29. Juni 1955 // Reden
Kim Il Sung // Über einige Aufgaben zur Verbesserung des staatlichen und genossenschaftlichen Handels

Über einige Aufgaben zur Verbesserung des staatlichen und genossenschaftlichen Handels

29. Juni 1955

Schlußwort auf der Tagung des Präsidiums des Ministerkabinetts der DVRK


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Die Verbesserung des staatlichen und genossenschaftlichen Handels hat bei der Stabilisierung und Verbesserung der Lebenslage des Volkes außerordentlich große Bedeutung. Nur dessen Entwicklung ermöglicht es uns, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu erleichtern, deren Wohlstand ständig zu heben und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Stadt und Land enger zu gestalten.

Doch der Handel läßt gegenwärtig zu wünschen übrig.

Die Funktionäre des Ministeriums für Handel und der Zentralen Kommission der Konsumgenossenschaften haben vorgeschlagen, in diesem Jahr den Warenumsatz um zwei Mrd. Won zu senken und die Umlaufzeit der Waren um fünf bis sieben Tage zu verlängern. Das ist, einzig und allein auf die bisherige mangelhafte Arbeit dieses Bereiches zurückzuführen.

Bisher machten diese Funktionäre objektive Bedingungen für den unbefriedigenden Handel verantwortlich, leisteten keine gebührende organisatorische und Leitungsarbeit für die Überbietung des Warenumsatzplanes und haben auch nicht die Mitarbeiter im Handel sachkundig erzogen. Infolgedessen sind der staatliche und der genossenschaftliche Handel gegenwärtig im Vergleich zu anderen Zweigen der Volkswirtschaft sehr zurückgeblieben und halten mit den sich entwickelnden realen Bedingungen nicht Schritt.

Der Kundendienst und das Kulturniveau der Werktätigen der staatlichen wie auch der konsumgenossenschaftlichen Verkaufsstellen sind gegenwärtig unzulänglich. Es sieht bei den Privathändlern besser aus. Ihre Waren sind sauber und attraktiv. Die Verkäufer im staatlichen und konsumgenossenschaftlichen Handel bieten hingegen unansehnliche Waren auf gut Glück an. Unsere Verkäufer sind auch im Umgang mit den Kunden nicht höflich, und sie bemühen sich auch nicht aufrichtig um die Erfüllung der Kundenwünsche.

Im Handel gibt es auch noch andere Unzulänglichkeiten, z. B. die unrationelle Standortverteilung des Handelsnetzes.

Die Mängel im Handel sind so schnell wie möglich zu beheben, und er ist entsprechend den Erfordernissen der sich entwickelnden realen Bedingungen entschieden besser zu gestalten.

Bei der Verbesserung des Handels kommt es vor allem darauf an, die Erziehung seiner Mitarbeiter zu aktivieren, damit sie ihre Arbeit mit hohem Ehrgefühl und großer Verantwortung leisten.

Es gibt nicht wenig Werktätige, die die Bedeutung des Handels nicht begreifen und ihn unterschätzen. Manche Handelsmitarbeiter geringschätzen den Dienst dieses Zweigs und zeigen in ihrer Tätigkeit keine Aktivität und schöpferische Initiative. Das ist grundfalsch.

Diese Tendenz unter den Mitarbeitern des Handels hängt damit zusammen, daß sie den wesentlichen Unterschied zwischen unserem und dem kapitalistischen Handel nicht klar erkennen.

Unser Handel unterscheidet sich grundsätzlich vom kapitalistischen Handel, der die Werktätigen betrügt und ausbeutet. Unser Handel dient nicht als Mittel der Ausbeutung der Werktätigen, sondern ist darauf gerichtet, sie sachgemäß mit Waren zu versorgen. Der Handel ist in unserem Lande eine höchst ehrenvolle Arbeit, die dazu beiträgt, das materielle und kulturelle Lebensniveau der Werktätigen zu heben. Wenn die Mitarbeiter des Handels die Bedeutung ihrer Aufgaben richtig erkannt haben und sich in ihrer Arbeit von hohem Ehrgefühl leiten lassen, werden sie den Kundendienst für die Werktätigen verbessern und für der Erleichterungen Aktivität und schöpferische Initiative bekunden.

Wir müssen unter den Mitarbeitern des Handels die Erziehung intensivieren, damit sie es zutiefst als große Ehre empfinden, sich der heiligen Sache für das Wohl des Volkes zu widmen, sich in ihrer Arbeit von großer Verantwortung leiten lassen und für das Volk selbstlos arbeiten.

Im Handel gilt es, konsequent Ordnung und Disziplin herzustellen.

Man sagt, daß gegenwärtig in den staatlichen und den konsum­genossenschaftlichen Kaufhäusern nicht einmal elementare Ordnung herrscht, wonach der tägliche Umsatz exakt berechnet und eine entsprechende Statistik geführt werden soll. Diese disziplinlosen Erscheinungen sind energisch zu bekämpfen.

Allen leitenden Funktionären des Ministeriums für Handel, der Zentralen Kommission der Konsumgenossenschaften und anderer Bereiche des Handels obliegt es, in den Verkaufsstellen Disziplin und Ordnung herzustellen sowie die Anleitung und Kontrolle des Handels­netzes zu verstärken.

Für die Verbesserung des Handels ist eine rationelle Standort­verteilung der Handelsorgane vorzunehmen.

Im Handelswesen ist es unerläßlich, in den neuen Arbeitervierteln Warenhäuser und Restaurants einzurichten und in den Gebieten mit Kohlen- und Erzbergwerken das Handelsnetz weiter auszubauen. Ferner sind in starkem Maße ambulante Verkaufsstellen für Lebens­mittel, Industriewaren und für Erfrischungsgetränke zu schaffen und ebenso mehr Hotels, Friseursalons und andere Dienstleistungs­einrichtungen.

Die Lagerung und Pflege von Waren sind zu verbessern.

Wie gut die Qualität der Waren auch immer sein mag, sie werden beschädigt und verlieren ihren Wert, wenn sie nicht sachgemäß gelagert und behandelt werden.

Eine sorgfältige Lagerung und Verwaltung von Waren erfordern neben der Verstärkung der Verantwortlichkeit und der Rolle der Mitarbeiter des Handels auch die Schaffung von Lagermöglichkeiten. Da manche Kaufhäuser keine Warenlager und Kühlräume haben, werden die Waren unter freiem Himmel gelagert, so sind sie dem Regen ausgesetzt, und die Lebensmittel verderben. Die Mitarbeiter des Staatlichen Plankomitees und der örtlichen Volkskomitees ergreifen jedoch keine Maßnahmen, um dieses Problem zu lösen.

Die vom Ministerium für Handel und von der Zentralen Kommission der Konsumgenossenschaften geforderten Lagerhäuser und Kühldepots müssen gebaut werden. Die Schaffung dieser Einrichtungen für das Handelswesen muß man genau so ernstnehmen wie den Bau von Produktionseinrichtungen für die Industriezweige. Das Staatliche Plankomitee hat dafür zu sorgen, daß die vom Ministerium für Handel und der Zentralen Kommission der Konsum­genossenschaften geforderten Lagerhäuser und Kühldepots neben den Investbauten zusätzlich errichtet werden. Gleichfalls müssen sich die örtlichen Volkskomitees dafür einsetzen, diese Einrichtungen selbständig bereitzustellen, wenn das aus eigener Kraft realisierbar ist. Wenn es nicht möglich sein sollte, unverzüglich stabile Gebäude zu errichten, dann sind für die sorgfältige Aufbewahrung von Waren zunächst provisorische Gebäude zu schaffen.

Die Verpackung der Waren ist ebenfalls zu verbessern. Die Mitarbeiter des Ministeriums für Leichtindustrie und Ministerien anderer Produktionszweige schenken heute der Warenverpackung wenig Aufmerksamkeit. Das darf nicht sein. Die Sicherung der Qualität der Waren setzt vor allem deren sachgemäße Verpackung voraus. Dabei kommt es darauf an, die Verpackung kulturvoll und stabil zu gestalten, damit sie ansprechen und bei der Lagerung und dem Transport nicht beschädigt werden.

Die Versorgung mit Waren muß verbessert werden.

Für eine reibungslose Belieferung der Kaufhäuser mit Waren ist der Großhandel zu vervollkommnen. Somit sind sie entsprechend den Be­dürfnissen der Einwohner aller Gebiete, der Städte, der Arbeiter­siedlungen bis hin zu den Gebirgsgegenden gleichmäßig zu verteilen.

Im Interesse einer besseren Warenversorgung soll das Ministerium für Handel enge Beziehungen mit dem Ministerium für Leichtindustrie und den Ministerien anderer Produktionszweige unterhalten. Dem Ministerium für Handel obliegt es, die benötigte Menge von Waren, die dem Geschmack der Einwohner entsprechen, zu ermitteln und zu registrieren und das Ministerium für Leichtindustrie und Ministerien anderer Produktionszweige aufzufordern, diese Waren herzustellen. Die zuständigen Ministerien sind verpflichtet, die vom Ministerium für Handel angeforderten Erzeugnisse rechtzeitig und qualitätsgerecht bereitzustellen.

Die staatlichen und die konsumgenossenschaftlichen Handelsorgane haben Schritte zu unternehmen, um sich aus eigener Kraft mit Waren zu versorgen.

Zur Zeit herrscht unter der Bevölkerung sehr große Nachfrage nach Gemüse, Obst, Gewürzen und Fischereierzeugnissen. Die Mitarbeiter des Handels warten jedoch nur darauf, daß der Staat ihnen alles bereitstellt, und leiten keine Maßnahmen ein, um das selbständig zu lösen. Sie dürfen keinesfalls versuchen, den Bedarf der Einwohner nur mit den vom Staat gelieferten Waren zu decken. Wenn die Handelsorgane unter anderem landwirtschaftliche Erzeugnisse und Fischwaren aufkaufen und sie den Einwohnern zum Kauf anbieten, werden sie deren Bedarf an Lebensmitteln in nicht geringem Maße decken können. Sie sollen sich durch zielbewußten Aufkauf möglichst aus eigener Kraft Waren beschaffen.

Für die Verbesserung des Handels muß die Rolle der örtlichen Volkskomitees verstärkt werden. Die Anleitung des Handels ist eine der wichtigen Aufgaben, die diese Komitees fest in die Hände zu nehmen haben. Die Bezirks-, Stadt- und Kreisvolkskomitees müssen künftig die Warenzirkulation fest in ihre Hände nehmen und sie verantwortungsvoll anleiten.

Die Ausbildung von Kadern für das Handelswesen ist zu verbessern.

Zur Zeit fehlt es dem Handel an Kadern, und dieser Mangel wird mit dem Ausbau des Handelsnetzes noch größer sein. Deshalb muß die Ausbildung von entsprechenden Kadern rasch vorangebracht werden. Die Aufgabe des Ministeriums für Handel und der Zentralen Kommission der Konsumgenossenschaften ist es, die Kader mit Blick auf die Perspektive auszubilden und gegenwärtig durch Organisierung von Kurzlehrgängen den Mangel an Kadern schnell zu kompensieren.

Es muß eine Monatszeitschrift herausgegeben werden, um das politische und fachliche Niveau der Mitarbeiter des Handels zu heben.

Der Handel hat besonderen Wert auf die Verbesserung und

Verstärkung des konsumgenossenschaftlichen Handels zu legen.

Als ein wichtiger Bestandteil unseres Handels übernimmt er die Versorgung der Bauern mit Waren. Im Interesse der Hebung des Lebensniveaus der Bauern ist es deshalb von äußerst großer Bedeutung, diesen Handel zu verbessern.

Zu diesem Zweck muß das Handelsnetz bis auf ländliche Siedlungen ausgedehnt werden. Das Handelsnetz der Konsum­genossenschaften besteht gegenwärtig meistens in den Städten und Kreisstädten, aber weniger in den Dorfsiedlungen. Es ist konsequent das Prinzip durchzusetzen, nach dem die Warenversorgung für die Bezirksstädte, Städte, Kreisstädte und Arbeiterwohnviertel von den staatlichen und die für die ländlichen Gebiete von den konsum­genossenschaftlichen Handelsorganen zu übernehmen sind.

Nur wenn in den Konsumgenossenschaften zuverlässige Kader tätig sind, kann ihr Handel vervollkommnet werden. Die Kader der Konsum­genossenschaften sollen sich aus Kriegsinvaliden, Familienangehörigen der gefallenen Soldaten und Patrioten, aus Familienangehörigen der Volksarmee und anderen zuverlässigen Kräften zusammensetzen, selbst wenn ihre Qualifikation zu wünschen übrig läßt. Ferner gilt es, das jetzige Statut der Konsumgenossenschaften zu kontrollieren und zu überarbeiten, damit im Handelswesen Ordnung und Disziplin hergestellt werden. Auch das Organisationssystem der Konsum­genossenschaften muß, angefangen von den Gemeinden bis hin zu den Kreisen, Städten, Bezirken und der zentralen Stelle, harmonisch gestaltet werden.

Das zu überarbeitende Statut der Konsumgenossenschaften muß sichern, daß es in der Arbeit der Genossenschaften die Demokratie vollauf zur Geltung bringt und konsequent den Interessen ihrer Mitglieder dient. Insbesondere ist in diesem Statut festzulegen, daß die verantwortlichen Funktionäre der Genossenschaften verpflichtet sind, vor den Mitgliedern Rechenschaft über ihre eigene Arbeit ständig abzulegen. Nur dann werden die verantwortlichen Funktionäre der Genossenschaften unter der Kontrolle der Mitglieder stehen und sich nicht negativ verhalten, während die Mitglieder der Genossenschaften erkennen, wie die Arbeit der Genossenschaften vor sich geht, und für die Entwicklung dieser Arbeit Aktivität und schöpferische Initiative bekunden können.

Die Warenhäuser der Konsumgenossenschaften müssen den Aufkauf verbessern, damit die Bauern und die Fischer ihre Erzeugnisse rechtzeitig verkaufen und notwendige Industriewaren erwerben können. Verbessern diese Warenhäuser den Aufkauf, können sie den Produktionselan der Bauern und Fischer erhöhen, und der Handel kann große Mengen Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs beschaffen.

Die Aufgabe der Konsumgenossenschaften ist es, einen Vertrag mit den Bauern zu schließen und deren Erzeugnisse rechtzeitig aufzu­kaufen. Außerdem haben sie den Austausch von aufgekauften Erzeugnissen gut zu organisieren. Es ist erforderlich, die auf dem Lande erworbenen Erzeugnisse an die staatlichen Verkaufsstellen der Städte zu liefern und das Prinzip des sich gegenseitig ergänzenden Warenaustausches zwischen den Verkaufsstellen der Konsum­genossenschaften anzuwenden. Auf diesem Wege sind die ökono­mischen Verbindungen zwischen Stadt und Dorf, zwischen den Gebieten zu verstärken und ist der Bedarf der Einwohner an Waren zu decken.

Des weiteren möchte ich über den Ausbau der Investitionen in der Landwirtschaft sprechen.

Es erweist sich heute als eine äußerst wichtige Aufgabe, die Landwirtschaft rasch wiederherzustellen und zu entwickeln. Nur auf diese Weise ist es möglich, die Ernährungs- und Industrierohstoffrage zu lösen und die Volkswirtschaft insgesamt in hohem Tempo zu entwickeln.

Unsere Partei und die Regierung der Republik haben eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um gemäß der Hauptlinie für den wirt­schaftlichen Aufbau nach dem Krieg die Schwerindustrie und andere Industriezweige zu entwickeln und zugleich auch die Landwirtschaft voranzubringen.

Ein Grundsatz, an den man sich unbedingt bei der Aufstellung der Volkswirtschaftspläne halten muß, besteht darin, die Proportion zwischen Industrie und Landwirtschaft, den zwei großen Zweigen der

Volkswirtschaft, exakt zu wahren.

Das Staatliche Plankomitee jedoch hält sich bei der Ausarbeitung der Volkswirtschaftspläne nicht an diesen Grundsatz und setzt nicht konsequent die Hauptlinie unserer Partei für den wirtschaftlichen Aufbau durch. In den jüngsten Jahren wurden bei der Erarbeitung der Volkswirtschaftspläne wenig Investitionsmittel für die Landwirtschaft und die ihr dienenden Industriezweige vorgesehen. Infolgedessen ist die Landwirtschaft in der Nachkriegszeit gegenüber der Industrie, die rasch wiederaufgebaut und entwickelt wird, relativ zurückgeblieben. Das hat zur Folge, daß der wachsende Bedarf an Lebensmitteln und Industrie­rohstoffen nicht vollauf gedeckt wird.

Will man die Landwirtschaft schnell wieder in Gang bringen und entwickeln, so müssen die Investitionsmittel für diesen Zweig erweitert werden. Deshalb haben wir bereits auf der jüngsten Tagung des Ministerkabinetts beschlossen, in der zweiten Hälfte dieses Jahres in der Landwirtschaft zusätzlich Mittel in Höhe von mehr als einer Milliarde Won anzulegen. Da es schwer ist, den Gesamtumfang der Mittel für den Investbau zu erweitern, muß man die der Industrie und vielen anderen volkswirtschaftlichen Zweigen zugeteilten Mittel zum Teil kürzen, um der Landwirtschaft Mittel zuzuführen.

Ferner ist es notwendig, den diesjährigen Investbauplan noch einmal zu überprüfen und teilweise zu koordinieren, selbst wenn wir der Landwirtschaft keine finanziellen Mittel zusätzlich bereitstellen würden. Da dieser Plan gegenüber den tatsächlichen Bedingungen für die Versorgung zu umfangreiche Investitionen vorsieht, sehen wir keine Möglichkeiten, ihn zu erfüllen.

Im Laufe der Durchsetzung des diesjährigen Investbauplans für das erste Halbjahr dieses Jahres ergaben sich viele Fehler. Wichtige Baustoffe wie Zement, Ziegelsteine und Holz werden nicht wie geplant produziert und geliefert, und auch die Projektunterlagen wurden nicht rechtzeitig angefertigt, wodurch die Arbeit auf den Baustellen nicht normalisiert wird. Ferner wird auf den Baustellen viel Arbeitskraft vergeudet, weil ohne Berücksichtigung der Bedingungen für die Materialversorgung die im Plan vorgesehenen Arbeitskräfte unüberlegt eingesetzt wurden. Das ist angesichts der heutigen angespannten Arbeitskräfte- und Lebensmittellage eine äußerst ernste Erscheinung.

Man muß sagen, daß bei der Ausarbeitung mancher diesjährigen Produktions- und Investbaupläne die tatsächlichen Möglichkeiten nicht genügend berücksichtigt wurden. Der Produktions- und Investbauplan für das zweite Halbjahr sind entsprechend den Bedingungen zum Teil zu verändern. Nur dann kann man in Volkswirtschaftszweigen die Vergeudung von Arbeitskraft unterbinden und die Plandisziplin strikt durchsetzen.

Ich hatte den Mitarbeitern des Staatlichen Plankomitees den Hinweis gegeben, die Mittel für den diesjährigen Investbau in allen Volkswirtschaftszweigen mit Ausnahme der Landwirtschaft annähernd um 1,4 Mrd. Won zu reduzieren, und deshalb haben sie durch Beratungen mit den Funktionären der betreffenden Ministerien, Verwaltungen und Bezirksvolkskomitees einen Entwurf für einen koordinierten Plan zu Kostensenkung in Höhe von 1,465 Mrd. Won ausgearbeitet. Mir scheint, daß dies zu wenig ist, doch müssen wir dabei bleiben. So können wir diesjährigen Investbauplan erfüllen wie auch die Landwirtschaft auf einen höheren Stand bringen. Wenn wir diesen Plan koordinieren, werden nicht wenige Bauobjekte, wo bereits Arbeitskräfte eingesetzt sind, ihre Arbeit einstellen müssen, was dann die Ministerien, Verwaltungen und Bezirksvolkskomitees vor schwierige Probleme stellen wird. Der Investbauplan ist jedoch kühn zu koordinieren. Die Plankennziffern, die nicht die Materialversorgung gewährleisten, d. h. die nur auf dem Papier stehen, machen es uns unmöglich, die Verschwendung von Arbeitskraft zu verhindern, und führen nur dazu, daß man am Jahresende viele unvollendete Bauobjekte auf das nächste Jahr verschiebt.

Die bei der Koordinierung der Investbauobjekte freigesetzten Arbeitskräfte müssen sachgemäß eingesetzt werden, und diejenigen, dies während der Koordinierung des Investbauplans eingespart wurden, sind zielgerichtet für den Aufbau des Dorfes einzusetzen. Dem Arbeitsministerium und anderen zuständigen Ministerien, Verwaltungen und Bezirksvolkskomitees obliegt es, unter den Arbeitern und Technikern, die daraufhin auf das Land gehen, eine gewissenhafte politische Arbeit zu leisten und ihnen in vollem Maße die erforderlichen Voraussetzungen für ihre Arbeit und ihre Lebensbedingungen zu schaffen.

Abschließend möchte ich auf einige Aufgaben im Bildungswesen eingehen.

Man sagt, es gibt in diesem Jahr nicht wenige Schüler, die nach dem Abschluß der Grund- und Mittelschulen nicht in die höheren Schulen aufgenommen werden können. Für sie sind in den Grund- und Mittelschulen Fortbildungsklassen zu schaffen.

Für Jungen und Mädchen, die nach dem Abgang der Grundschulen in die Mittelschulen nicht aufgenommen werden können, sind einjährige Fortbildungsklassen einzurichten, in denen sie die Grund­fächer des ersten Lehrjahres der Mittelschulen lernen, und ebenso für die Mittelschulabgänger, die keine höhere Lehranstalt besuchen können, einjährige technische Fortbildungsklassen, in denen sie sich mit bestimmten technischen Kenntnissen und Fertigkeiten der Industrie bzw. Landwirtschaft vertraut machen können.

Die Unterrichtsfächer der technischen Fortbildungsklassen müssen entsprechend den Besonderheiten der betreffenden Gebiete gestaltet werden. In den agronomischen und agrartechnischen Fortbildungs­klassen sind Kenntnisse über Düngung und Pflege der Kulturen, über Böden, Pflanzenschutzmittel, Schäden durch Krankheiten und Schadinsekten sowie die Bedienung von Landmaschinen und über andere allgemeine agronomische und agrartechnische Fragen zu vermitteln. Auch in den industrietechnischen Fortbildungsklassen muß in allgemeinen industrietechnischen Fragen unterrichtet werden.

Das Ministerium für Bildungswesen ist verpflichtet, das Unterrichts­programm der Fortbildungsklassen entsprechend den Erfordernissen der Wirklichkeit auszuarbeiten und rechtzeitig Lehrbücher heraus­zugeben. Die Ministerien, Verwaltungen und Bezirksvolkskomitees haben Maßnahmen zu treffen, damit die Lernenden der technischen Fortbildungsklassen die Einrichtungen und Ausrüstungen der diesen Organen unterstehenden Betriebe sowie der Feldbau- und Viehzuchtbetriebe bei Versuchen und im Praktikum anwenden können.

Im Zusammenhang mit der Bildung von Fortbildungsklassen hat das Ministerium für Bildungswesen den betreffenden Schulen geeignete Lehrer zusätzlich zuzuweisen, und die zuständigen Ministerien, Verwaltungen und Bezirksvolkskomitees sollen von den Mitarbeitern diejenigen als Lehrer einsetzen, die Unterricht in technischen Diszip­linen geben können.

Man braucht nicht extra neue Gebäude für die Fortbildungsklassen zu bauen. Es genügt, wenn die allgemeinen Fortbildungsklassen in den Grundschulen und die technischen in den Mittelschulen eingerichtet werden.

Es müssen Schritte unternommen werden, um die allgemeinen naturwissenschaftlichen Kenntnisse der Kader und Werktätigen erhöhen.

Ohne Wissen können die Kader die sich entwickelnde sozialistische Wirtschaft nicht richtig verwalten und leiten, und die Werktätigen, wenn sie ihr technisches und Kulturniveau nicht erhöhen, außerstande, die Produktion der Betriebe gebührend zu sichern, die mit moderner Technik ausgerüstet werden.

Die absolute Mehrheit unserer Kader sind der Herkunft Arbeiter und Bauern, und deshalb konnten sie in der Vergangenheit nicht lernen. Deshalb ist es notwendig, Lehranstalten für Fern- und Abendstudium zur Weiterbildung der Kader zu eröffnen und hier die Kader lehren, damit sie über Kenntnisse eines Oberschulabgängers verfügen.

Damit die Werktätigen ohne Unterbrechung der Berufstätigkeit studieren können, müssen in den wichtigen Produktionsbetrieben Arbeiterjugendschulen und in den neu befreiten Gebieten Abend­mittelschulen eingerichtet werden. Auf diesem Wege ist das Allgemein­wissen der Werktätigen auf eine höhere Stufe zu heben.