1. Juli 1955 // Reden
Kim Il Sung // Über die Verstärkung der Bildung und Erziehung und der Forschung an den Hochschulen

Über die Verstärkung der Bildung und Erziehung und der Forschung an den Hochschulen

1. Juli 1955

Gespräch mit dem Lehrpersonal und Studenten der Kim-Il-Sung-Universität


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Ich möchte heute die Zusammenkunft mit Ihnen nutzen und auf einige Fragen eingehen, die sich für die verstärkte Bildung und Erziehung sowie die Forschung an den Hochschulen ergeben.

Bisher haben die Universität und andere Hochschulbildungsorgane nicht wenige Techniker und Spezialisten herangebildet und in verschiedene Zweige der Volkswirtschaft geschickt. Wir dürfen uns jedoch keinesfalls damit zufriedengeben.

Vor uns stehen heute die schwierigen Aufgaben, die US-imperia- listischen Aggressionstruppen aus Südkorea zu verjagen, das Vaterland zu vereinigen, die durch den Krieg verheerend zerstörte Volks­wirtschaft wiederaufzubauen und die Grundlagen des Sozialismus zu schaffen. Für die erfolgreiche Erfüllung dieser Aufgaben brauchen wir eine große Anzahl von ausgezeichneten nationalen Kadern. Überall werden jetzt Kader verlangt. Verfügen wir über zahlreiche befähigte nationale Kader, können wir jede Arbeit mit unserer eigenen Kraft bewerkstelligen.

Bei der Lösung der Frage der nationalen Kader sind die Position und Rolle der Universität außerordentlich wichtig. Sie ist die Bildungsstätte von höchster Autorität in der Wissenschaft und die zuverlässige Basis für die Entwicklung von nationalen Kadern in unserem Lande. Die Universität ist verpflichtet, noch mehr hervorragende nationale Kader, die fest mit den Ideen unserer Partei ausgerüstet sind und sich in der modern Wissenschaft und Technik auskennen, heranzubilden und so aktiv zur erfolgreichen Verwirklichung der vor uns stehenden revolu­tionären Aufgaben beizutragen.

1. Über die Intensivierung der Bildung und Erziehung

Die Bildung und Erziehung an den Hochschulen sind entsprechend den Erfordernissen der sich entwickelnden realen Verhältnisse zu verbessern und zu verstärken, um die Studenten zu hervorragenden nationalen Kadern auszubilden, die mit den Ideen unserer Partei zuverlässig ausgerüstet sind und sich die moderne Wissenschaft und Technik angeeignet haben.

Bei der Intensivierung der Bildungsarbeit ist es wichtig, die theoretische und die praktische Ausbildung eng miteinander zu verknüpfen. Nur dann ist es möglich, die Studenten zu nützlichen revolutionären Persönlichkeiten zu entwickeln, die Theorie und Praxis in sich vereinen. Menschen, die nur die Theorie kennen, aber es nicht verstehen, sie in die Tat umzusetzen, nützen uns überhaupt nicht, wieviel sie auch immer sein mögen. Die Hochschulen dürfen keinesfalls aus ihren Studenten „Amputierte“ machen, die sich nur in der Theorie auskennen, aber außerstande sind, sie in der Praxis anzuwenden.

Ein wichtiges Kettenglied, die theoretische und die praktische Bildung miteinander eng zu verbinden, sind das Experiment und das Praktikum. Sie sind wichtige Unterrichtsformen, um die in den Vorlesungen erworbenen Kenntnisse zu festigen und die Fähigkeiten zu entwickeln, diese meisterhaft anzuwenden.

Manche Lehrer jedoch legen nur auf Vorlesungen Wert und lassen Experimente und Praktiken außer acht. Würde man in der Bildungsarbeit das Experiment und das Praktikum für eine zweitrangige Angelegenheit halten und diese nicht so vornehmen, wie es sein sollte, wäre es nicht möglich, den Studenten lebendige, auf die Praxis anwendbare Kenntnisse zu vermitteln. Die Hochschulen müssen die Tendenz, Experimente und Praktiken zu vernachlässigen, konsequent ausmerzen und diese dem Studienplan entsprechend exakt vornehmen. Große Aufmerksamkeit ist besonders darauf zu richten, die Experimente und Praktiken in den naturwissenschaftlichen Fächern zu verbessern.

Die Experimente und Praktiken in den naturwissenschaftlichen Disziplinen müssen darauf orientiert sein, die allgemeinen Prinzipien in den betreffenden Wissenschaftsbereichen und die Fertigkeiten zur Lösung der bei der Entwicklung der Volkswirtschaft unseres Landes anfallenden aktuellen Fragen zu vermitteln.

Bei den Praktiken der Studenten der Fakultät Physik und Mathematik muß man das Schwergewicht darauf legen, sie tiefgründige Kenntnisse über physikalische Erscheinungen der Natur zu lehren und ihnen praktische Fähigkeiten anzuerziehen, damit sie das erworbene Wissen für die Entwicklung der Wissenschaft und Technik unseres Landes und für die Erschließung und Nutzung der Ressourcen anwenden können. Heute wohnte ich einem Analyseversuch über seltene Metalle bei, den die Studenten der Fakultät Physik und Mathematik mit einem Spektroskop durchführten. Es ist empfehlens­wert, solche Experimente öfter vorzunehmen. Wenn man sie gewissenhaft ausführt, kann dies für die Erschließung und Nutzung der seltenen Metalle, an denen unser Land reich ist, eine große Hilfe sein.

Es ist notwendig, auch viele Experimente und Praktiken in Bezug auf die Elektrizität durchzuführen. Beispielsweise in der Radartechnik soll man, anstatt nur deren Funktionsprinzipien zu lehren, dafür sorgen, daß sie von den Studenten persönlich bedient wird. Während des Krieges hat unsere Volksarmee im Kampf gegen die feindlichen Flugzeuge viele Radargeräte eingesetzt. Sowohl den Erfahrungen aus dem Vaterländischen Befreiungskrieg als auch den aus dem Nachkriegsaufbau nach ist es außerordentlich wichtig, sich Fertigkeiten für die Nutzung elektrischen Stroms anzueignen.

Bei den Experimenten und Praktiken der Studenten der Fakultät für Chemie kommt es darauf an, ihnen die chemischen Eigenschaften der Stoffe im Prinzipiellen tiefgründig verständlich zu machen und gleichzeitig auch zu befähigen, unter Nutzung der reichen Rohstoffe unseres Landes neue chemische Erzeugnisse zu produzieren. Ferner erreicht werden, daß sie die Prinzipien der Produktionstechnologien unserer chemischen Betriebe genau kennen.

Die Studenten der Fakultät für Biologie haben bei ihren Experi­menten und Praktiken in der Hauptsache die biologischen Besonder­heiten Tiere und Pflanzen unseres Landes zu erforschen und zu analysieren. In unserem Lande gibt es Insam (Ginseng)und andere Heilkräuter wie auch weitere nützliche Pflanzen, die als Viehfutter geeignet sind. Wenn Heilkräuter und Pflanzen, die als Viehfutter verwendet werden können, untersucht, erforscht und diese nutzt, ist es möglich, sowohl die Gesundheit der Bevölkerung wesentlich zu fördern als auch die Fleischfrage 1ösen zu helfen.

Zu erhöhen ist das Niveau des Praktikums der Studenten Fakultät Geographie. Ich habe mir die geologische Karte Korea angesehen, die sie während ihres Praktikums angefertigt haben, doch Gebiet am Oberlauf des Tuman ist ungenau dargestellt. Die Ufergebiete dieses Flusses bergen unerschöpfliche Vorkommen an Kohle. Um auch diese Gebiete künftig in großem Umfang erschließen zu können, muß man sie gründlich erkunden, untersuchen und davon eine genaue geologische Karte anfertigen.

Um Erfolge bei den Experimenten und Praktiken zu erzielen, man sie gut vorbereiten. Da Experimente wissenschaftliche Exaktheit verlangen, ist es ohne präzise Vorbereitungen nicht möglich, Ergebnisse zu erreichen.

Bei den Vorbereitungen für Experimente und Praktiken ist es vor allem wichtig, daß sich die Lehrer selbst darauf einstellen. Sie verpflichtet, verschiedene Literatur gründlich zu studieren, auf Grundlage einen Entwurf zur Anleitung für das Experiment und Prakti­kum auszuarbeiten und ihn durch kollektive Beratungen fertigzu­stellen. Danach müssen sie, ehe sie den konkreten Plan für das Experiment und Praktikum aufstellen, zunächst selbst Experimente durchführen. Sie können nur dann mit Zuversicht die Experimente anleiten und hohe Anforderungen an die Studenten stellen, wenn sie vorher im Labor die Experimente erprobt haben. Fernerhin sollen die Lehrer die Studenten so erziehen, daß sie erst dann die Experimente vornehmen, nachdem sie die Versuchsanweisungen gründlich studiert haben und von den Lehrern geprüft worden sind, ob sie diese Anweisungen begriffen haben.

Um das Niveau der Experimente und Praktiken qualitativ zu ver­bessern, kommt es neben der diesbezüglichen lückenlosen Vor­bereitung darauf an, die Qualifizierung der Lehrer zu erhöhen. Eine der Hauptursachen, weshalb gegenwärtig dieses Niveau nicht mit den sich entwickelnden realen Bedingungen Schritt hält, ist eben in der unzureichenden Qualifizierung der Lehrer zu suchen. Sie sind ver­pflichtet, aktive Anstrengungen für ihre wissenschaftliche Weiterbildung zu unternehmen.

Es müssen den Hochschulen ausreichende Bedingungen für Experimente und Praktiken geschaffen werden.

Unterbleibt eine genügende Bereitstellung von Experimentier­geräten und -ausrüstungen, können die Studenten ihre Experimente und Praktiken in Umfang und Tiefe nicht gewissenhaft durchführen. Zu jener Zeit, als wir die Mittelschule besuchten, gab es hier keine Laborgeräte und -ausrüstungen, weshalb wir unter anderem auch keine Experimente über die Funktionsprinzipien einer Handpumpe anstellen konnten. Aus diesem Grund stellte sie der Lehrer auf dem Papier dar und unterrichtete die Schüler darin. Die japanischen Imperialisten hatten die Lehranstalten nicht einmal mit Laborgeräten ausgestattet und es in jeder Weise behindert, daß sich die Koreaner die Technik aneigneten.

Wir müssen für die Studenten genügend Experimentiergeräte und -ausrüstungen bereitstellen, damit sie sich unbeschwert mit Versuchen befassen können. Während des Krieges waren wir aus unvermeidlichen Gründen nicht in der Lage, die Hochschulen in erforderlichem Maße mit Laborgeräten und -ausrüstungen zu versehen, doch die heutigen Verhältnisse sind anders. Der Waffenstillstand ist zustande gekommen, und es wurden nicht wenige Fabriken und Institutionen wiederauf­gebaut. Deshalb können wir durchaus die von den Hochschulen benötigten Experimentiergeräte und -ausrüstungen produzieren, wenn wir dies entschlossen in Angriff nehmen. Die Glasgeräte, Flaschen für Chemikalien und ähnliches müssen in der Glasfabrik Nampho hergestellt werden. Spezialexperimentiergeräte und -ausrüstungen, die unser Land nicht produzieren kann, sind zur Verfügung zu stellen, selbst wenn wir sie importieren müssen.

Die Hochschulen sollen auch selbst, anstatt sich nur auf den Staat zu verlassen, Experimentiergeräte und -ausrüstungen für den Eigenbedarf herstellen. Selbstverständlich ist das nicht leicht. Man braucht das aber nicht für mysteriös zu halten. Die Universität hat gute Erfahrungen, da sie in der Zeit des Vaterländischen Befreiungskrieges solche mit eigenen Kräften angefertigt hat. Man muß anhand dieser Erfahrungen Experimentiergeräte und -ausrüstungen, die man selbst produzieren kann, bereitstellen.

Die Laborgeräte und -ausrüstungen sind sorgfältig aufzubewahren und zu pflegen. Andernfalls ist es nicht möglich, wie gut sie auch immer sein mögen, Wissenschaftlichkeit und Präzision der Experimente zu sichern, und ein nachlässiger Umgang mit diesen Mitteln wirkt sich negativ auch auf die Erziehung der Studenten aus. Erst wenn man sie in ihrer Studienzeit daran gewöhnt hat, mit Versuchsausrüstungen sorgfältig umzugehen, werden sie auch im Berufsleben das Staatsvermögen pfleglich behandeln. Die Hochschulen haben ihre Studenten so zu erziehen, daß sie die Experimentiergeräte und -ausrüstungen sorgfältig aufbewahren und pflegen.

Da es der Universität an eigenen Versuchsgeräten und Ausrüstungen mangelt, sollte veranlaßt werden, diese Dinge, worüber die Akademie der Wissenschaften verfügt, gemeinsam zu nutzen.

Es ist dafür zu sorgen, daß das Kabinett für Biologie und das für Geographie gut ausgestattet und sie für die Vorlesung und die Erziehung sowie für Forschungszwecke genutzt werden.

Vor dem Krieg habe ich das Kabinett für Biologie besucht. Gegenüber damals sind die Exemplare von Tieren und Pflanzen, so scheint mir, unübersichtlicher angeordnet, und auch deren Bestand ist geringer. In diesem Kabinett sind Exemplare aller Tiere und Pflanzen unseres Landes auszustellen. Es müssen statt nur einer alle Reissorten, die es in unserem Lande gibt, gezeigt werden. Das gleiche gilt auch für Mais. In unserem Land wird viel Mais angebaut, doch sein Ertrag ist nicht hoch genug. Eine wesentliche Ursache dafür ist darin zu suchen, daß kein ergiebiges Saatgut ausgebracht wird. Wenn man durch die Saatgutverbesserung neue Sorten, die mehr Erträge bringen, erzeugen will, muß man auch dieses Kabinett mit allen bei uns angebauten Maissorten versehen und sie erforschen. Im Kabinett für Biologie müssen ebenfalls Exemplare aller Fische und Vögel unseres Landes vorhanden sein. Kurz, die Universität hat in diesem Kabinett eine Ausstellung über die komplette Fauna und Flora unseres Landes zu zeigen.

In unserem Land gibt es nicht nur reiche Ressourcen an Tieren und Pflanzen, sondern auch an Bodenschätzen, und es hat auch eine sehr schöne Naturlandschaft. Deshalb nennt man es seit alters her ein goldbesticktes 3000 Ri langes Land. Wenn man die Bodenschätze erschließen und sie effektiv nutzen will, muß man wissen, wo es welche Vorkommen gibt. Die Universität soll das Kabinett für Geographie vollständig einrichten, dort Muster der einheimischen Mineralien ausstellen und die Studenten damit vertraut machen.

Die Universitätsbibliothek ist zweckdienlich einzurichten, damit sie vielfältig benutzt wird.

Sie hat die Bücher, die in der Kriegszeit in andere Orte ausgelagert wurden, schnell zu ordnen und auch die durch feindliche Bomben­angriffe in Mitleidenschaft gezogenen Bücher sorgfältig in Ordnung zu bringen und diese bereitzustellen. Sie muß auch einen Bestand haben an Parteiliteratur und anderen gesellschaftswissenschaftlichen Büchern, an naturwissenschaftlichen wie auch an den vor der Befreiung gedruckten Büchern, ganz zu schweigen von denen, die wir nach der Befreiung in unserem Lande herausgaben, und ebenso an wissenschaftlich­technischen Büchern anderer Länder. Die Universitätsbibliothek ist verpflichtet, möglichst viele Bücher zu erwerben und auszuleihen, damit es nicht vorkommt, daß Dozenten und Studenten aus Mangel an Nachschlagewerken in ihrer Lehrtätigkeit bzw. im Studium Erschwernisse haben.

Die Lesesäle sind ebenfalls zweckentsprechend auszugestalten. Die Lesepulte müssen mit Tischlampen und die Fußböden mit Teppichen versehen sein. So muß erreicht werden, daß die Lehrer und Studenten beim Studium in der Bibliothek keine Unbequemlichkeiten haben.

Künftig ist an der Universität eine moderne wissenschaftliche Bib­liothek einzurichten.

Des weiteren ist es bei der Verstärkung der Bildungsarbeit wichtig, die Erziehung der Studenten zu verbessern.

Andernfalls ist es nicht möglich, sie zu revolutionären Kadern heranzubilden, die der Revolution, dem Vaterland und dem Volk treu dienen. Deshalb müssen die Hochschulen stets große Aufmerksamkeit auf die Erziehung der Studenten richten.

Zunächst sind die Studenten zur leidenschaftlichen Liebe zu ihrem Volk zu erziehen. Unsere Studenten sind nicht Söhne und Töchter der Gutsbesitzer und Kapitalisten wie in den kapitalistischen Ländern, sondern Söhne und Töchter der Arbeiter, Bauern und anderer Werktätiger. Daher müssen unsere Studenten unbedingt Studenten des Volkes sein, die ihm dienen. Die Hochschulen haben ihre Studenten so zu erziehen, daß sie niemals vergessen, daß sie Söhne und Töchter der Arbeiter und Bauern sind, dem Volk dienen und mit ihm Leben und Tod, Freud und Leid teilen. Zugleich gilt es, die edle Charakter­eigenschaft, die Liebe zum Volk, die unter den Studenten stark zur Geltung kommt, breit zu verallgemeinern.

Man sagt, daß die Studenten der Universität gegenwärtig eine Kampagne für die Einsparung von täglich 30 Gramm Reis pro Kopf mit dem Ziel entfalten, es an die durch Naturkatastrophen geschädigten Bauern zu schicken. Das ist wirklich lobenswert und ein Ausdruck edler Gesinnung und Gefühle, die sich in der Liebe zum Volk und dessen Unterstützung äußern. Die Universität soll anhand dieser hervorragenden schönen Eigenschaften als Musterbeispiel ihre Studenten erziehen.

Die Studenten sind zur Arbeitsliebe zu erziehen. Die Arbeit ist in unserer Gesellschaft die heiligste und ehrenvollste Sache. Ausnahmslos alle materiellen Güter unserer Gesellschaft wurden durch die Arbeit geschaffen, und wir leisten alle Arbeiten, um ein weit auf die Zukunft gerichtetes Vorhaben des Landes zu erreichen. Die Universität soll ihre Studenten nicht nur lehren, sondern sie auch in die Arbeit einbeziehen. Die Arbeit formt den Willen, Hindernisse zu überwinden, den Geist der Kollektivität und ist auch für die Gesundheit nützlich. Die Studenten der Universität haben in jüngster Zeit am Bau der Straße vor dem

Stadion West-Pyongyang teilgenommen und gut gearbeitet. Der Universität kommt es zu, ihre Studenten planmäßig am Aufbau der Hauptstadt zu beteiligen und sie so zu erziehen, daß sie Eigenschaften entwickeln, die in der Arbeitsliebe zum Ausdruck kommen.

Die Studenten müssen zur Überwindung von Schwierigkeiten erzogen werden. Derjenige, der vor Hindernissen zurückschreckt und schwankt, kann niemals ein nationaler Kader sein. Wir brauchen Funktionäre, die vor keinerlei Schwierigkeiten zurückschrecken, sondern standhaft kämpfen. Vor uns stehen jetzt viele Komplikationen, wenn sie auch von vorübergehender Natur sind. Mit der Erfüllung des Dreijahrplans der Volkswirtschaft werden alle Bereiche den Vorkriegsstand überholen und wird sich auch das Lebensniveau des Volkes bedeutend erhöhen. Der Universität obliegt es, die Studenten gründlich mit den allgemeinen Bedingungen und dem künftigen Weg unseres Landes vertraut zu machen, damit sie die heutigen zeitweiligen Schwierigkeiten kühn meistern:

Die innere und äußere Situation, in der sich gegenwärtig unsere Partei befindet, und besonders die Schaffung der Grundlagen des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik verlangen von uns, unter den Parteimitgliedern und Werktätigen die klassenmäßige Erziehung weiter zu intensivieren. Davon ausgehend hat die Plenartagung des Zentralkomitees unserer Partei, die im April dieses Jahres stattfand, die Hauptrichtung und die konkreten Aufgaben der klassenmäßigen Erziehung in der Gegenwart dargelegt. Der Universität obliegt es, entsprechend der von dieser Plenartagung gewiesenen Richtung unter ihren Studenten die klassenmäßige Erziehung zu aktivieren.

Für die Universität kommt es darauf an, unter den Studenten eine revolutionäre Studienatmosphäre zu schaffen, damit sie alle eifrig lernen.

Die Studenten müssen im Studium ihre Hauptaufgabe sehen und beharrlich lernen. Vor der Befreiung war es unserem Volk nicht vergönnt, Wissen zu erwerben, auch wenn es dies noch so gern wollte, doch heute kann ausnahmslos jeder ungehindert lernen. Obwohl die Bedingungen des Landes nicht so besonders günstig sind, bilden wir Studenten aus, wobei wir ihnen sogar Stipendien gewähren. Die Studenten sind verpflichtet, in ihrer Studienzeit fleißig zu studieren, sich politisch-ideologisch und wissenschaftlich-technisch zuverlässig vorzubereiten, so daß sie in der Folgezeit für Partei und Volk mehr leisten können. Dazu müssen sie die Politik der Partei, die wissenschaftlichen Kenntnisse ihrer Fachdisziplinen und Fremd­sprachen intensiv studieren.

Wenn die Studenten mit einer gesunden Konstitution studieren wollen, haben sie regelmäßig Sport zu treiben. Die Universität muß die Sportanlagen besser ausgestalten, damit sich alle Studenten ständig mit Sport befassen können. Die Studenten der Universität haben auch im Sport den Studenten des ganzen Landes ein Beispiel zu geben. Sie sind so anzuleiten, daß sie ein gewissenhaftes Leben führen. Die Universität soll dafür sorgen, daß die Studenten stets bescheiden sind, ein ansprechendes Äußeres haben und sich anständig benehmen, wie es sich für Studenten des Volkes gehört.

Unter den Studenten der Universität gibt es nicht wenige demobi­lisierte Soldaten. Es freut uns wirklich, daß viele Genossen, die im Krieg an der Front tapfer gekämpft haben, an der Universität studieren. Die Erwartung unserer Partei in die demobilisierten Soldaten ist sehr groß. In der ersten Zeit nach ihrer Immatrikulierung können sie beim Studium auf mancherlei Schwierigkeiten stoßen. Das Studieren ist aber nichts Geheimnisvolles. Wenn die demobilisierten Soldaten in dem Geist, mit dem sie an der Front gegen die US-imperialistischen Aggressoren kämpften, an das Studium herangehen, können sie auch hierbei gute Leistungen vollbringen. Es hängt nur davon ab, wie sich die Betreffenden darum bemühen. Die Universität soll die Lehrer dazu anhalten, daß sie das Studium der demobilisierten Soldaten gewissenhaft anleiten.

Es entspricht dem Kurs unserer Partei auf die Ausbildung von nationalen Kadern, die demobilisierten Soldaten in die Hochschulen aufzunehmen und sie auszubilden. Künftig sollen die Hochschulen sie bevorzugt aufnehmen und heranbilden. Die Immatrikulation vieler demobilisierter Soldaten an den Hochschulen wird auch die Zusammen­setzung der Studenten verbessern.

2. Über die Verbesserung der Forschungsarbeit

Unsere Epoche ist das Zeitalter der Wissenschaft und Technik. Ohne deren Entwicklung ist es nicht möglich, die Naturreichtümer des Landes für die Entfaltung der Volkswirtschaft und die Steigerung des Wohlstandes des Volkes effektiv zu nutzen. Es erweist sich als eine besonders wichtige Frage in unserem Lande, das in der Vergangenheit infolge der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus zurück­geblieben war, die Wissenschaft und Technik zu entwickeln.

Heute haben wir Voraussetzungen und Möglichkeiten, die Wissen­schaft und Technik rapide voranzubringen. Wir haben hart und angestrengt gearbeitet, somit die für die Forschung auf wissenschaftlichem und technischem Gebiet nötigen Voraussetzungen in gewissem Maße geschaffen und auch viele Wissenschaftler herangebildet. Wenn man allein die Universität betrachtet, so sind mehr als die Hälfte ihrer Lehrer junge Menschen, die wir nach der Befreiung ausgebildet haben. Vereinigen die älteren und jüngeren Wissenschaftler ihre Kräfte, so werden sie durch die Forschung viele Fragen lösen können.

Die Universität ist verpflichtet, durch intensive Forschung wissenschaftlich-technische Probleme, die sich beim Wiederaufbau der zerstörten Wirtschaft und bei der Industrialisierung des Landes ergeben, zu lösen und neue Wissenschaftsbereiche kühn zu erschließen.

In der Physik kommt es auf die intensivere Erforschung der Ultraschallwellen an. Unser Land, das auf drei Seiten vom Meer umgeben ist, ist reich an Fischressourcen. Wir müssen viel Fisch fangen, um den Tisch der Bevölkerung reicher zu decken. Um einen umfangreichen Fischfang betreiben zu können, sind die Fischschwärme mit wissenschaftlichen Methoden aufzuspüren, wozu man Ultraschallwellen anwenden muß. Es ist ratsam, an der Universität dieses Problem zu erforschen.

In der Biologie ist die Kraft auf die Untersuchung des Futters für die Haustiere zu konzentrieren. Für die Lösung der Futterfrage ist es wichtig, Wildpflanzen umfassend zu nutzen. Das ermöglicht es uns, ohne großen Aufwand an Mitteln die Viehwirtschaft rasch zu entwickeln. Unser Land, in dem die Berge nahezu 80 Prozent des Territoriums einnehmen, ist reich an pflanzlichen Ressourcen. Leisten wir eine zufriedenstellende Forschungsarbeit, so können wir unter der in unserem Lande vorkommenden Vegetation viele gute Pflanzen ausfindig machen, die sich als Futter für Haustiere eignen. Von alters her haben unsere Vorfahren Haustiere mit Gräsern aufgezogen, die in den Bergen und Ebenen unseres Landes wachsen. In der Biologie kommt es darauf an, die wildwachsenden Pflanzen besser zu erforschen und auf diesem Wege die als Viehfutter nutzbaren zu untersuchen und zu erfassen sowie auch Methoden zu deren Züchtung zu entwickeln.

In der Biologie ist Forschungsarbeit nicht nur über Wildpflanzen, sondern auch über genießbare und Heilkräuter zu aktivieren sowie Bücher über Nutzpflanzen zu verfassen und sie weit zu verbreiten.

Die Probleme in Bezug auf die Entwicklung der Seidenraupenzucht gilt es ebenfalls zu erforschen. Deren Entwicklung ermöglicht es uns, der Bevölkerung Seidenstoffe zur Verfügung zu stellen und auch Devisen zu erwirtschaften. In irgendeinem Land wird gegenwärtig, wie mir erzählt wurde, die Seidenraupenzucht auf der Grundlage von Rizinusblättern betrieben. Der Universität obliegt es, sich auch diese Züchtungsmethoden zu erforschen.

Die Böden unseres Landes müssen ebenfalls zielbewußt untersucht und erforscht werden. In unserem Land gibt es nicht wenige saure Böden, die wir alle fruchtbar zu machen haben. In unserem Lande mit begrenzten landwirtschaftlichen Nutzflächen ist es wichtig, neben der Neulandgewinnung auch die derzeitig bebauten Böden zu meliorieren und deren Nutzungskoeffizienten zu erhöhen. Es ist die Aufgabe der Fakultät für Biologie der Universität, die Untersuchung und Analyse der Böden unseres Landes gut vorzunehmen und rationelle Methoden für die Melioration des Ackerlandes zu ermitteln.

Auf biologischem Gebiet gibt es außerdem noch etliche Probleme, darunter auch das für die Entwicklung der Fischzucht, die zu erforschen sind.

Auf dem Gebiet der Geographie ist die Erschließung und Nutzung des Marschlandes zu erforschen. Bei der Erweiterung der Anbauflächen in unserem Land nimmt die Erschließung des Marschlandes einen äußerst wichtigen Platz ein. An den Küsten des Westmeeres unseres Landes gibt es große Flächen von Marschland, das sich erschließen und als landwirtschaftliche Anbaufläche nutzen läßt. Man sagt, wenn das Meer zwischen der Halbinsel Cholsan und der Insel Sinmi des Bezirks Nord- Phyongan eingedämmt wird, können hier allein 10 000 Hektar Neuland gewonnen werden. Ein schlagartiger Zuwachs von 10 000 Hektar Neuland – das wäre großartig. Die geographische Fakultät hat Wege zu finden, die es ermöglichen, dem Meer leicht Marschland abzuringen. Nach Eindeichung des Marschlandes kann es erst dann als Ackerland genutzt werden, wenn man es entsalzt. Für die Entsalzung gibt es verschiedene Methoden. Sie kann chemisch, mit Wasserspülung oder über einige Jahre durch den Anbau von Schilf erfolgen. Man muß erforschen, welche Methode sich für die Entsalzung als rationell erweist.

Man muß auch untersuchen, wie die öden Hochebenen in den nördlichen Gebieten erschlossen werden können.

In den Naturwissenschaften kommt es darauf an, die Forschungs­arbeit zur Erschließung neuer Wissenschaftsbereiche mit Blick auf die Perspektive durchzuführen.

Es ist natürlich nicht leicht, in neue Wissenschaftsbereiche vorzustoßen. Dafür müssen wissenschaftliche Kräfte wie auch materielle Voraussetzungen vorhanden sein. Wir können aber nicht tatenlos warten, bis alle Bedingungen in ausreichendem Maße geschaffen sind. Als wir unmittelbar nach der Befreiung die Universität errichteten, waren doch auch nicht alle Voraussetzungen gegeben. Wenn sich die Wissenschaftler entschlossen dieser Sache annehmen, werden sie durchaus neue Bereiche der Wissenschaft erschließen können.

Bei der Erschließung neuer Wissenschaftszweige in der Gegenwart ist es wichtig, die Forschungen in der Atomphysik zu verstärken. Meines Erachtens ist es nun an der Zeit, auch in unserem Land mit der Erforschung der Atomkraft zu beginnen. Der Universität obliegt es, auf dem Gebiet der Kernphysik zu forschen und zugleich auch Wissen­schaftler für diesen Bereich planmäßig heranzubilden.

Die Universität soll sich auch mit der Forschung auf dem Gebiet der Elektronentheorie und Automatisierung befassen. Es gibt außer diesen auch allerhand andere Arbeiten, die bei der Erschließung neuer Wissenschaftsbereiche zu leisten sind. Da die Universität die Bildungs­stätte von höchster wissenschaftlicher Autorität in unserem Lande ist, muß sie bei der Erschließung neuer Wissenschaftszweige pflichtgemäß Schrittmacher sein.

Die Gesellschaftswissenschaften haben ihre Kraft darauf zu richten, das nationale Kulturerbe zu untersuchen. Während des Krieges war ich in der Gemeinde Paeksong und stellte den Lehrern der Universität die Aufgabe, Korea gut zu studieren. Offensichtlich sind immer noch keine nennenswerten Erfolge zu verzeichnen. Wir müssen das nationale Kulturerbe erschließen, das Reaktionäre über Bord werfen, das Fortschrittliche übernehmen und entsprechend der heutigen Wirklich­keit entwickeln. Die Universität ist verpflichtet, Lehrer, die für das Studium Koreas erforderlich sind, zusätzlich einzustellen und zu sichern, daß durch gewissenhafte organisatorische Arbeit Erfolge in der diesbezüglichen Untersuchung erzielt werden.

Abschließend möchte ich kurz über die Verbesserung der Ver­waltung und Versorgung der Universität sprechen.

Die Wartung des Universitätsgebäudes ist zu verbessern. Die Vorlesungsräume, Laboratorien und andere Einrichtungen der Univer­sität müssen kulturvoll eingerichtet und aufmerksam gepflegt werden. Sie äußerten den Wunsch, zusätzlich noch ein Universitätsgebäude zu errichten, und obwohl wir es tatsächlich dringend brauchen, müssen wir uns vorläufig mit dem jetzigen begnügen. Wird sich die Wirtschaftslage des Landes verbessern, so hat man künftig an den beiden Seiten des Hauptgebäudes große Lehrgebäude neu zu bauen, die modern einzurichten sind.

Neben der zweckentsprechenden Einrichtung der Universität ist auch das für die Bildung erforderliche Inventar in ausreichendem Maße bereitzustellen. Man darf aber nicht versuchen, alles auf einmal lösen zu wollen, sondern muß zunächst das sichern, was dringend für die Lehrtätigkeit erforderlich ist, wie Bänke, Stühle, Tafeln, Labortische und Regale für Exponate.

Es gab auch Meinungen, die Universität an einen anderen Ort zu verlegen; dafür besteht aber keine Notwendigkeit. Es ist besser, sie hier zu belassen. Künftig sind die Wohnhäuser in der Umgebung der Universität nach und nach abzureißen und dafür welche in einem anderen Stadtteil zu errichten, und diese Umgebung ist in ein vorbildliches Universitätsdorf zu verwandeln. In der Umgebung der Universität sollen viele Bäume angepflanzt und ordnungsgemäß gepflegt werden.

Die Internate sind schön einzurichten. Sie müssen mit dem notwendigen Inventar ausgestattet und mit allem anderen Notwendigen versehen sein, damit die Studenten ein hygienisch-kulturvolles Leben führen können.

Es muß für das Lehrpersonal und die Studenten ein schönes Urlauberheim gebaut und auch eine Krankenstation mit Einrichtungen für die stationäre Behandlung eröffnet werden.

Wie wir immer wieder hervorheben, ist die materielle Versorgung eine wichtige politische Arbeit. Wenn sie für das Lehrpersonal und Studenten gewährleistet wird, werden sie auch mit ganzer Seele und Energie in der Bildungsarbeit, der Forschung und im Studium ihrer Fachdisziplinen aufgehen.

Die Studenten sind besser mit abwechslungsreichen Gerichten zu versorgen. Dazu sind mehr Speiseöl, Fisch und genügend Gemüse zu liefern. Wenn die Universität ihre Nebenwirtschaft gut führt, wird sie den Studenten u. a. ausreichend Kohl, Rettiche, Gurken und Tomaten zur Verfügung stellen können.

Für die Studenten ist Schuluniform bereitzustellen. Es ist notwendig, für sie farbenfreudige, geschmackvolle Sommerkleidung anzufertigen und sie auch mit Arbeitskleidung zu versehen.

Unsere Partei und die Regierung der Republik schenken der Ausbildung der nationalen Kader stets große Aufmerksamkeit und sparen an nichts zu diesem Zweck. Sie werden den Hochschulen alles bevorzugt zur Verfügung stellen, wenn das für die Bildung und Erziehung erforderlich ist.

Die von unserer Partei und unserem Volk in die Universität gesetzten Erwartungen sind sehr groß. Ich hoffe, daß das Lehrpersonal und die Studenten der Universität, ohne diese Erwartungen zu enttäuschen, der Lehrtätigkeit, der Forschung bzw. dem Studium in den Fachdisziplinen vollauf nachgehen werden.