27. März 1933 // Reden
Kim Il Sung // Über einige Aufgaben zur Verbesserung und Aktivierung der Tätigkeit des Kommunistischen Jugendverbandes

Über einige Aufgaben zur Verbesserung und Aktivierung der Tätigkeit des Kommunistischen Jugendverbandes

27. März 1933

Rede auf der Tagung der Funktionäre des Kommunistischen Jugendverbandes in Wangqing


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Es ist nun bald ein Jahr her, daß wir gemäß dem auf der Tagung in Mingyuegou festgelegten Kurs die AVPA gründeten und den organi­sierten bewaffneten Kampf gegen den japanischen Imperialismus auf­nahmen.

In dieser Zeit haben wir in den großen Ufergebieten des Tuman Partisa­nengebiete in Form der befreiten Gebiete geschaffen. Damit erhielt unsere Partisanenarmee einen Stützpunkt, der es uns ermöglicht, militärisch und politisch operativ tätig zu sein.

Gestützt auf die Partisanenstützpunkte, fügten wir den japanischen im­perialistischen Aggressoren militärisch-politisch äußerst schwere Schläge zu, beflügelten wir unser Volk mit neuer Kraft zum antijapanischen Kampf, festigten wir unsere militärischen und politischen Kräfte und vergrößer­ten ständig die Dimensionen des antijapanischen nationalen Befreiungs­kampfes insgesamt, in dessen Mittelpunkt der bewaffnete antijapanische Kampf steht.

In diesem Ringen haben unsere KJV-Organisationen und -Mitglieder fürwahr Großes geleistet. Die Organisationen des KJV, die die organisatori­sche und politische Arbeit unter den Massen der Jugendlichen aufnahmen, vereinigten in ihren Reihen zahlreiche Jungen und Mädchen und sorgten dafür, daß diese zur Entwicklung des bewaffneten antijapanischen Kamp­fes beitrugen. Die Mitglieder des KJV und die Jugendlichen in der Parti­sanenarmee zeigten einwandfrei beispiellosen Mut im Kampf, Kühnheit und Selbstlosigkeit; die Mitglieder des KJV und die Jugendlichen in den Partisanengebieten stärkten den Partisanenstützpunkt und verteidigten ihn zuverlässig vor den Angriffen des Feindes. Ungeachtet der feindlichen barbarischen Repressalien erwiesen sie in den vom Feind besetzten Ge­bieten der Partisanenarmee große materielle und moralische Unterstüt­zung und entfalteten energisch den antijapanischen Kampf in allen seinen Formen.

Erschreckt durch die Verstärkung des militärischen und politischen Wirkens der Partisanenarmee und den unter dessen Einfluß wachsen­den antijapanischen Kampf unseres Volkes in all seinen Formen, un­ternehmen die japanischen Imperialisten gegenwärtig verzweifelte Versuche, die Partisanenarmee und ihre Stützpunkte zu vernichten.

Die entstandene Situation fordert nachdrücklich, daß wir noch größe­re Kreise der antijapanisch gesinnten Massen ideologisch wachrütteln, in Organisationen zusammenschließen, zum Kampf gegen den japanischen Imperialismus mobilisieren und auf diese Weise dessen wütende Ausfälle durchkreuzen und den bewaffneten antijapanischen Kampf weiter aus­dehnen und verstärken. Es erweist sich besonders als eine äußerst wichtige Frage, die großen Kreise der Jugend zum antijapanischen Kampf zu mobili­sieren. Dies ergibt sich aus ihrer Rolle im revolutionären Kampf. In den Partisanenkämpfen wie auch beim organisatorischen und politischen Wir­ken in den vom Feind besetzten Gebieten, in jeder beliebigen Form des revolutionären Kampfes, zeigt sich eben die Jugend am mutigsten und trägt die Verantwortung für die Zukunft unserer Revolution.

Heute jedoch sind alle KJV-Organisationen nicht aktiv genug, sie sind nicht auf der Höhe der Forderungen, die sich aus der Entwicklung unserer Revolution ergeben. Aus dem Bericht und den Diskussionsbei­trägen wird deutlich, daß ihre Tätigkeit nicht frei ist von einer Reihe ernster Mängel. Die KJV-Organisationen nehmen nicht einmal würdige Jungen und Mädchen in ihre Reihen auf, erziehen und stählen nur unbe­friedigend die verschiedenen Schichten der Jugend.

Auf dieser Konferenz möchte ich einige Fragen aufwerfen, die sich darauf beziehen, die in der Arbeit des KJV vorhandenen Fehler schnell zu beseitigen, seine Organisationen zu erweitern und zu festigen sowie die propagandistische Tätigkeit unter den breiten Schichten der Jugend zu verbessern und zu aktivieren.

Erstens kommt es darauf an, den KJV zu erweitern und zu festigen.

Das ist auf der gegenwärtigen Etappe die wichtigste Aufgabe der KJV-Organisationen. Nur wenn diese Aufgabe in Erfüllung geht, kann der KJV seine Kampfkraft noch mehr erhöhen, seine revolutionären Aufgaben vollauf wahrnehmen und zur ständigen Festigung der Partisa­nenreihen beitragen. Zur Zeit jedoch werden diese Organisationen nicht im Genannten, nur ungenügend erweitert und gefestigt.

Der Hauptmangel in der organisatorischen Tätigkeit der KJV- Organisationen ist die linke Abweichung der verschlossenen Tore. Sie kommt darin zum Ausdruck, daß überhohe Anforderungen gestellt und gut vorbereitete Jungen und Mädchen nicht in den KJV aufgenommen werden. Natürlich ist es im Prinzip notwendig, für die Aufnahme in den KJV die Besten auszuwählen. Es ist jedoch ein schwerer Fehler, die Jungen und Mädchen unter verschiedenen Vorwänden nicht in den KJV aufzunehmen. Zum Beispiel führt man Folgendes ins Feld: Die jungen Leute haben zwar im Verlauf mehrerer Jahre die Bewährungsprobe in der illegalen Tätigkeit bestanden, sind aber nicht frei von einer Reihe Fehler im Arbeitsstil; die Kenntnisse der Arbeiter- und Bauernjugend sind nicht hoch genug; die lernende Jugend ist noch zu jung. Wenn es Fehler im Arbeitsstil gibt, so können sie durchaus auf dem Weg der Er­ziehung beseitigt werden. Den jungen Menschen, die wegen fehlender Kenntnisse nicht die notwendigen Leistungen bringen, muß man helfen, ihr Niveau in der Arbeit zu erhöhen.

Völlig falsch ist es ferner, Jungen und Mädchen, die bereits fast zwan­zig sind, für unreife Jünglinge zu halten. Der berühmte koreanische Feld­herr Nam Ih sagte seinerzeit, wenn ein zwanzigjähriger Mann nicht der Staatsregierung kundig ist, wer soll ihn dann später als eine Heldengestalt anerkennen. Ja, so war es in alten Zeiten. Um so weniger haben wir heute das Recht zu behaupten, daß fast zwanzigjährige Jugendliche noch nicht das Alter für den KJV erreicht haben.

Einige KJV-Organisationen nehmen heute Jungen und Mädchen nicht auf, die unbedingt ihre Mitglieder sein müßten, und behaupten, daß durch eine breite Aufnahme von Jugendlichen die Geheimnisse der Organisation verraten werden könnten. Auch das ist eine schädliche Tendenz. Natürlich müssen wir die Geheimnisse der Organisation mit unserem Leben verteidigen und stets auf der Hut sein, daß sie nicht ver­raten werden. Doch wenn man die Reihen des KJV unter dem Vorwand der Geheimhaltung zögernd auffüllt, wird man die Kräfte der Revoluti­on nicht verstärken können. Es genügt, wenn wir nach der Aufnahme der Jugendlichen in den KJV sie gut erziehen, damit sie die Geheimhal­tung in der Revolution wahren.

Die Erweiterung und Festigung des KJV nimmt gegenwärtig durch die linksradikale Tendenz der verschlossenen Tore gewaltigen Schaden. Wie man mir mitteilte, ist es durch dieses falsche Herangehen so weit gekommen, daß in einem der von den Feinden besetzten Gebiete von mehr als einhundert Jungen und Mädchen, die schon über ein Jahr als Mitglied in solchen Organisationen wie dem Bauernverein, dem Anti­imperialistischen Verband und der Gesellschaft zur gegenseitigen Un­terstützung in der Revolution sowie der Kinderavantgarde ihr Leben führten, nur drei oder vier in den KJV aufgenommen wurden. Damit dürfen wir uns nicht länger abfinden.

Wir müssen diese linksradikale Tendenz endgültig beseitigen und die Tore des KJV weit öffnen für Jugendliche, die sich im Kampf gegen den japa­nischen Imperialismus bewährt haben.

Vor allem müssen die KJV-Organisationen Jugendliche aus der Parti­sanenarmee und Jugendliche aus der Antijapanischen Selbstschutzwehr und anderen revolutionären Organisationen in den Partisanengebieten, die sich im praktischen Kampf bewährt haben, in ihre Reihen aufnehmen und gleichzeitig tief in die von den Feinden eroberten Gebiete gehen, um die bewußten, progressiven Jugendlichen in ihrer Organisation zu vereinen. Die absolute Mehrheit der Jugendlichen lebt heute in Gegenden, die die Feinde besetzt halten, und die dortigen KJV-Organisationen haben durch die subversiven Machenschaften des Feindes beträchtlichen Schaden erlit­ten. In dieser Situation müssen alle KJV-Organisationen viele Jugendliche fest um ihre Reihen zusammenschließen, indem sie mit den Jungen und Mädchen in den von den Feinden besetzten Gebieten klug arbeiten.

Alle KJV-Organisationen sollen in ihre Reihen vor allem aktiv die Arbeiterjugend, die stark ist durch ihren revolutionären Charakter, ihre Organisiertheit und Geschlossenheit, und die Bauernjugend aufnehmen. Die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen unseres Landes entstammt der Bauernschaft, und die Mehrheit der Bauernjugend bildet faktisch das Landproletariat. Die Aufnahme von Vertretern der Bauernjugend mit hohem Klassenbewußtsein in den KJV und ihre Umwandlung, zusam­men mit der Arbeiterjugend, in die Hauptabteilung der Revolution hat für uns eine überaus große Bedeutung.

Die KJV-Organisationen dürfen die Aufnahme progressiver Vertreter der lernenden Jugend in ihre Reihen niemals vernachlässigen. Die ler­nende Jugend unseres Landes ist der nationalen Unterdrückung und Er­niedrigung durch den japanischen Imperialismus ausgesetzt, deshalb sind ihr nationales Selbstbewußtsein und ihr Patriotismus sehr hoch. Unab­hängig von ihrer sozialen Herkunft sind die lernenden Jugendlichen ge­genüber den Zeitströmungen höchst aufgeschlossen und haben einen starken Forschungsdrang nach Wahrheit. Deshalb können sie zu Wegbe­reitern kommunistischer Ideen und zu Pionieren der sozialistischen Aufklärungsbewegung werden. Ein deutlicher Beweis dafür ist die Schülerbewegung in Kwangju im November 1929.

In dem Bemühen, die linksradikale Tendenz der verschlossenen Tore in der Tätigkeit des KJV zu beseitigen, müssen wir uns auch gleichzeitig konsequent vor einer rechten Abweichung hüten.

Rechte Abweichungen bestehen darin, daß der KJV unter dem Vor­wand, seine Reihen zu erweitern und zu festigen, prinzipienlos die Tore für unvorbereitete Jungen und Mädchen öffnet, ohne sie überhaupt rich­tig kennen gelernt zu haben. Einige KJV-Organisationen in den Partisa­nengebieten und in den von den Feinden besetzten Gebieten versuchen gegenwärtig, unüberlegt politisch unreife Jugendliche in ihre Reihen aufzunehmen, ohne sich mit der Klassenerziehung der Jugendlichen, mit ihrer Erziehung im Geiste der Heimatliebe und des Hasses auf den japa­nischen Imperialismus zu befassen. Wie können wir in den KJV, die Vorhut der Arbeiter- und Bauernjugend, Jugendliche aufnehmen, deren Klassenbewußtsein und antijapanische patriotische Gesinnung unzuver­lässig sind? Wenn man solche Erscheinungen auch in Zukunft duldet, werden andersgesinnte und unzuverlässige Elemente in die Reihen des KJV eindringen können, seine Kampfkraft schwächen und schließlich die Organisation zerstören.

Wir müssen entschlossen sowohl die linksradikale Tendenz der ver­schlossenen Tore als auch rechte Abweichung verhindern, die organisa­torische Arbeit allerorts, wo es Jugendliche gibt, verbessern und eine größere Zahl von kühnen, progressiven Jungen und Mädchen in unseren Reihen zusammenschließen, um den KJV ständig zu erweitern und zu festigen.

Zweitens müssen alle KJV-Organisationen die ideologische Erzie­hungsarbeit unter den breiten Schichten der Jugendlichen verbessern.

Um den KJV zu festigen und große Kreise der Jugendlichen in ihm zu vereinen, müssen wir die ideologische Erziehung der Jugend verstär­ken. Nur wenn wir ihr Bewußtsein durch intensive ideologische Erziehung erhöhen, werden wir ihre Rolle im revolutionären Kampf verstärken können und unsere historische Aufgabe, die Wiedergeburt des Vaterlandes, schnel­ler vollenden.

Die japanischen Imperialisten, erschreckt durch die weitere Ausdeh­nung und Entwicklung des bewaffneten antijapanischen Kampfes, forcie­ren gegenwärtig ihre militärische Offensive mit „Strafexpeditionen“ gegen die Partisanenarmee und die Partisanengebiete und nehmen gleichzeitig wütend Zuflucht zu verschiedenen politischen Intrigen, um die Reihen der Revolutionäre von innen heraus zu unterminieren und zu spalten. In dieser Situation werden wir ohne die Verstärkung der ideolo­gischen Erziehung der Jugend nicht in der Lage sein, die militärische und ideologische Offensive des Feindes zurückzuschlagen und den be­waffneten antijapanischen Kampf unablässig auszudehnen und zu ent­wickeln.

Die KJV-Organisationen leisten heute jedoch die ideologische Erzie­hungsarbeit unter den breiten Kreisen der Jugendlichen unbefriedigend.

Der Hauptmangel dieser Arbeit besteht darin, daß sie ohne ein klares Ziel, ohne deutlichen Inhalt und ohne Berücksichtigung des Charakters der jungen Menschen erfolgt.

Eine ideologische Erziehung, die die betreffenden Personen nicht be­rücksichtigt und gehaltlos ist, kann schlimmere Folgen nach sich ziehen als die Gebete eines Missionars. Die Propaganda des Marxismus­Leninismus wird heute mit großem Lärm geführt, doch leider bleibt sie in der Regel als leeres Gerede, denn sie ist ohne Gehalt, berücksichtigt nicht den Charakter der konkreten Personen, so daß sie von den Men­schen nicht beachtet wird.

Die Jugendlichen haben eigene Charakterzüge, die sich durch Unter­nehmungslust, revolutionäre Gesinnung, Heldentum, leidenschaftliche Sehnsucht nach Wahrheit und nach einer idealen Gesellschaft sowie Aufnahmefähigkeit auszeichnen; die letztgenannte Eigenschaft ist bei ihnen stärker ausgeprägt als bei anderen Menschen. Doch statt nun diese für unsere Jugend typischen Merkmale zu entwickeln und die realen Verhältnisse und Gebräuche der verschiedenen Gegenden, die aktuellen Forderungen der Jugend zu berücksichtigen, betreiben die KJV- Organisationen die agitatorisch-propagandistische Arbeit und die indi­viduelle Erziehung äußerst eintönig.

Die KJV-Organisationen müssen das Hauptaugenmerk bei der ideo­logischen Erziehung gegenwärtig auf die Entwicklung der antijapani­schen patriotischen Gesinnung und des Klassenbewußtseins der Jugend legen, damit die breiten Massen der Jugend aktiv am heiligen antijapa­nischen Kampf für die Befreiung und Unabhängigkeit des Vaterlandes teilnehmen und sich in diesem Kampf an die Spitze der Reihen stellen.

Die KJV-Organisationen müssen unter den breiten Schichten der Jugend unermüdlich Propagandaarbeit leisten, um die hinterhältige Ko­lonialpolitik des japanischen Imperialismus und ihren schändlichen Charakter, seine Greueltaten zur Massakrierung unseres Volkes an den Pranger zu stellen. Auf diese Weise müssen wir in den breiten Massen unserer Jugend antijapanische Gesinnung ausprägen.

Gleichzeitig müssen die KJV-Organisationen ihre Erziehungsarbeit unter der Jugend verstärken und damit erreichen, daß sie das ausbeuteri­sche Wesen und die nationalverräterischen Handlungen der projapani­schen Gutsherren, Kapitalisten und anderen Helfershelfer des japanischen Imperialismus von Grund auf erkennt.

Es ist auf der gegenwärtigen Etappe wichtig, die patriotische Erzie­hung zu intensivieren. Nur dann werden wir in unserer Jugend Natio­nalstolz und nationale Würde, brennenden Haß gegen die japanischen Imperialisten, die unser Vaterland mit herrlichen Landschaften erobert haben, entwickeln und sie zum aktiven antijapanischen Kampf mobili­sieren können. Wir müssen unsere Jugend unermüdlich dazu erziehen, daß sie das Vaterland grenzenlos liebt, die Geschichte des Kampfes und die glänzende Nationalkultur unseres Volkes gut kennt und be­wahrt und ihr nationales Selbstbewußtsein weiterentwickelt.

Damit sich alle Jugendlichen zum heiligen Kampf gegen den japani­schen Imperialismus erheben, müssen wir ihre Erziehung im Geiste des revolutionären Optimismus verstärken. Die KJV-Organisationen haben die Aufgabe, die propagandistische Arbeit unter den Jungen und Mädchen zu verstärken und ihnen zu erklären, daß der japanische Imperialismus morbid und sein Untergang unausbleiblich ist, daß unsere Revolution ge­recht ist und unbedingt siegen wird, damit unsere Jungen und Mädchen die Schwierigkeiten und Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen, überwinden und beharrlich und unbeugsam gegen den japanischen Impe­rialismus kämpfen.

Außerdem muß die ideologische Erziehung der Jugend verstärkt wer­den, um ihre kämpferische Geschlossenheit mit der chinesischen Jugend zu festigen. Dies ist eines der Hauptkettenglieder für das Durchkreuzen der Umtriebe der japanischen Imperialisten, die nationale Zwietracht sä­en, und für die Festigung der antijapanischen revolutionären Kräfte. Die KJV-Organisationen haben die ideologische Erziehung der Jugend zu aktivieren, damit im Kampf gegen den japanischen Imperialismus, den gemeinsamen Feind des koreanischen und des chinesischen Volkes, eine antijapanische Einheitsfront mit der chinesischen Jugend gebildet und vor allem die Arbeit mit den antijapanischen Abteilungen der Chinesen inten­siviert wird.

Die KJV-Organisationen müssen die ideologische Erziehung substan­tiell betreiben und dabei sie unbedingt mit der revolutionären Tätigkeit der Jugend eng verbinden. Nur so wird die ideologische Erziehung nicht länger nur leeres Gerede sein und in der Tat einen Beitrag zur Sache der Revolution leisten.

Die KJV-Organisationen müssen die ideologische Erziehung auf der jetzigen Etappe mit der Durchsetzung des Kurses zur Entfaltung des be­waffneten antijapanischen Kampfes verbinden, damit die Jungen und

Mädchen in fester Überzeugung vom Sieg der Revolution die Partisa­nengebiete zuverlässig verteidigen, die AVPA von ganzem Herzen unter­stützen und am Kampf in allen seinen Formen gegen den japanischen Imperialismus aktiv teilnehmen.

Die ideologische Erziehung der Jungen und Mädchen muß unbedingt mit verschiedenen Formen und Methoden entsprechend ihren Eigenhei­ten realisiert werden.

Erfolgt diese Arbeit schablonenhaft, ohne die Eigenschaften und Charakterzüge der Jugend zu berücksichtigen, so werden die gewünsch­ten Erfolge ausbleiben. Die KJV-Organisationen sollten entsprechend den Neigungen und Eigenheiten der Jugend verschiedene Veranstaltun­gen gestalten, zum Beispiel Vorträge, Gespräche, agitatorische Auftritte, politische Debatten und andere Formen der mündlichen Propaganda, und nicht zu vergessen sind auch mannigfaltige künstlerische Tätigkeit und Sportveranstaltungen.

Die ideologische Erziehung muß stets das Niveau der konkreten Per­sonen berücksichtigen, nur dann kann ein gutes Ergebnis erwartet wer­den.

Dafür sind vor allem die Betreffenden eingehend zu studieren. Ehe ein Arzt einen Patienten behandelt, untersucht er erst seinen Gesundheitszu­stand und seinen Charakter. Weil nämlich die Krankheit in Abhängigkeit vom Charakter und vom Zustand des Organismus unterschiedliche Sym­ptome aufweisen kann, muß der Arzt folglich bestimmen, welche Arz­neimittel in welcher Menge diesem Patienten zu verordnen sind. Ähnlich müssen auch die KJV-Organisationen die Klassenzugehörigkeit und das ideologische Niveau der Betreffenden konkret untersuchen und eine dem­entsprechende Erziehung betreiben.

Die ideologische Erziehung muß sich auch einer für alle verständli­cher und leicht zugänglicher Sprache bedienen.

Wenn man junge Menschen erzieht und dabei ausgeklügelte Begriffe und Fremdwörter gebraucht, ohne darauf zu achten, ob man verstanden wird oder nicht, bleibt nicht nur das gewünschte Resultat aus, sondern man erzielt genau das Gegenteil. Das geschieht, wenn jemand vor ver­sammelten jungen Bauern mit niedrigem Bewußtseinsstand eingebildet ihnen mit unverständlichen Worten erklären will, daß die bürgerliche Ge­sellschaft gestürzt werden muß, daß das Proletariat die Hegemonie über­nehmen muß, daß der Sowjet zu errichten ist, und was proletarischer In­ternationalismus ist. Sicherlich werden die Versammelten dann sagen: „Der ist einfach verrückt. Er kann nicht einmal Koreanisch, sondern redet nur unverständliches ausländisches Zeug daher, will aber die koreanische Revolution durchführen. Wir sitzen hier eine ganze Stunde und hören zu – aber kein Wort von der Unabhängigkeit Koreas.“ Solch eine Propaganda bringt nicht nur keinerlei Ergebnisse, sondern enttäuscht auch die Jugend. Deshalb dürfen sich die Funktionäre des KJV nicht aufspielen, sondern müssen die Jugendlichen mit einfachen und leicht verständlichen Worten erziehen.

Ein oder zwei erzieherische Veranstaltungen reichen absolut nicht aus, um das Bewußtsein der Jugend zu erhöhen und sie zum revolutionä­ren Kampf zu mobilisieren. Dieses Problem kann nur durch unermüdliche und geduldige Erziehung gelöst werden. Wenn die Erziehung zunächst ohne Ergebnis bleibt, muß sie verstärkt werden, bringt sie wieder kein Ergebnis, muß sie zehn, hundert Mal wiederholt werden. Auf diese Weise müssen die KJV-Organisationen in unermüdlicher Aufklärungs­und Überzeugungsarbeit alle Jungen und Mädchen zum heiligen Kampf für die Vernichtung des japanischen Imperialismus mobilisieren.

Drittens müssen die KJV-Organisationen die Arbeit der Kommunisti­schen Kindervereinigung verantwortungsbewußt leiten.

Das ist ein wichtiges Unterpfand für die weitere Festigung des KJV und darüber hinaus auch für die Stärkung der antijapanischen Partisanen­armee. Die Mitglieder der Kommunistischen Kindervereinigung sind die Herren der Zukunft. Wenn wir diese Vereinigung nicht ausbauen, wird es bei uns keine stabile kommunistische Jugendorganisation geben, und oh­ne politisch gebildete und standhafte Mitglieder des KJV ist die Schaffung einer revolutionären Partei der Arbeiterklasse, die sich auf einem festen Fundament gründet, undenkbar. Gegenwärtig die Arbeit der Kommunisti­schen Kindervereinigung zu intensivieren, bedeutet, den KJV zu stärken und folglich auch eine Basis für die Partei zu schaffen. Nicht ohne Grund nennt man die Kindervereinigung, den KJV und die Partei das „Drei- Generationen-Bündnis“, es gibt darüber sogar ein Lied.

Die KJV-Organisationen müssen die Kinder lehren, das Vaterland innig zu lieben und die Feinde zu hassen. Sie sind verpflichtet, die Kinder mit der schönen Natur unseres Landes und seinen Bodenschätzen, mit der ruhmvollen Geschichte des Kampfes unseres Volkes und seiner strah­lenden Nationalkultur gründlich vertraut zu machen und gleichzeitig in ihnen das klare Verständnis dafür zu wecken, daß der japanische Imperia­lismus, die Gutsherren und Kapitalisten unsere Feinde sind, damit sie von früher Kindheit an ihr Vaterland und Volk lieben und die Feinde hassen.

Die KJV-Organisationen müssen die Kinder so leiten, daß diese sich aktiv am Leben ihrer Organisation beteiligen. Auf diese Weise muß in den Kindern allmählich die richtige Einstellung zu ihrer Organisation entwickelt werden, damit sie von früher Kindheit an ihre Organisation lieben, auf sie gestützt leben und ihren Auftrag in Ehren erfüllen.

Eine äußerst wichtige Rolle in der Kindervereinigung spielen die Leiter ihrer Organisationen. Sie sind Lehrer und Führer, die die Ausbil­dung und das Leben der Mitglieder der Kindervereinigung unmittelbar organisieren und lenken. Alle KJV-Organisationen müssen die Rolle der Leiter der Organisationen der Kindervereinigung verstärken und die bes­ten Mitglieder des KJV für diese Funktion auswählen, damit diese ve­rantwortungsbewußt die Arbeit der Kindervereinigung leiten.

Die KJV-Organisationen sollen das Leben der Mitglieder der Kinder­avantgarde gewissenhaft anleiten.

Die KJV-Organisationen haben den Mitgliedern der Kinderavantgar­de vor allem militärische Kenntnisse zu vermitteln, ihnen verschiedene militärische Aufgaben zu übertragen z. B. den Wachdienst, die Aufklä­rung feindlicher Aktivitäten, Verbindungsaufgaben oder Auskundschaf­ten von Spionen, ihnen aber auch politische Lernaufgaben zu stellen und ihre Tätigkeit so zu lenken, daß sie mit hohem Nationalstolz und Klas­senbewußtsein exakt die ihnen übertragenen Aufgaben erledigen, wie es sich für die Mitglieder der Kinderavantgarde gehört. Auf diese Weise ist zu erreichen, daß sie aktiv zum Kampf gegen den japanischen Imperialis­mus beitragen und gleichzeitig ständig revolutionär gestählt werden.

Viertens müssen wir die Arbeitsmethode und den Arbeitsstil der Funktionäre des KJV entschieden verbessern.

Wir haben bereits mehrmals betont, daß sie eine richtige Einstellung zu den Massen haben und zu wahren Leitern der Jugend werden müssen.

Gegenwärtig jedoch gebrauchen viele dieser Funktionäre Fremdwörter, plustern sich auf, verhalten sich ohne jeglichen Grund gegenüber den Ju­gendlichen grob. So können sie weder erzogen noch zusammengeschlos­sen werden. Da es der KJV mit verschiedenen Schichten der Jugendlichen zu tun hat, kann es natürlich im Verlauf seiner Arbeit zu vielen kompli­zierten und schwierigen Fragen kommen. Doch wenn die Funktionäre des KJV den Jugendlichen brüderliche Liebe, wahres revolutionäres Kame­radschaftsgefühl bekunden, ihnen fest vertrauen und sich auf ihre Kräfte und ihre Klugheit stützen, können sie erwünschte Erfolge erzielen, auch wenn die Arbeit des KJV schwierig und kompliziert ist. Deshalb ist es eine vordringliche Aufgabe für die KJV-Funktionäre, eine revolutionäre Einstellung gegenüber den Massen anzunehmen.

Außerdem müssen diese Funktionäre revolutionäre Arbeitsmethoden erlernen. Diese Methode beruht auf der Kraft der breiten Massen. Die KJV-Funktionäre müssen unter die Jugend gehen, mit ihr zusammen sein und zusammenleben, Aufklärungsarbeit leisten und sie die Metho­den zur Realisierung der ihr gestellten Aufgaben lehren, damit sie sich selbstbewußt für deren Verwirklichung einsetzt.

Überzeugung und Erziehung – das ist die Arbeitsmethode der Kom­munisten. Überhaupt kann die Revolution nur durch den Kampf wach­gerüttelter und bewußter Menschen von Sieg gekrönt werden. Mit der Methode des Zwangs und der Befehle kann man keinesfalls die Jugendli­chen wachrütteln und zu bewußten Kämpfern machen. Gerade die heuti­gen Bedingungen, unter denen wir den Kampf für die Wiedergeburt des Vaterlandes, eingekreist vom Feind, führen, lassen uns keinen anderen Weg, als die breiten Schichten der Jugendlichen für den antijapanischen Kampf mit der Methode der Überzeugung und Erziehung zu mobilisieren. Das bedeutet jedoch auf keinen Fall, daß die Funktionäre des KJV zu Fehlern der Kameraden schweigen sollen.

Die KJV-Funktionäre müssen die Überzeugung und Erziehung un­bedingt mit prinzipienfester Kritik verbinden. Doch auch hierbei müssen wir beherzigen, daß die Kritik nur dann wirkungsvoll ist, wenn sie wirk­lich kameradschaftlich vorgetragen wird und wenn man den Charakter und Bildungsstand des Kritisierten berücksichtigt. Wenn wir dagegen unter dem Vorwand, die Kritik zu verstärken, den Kritisierten nur bloß­stellen und über ihn maßlos herfallen, ohne seinen Charakter und seinen Bildungsstand in Betracht zu ziehen, und dabei lauthals Ausdrücke ge­brauchen wie „ernstlich“ und „falsch“, so werden wir eine entgegenge­setzte Wirkung erzielen.

Um überlegt zu kritisieren, müssen wir uns zunächst gut mit den Mängeln des zu Kritisierenden vertraut machen und danach mit ver­ständlichen Worten ihm ausführlich erläutern, welche Mängel er hat, welche Folgen sie haben, und ihm konkret Wege zu ihrer Beseitigung nennen. Gerade das macht eine kameradschaftliche und prinzipienfeste Kritik aus. Wird dagegen die Kritik nicht kameradschaftlich geübt, hin­terläßt sie bei dem Kritisierten keinen tiefen Eindruck und wird ihn nicht veranlassen, sich ernsthaft Gedanken über seine Fehler zu machen.

Außerdem müssen die KJV-Funktionäre den Jungen und Mädchen ständig lehrreiche Hinweise geben und ihnen helfen, ihre Pflichten einwand­frei und bestens zu erledigen. Sich ständig bei der Jugend aufzuhalten, sie zu schulen und zu unterstützen, muß zu ihrer alltäglichen Gewohnheit werden.

Sie sollen eine richtige Einstellung zur Arbeit haben. Sie kommt bei den Kommunisten darin zum Ausdruck, daß sie die Volksmassen lieben, sie verehren, aufopferungsvoll für ihre Interessen kämpfen und mit ih­nen Freud und Leid teilen. Diese den Kommunisten eigene Einstellung müssen auch die KJV-Funktionäre haben.

Sie sollen immer höflich und schlicht sein, freimütig von den Massen ler­nen und ein bescheidenes Leben führen. Nur dann werden sie inmitten der Jugend leben, eine Einheit mit ihr bilden und Freud und Leid mit ihr teilen können. Ferner müssen sie immer dann, wenn Schwierigkeiten und Hinder­nisse auftreten, diese an der Spitze der Jugend kühn überwinden und sie durch ihr persönliches Vorbild mit sich reißen.

Genossen!

Der bewaffnete Kampf gegen den japanischen Imperialismus ist äußerst hart und schwer. Die japanischen Imperialisten unternehmen verzweifelte Anstrengungen, um die antijapanische Gesinnung und den bewaffneten Kampf unseres Volkes zu unterdrücken. Doch un­geachtet dessen wird das koreanische Volk den japanischen Imperia­lismus unbedingt vernichten, die Befreiung und Unabhängigkeit des Vaterlandes erringen und in Korea mit seiner schönen Landschaft eine neue Gesellschaft aufbauen, in der alle Menschen gleichermaßen ein glückliches und wohlhabendes Leben führen.

Das koreanische Volk schaut heute voller Siegeszuversicht in die Zukunft und schreitet voran, das Banner des bewaffneten antijapanischen Kampfes hoch erhoben. Zur weiteren Ausdehnung und Entwicklung dieses Kampfes, zur Erringung des Sieges müssen sich die breiten Schichten der Jugend aktiv am antijapanischen Kampf beteiligen und sich in die Avantgarde dieses Kampfes einreihen.

Ich bringe meine feste Überzeugung zum Ausdruck, daß alle KJV- Organisationen ihre Arbeit entsprechend den Anforderungen der Entwick­lung unserer Revolution verbessern und intensivieren, in ihren Reihen die breiten Massen der Jugend fest vereinen und sie zu jungen kommunisti­schen Vorkämpfern heranbilden werden, die bereit sind, ihre Jugend und ihr Leben in den Dienst des Kampfes für die koreanische Revolution zu stellen