10. August 1940 // Reden
Kim Il Sung // Gut gerüstet führen wir das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlandes, herbei

Gut gerüstet führen wir das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlandes, herbei

10. August 1940

Bericht auf der Tagung der militärischen und politischen Kader der KRVA in Xiaohaerbaling, Kreis Dunhua


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Wir haben uns heute hier versammelt, um den Kurs des weiteren Kampfes und die Aufgaben der KRVA angesichts der sich jäh verän­dernden Situation zu beraten.

In Kürze jährt sich zum zehnten Mal der Tag, an dem die koreani­schen Kommunisten die AVPA gründeten und den bewaffneten Kampf gegen die japanischen imperialistischen Räuber aufnahmen. In diesen Jahren haben die koreanischen Kommunisten einen äußerst schweren Kampf geführt, den japanischen imperialistischen Eroberern vernich­tende militärische und politische Schläge versetzt und eine feste Basis geschaffen, die es uns ermöglicht, die koreanische Revolution insgesamt zu einem neuen Aufschwung zu führen.

Im Verlaufe des zehn Jahre währenden, außerordentlich schweren Kampfes ist die KRVA, die Hauptkraft der koreanischen Revolution, vor allem militärisch und politisch noch mehr gewachsen und erstarkt. Nach ihrer Gründung hat die KRVA ihre Reihen ständig mit progressiven Ar­beitern, Bauern und revolutionären Jugendlichen erweitert und verstärkt und ihre Bewaffnung durch die erbeuteten feindlichen Waffen beträcht­lich aufgefüllt. Ferner wurden alle Kommandeure und Soldaten der KRVA in den nicht abreißenden, erbitterten Kämpfen mit den Feinden, im Prozeß der militärischen und politischen Ausbildung gestählt, und sie gewannen reiche Kampferfahrungen. Auf diese Weise wuchs die KRVA, erstarkte und verwandelte sich in eine starke revolutionäre Streitmacht.

Wir legten auch ein festes Fundament für die Gründung einer mar­xistisch-leninistischen Partei. Im Feuer des bewaffneten Kampfes berei­teten wir, die koreanischen Kommunisten, unermüdlich die Gründung einer marxistisch-leninistischen Partei vor. Indem wir die Arbeiter, Bau­ern und die breiten Schichten der Werktätigen revolutionierten und sie um die Kommunisten zusammenschlossen, schufen wir die Massenbasis für das Entstehen der Partei. Außerdem erzogen wir im Laufe des be­waffneten antijapanischen Kampfes und des revolutionären illegalen Kampfes viele Kommunisten aus Arbeitern und Bauern. Ein besonders wertvolles Kapital für unsere Revolution ist der starke Kern an Revolu­tionären, die während schwerer Prüfungen und im Feuer des erbitterten Kampfes gestählt wurden. Dieser Kern leistet jetzt einen großen Beitrag für unsere Revolution, und wir zweifeln nicht daran, daß er die Stütze unserer Partei sein wird, die wir künftig gründen werden.

Große Erfolge erzielten wir auch in der Bewegung der antijapanischen nationalen Einheitsfront, deren Ziel die Organisierung und der Zusam­menschluß der breiten antijapanischen patriotischen Kräfte ist.

In Organisationen vereinigten wir Arbeiter, Bauern und andere breite antijapanisch gesinnte Schichten der Bevölkerung. Mit der Gründung der Liga für die Wiedergeburt des Vaterlandes (LWV) im Mai 1936, der Or­ganisation der antijapanischen nationalen Einheitsfront, eröffneten wir einen neuen Weg für den Zusammenschluß der zahlreichen antijapani­schen patriotischen Kräfte um die Kommunisten, für den weiteren Aus­bau und die Verstärkung der revolutionären Kräfte. Nach der Gründung der LWV schlossen sich die breiten antijapanisch gesinnten Massen unse­res Landes – Arbeiter, Bauern, die lernende Jugend, Angehörige der Intel­ligenz, mittlere und kleine Unternehmer und Händler, Gläubige und Nati­onalisten, alle, die ihr Land und ihre Nation lieben – um die Front für die Wiedergeburt des Vaterlandes zusammen und kämpften beharrlich, indem sie den vom Zehn-Punkte-Programm gewiesenen Weg des antijapani­schen Kampfes einschlugen.

All diese Erfolge sind uns besonders teuer, denn sie wurden um den Preis des Blutes errungen, das unsere revolutionären Kampfgefährten vergossen haben. Wir dürfen die bereits errungenen Erfolge nicht aufs Spiel setzen, wir müssen sie noch weiter entwickeln und, auf sie ge­stützt, beharrlich für den endgültigen Sieg kämpfen.

Genossen!

Die sich rasch ändernde derzeitige Lage fordert nachdrücklich, daß wir einen neuen Kurs des Kampfes erarbeiten und beharrlich für seine Durchsetzung kämpfen.

Der Zweite Weltkrieg begann mit dem Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen. Der Krieg breitet sich mit jedem Tag schneller aus. Nach dem Überfall auf Polen besetzte das faschistische Deutschland eine Reihe europäischer Länder und eroberte kürzlich ganz Frankreich.

Im Osten wüten die japanischen Imperialisten. Sie versuchen, die Flamme des Aggressionskrieges auf dem ganzen asiatischen Kontinent zu verbreiten. Ohne ihren Aggressionskrieg auf dem Territorium Chinas beendet zu haben, der nun schon einige Jahre andauert, versuchen sie, das Feuer des Krieges auf die Gebiete Südostasiens zu tragen. Das im­perialistische Japan, das fast vollständig von den Lieferungen an Erdöl, Stahl, Kautschuk und anderen wichtigen strategischen Materialien aus anderen Ländern abhängig ist, betrachtet sein Eindringen in Südostasien als lebenswichtig für sich. Seit langem schon plant es die Eroberung der Länder in dieser Region.

Die Gunst des Augenblicks nutzend, in dem die Imperialisten Groß­britanniens, Frankreichs und der Niederlande durch die Besetzung und Vorherrschaft des faschistischen Deutschlands in Europa keine Mög­lichkeit haben, ihre Kolonien in Südostasien zu verteidigen, versuchen die japanischen Imperialisten jetzt, die Länder dieser Region zu erobern.

In dem wütenden Bestreben, den Eroberungskrieg auszudehnen, un­ternehmen die japanischen Imperialisten zur Gewährleistung der „Sicher­heit ihres Hinterlandes“ gegen die KRVA verstärkte „Strafexpeditionen“ von nie da gewesener Brutalität.

In den vergangenen 10 Jahren fügte die KRVA durch ihre aktive mi­litärische und politische Tätigkeit dem kolonialen Herrschaftssystem der japanischen Imperialisten, die den Aggressionskrieg führen, einen erns­ten Schlag zu. Deshalb glauben sie jetzt, daß es ohne die „Liquidierung“ der KRVA unmöglich sei, „gleichzeitig Operationen in zwei Richtungen zu führen, sowohl gegen die Sowjetunion als auch gegen China“, und ihre finsteren Herrschaftsabsichten über Asien zu verwirklichen. So begannen sie eine verstärkte „Strafexpedition“ beispiellosen Ausmaßes, wobei sie bestrebt sind, die Revolutionsarmee „vollständig zu vernichten“. Seit Herbst des vergangenen Jahres mobilisierten die japanischen Imperialis­ten für ihre „Strafexpeditionen“ gegen die Revolutionsarmee über 200 000 Soldaten, darunter die Elitetruppen der japanischen Armee, die Mari­onettenarmee Mandschukuos sowie Polizeieinheiten, und bringen eine große Anzahl von Flugzeugen und anderen modernen technischen Kampfmitteln zum Einsatz.

Neben dem militärischen Angriff intensivieren die japanischen Imperi­alisten immer mehr auch die ideologisch-politische Offensive. Um die or­ganisatorische Verbindung unserer Revolutionsarmee zu den Volksmassen zu unterbrechen, bewaffnen die japanischen Imperialisten ihre Einheiten in den Gettos immer stärker, verbieten den Einwohnern, sich frei zu bewe­gen, setzen die revolutionären Organisationen, die Revolutionäre und die patriotisch gesinnte Bevölkerung Repressalien von nie gekannter Grau­samkeit aus und ermorden Menschen auf bestialische Weise. Die von den japanischen Imperialisten verhängten Repressalien und begangenen Morde haben das äußerste Maß erreicht; eine immer größere Zahl koreanischer Patrioten fällt ihren barbarischen Greueltaten zum Opfer.

Die Feinde betreiben auch eine brutale Politik der Wirtschaftsblockade gegenüber der Revolutionsarmee. Die japanischen Imperialisten verstärken besonders die Kontrolle über den Lebensmittelverbrauch der Bevölkerung, und Einwohner, die sie der „Verbindung mit einer kommunistischen Ban­de“ beschuldigen, wenn sie nur einen kleinen Überschuß an Salz, Streich­hölzern und dgl. entdecken, bestrafen sie grausam.

Die in ihrer Brutalität unübertroffenen, groß angelegten „Strafexpe­ditionen“ des Feindes gegen die Revolutionsarmee sind jedoch keines­wegs ein Ausdruck seiner Stärke, sondern vielmehr der verzweifelte Todeskampf des zum Untergang verurteilten Gegners. Keinerlei, auch nicht die größten, „Strafexpeditionen“ und andere krampfhafte Versuche der japanischen Imperialisten werden den unbeugsamen Willen der im harten Kampf gestählten Kommandeure und Soldaten der KRVA brechen und die siegreiche Vorwärtsentwicklung des bewaffneten antijapanischen Kampfes aufhalten können.

Die japanischen Imperialisten dehnen den Aggressionskrieg fieber­haft aus. Dadurch geraten sie innerhalb wie auch außerhalb des Landes immer stärker in die Isolierung und immer dichter an Rand des politi­schen, ökonomischen und militärischen Chaos.

Vor allem ist es den japanischen Imperialisten nicht möglich, den mit der Ausweitung des Kriegsschauplatzes steigenden Bedarf an Menschen und Kriegsmaterial zu decken. Sie haben bereits im Chinesisch­Japanischen Krieg mehr als die Hälfte ihrer besten Eliteeinheiten verlo­ren, und es ist ihnen nicht gelungen, diesen Verlust wieder wettzumachen. Es ist völlig klar, daß die Feinde unter diesen Bedingungen ihre Streit­kräfte für die sich immer mehr ausweitende asiatische Front nicht auf­füllen können.

Erhebliche Schwierigkeiten haben die japanischen Imperialisten auch mit der Sicherung des militärischen Nachschubs. Bereits im Chinesisch­Japanischen Krieg wurde ihre verwundbarste Stelle ganz offensichtlich – die fast vollständige Abhängigkeit vom Import der wichtigsten strate­gischen Mittel, die für die moderne Kriegsführung in sehr großer Menge benötigt werden. Mit der Eskalation des Krieges und dessen Verlänge­rung werden diese ihre Schwierigkeiten von Tag zu Tag zunehmen.

Die verzweifelten Versuche der japanischen Imperialisten, den Er­oberungskrieg zu eskalieren, stoßen auf den machtvollen Widerstand des koreanischen und des chinesischen Volkes sowie vieler anderer Völker Asiens.

Beflügelt vom militärischen und politischen Wirken der KRVA, führt unser Volk gegenwärtig einen offensiven antijapanischen Kampf in den unterschiedlichsten Formen gegen die räuberische Ausplünde­rung und Unterdrückung durch die japanischen Imperialisten; auch das chinesische Volk entfaltet kühn den antijapanischen Kampf für die Ret­tung des Landes und versetzt den japanischen imperialistischen Aggres­soren vernichtende Schläge.

Das Volk der großen Sowjetunion und die anderen friedliebenden Völker der ganzen Welt verurteilen entschieden den Aggressionskrieg des japanischen Imperialismus.

Selbst im eigenen Lande schlägt den japanischen imperialistischen Kreisen der machtvolle Widerstand des Volkes entgegen. Unter den Ar­beitern, Bauern und anderen breiten Volksmassen Japans nimmt die Un­zufriedenheit mit der reaktionären Militärclique mit jedem Tag zu, die Stimmen gegen den Aggressionskrieg werden viel lauter.

Die Ausbreitung der Flamme des Aggressionskrieges über ganz Asien verschärft immer mehr die Widersprüche zwischen dem japanischen Im­perialismus und den USA, Großbritannien und anderen imperialistischen Staaten, die ihre Kolonien und Konzessionen in dieser Region haben.

Somit stoßen die japanischen Imperialisten überall auf machtvollen Widerstand, Protest und Verurteilung. Schnell und unaufhaltsam nähern sie sich dem Abgrund, aus dem sie nicht mehr lebend herauskommen. All das zeigt mit überzeugender Klarheit, daß die Niederlage des japani­schen Imperialismus unausweichlich und nur noch eine Frage der Zeit ist; es ist ein klarer Beweis dafür, daß sich für unser Volk der Tag nä­hert, an dem die große historische Sache, die Wiedergeburt des Vater­landes, erreicht sein wird.

Diese Situation fordert von uns nachdrücklich, gute Vorbereitungs­arbeit zu leisten, um das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlan­des, gut gerüstet verwirklichen zu können.

Gestützt auf unsere wertvollen Errungenschaften und Erfahrungen während des bewaffneten antijapanischen Kampfes innerhalb von nahe­zu 10 Jahren, müssen wir uns vor allem sorgfältig für die letzte ent­scheidende Schlacht zur endgültigen Zerschlagung des räuberischen japanischen Imperialismus wappnen.

Gleichzeitig müssen wir uns darauf vorbereiten, auf dem Boden des be­freiten Vaterlandes eine Partei der Arbeiterklasse, die Volksmacht und eine Volksarmee zu schaffen und unsere Revolution ununterbrochen und ener­gisch weiter voranzutreiben. Andernfalls können wir weder die revolutionä­ren Errungenschaften verteidigen noch die Revolution beschleunigen.

Um das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlandes, gut gerüs­tet herbeizuführen, ist es vor allem wichtig, die Einheiten der KRVA als die Hauptkraft der koreanischen Revolution zu erhalten und zu verstär­ken sowie ihre Soldaten und Kommandeure zu fähigen politischen und militärischen Kadern zu erziehen.

Nur dann werden wir imstande sein, den letzten entscheidenden Kampf mit den japanischen Imperialisten erfolgreich zu bestehen, einen glänzenden Sieg zu erringen und, auf diese Kader als Rückgrat gestützt, ein neues Korea auf dem Boden des befreiten Vaterlandes aufzubauen. Die wichtigste strategische Aufgabe unserer Revolution ist deshalb die Erhaltung und Verstärkung der revolutionären Kräfte im Prozeß aktiver Handlungen und die Vermeidung von Verlusten durch unbesonnene mi­litärische Aktionen.

Zur erfolgreichen Verwirklichung dieser strategischen Aufgabe müs­sen wir von Operationen durch große Abteilungen zu Operationen durch kleine Abteilungen übergehen.

Wenn wir angesichts der jetzigen Bedingungen, unter denen die japa­nischen Imperialisten ihre „Strafexpeditionen“ wie nie zuvor verstärken, so wie einst in großen Einheiten gegen den Feind kämpfen, werden wir unausweichlich Verluste erleiden. Damit würden wir den Gegner in sei­nen Versuchen ermuntern, die Kräfte der KRVA um jeden Preis zu ver­nichten und zu schwächen, und die Perspektiven unseres antijapanischen nationalen Befreiungskampfes ernstlich verschlechtern. Die eigenen revo­lutionären Kräfte bei Frontalzusammenstößen mit den sich verzweifelt wehrenden Feinden aufzureiben und zu schwächen, steht generell im Wi­derspruch zu den Forderungen des Partisanenkrieges, dessen Hauptprin­zip die massenhafte Vernichtung von Feinden bei maximaler Schonung der eigenen Kräfte ist. Angesichts der wütenden Operationen der Feinde müssen wir zu Gefechten von kleinen Abteilungen übergehen, um die Pläne des Gegners zu durchkreuzen und die Kräfte der KRVA zu schonen und sogar zu verstärken.

Die KRVA muß Operationen durch große Abteilungen einstellen und Operationen durch kleine Abteilungen aufnehmen; das ist auch deshalb wichtig, weil wir auf diese Weise die revolutionären Kräfte unseres Volkes in gebührender Weise vorbereiten können.

Um das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlandes, gut ge­rüstet herbeiführen zu können, müssen wir nicht nur die Kräfte der KRVA wahren und vervielfachen, sondern unser Volk auch politisch­ideologisch gründlich vorbereiten. Nur dann werden wir den Wider­standskampf des ganzen Volkes gegen den japanischen Imperialismus in Verbindung mit starken großen Einheiten der KRVA erfolgreich organisieren und entfalten können, wenn das große Ereignis herannaht. Unsere Feinde verstärken jetzt beispiellos die faschistischen Repressa­lien und die reaktionäre ideologische Offensive gegen unser Volk, um seine revolutionären Aktionen zu unterbinden und das National- und Klassenbewußtsein des koreanischen Volkes zu lähmen. Deshalb steht vor allen Kommandeuren und Soldaten der KRVA, die der Kern der koreanischen Revolution sind, die aktuelle Aufgabe, energisch wie nie zuvor eine offensive politische Massenarbeit zu entfalten.

Deshalb müssen wir viele kleine Einheiten und Politgruppen aus den Kommandeuren und Soldaten der KRVA bilden, die möglichst tief in die breiten antijapanisch gesinnten Massen gehen und den illegalen Kampf verstärken. Nur so können wir trotz der schwierigen Lage, in der die Feinde die „Strafexpeditionen“ gegen die Revolutionsarmee und ihre faschistischen Repressalien gegen die Bevölkerung beispiellos verstärken, Erfolge beim organisatorischen Zusammenschluß der breiten antijapa­nisch gesinnten Massen und bei der Erhöhung ihres revolutionären Be­wußtseins erringen.

Daß wir die Aktionen durch große Einheiten der KRVA einstellen und zu Aktionen durch kleine Einheiten übergehen, ist gegenwärtig nicht nur eine Forderung des antijapanischen nationalen Befreiungskampfes in un­serem Land, sondern auch eine Empfehlung der Komintern.

Die faschistischen Staaten, die den Zweiten Weltkrieg entfesselten, um ihr schändliches Ziel, die Weltherrschaft, zu erreichen, forcieren gegenwärtig auf Betreiben der Imperialisten der USA und Großbritan­niens fieberhaft die Kriegsvorbereitungen gegen den sozialistischen Staat, die Sowjetunion. In Europa bereitet sich das faschistische Deutschland, das alle Reserven an Menschen und Material in den be­setzten Ländern mobilisierte, fieberhaft auf den Krieg gegen die Sow­jetunion vor; im Osten versuchen die japanischen Imperialisten, den seit langem geplanten Aggressionskrieg gegen die Sowjetunion zu pro­vozieren. Das faschistische Deutschland im Westen und das imperialis­tische Japan im Osten, die sich gegenseitig Schützenhilfe leisten und ermuntern, haben zahlreiche Divisionen aus Elitetruppen entlang der Grenzen der Sowjetunion und in den daran angrenzenden Gebieten ver­legt und warten nur noch auf eine günstige Gelegenheit für den Überfall auf die Sowjetunion. Der sozialistische Staat, die Sowjetunion, das gro­ße Bollwerk der Arbeiterklasse und der unterdrückten Nationen der ganzen Welt, steht somit heute vor der ernsten Gefahr, von diesen zwei habgierigsten faschistischen Staaten gleichzeitig, aus dem Westen und dem Osten, überfallen zu werden.

Der von zwei Seiten beabsichtigte Überfall dieser Staaten auf die Sow­jetunion wird – von deren Sicherheit und dem Aufbau des Sozialismus ganz zu schweigen – die Entwicklung der Weltrevolution insgesamt und den Frieden in der Welt ohne Zweifel auf das Ernsteste bedrohen.

In Anbetracht der gespannten Situation, hervorgerufen durch die wachsende Gefahr eines Überfalls des faschistischen Deutschlands und des imperialistischen Japans auf die Sowjetunion, betreibt die UdSSR gegenwärtig eine Entspannungspolitik im Osten, um das Eindringen der faschistischen Staaten zu verzögern und insbesondere die Gefahr des gleichzeitigen Überfalls dieser beiden faschistischen Staaten abzuwen­den und Zeit für die weitere Festigung der Verteidigungsfähigkeit des Landes zu gewinnen.

In diesem Zusammenhang entsandte die Komintern kürzlich einen Verbindungsmann zu uns mit der Empfehlung, die Operationen der gro­ßen antijapanischen Partisaneneinheiten, die in den Gebieten der Man­dschurei im Einsatz sind, vorübergehend einzustellen, um die Lage an der sowjetisch-mandschurischen Grenze zu entspannen und den japanischen imperialistischen Aggressoren keinen Vorwand zu geben, einen Erobe­rungskrieg gegen die Sowjetunion zu entfesseln.

Da die japanischen Imperialisten den Kampf der antijapanischen Par­tisaneneinheiten jetzt als „feindselige Handlungen“ der UdSSR gegen Japan hinstellen und bestrebt sind, dies als Vorwand für die Entfesse­lung des Aggressionskrieges gegen die UdSSR zu nehmen, werden wir nicht umhinkönnen, die Vorschläge der Komintern zu berücksichtigen. Die Pläne der faschistischen Staaten zum Überfall auf die Sowjetunion zu durchkreuzen und zu vereiteln und den sozialistischen Staat, die UdSSR, zu schützen, ist eine heilige internationalistische Pflicht der Kommunisten. Wenn wir entsprechend der Empfehlung der Komintern die Kampfoperationen durch große Einheiten vorübergehend einstellen, werden wir damit den japanischen Imperialisten keine Handhabe für einen Überfall auf die UdSSR geben; und das wird eine aktive Hilfe für die Sowjetunion sein, die eine Politik der Entspannung im Osten be­treibt, um sich sicherer auf die zuverlässige Zurückschlagung der ag­gressiven Handlungen der faschistischen Staaten vorbereiten zu können.

Deshalb müssen wir entsprechend den Forderungen der Situation den Kampf für den endgültigen Sieg mit einer flexiblen Taktik fortsetzen.

Genossen!

Der neue strategische Kurs auf die Einstellung der Operationen durch große Einheiten und die Aufnahme von Gefechten durch kleine Einheiten ist die beste Gewähr dafür, den endgültigen Sieg der koreani­schen Revolution in der veränderten Situation zu beschleunigen und einen Beitrag zur Entwicklung der Weltrevolution zu leisten. Alle Kommandeure und Soldaten müssen die Bedeutung und Richtigkeit des neuen strategischen Kurses klar verstehen und beharrlich für seine Durchsetzung kämpfen.

Wir müssen in richtigem Verhältnis aus den politischen und militäri­schen Kadern, den erfahrenen Kämpfern und Rekruten kleine Abteilun­gen und Gruppen für die politische Arbeit bilden und einen aktiven Kampf für die schnellstmögliche Verwirklichung des neuen strategi­schen Kurses organisieren und entfalten.

Erstens sind wir verpflichtet, die politische Massenarbeit mit aller Energie zu organisieren und durchzuführen, um die breiten antijapanisch gesinnten Massen zusammenzuschließen. Diese Arbeit hat sehr große Bedeutung für die Vorbereitung auf das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlandes. Da gerade jetzt die KRVA ihre Aktionen durch große Einheiten einstellt und die japanischen Imperialisten ihre faschistischen Repressalien gegen unser Volk wie nie zuvor verstärken, müssen wir of­fensive politische Arbeit unter der Bevölkerung leisten, andernfalls ver­liert das Volk den Glauben an den Sieg der Revolution, und wir gehen der bereits auf unserer Seite befindlichen revolutionären Massen verlustig.

Um die breiten Volksmassen sicher auf die Seite der Revolution zu ziehen, müssen wir uns verstärkt mit der Gründung von Massenorganisati­onen befassen und diese aktiv anleiten. Kleine Abteilungen und Politgrup­pen der KRVA sollten unter die breiten antijapanisch gesinnten Massen Koreas und der Mandschurei gehen, die von den Feinden zerstörten Orga­nisationen der LWV und andere revolutionäre Organisationen wiederauf­bauen und in Gang bringen und sie erweitern und entwickeln. Auf diese Weise sind immer breitere antijapanisch gesinnte Massen in den revolutio­nären Organisationen zusammenzuschließen. Um die breiten Massen in den Organisationen zu vereinen und sie in gebührender Weise auf die Ent­scheidungsschlacht mit den japanischen Imperialisten vorzubereiten, sollen alle Kommandeure und Soldaten zu Organisatoren der Massen werden und gleichzeitig ihre Rolle als deren Erzieher weiterhin verstärken. Wir müssen den breiten antijapanisch gesinnten Massen die Schändlichkeit und Bruta­lität der Kolonialherrschaft der japanischen Imperialisten, das Zehn- Punkte-Programm der LWV, die Taktik und Strategie der koreanischen Revolution, die plötzliche Veränderung der inneren und äußeren Lage und die Unausweichlichkeit der Niederlage des japanischen Imperialismus gründlich erläutern.

All das wird uns helfen, die breiten antijapanisch gesinnten Massen mit dem Glauben an den Sieg der Revolution zu erfüllen und sie ideolo­gisch und politisch zuverlässig vorzubereiten, damit sie sich in der letzten ausschlaggebenden Schlacht der KRVA im herannahenden entscheiden­den Moment der Revolution auf ihre Seite stellen.

Wir werden die politische Massenarbeit in einer Zeit führen müssen, in der die Feinde ihre faschistischen Repressalien auf das äußerste verschär­fen. Deshalb haben wir die Prinzipien der illegalen Arbeit besonders strikt einzuhalten, die ganze Arbeit stets sorgfältig und durchdacht zu organisie­ren und zu führen und das Geheimnis mit dem Leben zu hüten.

Zweitens gilt es, in den weiten Gebieten Koreas und der Mandschurei operativ militärische Aktionen durch kleine Einheiten durchzuführen.

Solche Aktionen sind gegenwärtig ein wichtiges Unterpfand zur Beschleunigung der endgültigen Niederlage der japanischen imperia­listischen Aggressoren und insbesondere für den Erfolg der politischen Arbeit unter den breiten Massen und für die Festigung ihrer Erfolge.

Wir müssen auf das entschiedenste von militärischen Abenteuern Ab­stand nehmen, die den allgemeinen Interessen der Revolution Schaden zufügen, müssen überall und unablässig operative Sturmangriffe vorneh­men, die Militär- und Polizeikräfte des japanischen Imperialismus und seine Helfershelfer vernichten, die militärischen Anlagen zerstören und damit das feindliche Hinterland desorganisieren und die politische Tätig­keit unter den breiten Massen durch militärische Aktionen untermauern. Auf diese Weise haben wir den Gegner ständig in Furcht zu halten und den Glauben unseres Volkes an den Sieg der Revolution zu festigen.

Gleichzeitig müssen sich die Angehörigen der kleinen Abteilungen und Politgruppen zutiefst dessen bewußt sein, von welch großer Bedeu­tung die militärische Aufklärung bei der Vorbereitung des letzten Ent­scheidungskampfes gegen die japanischen Imperialisten ist, sie müssen die feindlichen Streitkräfte, die Anordnung ihrer Befestigungen und die anderen militärischen Anlagen beharrlich auskundschaften.

Drittens muß jeder Soldat und jeder Kommandeur ein Höchstmaß an Anstrengungen zur Hebung seines politischen Bewußtseins und zur An­eignung reicher militärischer Kenntnisse aufwenden.

Da heute das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlandes, näher rückt, benötigen wir eine große Anzahl von politisch und militärisch gut ausgebildeten Kadern. Ob wir das herannahende große Ereignis gut gerüs­tet verwirklichen können oder nicht, hängt davon ab, wie zuverlässig alle Kommandeure und Soldaten der KRVA, die der Kern der koreanischen Revolution sind, militärisch und politisch vorbereitet sein werden.

Deshalb sollen sie sich alle beliebigen Bedingungen und Möglichkei­ten zunutze machen, um sich im verstärkten Selbststudium ideologisch­politisch und militärtechnisch zuverlässig vorzubereiten. Es gilt, die Theorie des Marxismus-Leninismus und vor allem die Linie der korea­nischen Revolution, ihre Taktik und Strategie gründlich zu studieren. Als Ergebnis müssen alle zu ausgezeichneten politischen Funktionären werden, die fähig sind, eine um eine Rangstufe höhere Funktion zu ver­sehen und die Massen klug zu organisieren und zum revolutionären Kampf zu mobilisieren. Außerdem haben alle Kommandeure und Solda­ten die Pflicht, die Partisanentaktik perfekt zu beherrschen, beharrlich moderne militärische Kenntnisse zu erwerben und sich die Technik aller Waffengattungen anzueignen, welche zur Führung eines modernen Krieges notwendig sind.

Viertens müssen wir aktiv für die Verstärkung der Solidarität mit al­len revolutionären Kräften der Welt kämpfen.

Die Verstärkung der Solidarität mit den internationalen revolutionären Kräften ist eine edle Aufgabe der Kommunisten und einer der Hauptfak­toren, die den Sieg unserer Revolution garantieren. Wir müssen weiterhin das Banner des proletarischen Internationalismus hochhalten.

Unter den gegenwärtigen Bedingungen, da solche faschistischen Staaten wie Deutschland und Japan mit allen Mitteln versuchen, einen Aggressionskrieg gegen die Sowjetunion zu entfesseln, müssen wir ak­tiv vor allem dafür kämpfen, daß diese schändlichen Versuche durch­kreuzt werden und der sozialistische Staat, die Sowjetunion, geschützt wird, wir haben auch die Freundschaft und Geschlossenheit mit dem Sowjetvolk noch mehr zu festigen.

Die Festigung der Geschlossenheit mit dem chinesischen Brudervolk hat besonders große Bedeutung für die Verstärkung unserer revolutionä­ren Kräfte. Wir müssen die brüderliche Freundschaft und das Kampf­bündnis der Völker Koreas und Chinas, die sich im gemeinsamen Kampf gegen den japanischen Imperialismus herausgebildet haben, wei­ter ausbauen und festigen.

Gleichzeitig damit ist es unsere Pflicht, die Solidarität mit der Be­freiungsbewegung der Arbeiterklasse und der unterjochten Nationen der ganzen Welt, mit der Bewegung der internationalen antifaschistischen Volksfront zu verstärken und damit ein günstigeres internationales Kli­ma zu schaffen, um das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlan­des, gut gerüstet herbeiführen zu können.

Genossen!

Alle Kommandeure und Soldaten müssen eine klare Vorstellung da­von haben, warum wir in unserer Linie eine Wende vollzogen haben, sie müssen mit doppelter Energie, mutig wie nie zuvor, die verzweifelte Offensive der japanischen Imperialisten durchkreuzen und sich verstärkt der Vorbereitung widmen, um das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlandes, auf eigener Initiative herbeizuführen. Der endgültige Sieg ist unser, die imperialistischen Räuber Japans sind zum Untergang ver­urteilt.

Entfalten wir alle gemeinsam einen kühnen Kampf zur Beschleuni­gung des großen Ereignisses, der Wiedergeburt des Vaterlandes!