11. Juli 1955 // Reden
Kim Il Sung // Über die Intensivierung der Arbeit des Ministeriums für Verkehrswesen

Über die Intensivierung der Arbeit des Ministeriums für Verkehrswesen

11. Juli 1955

Schlußwort auf der Beratung des Politkomitees des ZK der PdAK


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Ich möchte nun auf einige Probleme eingehen, die die Verstärkung der Arbeit des Ministeriums für Verkehrswesen betreffen.

Wie im Bericht und in den Diskussionsbeiträgen darauf hingewiesen wurde, gab es bisher in der Arbeit dieses Ministeriums bestimmte Erfolge, aber auch nicht wenige Fehler.

Der größte Mangel in der Arbeit des Ministeriums für Verkehrs­wesen besteht darin, daß die leitenden Mitarbeiter dieses Ministeriums und seiner Verwaltungen bürokratisch vorgingen und keine sachgemäße Anleitung gegeben haben.

Anstatt die ihnen unterstellten Organe lebensnah, konkret und operativ anzuleiten, ersetzten sie die Anleitung durch viele Befehle und Anordnungen. Im Ministerium für Verkehrswesen erstellen die Leiter der Verwaltungen, Abteilungen und Sektionen Dokumente, die gleichen Inhalts sind wie bereits erteilte Anordnungen des Ministers für die Basis. Solche überflüssigen Verordnungen bringen Verwirrung in die Arbeit der Funktionäre an der Basis.

Nicht wenige Mitarbeiter des Ministeriums und seiner Verwaltungen neigen dazu, sich wichtig zu machen, die Funktionäre der unteren Ebene zu kommandieren, anstatt sich mit ihrer Arbeit gründlich vertraut zu machen und konkrete Maßnahmen hierfür zu ergreifen.

Auch die Mitarbeiter der Politischen Verwaltung des Ministeriums für Verkehrswesen leisteten mangelhafte Arbeit.

Eine wichtige Aufgabe dieser Politischen Verwaltung besteht darin, die Parteiorganisationen und Parteimitglieder zu mobilisieren, um die dem Ministerium gestellten Aufgaben erfolgreich zu erfüllen. Die Mitarbeiter dieser Verwaltung vernachlässigten jedoch diese Aufgaben und gingen formal an die politische Arbeit.

Diese Mitarbeiter ersetzten ihre Arbeit durch häufiges Abhalten von Versammlungen und legten das Gewicht nur auf die Arbeit mit den Laienkünstlergruppen. Sie versäumten es, die Parteimitglieder und alle anderen Eisenbahner mit der Politik, den Beschlüssen und Direktiven der Partei und der Regierung gründlich vertraut zu machen sowie die Parteimitglieder so zu überzeugen und zu erreichen, daß sie tüchtig arbeiten. Sie arbeiteten jedoch mit der Methode der Bestrafung. Deshalb hat die Zahl der bestraften Parteimitglieder in den dem Ministerium für Verkehrswesen unterstehenden Parteiorganisationen in jüngster Zeit in nicht geringem Maße zugenommen. Auf dem im April dieses Jahres abgehaltenen Plenum des ZK der Partei wurden die Fragen in Zusammenhang mit der Beseitigung des Bürokratismus erörtert und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Trotzdem arbeiten die Funktionäre mit den Parteimitgliedern nicht auf dem Wege der Überzeugung und Erziehung, sondern gehen bürokratisch vor und arbeiten mit der Methode der Bestrafung. Das ist nicht zu rechtfertigen. Allein mit Bestrafung der Parteimitglieder läßt sich das Problem nicht lösen. Die Politische Verwaltung und die ihr unterstehenden Politabteilungen vernachlässigten auch die Beziehungen zu den örtlichen Parteiorganisationen.

So sind die Funktionäre des Ministeriums und seiner Verwaltungen sowie der Politischen Verwaltung vom Bürokratismus befallen und vernachlässigten die Anleitung, und folglich wurden die Fragen in Zusammenhang mit der Verbesserung der Lebenslage der Eisenbahner und andere Fragen, die ohne weiteres aus eigener Kraft zu lösen gewesen wären, nicht geregelt. Nach wie vor gibt es viele negative Erscheinungen.

Im Eisenbahnverkehr kommt es wiederholt zu Unfällen und Diebstählen, und der Gütertransportplan wird nicht so erfüllt, wie wir es wünschen.

Im Eisenbahnverkehr ist die Unterschlagung von Staatseigentum noch nicht unterbunden, und das ist eine außerordentlich ernste Angelegenheit. Bisher haben es der Minister und der Leiter der Politischen Verwaltung unterlassen, das ZK der Partei rechtzeitig über diese Vorgänge zu informieren und Maßnahmen zur Unterbindung von Veruntreuungen zu ergreifen. Die Ursache dafür, daß im Eisenbahn­verkehr Erscheinungen von Veruntreuung staatlichen Eigentums auftreten, besteht zwar darin, daß in den Köpfen der Menschen noch Überreste der alten Ideologie vorhanden sind, der Hauptgrund ist jedoch, daß mangelnde Erziehungsarbeit geleistet wird und daß in diesem Zweig Disziplin und Ordnung nicht konsequent durchgesetzt werden.

Was ist zu tun, um die Arbeit des Ministeriums für Verkehrswesen zu verbessern?

Vor allem kommt es darauf an, mit dem bürokratischen Arbeitsstil der leitenden Mitarbeiter des Ministeriums und seiner Verwaltungen konsequent zu brechen, ihre Verantwortung zu erhöhen und ihre Rolle zu verstärken.

Ohne gegen diesen Arbeitsstil anzugehen, ist es unmöglich, die Arbeit des Ministeriums für Verkehrswesen zu bessern und den Kurs der Partei im Transportwesen richtig durchzusetzen.

Das Ministerium für Verkehrswesen muß künftig die Verbesserung des Arbeitsstils seiner leitenden Mitarbeiter als eine wichtige Aufgabe betrachten und energisch darum ringen, den dort herrschenden Bürokratismus abzuschaffen und einen volksverbundenen Arbeitsstil durchzusetzen. Die leitenden Mitarbeiter haben ständig an die Basis zu gehen, sich eingehend mit den realen Verhältnissen vertraut zu machen, sie dementsprechend wirksam anzuleiten und schwebende Fragen rechtzeitig zu lösen.

Sie müssen die edle Eigenschaft wie gegenseitige Hilfe, wobei man einander mitreißt, entwickeln. Besonders die Stellvertreter müssen mit hohem Verantwortungsbewußtsein die Arbeit ihres Ministers aktiv unterstützen, denn allein kann er den Angelegenheiten des Ministe­riums nicht vollauf nachgehen. Erst dann kann die Arbeit des Ministeriums reibungslos vonstatten gehen. Eine wichtige Aufgabe der Stellvertreter ist es, den Minister in seiner Arbeit zu unterstützen.

Diesen Aufgaben kommen die Stellvertreter des Ministers für Verkehrswesen gegenwärtig nicht exakt nach. Ein Stellvertreter ist sogar mit seiner Funktion unzufrieden und arbeitet nicht so, wie man es von ihm erwartet. Dabei beruft er sich darauf, daß er vom Eisenbahn­wesen nichts verstehe. Zur Zeit herrschen im Eisenbahnwesen weder Disziplin noch Ordnung; die Beschlüsse und Direktiven von Partei und Regierung werden nicht konsequent befolgt. Auch das hängt hauptsächlich damit zusammen, daß die Stellvertreter des Ministers keine verantwortungsvolle Arbeit leisten. Dem Ministerium für Verkehrswesen obliegt es, Maßnahmen einzuleiten, um künftig das Verantwortungsbewußtsein der Stellvertreter des Ministers zu erhöhen und ihre Rolle zu verstärken.

Die Rolle der Leiter der Eisenbahnverwaltungen muß verstärkt werden. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Verbesserung des Eisenbahnverkehrs und die Intensivierung der gesamten Arbeit des Eisenbahnwesens. Da diese Leiter gegenwärtig ihren Aufgaben nicht vollauf gerecht werden, ist die Lösung dieser Frage besonders wichtig. Im Ministerium für Verkehrswesen muß der Verstärkung der Verantwortung und der Rolle der Leiter der Eisenbahnverwaltungen stets große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Gleichzeitig ist auch die Rolle der Leiter der Verwaltungen des Ministeriums zu verstärken.

Des weiteren muß die Tätigkeit der Politischen Verwaltung des Ministeriums für Verkehrswesen verbessert werden.

Die Kräfte der Partei im Verkehrs- und Transportwesen stehen gegenwärtig keinesfalls denen der Volksarmee nach. Die Politfunktionäre sind Menschen, die über einige Erfahrungen in der Arbeit verfügen, und die Zusammensetzung aller anderen Mitarbeiter ist gut. Doch im Ministerium für Verkehrswesen läßt die politische Arbeit zu wünschen übrig. Der Hauptgrund dafür ist darin zu suchen, daß die Mitarbeiter der Politischen Verwaltung nicht parteimäßige Methoden anwenden, sondern bürokratisch vorgehen.

Sie sind verpflichtet, den Parteimitgliedern und anderen Mitarbeitern die Politik der Partei und der Regierung tiefgründig zu erläutern und sie mit deren Beschlüssen und Direktiven vertraut zu machen, die politische und ideologische Erziehung zu aktivieren, damit sie ihren Aufgaben vollauf gerecht werden. Die Parteifunktionäre müssen stets auf dem Wege der Erläuterung und Überzeugung arbeiten; sie dürfen die Genossen, die Fehler verursacht haben, nicht unüberlegt bestrafen, sondern müssen sie ständig überzeugen und erziehen. So ist zu erreichen, daß sie ihre eigenen Fehler einsehen, sie so schnell wie möglich abstellen und angestrengt arbeiten.

Es ist unerläßlich, die der Politischen Verwaltung des Ministeriums für Verkehrswesen unterstehenden Parteiorganisationen den örtlichen Parteiorganisationen zuzuordnen, um die Rolle und die Verantwortung der Parteiorganisationen im Eisenbahnverkehr zu verstärken und die Arbeit in diesem Bereich zu intensivieren. Nur dann ist es möglich, die Parteiorganisationen des Eisenbahnverkehrs durch die örtlichen Parteiorganisationen zu unterstützen und zu kontrollieren sowie die Parteiarbeit in diesem Bereich zu aktivieren. Wenn man die der Politischen Verwaltung des Ministeriums für Verkehrswesen unterstehenden Parteiorganisationen den örtlichen Parteiorganisationen unterstellt, werden sich die Beziehungen zwischen Eisenbahnern und Bevölkerung festigen, werden die Verbindungen zwischen der Eisenbahn und den verschiedenen Zweigen der Volkswirtschaft enger und wird auch der Eisenbahntransport erfolgreich gesichert. In der Folgezeit hat sich die Politische Verwaltung dieses Ministeriums lediglich mit der politischen und ideologischen Erziehung der Partei­mitglieder und anderen Mitarbeiter zu befassen.

Als nächstes ist die strikte Einhaltung von Disziplin und Ordnung im Eisenbahnverkehr zu sichern.

Wenn man in diesem Bereich wie in einer Armee eiserne Disziplin und Ordnung sichern will, muß es unbedingt Vorschriften geben. Die gesamte Tätigkeit in der Armee erfolgt entsprechend den Vorschriften. Dort, wo viele Menschen gemeinsam arbeiten, ist das einfach notwendig, dann kann ein einheitliches Handeln gewährleistet werden. Natürlich gibt es auch im Eisenbahnverkehr gewisse Bestimmungen für den Transport. Für das Ministerium für Verkehrswesen gilt es, die vorhandenen Bestimmungen zu überprüfen, erforderlichenfalls sie zu ergänzen oder neue zu erarbeiten.

Es geht nicht um die Ausarbeitung der Vorschriften, sondern darum, daß sie von den Mitarbeitern verstanden werden, damit sie sich daran konsequent halten können. In der Volksarmee werden die Rekruten zur bewußten Einhaltung militärischer Disziplin und Vorschriften erzogen.; Ebenso muß man auch im Eisenbahnwesen die neu eingestellten Eisenbahner erziehen, damit sie die Disziplin und die Vorschriften konsequent befolgen. Auf diesem Wege ist zu erreichen, daß alle, angefangen vom Minister bis zu den Arbeitern, sich an Vorschriften bewußt halten. Außerdem ist die Kontrolle zu verstärken, damit alle Mitarbeiter die Disziplin und Vorschriften konsequent einhalten.

Ferner kommt es darauf an, die technische Qualifikation der Funktionäre und der Arbeiter des Eisenbahnverkehrs zu erhöhen.

Nur wenn das erreicht ist, kann der Eisenbahntransport erfolgreich abgewickelt werden.

Zu diesem Zweck muß die technische Ausbildung verstärkt werden. Das gilt für alle Mitarbeiter, angefangen von den Kadern des Ministeriums und der Verwaltungen bis zu den Eisenbahnern. Die technischen Lehranstalten haben die Aufgabe, nicht nur die neu eingestellten Mitarbeiter zu qualifizieren, sondern auch die Weiter­bildung der derzeitigen Mitarbeiter zu organisieren.

Das Ministerium für Verkehrswesen ist verpflichtet, das System und den Plan der technischen Ausbildung gründlich zu überprüfen und zu überarbeiten sowie das Lehrprogramm entsprechend dem Bildungs­stand der Funktionäre und der Arbeiter aufzustellen. Ferner sind ausreichend Lehrbücher bereitzustellen. Das Ministerium hat die technische Ausbildung der Funktionäre und Arbeiter künftig als ihre wichtige Aufgabe zu betrachten und tatkräftig voranzubringen.

Des weiteren gilt es, mit Verschwendung Schluß zu machen und den Kampf um Sparsamkeit zu verstärken.

Da zur Zeit alle Mitarbeiter, von den leitenden Funktionären des Ministeriums für Verkehrswesen bis zu den Funktionären der Verwaltungen, den Kampf um die Sparsamkeit außer acht lassen und die Verordnungen des Staates nicht konsequent einhalten, wird viel kostbares Staatseigentum vergeudet. Manche Mitarbeiter verbrauchen unüberlegt importierte Kohle, die gegen wertvolle Devisen eingekauft wurde, und gewisse Funktionäre verlangen nur Maschinen und Material, verstehen aber nicht, die allerorts ungenutzten Maschinen und Materialien zu nutzen. Ursache für diese Erscheinungen ist, daß sich die Werktätigen des Eisenbahnverkehrs ungenügend bemühen, die Politik der Partei durchzusetzen, die darauf gerichtet ist, einen intensiven Kampf um Sparsamkeit zu entfalten.

Das Ministerium für Verkehrswesen hat den Kampf um die verstärkte Sparsamkeit zu einer Massenbewegung zu entfalten und zu erreichen, daß wertvolle Maschinen und Materialien nicht gedankenlos vergeudet werden. Man darf nicht nur darauf warten, daß der Staat Maschinen und Material liefert, sondern muß die inneren Reserven aktiv aufspüren, insbesondere dafür sorgen, daß mehr Importkohle eingespart wird. Die Mitarbeiter des Ministeriums müssen künftig besonderes Augenmerk auf die Einsparung von Devisen richten.

Weiterhin kommt es darauf an, die Lebensbedingungen der Werktätigen zu verbessern.

Die Lokführer müssen größere materielle Vergünstigungen erhalten, und ihnen sind genügende Möglichkeiten der Erholung zu sichern. Vor ihnen steht eine außerordentlich wichtige Aufgabe, denn sie fahren die Lokomotiven. Daher haben wir mehrmals mit Nachdruck darauf hingewiesen, sie besser materiell zu vergüten. Heute jedoch ist es um ihre Lebensbedingungen nicht sehr gut bestellt. Man darf die Lokführer hinsichtlich der materiellen Vergünstigungen keinesfalls mit den einfachen Arbeitern gleichstellen. Den Lokführern müssen besonders komfortable Kantinen und Aufenthaltsräume zur Verfügung stehen und auch ausreichende Möglichkeiten für die Erholung gesichert werden, damit ihre Bequemlichkeiten nicht im geringsten beeinträchtigt werden. Es ist ratsam, auch die Dispatcher der Eisenbahn besser materiell zu vergünstigen.

Das Ministerium für Verkehrswesen muß sich mit den zuständigen Organen beraten und das Gehalt der Mitarbeiter etwas erhöhen, die Preise für Bekleidung gegenüber dem gegenwärtigen Stand um 15 bis 20 Prozent senken und auch mehr materielle Mittel für den Arbeitsschutz bereitstellen.

Die Wohnraumfrage der Werktätigen ist ebenfalls zu lösen. Die Häuser für die Eisenbahner müssen im kommenden Jahr gebaut werden, wobei aber möglichst örtliches Material zu nutzen ist. Es ist empfehlenswert, die Schaffung und Verwaltung eines Ledigenheims dem Ministerium zu überlassen.

Die Aufgabe des Ministeriums für Verkehrswesen ist es, die im Krieg gesammelten Erfahrungen gründlich zu studieren und ent­sprechende Materialien übersichtlich zusammenzustellen und zu ordnen. Dafür muß man einen konkreten Plan aufstellen.

Ich bin davon überzeugt, daß die Werktätigen des Verkehrs- und Transportwesens die bisherigen Fehler so schnell wie möglich korrigieren, die Arbeit dieses Bereiches entschieden verbessern und die angespannte Transportfrage des Landes tatkräftig lösen werden.