27. Februar 1936 // Reden
Kim Il Sung // Aufgaben der Kommunisten zur Stärkung und Weiterentwicklung des antijapanischen nationalen Befreiungskampfes

Aufgaben der Kommunisten zur Stärkung und Weiterentwicklung des antijapanischen nationalen Befreiungskampfes

27. Februar 1936

Bericht auf der Tagung der militärischen und politischen Kader der KRVA in Nanhutou


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Die internationale und innere Lage entwickelt sich heute zugunsten des koreanischen Volkes in seinem Kampf für die Zerschlagung des räuberischen japanischen Imperialismus und für die Befreiung und Un­abhängigkeit des Vaterlandes.

Erbitterte Schlachten entbrennen heute auf dem internationalen Schauplatz zwischen den faschistischen und den antifaschistischen Kräften, und in diesen Kämpfen isolieren die Völker den Faschismus in der Welt immer mehr, während die antifaschistischen, demokratischen Kräfte mit der Sowjetunion an der Spitze von Tag zu Tag wachsen und erstarken.

Vor allem die machtvolle Bewegung der Volksfront gegen den Fa­schismus, die nach dem VII. Weltkongreß der Kommunistischen Inter­nationale in Moskau im vergangenen Jahr in vielen Ländern ins Leben gerufen wurde, versetzte den Faschisten größere Schläge.

Immer mehr zurückgewiesen werden die japanischen Imperialisten auch von den Völkern Asiens und der ganzen Welt.

In der dunklen Absicht, über ganz Asien zu herrschen, strecken sie jetzt ihre aggressiven Krallen nach dem Inneren Chinas aus. Das zwingt die freiheitsliebenden Völker Asiens und der ganzen Welt, ihre Stimme des Protestes und der Verurteilung zu verstärken.

Während der Vorbereitung auf einen Krieg zur Eroberung des Fest­landes verschärft der japanische Imperialismus beispiellos seine fa­schistischen Repressalien und seine Ausplünderungspolitik besonders gegenüber dem koreanischen und dem chinesischen Volk. Das erzeugt bei den verschiedensten Schichten des koreanischen und des chinesi­schen Volkes äußersten Haß auf die imperialistischen Aggressoren Japans. Demzufolge entbrennt ein starker antijapanischer Wider­standskampf des koreanischen und des chinesischen Volkes an breiter Front. Das treibt die japanischen Imperialisten immer mehr in eine Sackgasse.

Eine wichtige Aufgabe der koreanischen Kommunisten in dieser für uns günstigen Situation besteht darin, die revolutionären Kräfte unseres Volkes zu festigen und unter Aufbietung all dieser Kräfte den antijapani­schen nationalen Befreiungskampf weiterzuentwickeln.

Die Träger der koreanischen Revolution sind eben die koreanischen Kommunisten. Von uns hängt es voll und ganz ab, ob heute der antija­panische nationale Befreiungskampf unseres Volkes verstärkt wird oder nicht.

Uns unserer Verantwortung für die koreanische Revolution zutiefst bewußt, müssen wir uns mit Herz und Verstand für die koreanische Revolution einsetzen und den antijapanischen nationalen Befreiungs­kampf unseres Landes auf eine höhere Stufe heben.

1. Zum Vormarsch der Hauptkräfte der KRVA in die Grenzgebiete und zur schrittweisen Ausdehnung unseres Kampffeldes auf das Vaterland

Wir müssen die Hauptkräfte der KRVA in die Grenzgebiete vorrü­cken lassen und unser Kampffeld nach und nach auf das Vaterland ausdehnen, um auf der gegenwärtigen Etappe einen großen Auf­schwung im antijapanischen nationalen Befreiungskampf unseres Lan­des zu erreichen.

Wenn wir unser Kampffeld in die Grenzgebiete und in das Vaterland verlegen, haben wir die Gewähr, in unserem Volk, das unter der bruta­len Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus schmachtet, die Hoffnung auf die Wiedergeburt des Vaterlandes und die Überzeugung vom Sieg der Revolution zu wecken und den antijapanischen Massen­kampf verschiedener Formen, den die Bevölkerung im Vaterland führt, noch aktiver zu leiten.

Wir planen heute den Vormarsch in die Grenzgebiete und in das Va­terland mit dem Ziel, unseren Pflichten gegenüber der koreanischen Re­volution noch besser gerecht zu werden.

Aufgabe der Kommunisten jedes einzelnen Landes ist, vor allem die Revolution des eigenen Landes gewissenhaft durchzuführen. Wer der Re­volution des eigenen Landes nicht ergeben ist, ist außerstande, der Weltre­volution treu zu dienen und wahrer Internationalist zu werden.

Die koreanischen Kommunisten, die wahren Patrioten, haben mit der Waffe in der Hand einen aufopferungsvollen Kampf für die Wiederge­burt des Vaterlandes geführt. Gleichzeitig haben sie als proletarische Internationalisten tatkräftig um die Weltrevolution gerungen. Es obliegt den koreanischen Kommunisten, auch in Zukunft das Hauptgewicht auf die koreanische Revolution zu legen und diese Revolution verantwor­tungsbewußt zu Ende zu führen. Auf diesem Wege müssen sie die chi­nesische Revolution unterstützen und zur Weltrevolution beitragen.

Das ist ein Prinzip, an das wir uns unbeirrt gehalten haben.

Schon seit Beginn des bewaffneten antijapanischen Kampfes strebten wir beharrlich danach, in enger Verbindung mit der Bevölkerung im Vater­land den antijapanischen nationalen Befreiungskampf weiterzuentwickeln. Aus eigener Initiative bereiteten wir unermüdlich die revolutionären Kräfte des koreanischen Volkes vor. Gleichzeitig gingen wir unversöhnlich gegen Chauvinisten und Fraktionsmacher vor, die diese den koreanischen Kom­munisten zustehenden Rechte verletzen wollten.

Die Chauvinisten und Sektierer, die einen linksradikalen Kampf ge­gen „Minsaengdan“ führten, verwechselten die Kommunisten mit den feindlichen Diversanten und verfolgten zahlreiche Patrioten. Dadurch fügten sie der Entwicklung unserer Revolution gewaltigen Schaden zu, trennten eine nicht geringe Zahl antijapanisch eingestellter Massen von der Revolution und legten dem Zusammenschluß zwischen dem korea­nischen und dem chinesischen Volk große Hindernisse in den Weg.

Sowohl auf der Dahuangwai-Tagung als auch auf der Y aoyinggou- Tagung bekämpften wir unter dem hoch erhobenen Banner der korea­nischen Revolution mit aller Entschiedenheit die nichtmarxistische, linksradikale und blindlings eingenommene Position und Auffassung der Chauvinisten und Sektierer. Dem ist es zu danken, daß die korea­nische Revolution vor einem Zusammenbruch bewahrt werden konnte.

In jüngster Zeit hat auch die Kommunistische Internationale linksra­dikale und chauvinistische Fehler im Kampf gegen „Minsaengdan“ kri­tisiert und unsere Haltung und Ansicht voll und ganz unterstützt und gebilligt. Sie hat auch eine Reihe von Gesichtspunkten, die wir in bezug auf unsere Linie vertraten, befürwortet, z. B., daß die Koreaner vor al­lem um die koreanische Revolution ringen müssen und daß die KRVA in die Ufergebiete des Amnok und Tuman vorrücken muß.

Genossen, bei dieser Gelegenheit möchte ich nochmals mit Nach­druck betonen, daß es für uns, die koreanischen Kommunisten, das un­veräußerliche Recht und hohe Pflicht ist, uns mit Herz und Verstand für die koreanische Revolution einzusetzen.

Heute sind wir in der Lage, in die Grenzgebiete und in das Vaterland vorzurücken, militärische und politische Aktivitäten wirksam zu entfal­ten. Wir haben eine Formation von Kommunisten und eine ohneglei­chen heldenmütige revolutionäre Streitmacht, die im jahrelangen harten Kampf abgehärtet und politisch und ideologisch fest vereint sind.

Unter den beispiellos barbarischen Repressalien des räuberischen ja­panischen Imperialismus sieht heute das Volk im Vaterland in uns das Fanal der Hoffnung und wartet voller Ungeduld darauf, daß wir es zum Weg des Kampfes führen.

Deshalb müssen wir so schnell wie möglich in die Grenzgebiete und das Vaterland einmarschieren und den bewaffneten Kampf aktivieren, um dem Gegner militärische und politische Schläge zu versetzen. Gleichzei­tig müssen wir durch beharrliche politische Tätigkeit die breiten Volks­massen zum antijapanischen Kampf aufrufen.

Wir brauchen Stützpunkte an den Grenzgebieten, die dazu beitra­gen, daß wir in Zukunft in die Grenzgebiete und in das Vaterland vor­rücken und den antijapanischen Kampf entfalten können. Zu diesem Zweck wollen wir in den Grenzgebieten, die an dem Paektu-Gebirge anliegen, neue Partisanenstützpunkte schaffen. Es ist geplant, in den großen Waldgebieten beim Paektu-Gebirge ein dichtes Netz von Ge­heimlagern zu bauen, auf die sich die KRVA in ihren Aktionen stützen kann, und durch die Organisierung der Einwohner in deren Umgebung solche Partisanenstützpunkte zu schaffen, die die Form einer Halbpar­tisanenzone annehmen. Das wird ein flexibles Bollwerk der Revoluti­on sein, das dem Gegner verborgen bleibt.

Die Grenzgebiete, die an dem Paektu-Gebirge anliegen, haben günsti­ge Voraussetzungen für die Schaffung von neuen Partisanenstützpunkten.

Hier leben zahlreiche Menschen mit einer stark ausgeprägten antija­panischen Einstellung: arme koreanische Bauern, die durch die kolonia­le Raubpolitik des japanischen Imperialismus ihre Heimatorte verlassen mußten und auf der Suche nach einer Existenzmöglichkeit hierher ka­men, emigrierte Patrioten und ehemalige Teilnehmer der Bewegung der Unabhängigkeitsarmee.

Auch die hiesigen geographischen Bedingungen sind für die Schaf­fung von Partisanenstützpunkten geeignet. Die unendlichen Weiten der Urwälder um das Paektu-Gebirge sind wahrhaftig eine natürliche Fes­tung. Dieses Gebiet hat außerdem sehr günstige Bedingungen dafür, künftig die Stützpunkte entlang dem Paekmu- und dem Kaema-Plateau und der Rangnim-Gebirgskette zu vergrößern und die bewaffneten Kämpfe auf das Vaterland auszudehnen.

Wir müssen beharrlich darum ringen, so schnell wie möglich neue Partisanenstützpunkte an den Grenzgebieten entlang der Flüsse Amnok und Tuman zu schaffen.

Unsere Aufgabe ist es, vor allem den bewaffneten Kampf stark zu entfalten, um in die Grenzgebiete und das Vaterland vorzurücken und die koreanische Revolution erfolgreich weiterzuentwickeln.

Der bewaffnete antijapanische Kampf ist die Hauptströmung des an­tijapanischen nationalen Befreiungskampfes. Deshalb kann man nur durch die rege Entfaltung dieses Kampfes unter dessen Einfluß all die antijapanischen Massenkämpfe erfolgreich weiterentwickeln und einen Aufschwung in der gesamten koreanischen Revolution erzielen. Unter der despotischen Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus hat das Volk in Korea sogar die Hoffnung auf eine Wiedergeburt des Vater­landes verloren. Darum ist es sehr wichtig, im verstärkten bewaffneten Kampf das majestätische Aussehen der KRVA zu demonstrieren, um dem Volk Siegeszuversicht in die Revolution und Mut zu geben.

Eine wichtige Aufgabe, die uns bevorsteht, ist, die bewaffneten Ein­heiten zu vergrößern und zu verstärken, erst dann können wir künftig die Schlachten im Vaterland erfolgreich führen.

Wir haben die Voraussetzungen dafür, die antijapanischen bewaffne­ten Einheiten auszubauen und weiterzuentwickeln. Wir haben viele im Feuer des harten bewaffneten Kampfes ausgebildete fähige Komman­deure und Politfunktionäre wie auch erfahrene Kämpfer mit reichen Er­fahrungen. Sie alle sind Kern bildende Kräfte, die fähig sind, einen Zug, eine Kompanie, ein Regiment oder eine Division selbständig zu führen und zu befehligen.

Es steht uns auch eine große Reserve für die bewaffneten Einheiten zur Verfügung. Unter dem Einfluß des bewaffneten antijapanischen Kampfes wächst heute das nationale und Klassenbewußtsein einer großen Zahl von Arbeitern, Bauern, Jugendlichen und progressiven Schülern und Stu­denten in Korea und im Ausland. Sie sind gewillt, zur Waffe zu greifen und gegen den japanischen Imperialismus zu kämpfen.

Unter diesen Bedingungen können wir, wenn wir uns fest mit den pro­gressiven Jugendlichen, Schülern und Studenten in Korea und im Ausland verbinden, die bewaffneten antijapanischen Einheiten rasch ausbauen.

Unsere vorrangige Aufgabe besteht darin, im Interesse der Festigung der bewaffneten antijapanischen Einheiten die Hauptkräfte der KRVA zu stärken.

Das ermöglicht uns, nach wie vor viele neue fähige Kommandeure und Politfunktionäre heranzubilden, sie in anderen Truppenteilen einzu­setzen und auf diesem Wege die bewaffneten antijapanischen Einheiten insgesamt zu stärken.

Wir müssen beharrlich darum ringen, kurzfristig koreanische Ju­gendliche in der Ost- und Südmandschurei und die besten Jugendlichen im Vaterland aufzunehmen, neue Division aufzustellen und deren poli­tisch-militärische Macht zu festigen.

In allen Truppenteilen der KRVA, besonders in den neu aufzustel­lenden Truppenteilen, sind die militärischen und politischen Schulungen und die politisch-ideologische Erziehung in verschiedener Form zu akti­vieren, um die Soldaten mit dem Marxismus-Leninismus, der Linie der koreanischen Revolution und ihrer Strategie und Taktik zu wappnen. Dazu müssen die einzelnen Truppenteile das System der politischen Ar­beit vervollkommnen. In den neu zu formierenden Truppenteilen sind ausgewählte bewährte Politfunktionäre einzusetzen. In den Truppentei­len muß auch eine revolutionäre Atmosphäre des Lernens geschaffen werden. Die Kommandeure und Soldaten haben sich also unermüdlich zu bemühen, ihr politisch-theoretisches Niveau zu heben.

Wir dürfen allerdings nicht zulassen, daß unter Berufung auf das Vorrücken der Truppenteile der KRVA in die Grenzgebiete der gemein­same Kampf mit den bewaffneten antijapanischen Einheiten des chine­sischen Volkes geschwächt wird.

Bisher haben die koreanischen Kommunisten in vereinter Kraft mit den chinesischen Kommunisten gemeinsam den bewaffneten antijapanischen Kampf entfaltet. Neuerdings hat sich die Komintern mit dem Vorschlag an uns gewandt, daß es zweckmäßiger sei, für die künftigen Aktionen die be­waffneten antijapanischen Truppenteile Koreas und Chinas in der Man­dschurei in koreanische und chinesische Truppenteile zu teilen.

Sobald die Situation dafür herangereift ist, muß natürlich die KRVA gesondert operieren. In der gegenwärtigen Situation kann das jedoch nicht geschehen.

Wie allen bekannt, besteht die Hauptkraft der bewaffneten antijapa­nischen Truppenteile Koreas und Chinas, die zur Zeit in der Mandschu­rei wirksam sind, aus den Truppenteilen der KRVA. Außerdem sind auch in den chinesischen Truppen nicht wenige koreanische Kommunis­ten, die als Politfunktionäre und Kommandeure die Kern bildende Rol­le spielen. Werden unter diesen Umständen diese Truppenteile geteilt, d. h. in koreanische und chinesische, so würde das die bewaffneten anti­japanischen Kräfte des chinesischen Brudervolkes schwächen und schließlich der Entwicklung des bewaffneten antijapanischen Kampfes des koreanischen und des chinesischen Volkes Schaden zufügen.

Wir dürfen uns von keiner engstirnigen nationalegoistischen Haltung leiten lassen, sondern haben dieses Problem mit großer Hochherzigkeit zu lösen, wie es den Kommunisten eigen ist. Wir sind proletarische Internationalisten, die für die koreanische und die Weltrevolution kämp­fen. Die Hauptkraft setzen wir für die koreanische Revolution ein, das darf jedoch nicht zur Schwächung der Streitmacht des chinesischen Brudervolkes führen.

Auch die Umstände und die Bedingungen, unter denen wir kämpfen, erlauben es nicht, sofort die Truppen zu teilen. Wir haben die militäri­schen und politischen Aktivitäten so lange unter Nutzung der günstigen Geländebedingungen, der großen Wälder in der Ost- und Südmandschu­rei, zu entfalten, bis wir eine stabile Basis für den bewaffneten Kampf im Vaterland geschaffen haben. Es ist also nicht zulässig, gesonderte korea­nische und chinesische Truppenteile aufzustellen und auf sich allein ge­stellt zu handeln. Den bewaffneten antijapanischen Kampf müssen wir im Namen der Vereinten Antijapanischen Armee (VAA) gemeinsam organi­sieren und entfalten. Nur so können wir von großen Kreisen des koreani­schen und des chinesischen Volkes unterstützt werden.

Unsere Aufgabe besteht darin, im Namen der VAA gemeinsam mit den chinesischen Kommunisten den bewaffneten antijapanischen Kampf zu führen und den antijapanischen revolutionären Kampf des koreani­schen und des chinesischen Volkes voller Kraft weiterzuentwickeln.

Wir müssen die Truppenteile der KRVA stärken und sie in die Grenzgebiete vorrücken lassen. Gleichzeitig müssen wir zur Verstär­kung der Kampfkraft der chinesischen Truppen beitragen, indem wir in den chinesischen Truppenteilen der neu zu formierenden VAA fähige Politfunktionäre und Kommandeure einsetzen. Dadurch ist zu sichern, daß auch nach dem Einmarsch der Einheiten der KRVA in die Grenzgebiete und in das Vaterland ein weiterer Aufschwung im bewaffneten Kampf in der Ost- und Südmandschurei erzielt wird.

2. Zur Verstärkung und Weiterentwicklung der Bewegung der antijapanischen nationalen Einheitsfront

Für einen neuen Aufschwung im antijapanischen nationalen Befrei­ungskampf des koreanischen Volkes müssen wir die Bewegung der anti­japanischen nationalen Einheitsfront verstärken und weiterentwickeln.

So ist es uns möglich, die antijapanischen patriotischen Kräfte aus verschiedenen Schichten in großem Umfang unter dem antijapani­schen Banner zusammenzuschließen und noch zuverlässiger die re­volutionären Kräfte unseres Volkes vorzubereiten. Deshalb müssen wir im ganzen Land diese Bewegung wesentlich vorantreiben, um die Befreiung und Unabhängigkeit des Landes mit der eigenen Kraft der Koreaner zu erringen.

Auch angesichts der internationalen Lage ist es richtig, daß in unse­rem Land heute diese Bewegung intensiviert wird.

Die größte Gefahr in der Welt ist heute der Auftritt des Faschismus. Die Faschisten wollen mit blutiger Diktatur und einem Eroberungskrieg nicht nur das Volk des eigenen Landes, sondern die ganze Menschheit versklaven und die ganze Welt faschisieren.

In Anbetracht dieser Situation hat der VII. Weltkongreß der Kom­munistischen Internationale, der im vorigen Jahr in Moskau stattfand, den Bericht des Genossen Dimitrow entgegengenommen und es als au­ßerordentlich notwendig erachtet, daß sich die Werktätigen und große demokratische Kräfte aller Länder zusammenschließen und dem Fa­schismus in der Welt eine Abfuhr erteilen. Der Kongreß wandte sich mit dem Aufruf an die kommunistischen Parteien aller Länder, eine antifa­schistische Volksfront zu bilden. So sind heute die kommunistischen Parteien der kapitalistischen Länder verpflichtet, die Bewegung der anti­faschistischen Volksfront zu entfalten. Die kommunistischen Parteien und die Kommunisten in den Kolonien und Halbkolonien stehen vor der Aufgabe, die Bewegung der antiimperialistischen nationalen Einheits­front zu entwickeln.

Der Appell der Kommunistischen Partei Chinas lautet: Marsch nach Norden zum antijapanischen Widerstand und antijapanische Einheits­front des chinesischen Volkes! Die ganze Situation fordert von uns, auch in der revolutionären Bewegung in unserem Land die Einheitsfront zu verbreitern.

Heute bestehen in unserem Land wie nie zuvor hinreichende Voraus­setzungen dafür, die Bewegung der antijapanischen nationalen Einheits­front zu verstärken und weiterzuentwickeln.

Infolge der beispiellosen faschistischen Gewaltherrschaft und der ko­lonialen Ausplünderung des japanischen Imperialismus befinden sich unsere Arbeiter, Bauern und die verschiedenen anderen Schichten der Volksmassen in einer äußerst schweren Lage und hat ihre antijapanische Aversion die äußerste Grenze erreicht.

Die Arbeiter und Bauern sind einer zwei- und dreifachen Unterdrü­ckung und Ausbeutung durch den japanischen Imperialismus und seine Handlanger, die Gutsbesitzer und Kapitalisten, ausgesetzt. Sie müssen alle möglichen Beleidigungen und Demütigungen erdulden, ihnen wird ein Sklavendasein in Rechtlosigkeit und Armut aufgezwungen. Die In­tellektuellen und Kulturschaffenden mit Gewissen leiden ebenfalls unter nationalen Beleidigungen und Diskriminierungen durch den japanischen Imperialismus. Sie werden auf die Straße geworfen, was eine Folge der Politik der japanischen Imperialisten zur Vernichtung der Nationalkultur und ihrer Assimilierungspolitik ist. Unter dem Druck des japanischen Monopolkapitals und des Kapitals der Kompradorenbougeoisie machen die nationale Bourgeoisie, die mittleren und kleinen Händler und Unter­nehmer Bankrott. Auf Grund der vielen Steuern und anderen unerträgli­chen Bürden und der kolonialen Ausplünderungen kann die städtische Mittelschicht kaum ihren Lebensunterhalt verdienen. Alle der Stimme des Gewissens folgenden Menschen unseres Landes, von den Arbeitern und Bauern ganz zu schweigen, beklagen heute das Schicksal einer heimatlosen Nation und sehnen sich leidenschaftlich nach Wiedergeburt und Unabhängigkeit des Vaterlandes.

Das zeugt davon, daß bei uns Voraussetzungen dafür heranreifen, die Bewegung einer antijapanischen nationalen Einheitsfront immer mehr zu verstärken und weiterzuentwickeln.

Während der Bewegung der antijapanischen nationalen Einheitsfront in den vergangenen Jahren haben wir wertvolle Erfahrungen gesammelt und auch Kern bildende Führungskräfte zur Weiterentwicklung dieser Arbeit vorbereitet.

Wir müssen all diese Voraussetzungen und Möglichkeiten richtig nutzen, damit entsprechend den Erfordernissen der bestehenden Lage diese Bewegung einen Aufschwung erlebt.

Um diese Bewegung auf eine neue Etappe zu bringen, müssen wir eine ständige Organisation der Einheitsfront schaffen.

In unserer bisherigen Tätigkeit haben wir die verschiedenen antija­panischen Massen in die Massenorganisationen einbezogen, die nach Klassen und Schichten gebildet wurden, und zwar in die Massenorgani­sation wie den Antiimperialistischen Verband, die den Charakter der Einheitsfront trägt. Dadurch konnten wir eine Zersplitterung der Bewe­gung der antijapanischen nationalen Einheitsfront nicht verhindern. Ei­ne einheitliche Entwicklung dieser Bewegung kann erst dann gesichert werden, wenn eine allumfassende einheitliche Organisation der antija­panischen nationalen Einheitsfront geschaffen wird, in der man sowohl die aus den jeweiligen Klassen und Schichten bestehenden Massenor­ganisationen als auch antijapanisch eingestellte patriotische Kräfte der verschiedenen Schichten vereinen kann.

Besonders in unserem Land, wo es noch keine marxistisch-leninistische Partei gibt, braucht man eine Organisation der antijapanischen nationalen Einheitsfront mit einem geordneten Organisationssystem, das die Führung der Einheitsfront durch die Kommunisten vollauf sichert.

Die Organisation der antijapanischen nationalen Einheitsfront, die wir schaffen wollen, muß eine revolutionäre Massenorganisation sein, deren Aufgabe darin besteht, die ganze Nation außer den wenigen Reak­tionären – projapanischen Gutsbesitzern, Kompradorenbourgeois und Nationalverrätern – für die Front der Wiedergeburt des Vaterlandes einmütig zu mobilisieren.

Demnach soll diese Organisation auch einen Namen tragen, der den gemeinsamen Wunsch aller Bevölkerungsschichten widerspiegelt, wie z. B. „Liga für die Wiedergeburt des Vaterlandes“ oder „Nationaler Be­freiungsverband“. Erst dann würden die Nationalisten, die einst an der Unabhängigkeitsbewegung teilnahmen, patriotisch gesinnte Gläubige, ehrliche nationale Bourgeoisie und zahlreiche andere patriotisch gesinn­te Persönlichkeiten verschiedener Schichten die Absichten dieser Orga­nisation richtig verstehen und ihr in großer Zahl beitreten.

Wir müssen ein gutes Programm für die Einheitsfront vorbereiten, das auf alle Fälle die Hauptaufgaben zu enthalten hat, die auf der Etappe der antiimperialistischen antifeudalen demokratischen Revolution zu lösen sind. Dazu müssen gehören die Fragen des Sturzes des kolonialen Regimes des japanischen Imperialismus und der Bildung einer wahren Volksregie­rung, der Bodenreform und der Gewährung der demokratischen Rechte und Freiheiten für die verschiedenen Bevölkerungsschichten.

Damit sich die Bewegung der antijapanischen nationalen Einheits­front erfolgreich erweitern und entwickeln kann, ist sie in enger Verbin­dung mit dem bewaffneten antijapanischen Kampf zu entfalten. Nur so ist es möglich, unter dem Einfluß des bewaffneten Kampfes die Organi­sation der Einheitsfront rasch zu erweitern und weiterzuentwickeln und deren Bewegung auf einer starken Basis voranzubringen.

Eine weitere wichtige Aufgabe für den Aufschwung dieser Bewe­gung besteht darin, den KJV entsprechend den Erfordernissen der Ent­wicklung der Lage in eine umfassendere Massenorganisation der Jugend umzugestalten.

Die Entwicklung der gegenwärtigen Lage erfordert, Jugendliche aller Schichten allumfassend für die antijapanische Front der Wiedergeburt des Vaterlandes zu mobilisieren. In dieser Hinsicht ist der KJV, der nur die kommunistisch gesinnten jungen Avantgardisten in sich aufnimmt, gewissen Einschränkungen unterlegen. Daher beabsichtigen wir jetzt, den KJV im Interesse der Weiterentwicklung aufzulösen und den Anti­japanischen Jugendverband Koreas zu schaffen, eine revolutionäre Mas­senorganisation der Jugend, in der große Kreise patriotisch gesinnter Jugendlicher verschiedener Schichten vereint werden.

Unsere Aufgabe ist es, ein Aktionsprogramm zu erarbeiten, in dem die Forderungen und Wünsche der Jugendlichen aller Schichten klar zum Ausdruck kommen, und unter dem Banner dieses Programms alle Jugendlichen – Arbeiter, Bauern und Schüler, Intellektuelle und Gläubi­ge -, die das Land und die Nation lieben, ungeachtet der Unterschiede in den politischen Ansichten, Glaubensbekenntnissen und der Vermögens­lage, zu organisieren und zu vereinen.

3. Zur intensiven Vorbereitung auf die Schaffung einer marxistisch-leninistischen Partei

Die Vorbereitung auf die Gründung einer marxistisch-leninistischen Partei zu aktivieren, ist ein wichtiges Vorhaben der koreanischen Kom­munisten.

Die Schaffung einer marxistisch-leninistischen Partei in unserem Land wird seit Jahren vorbereitet, und wir haben dabei bestimmte Erfolge zu verzeichnen. Die organisatorisch-ideologische Vorbereitung auf die Gründung der Partei läßt jedoch immer noch zu wünschen übrig; beson­ders im Vaterland waren bisher keine entsprechenden Aktivitäten zu beo­bachten. Wir müssen im ganzen Land das Entstehen der Partei intensiv vorbereiten und eine feste organisatorisch-ideologische Grundlage schaf­fen, damit wir in einer dafür herangereiften Situation rechtzeitig die Partei gründen können.

Die intensive Vorbereitung auf die Schaffung einer Partei ist in der Gegenwart auch deshalb unerläßlich, um durch den Zusammenschluß großer revolutionärer Kräfte unseres Volkes einen weiteren Aufschwung im antijapanischen nationalen Befreiungskampf unseres Landes herbeizu­führen. Die antijapanischen patriotischen Kräfte verschiedener Schichten können erst dann unter dem Banner der Wiedergeburt des Vaterlandes fest vereint werden, wenn durch eine aktive Vorbereitung auf die Grün­dung der Partei die Reihen der Kommunisten, die führende Kern bildende Kraft der koreanischen Revolution, organisatorisch und ideologisch zu­verlässig vorbereitet werden.

Wichtig ist hierbei, die Parteiorganisationen ständig zu erweitern und konsequent ein System zur Anleitung der Parteiorganisationen zu schaf­fen. In den Truppenteilen der KRVA und in jedem Wohngebiet der Kore­aner müssen wir den Aufbau der Parteiorganisationen aktiv vorantreiben. Im Vaterland sollte man vor allem die Kommunisten, die sich voneinan­der getrennt betätigen, zusammenschließen und gleichzeitig die im Kampf erprobten progressiven Kräfte in starkem Maße in die Partei aufnehmen, um die Parteiorganisationen ständig auszubauen.

Beim Aufbau der Parteiorganisationen müssen wir uns gegenwärtig an den Kurs halten, nach dem die Parteiorganisationen von unten nach oben zu bilden sind. Nur so können wir stabile Parteiorganisationen schaffen, die aus den im Kampf erprobten fähigen progressiven Kräften bestehen, die aus den Arbeitern und Bauern hervorgehen. Erst dann sind wir in der Lage, eine revolutionäre Kampfpartei mit einer festen Massenbasis zu gründen.

Neben dem Ausbau der Parteiorganisationen gilt es, ein ordnungsmä­ßiges System der Anleitung der Parteiorganisationen zu errichten. Künftig müssen wir ein einheitliches Organisationssystem vom Parteikomitee der KRVA bis hin zu den örtlichen Parteiorganisationen schaffen, damit alle Parteiorganisationen einheitlich handeln.

Wichtig im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf die Partei­gründung ist die Schaffung eines stabilen organisatorischen Rück­grats.

Es gehört zu den größten Schwächen der im Jahre 1925 gegründeten Kommunistischen Partei Koreas, daß sie hauptsächlich aus kleinbürger­lichen Intellektuellen bestand und daß sie kein organisatorisches Rück­grat hatte. Die Teilnehmer der kommunistischen Bewegung hatten damals keine Grundorganisationen der Partei geschaffen. Sie bildeten nur eine obere Schicht, die nicht in den Massen verwurzelt war, und bil­deten zudem mehrere zentrale Organisationen. Aus diesem Grunde waren sie außerstande, die in der Partei entstandene Fraktionsmacherei und den Opportunismus aller Schattierungen rechtzeitig zu überwinden. Schließ­lich verwandelte sich die Partei in einen Spielball der Sektierer.

Aus diesen bitteren Erfahrungen müssen wir Lehren ziehen und unter den Arbeitern, den leibeigenen und Kleinbauern die Aufnahme in die Partei intensivieren und auf diesem Wege ein klassenmäßig zuverlässi­ges organisatorisches Rückgrat für die Gründung der Partei schaffen. In den revolutionären Organisationen verschiedener Gebiete sind zunächst Grundorganisationen der Partei zu bilden.

Die KRVA soll alle Mitglieder des KJV, die bereits seit vielen Jah­ren in diesen Organisationen gestählt wurden, in die Partei aufnehmen. Gleichzeitig sind in den Jugendorganisationen und anderen antijapani­schen Massenorganisationen einzelner Gebiete Arbeiter, leibeigene und Kleinbauern sowie progressive lernende Jugendliche und Intellektuelle, die einen festen Klassenstandpunkt haben und politisch vorbereitet sind, tatkräftig in die Partei aufzunehmen.

Die ideologische Reinheit der revolutionären Reihen konsequent zu wahren, ist bei der Vorbereitung auf die Gründung der Partei wichtig.

Die Fraktionsmacherei sowie der linke und rechte Opportunismus sind heute in unseren Reihen im großen und ganzen überwunden. Wir dürfen uns jedoch niemals damit zufrieden geben. Unter uns Kommunisten sind nach wie vor labile Menschen, deren revolutionäre Weltanschauung nicht fest ausgeprägt ist und die es nicht vermögen, Entbehrungen im revolutio­nären Kampf mutig auf sich zu nehmen. Die Feinde greifen ihrerseits zu allen möglichen Intrigen und Sabotagen, um unsere revolutionären Reihen von innen her zu unterhöhlen. In dieser Situation müssen wir uns unermüd­lich darum bemühen, das eigene politisch-ideologische Niveau zu erhöhen.

Alle Kommunisten und Mitglieder der revolutionären Organisationen müssen wir mit dem Marxismus-Leninismus, der Linie der koreanischen Revolution und ihrer Strategie und Taktik wappnen, um die ideologi­sche Einmütigkeit und Aktionseinheit der revolutionären Reihen zuver­lässig zu sichern.

In den Reihen der Kommunisten ist auch eine eiserne Organisationsdis­ziplin durchzusetzen, die weder Erscheinungen des Sektierertums noch die geringsten fraktionsmacherischen Handlungen duldet.

Immer energischer müssen wir auch darum ringen, eine Massenbasis für die Gründung der Partei zu schaffen. Um solch eine Basis festigen zu kön­nen, sind vor allem breite Volksmassen verschiedener Schichten unter dem antijapanischen Banner zusammenzuschließen. Demnach müssen wir diese Arbeit in untrennbarer Verbindung mit der Bewegung der antijapanischen nationalen Einheitsfront aktiv vorantreiben.

Genossen!

Von uns Kommunisten hängt es voll und ganz ab, ob es uns ge­lingt, diese edle Aufgabe, den räuberischen japanischen Imperialismus zu schlagen und die Wiedergeburt und Unabhängigkeit des Vaterlandes zu erringen, erfolgreich zu erfüllen.

Die koreanischen Kommunisten können durchaus die japanischen imperialistischen Aggressoren aus unserem Territorium vertreiben und den endgültigen Sieg in der Revolution erkämpfen, wenn sie auf die Kraft ihres Volkes vertrauen und auf sie gestützt das ganze koreanische Volk zur antijapanischen Front der Wiedergeburt des Vaterlandes mobi­lisieren.

Die koreanische Revolution ist nach wie vor hart. Auf dem Weg un­serer Revolution können unzählige Hindernisse und Schwierigkeiten auftreten.

Die koreanischen Kommunisten werden jedoch wie bisher auch in Zukunft, überzeugt vom Sieg der Revolution und ohne Schwanken, un­beirrt und beharrlich kämpfen und die ihnen von der Geschichte und vom Volk übertragene edle Aufgabe, die Wiedergeburt des Vaterlandes, bestens erfüllen.

Die koreanische Revolution ist stets siegreich!

Die Wiedergeburt des Vaterlandes wird unbedingt kommen!