtschaft. Vor dem Krieg gab es keinen Fall, daß unsere staatlichen Feldbau- und Viehzuchtbetriebe auch nur einige hundert Tonnen Fleisch erzeugt hätten. Angesichts der Tatsache, daß unsere Partei in den Jahren des Krieges zum Zwecke der Entwicklung der Viehwirtschaft, die einen wichtigen Platz in der Landwirtschaft einnimmt, viele neue staatliche Feldbau- und Viehzuchtbetriebe schuf, daß sie deren Arbeit verstärkte und entwickelte, wurden jedoch bereits in diesem Jahr in den staatlichen Feldbau- und Viehzuchtbetrieben 6000 Tonnen Fleisch erzeugt.

So haben wir, von der Kriegszeit abgesehen, auch nach dem Krieg viel für die Entwicklung der Landwirtschaft getan.

1. Über die Verbesserung der Leitung der Landwirtschaft

Bisher haben wir im Ringen um die Entwicklung der Landwirtschaft große Erfolge erreicht. Natürlich ist dies ein Ergebnis der richtigen Politik unserer Partei im Dorf vor dem Krieg, während des Krieges und nach dem Kriege und des selbstlosen Kampfes der ganzen Partei für die Verwirklichung dieser Politik.

Wir dürfen uns jedoch mit diesen Erfolgen nicht zufriedengeben.

In unserem Land wird jetzt die Industrie schnell wiederaufgebaut und entwickelt. Was vor allem die Schwerindustrie betrifft, so bauen wir nicht nur die früheren Werke wieder auf, sondern errichten auch neue, die bei uns fehlten, insbesondere schaffen wir viele Maschinenbauwerke, um die koloniale Einseitigkeit der Industrie unseres Landes zu beseitigen. Jetzt haben wir schon geplant, zwanzig bis dreißig Maschinenbauwerke zu errichten. Das Maschinenbauwerk Huichon z. B., mit dessen Bau 1951 auf Beschluß des Politkomitees des ZK der Partei begonnen wurde, wird bis zum Winter dieses Jahres völlig fertiggestellt sein und vom kommenden Jahr an mit der Produktion von Dreh- und Bohrmaschinen sowie anderen Werkzeug­maschinen beginnen. Auch das Maschinenbauwerk Pukjung wird vom kommenden Jahr an bis zu 300 Schiffsmotoren herstellen. Auf diese Weise wird sich die Schwerindustrie, insbesondere der Maschinenbau, schnell entwickeln. Wir unternehmen also jetzt große Anstrengungen, um die Grundlagen für die künftige sozialistische Industrialisierung in unserem Lande zu schaffen.

In der Folgezeit wird sich bei uns neben der Schwerindustrie auch die Leichtindustrie schnell entwickeln. Vor dem Kriege befand sich unsere Leichtindustrie in einem dürftigen Zustand. Um die Lebenslage des Volkes zu verbessern, hält sich unsere Partei in der Nachkriegszeit an den Kurs, der auf die schnelle Wiederherstellung und die Entwicklung der Leichtindustrie gerichtet ist. So wird in nächster Zukunft eine Textilfabrik neu erstehen, die 60 000 bis 70 000 und dann 100 000 Spindeln und eine Jahresproduktion von 40 bis 80 Mio. Meter Gewebe haben wird. Wir müssen der Entwicklung der Textilindustrie große Aufmerksamkeit schenken und bis zum Jahre 1957 die Produktion von Baumwollgeweben auf mindestens 75 Mio. Meter, von Seide auf 15 Mio. und Kunstseide auf 10 bis 15 Mio. Meter erhöhen. Außerdem werden Konserven- und Fleischverarbeitungsfabriken so wie viele andere Betriebe der Leichtindustrie gebaut.

Im Maße des Wachstums der Industrie erhöht sich auch die Zahl der Arbeiter und Angestellten, die künftig noch stärker zunehmen wird. Bereits in diesem Jahr hat die Zahl der Arbeiter und Angestellten 810 000 erreicht und wird in naher Zukunft mehr als eine Million betragen.

Schnell entwickeln sich auch die Städte unseres Landes. Beispielsweise schwankte in Pyongyang die Einwohnerzahl während des Krieges zwischen 70 000 und 80 000, jetzt aber hat sie bereits 400 000 erreicht.

Das schnelle Wachstum der Industrie, die Zunahme der Zahl der Arbeiter und Angestellten sowie die Entwicklung der Städte verlangen eine rasche Entwicklung der Landwirtschaft. Mit dem jetzigen Entwicklungstempo unserer Landwirtschaft kann man das der Industrie nicht einholen. Wir brauchen mehr Getreide, Fleisch und Industrie rohstoffe. In nächster Zukunft müssen wir die Jahresproduktion bei Getreide auf mindestens 2,9 bis 3 Mio. t und bei Fleisch auf 100 000 bis 200 000 t steigern und auch die Produktion technischer Kulturen noch mehr erhöhen. Erst dann wird sich unsere Lebenslage etwas verbessern.

Zur Zeit mangelt es an Getreide und Fleisch, und auch die Menge der Textilien reicht noch nicht aus. Nehmen wir an, im kommenden Jahr werden wir 20 000 t Fleisch erzeugen, aber nach der Versorgung der Volksarmee bleibt dann nur sehr wenig übrig. Das reicht bei weitem nicht aus, um den ganzen Bevölkerungsbedarf zu decken.

Wir müssen die Fleischerzeugung im Laufe des Dreijahrplans beträchtlich erhöhen. Um das Volk ausreichend mit Fleisch zu versorgen, müssen wir 200 000 t haben.

Bei uns besteht zur Zeit Fleischmangel, aber es gibt doch in unserem Lande beliebige Mengen an Fisch. Wenn wir die Arbeit der staatlichen Fischereibetriebe und der Fischereigenossenschaften verstärken, in großem Umfang Genossenschaften, die Ackerbau und Fischerei betreiben, organisieren und den Fischfang aktivieren, können wir damit den Fleischmangel ausgleichen. Am Ende der Dreijahrplanperiode sind jährlich mehr als 700 000 t Fisch zu fangen. Wenn wir 700 000 t Fisch fangen und 200 000 t Fleisch produzieren, wird das Lebensniveau des Volkes einen genügend hohen Stand erreichen.

Sind wir in der Lage, alle diese Aufgaben mit Erfolg zu lösen? Natürlich sind wir dazu in der Lage. Wir verfügen über alle Bedingungen, die für die Erfüllung dieser Aufgaben erforderlich sind. Alles hängt davon ab, ob unsere Partei die Arbeit der Landwirtschaft richtig leitet oder nicht. Im Bericht des Genossen des stellvertretenden Ministerpräsidenten sind die Probleme ausführlich behandelt worden. Dieser Bericht und der Beschluß sind gründlich zu studieren, um die Arbeit der Landwirtschaft richtig zu leiten.

Vor allem ist es wichtig, die falsche Einstellung zur Arbeit in der Landwirtschaft zu korrigieren, die früher zu beobachten war. Gewiß hat man bisher bei der Leitung der Landwirtschaft jedes Jahr Pläne aufgestellt und sie nach unten weitergegeben. In den meisten Fällen jedoch überließ man die Arbeit zur Organisation der Produktion dem Selbstlauf: die Einführung moderner Ackerbaumethoden, die Verbesserung des Bodens, die rechtzeitige Aussaat nach dem Prinzip „Auf den geeigneten Boden die geeignete Kultur“ usw. Man behielt die alten Methoden des Ackerbaus bei, die die Bauern seit undenklichen Zeiten angewandt haben, und beschränkte die Leitung darauf, mit Autos herumzufahren und bei den Bauern nachzuforschen: „Könnt ihr in diesem Jahr eine gute Ernte liefern oder nicht?“ Wenn sie dann antworteten, daß sie das können, hielt man das im Notizbuch fest und kehrte zurück. Und es stellt sich bei Gesprächen mit unseren Vorsitzenden der Kreisparteikomitees und der Kreisvolkskomitees sowie mit vielen anderen Bürgern, die in der Landwirtschaft arbeiten, heraus, daß sie sich in der Landwirtschaft schlecht auskennen.

Wir dürfen die Arbeit in der Landwirtschaft nicht dem Selbstlauf überlassen, sondern müssen aktive Maßnahmen zur Leitung dieser Arbeit ergreifen. In diesem Jahr wären wir, wenn wir größere Anstrengungen unternommen und die Bauern aktiver angeleitet hätten, in der Lage gewesen, größere Erfolge zu erzielen. Wenn wir moderne Ackerbaumethoden einführen und den Boden gut bearbeiten, werden wir auch ohne zusätzliche Erweiterung der Nutzflächen nur auf den heute bearbeiteten Böden eine reiche Ernte einbringen können.

Die Gesamtfläche unseres Ackerlandes – außer den Reisfeldern – umfaßt annähernd 1,5 Mio. Hektar, und wenn man von jedem Hektar anstatt 700 kg, wie es bisher war, 1,5 bis 2 t erntet, wird man auf diesen Böden 2,25 bis 3 Mio. t Erträge bei landwirtschaftlichen Kulturen erzielen können. Wenn wir von den Reisfeldern je Hektar eine Tonne mehr als jetzt ernten, können wir über 400 000 t Reis zusätzlich gewinnen.

Um das zu erreichen, müssen wir vor allem unsere Arbeitsmethoden ändern. Wenn man die Frage stellt, warum sich eine schlechte Ernte ergeben hat, wird oft gesagt: „Wegen des Bodens“, „Weil der Boden unfruchtbar ist“ usw. Alles wird auf den Boden abgewälzt. Wir dürfen aber nicht alles mit dem Boden entschuldigen, sondern müssen ihn verbessern und umgestalten.

Wenn man aufmerksam die Erfahrungen der Bauern, die reiche Ernten einbringen, studiert, sieht man, daß das Geheimnis für die Erzielung eines hohen Ertrags nicht in irgendetwas zu suchen ist, sondern darin besteht, große Mengen Düngemittel zuzuführen, gutes Saatgut auszuwählen und die Pflanzen unermüdlich zu pflegen. Sie haben keinerlei besonderes Geheimnis, um hohe Erträge zu erreichen. Ihr Verfahren ist nicht so schwierig, und wenn wir die Arbeit gut organisieren und leiten, können wir durchaus die Produktion steigern. Wenn wir mehr düngen, gutes Saatgut auswählen und auf der Grundlage des Prinzips „Auf den geeigneten Boden die geeignete Kultur“ rechtzeitig säen und das Unkraut vernichten, werden wir auch hohe Ernteerträge erzielen können. Es ist gar nicht so schwierig, sich dieses Verfahren anzueignen und es zu vermitteln. Zur Steigerung der Produktion landwirtschaftlicher Kulturen bedarf es keiner besonderen Kunst.

Nicht wenige Funktionäre unserer Partei- und Machtorgane verhalten sich jedoch gleichgültig zu dieser Sache.

Ich nehme ein Beispiel aus dem Bezirk Nord-Hamgyong. Im Juli dieses Jahres waren wir in diesem Bezirk, und ich sagte, als ich den schlechten Zustand des Getreides sah, zu den leitenden Funktionären des Bezirkes: „Ihre Ackerbaumethode taugt nichts.“ Darauf folgte jedoch die Antwort: „Genosse Ministerpräsident, das ist nämlich so, jetzt ist das Getreide noch so, aber es wird alles auf einmal hochwachsen.“ Daraufhin bemerkte ich: „Ich begreife nicht, was Sie sagen. Es wird nur bis an eine bestimmte Grenze reichen und nicht auf einmal hochwachsen. Vielleicht wollen Sie uns eine Zauberei vorführen? Was Sie auch sagen, hier ist bestimmt etwas nicht in Ordnung.“

Die leitenden Funktionäre des Bezirkes Nord-Hamgyong ergriffen keine Maßnahmen, um die Frostschäden zu überwinden. In der Vergangenheit wurden die Gebiete des Bezirks Nord-Hamgyong nicht in einem oder in zwei Jahren, sondern dauernd von solchen Schäden heimgesucht. Aber die Parteimitglieder im Bezirk Nord-Hamgyong haben diese Frage nicht wissenschaftlich untersucht und geklärt. In diesem Gebiet herrscht ein kaltes Klima, und die Vegetationsperiode der landwirtschaftlichen Kulturen ist hier kurz. Demzufolge hätte man in diesen Gebieten natürlich schnellreifendes Getreide oder frost­resistente Kulturen anbauen oder andere Maßnahmen – und sei es durch Anlage von Frühbeeten – ergreifen sollen, die dazu beitragen, daß die Kulturen in kurzer Zeit reifen. Selbst in klimatisch so kalten Gebieten wie Sibirien treibt man Ackerbau, wobei dort die Erträge hoch sind. Und warum soll es in den Gebieten des Bezirkes Nord-Hamgyong unmöglich sein, guten Ackerbau zu betreiben?

Wir müssen es verstehen, die Arbeit richtig zu leiten und die Natur zu unterwerfen. Wenn man nicht an die Unterwerfung der Natur denkt, die Hände in den Schoß legt und nur das Schicksal beklagt, wird nichts dabei herauskommen. Alle Parteimitglieder im Bezirk Nord-Hamgyong müssen klären, warum der Bezirk jedes Jahr so sehr unter Kälteschäden leidet. Wenn das Saatgut schlecht ist, muß man es frostresistenter machen, und wenn das Prinzip „Auf den geeigneten Boden die

geeignete Kultur“ nicht beachtet worden ist, muß man es beachten. Allein dadurch, daß man die landwirtschaftlichen Kulturen durch den Rauch von Holzfeuern vor dem Reif schützt, lassen sich die Kälteschäden nicht bekämpfen. Wir müssen die Bauern, gestützt auf wissenschaftliche Untersuchungen und Erkenntnisse, anleiten.

Die Nachlässigkeit in der Leitung der Landwirtschaft tritt auch an anderen Orten in Erscheinung. In den Bezirken Nord- und Süd-Hamgyong, Jagang und Süd-Phyongan ist es zur Gewohnheit geworden, gut bearbeitete Böden unbestellt zu lassen, wobei man sagt, dies seien Schwenden. Um keine Naturalsteuer abzuführen, bestellen manche Bauern neu erschlossenes Land nur drei Jahre lang, lassen es sodann unbebaut und machen wieder Neuland urbar. Unsere Funktionäre sehen das nicht und drücken denen gegenüber die Augen zu, die gutes Land brachliegen lassen. Wenn Böden für den Ackerbau unbrauchbar geworden sind, wäre es zweckmäßig, sie als Anbaufläche für Grün­futter zu nutzen.

Ebenso ist die Sachlage in Bezug auf die Einführung moderner Ackerbaumethoden. Wenn man, anstatt aktive Propaganda zu betreiben, Aufklärungsarbeit unter den Bauern zu leisten und entschiedene Maßnahmen zur starken Verbreitung moderner Ackerbaumethoden zu ergreifen, einfach im Auto herumfahrt und nur redet, wird nichts dabei herauskommen.

Es ist unzulässig, die Landwirtschaft auf diese Weise zu leiten. Die ganze Partei muß der Arbeit zur Leitung des Dorfes mehr Aufmerksamkeit schenken. In den landwirtschaftlichen Gebieten ist die wichtigste Angelegenheit für die Kreisparteikomitees, die Kreis­volkskomitees, die Bezirksparteikomitees und für die Bezirks­volkskomitees die Arbeit auf dem Lande. Daher müssen unsere Parteifunktionäre auf dem Lande die Landwirtschaft gründlich studieren und die Bauern aktiv anleiten.

2. Über die ökonomische Struktur des nördlichen Teils der Republik und die sozialistische Umgestaltung des Dorfes

Als nächstes möchte ich auf die Frage der sozialistischen Umgestal­tung des Dorfes in unserem Lande, das heißt auf den genossen­schaftlichen Zusammenschlug in der Landwirtschaft, eingehen.

Es ist notwendig, zuerst die ökonomische Struktur des nördlichen Teils der Republik zu analysieren. Wie allen bekannt ist, besteht die Wirtschaft des nördlichen Teils unseres Landes aus drei Sektoren.

Erstens aus der staatlichen sozialistischen Wirtschaft;

zweitens aus der genossenschaftlichen Wirtschaft, die sozialisti­schen oder halbsozialistischen Charakter hat;

drittens aus der Privatwirtschaft, das heißt der kapitalistischen und der kleinen Warenwirtschaft.

Wie ist nun die Lage dieser drei Sektoren in der Industrie und in der Landwirtschaft?

Vor allem in der Industrie nimmt der staatliche sozialistische Sektor den absolut vorherrschenden Platz ein. Das ist deshalb so, weil nach der Befreiung unseres Landes vom Joch der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus im nördlichen Teil des Landes die wichtigsten Industriezweige nationalisiert wurden. Da in unserer Industrie der staatliche Sektor absolut überwiegt, wirken hier die ökonomischen Gesetze des Sozialismus. Daher bauen wir die Industrie nicht auf der Grundlage der ökonomischen Gesetze des Kapitalismus, sondern auf der Grundlage der ökonomischen Gesetze des Sozialismus auf.

In der Industrie unseres Landes hat die Privatwirtschaft nur einen sehr geringen Anteil. Von der gesamten Industrieproduktion entfallen auf den staatlichen Sektor etwa 90 Prozent, und von den restlichen 10 Prozent 7 bis 8 Prozent auf den genossenschaftlichen und nur 2 bis 3 Prozent auf den privaten Sektor, dessen Anteil vor dem Krieg größer war als heute. Während des Krieges wurden aber auch die Privat­betriebe stark zerstört, und die Unternehmer befinden sich deshalb in einer äußerst schwierigen Lage. So gibt es also heute bei uns sehr wenig Privatbetriebe, und wenn sie schon existieren, dann sind das Reisschälfabriken, Schmieden und kleine Gummifabriken. Hinzu kommt, daß die Privatbetriebe, die heute im nördlichen Teil der Republik bestehen, nicht nur keinerlei Einfluß auf die staatliche oder genossenschaftliche Industrie ausüben, sondern im Gegenteil unter deren Einfluß stehen und von ihr abhängig sind. Das ergibt sich daraus, daß die Transportmittel, die Banken, die Werke und die anderen wichtigen Produktionsmittel unseres Landes nationalisiert sind, sowie daraus, daß es eine Volksmacht gibt, die auf dem festen Bündnis der Arbeiter und Bauern unter der Führung der Arbeiterklasse beruht.

Und wie ist die Lage dieser drei Wirtschaftssektoren in der Land­wirtschaft?

In der Landwirtschaft dominieren absolut die Einzelwirtschaften. Im Ackerbau überwiegt absolut die kleine Warenwirtschaft, und die Ackerbaumethoden der meisten Einzelbauern sind äußerst rückständig.

In der Landwirtschaft gibt es außer der Einzelbauernwirtschaft auch noch die genossenschaftliche Wirtschaft. Bei uns wurde in Form eines Versuchs erst in diesem Jahr mit der Schaffung von landwirtschaft­lichen Genossenschaften (LWG) begonnen. Sie entwickeln sich jetzt schnell, und bereits 21,5 Prozent aller Bauernfamilien sind in Genossenschaften erfaßt.

Außer den LWG bestehen in unseren Dörfern auch noch andere sozialistische Betriebe. Das sind die staatlichen Feldbau- und Viehzucht­betriebe sowie die Landmaschinen- und die Zugviehausleihstationen, die Konsumgenossenschaften, die Bauernbanken, die Produktionsgenossen­schaften der ländlichen Nebenwirtschaft und die Fischereigenossen­schaften sowie die in der Hand des Staates befindlichen Bewässerungs­anlagen; diese Betriebe sind die Stützpunkte für die sozialistische Umgestaltung des Dorfes. Sie alle haben sozialistischen oder halb­sozialistischen Charakter. Die staatliche sozialistische Industrie übt einen großen Einfluß auf das Dorf aus, und jetzt wachsen in unserem Dorf von Tag zu Tag die sozialistischen Elemente.

So etwa ist die ökonomische Struktur unseres Landes.

Unsere Aufgabe besteht darin, in der Industrie und Landwirtschaft schrittweise den sozialistischen Sektor zu erweitern und zu festigen.

Wie alle wissen, ist unser Vaterland noch nicht vereinigt und nach wie vor in den Norden und den Süden geteilt. Im nördlichen Teil entwickelt sich unter Führung unserer Partei und Volksmacht von Tag zu Tag die Wirtschaft, festigt sich das ideologische Bewußtsein des Volkes. Der südliche Teil jedoch wurde in eine Kolonie der US-Imperialisten verwandelt und schleppt sich in Verelendung und wirtschaftlicher Zerrüttung dahin. Unter diesen Bedingungen der Spaltung unseres Landes beschreitet der eine Teil den Weg der Entwicklung und des Aufblühens, der andere dagegen den des Ruins und Verfalls. Wir müssen noch entschiedener um die Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes ringen.

Die wichtigste Frage im Kampf für die Vereinigung des Vaterlandes ist die Stärkung unserer revolutionär-demokratischen Basis als eines ehernen Walls. Dabei kommt der Konsolidierung ihrer Positionen auf dem Lande sehr große Bedeutung zu. Denn in der Zusammensetzung der Bevölkerung unseres Landes nimmt das Dorf einen sehr beachtlichen Platz ein.

Was ist nun zu tun, um diese Positionen auf dem Dorf zu festigen? Es ist notwendig, auf dem Dorf den sozialistischen Sektor zu entwickeln und schrittweise unsere Dörfer sozialistisch umzugestalten.

Wie schon gesagt, überwiegen zur Zeit in den Dörfern unseres Landes die Einzelwirtschaften. Und was geschähe, wenn wir das weiter der Willkür des Schicksals überlassen? Ein Teil der Bauern würde sich in Großbauern verwandeln, und die vielen übrigen Bauern könnten trotz aller möglichen Hilfe durch Partei und Regierung ihre Lebenslage nicht grundlegend verbessern.

Die verarmten Bauern, die zur Zeit 30 bis 40 Prozent unserer gesamten Bauernschaft bilden, genießen seit der Bodenreform große Unterstützung durch den Staat. Da ihre Wirtschaft jedoch auf Einzelwirtschaften beruht, ihre Böden nicht fruchtbar sowie ihre Ackerbaumethoden und Produktionsinstrumente rückständig sind, konnte ihre Lebenslage keineswegs verbessert werden. Natürlich haben wir, um das Problem dieser Bauern zu lösen, sie in Niederungsgebiete umgesiedelt, wo es viel und guten Boden gibt, und außerdem alle möglichen anderen Maßnahmen getroffen. Aber mit solchen Verfahren ist es unmöglich, dieses Problem endgültig zu lösen. Wir müssen es aber in kürzester Frist lösen. Erst dann wird auch das Bündnis der Arbeiter und Bauern noch mehr erstarken. Der einzige Weg zur endgültigen Lösung des Problems dieser Bauern ist der genossen­schaftliche Zusammenschluß auf dem Dorf.

Wir dürfen auch nicht außer acht lassen, daß sich auf dem Dorf ständig Großbauern entwickeln. Natürlich haben wir die Bodenreform richtig durchgeführt. Danach hat es bisher zwar keine großen Probleme gegeben, dennoch ist das allmähliche Entstehen von Großbauern auf dem Dorf eine Tatsache. Die Leute, die sich in Großbauern verwandeln, können, obwohl sie die Wohltaten der Bodenreform genossen haben, unter den Einfluß reaktionärer Kreise Südkoreas geraten, je mehr ihre Wirtschaft kapitalistischen Charakter annimmt. Wenn man die Zusammensetzung der Menschen analysiert, die sich in der Periode unseres zeitweiligen Rückzuges der Reaktion angeschlossen hatten, so gibt es unter ihnen Personen, die in den Genuß der Wohltaten der Bodenreform kamen, und sogar solche, die in der Vergangenheit bei Gutsbesitzern als Knechte gearbeitet haben. Das ist deshalb geschehen, weil diese Leute nach der Bodenreform in unserem Dorfe alle so wohlhabend wurden wie ehemalige Großbauern und unter dem Einfluß reaktionärer Kreise Südkoreas und der US-Imperialisten standen. Angesichts der Bedingungen, unter denen auf dem Dorf Großbauern entstehen und sie von der Reaktion beeinflußt werden, spielt sich demnach dort, wenn auch vorläufig nicht in offener Form, ein Klassen­kampf ab, der sich in Zukunft auch allmählich verschärfen kann.

Aus diesem Grunde müssen wir das Bündnis der Arbeiter und Bauern noch mehr festigen, den Lebensstandard der werktätigen Bauernschaft erhöhen, die Großbauernwirtschaften einschränken und das Dorf allmählich sozialistisch umgestalten, so daß die ökonomischen Gesetze des Sozialismus auch in der Landwirtschaft wirksam werden.

Manche Leute sagen: Wie kann man nur die sozialistische Umgestaltung des Dorfes im nördlichen Teil der Republik noch vor der Vereinigung verwirklichen? Sie vergessen, daß das Problem der Vereinigung unseres Landes von der Festigung der demokratischen Basis, des nördlichen Landesteils, abhängt. Für die Konsolidierung der demokratischen Basis, des nördlichen Landesteils, ist es erforderlich, nicht nur die Industrie zu entwickeln, sondern auch die Positionen auf dem Lande zu stärken.

Um die Basis des Dorfes zu festigen, ist es in der jetzigen Periode notwendig, unsere Dörfer schrittweise auf den Weg des sozialistischen genossenschaftlichen Zusammenschlusses zu führen. Einen anderen Weg gibt es nicht. Darin besteht die erste Notwendigkeit des genossen­schaftlichen Zusammenschlusses auf unserem Dorf.

Zweitens müssen wir die Landwirtschaft auch deshalb vergenossen­schaftlichen, um die Planwirtschaft nicht nur in der Industrie, sondern auch in der Landwirtschaft einzuführen und die proportionale Ent­wicklung der Industrie und der Landwirtschaft zu sichern.

In der Industrie unseres Landes, in der der staatliche Sektor absolut dominiert, wird Planwirtschaft betrieben. In der Landwirtschaft jedoch, in der die Einzelbauernwirtschaft vorherrscht, ist es unmöglich, die Planwirtschaft einzuleiten. Gewiß stellen wir jetzt auch für die Landwirtschaft Pläne auf und leiten sie an die unteren Ebenen weiter, aber in Wirklichkeit ist dies keine Planwirtschaft. Die derzeitigen landwirtschaftlichen Pläne schreiben lediglich das Ziel fest, einen gewissen Umfang der Produktion annähernd zu erreichen.

Unter solchen Bedingungen ist es undenkbar, die Landwirtschaft schnell zu entwickeln, und dies kann sogar den Aufschwung der Industrie hemmen. Um die Industrie planmäßig zu entwickeln, ist die volle Planung auch in der Landwirtschaft erforderlich. Ohne sie ist die Landwirtschaft nicht in der Lage, die Industrie im Entwicklungstempo einzuholen, ebenso ist es nicht möglich, Getreide, Industrierohstoff und Fleisch zu liefern, worauf bereits hingewiesen wurde.

Für die planmäßige Entwicklung der Landwirtschaft ist der genossenschaftliche Zusammenschluß in der Landwirtschaft erforder­lich. Nur so kann man den weiteren Aufschwung in unserer Land­wirtschaft sichern.

Drittens müssen wir die Landwirtschaft auch vergenossen­schaftlichen, um auf dem Dorf den Mangel an Arbeitskräften und an Zugvieh zu überwinden. Infolge des Krieges, der drei Jahre dauerte, fehlen auf dem Dorf sehr viele Arbeitskräfte. Da außerdem die Mehrheit der Jugend und der Männer mittleren Alters aus dem Dorfe in die Armee gegangen ist, bilden die Frauen und älteren Männer gegenwärtig die wichtigste Arbeitskraft auf dem Dorf. Auf dem Lande reicht zur Zeit auch das Zugvieh nicht aus. Daher können sich sogar die Bauern, die guten Boden haben, wegen der fehlenden Arbeitskräfte nicht befriedigend mit dem Ackerbau befassen, und die Bauern, die kein Zugvieh haben, sind nicht in der Lage, ihren Boden gut zu bearbeiten, so sehr sie dies wollen. Diejenigen, die unfruchtbaren Boden besitzen, können nicht einmal das für ihre eigene Ernährung Notwendige produzieren, wie sehr sie sich auch darum bemühen. Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, untersuchten die Bauern während des Krieges selbst diese Sache und begannen freiwillig Genossenschaften zu gründen. So wurden in unserem Lande die ersten Genossenschaften organisiert.

Das alles besagt, daß die Bewegung für den genossenschaftlichen Zusammenschluß völlig gesetzmäßig ist; sie entstand, weil auf der jetzigen Entwicklungsetappe unseres Landes die Bedingungen für diese Bewegung, die ein objektives Erfordernis der Entwicklung der Gesellschaft widerspiegelt, heranreiften. Um unsere Landwirtschaft weiter voranzubringen und die Bauernfrage grundlegend zu lösen, müssen wir den Weg des genossenschaftlichen Zusammenschlusses in der Landwirtschaft beschreiten.

Wie die Erfahrungen der Sowjetunion zeigen, macht es der genossenschaftliche Zusammenschluß in der Landwirtschaft möglich, sie planmäßig zu entwickeln, moderne Ackerbaumethoden und eine moderne Agrotechnik einzuführen, die Landwirtschaft zu mechanisieren, den Aufschwung der landwirtschaftlichen Produktion zu gewährleisten und das Leben der Bevölkerung wohlhabend zu machen.

Wir haben von diesem Jahr an damit begonnen, LWG versuchs­weise zu organisieren. Manche Genossen meinen, daß wir dies deshalb in Form eines Versuchs unternehmen, weil wir Fehler vermeiden wollen. Das ist jedoch nicht so. Wir haben solche Genossenschaften nicht aus Furcht versuchsweise organisiert, sondern deshalb, weil wir Erfahrungen sammeln wollen, um diese Angelegenheit noch besser zu entfalten. Als Ergebnis des einjährigen Versuchs ist nun noch klarer bewiesen, daß der genossenschaftliche Zusammenschluß in der Landwirtschaft der einzig richtige Weg ist, den wir beschreiten müssen.

Wir führen ein Beispiel an. In diesem Jahr sind wir dreimal in die LWG Junghwa gefahren. Als wir im Frühjahr dort weilten, sahen uns einige Bauern, die den Kopf hängen ließen, von unten an; als wir im Sommer kamen und die Saaten gut standen, sahen die Bauern schon fröhlicher gestimmt aus, und als wir sie dann im Herbst besuchten, waren die Bauern so voller Freude, daß sie breit lächelten. Ein alter Mann sagte zu uns: „Ich befasse mich schon lange mit dem Ackerbau, seit der Zeit des alten Korea, unter den Japanern und jetzt in unserer Republik, aber solch eine gute Ernte wie in diesem Jahr habe ich zum ersten Mal.“ Und tatsächlich wurde, wie dieser alte Mann sagte, in jener Gegend in diesem Jahr eine so gute Ernte eingebracht, weil dort eine Genossenschaft geschaffen wurde.

Dort, wo Genossenschaften organisiert sind und wo man die Landwirtschaft gut betreibt, festigt sich das Bündnis der Arbeiter und Bauern, kommt auch die Arbeit der Einheitsfront gut voran.

Ferner haben wir praktisch bewiesen, daß man auch die Land­wirtschaft planmäßig entwickeln kann, wenn Genossenschaften organisiert sind. In diesem Jahr erteilten wir den LWG keine Planauflagen. Sie haben jedoch selbständig einen Plan aufgestellt und den Ackerbau nach dem Prinzip „Auf den geeigneten Boden die geeignete Kultur“ planmäßig betrieben. Vom kommenden Jahr an werden wir noch besser arbeiten können. Im nächsten Jahr muß der Staat den Genossenschaften einen Plan vorgeben. Ganz zu schweigen vom Umfang der Produktion, müssen in den Plan auch Kennzahlen für die Aufteilung der landwirtschaftlichen Kulturen sowie die Anwendung moderner Ackerbaumethoden aufgenommen werden, und er ist unbedingt zu verwirklichen. Eine Genossenschaft zu bilden und die Einkünfte zu verteilen – das muß nach dem Prinzip der Freiwilligkeit der Bauern erfolgen, aber solche Fragen wie die Einführung moderner Ackerbaumethoden kann man nicht nur der Freiwilligkeit der Bauern überlassen. Das muß man energischer in Angriff nehmen.

Weiterhin haben wir uns als Ergebnis der Organisierung und Leitung der Genossenschaften noch fester davon überzeugt, daß wir das Problem der verarmten Bauern grundlegend lösen können, die wegen der kargen Böden sowie des Mangels an Arbeitskräften und Zugvieh Schwierigkeiten haben. In diesem Jahr brauchten die LWG, selbst ohne Mechanisierung in der Landwirtschaft, 20 bis 30 Prozent weniger Arbeitskräfte, und wenn wir künftig wenigstens eine Teilmechani­sierung erreichen, werden wir augenscheinlich mehr als 50 Prozent Arbeitskräfte einsparen können. Indem wir dann die freigewordenen Arbeitskräfte richtig einsetzen, können wir die Produktion noch mehr erhöhen und auch die Nebenwirtschaften in größeren Maßstäben entwickeln. Dann werden die Einkünfte der Bauern weiter steigen.

So sind wir anhand der bei der Organisierung von LWG in dem einen Jahr gesammelten Erfahrungen zu dem Schluß gekommen, daß der genossenschaftliche Zusammenschluß in der Landwirtschaft notwendig ist, um das Bündnis der Arbeiter und Bauern zu festigen, die Positionen in unseren Dörfern zu stärken, die proportionale Ent­wicklung der Industrie und der Landwirtschaft durch die auch auf den Ackerbau ausgedehnte Planwirtschaft zu gewährleisten sowie die Probleme der verarmten Bauern unseres Landes grundlegend zu lösen.

Weiter möchte ich nun auf die Formen unserer LWG eingehen. Zur Zeit gibt es drei Formen, und sie alle sind gut und notwendig.

Die erste Form, die Brigade für gegenseitige Hilfe bei der Arbeit, ist notwendig, damit die Bauern kennenlernen, was genossenschaftlicher Zusammenschluß ist. Da wir die Absicht haben, die sozialistische Umgestaltung des Dorfes nicht kurzfristig und nicht auf einmal zu verwirklichen, sondern schrittweise, wird es bis zu einem bestimmten Zeitpunkt auf dem Dorfe weiterhin die Einzelbauernwirtschaft geben.

Diese erste Form ist dazu da, die Einzelbauern auf den Weg des genossenschaftlichen Zusammenschlusses zu führen.

Bei der zweiten Form wird der Boden zusammengelegt und eine gemeinsame Wirtschaft betrieben, während die Einkünfte nach dem Bodenanteil und nach der Arbeitsleistung verteilt werden. Das ist eine Übergangsform. Wenn wir die erste Form als Keim des Sozialismus ansehen, so kann man die zweite als halbsozialistische Form bezeichnen.

Die dritte ist die sozialistische Form, bei der alle Böden und die Produktionswerkzeuge Gemeineigentum sind und die Einkünfte ausschließlich nach der Arbeitsleistung verteilt werden; nur ein unerheblicher Teil – Gemüsegärten, Hühner, Schweine usw. – bleibt für die individuelle Nebenwirtschaft. Dies ist die höchste Form unter den LWG unseres Landes.

Manche Genossen meinen nun, daß man bei der Organisierung einer Genossenschaft unbedingt schrittweise von der ersten zur zweiten Form und dann zur dritten Form stufenweise übergehen muß. Es ist aber falsch zu denken, es sei erforderlich, wie in der Schule von der ersten Klasse zur zweiten, von der zweiten dann zur dritten zu wechseln.

Das hängt doch vom Grad der Vorbereitung und des Bewußtseins­niveaus der Bauern ab. Es besteht keine Notwendigkeit, den Bauern, die eine höhere Form verlangen, eine niedere aufzuzwingen, und man darf den Bauern auch nicht von Anfang an eine höhere Form aufdrängen, die entsprechend ihrem Bewußtseinsgrad keine andere als nur eine niedere Form akzeptieren können.

Als in der Sowjetunion die Bewegung für die Kollektivierung der Landwirtschaft entfaltet wurde, gab es dort auch verschiedene Formen von Genossenschaften. Zunächst gab es dort Genossenschaften für die gemeinsame Bodenbearbeitung (TOS), die unserer zweiten Form ähnelt. Der Kolchos entspricht unserer dritten Form.

Das Prinzip, an das wir uns beim Zusammenschluß in der Land­wirtschaft unbedingt zu halten haben, ist, daß die Bauern in jedem Fall freiwillig Genossenschaften organisieren. Die Genossenschaft dient einer guten Sache, und es ist keinesfalls zulässig, deshalb eine Genossenschaft durch die zwangsweise Einbeziehung der Bauern zu bilden.

Es ist aber auch nicht so, daß man die Bewegung für den genossenschaftlichen Zusammenschluß dem Selbstlauf überlassen darf. Bei der Organisierung von Genossenschaften darf nicht die Tendenz Platz greifen, die Sache willkürlich dem Schicksal zu überlassen. Unsere Partei muß unter den Bauern aktive Propaganda betreiben, muß sie erziehen und überzeugen, damit Genossenschaften geschaffen werden und sich entwickeln.

Ein weiteres Prinzip, an das wir uns halten müssen, besteht darin, die LWG nicht auf einmal und gleichzeitig, sondern schrittweise, im Einklang mit dem Grad der Bereitschaft der Bauern zu bilden. Denn der genossenschaftliche Zusammenschluß in der Landwirtschaft wird nicht auf einmal nach den subjektiven Wünschen einiger leitender Funk­tionäre vollzogen, sondern hängt mit dem Bewußtseinsstand der Bauern, mit dem Entwicklungsniveau unserer Industrie und mit verschiedenen anderen Bedingungen zusammen.

Es ist auch nicht zweckmäßig, jetzt allzu große Genossenschaften zu schaffen. Ein Genosse sagte in seinem Diskussionsbeitrag, daß in eine Genossenschaft rund 500 Bauernhöfe aufgenommen wurden, aber das ist ein zu großer Umfang. Zweckmäßig dürfte es sein, anfangs je 15 bis 20 Höfe zu vereinigen und sie dann mit dem Heranreifen der verschiedenen Bedingungen nach und nach auszubauen und dabei die Zahl der Höfe auf 30, 50 und 70 zu erhöhen. Ohne Kader und auch ohne das Heranreifen der Bedingungen für die Mechanisierung ist es unmöglich, große Genossenschaften gut zu leiten. Aus diesem Grunde ist es erwünscht, daß anfangs keine allzu großen Genossenschaften geschaffen werden.

Sodann dürfen wir die Kräfte nicht nur auf die Organisierung neuer LWG lenken, sondern müssen auch die bestehenden richtig leiten, sie festigen und entwickeln.

Vor allem ist es notwendig, die Vorsitzenden und die anderen Kader der Genossenschaften richtig auszuwählen, einzusetzen und zu qualifizieren. Um das Eindringen von schädlichen Elementen, die sich mit Ausbeutung befassen oder Diversionsakte begehen könnten, zu verhindern, ist es auch erforderlich, die innergenossenschaftliche Demokratie breit zu fördern sowie das ideologisch-politische Niveau der Genossenschaftsmitglieder zu heben. Auf diese Weise muß man erreichen, daß jedes Mitglied der Genossenschaft freimütig seine Meinung sagen kann und daß kein „Neunmalkluger“ es wagt, die Genossenschaft in der Hand zu haben und nach seinem Belieben zu wirtschaften.

Noch mehr zu verstärken ist die klassenmäßige Erziehung der Mitglieder der LWG. Den Mitgliedern der Genossenschaften ist gründlich zu erklären, daß die LWG als sozialistischer Betrieb unbedingt notwendig ist, um das System der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen auszurotten und auf dem Dorfe die kapitalistischen Elemente zu liquidieren, und daß dies die einzig richtige Ordnung ist, bei der insbesondere auf der Grundlage der sozialistischen Prinzipien jeder so viel erhält, wieviel er geleistet hat.

Wichtig ist ferner, die Arbeitsdisziplin und Ordnung in den Genossenschaften zu festigen. Nur dann wird es keine Faulenzer geben. Die wichtigste Frage in der jetzigen Zeit ist die Erhöhung der Rentabilität durch den rationellen Einsatz der Arbeitskräfte und durch die Wirtschaftsführung in den Genossenschaften nach einem richtig aufgestellten Plan.

In der Folgezeit ist es dann notwendig, die Beziehungen zwischen den LWG und den Konsumgenossenschaften zu festigen und zwischen ihnen ein Vertragssystem herzustellen.

Zur Stabilisierung der Genossenschaften und zur Erhöhung des ideologisch-politischen Niveaus ihrer Mitglieder ist es vor allem erforderlich, die Parteiorganisationen der Genossenschaften zu festigen. Anderenfalls ist es unmöglich, die ökonomische Grundlage der Genossenschaften auszubauen und das ideologische Bewußtsein der Genossenschaftsmitglieder umzuformen.

Für die allmähliche sozialistische Umgestaltung der Dörfer unseres Landes ist es notwendig, nicht nur die Bewegung für den genossenschaftlichen Zusammenschluß aktiv zu entfalten, sondern auch die anderen sozialistischen Sektoren auf dem Lande ununterbrochen zu stärken.

Die Landmaschinen- und Zugviehausleihstationen, die dem Staat gehören, spielen eine große Rolle auf dem Dorf. Es sind Einrichtungen, die der werktätigen Bauernschaft helfen und die Ausbeutung der werktätigen Bauernschaft durch die Großbauern bekämpfen. Manche naiven Landwirtschaftsfunktionäre glauben, daß sich diese Ausleih­stationen nur für den Verdienst interessieren und sich lediglich mit Transportarbeiten befassen. Das ist eine falsche Auffassung. Die Ausleihstationen sind ein wichtiger Stützpunkt bei der sozialistischen Umgestaltung des Dorfes. Außerdem fördern die staatlichen Feldbau- und Viehzuchtbetriebe, die staatlichen Bewässerungsbetriebe, die Konsumgenossenschaften, die Bauernbank und andere Elemente des sozialistischen Sektors gleichfalls in erheblichem Maße den genossen­schaftlichen Zusammenschluß in der Landwirtschaft. Wir müssen diese sozialistischen Elemente auch weiterhin festigen und entwickeln.

Alle Kräfte gilt es einzusetzen, um die Bauernmassen auf den sozialistischen Weg zu führen. Aber es ist nicht möglich, die Bauern gewaltsam oder übereilt in diese Bahn zu lenken. Ich unterstreiche noch einmal: Wir müssen die Bewegung für den genossenschaftlichen Zusammenschluß in jedem Falle auf der Grundlage des Prinzips der Freiwilligkeit der Bauern schrittweise, aber aktiv entfalten.

Manche Genossen glauben, die sozialistische Umgestaltung des Dorfes schadet der Sache der Vereinigung des Vaterlandes; das ist nicht der Fall, sie fördert diese Sache. Wenn wir das Dorf sozialistisch umgestalten, indem wir diese Arbeit richtig organisieren und leiten, wird das Leben der werktätigen Bauernschaft wohlhabender, erhöht sich das Niveau ihres ideologischen Bewußtseins weiter, verlieren die Großbauern und die anderen kapitalistischen Elemente allmählich ihren Einfluß in unserem Dorf, und dann wird sich das Bündnis der Arbeiter und der werktätigen Bauernschaft zunehmend festigen und die Basis unseres Dorfes noch mehr erstarken. Dann werden uns auch die Bauern Südkoreas folgen, um ebenso gut zu leben wie die Bauern im nördlichen Teil des Landes. Es ist klar, all das beschleunigt unsere Sache, die Vereinigung des Vaterlandes, noch mehr.

3. Über die friedliche Vereinigung des Vaterlandes

Die Tagung der Obersten Volksversammlung, die unlängst statt­gefunden hat, bestätigte den Vorschlag und den Aufruf zur friedlichen Vereinigung des Vaterlandes, aber einige unserer Genossen haben keine richtige Vorstellung hiervon.

Manche sagen, da sich in Südkorea die Yankees befinden, ist die Vereinigung des Vaterlandes nicht zu verwirklichen. Bei ihnen ist sogar der Gedanke an die Vereinigung des Vaterlandes gelähmt, und sie wollen nicht einmal die Losung dafür aufstellen. Ich habe gehört, einige Genossen sind sogar der Meinung, daß Nord- und Südkorea mit­einander koexistieren könnten, da ja eine Koexistenz des kapita­listischen und des sozialistischen Systems möglich sei. Man sagt, an einer Schule habe ein Lehrer sogar eine Lektion in diesem Geist gehalten.

Die Theorie von der Koexistenz des kapitalistischen und des sozialistischen Systems ist völlig richtig, und dies ist möglich. Aber der Gedanke an eine mögliche Koexistenz von Nord- und Südkorea in unserem Lande unter den Bedingungen der Spaltung ist sehr gefährlich und eine schädliche Ansicht, die unsere Sache der Vereinigung behindert. Menschen mit solch einer Meinung glauben, die Verant­wortung für die Durchführung der Revolution in Südkorea sei nur den Südkoreanern auferlegt, und wir, die Nordkoreaner, seien nicht verpflichtet, Südkorea befreien zu helfen. Das ist nichts anderes als das Bestreben, die Spaltung des Vaterlandes zu rechtfertigen und zu verewigen. Solche Tendenzen müssen mit der Wurzel ausgemerzt werden. Unser ganzes Volk fordert einmütig die Vereinigung des Vaterlandes, und kann etwa unsere Partei, die das Volk repräsentiert, sogar die Losung von der Vereinigung über Bord werfen und die „Theorie der Koexistenz des Nordens und des Südens“ vertreten?

Die Vereinigung des Vaterlandes ist die revolutionäre Hauptaufgabe unserer Partei auf der gegenwärtigen Etappe. Folglich ist der Umstand, daß unsere Partei den Aufruf zur Vereinigung veröffentlicht und den Vorschlag zur Vereinigung unterbreitet hat, durchaus keine formale Sache. Unsere Partei wünscht aufrichtig die Vereinigung des Vaterlandes und kämpft mit allen Kräften dafür. Die Vereinigung des Vaterlandes ist keine Frage, mit der sich nur das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, die Propagandaorgane und die Presse zu befassen haben, sondern eine Aufgabe, die das ganze Volk in einmütiger Geschlossenheit durch Handeln erfüllen muß.

Wenn wir nicht die große Sache, die Vereinigung des Vaterlandes, vollbringen, kann man nicht sagen, daß unsere Partei ihre Pflicht erfüllt hat. „Die Vereinigung des Vaterlandes ist unmöglich. Die Vorschläge hierzu sind formal. Der Norden und der Süden können miteinander koexistieren“ und ähnliche Gedanken lähmen den Kampfgeist des ganzen koreanischen Volkes für die Vereinigung des Vaterlandes. Diese Gedanken widerspiegeln nichts anderes als die Absicht, Südkorea willkürlich dem Schicksal zu überlassen. Wir festigen die demo­kratische Basis, festigen die Partei und die Volksmacht gerade deshalb, um die Vereinigung des Vaterlandes zu beschleunigen. Wir müssen eine richtige Vorstellung von der Vereinigung des Vaterlandes haben und mit der festen Perspektive unter Einsatz aller Kräfte für sie kämpfen.

Was würde geschehen, wenn unsere Partei sogar die Losung von der Vereinigung über Bord wirft und davon zurücktritt, während die Feinde unter Ausnutzung des Strebens unseres Volkes nach der Vereinigung damit fortfahren, die berüchtigte „Vereinigung durch den Feldzug nach dem Norden“ lauthals zu propagieren? In diesem Falle würde unsere Partei letzten Endes das Vertrauen des Volkes verlieren, und die große Sache, die Vereinigung des Vaterlandes, die das koreanische Volk einmütig herbeisehnt, ließe sich nicht verwirklichen.

Natürlich ist es schwer, die friedliche Vereinigung des Vaterlandes in kurzer Zeit zu verwirklichen. Sie würde kein großes Problem darstellen, wenn nur die Clique um Syngman Rhee die friedliche Vereinigung des Vaterlandes behinderte, aber hinter ihr stehen die US- Imperialisten, die auf ihre aggressiven Ambitionen gegenüber Korea nicht verzichten. Zweifellos darf man die Kräfte der US-Imperialisten nicht unterschätzen. Aber selbst wenn ihre Kraft heute auch noch so groß sein mag, entsprechend den historischen Entwicklungsgesetzen können sie letztlich ihrem Untergang nicht entrinnen. Die Frage besteht darin, daß wir für die möglichst schnelle Vernichtung des Imperia­lismus kämpfen und ihn besiegen. Angesichts dieser Lage liegt es auf der Hand, daß wir die große Sache, die Vereinigung des Vaterlandes, erreichen, ganz gleich, wie sehr die US-Imperialisten die Syngman- Rhee-Clique unterstützen. Die Vereinigung unseres Landes wird unweigerlich verwirklicht.

In der Vergangenheit, als sich der japanische Imperialismus sogar ganz Korea einverleibt und die Hälfte Chinas erobert hatte sowie in die Gebiete des Pazifischen Ozeans eingedrungen war, verzichteten wir Revolutionäre Koreas keineswegs auf die Losung von der Unabhängigkeit Koreas, sondern hoben sie im Gegenteil noch höher und entfalteten beharrlich den antijapanischen nationalen Befreiungs­kampf. Und als Endergebnis erfüllte sich die Hoffnung der koreanischen Patrioten: Unser Vaterland wurde vom Joch des japanischen Imperialismus befreit.

Wir dürfen die Lehren der Geschichte nicht vergessen. Als Ergebnis des Ersten Weltkrieges brach das zaristische Rußland zusammen und siegte in diesem Lande die sozialistische Revolution, als Resultat des Zweiten Weltkrieges wurden die imperialistischen Staaten Deutschland, Italien und Japan zerschlagen und entstanden in Europa eine Reihe von volksdemokratischen Staaten, im Osten siegte die chinesische Revolution und wurde im nördlichen Teil unseres Vaterlandes eine mächtige volksdemokratische Ordnung geschaffen.

Der Imperialismus existiert noch in der Welt. Wie jedoch die Geschichte bis in die Gegenwart beweist, ist der Untergang des Imperialismus unausweichlich.

Die Widersprüche zwischen den kapitalistischen Staaten spitzen sich jetzt immer mehr zu. Man darf die Tatsache nicht übersehen, daß sich die Widersprüche zwischen den US-Imperialisten und den von ihnen abhängigen anderen kapitalistischen Ländern, zum Beispiel Japan, verstärken. Eine der Schwächen der Imperialisten sind gerade diese unvermeidlichen Widersprüche zwischen ihnen. Diese Wider­sprüche werden in der Folgezeit sehr günstige Bedingungen für die Vereinigung und die Unabhängigkeit unseres Landes schaffen.

Wie stark die US-Imperialisten auch sein mögen – wenn sie noch mehr vom Volk ihres Landes isoliert werden, wenn sie immer mehr die Unterstützung durch ihre kolonialen und abhängigen Länder verlieren und sich die südkoreanische Bevölkerung gegen den US-Imperialismus erhebt, dann werden die US-Imperialisten letzten Endes gezwungen sein, aus Südkorea abzuziehen. Und die Frage, ob sich die süd­koreanische Bevölkerung gegen den US-Imperialismus auflehnt oder nicht, hängt davon ab, ob wir es verstehen, sie dafür zu organisieren. Wenn sich die Bevölkerung Südkoreas, eng um unsere Partei geschart, erhebt, können wir durchaus die US-Imperialisten aus Korea vertreiben.

In dieser Beziehung haben wir eine bittere Erfahrung gemacht. Zu Beginn des Krieges, als wir zum Gegenangriff übergingen und die Feinde auf einem kleinen Territorium an den Ufern des Flusses Raktong zusammendrängten, wären die Feinde zum Abzug gezwungen worden, wenn wir es durch eine gute Organisation bei der Bevölkerung des südlichen Teils erreicht hätten, sich zwar nicht insgesamt, so doch zu einem Teil zu erheben, Streiks auszulösen und die Widerstands­bewegung zu entfalten. Das haben wir jedoch versäumt. Diese Erfahrung müssen wir als Lehre berücksichtigen.

Die friedliche Vereinigung des Vaterlandes, das ist eine schwierige Sache, eine Aufgabe, die durch einen langen Kampf gelöst werden muß, aber sie ist doch nicht so, daß wir sie nicht verwirklichen könnten. Wir können und müssen auf alle Fälle die Vereinigung des Vaterlandes erreichen. Wenn wir unter Berufung auf Schwierigkeiten keine Anstrengungen für die Vereinigung des Vaterlandes unternehmen und nicht dafür kämpfen, wird diese Frage niemals gelöst. Auch die Sache der Vereinigung des Vaterlandes hängt davon ab, ob unsere Partei dafür einen beharrlichen Kampf führt.

Für die Vereinigung des Vaterlandes müssen wir in zwei Richtungen wirksam arbeiten. In der einen Richtung ist der Einfluß unserer Partei auf die Bevölkerung Südkoreas unermüdlich zu erhöhen, damit sie sich zum Kampf gegen die US-Imperialisten und die verräterische Syngman-Rhee-Clique erhebt; in der anderen Richtung ist es notwendig, die demokratische Basis, den nördlichen Teil des Landes, noch mehr zu stärken.

Damit wir die in Südkorea entstehenden revolutionären Kräfte richtig inspirieren und rechtzeitig, auf eine revolutionäre Situation gestützt, in der Lage sind, sie voller Initiative auszunutzen, und auf diese Weise die Aufgabe der Revolution lösen können, müssen unsere eigenen Kräfte mächtig sein, und folglich ist unsere demokratische Basis zu stärken. Darum haben wir bereits unmittelbar nach der Befreiung unseres Vaterlandes die auf die Schaffung, Festigung und Entwicklung der demokratischen Basis, des nördlichen Teils des Landes, gerichtete Linie aufgestellt.

Die Stärkung der demokratischen Basis ist die entscheidende Garantie für die Vereinigung des Vaterlandes. Die Losung von der Festigung der demokratischen Basis muß so lange aufrechterhalten werden, bis die Vereinigung unseres Vaterlandes vollzogen ist. Die weitere Stärkung der demokratischen Basis ist unerläßlich. Wir brauchen eine mächtige Partei und Macht sowie eine starke ökonomische Macht. Haben wir sie, so sind wir in der Lage, die revolutionären Kräfte wie auch eine revolutionäre Situation richtig zu erfassen und die Probleme initiativreich zu lösen. Wie gesehen, sind die Stärkung der demokratischen Basis und die Vereinigung des Vaterlandes revolutionäre Aufgaben, die miteinander eng verbunden sind.

Zur Stärkung der demokratischen Basis, des nördlichen Teils, sind unsere Partei und die Machtorgane weiter zu konsolidieren. Die politisch-ideologische Einheit unserer Partei ist zu festigen und sie in eine noch zuverlässigere Führungskraft des Volkes zu verwandeln. Unsere Volksmacht muß weiter untermauert und ihre Funktionen müssen allseitig vervollkommnet werden. Wichtig ist auch, die gesellschaftlichen Organisationen zu festigen. Kurz gesagt, wir müssen die Partei, die Machtorgane und die gesellschaftlichen Organisationen unaufhörlich stärken, die Arbeit der Einheitsfront erweitern und aktivieren und damit alle patriotischen demokratischen Kräfte noch enger um unsere Partei und um die Regierung der Republik zusammenschließen.

Weiter müssen wir unsere demokratische Basis ökonomisch festigen. Es ist notwendig, die Lebenslage des Volkes schneller zu verbessern und damit unseren nördlichen Teil des Landes in ein Volksparadies zu verwandeln. Um den Lebensstandard des Volkes zu heben, ist der wirtschaftliche Aufbau wirksam voranzubringen. Wir müssen uns intensiv mit der Landwirtschaft befassen, die Industriebetriebe gut bauen, schöne Städte errichten und auch viele Wohnhäuser fertigstellen. Zu diesem Zweck ist unser Land zu industrialisieren und auf diese Weise stark und reich zu machen. Vor allem müssen wir den Dreijahrplan erfüllen und überbieten und in der Folgezeit den Fünfjahrplan verwirklichen.

Wenn wir also den wirtschaftlichen Aufbau gut durchführen, die Lebenslage der Bevölkerung verbessern und damit den nördlichen Teil des Landes in ein Paradies des Volkes verwandeln, wird keine Kraft imstande sein, den revolutionären Geist der Bevölkerung Südkoreas zu brechen, die von der Liebe zum nördlichen Teil unseres Landes durchdrungen ist und sich zum Kampf gegen das reaktionäre Herrschaftsregime in Südkorea erhebt. Und nach der Vereinigung des Vaterlandes können wir dann auch die lebenswichtigen Probleme der Bevölkerung Südkoreas leicht lösen.

Ferner müssen wir die Volksarmee allseitig stärken. Anderenfalls können wir weder die Wirtschaft aufbauen noch unsere Partei und die Macht schützen. Nur durch die Festigung der Volksarmee können wir die Errungenschaften der Revolution verteidigen und eine ausländische Aggression vereiteln.

Wenn wir so die Partei und die Macht stärken sowie die Grundlage unserer Wirtschaft und die Volksarmee festigen, dann wird die demokratische Basis noch stabiler und unsere Kraft noch mächtiger werden.

Allein dadurch, daß man die Losung laut verkündet, kann man die friedliche Vereinigung nicht verwirklichen, vielmehr wird sie nur dann erreicht, wenn unsere Kraft mächtiger wird. Wir müssen auf der einen Seite aktiv für die friedliche Vereinigung des Vaterlandes kämpfen und uns auf der anderen Seite aktiv an der Bewegung zum Schutz des Friedens in der Welt beteiligen. Denn je mehr die Friedenskräfte im internationalen Maßstab wachsen und je mehr die Friedensbewegung erstarkt, entsteht eine um so günstigere Lage für unsere Sache, die Vereinigung des Vaterlandes.

Wenn unser demokratisches Lager und die demokratische Basis, der nördliche Teil des Landes, unermüdlich gefestigt werden und der revolutionäre Geist im südlichen Teil des Landes weiter erstarkt, können wir die Frage der Vereinigung des Vaterlandes durchaus lösen.

Daher müssen wir jedwede Tendenz des Schwankens und des Zweifelns an der friedlichen Vereinigung konsequent liquidieren, alle Kraft einsetzen, um die Vereinigung und die Unabhängigkeit des Vaterlandes – die Hauptaufgabe unserer Revolution – zu erreichen.