23. Dezember 1954 // Reden
Kim Il Sung // Über die Verwandlung der Volksarmee in eine Kaderarmee und die Entwicklungsperspektive der Teilstreitkräfte und der Waffengattungen (Auszüge)

Über die Verwandlung der Volksarmee in eine Kaderarmee und die Entwicklungsperspektive der Teilstreitkräfte und der Waffengattungen (Auszüge)

23. Dezember 1954

Rede auf der Konferenz der Militärkader und Politarbeiter der Koreanischen Volksarmee


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Heute, da wir Bilanz über die Gefechts- und politische Ausbildung der Volksarmee während des vorangegangenen Jahres ziehen, befinden sich der Norden und Süden unseres Landes in einer diametral entgegen­gesetzten Lage. Ausgehend von der gegenwärtigen politischen Situation in unserem Vaterland müssen wir unsere Aufgabe bestimmen.

Wie allen bekannt, sind nach dem Abschluß des Waffenstillstands­abkommens fast anderthalb Jahre vergangen. Aber unser Land konnte noch nicht den vollständigen Frieden erreichen.

Der Waffenstillstand bedeutet buchstäblich die Einstellung des Krieges und nichts anderes als die Unterbrechung des direkten Kampfes mit dem Feind. Die große Aufgabe, die friedliche Vereinigung und die Unabhängigkeit des Vaterlandes, der sehnlichste Wunsch unseres Volkes, ist noch nicht in Erfüllung gegangen.

Die US-imperialistischen Aggressoren bleiben noch in Südkorea und hetzen ihre Helfershelfer, die Verräterclique um Syngman Rhee, dazu auf, in Korea weiterhin die Spannung zu schüren.

Vor unserer Partei und unserem Volk steht nach wie vor die revolutionäre Aufgabe, die US-imperialistischen Aggressoren aus dem südlichen Teil unseres Landes zu vertreiben, ihre Handlanger, die Syngman-Rhee-Verräterclique, zu zerschlagen und die Vereinigung und vollständige Unabhängigkeit des Vaterlandes zu erkämpfen.

Ohne die revolutionäre Sache, die Verwirklichung der Vereinigung und vollständigen Unabhängigkeit des Vaterlandes, erreicht zu haben, können wir nicht sagen, daß unsere Pflicht getan ist.

Gegenwärtig verstärken die bewaffneten US-imperialistischen Interventen weiter ihre koloniale Versklavungspolitik in Südkorea sowie ihre Vorbereitungen auf einen neuen Krieg und beschreiten gleichzeitig den Weg, die faschistische Diktatur der Syngman-Rhee- Clique, ihrer ergebenen Lakaien, zu festigen und zu verewigen.

Nach dem Waffenstillstand haben die US-Imperialisten mit dem Marionettenregime Syngman Rhees ein Militärbündnis geschlossen. Es wurde in jüngster Zeit vom USA-Kongreß und dem Marionettenparlament Syngman Rhees besiegelt.

Unlängst hat Syngman Rhee einen absolut zu seinen Gunsten ausgearbeiteten „Entwurf der Verfassungsänderung“ im Marionetten­parlament zur Debatte gestellt.

Obwohl nach der „Verfassung der Republik Korea“ die Amtsperiode des Präsidenten nicht 8 Jahre überschreiten darf, versucht Syngman Rhee verzweifelt, diese Verfassung zu verändern, um diesen Posten lebenslänglich beizubehalten. Er zwingt das Marionetten­parlament dazu, in der „Verfassung“ festzuschreiben, daß das ausländische Kapital in Südkorea ungehindert Betriebe bauen und Bergwerke leiten darf.

Die japanischen Imperialisten hatten in Korea mit ihrem Kapital Fabriken, Eisenbahnstrecken auf Kosten von Blut und Schweiß des koreanischen Volkes gebaut, wertvolle Naturreichtümer unseres Landes uneingeschränkt ausgeplündert, unser Vaterland in ihre Kolonie verwandelt und unser Volk bestialisch unterdrückt und ausgebeutet. Diesen Schmerz haben wir im Innersten selbst erfahren.

Die Einfuhr von ausländischem Kapital bedeutet heute letzten Endes, daß man keine wirtschaftliche Souveränität will und das Land verkauft und die südkoreanische Wirtschaft völlig der Herrschaft der US-Imperialisten unterordnet.

Aus diesem Grunde entbrennt sogar innerhalb der „Liberalen Partei“, der Partei Syngman Rhees, vom Marionettenparlament ganz zu schweigen, ein heftiger Streit um den „Entwurf der Verfassungsänderung“. Im Zusammenhang mit den Ergebnissen der Abstimmung über den „Entwurf der Verfassungsänderung“ behaupten einige Oppositionsgruppen im Marionettenparlament, daß man ihn abgelehnt habe, während die Anhänger von Syngman Rhee darauf bestehen, daß er angenommen worden sei. Deshalb ist es unmöglich, sich Klarheit zu verschaffen, ob dieser Entwurf abgelehnt oder durchgepeitscht worden ist.

Die Verräterclique um Syngman Rhee tritt offen gegen den Abzug der US-Truppen auf und verlangt ihre ewige Stationierung, denn ohne die Hilfe der Streitkräfte des US-Imperialismus, ihres Herrn, ist sie außerstande, ihre „Macht“ auch nur einen Tag aufrechtzuerhalten.

Die Verräterclique um Syngman Rhee verkauft das Staatsvermögen an Spekulanten. Willkürlich veräußert sie das „zurückgegebene Vermögen“, das die japanischen Imperialisten vor der Befreiung am 15. August durch die Ausbeutung des koreanischen Volkes angehäuft hatten, an ausländische Kapitalisten, Kompradoren und Spekulanten. Das besagt, daß der Haushalt Syngman Rhees auf ein Nichts zusammen­schrumpft.

Die Zerstörung der südkoreanischen Industrie und das Defizit im Handel wie auch die Erhöhung der Rüstungsausgaben treiben die wirtschaftliche und finanzielle Lage der „Regierung“ Syngman Rhees in ein nicht wiedergutzumachendes Chaos.

Die US-Imperialisten stellen Syngman Rhee nicht wenige Summen zur Verfügung und verstärken seine Marionettenarmee. Dadurch erweitert Syngman Rhee die jetzige Marionettenarmee von 20 auf 30 Divisionen.

Auf diese Weise hat Syngman Rhee im letzten Jahr Südkorea an die US-Imperialisten verschachert, und es wurde völlig in eine Kolonie der US-Imperialisten verwandelt.

Selbstverständlich war Südkorea früher faktisch auch eine Kolonie der USA, aber jetzt ist dies gesetzlich völlig verankert, denn nach dem Waffenstillstand schlossen die US-Imperialisten und Syngman Rhee ein Militärbündnis, ebenso ein „Abkommen“, das die Wirtschaft Südkoreas völlig der Herrschaft des US-Imperialismus unterordnet. Dement­sprechend wurde sogar die „Verfassung“ geändert. Auf diese Weise haben die US-Imperialisten alles vorbereitet, um sich jederzeit in die Südkoreafrage einmischen zu können.

Vor aller Welt geht heute Syngman Rhee gegen die Vereinigung des Vaterlandes vor. Das heißt, Leute seinesgleichen lehnen unsere Forderung, alle ausländischen Truppen aus Korea abzuziehen, und unseren Vorschlag, die „Koreafrage unter Koreanern auf friedlichem Wege zu lösen“, bedingungslos ab.

Hinter Syngman Rhee, der dagegen auftritt, stehen natürlich die Yankees. Als alter Handlanger der US-Imperialisten tanzt Syngman Rhee nach ihrer Pfeife und wendet sich völlig ungerechtfertigt dagegen.

Womit hatten die Yankees auf der Genfer Konferenz unseren Vor­schlag, daß die Koreaner nach dem Abzug der ausländischen Truppen auf der Grundlage von Wahlen selbst eine einheitliche Regierung Koreas bilden sollen, beantwortet? Dulles sagte unverhohlen: „Wir haben in Korea Hunderttausende Opfer auf uns genommen, und wie könnten wir Korea umsonst aufgeben? Wir ziehen aus Korea nicht ab.“

Wir wollen die Koreafrage unter den Koreanern selbst regeln, aber die Yankees und Syngman Rhee beharren darauf, diese Frage nur unter Aufsicht der UNO zu lösen. Das ist ein aggressives und landes­verräterisches Vorgehen.

Um unser Vaterland zu verteidigen, führten wir drei Jahre lang einen erbitterten Krieg gegen die „UNO-Truppen“. Die UNO war im Koreakrieg unser Feind, und wie sollte es möglich sein, unter ihrer Aufsicht diese Frage zu lösen? Die UNO hat bereits ihre unparteiische Position preisgegeben und wird seit langem von den USA als Wortführer benutzt. Deshalb können wir mit der UNO nicht verhandeln.

Überhaupt fürchtet Syngman Rhee, daß sich die Koreaner an einen Tisch setzen. Wenn er kein Verbrechen an unserem Volk begangen hätte, warum sollte er dann dagegen sein und dies fürchten? Er verschacherte das Land, und ebendeshalb mag er keine Zusammenkunft.

Wie Sie alle wissen, hat unlängst unsere Oberste Volksversammlung einen Aufruf zur friedlichen Vereinigung des Vaterlandes ergehen lassen.

Unsere Oberste Volksversammlung unterbreitete dem Marionetten­parlament noch einmal den Vorschlag, sich mit uns an einen Tisch zu setzen und über die Vereinigung des Vaterlandes zu diskutieren. Soweit haben wir nachgegeben. Wir wollen jedenfalls einmal mit ihnen zusammenkommen, unter anderem auch mit den Vertretern der „Liberalen Partei“ von Syngman Rhee. Wir bestehen darauf, weil wir glauben, es könnte doch unter ihnen Elemente mit Gewissen geben, die sich nach einer Zusammenkunft mit uns auf unsere Seite stellen, obwohl sie als Marionetten gelten. Denn wir verwirklichen eine richtige und vernünftige Sache für die Nation und das Vaterland.

Syngman Rhee ist ein Dieb, ein Verbrecher und ein Landesverräter, deshalb lehnt er ein Zusammentreffen ab.

So haben wir denn einen Appell an sie gerichtet, wenn sie schon nicht dazu bereit sind, wenigstens den Briefverkehr zwischen Nord- und Südkorea zu eröffnen. Sicherlich haben Sie die Erklärung des Ministers für Post- und Fernmeldewesen gelesen, daß wir auch mit anderen Ländern einen Briefverkehr haben; weshalb aber sollte dies nicht innerhalb eines Landes und einer Nation möglich sein? Einer Information zufolge haben Mitarbeiter im Postwesen Südkoreas diese Tatsache dem Chef ihres Postministeriums übermittelt. Es gibt jedoch keinerlei Antwort auf unseren Vorschlag.

Die Betreffenden fürchten sich davor, daß die südkoreanische Bevölkerung unter unseren Einfluß geraten könnte, wenn entsprechend unserer Forderung ein Briefwechsel zustande käme, und darum lehnen sie den Vorschlag ab.

Unsere Lebenslage ist noch schwierig, aber bedeutend besser als in Südkorea.

An der Gemeinsamen Konferenz der Vertreter der Parteien und gesellschaftlichen Organisationen Nord- und Südkoreas, die im April 1948 in Pyongyang stattfand, nahmen auch Vertreter aller Parteien aus Südkorea außer der Syngman Rhees teil. Leute wie Kim Ku und Kim Kyu Sik, die sich früher den Kommunisten gegenüber feindlich verhielten, kamen zur Konferenz und sagten, daß unser Werk richtig sei. An jenen Tagen sahen sie beide mit eigenen Augen, daß der nördliche Landesteil aufblüht und sich entwickelt. Sie stellten zu ihrem Erstaunen fest, daß alle unsere Vorhaben dem Interesse des Vaterlandes und Volkes sowie der Vereinigung und Unabhängigkeit unseres Landes dienen.

Alles, was wir geleistet haben, ist wirklich eine Sache im Interesse des Vaterlandes und des Volkes. Unerledigtes gibt es noch, aber unter den vollbrachten Arbeiten nichts, was nicht dem Vaterland und dem Volk gewidmet wäre.

Wenn heute Südkoreaner Nordkorea besuchen, werden sie deutlich erkennen, wie lichtvoll unsere Zukunft ist. Ebendeshalb zaudern wir nicht, mit jedwedem Kreis von Menschen aus dem südlichen Teil zusammenzutreffen.

Im Appell der Obersten Volksversammlung wurde darauf hin­gewiesen, daß wir solch eine Zusammenkunft begrüßen werden, ganz egal, wo sie stattfindet, in Pyongyang oder in Seoul. Darin heißt es, daß wir bereit sind, Sportlergruppen wie auch Künstlergruppen aus Südkorea zu empfangen und unsere dorthin zu schicken, wenn dies gewünscht wird.

Unsere Bürger werden in Südkorea nichts finden können, was für sie lohnenswert wäre. Wenn jedoch die Südkoreaner zu uns nach Nordkorea kämen, würden sie sich von der Richtigkeit unserer Sache überzeugen. So sind also die Verhältnisse. Ebendeshalb lehnt Syngman Rhee jeden Vorschlag von uns über die friedliche Vereinigung des Vaterlandes ab. Das geschieht schließlich aus seiner Absicht, wenigstens Südkorea den Yankees völlig preiszugeben. Offen verschachert Syngman Rhee Südkorea, und die Yankees reden unverhohlen davon, daß Südkorea ihnen gehöre. Die US-Imperialisten wollen einfach nicht ihre Stiefel vom südlichen Teil unseres Landes nehmen.

Wir befinden uns also in einer sehr ernsthaften Lage. Daraus ergibt sich, daß unsere Kampfaufgabe zur Befreiung des südlichen Landesteils lange dauern wird und wir bei deren Erfüllung nichts übereilen dürfen. Wir müssen unbedingt beherzigen, daß uns ein langwährender Kampf bevorsteht.

Dabei können wir auf viele Schwierigkeiten stoßen, auf die wir aber gefaßt sein und unermüdlich, hartnäckig ringen müssen.

Unsere Lage ist kritisch, und unser Kampf zieht sich in die Länge, deswegen haben wir für den Sieg unseres revolutionären Kampfes größte Aktivität und Opferbereitschaft an den Tag zu legen.

Unsere Partei wird auf alle Fälle die große Sache, die Vereinigung des Vaterlandes, den sehnlichen Wunsch des ganzen Volkes und der ganzen Nation, verwirklichen.

Können wir überhaupt die Vereinigung des Vaterlandes erringen? Natürlich können wir sie herbeiführen.

Wie Sie alle wissen, hatten einst die japanischen Imperialisten Korea, die Mandschurei, Shanghai, Nanjing einverleibt und im Pazifik­Krieg die Philippinen erobert. Unbeugsam kämpften auch in diesen Zeiten die koreanischen Revolutionäre, erfüllt von dem festen Glauben, daß Korea seine Unabhängigkeit erreichen kann.

Viele Leute gingen damals in ihrer Meinung so weit, daß sie die Teilnehmer der Unabhängigkeitsbewegung für wahnsinnig hielten; tatsächlich sind viele von ihnen abtrünnig geworden. Ri Kwang Su z. B. verkündete die Theorie „Die Koreaner und die Japaner haben gleiche Vorfahren“ und katzbuckelte vor dem japanischen Imperialismus. Viele landesverräterische Schriftsteller schrieben, daß die Jugendlichen unseres Landes dem japanischen Mobilmachungsbefehl folgen müßten, und predigten den Jugendlichen, dem japanischen Imperialismus die Treue zu halten.

In jener Zeit, als die japanischen Imperialisten die Philippinen okku­pierten und den Aggressionskrieg ausdehnten, wurden viele Menschen wankelmütig. Die Kommunisten, die Partisanen und die anderen koreanischen Revolutionäre kämpften jedoch in der festen Überzeugung, daß der Imperialismus infolge der Gegensätze zwischen der Sowjetunion und den imperialistischen Staaten sowie der Widersprüche zwischen den imperialistischen Staaten untereinander, die bestrebt sind, Rohstoff­quellen und Kolonien an sich zu reißen, geschwächt und zugrunde gehen wird und daß unsere Nation die Unabhängigkeit erreichen kann.

Das Entwicklungsgesetz der Gesellschaft lehrt, daß der Untergang des Imperialismus unvermeidlich ist und unser Kampf die gesell­schaftliche Entwicklung immer mehr beschleunigt.

Der japanische Imperialismus, der sich arrogant aufspielte, konnte seine Macht nicht lange behaupten und erlitt eine vernichtende Niederlage. Hitler wollte mit den japanischen Imperialisten am Ural zusammentreffen und die Sowjetunion aufteilen. Die Sowjetunion blieb unbesiegt, aber zerschmettert wurde kraft ihrer Macht der Hitler- faschismus. Italien erlitt auch eine Niederlage. Frankreich und England, die sich einst zu den fünf bzw. sechs Großmächten zählten, stehen auf wackligen Füßen, seitdem sie von Hitler Schläge bekamen.

Wer hat schließlich den Sieg davongetragen? Ja, die Sowjetunion. Warum konnte sie den Sieg erringen? Das konnte sie, weil der Sozialismus als neue Kraft ununterbrochen wächst und erstarkt, während der Imperialismus, der sich überlebt hat, seinem Untergang entgegengeht.

Nach diesem Entwicklungsgesetz der Geschichte ist im Ersten Weltkrieg das zaristische Rußland zusammengebrochen, es entstand der Sowjetstaat; als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges gingen Japan, Hitlerdeutschland und Italien zugrunde, entwickelten sich die volks­demokratischen Staaten in Ost- und in Südosteuropa und siegte die Revolution in China.

Nun bleiben die USA, aber deren Untergang ist nach dem gesell­schaftlichen Entwicklungsgesetz auch unausweichlich.

Lenin wies seinerzeit darauf hin, daß der Imperialismus das höchste Stadium des Kapitalismus ist, daß sich der Kapitalismus bereits vom progressiven Kapitalismus in den parasitären, verfaulenden Kapitalis­mus verwandelte und daß der Imperialismus der sterbende Kapitalis­mus ist.

Der US-Imperialismus ist heute im Niedergang begriffen. Die US- Imperialisten werden mit der Zeit gewiß zugrunde gehen. Das kann durch Auseinandersetzungen zwischen dem sozialistischen und dem imperialistischen Lager wie auch durch die Zuspitzung der eigenen Widersprüche des Imperialismus eintreten.

Wir müssen uns darüber im klaren sein, daß die Imperialisten auch gegeneinander Krieg führen können.

In der Gegenwart ist Japan eine Kolonie der USA, und fast alle Japaner, mit Ausnahme der Reaktionäre, sind damit unzufrieden.

Mit jedem Tag sich verschärfende Widersprüche gibt es auch zwischen den USA und Frankreich, zwischen den USA und Großbritannien, zwischen den USA und Westdeutschland. Wir müssen die immer stärker aufbrechenden Widersprüche innerhalb des imperialistischen Lagers ständig verfolgen und sie auszunutzen verstehen.

Wenn sich die Widersprüche zwischen den USA und Japan weiter vertiefen und zu einem Zusammenstoß führen und uns eine Gelegenheit geboten wird, das Vaterland zu vereinigen, da die USA keine Zeit mehr haben werden, Syngman Rhee bzw. Südkorea zu helfen – könnten wir dann etwa tatenlos dasitzen, anstatt uns zum Kampf für die Vereinigung zu erheben? Mit anderen Worten: Wenn zwischen den imperialistischen Staaten ein Krieg ausbricht und die US-Imperialisten nicht mehr imstande sind, sich in unsere Koreafrage einzumischen, warum sollten wir dann nicht das Vaterland vereinigen?

Weiter. Warum sollten wir nicht das Vaterland vereinigen, wenn sich die Widersprüche innerhalb der USA selbst verschärfen und die Bevölkerung gegen die herrschenden Kreise kämpft, so daß der US- Imperialismus kaum noch Zeit hat, sein Augenmerk auf Korea zu richten?

Außerdem könnte irgendein anderer großer Krieg ausbrechen. Im Falle eines Krieges zwischen dem imperialistischen und dem sozialistischen Lager würden die US-Imperialisten kaum Zeit haben, sich in die Koreafrage einzumischen – warum sollten wir dann nicht die Vereinigung des Vaterlandes herbeiführen?

In derartigen Fällen wären die Yankees gezwungen, in Korea ihre Sachen zu packen. Wir müssen Vorbereitungen treffen, um uns auf solch ein großes Ereignis einzustellen.

Außerdem könnte es andere Gelegenheiten geben. Der südliche Teil unseres Vaterlandes ist von den Yankees okkupiert, aber wenn sich die ganze Bevölkerung im südlichen Teil zum Kampf gegen die Amerikaner und die Syngman-Rhee-Clique und für die Vereinigung erhebt und so die Bedingungen für die Vereinigung herangereift wären, sollten wir dann etwa mit verschränkten Armen abwarten? In diesem Moment müßte die Bevölkerung in unserem nördlichen Teil die südkoreanische Bevölkerung aktiv unterstützen und zusammen mit ihr in vereinter Kraft das Vaterland vereinigen.

Wir brauchen keine Angst zu haben, daß künftig irgendein Krieg entbrennt. Wir fürchten keinen Krieg, weil wir bereits einen großen Krieg durchgemacht haben.

Unsere Aufgabe ist es, uns auf ein großes Ereignis, das künftig im nationalen wie auch im internationalen Maßstab eintreten kann, vorzubereiten. Wir haben alle Hindernisse zu überwinden und unsere revolutionäre Aufgabe für die Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes zu erfüllen.

Wir müssen uns im klaren sein, in welcher Lage sich die Bevölkerung im südlichen Teil unter dem Joch der US-Imperialisten und der Syngman-Rhee-Clique befindet.

Gegenwärtig wird überall im nördlichen Teil aufgebaut, und es mangelt an Arbeitskräften, aber im südlichen Teil gibt es mehr als 1,3 Millionen Arbeitslose und drei bis vier Millionen Menschen, die sozusagen von Katastrophen betroffen bzw. verarmt sind. Syngman Rhee ist nicht in der Lage, das Arbeitslosenproblem zu lösen, weil er die Fabriken nicht in Betrieb setzen kann.

Mit Zwang treibt er die südkoreanischen Jugendlichen in die Armee, aber mit jedem Tag wächst die Zahl derjenigen, die sich dieser Rekrutierung widersetzen und entziehen. Nach Berichten der süd­koreanischen Zeitungen zählte man in vier Monaten seit Januar dieses Jahres über 48 000 Wehrdienstverweigerer.

Jedes Jahr kommt es in Südkorea häufig zu verheerenden Bränden, wodurch Chaos entsteht und viele Menschen ihre Wohnungen verlieren. Allein in jüngster Zeit brach in Pusan ein Großbrand aus, bei dem mehr als 20 000 Wohnungen vernichtet wurden.

Wie gesagt, es gibt in Südkorea Massenarbeitslosigkeit, viele von Katastrophen betroffene Bürger und Wehrdienstverweigerer sowie Obdachlose. Aber Syngman Rhee bleibt kein Weg für die Verbesserung der Lage der Bevölkerung.

Seit der Verkündung des jüngsten Aufrufs der Obersten Volks­versammlung wird er überall in Südkorea verbreitet. Die Massen unterstützen diesen Aufruf. Um den Aufruf der Obersten Volks­versammlung sind sogar die Studenten und Schüler miteinander in Streit geraten, wobei sie in zwei Lager gespalten sind.

Auch die Leute, die aus Nordkorea unter Zwang nach Südkorea verschleppt wurden, haben klar erkannt, wie volksfeindlich und landes­verräterisch die Politik Syngman Rhees ist, denn sie hatten in Nord­korea keine Arbeitslosigkeit gekannt, sich gut kleiden und ernähren können.

In Südkorea erheben sich immer mehr Massen gegen den US- Imperialismus und Syngman Rhee. Auf keinen Fall wird Syngman Rhee dieser Situation Herr werden.

Bei uns in Nordkorea sind die wichtigen Industriebetriebe ver­staatlicht, die Fabriken und andere Betriebe Eigentum des Staates und des Volkes, und der Staat finanziert seine Verwaltung aus dem Ein­kommen der staatlichen Betriebe. Mit welchen Mitteln erhält jedoch Syngman Rhee seine faschistische Herrschaft aufrecht? Er hat keine Betriebe und ist nur auf Steuern angewiesen. Es ist deshalb ganz logisch, daß in Südkorea die Steuerzusätze steigen und demnach die Bürde für die Bevölkerung noch schwerer wird. Syngman Rhee ist in die Sackgasse geraten, so daß er sogar die übrigen Betriebe, einstiges „Feindvermögen“, verkaufen mußte, um finanzielle Schwierigkeiten zu überwinden. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die Yankees, seine Herren, zu stützen, um seine aufgeblähte Armee aufrechtzu­erhalten. Es gibt für ihn keinen anderen Weg.

In Südkorea sind fast alle Fabriken und Bergwerke bankrott, so daß man nur auf die Landwirtschaft angewiesen ist. Die Leute im Mannesalter auf dem Dorf werden jedoch fast alle in die Marionetten­armee gepreßt, und das führt zum Verfall des Dorfes. Die südkoreanische Wirtschaft befindet sich auf dem Weg des Ruins.

Infolgedessen verschlechtert sich mit jedem Tag die Lebenslage der südkoreanischen Bevölkerung, und demnach wächst ihre Stimmung gegen die „Macht“ Syngman Rhees.

Selbst im Marionettenparlament nehmen allmählich die Wider­sprüche zu und verschärfen sich der Hader und der Kampf um die Machtausübung.

In dem von Syngman Rhee mit Zwang durchgepeitschten „Entwurf der Verfassungsänderung“ ist das Prinzip, Präsident auf Lebenszeit zu sein, festgeschrieben. Das unterscheidet sich in nichts von einer feudalmonarchischen Ordnung. Könnte es etwa unter den heutigen Jugendlichen solche geben, die eine Monarchie bejahen? Keiner wird die Einfuhr des ausländischen Kapitals begrüßen, so naiv er auch immer sein mag. Könnte es ferner jemand geben, der daran Gefallen findet, daß das den Japanern genommene „Feindvermögen“ sämtlich verkauft wird? Deshalb stieß die landesverräterische Politik Syngman Rhees, die das Land zugrunde richtet, selbst im Marionettenparlament auf Einwände.

Wir müssen begreifen, daß die Yankees zum Abzug gezwungen sein werden, wie wütend sie sich auch wehren mögen, wenn die süd­koreanische Bevölkerung uns folgt und sich gegen die Yankees und Syngman Rhee erhebt.

Während des ersten Gegenangriffs hatte uns Pak Hon Yong falsch informiert. Er sagte heuchlerisch, daß in Südkorea 200 000 Parteimitglieder illegal tätig seien. Hätten nur 1000 Parteimitglieder, von den 200 000 ganz zu schweigen, in Pusan einen Streik organisiert, dann hätten die Yankees nicht Fuß fassen können. Es wäre eine ganz andere Lage entstanden, wenn das ganze Volk Südkoreas den Kampf gegen die US-Aggressoren bei ihrer Landung und Angriffsoperation entfaltet hätte. Wäre im südlichen Teil zu jener Zeit eine zuverlässige Massenbasis und eine starke revolutionäre Kraft vorhanden gewesen, dann hätten uns auch die Yankees nicht überfallen können.

Aus diesem Grunde müssen wir vor allem die südkoreanische Bevölkerung zusammenschließen und das ganze koreanische Volk um unsere Partei und Regierung scharen.

Dazu ist es notwendig, den politischen und ökonomischen Kampf energisch zu führen.

Auf den politischen Kampf wurde auch im jüngsten Aufruf der Obersten Volksversammlung hingewiesen. Syngman Rhee ist nicht geneigt, unseren Vorschlag anzunehmen. Aber die Bevölkerung im südlichen Landesteil wird richtig beurteilen, welche Seite Recht hat und wer schlecht ist.

Ebendeshalb ist unser Vorschlag für die friedliche Vereinigung unbedingt am Platze. Er ist richtig und verheißt: „Wir Koreaner wollen uns an einen Tisch setzen und über die Vereinigung des Vaterlandes beraten. Die ausländischen Truppen müssen abziehen. Wir treten für Neuwahlen ein“ usw.

Obwohl unsere Macht aus Volkswahlen hervorging und sich als würdig erweist, sind wir im Interesse der Vereinigung des Vaterlandes bereit, uns erneut bei Wahlen zu stellen. Wir vertreten immerhin die gerechte Sache, deshalb haben wir nichts zu befürchten.

Syngman Rhee jedoch hat Angst vor Vereinigung des Vaterlandes, denn er wird am Tag der Vereinigung des Vaterlandes vor dem Gericht des Volkes stehen müssen.

Mit allen Mitteln gilt es Kontakte zum südlichen Landesteil herzustellen, das heißt, nicht mit Syngman Rhee, sondern mit dem Volk. Wir müssen mit dem Volk zusammenkommen, ihm unsere Auffassungen propagieren und es beeinflussen. Das Näherkommen ist eine Form des politischen Kampfes, durch den wir die südkoreanische Bevölkerung zusammenschließen müssen.

Deshalb kommt es darauf an, der revolutionären Partei in Südkorea zu einer aktiveren Tätigkeit zu verhelfen. Wenn die Bande um Pak Hon Yong und Ri Sung Yop im südlichen Landesteil die Partei nicht preisgegeben hätte, wäre es uns bereits möglich gewesen, die große Sache, die Vereinigung des Vaterlandes, herbeizuführen.

Im Jahre 1946 und 1947, als die Gemeinsame Sowjetisch­Amerikanische Kommission wieder ihre Arbeit aufnahm, organisierte die Bande absichtlich offene Demonstrationen, die dazu führten, alle Revolutionäre preiszugeben und zu ermorden. Natürlich durften Pak Hon Yong und Ri Sung Yop auf keine andere Weise handeln, weil sie Agenten der USA und Syngman Rhees waren.

Ferner ist es wichtig, den ökonomischen Kampf zu verstärken.

Uns kommt es darauf an, die demokratische Basis, den nördlichen Teil der Republik, und deren ökonomisches Fundament zu festigen, so unser Land zu einem mächtigen Industriestaat zu entwickeln, damit man den südlichen Teil nach seiner Befreiung schnell wiederaufbauen kann. Wir müssen den nördlichen Teil in einen Industriestaat verwandeln, zusammen mit der Schwerindustrie die Leichtindustrie und die Landwirtschaft voranbringen, ausreichend Nahrungsmittel, Kleidung und Schuhwaren produzieren, um die Lebenslage des Volkes zu stabilisieren und zu verbessern, sowie Schulen, Krankenhäuser, Klubhäuser und andere Kultureinrichtungen vermehren. Auf diese Weise ist zu erreichen, daß zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil der Republik ein so großer Unterschied entsteht wie zwischen Tag und Nacht, zwischen Paradies und Hölle.

Wenn das gelingt, wird die Bevölkerung des südlichen Landesteils, die unter der Herrschaft des US-Imperialismus stöhnt, unsere Gesell­schaftsordnung herbeisehnen und uns folgen, sich um unsere Partei und Regierung zusammenschließen und noch entschlossener gegen den US- Imperialismus und die Syngman-Rhee-Verräterclique auftreten. Nur durch die Stärkung der demokratischen Basis, des nördlichen Teils der Republik, ist es möglich, die Bevölkerung im südlichen Teil der Republik schnell aufzurütteln und die Vereinigung des Vaterlandes zu beschleunigen.

Aus diesem Grunde hat die Partei in den ersten Tagen nach dem Waffenstillstand die Losung des Kampfes für die Festigung der demokratischen Basis ausgegeben.

Die von unserer Partei festgelegte Aufgabe besteht darin, durch die Entwicklung unserer Schwer- und Leichtindustrie, Landwirtschaft und unseres Transportwesens die demokratische Basis für die Vereinigung des Vaterlandes zu festigen.

Ein mächtiges Land setzt eine entwickelte Industrie und Land­wirtschaft voraus. Ebendeshalb richtet unsere Partei große Aufmerksam­keit darauf.

Wir unternehmen Anstrengungen, um die koloniale Einseitigkeit der Industrie aus der Zeit des japanischen Imperialismus zu überwinden und eine selbständige ökonomische Grundlage zu schaffen. Wir werden die Eisenhütten- und die Maschinenbauindustrie rasch entwickeln, weitere Kraftwerke errichten, durch den Wiederaufbau und Ausbau der Chemieindustrie in großen Mengen Düngemittel produzieren, in der Leichtindustrie die Textilfabriken ausbauen sowie Betriebe für Fleisch­und Fischkonserven errichten, damit die Lebenslage des Volkes verbessert wird.

Der Lebensstandard des Volkes wird sich ab 1957, also nach der Erfüllung des Dreijahrplans, wesentlich erhöhen. Schon im Jahre 1957 wird die Textilindustrie 100 Mio. Meter Stoff herstellen, so daß dann zehn Meter Stoff je Kopf zur Verfügung stehen.

Das Ernährungsproblem können wir durch die Entwicklung der Landwirtschaft, der Viehzucht und der Fischerei lösen. Wenn wir land­wirtschaftliche Genossenschaften organisieren und sie stärken, die Landwirtschaft mechanisieren und mehr Bewässerungsanlagen errichten, ist es uns möglich, im Jahre 1957 3 bis 3,5 Mio. t Getreide zu produzieren. Dann werden wir ausreichende Mengen an Lebensmitteln haben.

Es ist vorgesehen, im nächsten Jahr 430 000 t Fisch zu fangen. Uns stehen Fangschiffe wie auch -netze zur Verfügung. Wir bauen selbst Schiffe und haben die erforderliche materielle Basis. Deshalb können wir auch den Fischfang planmäßig betreiben. Dann wird in einem Jahr das Pro-Kopf-Aufkommen 40 kg Fisch betragen. Im letzten Jahr des Dreijahrplanzeitraums ist eine Fischproduktion von 600 000 t vorgesehen; umgerechnet sind das 60 kg pro Kopf der Bevölkerung. Manche ausländischen Gäste brauchen sich nicht zu wundern, wofür wir so viel Fisch benötigen.

In diesem Jahr haben allein die staatlichen Viehzuchtbetriebe 6000 t Fleisch produziert; sie planen, im nächsten Jahr 20 000 t Fleisch zu erzeugen. Wenn man dieser Menge die Fleischproduktion der Einzelwirtschaften und der landwirtschaftlichen Genossenschaften hinzufügt, ist die Erzeugung von 50 000-60 000 t viel zu niedrig. Wir haben Aussichten, die Fleischproduktion auf 100 000 bis 200 000 t zu bringen.

Die Erfüllung des Dreijahrplans wird es ermöglichen, auch das Wohnungsproblem zu lösen. Wenn alle Zementwerke ihrer Be­stimmung übergeben sind und jährlich 800 000 bis 1 Mio. t Zement herstellen, wenn in Zukunft einige große Ziegeleien von Weltniveau mit einer Jahreskapazität von 100 Mio. Stück auf vollen Touren arbeiten und jährlich 600 bis 800 Mio. Stück produzieren, dann wird auch die Wohnungsfrage in nicht ferner Zeit gelöst werden.

Wird auf diese Weise das Bekleidungs-, Ernährungs- und Wohnungs­problem gelöst, besteht kein Zweifel, daß die Lebenslage des Volkes stabilisiert wird.

Zunächst müssen wir uns darauf orientieren, Fabriken zu bauen und die Bekleidungs-, Ernährungs- und Wohnungsfrage zu lösen. Wie könnte das Volk den Kampf aufnehmen, ohne sich gut zu ernähren und zu kleiden? Wir müssen in erster Linie die Nahrungs- und Bekleidungsfrage lösen.

Außerdem sind so schnell wie möglich Schulen zu errichten. Wenn die Schüler nur ein Jahr vom Lernen ferngehalten werden, kommt unsere neue Generation ebenso wenig voran. Aus diesem Grunde haben wir viele Lehranstalten gebaut, um unsere Kinder in sonnendurch­fluteten Klassenräumen zu unterrichten, wenngleich das Zentralkomitee der Partei und nicht wenige zentrale Institutionen noch in unter­irdischen Räumen arbeiten.

War unsere Politik richtig? Natürlich war sie das. Vor einiger Zeit sagte der ehemalige „Abgeordnete“ des Syngman-Rhee-Marionetten- parlaments und jetzt im nördlichen Landesteil lebende An Jae Hong nach der Besichtigung der Revolutionsschule Mangyongdae und der Kinderheime: „Im nördlichen Teil werden die Waisen ausgezeichnet erzogen, unterrichtet und sogar zum Auslandsstudium geschickt, und sie werden besser gekleidet und ernährt als die Kinder, die Eltern haben.“ Er soll erstaunt gewesen sein, als er die vielen neu gebauten Schulen in Pyongyang erblickt hatte. Wir halten es nicht für notwendig, solche Menschen noch einmal über alles aufzuklären.

Im vorigen Jahr haben wir allein in Pyongyang zuerst mehr als 30 Schulen gebaut, obwohl wir noch in Erdhütten lebten.

Auf diese Weise schenken wir nach dem Krieg der Bildungsarbeit große Aufmerksamkeit. Ihr galt besonders unsere Kraft, und als dessen Ergebnis gibt es gegenwärtig im nördlichen Landesteil bei einer 10- Millionen-Bevölkerung 1,9 Millionen Schüler. Dies ist keinesfalls eine geringe Zahl.

Auch während des Krieges hatten wir in den Gebirgsgegenden die Bildungsarbeit fortgesetzt und jährlich einige hundert zum Auslands­studium geschickt.

An Jae Hong lag nach der Besichtigung der Lehranstalten den ganzen Tag auf dem Bett und klagte: „Was haben wir bis zum 60. und 70. Lebensjahr vollbracht? Hätten wir auch etwas für Vaterland und Volk getan, so wäre es wenigstens möglich, daß unsere Söhne und Töchter ebenfalls in den demokratischen Lehranstalten und nach unserem Tod in der Schule für die Kinder der gefallenen Revolutionäre lernen könnten.“ Er kann natürlich keiner anderen Meinung sein. Die Schulbildung in Südkorea ist heute von der kolonialen Bildung des US- Imperialismus durchdrungen, und dazu werden noch die meisten Schulgebäude den US-Truppen und der Marionettenarmee als Kasernen zur Verfügung gestellt. Ein Vergleich zwischen dieser Lage und unseren realen Verhältnissen wird jeden in Erstaunen versetzen.

Als er unlängst im neuerbauten Theater Moranbong einer künstlerischen Darbietung beiwohnte, soll er voller Bewunderung gesagt haben: „Der nördliche Teil der Republik entwickelt die nationale Kunst. Ohne die Regierung der Republik wäre die Fortsetzung und Weiterentwicklung der nationalen klassischen Kunst nicht möglich.“

Was hätte er auch sonst sagen können. Denn in Südkorea ist die sittenlose und verdorbene Yankeekultur und veraltete Kunst vorherrschend, so daß dort die unserer Nation eigene erhabene und gesunde Kultur nirgends zu finden ist.

Künftig muß unser Land den Weg der Industrialisierung ein­schlagen.

Unsere Vorfahren konnten nicht einmal eine Muskete herstellen und ließen sich durch den japanischen Imperialismus unterjochen. Wenn wir uns bei der Arbeit so verhalten würden, wie die Leute aus den höheren Ständen im Zeitalter der Ri-Dynastie, die auf Eseln ritten und sich mit ihrem Stand brüsteten, könnten auch die japanischen Imperialisten wieder in unser Land eindringen. Wir müssen mit unseren Händen Waffen herstellen. Während des Krieges hatten wir die Landwirtschaft und die Viehzucht sowie die Rüstungsindustrie entwickelt. Wir sind verpflichtet, unser Land in einen Industriestaat mit einer starken Verteidigungsmacht zu verwandeln.

Wie bereits erwähnt, beschreitet der nördliche Teil der Republik den Weg des Glücks und der lichten Zukunft, auf dem er von Tag zu Tag mehr erblüht und sich das Lebensniveau des Volkes erhöht, während der südliche Teil der Republik infolge der volksfeindlichen Politik des US-Imperialismus und der Syngman-Rhee-Verräterclique sowie der Zerstörung und Ausplünderung der Industrie und der Landwirtschaft in eine Finsternis, in eine Menschenhölle versinkt, in der Hunger und Armut, immer mehr zunehmen.

Je besser der Wirtschaftsaufbau für die Stärkung der demokratischen Basis bei uns vorangeht, desto günstiger wird die Lage für uns, desto dynamischer wird sich der Kampf der südkoreanischen Bevölkerung für die Rettung des Landes, gegen den US-Imperialismus und die Syngman-Rhee-Clique entwickeln. Dann können wir die große Sache, die Vereinigung des Vaterlandes, herbeiführen.

Für die Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes ist es wichtig, die Volksarmee zu festigen. Unter keinen Umständen sind wir imstande, das Vaterland zu vereinigen und deren Unabhängigkeit und Sicherheit zu schützen, wenn die Armee nicht gestärkt wird.

Selbstverständlich befolgen wir die Linie der friedlichen Ver­einigung des Vaterlandes und führen einen politischen Kampf. Die Armee muß jedoch immer einsatzbereit sein, wenn die Partei sie ruft, das heißt, wenn die erwähnten internationalen bzw. nationalen Ereignisse eintreten sollten und den Einsatz der Volksarmee erforder­lich machen. Für solch einen Fall ist völlig auszuschließen, daß Zeit verloren geht, weil etwa die Waffen nicht instand gesetzt sind, ein Mangel an Kadern besteht und entsprechende Vorbereitungen nicht getroffen sind usw.

Die Aufgabe unserer Volksarmee besteht künftig in der Befreiung des südlichen Teils der Republik. Es ist jedoch unzulässig, daß man das Vorhaben übereilt und die Befreiung des südlichen Teils sofort, morgen oder übermorgen, erreichen will.

In Zukunft kann es natürlich geschehen, daß sich die Bevölkerung im südlichen Teil im großen Maßstab erhebt und einen revolutionären Kampf entfaltet, eine günstige internationale Situation entsteht oder auch solch eine wahnwitzige Kreatur wie Syngman Rhee bedenkenlos handelt und so die Situation zuspitzt. Bei solch einer Gelegenheit dürften wir nicht tatenlos zusehen. Ebendeshalb muß unsere Volks­armee ihre Mission klar erkennen.

Die heutige Aufgabe unserer Volksarmee besteht erstens darin, durch ihre Stärkung die Intrigen Syngman Rhees hinsichtlich seines „Feldzuges nach dem Norden“ zu vereiteln und unsere demokratische Basis zuverlässig zu verteidigen, zweitens darin, eine Kraft zu schmieden, die ausreicht, um künftig auf das große revolutionäre Ereignis, die Vereinigung unseres Landes, vorbereitet zu sein.

Um diese Mission zu erfüllen, stellt die Partei der Volksarmee die Aufgabe, sie zu einer gestählten Streitmacht, zu einer Kaderarmee zu entwickeln und sie zu stärken.

Syngman Rhee erweitert die Marionettenarmee auf 30 Divisionen. Das fürchten wir nicht im geringsten, denn wir haben eine revolutionäre Armee, die mit der marxistisch-leninistischen Ideologie gewappnet ist.

Wie die Geschichte lehrt, trägt eine revolutionäre Streitmacht den Sieg nicht deswegen davon, weil sie zahlenmäßig stark ist. Auch mit zahlenmäßig geringeren Kräften und primitiven Waffen besiegt eine revolutionäre Armee den überlegenen Feind, denn sie kämpft für das Volk und genießt dessen Unterstützung. Ein Beispiel dafür sind die russische und die chinesische Revolution.

Aber wir müssen auch begreifen, daß die Armee Syngman Rhees nicht etwa einen Knüppel am Feuerherd in der Hand hält, sondern über amerikanische Geschütze und Panzer verfügt. Die Armee Syngman Rhees dürfen wir nicht unterschätzen.

Für die Verteidigung allein reichen uns die gegenwärtigen Streit­kräfte. Aber wenn Syngman Rhee doch den „Feldzug nach dem Norden“ beginnt, sollten wir uns dann nur verteidigen? Nein, auf keinen Fall. Wir müssen sein Regime völlig vernichten.

Für diesen Fall brauchen wir eine noch größere Armee als jetzt. Weitere Divisionen, deren Zahl unsere jetzigen übersteigt, sind zusätzlich zu schaffen. Um im Ernstfall diese Aufgabe zu lösen, sind Kader nötig, die den Erfordernissen der neu zu bildenden Divisionen entsprechen. Darum müssen wir die Volksarmee technisch wie auch qualitativ weiter stärken und damit die Volksarmee als Ganzes in eine stählerne Kaderarmee verwandeln.

Wenn wir nur diese Aufgabe konsequent erfüllen, werden wir keinen Gegner zu fürchten brauchen.

Auf dieser Konferenz verlangen einige Genossen noch mehr Geschütze, und das ist kein schwieriges Problem. Solchen Forderungen

können wir durchaus nachkommen. Es geht aber dabei nicht nur darum, ob wir über leistungsstarke Waffen verfügen oder nicht, sondern darum, ob wir es verstehen, moderne Waffen und technische Kampfmittel geschickt zu handhaben und das Zusammenwirken zwischen den Waffengattungen richtig zu organisieren.

Aus diesem Grunde ist es am wichtigsten, viele Kader heranzubilden, die die Vorschriften beherrschen, mit verschiedenen Waffen geschickt umgehen und die Truppen verschiedener Waffengattungen richtig führen können.

Wir sind verpflichtet, die Volksarmee unbedingt in eine Kaderarmee zu verwandeln.

Die Marionettenarmee Syngman Rhees ist ein zusammengewürfelter Haufen, eine politisch ungebildete Armee, deren Soldaten wie auch Offiziere nicht wissen, warum sie den Wehrdienst leisten und wofür sie sich opfern müssen.

Unsere Volksarmee ist jedoch mit der revolutionären, marxistisch­leninistischen Ideologie ausgerüstet, die sie lehrt, für die Partei und die Arbeiterklasse, für das Vaterland und ihre Macht unter Einsatz des Lebens zu kämpfen.

Wenn wir die Volksarmee hinreichend als Kaderarmee heranbilden, wird es uns möglich sein, im Ernstfall die Streitkräfte um so leichter zu vergrößern. Bei uns gibt es eine große Zahl von Menschen, die zu den Gewehren greifen und in den Kampf ziehen können. Wir haben eine Million Parteimitglieder und Millionen Mitglieder des Demokratischen Jugendverbandes. Unsere Betriebe stellen Waffen her, in den örtlichen Gebieten wird die Bevölkerung militärisch ausgebildet und politisch erzogen; deshalb können unsere Parteimitglieder und das ganze Volk mit der Waffe in der Hand kämpfen, wenn wir wieder ins Gefecht gegen den Feind ziehen sollten. In solchen Zeiten können aus einer Division gleich 2, 3, 4 und 5 Divisionen werden, wenn Kader vorhanden sind.

Während des Vaterländischen Befreiungskrieges mußten wir, obgleich wir viele Menschen hatten, zeitweilig den Rückzug antreten, weil uns zu wenig Waffen zur Verfügung standen und besonders Kader fehlten.

Wenn unsere Armee lernt, lernt und nochmals lernt und sich so zu einer Kaderarmee entwickelt, kann sie jeden Gegner besiegen. Unsere Aufgabe ist es, eine noch beträchtlich größere Zahl von Offizieren heranzubilden. Nur das ermöglicht es, im gegebenen Fall die Truppen zu erweitern.

Ohne die Streitkräfte auszubauen, wären wir in der Zukunft außerstande, uns bei jeglichen überraschenden Ereignissen erfolgreich zu behaupten.

Aus diesem Grunde muß jeder für die Erhöhung seines politischen Niveaus und seiner militärischen Führungsfähigkeit unermüdlich an der Gefechts- und politischen Ausbildung teilnehmen, damit ein Soldat die Rolle eines Gruppenführers, ein Gruppenführer die eines Zugführers, ein Zugführer die eines Kompaniechefs, ein Kompaniechef die eines Batail­lonskommandeurs, ein Bataillonskommandeur die eines Regiments­kommandeurs, ein Regimentskommandeur die eines Divisionskom­mandeurs, ein Divisionskommandeur die eines Korpskommandeurs wahrnehmen kann.

Wir müssen die bestehenden Divisionen und Brigaden gut ausbilden, damit sie ihre Kampfaufgaben vollauf erfüllen können, und alle Kader schulen und erziehen, damit sie ihrer Pflicht gerecht werden, und gleichzeitig viele Nachwuchskader heranbilden. In den Verbänden und Offiziersschulen sollen in großem Ausmaß Kader entwickelt werden.

Um die Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft der Truppen zu stärken, kommt es vor allem darauf an, die Gefechts- und politische Ausbildung zu intensivieren. Gegenwärtig gibt es jedoch manche Unzulänglichkeiten bei der Ausbildung in den Truppen.

Ein ernster Mangel besteht darin, wie ich bereits im Politkomitee des Zentralkomitees der Partei feststellte, daß die Truppenführer aller Ebenen und die zuständigen Offiziere nicht unmittelbar den Unterricht abhalten und nicht an der Gefechtsausbildung teilnehmen.

Wenn die Kommandeure so verfahren, ist es ausgeschlossen, die Gefechtsausbildung auf eine qualitativ höhere Stufe zu heben und sich selbst weiter zu qualifizieren. Außerdem können sie sich, sofern sie die Gefechtsausbildung nicht unmittelbar leiten, kein Bild machen, welchen Stand die Kampfkraft ihrer Truppen erreicht hat, und sind sie außerstande, ihre Unterstellten kennenzulernen.

Deshalb müssen die Kommandeure direkt an der Gefechts­ausbildung teilnehmen und sie durchführen. Selbstverständlich ist es keine so leichte Sache, daß ein Korpskommandeur die Divisions­kommandeure, ein Divisionskommandeur die Regimentskommandeure, ein Regimentskommandeur die Bataillonskommandeure und ein Bataillonskommandeur die Kompaniechefs lehrt. Aber das ist unbedingt zu erreichen.

Allerdings kann es in den ersten ein oder zwei Monaten oder ein halbes Jahr lang Schwierigkeiten geben. Aber wenn man sich daran gewöhnt, die Unterstellten persönlich zu lehren, so wird es künftig leichter sein. Unsere Kommandeure müssen es sich unbedingt zur Gewohnheit machen, ihre Untergebenen selbst auszubilden, und sich selbst noch mehr abhärten.

Unter manchen Kadern unserer Volksarmee ist festzustellen, daß sie überheblich sind und nicht gern studieren. Solche Leute denken: Es geht auch ohne Studium, denn wir sind die heroische Volksarmee, die die Aggressionstruppen des US-Imperialismus, die sich als die „Stärksten“ der Welt bezeichnen, besiegt hat. So vernachlässigen sie das militärpolitische Studium. Das ist ein äußerst gefährlicher Gedanke.

Die Erfahrung lehrt, daß die Arbeit immer mißlingt, wenn Funk­tionäre von Siegen berauscht und hochmütig sind.

Gewiß hat die Volksarmee während des Krieges tapfer gekämpft, viel durchgemacht und gelernt.

Unsere Erfahrungen und Kenntnisse gelten jedoch nur als ein Fundament für die Weiterentwicklung der Volksarmee in der Zukunft, aber keineswegs als etwas, was allein zur Lösung aller Probleme führt. Denn ein moderner Krieg wird aufgrund der Errungenschaften der sich ständig entwickelnden modernen Wissenschaft und Technik geführt, wobei sich dessen Form und Inhalt mit der Zeit verändern. Wenn wir nur einen Tag im Lernen nachlassen, bleiben wir zweifellos in gleicher Weise zurück. Ohne moderne Militärtechnik und mit rückständigen militärischen Kenntnissen können wir die Feinde nicht besiegen.

Unnachgiebig müssen wir alle falschen Tendenzen bekämpfen, die sich darin zeigen, daß man hochmütig, arrogant ist, sich nur auf Erfahrungen stützt und nicht fleißig lernt.

Unsere Aufgabe besteht darin, ganz eisern zu lernen und nochmals zu lernen.

Wer nicht lernt, der kann sich nicht entwickeln und keine Fort­schritte erreichen. Fleißig zu lernen und unermüdlich zu arbeiten, ist ergebener Dienst an Partei und Staat, ist auch für die persönliche Entwicklung unerläßlich.

Folglich müssen die Kommandeure und Offiziere der Volksarmee ständig die fortgeschrittene Militärwissenschaft und Kriegskunst studieren und die neuesten Methoden der Kriegsführung sowie die modernsten Waffen meistern.

Ferner ist es notwendig, in den Truppen die Disziplin und Ordnung zu verstärken.

Im Hinterland setzt sich die Bevölkerung gegenwärtig einmütig für den Wiederaufbau ein, und an der vordersten Verteidigungslinie führen die Soldaten eine angespannte Gefechtsausbildung durch. Und die Menschen im südlichen Landesteil stöhnen unter der feindlichen Unterdrückung, sterben vor Hunger und Kälte und warten darauf, daß wir sie befreien. In unserem Gedächtnis sind die Worte der racheerfüllten Genossen haftengeblieben, die zusammen mit uns gekämpft und im Angesicht des Todes ausgerufen haben, daß sie sterben, ohne die Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes erreicht zu haben.

Dieser Erinnerung sind wir verpflichtet, keinen Augenblick in der angespannten Bereitschaft nachzulassen, nicht sorglos und aus­schweifend in den Tag hinein zu leben.

Des weiteren gehe ich auf die Frage des Arbeitseinsatzes ein. In den Truppen wird jetzt die Meinung vorgebracht, daß sie zu viele Arbeitseinsätze leisten. Selbstverständlich darf es davon nicht allzu viele geben. Aber daß wir künftig überhaupt keine mehr haben, darf man nicht annehmen. Es kommt auf eine richtige Organisation an. Sie ist notwendigerweise so vorzunehmen, daß sich die Truppen, die Arbeitseinsätze leisten, nur damit befassen, während sich die anderen, die die Ausbildung durchführen, ausschließlich ihr widmen können.

In der jetzigen Periode des Aufbaus müssen wir Kasernen errichten, Ausbildungsmittel anschaffen und Verteidigungsanlagen bauen. Es ist jedoch nicht zu erwarten, daß irgendein Vorbeigehender das alles tun wird. Aus diesem Grunde erachte ich es als ratsam, daß der Generalstab die Arbeitstage für die zuständigen Truppen festlegt.

Wenn doch ein unvorhergesehener Arbeitseinsatz erforderlich ist, muß man dafür ein Bataillon oder ein Regiment mobilisieren, damit diese Einheit oder dieser Truppenteil vollauf dafür zuständig ist und die anderen Einheiten bzw. Truppenteile vollständig der Ausbildung nachkommen sowie die Rückstände in der Ausbildung für diejenigen Einheiten, die Arbeitseinsätze leisteten, später ausgeglichen werden.

Als nächstes gilt es, die Truppenführung weiter zu verbessern.

In den Truppen können keine Vorkommnisse auftreten, wenn man stets nach dem Tagesplan die Truppen führt, deren Sachlage exakt kennt und die Offiziere der Kompanie sachgemäß anleitet und unter­stützt. Wenn ein Truppenführer verantwortungsbewußt und ständig für seine Truppe sorgt und seinen Untergebenen große Aufmerksamkeit schenkt, so kann diese Truppe ordnungsgemäß geleitet und kontrolliert werden.

Abschließend sei erwähnt, daß wir das Parteileben und die Erziehung durch die Partei in den Truppen intensivieren müssen. Es kann noch nicht die Rede davon sein, daß das Parteileben in unserer Volksarmee ein hohes Niveau erreicht hat. Einige Truppenkommandeure nehmen oft nicht an den Parteiversammlungen teil. Dieses Verhalten wird sie unweigerlich dazu verleiten, daß sie, losgelöst vom Parteileben, ihre Parteiverbundenheit nicht stählen können, und schließlich werden sie sich in den eigenen Truppen so benehmen, als wären sie die „Allerhöchsten“ der Welt, und sich als „unverletzbare“ Elemente auf­spielen, die niemand kritisieren darf.

Das Parteileben und die Kritik zu verstärken bedeutet selbst­verständlich nicht, daß das Prinzip der Einzelleitung von Truppen­führern ignoriert und bedenkenlos Kritik geübt werden darf. Es kommt darauf an, Parteiversammlungen für die Kader gleicher Dienststellung zu organisieren und sie gegenseitig einer Kritik zu unterziehen, um ihre Fehler in der Arbeit zu korrigieren.

Als Folge des schwachen Parteilebens in der Armee machen sich immer noch verschiedene negative Erscheinungen unter manchen Kadern bemerkbar.

Die gegenwärtige Situation verlangt, das Parteileben in der Armee allseitig zu verstärken. Nur ein aktiveres Parteileben ermöglicht es, die in der Kriegszeit herausgebildete schlechte Gewohnheit, ein ungeord­netes Leben zu führen, gründlich abzulegen. Wir müssen alle üblen Gewohnheiten überwinden. Allein kann man das nicht. Nur mit Hilfe des Parteilebens ist dies möglich.

Während in der Vergangenheit die örtlichen Parteiorganisationen einen energischen Kampf für die Stählung der Parteiverbundenheit entfalteten, wurde er in der Armee nur schwach geführt, was wir berücksichtigen müssen.

Uns obliegt es, künftig das Parteileben in den Truppen zu inten­sivieren und so alle negativen Tendenzen und Handlungen, die die Parteiverbundenheit schwächen, aktiv zu bekämpfen. Das ist überhaupt nicht schwierig. Es sind nur die Fehler zu korrigieren, und das ist alles. Wieso sollten unsere Genossen, die die starken Feinde besiegt haben, nicht in der Lage sein, geringfügige Fehler zu überwinden und die Parteiverbundenheit zu verstärken?

Durch ständige Stählung der Parteiverbundenheit müssen alle unsere Parteimitglieder zu revolutionären Kämpfern werden, die die Partei höher als die eigene Person zu schätzen und die Interessen der Partei sowie der Revolution über die persönlichen zu stellen und zu achten verstehen.

Die parteigemäße ideologische Erziehung gilt als das Wichtigste für die Stärkung der Volksarmee in qualitativer Hinsicht. Eine Armee, die sich nicht mit der marxistisch-leninistischen Weltanschauung ausge­rüstet hat, ist nicht imstande, in die Zukunft zu schauen, die Dinge richtig zu betrachten und genau zu beurteilen.

Zur Zeit läßt bei uns die ideologische Erziehung durch die Partei zu wünschen übrig.

Unsere Aufgabe ist es, die Soldaten und Offiziere der Volksarmee mit der marxistisch-leninistischen Weltanschauung zu wappnen. Sie befähigt sie dazu, die Dinge richtig einzuschätzen und prinzipienfest Kritik zu üben. Anderenfalls könnten wir uns vom Gegner täuschen lassen und außerstande sein, uns für unsere Zukunft einzusetzen. Wer nicht in die Zukunft schauen kann, unterscheidet sich in nichts von einem Blinden. Wir müssen es verstehen, den Blick in die Zukunft zu richten, den von der Partei gewiesenen richtigen Weg erkennen und auf ihm voller Zuversicht vorwärtsschreiten.

Besonders wichtig ist die Erziehung der Armeeangehörigen zum Klassenbewußtsein, da unser Land in Nord und Süd geteilt ist und uns schon seit langem der Feind gegenübersteht. Es gilt, jedem Armee­angehörigen klarzumachen, daß die „Macht“ Syngman Rhees die Gutsbesitzer und Kompradorenkapitalisten vertritt und Syngman Rhee ein Landesverräter ist, der unser Land dem US-Imperialismus verkauft, daß unsere Volksmacht die Macht des werktätigen Volkes mit der Arbeiterklasse als Kern verkörpert und dem Vaterland dient.

Ferner ist es notwendig, jedem Armeeangehörigen Klarheit über die Unterschiede zwischen unserer Volksarmee und der Armee Syngman Rhees sowie über die Besonderheiten unserer Armee zu verschaffen. Den Soldaten ist das Klassenbewußtsein konsequent beizubringen, daß unsere Volksarmee eine Armee der Arbeiter und Bauern ist.

Auf diese Weise sollen alle Angehörigen unserer Armee die Fragen selbst klären: „Wofür stehe ich hier auf Wacht? Wozu bin ich hierher gekommen? Wozu liege ich auf dieser Höhe?“

Wir müssen die Offiziere und Soldaten der Volksarmee mit den revolutionären Erfahrungen unseres Landes und dem künftigen Weg unserer Revolution vertraut machen, sie mit dem patriotischen Geist, die Feinde zu hassen, das eigene Land und Volk sowie eigene Klasse zu lieben, ausrüsten und unter ihnen die Erziehung im Sinne des Internationalismus verstärken. Nur dadurch können wir unsere Streit­kräfte festigen und zu einer Armee entwickeln, die im Kampf gegen die Feinde immer siegreich ist.

Um einen Sieg im langwierigen Kampf für die Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes davonzutragen, müssen wir in den Truppen das einheitliche Denken und Wollen sowie die Erziehung im Geiste des Marxismus-Leninismus weiter verstärken.

Dies sind eben die Hauptaufgaben, die vor der Volksarmee stehen.

Es geht darum, die Vereinigung und Unabhängigkeit unseres Vaterlandes, die Partei und Volk erstreben, zu vollenden.

Um diese Aufgabe zu erfüllen, ist es erforderlich, erstens den politischen Kampf zu intensivieren, um das ganze Volk um die Partei und die Regierung zusammenzuschließen, zweitens die Bevölkerung im südlichen Landesteil revolutionär zu beeinflussen, indem man die Wirtschaft aufbaut, die Lebenslage des Volkes verbessert, die Grund­lagen der Industrialisierung schafft und die demokratische Basis verstärkt, und drittens die Volksarmee allseitig zu stärken.

Wenn wir nur auf diese Weise vorgehen, können wir die Ver­einigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes auf alle Fälle verwirklichen.

Wenn die sozialistischen Länder erstarken und der nördliche Teil der Republik an Macht gewinnt, wird Syngman Rhee uns nicht überfallen, werden die Imperialisten nicht willkürlich handeln können.

Wenn wir stark sind, können wir den Gegner durchaus zurück­schlagen, falls er wieder einen Krieg entfesselt.

Die Geschichte lehrt, daß die fortschrittlichen und progressiven Kräfte unbedingt siegen, und beweist, daß niemand die Wirkung der Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung aufhalten kann.

Unsere Sache ist gerecht.

Der Weg für das Vaterland und Volkes führt zum Sieg.

Unsere Aufgabe für die Festigung der demokratischen Basis und für die selbständige Vereinigung des Vaterlandes besteht in der weiteren Stärkung der Volksarmee.