15. November 1955 // Artikel
Kim Il Sung // Die Arbeiter des Stahlwerkes Kangson, werdet bei der Erfüllung des Dreijahrplanes Schrittmacher!

Die Arbeiter des Stahlwerkes Kangson, werdet bei der Erfüllung des Dreijahrplanes Schrittmacher!

15. November 1955

Gespräch mit den leitenden Funktionären und Arbeitern des Stahlwerkes Kangson


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Es ist das zweite Mal nach dem Waffenstillstand, daß ich heute das Stahlwerk Kangson besuche. Als ich mich gerade nach dem Waffenstillstand zum ersten Mal hier aufhielt, schwebte noch der Pulverdampf über dem Territorium unseres Vaterlandes. Heute zieht jedoch das ganze koreanische Volk, das in aktiver Unterstützung der Beschlüsse der 6. Plenartagung des ZK der Partei alle Komplikationen mutig überwunden und die Wunden des Krieges geheilt hat, eine siegreiche Bilanz des zweiten Jahres des Dreijahrplans.

Als ich nach dem Krieg zum ersten Mal das Stahlwerk Kangson besuchte, war alles zerstört, und im Werk gab es keine Stelle, die man betreten konnte. An jenem Tag habe ich an einer Pappel auf dem Werkhof mit Ihnen die Richtung des Wiederaufbaus in der Nachkriegszeit beraten. Damals waren Sie entschlossen, das Werk um jeden Preis aus eigener Kraft wiederaufzubauen, und zwar ein modernes Werk. Ihr Entschluß ist heute von Erfolg gekrönt.

Heute habe ich an Ort und Stelle die Produktion besichtigt und mich vom Wiederaufbau überzeugt. Die Erfolge, die Sie errungen haben, sind sehr groß.

Die Arbeiter des Stahlwerkes Kangson haben mit aller Kraft die Elektroofen Nr. 1, 2, 3 und 4 der Werkabteilung für Stahlproduktion sowie die 650-mm-Walze des Blockwalzwerkes wiederaufgebaut und in Betrieb genommen; Sie haben eine Produktionskapazität geschaffen, die es ermöglicht, durchschnittlich mehr als 200 Tonnen Stahlblöcke pro Tag zu erzeugen. Sie haben dort, wo man unmittelbar nach dem Waffenstillstand keinen Fußbreit Boden betreten konnte, eine Gießerei errichtet, hier Ersatzteile für eigene Betriebsausrüstungen und die Muster der Walzen gegossen sowie den Gasgenerator beim Wieder­aufbau modernisiert und mechanisiert, so daß die Arbeit erleichtert werden konnte. Sie haben außerdem die Jugend-Abteilung für Reparatur und Instandsetzung wiederaufgebaut und stellen hier selbständig die notwendigen Ersatzteile für die Inbetriebnahme der Ausrüstungen des Werkes her.

Der dreistufige Doppelheizofen wurde ebenfalls ausgezeichnet wiederaufgebaut. Die Nennleistung dieses Ofens betrug in der Zeit des japanischen Imperialismus nur 30 000 Tonnen. Sie haben jedoch diese Kapazität auf das Dreifache und mehr erhöht. Es ist keinesfalls leicht, ohne Erneuerung der Ofenanlagen dieses Niveau zu erreichen. Auch die Straßen und Gleise innerhalb und außerhalb des Werkes wurden in Ordnung gebracht, so daß es einen guten Anblick bietet. Fast alle Bombentrichter wurden zugeschüttet. Durch den unermüdlichen Einsatz der Arbeiter des Stahlwerkes Kangson konnte nun dieser während des Krieges total zerstörte Betrieb auf moderner Grundlage wiederaufgebaut werden.

Das Stahlwerk Kangson erfüllt die Auflage des Dreijahrplans für die Walzstahlproduktion ebenfalls mit Erfolg.

In einem kurzen Zeitraum, in gut zwei Jahren nach dem Waffen­stillstand, haben die Stahlwerker von Kangson fürwahr viel geleistet.

Ich bin von Ihren Leistungen zutiefst beeindruckt. Ihre Erfolge machen mir Mut und geben mir Zuversicht.

Besonders erfreulich ist, daß die Elektroofen, Blockwalzwerke und Profilwalzanlagen nicht in ihrer ursprünglichen Form, sondern größer und moderner übergeben wurden und die ganze Betriebsbelegschaft voller Eifer ringt, um den Dreijahrplan der Volkswirtschaft bedeutend früher zu erfüllen. Die Stahlarbeiter von Kangson haben die Stärke der heldenhaften koreanischen Arbeiterklasse erneut vor der ganzen Welt demonstriert.

Gestatten Sie mir, allen Parteimitgliedern und allen anderen Werk­tätigen des Stahlwerkes Kangson, die sich einmütig erhoben haben, um die vor dem Betrieb stehenden Kampfaufgaben vorbildlich zu erfüllen, und den Hausfrauen, die den Wiederaufbau des Werkes aktiv unterstützen, im Namen des ZK der Partei und der Regierung der Republik sowie in meinem eigenen Namen den herzlichsten Dank auszusprechen.

Ihre Erfolge sind keineswegs zufällig. Sie wurden dank der klugen Führung unserer Partei errungen, sind auch ein Resultat, daß die Stahlwerker von Kangson mit dem gleichen Geist und Mut, mit dem sie während des Krieges gegen die US-imperialistischen Aggressoren gekämpft hatten, mit aller Konsequenz die Politik der Partei verwirklichten. Meine ganze Achtung gilt nochmals den Arbeitern von Kangson, die sich für die Politik der Partei unbeirrt und konsequent einsetzen.

Die Erfolge, die die Arbeiter von Kangson beim Wiederaufbau errungen haben, werden ein wichtiger Grundstein für die wirt­schaftliche Entwicklung des Landes sein. Sie dürfen sich jedoch nicht im geringsten mit den Erfolgen zufriedengeben. So hoch diese Erfolge auch einzuschätzen sein mögen, sind sie im Vergleich zu unseren bevorstehenden Aufgaben nicht mehr als die elementarsten Voraus­setzungen.

Vor uns stehen noch größere Aufgaben als die von uns erfüllten. Wir müssen die zerstörte Volkswirtschaft rasch wiederherstellen und deren Dreijahrplan vorfristig erfüllen und in nicht allzu ferner Zukunft unser Land in einen mächtigen Industriestaat verwandeln. Deshalb müssen wir mehr leisten als andere. Wenn andere einen Schritt tun, müssen wir zehn Schritte machen, wenn andere 10 Schritte tun, müssen wir 100 Schritte machen.

Die Arbeiter des Stahlwerkes Kangson haben die Pflicht, weiterhin Bestleistungen zu vollbringen und bei der Erfüllung des Dreijahrplans Schrittmacher zu sein. Selbstverständlich ist dies nicht einfach. Wir glauben jedoch, daß Sie es schaffen werden. Sie sind diejenigen, die unmittelbar nach dem Waffenstillstand mit bloßen Händen auf den Ruinen die Elektroofen errichteten und die Ehre hatten, beim ersten Abstich dabei zu sein; auch diejenigen, die das ursprüngliche, bis zur Unkenntlichkeit zerstörte Blockwalzwerk neu aufbauten und den ersten Walzstahl produzierten, sind eben die Arbeiter von Kangson. Kämpfen Sie mit demselben Geist, mit dem Sie aus eigener Kraft das Werk wiederaufbauten und die Produktion in Gang setzten, so werden Sie sich auch die Ehre erringen, Schrittmacher bei der Erfüllung des Dreijahrplans zu sein.

Das Stahlwerk Kangson nimmt einen wichtigen Platz beim wirtschaftlichen Aufbau unseres Landes ein. Nur wenn sich die Arbeiter dieses Werkes im Kampf für die Erfüllung des Dreijahrplanes an die Spitze stellen und mehr Walzstahl produzieren, ist es möglich, die zerstörte Volkswirtschaft rasch wiederaufzubauen und den Drei­jahrplan vorfristig zu erfüllen. Ob Sie mehr Walzstahl produzieren oder nicht, übt letzten Endes einen großen Einfluß auf den Nachkriegs­wiederaufbau und die Erfüllung des Dreijahrplanes aus. Die Arbeiter des Stahlwerkes Kangson müssen sich der Bedeutung ihrer Aufgaben zutiefst bewußt sein und einen energischen Kampf für hohe Arbeitsleistungen entfalten, um mehr Walzstahl zu erzeugen.

Zur Steigerung der Stahlproduktion sind alle innerbetrieblichen Reserven und alle technischen Kräfte zu mobilisieren, sind auf diesem Wege die vorhandenen Produktionsanlagen zu modernisieren, besser instand zu setzen, zu ergänzen, sind die im Wiederaufbau befindlichen Objekte völlig wiederzuerrichten.

Vor allem sind die Elektroofen zu modernisieren, neue Schmelz­verfahren einzuführen und so die Schmelzzeit zu verkürzen sowie eine Bewegung zu entfalten, in einer Schicht 30 Tonnen Stahl zu schmelzen. Außerdem ist es notwendig, die Kapazität der Produktion von Stahlblöcken zu erweitern, um deren Erzeugung zu erhöhen.

Das Blockwalzwerk ist eine sehr wichtige Abteilung des Stahlwerks Kangson, deren Werkhalle gut auszustatten und die Blockwalzstraße sachgemäß in Ordnung zu bringen und zu vervollständigen ist, um ihre Kapazität voll auszulasten und maximal zu nutzen.

Für die Herstellung von Profilstählen verschiedener Standards ist in diesem Betrieb ein mittleres und kleines Walzwerk neu zu errichten. Es wurde vorgeschlagen, ein Drahtwalzwerk zu bauen. Damit bin ich einverstanden.

Für den Wiederaufbau des Werkes und für die Erhöhung der

Produktion ist es wichtig, die Abteilung für Instandsetzung und Energieversorgung zu verstärken. Die Jugend-Abteilung für Reparatur und Instandsetzung ist besser auszustatten, um die notwendigen Ersatzteile für den Eigenbedarf selbst fertigzustellen.

Mit der Massenproduktion von Walzen ist rasch zu beginnen. Weil es uns an Walzen mangelt, sind wir jetzt nicht in der Lage, mehr Walzstraßen zu errichten und mehr Walzstahl zu produzieren. Das Stahlwerk Kangson hat die Aufgabe, künftig den Bedarf des ganzen Landes an Walzen zu decken.

Nicht nur Walzen, sondern auch die für unser Land notwendigen Ausrüstungen und Ersatzteile sind aus eigener Kraft, aus unserem Material und mit unserer Technik herzustellen, ohne die Hilfe anderer Länder in Anspruch zu nehmen. Das ist ein Kurs, an den sich unsere Partei beim wirtschaftlichen Aufbau konsequent hält. Wenn wir uns an den von der Partei vorgegebenen Kurs halten und das für uns Not­wendige aus eigener Kraft produzieren, werden wir unsere Wirtschaft rasch entwickeln.

Eine der Aufgaben, die es zu lösen gilt, besteht darin, Produktions­prozesse zu mechanisieren, um körperlich schwere Arbeit in leichte zu verwandeln. Das Stahlwerk Kangson hat durch die Instandsetzung und Mechanisierung des Gasgenerators die Arbeit erleichtert, wobei gute Erfahrungen gesammelt wurden. Sie sollen solche Erfahrung weiter verbreiten und Produktionsprozesse aktiv mechanisieren, um auch bei erleichterter Arbeit die Produktivität zu erhöhen.

Im Stahlwerk Kangson ergriff man die Initiative, bis Ende April des nächsten Jahres alle noch nicht wiederhergestellten Ausrüstungen wiederaufzubauen. Und das muß so sein. Auch beim Wiederaufbau muß das Stahlwerk Kangson ein Vorbild im ganzen Land sein. Alle Wege auf dem Betriebsgelände sind gänzlich in Ordnung zu bringen und die Räume des Betriebes kulturvoll zu gestalten.

In dem Maße, wie die Betriebsausrüstungen modernisiert und die Produktion gesteigert wird, steht die wichtige Aufgabe, die technische Qualifikation der Arbeiter zu erhöhen. Anderenfalls ist man nicht in der Lage, moderne Maschinen und Ausrüstungen zu bedienen und die Stahlproduktion zu erweitern. Unter den Arbeitern des Stahlwerkes Kangson gibt es wenig erfahrene Facharbeiter, die absolute Mehrheit setzt sich aus demobilisierten Soldaten und Neulingen aus dem Dorf und aus Schulen zusammen. Deshalb ist es um so dringlicher, die technische Qualifikation der Arbeiter zu erhöhen. Das Werk muß diese Angelegenheit als die nächste Kampfaufgabe stellen und deren Erfüllung stark vorantreiben. Unter den Arbeitern ist das technische Studium zu verstärken, um zu erreichen, daß sie die Leistungsparameter ihrer Maschinen klar kennen und diese geschickt bedienen können. Große Aufmerksamkeit müssen wir besonders darauf richten, für die Blockwalzstraßen zuverlässige Arbeiter als Walzwerker einzusetzen sowie ihre technische Qualifikation zu erhöhen.

Um die technische Qualifikation der Arbeiter zu erhöhen, muß man eine Betriebsschule errichten, wo man ohne Unterbrechung der Berufstätigkeit lernen kann. Läßt man hier die Arbeiter lernen, so werden sie ihr technisches Niveau bedeutend erhöhen können.

Wenn das Werk ausgebaut wird, werden auch mehr Arbeitskräfte gebraucht. Aber die Arbeitskräftelage des Landes ist angespannt, deshalb ist es nicht in der Lage, alle für den Betrieb notwendigen Arbeitskräfte nur mit Jugendlichen und Menschen im mittleren Alter aufzufüllen. Das Stahlwerk Kangson muß Maßnahmen treffen, um auch Hausfrauen kühn einzustellen.

Beschäftigt man viele Hausfrauen, so kann man nicht nur die Arbeitskräftefrage lösen, sondern auch die Lebensbedingungen der Belegschaft bedeutend verbessern. Hausfrauen in die Produktionsarbeit einzubeziehen, hat auch große gesellschaftliche Bedeutung. Voraus­setzung ist jedoch, das Netz der Kinderkrippen und -gärten, der Wäschereien, Kantinen und Lebensmittelverkaufsstellen zu verdichten und bessere Bedingungen für den Arbeitsschutz der Frauen zu schaffen. Dann können sie sorgenfrei arbeiten.

Eine große Reserve für die Steigerung der Produktion besteht darin, die Arbeit mit den Menschen, das heißt, mit den Arbeitern und Technikern zu verbessern. Sie sind Herren des Betriebes, sind eben diejenigen, die Maschinen bedienen und Waren erzeugen. Wenn sie mit Enthusiasmus und Bewußtsein am Kampf um eine höhere Produktion teilnehmen, wird diese sichtbar zunehmen. Die leitenden Kader des Werkes müssen sie dazu erziehen, daß sie sich der Ehre bewußt sind, die Festung der Stahlproduktion unseres Landes zu verteidigen, und in ihrer Arbeit hohen revolutionären Enthusiasmus entfalten.

Das Betriebsparteikomitee muß eine gute Arbeit mit den Parteimmitgliedern leisten und dahingehend auf sie Einfluß nehmen, daß sie nicht nur in der Produktion, sondern auch bei ihrer technischen Qualifizierung und der Überleitung der modernen Technik und moderner Arbeitsmethoden eine Vorhutrolle spielen.

Die Versorgung und die Betreuung der Arbeiter sind zu verbessern.

Bei der Schaffung besserer Lebensbedingungen für die Arbeiter ist es die vordringlichste Aufgabe, die Wohnungsfrage zu lösen. Durch den Krieg war die Wohnungsfrage ohnehin angespannt, doch in letzter Zeit wurde sie noch komplizierter, weil viele demobilisierte Soldaten und neue Arbeiter ins Werk kamen. Bald wird der Winter einbrechen, und deshalb muß man sich rasch darum kümmern.

Ich habe heute die von Ihnen mit Lehmziegel gebauten Wohnhäuser besichtigt; sie sind bequem und sauber. In der Zeit des bewaffneten antijapanischen Kampfes lebten wir in Rundholzbauten. Im Vergleich dazu sind die Wohnhäuser aus Lehmziegel sehr gut. Wenn wir größere Mengen Stahl, Zement und Ziegelstein produzieren, werden wir mehrstöckige schöne Wohnhäuser bauen. Das Wohnungsproblem müssen wir lösen, wenn wir heute auch mit Lehmziegel einstöckige Häuser bauen. Baut man derartige Häuser, so kann man mit wenig Holz und Ziegelsteinen leicht viele Häuser bauen. Das Stahlwerk Kangson muß durch eine gesellschaftliche Bewegung mit Lehmziegel viele Wohnhäuser bauen. Künftig muß man den Wohnungsbau vorrangig, vor dem Industriebau, in Angriff nehmen.

Es gilt, mehr Arbeiterwohnheime zu errichten und die Dienst­leistungseinrichtungen für die Arbeiter besser auszustatten, um für ihr Leben aktiv Erleichterungen zu schaffen.

Die kulturellen Bedürfnisse der Arbeiter sind zu befriedigen. Das Stahlwerk Kangson liegt nicht weit von Pyongyang entfernt. Deswegen steht die Aufgabe, nicht nur in der Produktion, sondern auch bei der Organisierung des kulturellen Lebens der Arbeiter landesweit Vorbild zu sein.

Entsprechend den Forderungen der Arbeiter ist die Waren­versorgung zu verbessern; sie sind ausreichend mit Gemüse, Tofu und anderen Lebensmitteln zu beliefern. Wenn die leitenden Kader des Werkes die Arbeit gut organisieren, lassen sich auch Gemüse, Tofu und dergleichen kontinuierlich zur Verfügung stellen.

Zum Schluß sei gesagt, daß im Betrieb eine revolutionäre Ordnung und Disziplin herrschen müssen sowie die Wachsamkeit weiter zu erhöhen ist. Je größer unsere Erfolge sind, desto hartnäckiger betreiben die Feinde ihre Wühltätigkeit. Das dürfen Sie nie außer acht lassen.

Ich gebe hiermit der Hoffnung Ausdruck, daß die Arbeiter von Kangson bei der Erfüllung des Dreijahrplans der Volkswirtschaft als Schrittmacher vorangehen werden.