28. Dezember 1955 // Reden
Kim Il Sung // Über die Beseitigung des Dogmatismus und des Formalismus sowie über die Durchsetzung des Juche in der ideologischen Arbeit

Über die Beseitigung des Dogmatismus und des Formalismus sowie über die Durchsetzung des Juche in der ideologischen Arbeit

28. Dezember 1955

Rede vor Mitarbeitern für Parteipropaganda und -agitation


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Heute möchte ich zu Ihnen über die Mängel in der ideologischen Arbeit unserer Partei sprechen und einige meiner Überlegungen dazu äußern, wie sie in der Zukunft zu beseitigen sind.

Wie Ihnen im Laufe der gestrigen Sitzung bekannt geworden ist, gab es in der Literatur große ideologische Fehler. Und daraus ist klar ersichtlich, daß unsere Propaganda gleichfalls nicht erfolgreich verlaufen konnte.

Unsere Propagandaarbeit ist leider in vieler Hinsicht in Dogma­tismus und Formalismus abgeglitten.

Der ernsteste Mangel der ideologischen Arbeit besteht darin, daß sie nicht tief genug in alle Fragen eindringt und ihr das Juche fehlt. Möglicherweise ist es eine Übertreibung zu sagen, daß das Juche fehlt, aber eine Tatsache ist es, daß das eigene Denken nicht gründlich durchgesetzt worden ist. Das ist eine ernste Frage. Wir müssen diesen Mangel bis ins letzte ausmerzen. Wenn diese Frage nicht gelöst wird, kann man keinen guten Erfolg in der ideologischen Arbeit erwarten.

Es ist notwendig, gründlich darüber nachzudenken, warum die ideologische Arbeit in Dogmatismus und Formalismus geraten ist, warum unsere Propagandisten und Agitatoren nicht tief in die Probleme eindringen und nur an der Oberfläche bleiben, warum sie nicht schöpferisch arbeiten, sondern nichts anderes tun, als das Fremde zu kopieren und auswendig zu lernen.

Was ist das Juche in der ideologischen Arbeit unserer Partei? Was machen wir? Wir vollziehen nicht die Revolution irgendeines fremden Landes, sondern eben die koreanische Revolution. Und diese koreanische Revolution ist das Juche in der ideologischen Arbeit unserer Partei. Aus diesem Grunde ist die gesamte ideologische Arbeit den Interessen der koreanischen Revolution unterzuordnen. Wir studieren die Geschichte der KPdSU, die Geschichte der chinesischen Revolution sowie die allgemeinen Leitsätze des Marxismus-Leninismus, um unsere Revolution richtig durchzuführen.

Das Juche fehlt in der ideologischen Arbeit unserer Partei, aber das heißt keineswegs, daß wir nicht die Revolution vollzogen und unsere revolutionäre Arbeit irgendwelche Fremden gemacht haben. Da jedoch in der ideologischen Arbeit das Juche nicht gründlich durchgesetzt wurde, werden dogmatische und formalistische Fehler begangen, wird der Sache unserer Revolution großer Schaden zugefügt.

Um die koreanische Revolution durchzuführen, muß man die Geschichte und die Geographie Koreas, die Sitten und Gebräuche des koreanischen Volkes kennen. Nur dann wird es möglich sein, unser Volk in seinem Sinne, im Geiste der heißen Liebe zur Heimat und zum Vaterland zu erziehen.

Vor allem ist es wichtig, die Geschichte unseres Landes, die Geschichte des Kampfes unseres Volkes zu studieren und sie unter den Werktätigen breit zu propagieren.

Diese Frage werfen wir heute nicht zum ersten Male auf. Schon im Herbst 1945, unmittelbar nach der Befreiung, haben wir die Notwendigkeit hervorgehoben, die Geschichte des Kampfes unserer Nation zu studieren und ihre besten Traditionen zu übernehmen. Nur durch die Erziehung der Menschen anhand der Geschichte des Kampfes unseres Volkes und anhand ihrer Traditionen wird es möglich sein, ihren Nationalstolz zu heben und die Massen zum revolutionären Kampf zu begeistern.

Viele unserer Funktionäre kennen jedoch die Geschichte unseres Landes nicht und sind nicht bestrebt, ihre besten Traditionen zu erkennen, zu übernehmen und weiterzuentwickeln. Wenn diese Situation nicht korrigiert wird, bedeutet dies letzten Endes, die Geschichte Koreas zu negieren.

Der in diesem Falle von Pak Chang Ok und seinesgleichen begangene Fehler ist dadurch bedingt, daß sie die Geschichte der Bewegung in der koreanischen Literatur verneinten. In ihren Augen gibt es auch keinen Kampf der besten Schriftsteller, die sich der „KAP“, das heißt der Koreanischen Assoziation Proletarischer Künstler, angeschlossen hatten, gibt es auch nicht die besten Werke von fortschrittlichen Wissenschaftlern und Schriftstellern unseres Landes. Wir haben ihnen den Rat gegeben, das beste Kulturerbe gründlich zu studieren und breit zu propagieren, aber das haben sie nicht getan.

Heute, zehn Jahre nach der Befreiung, sind alle Bedingungen geschaffen, um Material über unser literarisches Erbe zu sammeln und es voll zu nutzen, aber dennoch schenken die Propagandisten dem keinerlei Aufmerksamkeit.

Das 5. Plenum des ZK der Partei hat beschlossen, die Geschichte des Kampfes und das wertvolle Kulturerbe unseres Volkes aktiv zu propagieren, aber die Propagandisten haben dies nicht nur unterlassen, sondern sind sogar so weit gegangen, daß sie die Veröffentlichung von Artikeln über den antijapanischen Kampf des koreanischen Volkes in den Zeitungen untersagten.

Beispielsweise war der Schüleraufstand in Kwangju ein Massen­kampf von Zehntausenden koreanischer Jugendlicher und Schüler gegen den japanischen Imperialismus und hat eine große Rolle gespielt, die Massen der koreanischen Jugend mit antijapanischen Ideen zu wappnen. Und natürlich sind wir verpflichtet, diese Bewegung breit zu propagieren, die Jugend und die Schüler im Geiste des mutigen Kampfes der älteren Generation zu erziehen. Unsere Propagandisten haben das nicht getan, Syngman Rhee jedoch nutzt diese Bewegung für seine Propaganda aus. Und nun sieht es so aus, als würden die Kommunisten die nationalen Traditionen ignorieren. Was ist dies für eine gefährliche Erscheinung?

Wenn wir so vorgehen, werden wir die südkoreanische Jugend nicht gewinnen können.

Bisher wurde die erforderliche propagandistische Arbeit nicht geleistet; man hat sie außer acht gelassen, obwohl niemand derartige Anweisungen gegeben hat. Nicht nur, daß in den Zeitungen nicht darüber geschrieben wird, man führt auch aus dem erwähnten Anlaß keine festlichen Veranstaltungen durch. Zu solch einer Begebenheit wie dem Schüleraufstand in Kwangju müßte der Demokratische Jugendverband auftreten. Der Schüleraufstand in Kwangju ist ein hervorragendes Beispiel für den antiimperialistischen Kampf der Jugend und der Schüler unseres Landes.

Dasselbe muß auch über die Unabhängigkeitsbewegung vom 10. Juni gesagt werden. Sie verkörpert gleichfalls den Massenkampf des koreanischen Volkes, das sich gegen den japanischen Imperialismus erhob. Es ist unbestritten, daß in diesem Kampf fraktionsmacherische Elemente auftraten und große Hindernisse schufen. Verständlicher­weise war es damals für die Fraktionsmacher viel leichter, sich mit Wühltätigkeit zu befassen, drang doch sogar nach der Befreiung die Spionagebande um Pak Hon Yong und Ri Sung Yop in unsere Reihen ein und trieb ihr Spiel. Aber war deshalb der Kampf selbst etwa schlecht? Das kann nicht sein. Und obwohl dieser Kampf infolge des Eindringens einzelner Kreaturen in die Spitze der Organisation mißlang, können wir doch nicht seinen revolutionären Charakter leugnen; wir müssen aus den Fehlschlägen dieses Kampfes Lehren ziehen.

Verschwiegen wird sogar die Bewegung vom 1. März. Wenn man auf diese Weise vorgeht, wird man diejenigen progressiven Menschen, die ein nationales Gewissen haben, nicht in die richtige Bahn leiten. Die Hauptursache für die Niederlage der Bewegung vom 1. März lag darin, daß die Führung durch eine kommunistische Partei fehlte. Wer aber kann die Tatsache leugnen, daß sich die Bewegung vom 1. März als eine gesamtnationale Widerstandsbewegung gegen den japanischen Imperialismus richtete? Wir müssen das Volk unbedingt mit der histori­schen Bedeutung dieser Bewegung bekannt machen und die Menschen anhand ihrer Lehren erziehen.

In der Vergangenheit endeten zahlreiche revolutionäre Kampf­aktionen in unserem Lande mit einer Niederlage, weil in ihre Führungs­spitze Übelgesinnte eindrangen, man darf jedoch nicht den Kampf des Volkes in diesen Zeiten leugnen. Die Volksmassen haben stets mutig gekämpft. Möglicherweise lehnte dies Pak Chang Ok eigenwillig ab, aber kein wahrer Marxist-Leninist wird die Kampfverdienste des Volkes verneinen können.

Als ich Pak Chang Ok und seine Gesinnungsleute fragte, warum er gegen die „KAP“ sei, berief er sich darauf, daß es dort einige Verräter gegeben habe. Bedeutet das aber, daß die Existenz der „KAP“, in der als Hauptkern die besten proletarischen Schriftsteller unseres Landes wirkten, sinnlos war? Wir müssen die Kampfverdienste der „KAP“ hoch würdigen.

Wenn man die Geschichte des Kampfes unseres Volkes negiert – worauf gestützt wollten wir dann die Revolution durchführen? Wenn man all das über Bord wirft, ergibt sich, daß unser Volk nichts getan hat. Auch in der Bauernbewegung früherer Zeiten in unserem Lande gibt es vieles, worauf man stolz sein kann. In den letzten Jahren findet man jedoch in unseren Zeitungen hierüber kein Wort.

Auch in den Schulen ist die Tendenz vorhanden, den Unterricht in der Geschichte Koreas zu vernachlässigen. Während des Krieges waren im Studienplan der Zentralen Parteischule für Weltgeschichte 160 Stunden in einem Jahr vorgesehen, für die Geschichte Koreas aber nur ganz wenige. Wenn die Sache in der Parteischule so steht, kann man von unseren Funktionären nicht erwarten, daß sie die Geschichte unseres Landes kennen.

In unserer Propaganda und Agitation sind jederzeit Erscheinungen zu finden, die zeigen, daß man nur das Fremde lobpreist, unser Eigenes aber vernachlässigt.

Einmal war ich in einem Erholungsheim der Volksarmee, dort war ein Gemälde zu sehen, das die sibirische Steppe darstellte. Diese Landschaft wird wohl den Russen zusagen. Den Koreanern aber dürfte die schöne Natur unseres Landes besser gefallen. Bei uns im Lande gibt es solche malerischen Gebirge wie Kumgang und Myohyang, reine und klare Bäche, wogende blaue Meere und goldenreifende Felder. Und wenn wir wollen, daß die Soldaten unserer Volksarmee ihre Heimat und ihr Vaterland lieben, müssen wir ihnen mehr Gemälde mit solchen

Landschaften unseres Landes zeigen.

In diesem Sommer besuchte ich einmal in einem Dorf das Kabinett für Demokratische Propaganda; dort konnte man Diagramme über den Fünfjahrplan der Sowjetunion sehen, aber kein einziges über den Dreijahrplan unseres Landes. Es gab auch große Fotos von Industriewerken anderer Länder, aber keine einzige Aufnahme von den Werken, die wir wiederherstellen und bauen. Ganz zu schweigen davon, daß die Geschichte unseres Landes nicht studiert wird, macht man sich nicht einmal die Arbeit, Diagramme und Fotos von unserem Aufbau der Wirtschaft auszuhängen.

Ich gehe in eine Grundschule und sehe folgendes: Da hängen Porträts von Majakowski, von Puschkin usw. – alles nur Ausländer, aber von keinem einzigen Koreaner. Woher soll bei den Kindern der Nationalstolz kommen, wenn wir sie auf diese Weise erziehen?

Ich führe ein lächerliches Beispiel an: Selbst beim Drucken von Broschüren kopiert man das Fremde und stellt das Inhaltsverzeichnis an den Schluß. Selbstverständlich müssen wir die guten Erfahrungen beim Aufbau des Sozialismus studieren, aber ist es denn notwendig, das Inhaltsverzeichnis von Broschüren an den Schluß zu stellen, wie es im Ausland geschieht? Das entspricht nicht dem Geschmack der Koreaner. In unseren Büchern muß sich das Inhaltsverzeichnis unbedingt am Anfang befinden!

Beim Zusammenstellen von Lehrbüchern entnimmt man das Material nicht unseren Literaturwerken, sondern fremden Quellen. Das alles ergibt sich daraus, daß das Juche fehlt.

Als Ergebnis, daß in der Propaganda das Juche fehlte, wurden der Parteiarbeit ungezählte Schäden zugefügt.

Hierin ist auch die Ursache zu suchen, daß viele Genossen die Revolutionäre nicht achten. Zur Zeit studieren an der Zentralen Partei­schule mehr als hundert Genossen, die früher am revolutionären Kampf mitgewirkt haben; sie werden jedoch bis jetzt vernachlässigt.

Wir haben viele Revolutionäre auch in das Ministerium des Innern geschickt, aber von dort wurden viele unter dem Vorwand vertrieben, sie seien unfähig. In der Zentralen Parteischule begegnete ich einem Genossen, der früher an der revolutionären Tätigkeit teilnahm. Volle acht Jahre lang bekleidete er nur den Posten als Leiter einer Kreis­abteilung des Innern. Das ist ein äußerst falsches Verhalten zu Revolu­tionären.

Es ergibt sich also, daß unsere Funktionäre zu unhöflichen Menschen geworden sind, die die ältere Generation nicht achten. Eigentlich sind Kommunisten moralischer als irgendwelche andere und Menschen, die ihre revolutionären Vorgänger achten. Aber nun hat sich die schlechte Gewohnheit der Mißachtung eingebürgert.

In unserer Volksarmee sind als Ergebnis des beharrlichen Kampfes für die Fortführung der revolutionären Traditionen in den meisten Fällen solche Menschen zu Regiments- und Divisionskommandeuren geworden, die seinerzeit eine revolutionäre Tätigkeit ausgeübt haben.

Was wäre wohl im verflossenen Krieg gewesen, wenn wir nicht die Volksarmee geschaffen hätten, deren Kern die früheren revolutionären Kader bildeten? Unter so schweren Bedingungen wären wir nicht in der Lage gewesen, den Feind zu zerschlagen und einen großen Sieg zu erringen.

Manche Ausländer haben gesagt, daß die Mehrheit unserer Truppen­teile, die in den Tagen des Rückzugs in eine feindliche Einkreisung geriet, nicht imstande sein würde, zurückzukehren. Wir aber waren überzeugt, daß sie alle heimkommen, koste es, was es wolle. Sieht man von den Gefallenen ab, sind tatsächlich alle zurückgekehrt. Als die Ausländer das sahen, konnten sie dem ihre große Bewunderung nicht versagen und betonten, solch eine Armee sei in der Welt eine Seltenheit. Warum ist das so gekommen? Deshalb, weil die Kader unserer Armee Genossen sind, die in der Vergangenheit am Partisanenkampf und an der revolutionären Bewegung an verschiedenen Orten teilgenommen haben. Darin liegt eben die Kraft unserer Armee.

Seit der Gründung unserer Partei sind bereits zehn Jahre vergangen, und es ist klar, daß wir die Mitglieder der Partei anhand der Geschichte unserer Partei erziehen müssen. Wenn wir unsere Funktionäre nicht anhand der revolutionären Geschichte unseres Landes erziehen, dann werden sie unsere hervorragenden revolutionären Traditionen nicht weiterentwickeln, werden sie die Kampfrichtung nicht kennen, keine Aktivität und schöpferische Initiative bei der revolutionären Arbeit entfalten können.

Es ist notwendig, daß man das Eigene aufrichtig studiert und sich vollkommen aneignet. Sonst werden wir nicht in der Lage sein, die neuen Fragen, auf die wir im Laufe der praktischen Tätigkeit ständig stoßen, im Einklang mit unserer Wirklichkeit schöpferisch zu lösen.

Es ist völlig klar, daß auch die Form unserer Macht entsprechend den spezifischen Bedingungen unseres Landes gestaltet werden muß. Man kann nicht sagen, daß die Form unserer Volksmacht die gleiche ist wie in den anderen sozialistischen Ländern. Die Macht beruht zwar auf den Prinzipien des Marxismus-Leninismus, aber ihre Formen sind unterschiedlich. Natürlich entspricht auch das politische Programm der Wirklichkeit unseres Landes. Unser Politisches 20-Punkte-Programm ist die Weiterentwicklung des Programms der Liga für die Wieder­geburt des Vaterlandes. Wie allgemein bekannt, bestand diese Liga vor der Befreiung unseres Landes.

Das wissen aber unsere Funktionäre nicht ganz genau, und deshalb begehen sie des öfteren Fehler.

Es gibt Leute, die sogar daran zweifeln, daß sich die Bewegung für den genossenschaftlichen Zusammenschluß in der Landwirtschaft unseres Landes so schnell entwickelt. Aber daran gibt es nichts zu zweifeln. In der Vergangenheit hatten die koreanischen Bauern eine sehr schwache ökonomische Basis; während der Herrschaft der japanischen Imperialisten entwickelte sich die Bauernbewegung und so auch der sehr hohe revolutionäre Geist der Bauern, die zudem nach der Befreiung im Laufe des demokratischen Aufbaus und des erbittert geführten Krieges politisch gestählt wurden. Aus diesem Grunde ist es ganz natürlich, daß sich heute die Bewegung für den genossen­schaftlichen Zusammenschluß in der Landwirtschaft unseres Landes schnell entwickelt.

Als Pak Yong Bin von einer Sowjetunionreise zurückkehrte, betonte er, daß wir auch die gegen den US-Imperialismus gerichteten Losungen zurückziehen müßten, wobei er sich darauf berief, daß die UdSSR den Weg der internationalen Entspannung beschreitet. Solche Erklärungen haben nichts mit revolutionärer Initiative gemein und sind nur geeignet, die revolutionäre Wachsamkeit unseres Volkes abzustumpfen. Sind etwa die US-Imperialisten nicht unsere für immer verfluchten Feinde, die unsere Heimaterde in Brand steckten, unsere völlig unschuldigen Menschen in Massen ermordeten und heute noch den südlichen Teil unseres Vaterlandes weiter okkupiert halten?

Und es ist mehr als töricht zu glauben, daß der Kampf unseres Volkes gegen die US-Imperialisten im Widerspruch zu den Anstrengungen des Sowjetvolkes steht, die darauf gerichtet sind, die internationale Spannung zu vermindern. Unser Volk verurteilt die Aggressionspolitik der US-Imperialisten gegenüber Korea und kämpft gegen diese Politik, und das steht keineswegs im Widerspruch zum Kampf der Völker der Welt für die Minderung der internationalen Spannung und die Verteidigung des Friedens, sondern ist ein Beitrag dazu. Gleichzeitig schafft der Kampf des Sowjetvolkes und der anderen friedliebenden Völker der Welt für die Entspannung günstigere Bedingungen für den antiimperialistischen Kampf unseres Volkes.

Weil Pak Chang Ok die Geschichte unseres Landes und unsere Wirklichkeit nicht studierte, hat er mit dem reaktionären bürgerlichen Schriftsteller Ri Thae Jun ein ideologisches Komplott geschmiedet. Natürlich gab es bei ihm auch Überbleibsel der bürgerlichen Ideologie, aber er, der die Wirklichkeit unseres Landes nicht studierte, betrachtete sich selbst überheblich als Alleswisser, und das verdarb die ganze Sache. Der Schaden, den er der ideologischen Arbeit zugefügt hat, ist riesig.

Nach der Befreiung sagten er und seinesgleichen, daß Ri Kwang Su ein fähiger Kopf sei und daß es gut wäre, ihn herauszustellen, ich aber wies auf die Haltlosigkeit dieser Meinung hin. Ri Kwang Su schrieb einen Roman mit dem Titel „Die Frau des Revolutionärs“, in dem er die aus dem Gefängnis gekommenen Revolutionäre beleidigte. Außerdem schwätzte er, die Koreaner und die japanischen Imperialisten hätten gleiche Vorfahren. Ebendeshalb sagte ich, daß gar nicht daran zu denken sei, solch einen Menschen herauszustellen, und verbot dies kategorisch.

Die Ursache dafür, daß sich manche Genossen, die in der Propagandaabteilung der Partei tätig waren, bei jeder Arbeit bemühten, dem Beispiel der Sowjetunion mechanisch nachzueifern, liegt darin, daß sie unsere Wirklichkeit nicht studierten und nicht wahrhaft marxistisch-leninistisch danach strebten, die Menschen anhand des Besten, worüber wir verfügen, und anhand der Traditionen unserer Revolution zu erziehen. Anstatt sich den Marxismus-Leninismus schöpferisch anzueignen, übernahmen ihn viele Genossen unverarbeitet. Es ist ganz klar, daß so keinerlei revolutionäre Initiative entstehen kann.

In der Propagandaarbeit wird das systematische Studium der Geschichte unseres Landes und unserer Nationalkultur noch nicht gut organisiert. Obwohl schon zehn Jahre seit der Befreiung vergangen sind, wird diese Arbeit nicht aktiv geleistet und dem Selbstlauf überlassen. Früher hatten wir keine Kader, aber jetzt gibt es Wissenschaftler, Material und Mittel, also eine völlig ausreichende Grundlage für diese Tätigkeit. Wenn Sie das alles gut studieren und organisieren, können Sie diese Arbeit leicht in Gang bringen. Es sind alle Kräfte einzusetzen, um das nationale Erbe zu erschließen, es zu übernehmen und weiterzuentwickeln. Wir müssen das Fortschrittliche im internationalen Maßstab aktiv aufgreifen, aber es ist notwendig, alles Gute, was wir selbst haben, weiterzuentwickeln und gleichzeitig die fortschrittliche Kultur zu übernehmen. Im entgegengesetzten Falle werden unsere Menschen den Glauben an die eigene Kraft verlieren, werden träge und nur danach streben, andere nachzuahmen.

Wenn wir von der Durchsetzung des eigenen Denkens sprechen, kann dies mancher Genosse vielleicht falsch verstehen und die naive Meinung haben, wir brauchten nicht von anderen Ländern zu lernen, aber das ist durchaus nicht so. Wir müssen von den besten Erfahrungen der sozialistischen Länder lernen.

Das Wichtige ist zu begreifen, worin das Ziel unseres Lernens besteht. Es besteht darin, die fortschrittlichen Erfahrungen der Sowjet­union und der anderen sozialistischen Länder für unsere koreanische Revolution effektiv zu nutzen.

Während des Krieges führten Ho Ka I, Kim Jae Uk und Pak Il U untereinander einen unnützen Streit um die Frage nach den Methoden der politischen Arbeit in der Armee. Diejenigen, die aus der Sowjet­union kamen, wollten diese Arbeit auf sowjetische Weise durchführen, diejenigen, die aus China zurückkehrten, auf chinesische Weise. Sie stritten sich, welche Methode die bessere sei: die sowjetische oder die chinesische. Das war eine nutzlose Beschäftigung.

Es ist ganz egal, ob man mit der rechten oder mit der linken Hand, mit dem Löffel oder mit Eßstäbchen ißt. Auf welche Weise auch immer, die Speise gelangt doch in den Mund. Besteht etwa während des Krieges die Notwendigkeit, sich über „Methoden“ zu streiten? Die politische Arbeit muß ohnehin durchgeführt werden, um unsere Volksarmee zu stärken und in den Kämpfen zu siegen; die Hauptsache ist deshalb, daß wir dieses Ziel erreichen, wobei die Methode eine beliebige sein kann. Ho Ka I und Pak Il U jedoch stritten sich darüber. Das aber bedeutete nichts anderes, als die Disziplin innerhalb der Partei zu schwächen. Zu dieser Zeit wies das ZK der Partei darauf hin, daß es notwendig ist, das Gute sowohl von der Sowjetunion als auch von China zu lernen und auf diese Weise eine Methode der politischen Arbeit zu entwickeln, die der Wirklichkeit unseres Landes entspricht.

Es ist wichtig, sich in der Arbeit die revolutionäre Wahrheit, die Wahrheit des Marxismus-Leninismus, anzueignen und sie im Einklang mit der Wirklichkeit unseres Landes anzuwenden. Es kann kein Prinzip geben, dem zufolge unbedingt alles auf sowjetische Weise zu machen ist. Manche Leute sagen, daß entweder die sowjetische oder die chinesische Methode gut sei, ist es aber nicht an der Zeit, daß wir unsere eigene Methode schaffen?

Es ist wichtig, nicht die Formen und Methoden der Sowjetunion mechanisch zu kopieren, sondern von ihren Kampferfahrungen und den Wahrheiten des Marxismus-Leninismus zu lernen. Deshalb müssen wir von den Erfahrungen der Sowjetunion lernen, uns dabei aber hauptsächlich auf das Studium des Wesens ihrer Erfahrungen stützen und dürfen uns dabei nicht nur auf die Form orientieren.

Es gibt die starke Tendenz, beim Studium der Erfahrungen der Sowjetunion nur die Form nachzuahmen. Wenn beispielsweise die „Prawda“ eine Überschrift wählt wie „Ein Tag unseres Vaterlandes“, dann übernimmt unsere Zeitung „Rodong Sinmun“ ebenfalls den Titel „Ein Tag unseres Vaterlandes“. Wieso ist es denn notwendig, selbst so etwas nachzuahmen? Bei der Bekleidung ist es auch dasselbe. Unsere koreanischen Frauen haben sehr schöne koreanische Trachten, warum ist es denn notwendig, darauf zu verzichten und beispielsweise ein Kleid zu tragen, das nicht recht zu ihnen paßt? Dazu besteht keine Notwendigkeit. Ich habe zu den Mitarbeiterinnen des Frauenbundes gesagt, daß unsere Frauen möglichst koreanische Kleidung tragen sollen.

Nur eine fremde Form nachzuahmen, ohne sich die Wahrheiten des Marxismus-Leninismus anzueignen, ist absolut nutzlos und schädlich.

Wie im revolutionären Kampf, so müssen wir auch beim Aufbau die Prinzipien des Marxismus-Leninismus konsequent durchsetzen sowie im Einklang mit den konkreten Bedingungen unseres Landes und unseren nationalen Besonderheiten schöpferisch anwenden.

Wir begehen dogmatische Fehler und fügen der revolutionären Sache großen Schaden zu, wenn wir fremde Erfahrungen mechanisch über­nehmen und dabei die Geschichte unseres Landes, die Traditionen unseres Volkes ignorieren und unsere Wirklichkeit sowie den Bewußt­seinsstand unseres Volkes nicht berücksichtigen. Wenn man so vorgeht, heißt das nicht, dem Marxismus-Leninismus, dem Internationalismus ergeben zu sein, sondern bedeutet im Gegenteil, zu ihnen im Wider­spruch zu stehen.

Der Marxismus-Leninismus ist kein Dogma, sondern eine Anleitung zum Handeln, eine schöpferische Lehre. Aus diesem Grunde kann man nur dann die unbezwingbare Kraft des Marxismus-Leninismus an den Tag legen, wenn er im Einklang mit den konkreten Bedingungen jedes Landes schöpferisch angewandt wird. Dasselbe kann man auch in Bezug auf die Erfahrungen der Bruderparteien sagen. Die Erfahrungen der Bruderparteien erlangen ihren Wert nur dann, wenn wir sie studieren, uns ihr Wesen aneignen und sie richtig auf unsere Wirklichkeit anwenden; wenn wir sie umgekehrt voll und ganz übernehmen und so in der Arbeit Fehlschläge verursachen, fügen wir unserer Arbeit nicht nur Schaden zu, sondern setzen damit auch die wertvollen Erfahrungen der Bruderparteien herab.

Im Zusammenhang mit dem Problem der Durchsetzung des Juche halte ich es für notwendig, auf den Internationalismus und den Patrio­tismus einzugehen.

Der Internationalismus und der Patriotismus sind nicht voneinander zu trennen. Daß die koreanischen Kommunisten ihr Land lieben, steht keineswegs im Widerspruch zum Internationalismus der Arbeiterklasse, sondern entspricht ihm voll und ganz, und das muß man begreifen. Korea lieben heißt, die Sowjetunion und das sozialistische Lager lieben; und die Sowjetunion und das sozialistische Lager lieben, heißt Korea lieben. Hier liegt eine vollständige Einheit vor, denn die große Sache der Arbeiterklasse kennt keine Grenzen, und unsere Revolution ist ein Bestandteil der internationalen Revolution der Arbeiterklasse der Welt. Das einzige und höchste Ziel der Arbeiterklasse aller Länder ist der Aufbau der kommunistischen Gesellschaft. Wenn es einen Unterschied gibt, dann liegt er nur darin, daß manche Länder voran­schreiten, während andere hinter ihnen hergehen.

Es ist falsch, nur vom Patriotismus zu sprechen und die internationalistische Geschlossenheit zu vernachlässigen. Für den Sieg der koreanischen Revolution, für die große Sache der internationalen Arbeiterklasse müssen wir die Geschlossenheit mit dem Sowjetvolk, die Geschlossenheit mit den Völkern aller sozialistischen Länder festigen. Das ist unsere erhabene internationalistische Pflicht. Das Sowjetvolk unternimmt für den kommunistischen Aufbau in seinem Lande sowie für den Sieg der Weltrevolution alle Anstrengungen, um die Geschlossenheit mit der Arbeiterklasse der ganzen Welt zu festigen, ganz zu schweigen von den Ländern des sozialistischen Lagers.

So sind also Patriotismus und Internationalismus nicht voneinander zu trennen. Wer sein Vaterland nicht liebt, kann auch dem Internationalismus nicht ergeben sein, und wer dem Internationalismus nicht ergeben ist, der kann auch seinem Vaterland und seinem Volke nicht treu sein. Ein wahrer Patriot ist zugleich ein Internationalist, und ein wahrer Internationalist ist zugleich ein Patriot.

Und wenn wir uns in der ideologischen Arbeit von allem Guten, was es in unserem Lande gibt, abwenden und nur das Fremde übernehmen und auswendig lernen, fügen wir unserer Revolution unausweichlich Schaden zu und werden dadurch nicht in der Lage sein, unsere internationalistische Pflicht für die Sache der Revolution in der Welt richtig zu erfüllen.

Im Rechenschaftsbericht auf dem II. Parteitag habe ich folgende Worte aus der Erklärung des Oberbefehlshabers der sowjetischen Truppen zitiert, die am ersten Tage ihres Aufenthalts in unserem Lande veröffentlicht wurde: „Bürger Koreas! Prägen Sie sich ein, das Glück ist in Ihren Händen… Das koreanische Volk muß selbst zum Schöpfer seines Glückes werden.“ Diese Worte des Oberbefehlshabers der sowjetischen Truppen sind absolut richtig, andernfalls würden wir die Massen verlieren.

Der Formalismus kommt bei unseren Propagandisten auch darin zum Ausdruck, daß sie die Tatsachen und Erscheinungen in der propagandistischen Arbeit übertreiben. So sind zum Beispiel in Reden und Artikeln schon seit langem solche aufgeblasenen Ausdrücke Mode geworden wie „Generalerhebung“, „Generalmobilmachung“ usw.

Darauf haben wir Pak Chang Ok wiederholt hingewiesen. Er beging gerade deshalb einen Fehler, weil er sich trotzdem nicht von dieser „General“-strömung befreien konnte. Später steigerte er dann das Wort „größter“ zu „allergrößter“ und benutzte überall willkürlich das Eigenschaftswort „groß“. Es ist unklar, wie sich das erklärt: aus seiner Unkenntnis der chinesischen Schriften oder aus seinen falschen ideologischen Anschauungen.

Wenn man auf diese Weise keine inhaltsreiche propagandistische Arbeit durchführt und nur mit leeren Worten lauthals herumwirft, ergeben sich die Menschen, von den Siegen berauscht, dem Müßiggang. Infolge der gleichen Untugend setzen die Funktionäre der unteren Ebene erdichtete Berichte auf.

Man könnte meinen, es sei so einfach, irgendein Eigenschaftswort anzuwenden, aber wenn man es falsch benutzt, kann es die Ursache für einen Fehlschlag sein. Es ist notwendig, das alles von jetzt an grundlegend zu korrigieren.

Weiter möchte ich auf einige andere aktuelle Fragen eingehen, die sich in der ideologischen Arbeit ergeben haben.

Um denjenigen zu helfen, die die Dokumente des Aprilplenums studieren, hat das ZK der Partei eine Lektion über den Charakter und die Aufgaben unserer Revolution versandt. Deshalb werde ich darüber nicht sprechen.

Ich möchte nur noch einmal die Perspektiven der Revolution in unserem Lande hervorheben. Für unsere Revolution gibt es zwei Wege: Der erste ist die friedliche Vereinigung unseres Landes, der zweite die Vereinigung des Landes unter den Bedingungen einer schnellen Schwächung der Kräfte des Imperialismus als Ergebnis eines großen Krieges.

Selbstverständlich kämpfen wir mit allen Kräften dafür, daß der erste Weg verwirklicht wird.

Unser Kampf für die Vereinigung unseres Landes auf friedlicher Grundlage läuft auf zwei Fragen hinaus: Der Aufbau im nördlichen Landesteil ist einwandfrei durchzuführen und eine gute politische Arbeit in bezug auf den südlichen Teil zu leisten. Wir werden die friedliche Vereinigung unseres Landes erreichen, wenn wir die demokratische Basis durch den beschleunigten sozialistischen Aufbau im nördlichen Teil stärken und in Bezug auf den südlichen Teil die hiesige Bevölkerung mittels einer qualifiziert geleisteten politischen Arbeit zum Befreiungskampf mobilisieren.

Die politische Arbeit in Bezug auf den Süden durchführen heißt, den Einfluß des nördlichen Teils auf die Bevölkerung des südlichen Teils mit dem Ziel verstärken, daß uns die Volksmassen des Südens unterstützen. Und hierfür ist es notwendig, den sozialistischen Aufbau im Norden des Landes gut zu verwirklichen. Im nördlichen Teil muß man in der erforderlichen Weise den Wirtschaftsaufbau durchführen, den Lebensstandard der Bevölkerung heben, die ökonomische Basis festigen und das ganze Volk um unsere Partei scharen. Und dann wird es Syngman Rhee, mag er auch noch so sehr wie ein Besessener toben, nicht gelingen, den Kampfgeist der Bevölkerung des südlichen Teils zu brechen, die wir ständig durch den sozialistischen Aufbau im nördlichen Teil inspirieren.

Ein Bürger, der unlängst aus dem Süden des Landes zu uns kam, erzählte: „Syngman Rhee verbreitet die Propaganda, daß im nördlichen Teil alles in allem nur drei Millionen Menschen leben, Pyongyang in Asche verwandelt und darin nichts Übriggeblieben sei. Und nun sind wir gekommen und sehen, daß die Brücke über den Fluß Taedong in der alten Gestalt wiederhergestellt und Pyongyang viel schöner aufgebaut wird, als es früher war. Es stellt sich also heraus, daß Syngman Rhee wie ein böser Hund gebellt hat.“ Das also ergibt sich, wenn wir den Aufbau gut bewältigen.

Bis zu der Zeit, als 1948 die Gemeinsame Konferenz der Parteien und gesellschaftlichen Organisationen Nord- und Südkoreas einberufen wurde, hatten wir im nördlichen Teil noch nichts Bedeutendes vollbracht. Aber aus Südkorea kamen mit Ausnahme Syngman Rhee und Kim Song Su sogar rechtsorientierte Persönlichkeiten zu uns. Die Bedeutung dieser gemeinsamen Konferenz ist sehr groß. Viele von denen, die damals in den nördlichen Teil kamen, sind hier geblieben.

Und Kim Ku hat gesagt: „Ich kam nun nach Nordkorea, und es gefällt mir hier. In Shanghai wie auch in Südkorea bin ich vielen Kommunisten begegnet (damit sind natürlich Mitglieder der Hwayo- Gruppe oder ML-Gruppe gemeint), aber die Kommunisten Nordkoreas sind andere Menschen. Früher habe ich die Kommunisten für schlechte Menschen mit einem beschränkten Gesichtskreis gehalten. Aber hier nun habe ich erkannt, daß Sie Menschen mit einem weiten Herzen und einer großen Seele sind, mit denen man, so viel man will, zusammenarbeiten kann. Ich werde unbedingt mit Ihnen zusammen­arbeiten. Ich als alter Mann habe jetzt keinen Drang mehr nach Macht. Wenn ich nicht nach Südkorea zurückkehre, würde Syngman Rhee zweifellos behaupten, daß ich zurückgehalten worden sei. Was meinen Willen anlangt, möchte ich aber sagen, daß ich eine gute Propaganda machen muß, und deshalb bleibt mir nichts anderes, als unbedingt dorthin zurückzukehren. Und glauben Sie nicht, daß ich mit den Yankees zusammenarbeiten werde. Später, wenn ich erneut hierher komme, werde ich darum bitten, mir einen Obstgarten in irgendeinem stillen kleinen Dorf zu geben, wo ich dann den Rest meiner Tage verleben kann.“ Im gleichen Sinne hat sich auch Kim Kyu Sik ausgesprochen. Danach kämpfte Kim Ku dann gegen die Yankees.

Kim Ku war, wie allen bekannt ist, Nationalist. Im allgemeinen trat er gegen den Imperialismus und auch gegen den Kommunismus auf. Er kam hierher, angeregt von dem Wunsch, einmal mit Kommunisten zu diskutieren. Aber selbst Kim Ku, der im Kommunismus einen verruchten Feind sah, begann nun seine Meinung über unseren Kampf für den Aufbau des Vaterlandes zu ändern. Um so leichter läßt sich

vorhersagen, was sein wird, wenn südkoreanische Arbeiter, Bauern, Personen, die ein nationales Gewissen haben, zu uns in den Norden kommen, um sich hier umzusehen.

Wir sind vor der Befreiung nicht in der Sowjetunion gewesen und hatten nur gehört, daß dort die Arbeiterklasse die Macht in ihre Hände genommen hat und den Sozialismus aufbaut, aber wir fühlten uns doch grenzenlos zu ihr hingezogen. Warum also sollen die Menschen im südlichen Teil unseres Landes nicht einen Drang verspüren, den Aufbau des Sozialismus kennenzulernen, der von den Einwohnern des Nordens, von Menschen der gleichen Nation, durchgeführt wird?

Aus diesem Grunde ist es das Wichtigste, den Aufbau im nördlichen Teil wie erforderlich in die Tat umzusetzen.

Wenn so im nördlichen Teil der Aufbau des Sozialismus gut verwirklicht und eine qualifizierte politische Arbeit in Bezug auf den südlichen Teil geleistet wird, damit sich seine Bevölkerung zum Kampf gegen den US-Imperialismus und die Herrschaft Syngman Rhees erhebt, kann die friedliche Vereinigung unseres Landes realisiert werden.

Das ist der innere Faktor, der die friedliche Vereinigung unseres Landes ermöglicht.

Es ist notwendig, auch die äußeren Faktoren zu berücksichtigen, die die friedliche Vereinigung des Landes begünstigen. Wenn es uns gelingt, den Frieden noch für fünf bis zehn Jahre zu erhalten, dann wird – von der Sowjetunion ganz zu schweigen – die Macht Chinas mit einer Bevölkerung von mehr als 600 Millionen unermeßlich wachsen und die Kraft des gesamten sozialistischen Lagers weiter erstarken.

Neben der Zunahme der Macht des sozialistischen Lagers ist die nationale Befreiungsbewegung der Völker der kolonialen und der abhängigen Länder in einem immer größeren Aufschwung begriffen; viele Länder haben die nationale Unabhängigkeit erreicht. Die Völker Indiens, Indonesiens, Burmas und anderer unabhängiger Staaten Asiens sowie die Völker der arabischen Länder kämpfen gegen die imperialistische Aggression und für den Frieden.

Das alles ist ein ernster Schlag gegen den Imperialismus, insbe­sondere gegen den US-Imperialismus. Wenn die Kräfte des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus weiter erstarken, werden die US- Imperialisten schließlich gezwungen sein, aus Korea abzuziehen.

Natürlich ist der Kampf für die friedliche Vereinigung des Landes ein schwerer Kampf, der eine lange Zeit erfordert. Wenn sich jedoch unsere Kräfte vermehren und die Kräfte des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus im internationalen Maßstab noch mehr festigen, können wir die friedliche Vereinigung des Vaterlandes erreichen. Das ist die eine Entwicklungsperspektive der Revolution in Korea und der Vereinigung des Vaterlandes.

Die Vereinigung des Vaterlandes könnte auch nicht friedlich, sondern durch einen Krieg erreicht werden. Wenn die Imperialisten im Weltmaßstab einen großen Krieg entfachen, werden wir, ob wir es wollen oder nicht, mit ihnen Krieg führen müssen, und dann werden wir in Korea mit eigenen Kräften gegen die US-Imperialisten kämpfen und sie durchaus besiegen können. Gewiß wird es für uns schwierig sein, allein gegen den US-Imperialismus zu kämpfen, wenn dieser jedoch seine Kräfte im Weltmaßstab zersplittern muß, werden wir sie verhältnismäßig leicht bezwingen. Auf diese Weise werden wir im Zuge der Zerschlagung der Kräfte des US-Imperialismus in Korea die Vereinigung des Landes erreichen. Das ist die andere Entwicklungsperspektive der Revolution in Korea und der Vereinigung des Landes.

Aber wir erstreben nicht diese, sondern die erstere, das heißt die Vereinigung des Landes auf friedlichem Wege, und kämpfen für ihre Verwirklichung.

Ganz gleich, wie sich die Perspektive der Vereinigung des Vaterlandes gestaltet, am wichtigsten ist es, unsere Partei zu festigen und die Parteiverbundenheit ihrer Mitglieder zu stählen.

Wenn Verhandlungen zwischen dem Süden und dem Norden zustande kommen, dann die Barrieren zwischen ihnen gefallen sind und wir mit südkoreanischen Menschen Zusammenarbeiten werden – ist es dann zulässig, daß unsere Partei nicht stark ist? Nur dann, wenn unsere Partei stärk ist, wird es möglich sein, diese günstigen Umstände ausgezeichnet zu nutzen.

Gegenwärtig beträgt das Zahlenverhältnis der Mitglieder unserer Partei zur Bevölkerung zehn Prozent, das heißt, auf zehn Millionen Einwohner kommen eine Million Parteimitglieder. Das ist natürlich kein geringer Prozentsatz. Im Verhältnis zu den dreißig Millionen Einwohnern Koreas ist die Zahl von einer Million aber bereits nicht mehr so groß.

Da für die illegale Bewegung in Südkorea die Bedingungen äußerst schwierig sind, ist dort die Entwicklung der Kräfte der Partei unvermeidlich erheblich eingeschränkt.

Nach der Vereinigung wird die Zahl der Parteimitglieder auch in Südkorea zunehmen, aber dann wird es schwer sein, mit einer kleinen Zahl von Parteimitgliedern zu arbeiten. Und was sollte schlecht daran sein, daß wir schon jetzt im nördlichen Teil zahlreiche Mitglieder der Partei mit dem Ziel vorbereiten, daß sie nach der Vereinigung gleichmäßig auf den Norden und Süden verteilt und dort tätig sein werden. Daran ist nichts Schlechtes. Zum Zeitpunkt der Einberufung des 4. Plenums des ZK der Partei, als die Zahl der Parteimitglieder 600 000 nicht überstieg, bestand jedoch Ho Ka I darauf, die Tore zur Partei zu schließen. Damals kritisierte die Partei seinen Standpunkt und hielt weiterhin Kurs auf die Verstärkung der Reihen der Partei.

Die Frage besteht darin, daß jetzt unsere eine Million zählenden Parteimitglieder gut zu erziehen sind. Es ist möglich, daß das eine oder andere Parteimitglied den parteilosen Massen nachsteht, aber deshalb darf man solche Menschen nicht aus der Partei vertreiben. Man muß sie in der Partei belassen und sie erziehen, denn, wenn man sie entfernt, kann das die Kräfte unserer Partei schwächen, zumal unsere Partei nicht die einzige ist.

Eine Massenpartei aufbauen und den Kern der Parteizellen unermüdlich vorbereiten – das ist unsere konsequente organisatorische Linie. Der Kern, das sind die Parteimitglieder, die sich die Wahrheit des Kommunismus angeeignet haben und die bereit sind, unbeirrbar den revolutionären Weg zu beschreiten. Es ist schwer, sofort und in gleichem Maße eine Million Parteimitglieder mit kommunistischem Bewußtsein auszurüsten. Hier ist unbedingt folgende Richtung einzuschlagen: zunächst den Kern vorbereiten und dann allmählich den Bewußtseinsstand aller Parteimitglieder heben.

Unser Kurs besteht darin, über den Kern die Mitglieder der Partei zu erziehen. Aus diesem Grunde hat die Partei nach dem 4. Plenum die Vorbereitung des Kerns der Parteizellen besonders hervorgehoben. Der Kern der Parteizellen wächst heute auf fünf und morgen auf zehn Personen. So wäre es am besten, aus allen Parteimitgliedern den Kern zu bilden, trifft das aber nicht zu, dann dürfte es auch gut sein, nur 50 Prozent von ihnen als Kern zu haben.

Sehr große Bedeutung für die Entwicklung unserer Partei zu einer Massenpartei hatte die Vereinigung der Kommunistischen Partei und der Neuen Demokratischen Partei. Dank der Tatsache, daß wir uns an die richtige organisatorische Linie hielten und einen energischen Kampf für die Gewinnung der werktätigen Massen führten, ist unsere Partei heute zu einer Massenpartei herangewachsen, die eine Million Mitglieder in ihren Reihen vereinigt. Diese Erfolge sind uns keineswegs in den Schoß gefallen, sondern mußten in einem außer­ordentlich schweren und beharrlichen Kampf erreicht werden.

Wir kämpfen und fordern die Rede- und die Pressefreiheit, die Versammlungs- und Organisationsfreiheit sowie andere demokratische Rechte und Freiheiten in Südkorea als Voraussetzung für die friedliche Vereinigung des Vaterlandes. Wir wollen die Bedingungen zu unserer freien Betätigung im südlichen Teil des Landes im Austausch dafür erkämpfen, daß den südkoreanischen Parteien die Freiheit gegeben wird, ihre politische Tätigkeit im nördlichen Teil aufzunehmen.

Wenn auf diese Weise die Situation für einen freien politischen Kampf im Süden und im Norden geschaffen ist, wird der Sieg dieses Kampfes danach entschieden, wer die größeren Massen gewinnt. Und deshalb ist es am wichtigsten, unsere Partei zu stärken und die Parteiverbundenheit ihrer Mitglieder zu festigen.

Zum Zwecke der Stählung der Parteiverbundenheit der Partei­mitglieder muß erreicht werden, daß sie alle weiterhin die Dokumente des 4. und des 5. Plenums des ZK der Partei gründlich studieren.

Mehr Kräfte müssen unsere Genossen für die organisatorische und propagandistische Arbeit der Partei einsetzen; sie dürfen sich nicht nur voll und ganz in die Wirtschaftskampagnen stürzen. Es ist erforderlich, die Parteizellen in der gebührenden Weise zu festigen und über ihren Kern die Parteimitglieder zu erziehen. Besonders ist die Partei­verbundenheit derjenigen Parteimitglieder zu stählen, die leitende Posten innehaben: der Minister, ihrer Stellvertreter und der Verwaltungsleiter. Im Rahmen der gesamten Partei müssen ernste Erziehungsmaßnahmen ergriffen werden, um die Parteiverbundenheit zu festigen.

Die Zusammensetzung unserer Partei ist sehr kompliziert. In die Partei sind Menschen eingetreten, die früher zur Hwayo-Gruppe und ML-Gruppe gehörten, Menschen, die nach der Befreiung Mitglied der Partei des werktätigen Volkes wären, und alle möglichen anderen. Viele von ihnen standen in der Vergangenheit unter dem Einfluß von Fraktionsmachern. Solche Leute gibt es auch unter den verantwort­lichen Funktionären zentraler Dienststellen sowie unter den Mitgliedern des ZK der Partei.

Man kann nicht sagen, daß sie alle nichts taugen. Sie alle können nützlich sein, wenn man sie erzieht. Diese Erziehung läßt sich jedoch nicht in kurzer Zeit, nicht in Form einer Kampagne erreichen. Man muß diese Menschen geduldig und lange erziehen und kritisieren.

Es ist notwendig, entschieden dafür zu kämpfen, daß alle Partei­mitglieder fest mit den Ideen unserer Partei ausgerüstet und alle Überbleibsel der bürgerlichen Ideologie, die noch im Bewußtsein von Parteimitgliedern und Werktätigen vorhanden sind, ausgemerzt werden. Die Parteiverbundenheit der Parteimitglieder muß man so lange grund­legend stählen, bis ihre Mängel und ihre ideologischen Schwächen völlig überwunden sind.

Allzu spät setzte auch die Kritik an Pak Chang Ok und an Ki Sok Bok ein. Es wäre mit ihnen nicht so weit gekommen, wenn man sie wenigstens auf dem 5. Plenum des ZK der Partei kritisiert hätte. Daher ist es besonders wichtig, die Ideologie all derjenigen der leitenden Funktionäre umzuformen, die unter dem Einfluß von Ho Ka I und Pak Il U standen, und so zu erreichen, daß sie vom ideologischen System der Partei durchdrungen sind. Diese Arbeit müssen die Abteilung Organisation und Anleitung sowie die Abteilung Propaganda und Agitation beim ZK der Partei durchführen.

Die Hauptsache bei der Erziehung der Parteimitglieder besteht darin, ihnen und besonders den Kadern eine richtige Einstellung zu den Massen anzuerziehen. Infolge des Fehlens solch einer Einstellung zu den Massen gibt es nach wie vor Bürokratismus. Das ist ein großer Mangel in unserer Parteiarbeit.

Um unser edles Ziel – das Vaterland zu vereinigen, den Sozialismus und den Kommunismus aufzubauen – zu erreichen, ist es notwendig, die Massen zu gewinnen. Wir müssen klar verstehen, welchen großen Schaden der Bürokratismus der Sache der Revolution zufügt.

Auf die Stimme der Massen zu hören und ihre Interessen zu verteidigen, das ist etwas grundlegend anderes, als die Arbeit auf der Grundlage einer verbreiteten falschen öffentlichen Meinung durchzuführen. Das hat nichts mit einer revolutionären Einstellung zu den Massen gemein. Die Massen, von denen wir sprechen, das sind werktätige Massen, auf die wir uns stützen, das sind die Arbeiter, die Bauern und unsere Verbündeten, die uns unterstützen und uns folgen. Unbedingt müssen wir auf ihre Stimme hören und ihre Interessen verteidigen. Alle – mögen es nun Partei- oder Verwaltungsfunktionäre oder Mitarbeiter der gesellschaftlichen Organisationen sein – müssen konsequent den Standpunkt haben, für die Interessen der Revolution und der Massen zu arbeiten.

Wie konnten sich die antijapanischen Partisanen so lange behaupten? Warum waren die Japaner, die mächtige bewaffnete Streitkräfte hatten, nicht imstande, uns zu vernichten? Deshalb, weil die Partisanen eine richtige Einstellung zu den Massen hatten und ihre Unterstützung genossen. Wenn wir verwundet in ein Dorf kamen, pflegten uns die Bauern wie ihre leiblichen Kinder, besorgten uns Reis, den sie selbst nicht zum Essen hatten, und kochten ihn. Sogar Bauern, die in den von den Japanern geschaffenen Gettos lebten, reichten uns Nahrung über die Erdwälle.

Wir haben stets die Interessen der Massen verteidigt und für sie gekämpft, ohne unser Leben zu schonen, und deshalb unterstützten und schützten uns die Massen. Alle Mitglieder der Partei müssen es unbedingt lernen, wie sich die Partisanen zu den Massen verhielten.

Unter dem japanischen Imperialismus wurde alles mit Gewalt durchgeführt: Es gab die Zwangsrekrutierung zur Armee, die zwangsweise Arbeitsdienstpflicht, und Zwang waren auch die Ablieferungen. Wir sind entschieden gegen all das.

Eine Partei, die von den Massen losgelöst ist, ist wie ein Fisch ohne Wasser. Mit wem sollte eine Partei ohne Massen die Revolution durchführen? Nicht nur, daß solch eine Partei in der Revolution nicht zu siegen vermag, auch ihre Existenz wird letzten Endes gefährdet sein.

Wenn die Partei ein Programm aufstellt und die Macht erobert, macht sie das alles zur Verteidigung der Interessen der Massen. Widerspricht es also etwa nicht den Zielen der Partei und der Revolution, wenn die Interessen der Massen beeinträchtigt werden?

Unsere Gesetze und Beschlüsse sind unbestreitbar gut. Das alles wird jedoch zu Wasser, wenn im Zuge ihrer Verwirklichung sich die Funktionäre Übergriffe gegen die Interessen der Massen erlauben. Sie müssen, Genossen, das beherzigen und die Erziehungsarbeit unter den Parteimitgliedern noch mehr verstärken, damit sie mit dem Büro­kratismus Schluß machen und eine richtige Einstellung zu den Massen herstellen. Wenn etwa 50 Prozent aller Parteimitglieder eine richtige Einstellung zu den Massen haben, wird dies einen großen Wandel in unserer Partei bedeuten.

Gegenwärtig beziehen viele Parteimitglieder keine richtige Ein­stellung zu den Massen. Besonders offensichtlich ist dies bei den Kadern. Ob die Parteimitglieder eine richtige Einstellung zu den Massen haben, hängt gleichfalls von ihrer Parteiverbundenheit ab. Deshalb ist es auch unter diesem Gesichtspunkt besonders wichtig, die Parteiverbundenheit zu stählen.

Ferner ist es wichtig, die Parteimitglieder mit dem Glauben an die Perspektiven der Revolution sowie mit Optimismus zu erfüllen. Wir werden die Schwierigkeiten, die unweigerlich im revolutionären Kampf entstehen, nicht überwinden können, wenn wir nicht fest an den endgültigen Sieg unserer großen Sache glauben und nicht vom Geist durchdrungen sind, die Perspektiven der Revolution in einer beliebigen Situation optimistisch zu sehen.

Um die Mitglieder unserer Partei zu unbeugsamen Kämpfern zu machen, die stets optimistisch auf die Perspektiven der Revolution blicken, ist es, notwendig, die Erziehung im Geiste des Marxismus­Leninismus zu verstärken. Ohne klares Verständnis für die Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung und für die Unausbleiblichkeit des Sieges des Sozialismus und Kommunismus kann es weder Zuversicht in den Sieg noch einen hohen Geist und den Kampfwillen geben, sich keinerlei Schwierigkeiten zu beugen.

Wir führen ein Beispiel für Schwankungen und Entartungen in den revolutionären Reihen an, zu denen es infolge Unkenntnis der gesellschaftlichen Entwicklungsgesetze sowie fehlender klarer Einsicht in den Entwicklungsgang der Ereignisse in einer komplizierten Lage gekommen ist.

Am Vorabend der Niederlage des japanischen Imperialismus fanden sich in den Partisanenabteilungen Leute, die den Glauben an den Sieg verloren hatten und desertierten. Das stand auch mit gewissen formalistischen Fehlern in Verbindung, die es zu dieser Zeit in unserer Propaganda gab. Damals hatte die Propaganda über die Sowjetunion besonders große Bedeutung, und wir vertraten daher folgendes: „Zwischen der Sowjetunion und den imperialistischen Staaten bestehen grundlegende Widersprüche, und deshalb wird in der Folgezeit zwischen ihnen unausweichlich ein großer Konflikt entstehen. Und dann besiegen wir den japanischen Imperialismus und machen unser Land unabhängig.“ Hier begingen wir einen Fehler. Es war richtig, die Widersprüche zwischen dem sozialistischen Land und den imperia­listischen Ländern zu propagieren, aber wir verstanden es nicht, dabei das wahre Wesen der Entwicklung in der seinerzeitigen Situation zu erläutern. Und folglich traten in den Reihen der Partisanen, als im Jahre 1941 zwischen der Sowjetunion und Japan ein Neutralitätsvertrag sowie zwischen der Sowjetunion und Hitlerdeutschland ein Nichtangriffspakt abgeschlossen wurden, schwankende Elemente ohne Hoffnung auf die Zukunft auf. Diese verließen die Reihen der Partisanen und liefen davon, wobei sie sagten, daß sie nun zehn Jahre bei den Partisanen gelebt hätten und es unbekannt sei, wie lange sie noch so ein Dasein ertragen müßten, zehn oder zwanzig Jahre. Darauf­hin erläuterten wir den Partisanen im erforderlichen Maße die revolu­tionäre Situation, die Wahrheit über die Revolution; und seitdem desertierte kein einziger mehr.

Es besteht kein Zweifel, daß uns früher oder später das große revolutionäre Ereignis bevorsteht. Es kann, wie ich bereits gesagt habe, friedlich, kann aber vielleicht auch nicht friedlich sein. Ganz gleich, in welcher Form sich dieses Ereignis vollzieht, wir müssen stets bereit sein, ihm entgegenzutreten.

Um dieses große revolutionäre Ereignis herbeizuführen, ist es notwendig, die Parteiverbundenheit der Parteimitglieder zu stählen, bei ihnen eine richtige Einstellung zu den Massen durchzusetzen, sie im Glauben an den Sieg und mit Optimismus hinsichtlich der Perspektiven der Revolution zu erziehen.

Ferner ist es wichtig, jedwede parteifeindlichen Tendenzen richtig zu bekämpfen. Wenn wir keine Erfahrungen aus dem Kampf gegen „Minsaengdan“, den wir in der Vergangenheit in Jiandao führen mußten, gehabt hätten, wären wir nicht imstande gewesen, nach der Befreiung in Korea den Kampf gegen die konterrevolutionären Elemente, besonders unter den Bedingungen des Krieges, richtig zu führen.

Die Japaner hatten eine konterrevolutionäre Spionageorganisation unter dem Namen „Minsaengdan“ geschaffen und schickten deren Mitglieder in das revolutionäre Gebiet von Jiandao. Auf diese Weise griffen sie zu einem heimtückischen Verfahren, um Zwietracht zwischen Koreanern und Chinesen zu säen sowie Koreaner gegen Koreaner kämpfen zu lassen. Die auf diesen Leim des Feindes gegangenen Leute richteten einst im revolutionären Lager gegenseitig ein Blutbad an, das viele unnütze Opfer forderte.

Diese Erfahrungen waren uns in vieler Hinsicht eine Hilfe, die Sache der Bande um Pak Hon Yong zu behandeln. Wir stellten entschieden das Prinzip auf, die Spione streng von denjenigen zu unterscheiden, die keine waren. Das haben wir im Politkomitee wiederholt hervorgehoben. Wenn wir einen falschen Schritt getan hätten, wären wir auf die heimtückischen Machenschaften der Yankees hereingefallen und hätten viele Menschen zugrunde gerichtet.

Der Kampf muß selbstverständlich hart geführt werden. Sonst kann ein Teil der Spione entkommen. Er muß aber auf jeden Fall als ideologischer Kampf geführt werden.

Es kann nicht sein, daß alle, die unter dem Einfluß Pak Hon Yongs standen, zu seiner Gruppe gehörten oder Spione waren. Im Bewußtsein dieser Leute bleibt jedoch immer noch der ideologische Einfluß Pak

Hon Yongs lebendig. Das ist es, was bekämpft werden muß.

Notwendig ist es, den Mitgliedern der Partei konsequent die Erfahrungen aus dem Kampf gegen die Bande um Pak Hon Yong und aus dem Kampf gegen die Spionage so zu erläutern, daß sie es verstehen, die Spionage entschieden zu bekämpfen und die Spione als solche richtig zu erkennen. Wenn wir anders vorgehen und alle verdächtigen, wird es letzten Endes so kommen, daß wir an unserem eigenen Schatten zweifeln.

Um unsere Reihen von innen her zu zersetzen, sind die Feinde stets bemüht, zwischen den Menschen gegenseitiges Mißtrauen und Zwietracht zu säen. Genossen, Sie müssen in der Lage sein, solche Intrigen und Verleumdungen der konterrevolutionären Elemente mit scharfem Blick zu erkennen und sie zu bekämpfen. Die Parteimitglieder müssen so erzogen werden, daß sie Spione und schwankende Elemente, Anhänger der Vetternwirtschaft und des Lokalpatriotismus sowie fraktionsmacherische Elemente voneinander unterscheiden können.

Dieser Kampf kann nur dann richtig geführt werden, wenn die Parteikader und alle Mitglieder der Partei ein hohes Niveau haben. Diese schwierigen Aufgaben lassen sich nicht im erforderlichen Maße erfüllen, wenn man die Parteimitglieder nicht gut im Geiste des Marxismus-Leninismus erzieht. Damit die Parteimitglieder die Konter­revolution geschickt bekämpfen, ist es unerläßlich, die marxistisch­leninistische Erziehung unter ihnen zu verstärken und sie gleichzeitig umfassend mit den Erfahrungen aus dem Kampf gegen die Konterrevolution bekannt zu machen.

Ferner ist erforderlich, die Propaganda und Agitation unter den Massen zu aktivieren. Der Hauptinhalt der Propaganda- und Agitationsarbeit muß auf die Erziehung der Volksmassen anhand der sozialistischen Ideen gerichtet sein. Dabei ist es am wichtigsten, den Arbeitern und Bauern, besonders aber den Arbeitern, einen klaren Begriff davon zu vermitteln, daß sie die Herren der Macht sind. Wenn sie ein hohes Bewußtsein haben, werden die Arbeiter ihre Betriebe, Maschinen und Ausrüstungen lieben, werden sie eifrig arbeiten, die Disziplin gut einhalten und wirksam gegen die Konterrevolution kämpfen, werden sie alles so machen, wie es sich für einen Hausherrn gehört.

Ebenso ist es auch mit den Bauern. Die Bauern werden ihr Land besser pflügen, werden sorgsam mit den Produktionsinstrumenten umgehen und die Naturalsteuer ordnungsgemäß abliefern, wenn sie verstehen, daß die Arbeiterklasse nicht nur ihr Verbündeter, sondern auch ihr Führer ist, daß sie selbst gleichfalls Herren der Macht sind.

Wer weiß, daß er der Hausherr ist, der legt auch Aktivität an den Tag. Als wir in der Vergangenheit die revolutionäre Tätigkeit geleistet haben – wer hätte sich wohl damit befaßt, wenn man uns gezwungen hätte, dies für Geld zu tun? Wir haben gekämpft und dabei Schlaf und Hunger vergessen, denn wir hatten erkannt, daß uns nur die Revolution die Möglichkeit geben wird, unser Schicksal selbst zu gestalten und das Vaterland zu retten. So werden auch die Arbeiter aus voller Kraft und mit Enthusiasmus arbeiten, wenn sie klar erkennen, daß ihre Arbeit dem eigenen Wohl und dem Aufblühen der Gesellschaft dient.

Damit alle Werktätigen solch ein Bewußtsein haben, ist eine unermüdliche Erziehungsarbeit notwendig, die lange Zeit braucht. Wir müssen die Massen geduldig erziehen und sie noch fester um unsere Partei scharen.

Zum Schluß möchte ich noch einige Bemerkungen an die Adresse unserer Zeitungen richten. Bisher erfüllten unsere Zeitungen ihre Aufgaben nicht so, wie es erforderlich ist.

Die zentrale Aufgabe des Organs unserer Partei, der Zeitung „Rodong Sinmun“, besteht darin, die Mitglieder der Partei dadurch zu erziehen, daß sie den Kurs und die Politik der Partei sowie ihre Kampfaufgaben ständig erläutert; die Hauptaufgabe der Zeitung „Minju Joson“ ist es, den Massen die Gesetze und die Leitsätze der Volksmacht, die Politik des Staates zu erläutern, um sie so zur Verwirklichung der Politik des Staates zu mobilisieren. Die Organe des Gewerkschaftsverbandes, des Demokratischen Jugendverbandes und der anderen Organisationen müssen im Einklang mit ihrem Charakter und mit ihren Aufgaben redaktionelle Arbeit gestalten.

Ihr großer Mangel besteht darin, daß es ihnen an einem eigenen Gesicht fehlt. Das erklärt sich vielleicht daraus, daß viele Zeitungen die Informationen auf der Grundlage des Materials bringen, das sie von der Zentralen Nachrichtenagentur erhalten, und manche Zeitungen nicht genügend Seiten haben.

Und hierin kommen in erheblichem Maße der Formalismus und der Dogmatismus zum Ausdruck. Ich halte es für notwendig, in dieser Beziehung eine gründliche Überprüfung vorzunehmen.

Ich bin auf einige Fragen eingegangen, die sich in der ideologischen Arbeit unserer Partei ergeben. Ich hoffe, daß Sie das berücksichtigen und alle Ihre Kräfte einsetzen, um mit den bisherigen Mängeln Schluß zu machen und die ideologische Arbeit unserer Partei auf eine höhere Stufe zu heben.