22. Mai 1939 // Reden
Kim Il Sung // Erheben wir uns entschlossen zum antijapanischen Kampf für die beschleunigte Wiedergeburt des Vaterlandes

Erheben wir uns entschlossen zum antijapanischen Kampf für die beschleunigte Wiedergeburt des Vaterlandes

22. Mai 1939

Rede vor den Einwohnern von Sinsadong im Gebiet Musan


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Liebe Mitbürger!

Ich bin hoch erfreut, daß wir erneut den Boden des Vaterlandes be­treten haben und mit Ihnen, unseren teuren Landsleuten, zusammenge­troffen sind.

Wir sind die Söhne und Töchter von Arbeitern und Bauern, die, so wie Sie, unter Hunger leiden, in Lumpen gehüllt und Erniedrigungen ausge­setzt sind. Wir sind Kämpfer der KRVA, die mit der Waffe in der Hand gegen die japanischen imperialistischen Räuber für die Wiedergeburt des Vaterlandes, für die Befreiung und Freiheit der Nation kämpfen.

Die KRVA, die das Vaterland und die Nation liebt, erringt heute ei­nen glänzenden Sieg nach dem anderen und vernichtet die japanischen Imperialisten in Korea und Nordostchina.

Im Kampf mit den japanischen imperialistischen Aggressoren erringt die KRVA weiterhin Siege, weil sie von unserem Volk große materielle und moralische Unterstützung erhält. Den scharfen Bewachungen der japanischen Imperialisten und der Gefahr trotzend, versorgt unser Volk die KRVA mit Nahrungsmitteln, Uniformen, Medikamenten und ande­ren Gütern, kundschaftet Angaben über den Feind aus, übermittelt sie und verbirgt Kämpfer der Revolutionären Volksarmee vor dem Gegner. Zu einer Einheit verschmolzen, kämpfen die KRVA und die Bevölke­rung gegen die Räuber, die japanischen imperialistischen Aggressoren.

Ich möchte Ihnen und den patriotisch gesinnten Menschen auf das herzlichste für die aktive Unterstützung danken, die der KRVA er­wiesen wird.

Liebe Mitbürger!

Wunderschön ist unser Korea mit seinen herrlichen Bergen und kla­ren Flüssen. Sein ganzes Territorium, von den Berggipfeln des Paektu bis hin zur Insel Jeju, birgt große Naturreichtümer. Deshalb bezeichnet man unser Land von alters her als ein aus Gold und Silber gewebtes Land, ein Land der zauberhaften Berge und Flüsse. In diesem prächtigen Land lebt unser kluges, mutiges und fleißiges Volk.

Doch kommen heute die werktätigen Massen, vor allem die Arbeiter und Bauern, obwohl sie sich im Schweiße ihres Angesichts abmühen, nicht in den Genuß der Güter, die ihnen aus diesem Reichtum der Natur erwachsen müßten, und ihre Lage wird immer unerträglicher. Das Le­ben unseres Volkes wird mit jedem Tag schwerer, nicht weil es vom Schicksal her dazu verdammt wäre, sondern weil die japanischen Impe­rialisten, die unser Land besetzt halten, die faschistischen Repressalien und die koloniale Ausplünderung gegenüber dem koreanischen Volk verstärken.

Die Räuber, die japanischen imperialistischen Aggressoren, plündern heute die Reichtümer unseres Landes aus, um ihre eigenen Taschen zu füllen. So z. B. erfanden die japanischen Imperialisten, die den Aggressi­onskrieg in China ausdehnten, das „Gesetz über die staatliche Generalmo­bilmachung“ und andere drakonische Gesetze und rauben rücksichtslos die wertvollen Bodenschätze und Reichtümer unseres Landes aus.

Um unseren Holzreichtum in den Uferzonen der Flüsse Amnok und Tuman und besonders in den Gebieten rings um das Paektu-Gebirge an sich zu reißen, bauten die japanischen Imperialisten in den Wäldern Ei­senbahnen und Straßen und errichteten dort sogar ein Sägewerk. Auf diese Weise plündern sie erbarmungslos den Holzreichtum unseres Lan­des aus.

Die japanischen imperialistischen Aggressoren beschränken sich je­doch nicht auf den Raubbau an den Naturreichtümern unseres Landes, sondern pressen gnadenlos Blut und Schweiß aus unserem Volk. Die

Lage unserer Arbeiter ist gegenwärtig derart schwer, daß sie sich kaum am Leben halten können. Die Situation der hiesigen Holzfäller und Flö­ßer ist unbeschreiblich. Wenn Sie in gefährlichen Abschnitten arbeiten, wo keinerlei Arbeitsschutzmaßnahmen getroffen worden sind, werden Sie entweder zum Krüppel oder büßen gar Ihr Leben ein. Sie arbeiten, ohne je den Rücken zu strecken, und können sich nicht einmal an einer dünnen Suppe satt essen.

Das Gleiche muß auch von der Lage der Bauern gesagt werden. Infol­ge der grausamen Ausbeutung durch die japanischen Imperialisten und Gutsherren verloren viele Bauern ihr Land und wurden auf der Suche nach einem Lebensunterhalt in diese Bergwildnis verschlagen. Doch fris­ten sie jetzt ein unsagbar bitteres Dasein, da man ihnen die Möglichkeit nahm, ungehindert der Rodewirtschaft nachzugehen.

Mit der Gründung der so genannten „Arbeitsarmee für patriotischen Dienst“ zwangen die japanischen Imperialisten in Korea Greise und Frau­en, ja sogar Minderjährige, ganz zu schweigen von Menschen im jungen und mittleren Alter, zur Arbeit in Kohlegruben und Erzbergwerken, zum Bau von Häfen, Flugplätzen und anderen Objekten für Kriegszwecke und verurteilen zur Sklavenarbeit. Unter dem Vorwand der „Wahrung von Geheimnissen“ verüben sie für immer unverzeihliche Verbrechen, schrecken sie nicht davor zurück, Menschen, die in die Bauplätze für militärische Objekte geschleppt worden waren, massenweise lebendig zu begraben.

Die japanischen Imperialisten verstärken auch die politischen Repres­salien gegen unser Volk immer mehr. Von der so genannten Sicherheit des Hinterlandes schwätzend, überzogen sie ganz Korea mit einem Netz von Armeeeinheiten, Gendarmerie- und Polizeistationen, verhaften barba­risch Revolutionäre, Patrioten und andere völlig unschuldige Menschen, werfen sie ins Gefängnis und ermorden sie.

Wegen der räuberischen Ausplünderung und der Unterdrückungspo­litik durch die japanischen imperialistischen Aggressoren steht das ko­reanische Volk in der Tat am Rande des Abgrundes, dräuen schwarze Wolken über dem Land, hat sich ganz Korea in eine wahre Hölle ver­wandelt.

Soll unser kluges und mutiges Volk, das eine lange, fünftausend­jährige Geschichte und eine glänzende Nationalkultur besitzt und in einem Land mit großen Naturreichtümern lebt, für immer zum kolo­nialen Sklaven des japanischen Imperialismus verdammt sein? Keines­falls! Wir müssen um jeden Preis die Aggressoren, die japanischen Imperialisten, verjagen und die Wiedergeburt des Vaterlandes errin­gen. Wir haben genug Kräfte, um diese große, erhabene Sache der Re­volution zu verwirklichen.

Von alters her bewies unsere Nation im Kampf gegen fremdländi­sche Aggressoren beispiellosen Mut. Wenn sich unsere ganze Nation im festen Glauben an den Sieg der Revolution zusammenschließt, ihre Kräfte vereint und sich zum Kampf erhebt, wird sie jeden beliebigen Feind, wie brutal er auch sein mag, zurückschlagen können.

Unsere Landsleute haben die KRVA, eine wahrhaft revolutionäre Streitmacht, wie es sie in der ganzen Geschichte unserer Nation noch nicht gegeben hat. Die KRVA ist eine Armee aus Arbeitern und Bauern, ihr wurde die Aufgabe zuteil, die japanischen Imperialisten aus Korea zu vertreiben und den Kampf für die Wiedergeburt des Vaterlandes zu führen. Sie durchschritt den Weg eines zehnjährigen, ruhmerfüllten Kampfes. Mit einer geschickten Partisanentaktik vernichtet diese un­besiegbare Kraft die räuberischen japanischen Imperialisten. Auch diesmal rückte sie erneut in das Vaterland vor, um den japanischen im­perialistischen Aggressoren einen militärischen und politischen Schlag zu versetzen und unserem Volk den Weg zur Befreiung zu erhellen. Sie wird die japanischen imperialistischen Aggressoren, die Erzfeinde unse­res Volkes, die Ihnen nur Unglück und harte Zwangsarbeit brachten, unbedingt vernichten.

Nach dem Vorfall am 7. Juli versuchen die japanischen Imperialisten wütend, sich ganz China einzuverleiben; doch ihr Untergang ist unaus­weichlich. Angesichts des Scheiterns ihrer Pläne für eine „blitzschnelle Führung und rasche Beendigung“ des Chinesisch-Japanischen Krieges betrachten die japanischen Imperialisten die Gewährleistung der „Si­cherheit“ in Korea und der Mandschurei, ihren Basen im Hinterland für den Aggressionskrieg gegen das Festland, als Voraussetzung für eine „blitzschnelle Führung und rasche Beendigung“ dieses Krieges; sie un­ternehmen seit Herbst des vergangenen Jahres groß angelegte „Strafex­peditionen“ gegen die KRVA und verstärken gleichzeitig beispiellos die faschistischen Repressalien in Korea und Nordostchina. Doch je mehr die japanischen Imperialisten wüten, um so stärker wird der Widerstand der zahllosen antiimperialistischen Kräfte. Immer größere Massen des koreanischen und des chinesischen Volkes erheben sich zum antijapani­schen Kampf, immer machtvoller wächst im Weltmaßstab die Bewe­gung der antifaschistischen Volksfront und der antiimperialistischen nationalen Einheitsfront. Auf diese Weise werden die japanischen Impe­rialisten allerorts scharf verurteilt und schließlich geschlagen werden.

Liebe Mitbürger!

Die KRVA kämpft nicht nur für das Hinwegfegen der japanischen imperialistischen Eroberer vom Boden des Heimatlandes und die Wie­dergeburt des Vaterlandes, sondern auch dafür, in Zukunft im befreiten Heimatland eine neue Gesellschaft aufzubauen, in der unser Volk glück­lich und wohlhabend leben wird. Die Wiedergeburt des Vaterlandes und den Aufbau einer neuen Gesellschaft ersehnt unser Volk zutiefst.

Diese Sehnsüchte unseres Volkes spiegeln sich im Zehn-Punkte­Programm der LWV klar wider. In diesem Programm formulierten wir die Kampfaufgabe unseres Volkes: die Wiedergeburt des Vaterlandes und der Aufbau eines mächtigen, souveränen und unabhängigen Staates, der dem Volk wahre Freiheit und wahres Glück garantiert.

Wenn dieses Programm verwirklicht ist, wird auf dem Boden des unabhängigen Vaterlandes eine Volksregierung gebildet sein, deren Herren Arbeiter und Bauern sind, und werden den Volksmassen wahre Freiheiten und Rechte garantiert sein. Die Arbeiter und Bauern sind dann die Herren über die Fabriken und den Boden, sie werden glück­lich leben frei von Ausbeutung und Unterjochung, die Frauen werden die gleichen Rechte wie die Männer erhalten, die Kinder werden un­entgeltlich lernen.

Wir müssen die Räuber, die japanischen imperialistischen Aggresso­ren, vernichten und die Wiedergeburt des Vaterlandes erringen, damit wir auf dem Boden des Heimatlandes einen Staat des Volkes aufbauen können, in dem die Menschen gut leben, wie es im Zehn-Punkte­Programm der LWV festgelegt ist.

Um die große historische Sache, die Wiedergeburt des Vaterlandes, zu verwirklichen, muß sich unser ganzes Volk entschlossen zum heili­gen Kampf gegen den japanischen Imperialismus erheben.

Die Wiedergeburt des Vaterlandes kann nicht durch die Kräfte nur weniger Menschen erreicht werden. Die Arbeiter, die Bauern, die ganze Nation, alle müssen sich in der antijapanischen Front fest zusammen­schließen.

Damit sich die ganze Nation in der antijapanischen Front vereint, muß die Arbeiterklasse an die Spitze des Kampfes treten, denn sie ist die fortschrittlichste Abteilung der koreanischen Nation. Sie, die Vertre­ter der Arbeiterklasse, müssen an der Spitze der antijapanischen Front stehen, deren Ziel die Befreiung und Freiheit der besitzlosen Massen ist.

Die Arbeiterklasse muß in den revolutionären Organisationen vertre­ten sein, um ihrer Rolle als Vorhut in der antijapanischen Front gerecht werden zu können. Sie muß sich vor allem in den antijapanischen revo­lutionären Organisationen zusammenschließen. Gleichzeitig soll sie die­se Organisationen erweitern, den Zusammenschluß mit den Bauern er­reichen und all diejenigen fest zu einem Ganzen verbinden, die den ja­panischen Imperialismus hassen und die Unabhängigkeit des Landes aufrichtig wünschen, einschließlich der Intelligenz und der Angehörigen der städtischen Kleinbourgeoisie. In dem Maße, wie die revolutionären Organisationen größer werden und sich die breiten Massen zusammen­schließen, müssen Sie den Kampf im kleinen und großen Maßstab in seinen verschiedenen Formen gegen die japanischen Imperialisten stän­dig entfalten, darunter auch durch Sabotage und Streiks, und den japani­schen imperialistischen Aggressoren Schläge versetzen.

Die Forstarbeiter von Sinsadong müssen durch mannigfaltige Kampfformen, auch durch Sabotage, verhindern, daß die japanischen Imperialisten unsere Wälder ausplündern, und so den Holzreichtum des Vaterlandes retten und die Feinde in die Enge treiben.

Um die große historische Sache, die Wiedergeburt des Vaterlandes, zu beschleunigen, müssen wir den Kampf gegen den imperialistischen Aggressionskrieg verstärken.

Das faschistische Deutschland, das faschistische Italien und das milita­ristische Japan dehnen ihren Aggressionskrieg in West und Ost seit den letzten Jahren immer mehr aus. 1936 eroberte das faschistische Italien Äthiopien, 1937 brachen die japanischen Imperialisten den Chinesisch­Japanischen Krieg vom Zaun, und im vergangenen Jahr annektierte das faschistische Deutschland Österreich. Dieser von den faschistischen Staa­ten provozierte Krieg ist ein Aggressions- und Raubkrieg zur Koloniali­sierung fremder Länder und Versklavung ihrer Völker.

Deshalb müssen wir entschlossen gegen die auf den Aggressions­krieg gerichteten Machenschaften der Imperialisten auftreten. Unsere nächste Aufgabe ist es, gegen die Umtriebe der japanischen Imperialis­ten zu kämpfen, die auf die Ausdehnung des Aggressionskrieges zielen. Dies wird unser Kampf sein für den beschleunigten Untergang des räu­berischen japanischen Imperialismus, für die Verwirklichung der großen historischen Sache, der Wiedergeburt des Vaterlandes, ein heiliger Kampf zur aktiven Unterstützung der Völker aller Länder, die der Aggression der japanischen Imperialisten ausgesetzt oder Objekt ihrer Aggression sind.

Liebe Mitbürger, vor allem müssen Sie verschiedene Formen und Methoden anwenden, um der Bevölkerung das Ziel und das Wesen des von den Imperialisten, und besonders von den japanischen, entfesselten Aggressionskrieges zu erläutern und propagandistisch wirksam zu wer­den, und dabei erreichen, daß sich die breiten Volksmassen gegen den Ag­gressionskrieg der Imperialisten erheben.

Ihre nächste Aufgabe ist es, alle drakonischen Gesetze und Mobil­machungsbefehle, die von den japanischen Imperialisten zur Erweite­rung des Aggressionskrieges fabriziert wurden, strikt zu boykottieren. Sie müssen die Versuche der japanischen Imperialisten, den Krieg aus­zudehnen, mit allen Kräften vereiteln.

Damit der Tag der Wiedergeburt des Vaterlandes so bald wie mög­lich kommt, muß das ganze Volk der KRVA große Unterstützung er­weisen.

Für den Kampf gegen die japanischen Imperialisten braucht man nicht unbedingt eine Waffe in die Hand zu nehmen. Wenn Sie eine Or­ganisation gründen, Ihre Kräfte zusammenschließen und der KRVA alle nur mögliche Unterstützung gewähren, so werden Sie damit der revolu­tionären Sache keinen geringeren Dienst leisten, als wenn Sie direkt mit der Waffe in der Hand kämpfen. Deshalb müssen Sie die breiten Volksmassen mit der KRVA, die für die Unabhängigkeit Koreas kämpft, gut vertraut machen, damit das ganze Volk aktiv die revolutio­näre Armee geistig und materiell unterstützt.

Liebe Mitbürger!

Die japanischen Imperialisten unternehmen alle nur denkbaren An­strengungen, um den Kampf unseres Volkes für die Wiedergeburt des Vaterlandes zu unterdrücken; doch es wird ihnen keinesfalls gelingen, unseren Kampf aufzuhalten.

Die japanischen Imperialisten erhalten heute in Korea ebenso wie in China eine Abfuhr, ihre Lage wird immer schwieriger. Die japanischen imperialistischen Aggressoren werden in dem Feuer, das sie selbst ge­legt haben, umkommen; unser Volk wird die große Sache, die Wieder­geburt des Vaterlandes, unbedingt verwirklichen.

Also kämpfen wir alle gemeinsam beharrlich dafür, daß sich der Tag unserer Begegnung auf dem Boden des befreiten Vaterlandes nähert, der Tag, an dem eine neue wahre Arbeiter- und Bauernmacht geschaffen wird, der Tag, an dem wir die Reichtümer des Landes erschließen und so ein neues, erblühendes Korea aufbauen werden, wo allen Menschen ein glückliches Leben gesichert sein wird.