1. April 1955 // Artikel
Kim Il Sung // Über die weitere Intensivierung der klassenmäßigen Erziehung unter den Parteimitgliedern

Über die weitere Intensivierung der klassenmäßigen Erziehung unter den Parteimitgliedern

1. April 1955

Bericht auf der Plenartagung des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Koreas


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


1. Der Charakter unserer Revolution und die Hauptaufgaben unserer Partei auf der gegenwärtigen Etappe

Genossen!

Bald wird es schon zehn Jahre her sein, daß unser Land vom Joch der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus befreit wurde.

Seit dem Zeitpunkt, als die Sowjetarmee in Nordkorea einzog und Südkorea von den US-imperialistischen Aggressionstruppen okkupiert wurde, haben der Norden und der Süden Koreas unterschiedliche Entwicklungswege beschritten: den demokratischen bzw. den anti­demokratischen. Angesichts des Umstandes, daß die Sowjetarmee aus dem nördlichen Teil der Republik abzog, während die US-Truppen weiterhin den südlichen Teil okkupiert halten, hat die Revolution in unserem Lande einen komplizierten Charakter angenommen. Demzufolge wurden auch die Kampfaufgaben unserer Partei im Einklang mit der unterschiedlichen Lage in Nord- und Südkorea bestimmt.

Im nördlichen Teil der Republik wurde eine wahrhafte Volksmacht errichtet, die die Interessen der Arbeiterklasse und aller werktätigen Massen vertritt und verteidigt, wurden die Bodenreform, die Nationali­sierung der Industrie und andere demokratische Reformen durch­geführt, wurden die politische Einheit und die Geschlossenheit des ganzen werktätigen Volkes auf der Grundlage des von der Arbeiter­klasse geführten Bündnisses der Arbeiter und Bauern gefestigt.

Somit wurden im nördlichen Teil die Aufgaben der antiimperia­listischen, antifeudalen demokratischen Revolution vollständig verwirklicht, und der nördliche Teil der Republik wurde aus einer halbfeudalen Kolonialgesellschaft in eine neue, die volksdemokratische Gesellschaft umgewandelt und trat allmählich in die Übergangsperiode zum Sozialismus ein. Unter der Führung unserer Partei festigte und entwickelte die Bevölkerung des nördlichen Teils bei der Verwirklichung der Aufgaben der Übergangsperiode die demokratische Basis, die Quelle unserer Revolution, in politischer, ökonomischer und militärischer Hinsicht.

Das war die große Kraft, die den historischen Sieg des koreanischen Volkes im dreijährigen Vaterländischen Befreiungskrieg gegen die US- Imperialisten und ihre Lakaien, die landesverräterische Syngman- Rhee-Clique, sicherte und es ermöglichte, unsere revolutionären Errungenschaften vor den Anschlägen der Feinde zu verteidigen.

Bis auf den heutigen Tag jedoch, da wir dem zehnten Jahrestag der Befreiung unseres Landes entgegengehen, halten die US-Imperialisten weiterhin Südkorea okkupiert, sind das Staatsterritorium und die Nation gespalten, ist die südliche Hälfte des Landes vollständig in eine Kolonie des US-Imperialismus und in eine Militärbasis für die Entfesselung eines neuen Krieges verwandelt worden.

Die Teilung des Vaterlandes bringt große Not und großes Unglück nicht nur für die südkoreanische Bevölkerung, die sich unter dem Joch der US-Imperialisten und der Syngman-Rhee-Clique befindet, sondern für das ganze koreanische Volk, und sie ist das Haupthindernis beim Aufbau unseres Landes zu einem starken, einheitlichen und unabhängigen Staat.

Demnach steht vor dem koreanischen Volk nach wie vor die Aufgabe der antiimperialistischen, antifeudalen demokratischen Revolution, die aggressiven Kräfte des US-Imperialismus sowie die Gutsbesitzer, die Kompradorenbourgeoisie, die projapanischen und die proamerikanischen Elemente und die nationalen Verräter des südlichen Teils des Landes zu stürzen, die die aggressiven Kräfte unterstützen und die deren Verbündete sind, die südkoreanische Bevölkerung von der imperialistischen und feudalen Unterdrückung und Ausbeutung zu befreien und damit die Vereinigung des Vaterlandes auf demokratischer Grundlage sowie die volle nationale Unabhängigkeit zu erreichen.

Da der US-Imperialismus, der Rädelsführer des Weltimperialismus, den südlichen Teil unseres Landes okkupiert hält und Südkorea in seine Kolonie verwandelt worden ist, müssen wir den schweren gesamtnationalen Kampf, der langwierigen Charakter hat, für die Vereinigung des Vaterlandes führen.

Die treibende Kraft unserer Revolution sind die Arbeiterklasse, die fortschrittlichste Klasse Koreas, deren zuverlässigster Verbündete, die Bauernschaft, sowie die Massen der Kleinbourgeoisie, die gegen den Imperialismus und die Feudalkräfte auftritt; zusammen mit ihnen kann auch kein geringer Teil der nationalen Bourgeoisie den anti­imperialistischen und antifeudalen Kampf führen.

Die Partei muß alle patriotischen demokratischen Kräfte Nord- und Südkoreas um sich und die Regierung der Republik zusammenschließen, muß die reaktionären Kräfte von den Volksmassen isolieren und die Volksmassen zum entschlossenen Kampf für die Unterstützung der volksdemokratischen Ordnung im nördlichen Teil der Republik sowie gegen die US-Imperialisten und die landesverräterische Syngman- Rhee-Clique mobilisieren. Zusammen damit muß die demokratische Basis, der nördliche Teil der Republik, die die Quelle unserer Re­volution ist, in politischer, ökonomischer und militärischer Beziehung noch mehr gefestigt und entwickelt und auf diese Weise zur entscheidenden Kraft für die Erringung der Vereinigung und der Unabhängigkeit unseres Landes gemacht werden.

Um die demokratische Basis zu stärken, muß unsere Partei den sozialistischen Wirtschaftssektor, der als Ergebnis des Sieges der volksdemokratischen Revolution im nördlichen Teil der Republik die vorherrschende Stellung innehat, sowie die Erfolge des demokratischen Aufbaus noch mehr festigen und entwickeln, das Bündnis der Arbeiter und Bauern weiter stärken und damit schrittweise den Sozialismus im nördlichen Teil aufbauen.

Nur wenn wir den Sozialismus im nördlichen Teil aufbauen, können wir die demokratische Basis noch mehr stärken und schneller zur Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes gelangen. Und nach der Vereinigung werden dann die Kräfte des Sozialismus im nördlichen Teil die führenden Kräfte bei der Wiederherstellung und Entwicklung der zerstörten Wirtschaft des südlichen Teils sowie beim Aufbau des Sozialismus im ganzen Lande sein.

Für die erfolgreiche Lösung der Aufgaben des sozialistischen Aufbaus im nördlichen Teil ist es notwendig, die schöpferische Aktivität des ganzen werktätigen Volkes, das um die Partei geschart ist, zu mobilisieren und sein revolutionäres Bewußtsein zu erhöhen.

Der sozialistische Aufbau im nördlichen Teil wird auf allen Gebieten von einem scharfen Klassenkampf begleitet sein, und dies stellt die Aufgabe, die klassenmäßige Erziehung unter den Mitgliedern unserer Partei weiter zu verstärken.

2. Die Notwendigkeit, die klassenmäßige Erziehung in der Partei auf der gegenwärtigen Etappe zu verstärken

Genossen!

Unser revolutionärer Kampf gegen den US-Imperialismus und die verräterische Syngman-Rhee-Clique ist ein gesamtnationaler Kampf für die Vereinigung des Vaterlandes und die volle nationale Unabhängig­keit sowie gleichzeitig ein scharfer Klassenkampf für die soziale Befreiung der Arbeiterklasse und aller werktätigen Massen unseres Landes.

Um den langen Kampf gegen die US-imperialistischen Aggressoren sowie für die Vereinigung und vollständige Unabhängigkeit des Vaterlandes und die Schaffung der Grundlagen des Sozialismus im nördlichen Teil erfolgreich zu führen, ist es notwendig, alle Mitglieder unserer Partei mit der revolutionären marxistisch-leninistischen Ideologie auszurüsten, ihr Klassenbewußtsein zu erhöhen und damit aus ihnen konsequente revolutionäre Kämpfer zu schmieden, die in der ersten Reihe der werktätigen Massen kämpfen. Man kann die neue Gesellschaft nicht erfolgreich aufbauen, wenn die Parteimitglieder und die werktätigen Massen nicht mit der fortschrittlichen marxistisch­leninistischen Ideologie ausgerüstet und die Überreste der von der alten Gesellschaft überkommenen kapitalistischen Ideologie nicht aus den Köpfen der Menschen ausgemerzt sind.

Nur wenn wir die Mitglieder der Partei mit dem revolutionären Glauben und Optimismus, daß der Sozialismus triumphiert und der Kapitalismus und Imperialismus unausweichlich untergeht, ausrüsten und sie als revolutionäre Kämpfer stählen, die fähig sind, jede beliebige objektive Erscheinung der Gesellschaft wissenschaftlich zu analysieren, können wir im langen Kampf die Sieger sein.

Nach der Befreiung unseres Vaterlandes vom Joch der Herrschaft des japanischen Imperialismus formten und entwickelten sich in unserem Volke im Laufe des neuen politischen, ökonomischen und kulturellen Lebens, das im nördlichen Teil unseres Landes entstand, sowie dank der von unserer Partei durchgeführten marxistisch­leninistischen ideologischen Erziehung ein neues, fortschrittliches ideologisches Bewußtsein, neue moralische Eigenschaften. Dieses neue, fortschrittliche ideologische Bewußtsein und diese neuen moralischen Eigenschaften waren wichtige Faktoren aller Siege, die wir in der verflossenen Periode errungen haben.

Bei der Arbeit zur ideologischen Erziehung, die unsere Partei in der verflossenen Periode geleistet hat, sind bestimmte Erfolge zu verzeichnen, aber gleichzeitig gibt es auch nicht wenige Unzulänglich­keiten und Mängel.

Die innere und die äußere Lage, in der sich unsere Partei befindet, und besonders die Aufgabe der Schaffung der Grundlagen des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik machen es heute notwendig, die marxistisch-leninistische Erziehungsarbeit in der Partei mit konkreterem Inhalt und zielstrebiger durchzuführen.

Erstens bauen wir den Sozialismus unter Bedingungen auf, unter denen wir für lange Zeit mit dem Feind konfrontiert sind und im Inneren noch Elemente des Kapitalismus erhalten bleiben, der Feind nach wie vor auf Versuche eines bewaffneten Überfalls nicht verzichtet, außerdem mit Täuschungen und getarnten Methoden aller Art die verfaulte kapitalistische Ideologie verbreitet und im Komplott mit den reaktionären Elementen, die sich im nördlichen Teil verborgen halten, alle möglichen Diversionsakte und subversiven Handlungen verübt.

Der historische Prozeß des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus ist von einem erbitterten Klassenkampf begleitet. Wie Stalin gesagt hat, hat es früher keinen einzigen Fall gegeben, daß eine absterbende Klasse freiwillig von der Bühne der Geschichte abgetreten wäre, kennt die Geschichte bislang keinen Fall, daß die absterbende Bourgeoisie nicht den wütenden Versuch gemacht hätte, ihre Existenz zu erhalten.

Die Klasse der Gutsbesitzer, die Kompradorenbourgeoisie, die projapanischen Elemente, die nationalen Verräter und andere reaktionäre Elemente, die als Ergebnis der Verwirklichung der demokratischen Reformen im nördlichen Teil der Republik entmachtet wurden, geben das Hirngespinst, ihre frühere Stellung wiederzugewinnen, nicht auf und legen ihre Natur als Ausbeuter nicht ab.

Auch sind die Überreste der alten Ideologie, die Gewohnheiten und die Traditionen der alten Gesellschaft, die jahrhundertelang eingeflößt wurden, noch nicht ganz ausgerottet und noch im Bewußtsein unserer Volksmassen erhalten geblieben.

Das alles schafft Hindernisse für den sozialistischen Aufbau und übt unweigerlich – offen oder versteckt, bewußt oder unbewußt – einen negativen Einfluß auf alle Gebiete der Politik, der Wirtschaft und Kultur aus.

Der politische und ökonomische Boden des Feindes auf dem Territorium des nördlichen Teils ist im wesentlichen liquidiert, unsere patriotischen demokratischen Kräfte schließen sich fester zusammen, das revolutionäre Bewußtsein der Bevölkerung des südlichen Teils erhöht sich allmählich und der Feind wird zunehmend isoliert, und desto mehr verstärken die US-Imperialisten und die Verräterclique um Syngman Rhee alle möglichen Machenschaften, um die Errungen­schaften des sozialistischen Aufbaus im nördlichen Teil zu untergraben. Sie schicken weiterhin Spione, Diversanten und Saboteure in den nördlichen Teil der Republik und unternehmen den verzweifelten Versuch, Staats- und militärische Geheimnisse auszukundschaften, Spionage- und Diversionsakte in Betrieben, auf den Eisenbahnen und in Dörfern zu organisieren sowie durch Mordtaten, Brandstiftungen und alle möglichen anderen Methoden den Aufbau des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik zu stören.

Die Feinde versuchen, für ihre Diversionsakte ideologisch labile, schwankende Elemente sowie Leute mit unsauberer Vergangenheit auszunutzen. Die Entlarvung und Liquidierung der Bande von Pak Hon Yong und Ri Sung Yop, dieser gekauften Spione der US-Imperialisten, sowie anderer Diversanten und Agenten sind ein Beispiel, das die niederträchtigen und schändlichen feindlichen Handlungen der US- Imperialisten und der Syngman-Rhee-Clique gegen den nördlichen Teil der Republik enthüllt.

Die US-Imperialisten und die Marionettenclique um Syngman Rhee greifen, alle ihre Mittel und Methoden der Propaganda mobilisierend, zu allen möglichen Fälschungen und Verleumdungen. Derartige Tatsachen besagen, daß unter den Bedingungen, unter denen im nördlichen Teil unseres Landes die reaktionären Elemente noch nicht restlos liquidiert sind, ein Einfluß der Feinde auf einige rückständige Elemente innerhalb unserer Reihen möglich ist.

Nur durch Verstärkung der klassenmäßigen Erziehungsarbeit in der Partei und unter dem ganzen Volk können wir unser Volk vor dem Eindringen der reaktionären Ideologie schützen und den Aufbau des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik erfolgreich durchführen.

Zweitens ist infolge der Besonderheiten der Entwicklung unseres Landes in der Vergangenheit das Klassenbewußtsein der Arbeiter und Bauern, die die Hauptmasse unserer Partei bilden, ungenügend entwickelt.

Die Arbeiterklasse Koreas kämpfte seit ihrer Formierung als Klasse an der Spitze der antijapanischen nationalen Befreiungsbewegung und trat, vom Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und von den Erfolgen des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion inspiriert, als ruhmreiche Führerin des antijapanischen nationalen Befreiungs­kampfes auf. Besonders nach der Befreiung am 15. August erfüllte und erfüllt die Arbeiterklasse Koreas auf allen Gebieten des Aufbaus der Partei und des Staates glänzend ihre Pflicht als führende Klasse und kernbildende Kraft.

Jedoch ist die koreanische Arbeiterklasse noch sehr jung, ist noch nicht in einer revolutionären Bewegung von großem Ausmaß gestählt und erprobt worden. Die Reihen der Arbeiterklasse begannen in unserem Land nach der Befreiung am 15. August schnell zu wachsen und erweiterten sich besonders stark in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg, wobei die meisten von ihnen aus Bauern oder städtischen Kleineigentümern hervorgingen.

Diese Umstände machten es möglich, daß in die Reihen unserer Arbeiterklasse rückständiges ideologisches Bewußtsein verschiedener Art eindrang. Durchaus nicht zufällig sind solche Tatsachen, daß heute unter manchen Arbeitern Erscheinungen des Müßiggangs, der Unmoral und Undiszipliniertheit zu beobachten sind, daß es Leute gibt, die sich nicht so verhalten, wie es sich für einen Herrn des Staates geziemt.

Es sind auch in den Reihen der Bauern große ideologische Ver­änderungen vor sich gegangen.

Im Laufe der gesamten Herrschaftsperiode des japanischen Imperialismus schmachtete die Mehrheit der koreanischen Bauern unter der Knute der kolonialen Räuber und der feudalen Gutsherren, war einer doppelten und dreifachen Ausplünderung seitens der japanischen Imperialisten, der Gutsbesitzer und der Kapitalisten unterworfen und fristete ein ebenso elendes Dasein wie die Arbeiter. Aus diesem Grunde führten die koreanischen Bauern, vom Kampf der Arbeiterklasse inspiriert, den Kampf gegen den japanischen Imperialismus und gegen die Gutsbesitzer. In dieser Situation begrüßten die Bauern Koreas die Befreiung am 15. August, nach der sie dank der von der Volksmacht durchgeführten Bodenreform von der langen feudalen Ausbeutung befreit wurden und unentgeltlich Boden erhielten. Deshalb unterstützten weite Kreise der Bauernschaft aktiv die Politik der Partei der Arbeit Koreas und der Regierung der Republik, beteiligten sich tatkräftig an der Arbeit der Volksmacht, spielten so eine progressive Rolle bei der großen Sache der demokratischen Reformen und des demokratischen Aufbaus und verbesserten ihre Lebenslage beträchtlich.

Mit zunehmender Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse vergessen jedoch bereits manche unserer Bauern die frühere tragische Lage, als sie der Ausbeutung, der Unterdrückung und Erniedrigung aller Art seitens der japanischen imperialistischen Kolonialherren und der Gutsbesitzer ausgesetzt waren. Unter den Bauern sind nicht wenige Erscheinungen zu beobachten, die zeigen, daß die Wachsamkeit und der Haß gegenüber den Klassenfeinden schwächer werden und daß sie die persönlichen Interessen über die des Staates stellen.

Außerdem ist das Klassenbewußtsein auch bei unserer Intelligenz ungenügend entwickelt. Zweifellos sind während der Herrschaft des japanischen Imperialismus nicht wenige Intellektuelle unter dem Einfluß der Arbeiterbewegung in die revolutionären Reihen eingetreten und gegen die japanischen Imperialisten aufgetreten; nach der Befreiung erhöhten sie dann im Prozeß des Dienstes am Vaterland und Volk, besonders im Zuge der Durchführung der demokratischen Reformen und des demokratischen Aufbaus sowie im Verlaufe des Vaterländischen Befreiungskrieges ihr marxistisch-leninistisches ideologisches Bewußtsein außerordentlich.

Manche Intellektuellen haben jedoch immer noch nicht die alten bürgerlichen Überbleibsel völlig überwunden, insbesondere die liberalistischen Tendenzen und die Gewohnheiten der Unmoral und Undiszipliniertheit, die sie in der Vergangenheit angenommen haben, als sie in den Wirtschafts- und Kulturorganen der japanischen Imperialisten ihren Dienst versahen; sie sind nicht empfänglich für das Neue und halten nicht Schritt mit der Entwicklung der neuen Wirklichkeit. Mehr noch: Einige unserer Intellektuellen, die vergessen, daß sie ihrem Vaterland und dem Volk dienen, arbeiten nicht wie Hausherrn und haben sich nicht endgültig von dem Untertanengeist befreit, der seit der Zeit des japanischen Imperialismus vorhanden ist.

Drittens fehlte unserem werktätigen Volk in der vergangenen Zeit des nationalen Befreiungskampfes gegen den japanischen Imperialismus seine Avantgarde, die revolutionäre Partei.

In der Vergangenheit haben während einer langen Zeit Fraktions­macher wie die ML-Gruppe, Hwayo-Gruppe, Pukphunghoe und Kom- Gruppe in unserer revolutionären Bewegung verbrecherische Hand­lungen begangen, die die Zersetzung der Arbeiterbewegung bewirkten, und schädlichen Einfluß auf sie ausgeübt. Infolge des Fehlens einer Partei erhielten unsere Werktätigen keine marxistisch-leninistische Erziehung und wurden nicht im organisierten revolutionären Kampf geschult.

Um das revolutionäre Bewußtsein der werktätigen Massen Koreas zu lahmen, verfolgten die japanischen Imperialisten grausam die Verbreitung fortschrittlicher Ideen und betrieben insbesondere eine wütende und verlogene Propaganda gegen die revolutionäre marxistisch-leninistische Ideologie und Theorie, verleumdeten sie auf jede Art und Weise und schwärzten sie an. Außerdem übte die Verbreitung der von den japanischen Imperialisten verfälschten „marxistischen Literatur“ einen ideologisch schädlichen Einfluß auf die Intelligenz unseres Landes aus. Bis auf den heutigen Tag ist das Gift dieser reaktionären Propaganda der japanischen Imperialisten unter unseren Volksmassen noch nicht restlos ausgetilgt, außerdem haben sich auch manche zurückgebliebenen Mitglieder unserer Partei noch nicht endgültig vom Einfluß dieser Propaganda befreit.

Dieser Umstand war die Hauptursache dafür, daß die marxistisch­leninistische Ideologie und Theorie im Laufe der Geschichte nicht grundlegend unter den werktätigen Massen unseres Landes verbreitet wurden.

Viertens müssen wir wissen, daß die Geschichte unserer Partei kurz ist und daß sich ihre qualitative Zusammensetzung zur Zeit noch auf einem niedrigen Niveau befindet.

Unsere Partei ist eine junge Partei, die erst eine Geschichte von zehn Jahren hat. Nach der Befreiung am 15. August traten unter den verhältnismäßig günstigen Bedingungen unseres Kampfes viele fortschrittliche Elemente aus der Arbeiterklasse, der werktätigen Bauernschaft und der werktätigen Intelligenz in die Reihen unserer Partei ein.

Im Laufe des fünfjährigen friedlichen Aufbaus und besonders während des dreijährigen schweren Krieges wurden die Mitglieder unserer Partei gestählt und erprobt, aber viele von den besten Parteimitgliedern fielen im Krieg, und nun sind rund 50 Prozent der gesamten Parteimitglieder Neulinge, mit denen die Partei in der Folgezeit aufgefüllt wurde. Außerdem sind rund 60 Prozent aller Parteimitglieder aus der Bauernschaft hervorgegangen.

Ein großer Teil der Parteimitglieder steht in direkter oder indirekter Verbindung mit der kleinen Warenwirtschaft. Das kleinbürgerliche ideologische Bewußtsein, das durch diese Verbindung mit der kleinen Warenwirtschaft hervorgebracht wird, kann nicht ohne negativen Einfluß auf die Sache unserer Revolution und auf die ideologische Front bleiben.

Infolge dieser Umstände vermochte sich bisher ein großer Teil der Mitglieder unserer Partei nicht bei der praktischen Arbeit zu stählen und ist in ideologischer und theoretischer Beziehung nicht genügend vorbereitet.

Fünftens wurde bisher innerhalb der Partei die ideologisch­politische Erziehungsarbeit zur Erhöhung des Klassenbewußtseins der Kader und Mitglieder der Partei meistens formal durchgeführt.

Der Marxismus-Leninismus lehrt, daß das Bewußtsein der Menschen in seiner Entwicklung hinter den ökonomischen Bedingungen zurückbleibt. Obwohl sich in der volksdemokratischen Ordnung, die im nördlichen Teil errichtet worden ist, die ökonomische Lage der Arbeiter und Bauern in erheblichem Maße geändert hat, bleibt doch ihr ideologisches Bewußtsein zur Zeit noch zurück und sind bei ihnen feudale und bürgerliche ideologische Überreste sowie andere alte Gewohnheiten dieser Art noch nicht bis ins letzte ausgemerzt.

Die ideologische Arbeit unserer Partei wurde jedoch in nicht wenigen Fällen ohne gründliche Berücksichtigung der realen Verhältnisse durch­geführt und entspricht nicht voll den politischen, ökonomischen und militärischen Aufgaben, die auf der gegenwärtigen Etappe vor uns stehen.

Immer noch haben viele Parteiorganisationen keinen klaren Begriff von den Worten Lenins, daß eine Schwächung des Einflusses der sozialistischen Ideologie zugleich eine Verstärkung des Einflusses der bürgerlichen Ideologie bedeutet, und deshalb betrachten sie die Arbeit zur klassenmäßigen Erziehung unter den Massen der Parteimitglieder nicht als eine erstrangige Aufgabe.

In vielen Fällen haben unsere Parteiorganisationen nicht jedem Parteimitglied ausreichend erläutert, daß das Endziel unserer Partei, einer marxistisch-leninistischen Partei neuen Typs, nicht nur in der Vereinigung des Vaterlandes besteht, sondern auch im Aufbau der sozialistischen und in der Folgezeit dann auch der kommunistischen Gesellschaft im Maßstab des ganzen Landes; sie haben der Erziehung und Stählung der Parteimitglieder in der edlen sozialistischen Ideologie, die sich gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen richtet, nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Unter Berufung darauf, daß sie die Einheitsfrontpolitik der Partei berücksichtigen, haben viele unserer Parteiorganisationen den Mit­gliedern der Partei nicht genügend die Aufgaben, die in jeder Periode und auf jeder Etappe vor der Partei stehen, und das Klassenwesen der Ereignisse erläutert, die sich innerhalb und außerhalb des Landes vollziehen, und sie haben nur eine sehr schwache Erziehungsarbeit zur Hebung des Klassenbewußtseins der Parteimitglieder geleistet.

Es wurde allen Parteimitgliedern nicht gründlich klargemacht, daß die im nördlichen Teil der Republik in der Vergangenheit verwirk­lichten demokratischen Reformen unter den Bedingungen eines scharfen Klassenkampfes durchgeführt wurden, daß der Vaterländische Befreiungskrieg gegen die US-Imperialisten und die Syngman-Rhee- Clique ein Ausdruck des erbitterten Klassenkampfes war und daß der sozialistische Aufbau, der auf der gegenwärtigen Etappe im nördlichen Teil der Republik erfolgt, gleichfalls unter den Bedingungen des Klassenkampfes verläuft und daß unsere gesamte der Erfüllung der Aufgaben der Partei gewidmete Tätigkeit ohne Ausnahme eine konkrete Seite des Klassenkampfes widerspiegelt.

Folglich wissen viele Parteimitglieder nicht genau, welchen Weg wir gegangen sind und welchen Weg wir weiter gehen wollen, begreifen sie nicht gebührend, welche Forderungen die Schaffung der Grundlagen des Sozialismus in unserem Lande an sie stellt und welche Aufgabe sie vor der Partei und dem Staat erfüllen müssen.

Auf Grund der spezifischen Entwicklungsbedingungen unseres

Landes sowie infolge der Tatsache, daß unsere Partei in der ver­flossenen Periode die Arbeit zur klassenmäßigen Erziehung un­befriedigend durchgeführt hat, sind bei manchen Parteimitgliedern und Kadern sowohl in der Ideologie als auch im Verhalten nicht wenige negative Erscheinungen zu beobachten, die den Interessen unserer Revolution zuwiderlaufen.

Erstens findet dieses seinen Ausdruck darin, daß manche Mitglieder unserer Partei kein richtiges Verständnis für den Charakter und die Hauptaufgaben der sich in unserem Lande vollziehenden Revolution, für die Perspektiven ihrer Entwicklung und den Weg ihrer Verwirk­lichung haben.

Bei einigen Parteimitgliedern beobachten wir Erscheinungen, aus denen hervorgeht, daß sie in Bezug auf die Vereinigung und die Unabhängigkeit unseres Vaterlandes keine genügende Zuversicht haben, besonders daß sie sich die Perspektiven der Revolution in unserem Lande nebelhaft vorstellen. Natürlich unterliegt es keinem Zweifel, daß unser Kampf infolge der Okkupation des südlichen Teils unseres Landes durch die US-Imperialisten, Rädelsführer des Weltimperialismus, langwierig wird sowie einen komplizierten und schwierigen Charakter erhalten hat. Wir als Marxisten dürfen jedoch für keinen Augenblick vergessen, daß der Imperialismus unbedingt zugrunde gehen wird und die Frage, ob der Untergang des Imperialismus beschleunigt oder verlangsamt wird, von unserem Kampf abhängt.

Die Zügellosigkeit der US-Imperialisten und der Syngman-Rhee- Clique im südlichen Teil unseres Vaterlandes ist heute deshalb möglich, weil sich gegenwärtig noch nicht das ganze koreanische Volk fest zusammengeschlossen hat. Wenn sich unser koreanisches Volk wie ein Mann zusammenschließt, kann es für uns keinen Feind geben, den wir nicht im Kampf besiegen können.

Dessen ungeachtet haben einige Mitglieder unserer Partei infolge ihres schwachen revolutionären Bewußtseins keine feste Zuversicht in unseren Endsieg, interessieren sie sich nicht für die auf die Erreichung der Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes gerichtete Politik unserer Partei und beteiligen sich passiv am Kampf für ihre Verwirk­lichung.

Zweitens sind bei manchen Mitgliedern unserer Partei solche Erscheinungen zu beobachten, daß sie ihre persönlichen Interessen über die Interessen der Revolution, über die Interessen der Partei und des Volkes stellen.

Manche Parteimitglieder schenken in Wirklichkeit ihren persön­lichen Interessen größere Aufmerksamkeit als den Interessen der Partei und der Revolution, obwohl sie doch bei ihrer Aufnahme in die Partei ihr Programm und ihr Statut anerkannt und den feierlichen Eid abgelegt haben, daß sie für die Verwirklichung der Beschlüsse und Weisungen der Partei sowie zur Erfüllung ihrer Pflicht durch Feuer und Wasser gehen, daß sie für die Interessen der Partei kämpfen und dabei sogar ihr Leben opfern werden. Es gibt auch solche, die ihre persönlichen Interessen verfolgen und dabei der Partei und der Revolution Schaden zufügen.

Diese Tatsachen sind in letzter Zeit bei der Arbeit zum Getreide­aufkauf klar zutage getreten. Obwohl diese Arbeit, die auf Beschluß der Partei und der Regierung durchgeführt wurde, den unmittelbaren Interessen der Bauern entsprach und eine wichtige Aufgabe für die Wiederherstellung und für den Aufbau der Volkswirtschaft nach dem Kriege war, folgten manche Parteimitglieder auf dem Lande nicht aktiv dem Aufruf der Partei; sie begingen sogar in Verfolgung ihrer persönlichen Interessen, um einiger Säcke Reis willen, unzulässige, nicht partei- und klassenmäßige Handlungen, die die Ehre eines Parteimitglieds beschmutzen.

Drittens führen einige Parteimitglieder infolge ihres geringen Klassen­bewußtseins keinen prinzipienfesten Kampf gegen Erscheinungen der Ausbeutung, können sie mit überlebten bürgerlichen Auffassungen über die Arbeit nicht Schluß machen und zeigen eine gewissenlose Einstellung zum staatlichen und gesellschaftlichen Eigentum.

Diese Parteimitglieder halten die Verletzung der Arbeitsdisziplin und die Nichterfüllung der Aufgaben des staatlichen Plans nicht für eine Schande und ein Verbrechen, unterschlagen und verschwenden unverfroren staatliches und gesellschaftliches Vermögen, verletzen in grober Weise die staatliche Finanzdisziplin oder führen keinen beharrlichen Kampf gegen solche Erscheinungen.

Außerdem stellen einige Parteimitglieder auf dem Lande – wobei es sich allerdings um Einzelerscheinungen handelt – insgeheim sogar Arbeitskräfte ein oder treiben Wucher, während manche Mitarbeiter der Staatsorgane infolge des Abstumpfens der Klassenwachsamkeit unter dem Vorwand, Steuern erheben zu wollen, prinzipienlos Geneh­migungen für die Einrichtung von Privatbetrieben erteilen, womit sie den bankrott gegangenen mittleren und kleinen städtischen Unter­nehmern zur Wiedergeburt verhelfen und letzten Endes die Zunahme der Ausbeuterelemente begünstigen.

Viertens verfolgen einige Parteimitglieder und verantwortliche Kader, anstatt den Interessen der Revolution und der Partei ergeben zu dienen und kühn für die Wahrung der Prinzipienfestigkeit in der Arbeit zu kämpfen, nur ihre ehrgeizigen, karrieristischen und selbstsüchtigen Ziele und klammern sich weiter an bürokratische Arbeitsmethoden: Sie beschönigen die tatsächliche Lage, katzbuckeln vor den Vorgesetzten und schreien die Untergebenen an.

Auf diese Weise setzen sie, indem sie die Verbindungen mit den Massen als dem Kraftquell unserer Partei untergraben, das Ansehen der Partei herab, schwächen ihre Stärke und fügen aus der Furcht vor Kritik und Selbstkritik, insbesondere vor der gerechten Kritik von unten, die sie unterdrücken, der Arbeit der Partei und des Staates großen Schaden zu.

Diese Erscheinung hat bei der jüngsten Arbeit zum Getreideaufkauf ihren konzentrierten Ausdruck gefunden. Anstatt den Massen die politische Bedeutung des Getreideaufkaufs gründlich zu erläutern und sich auf der Grundlage einer sorgfältigen Untersuchung und Vor­bereitung um die Sicherung der erfolgreichen Erfüllung dieser Arbeit zu bemühen, führten viele leitende Kader die Politik der Partei mit Zwang und Erpressung in der Manier von Bürokraten und Beamten des japani­schen Imperialismus durch, und dies rief schließlich Unzufriedenheit bei den Bauernmassen hervor und führte zur Trennung der Partei von den Massen.

Fünftens gibt es bei einigen Parteimitgliedern immer noch die schädlichen Angewohnheiten der Fraktionsmacherei, die die Einheit der Partei untergraben und ihre Spaltung bewirken, und dieses giftige Kraut hat Wurzeln geschlagen.

Die Fraktionsmacher suchen diejenigen auf, die in der Ver­gangenheit einer sektiererischen Gruppe angehörten, und befassen sich so mit Fraktionstätigkeit, um eine Stütze für ihren Einfluß zusammen­zuzimmern. Äußerlich geben sie sich den Anschein, als unterstützten sie die Partei, hinter den Kulissen dagegen verleumden sie die Partei, nehmen nicht aktiv an der Parteiarbeit teil, greifen zu allen möglichen Machenschaften, um sich hohe Posten in der Partei oder in den Staatsorganen zu erschleichen, säen Zwietracht zwischen den Kadern und versuchen, die Geschlossenheit innerhalb der Partei zu unter­graben. Manche sammeln Elemente in der Partei, die mit ihr unzufrieden sind, halten mit denjenigen zusammen, die aus der gleichen Gegend kommen, tauschen ihre Unzufriedenheit miteinander aus und treiben Vetternwirtschaft. Wenn man diesen Handlungen freien Lauf läßt, dann gleiten sie letzten Endes auf den Weg der Zersetzung der Partei und des Verrats an den Klasseninteressen ab.

Sechstens kann man das ungenügende Klassenbewußtsein bei manchen Parteimitgliedern und Kadern auch darin sehen, daß sie sich, von Erfolgen trunken, dem Müßiggang und der Schlamperei ergeben sowie die Wachsamkeit gegenüber dem Feind vernachlässigen.

Manche Parteimitglieder mit schwachem politischem Bewußtsein und mit einer labilen Klassenposition verstehen die großmütige Politik unserer Partei nicht richtig und lassen Nachsicht sogar gegenüber feindlichen Elementen walten, mit denen kein Kompromiß möglich ist, und anstatt die Spionage-, Diversions- und Wühltätigkeit der feindlichen Elemente aller Schattierungen rechtzeitig zu entlarven und zunichte zu machen, übersehen sie diese Erscheinungen mit Schweigen und finden sich mit ihnen ab oder plaudern Partei- und Staatsgeheimnisse aus. Infolge ihrer politischen Unwissenheit und des Fehlens der Wachsamkeit erkennen solche Partei­mitglieder gar nicht, daß sie vom Feind ausgenutzt werden, ihm helfen und den Klasseninteressen der Arbeiter und Bauern, den Interessen der Revolution gewaltigen Schaden zufügen.

Alle dargelegten Tatsachen erfordern als unaufschiebbare Aufgabe, die marxistisch-leninistische Erziehungsarbeit innerhalb unserer Partei zu verstärken und das revolutionäre Bewußtsein aller Mitglieder der Partei noch mehr zu erhöhen.

3. Die Hauptrichtung und die Maßnahmen bei der klassenmäßigen Erziehung innerhalb der Partei

Um die Vereinigung und die Unabhängigkeit des Vaterlandes zu erreichen und die Grundlagen des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik erfolgreich aufzubauen, was die Hauptaufgabe der Partei auf der gegenwärtigen Etappe ist, müssen die Parteiorgane und die Partei­organisationen aller Stufen der klassenmäßigen Erziehung innerhalb der Partei besondere Aufmerksamkeit schenken.

Die Hauptrichtung der klassenmäßigen Erziehung innerhalb der Partei muß die folgende sein:

Erstens gilt es, die Lehre und die Prinzipien des Marxismus­Leninismus in Verbindung mit der konkreten Wirklichkeit unseres Landes zu studieren sowie die klassenmäßige Erziehung der Parteimitglieder anhand des realen Lebens in unserem Land und des praktischen Kampfes durchzuführen.

Wir dürfen in keinem Fall die Tendenz dulden, daß die Kampf­erfahrungen der Parteien anderer Länder mechanisch übernommen und den Mitgliedern der Partei vermittelt werden, ohne sie in enger Verknüpfung mit der koreanischen Wirklichkeit zu studieren.

Wir lernen den Marxismus-Leninismus und untersuchen die Kampf­erfahrungen der Parteien anderer Länder keineswegs einfach deshalb, um Wissen zu erwerben. Wir studieren die marxistischen Theorien, Standpunkte und Methoden, wir untersuchen die Erfahrungen des revolutionären Kampfes der Bruderparteien zu dem Zweck, die Probleme der Revolution sowie die politischen und ökonomischen Fragen unseres Landes richtig zu analysieren und darin den Kompaß für das Handeln in unserem Kampf zu finden.

Nicht wenige Mitglieder unserer Partei übernehmen jedoch die Kampferfahrungen der Parteien anderer Länder kritiklos und nehmen sie voll und ganz in sich auf, verstehen es zwar, das Fremdländische so zu kopieren, wie es ist, vermögen es aber nicht, es im Einklang mit den realen Verhältnissen unseres Landes anzuwenden. Deshalb helfen die von ihnen erworbenen Kenntnisse unserer praktischen Arbeit nicht, werden infolge der mechanischen Anwendung des Fremden auf die Wirklichkeit unseres Landes dogmatische Fehler begangen.

Bei der politischen Erziehung der Mitglieder unserer Partei darf man sich nicht darauf beschränken, daß sie die Lehre des Marxismus­Leninismus und die fortschrittlichen Erfahrungen nur als Wissen einfach erwerben, sondern muß in den Mittelpunkt gerückt werden, daß sie es verstehen, sie im Einklang mit den realen Verhältnissen unseres Landes anzuwenden, auf ihrer Grundlage die Situation unseres Landes zu analysieren und nicht nur die Gegenwart zu begreifen, sondern auch die Zukunft vorherzusehen.

Um das Klassenbewußtsein der Parteimitglieder im Laufe des praktischen Lebens und Kampfes in unserem Lande zu heben, ist es am wichtigsten, daß alle Parteimitglieder die objektiven Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung in unserem Lande richtig erkennen und insbesondere imstande sind, die Wirtschaftsformen, die sozial­ökonomische Stellung der verschiedenen Klassen und ihre Wechsel­beziehungen auf jeder Etappe der gesellschaftlichen Entwicklung wissenschaftlich zu analysieren.

Der große Lenin hat gelehrt, daß es eine notwendige Bedingung für die Erziehung der Arbeiter zur revolutionären Aktivität ist, ihnen die ökonomische Natur und das sozialpolitische Antlitz der verschiedenen Klassen eingehend zu erklären. Wir müssen allen Parteimitgliedern eine klare Vorstellung vom reaktionären Charakter der uns feindlichen Klassen vermitteln, indem wir ihnen am Beispiel der Vergangenheit wie auch der Gegenwart erläutern, welche Klassen in unserem Lande die Unterdrücker und Ausbeuter des koreanischen Volkes sind, weshalb sie das Vaterland und das Volk verraten und wie heimtückisch sie die Arbeiter und Bauern betrügen. Außerdem muß man ihnen auseinandersetzen, wer am revolutionärsten für die Freiheit und Unabhängigkeit des Vaterlandes kämpfen kann, welche Klassen und Schichten kraft welcher Ursachen mit uns Hand in Hand gehen können.

Damit ist zu erreichen, daß die Mitglieder der Partei die Frage nach den Haupttriebkräften der Revolution und nach den Verbündeten richtig verstehen.

Nur wenn sie sich völlig darüber klar sind, wer in der Revolution ein Feind und wer ein Freund ist, vermögen es die Mitglieder unserer Partei mit ihren Verbündeten zusammenzuarbeiten und zum Zwecke der Isolierung des Feindes sogar solche Verbündeten und solche schwankenden Elemente zu gewinnen, in die man keine großen Hoffnungen setzen kann, sowie alle Möglichkeiten und alle Kampf­formen für den Sieg der Revolution zu nutzen. Nur wenn man zu unterscheiden versteht, wer Feind und wer Freund ist, kann man die Linie und die Politik unserer Partei, die auf der wissenschaftlichen Analyse der konkreten Lage und Stellung der verschiedenen Klassen unseres Landes beruhen, klar begreifen und revolutionäre Aktivität bei ihrer Verwirklichung an den Tag legen.

Zweitens muß durch die Erziehung der Mitglieder unserer Partei im Sinne der stets siegreichen Ideen des Marxismus-Leninismus erreicht werden, daß sich bei ihnen die dialektisch-materialistische Welt­anschauung über die Natur und die Gesellschaft formt und sie vom endgültigen Sieg unserer Revolution überzeugt sind.

Zu diesem Zweck ist es notwendig, allen Parteimitgliedern die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung der Natur und der Gesellschaft klarzumachen und sie insbesondere mit wissenschaftlichen Kenntnissen über das Wesen des Klassenkampfes im Kapitalismus, über den unabwendbaren Untergang des Kapitalismus, Imperialismus sowie über den unausweichlichen Sieg des Sozialismus und Kommu­nismus auszurüsten.

Das Ergebnis des Ersten Weltkrieges war der Sieg der sozialistischen Revolution in der UdSSR, und das Ergebnis des Zweiten Weltkrieges bestand darin, daß die Volksrepublik China und die anderen volksdemokratischen Staaten aus dem System des Kapita­lismus ausschieden. Der Weltkapitalismus verfällt von Tag zu Tag und geht seinem Untergang entgegen. Entfesseln die Imperialisten erneut einen Weltkrieg, so ist der allgemeine Zusammenbruch des Welt­systems des Kapitalismus unvermeidlich.

Wir müssen die Parteimitglieder so erziehen, daß sie es als hohe Ehre und als großen Stolz ansehen, am Kampf für den Sturz des Imperialismus und für den Triumph der sozialistischen Weltrevolution teilzunehmen; wir müssen ihnen revolutionären Optimismus aner­ziehen, der auf der festen Zuversicht, daß die unterdrückten werktätigen Völker befreit, der Sozialismus und der Kommunismus unbedingt triumphieren werden, sowie auf dem Bewußtsein der Gerechtigkeit unserer Sache beruht.

Im Kampf gegen den US-Imperialismus steht unser koreanisches Volk nicht allein. Das Sowjetvolk und die fortschrittliche Menschheit der ganzen Welt wenden sich gleichfalls gegen die aggressiven Handlungen des US-Imperialismus, insbesondere in Asien steht das 600 Millionen zählende chinesische Volk zusammen mit uns an der Front des Kampfes gegen den US-Imperialismus.

Wir müssen allen Parteimitgliedern gründlich erläutern, daß diese internationalistische Solidarität ein wichtiges Unterpfand des Sieges unserer Revolution ist, und müssen sie mit dem Geist des proletarischen Internationalismus und des hohen Patriotismus wappnen.

Folglich kann man den endgültigen Sieg nur dann sichern, wenn man sich fest mit den Völkern der Sowjetunion und aller anderen Bruderländer zusammenschließt, wenn wir alle Anstrengungen zum Zusammenschluß des ganzen Volkes gegen die US-Imperialisten aufbieten und für die Stärkung unserer revolutionären Kräfte kämpfen.

Drittens müssen wir alle Mitglieder der Partei zu unbeugsamen revolutionären Kämpfern und flammenden politischen Kadern erziehen und stählen, die bereit sind, sogar ihr Leben für die Interessen der Partei und der Revolution hinzugeben, damit sie unter den werktätigen Massen unseres Landes nicht nur auf der gegenwärtigen Etappe, sondern auch auf dem Weg zur Erreichung des Endziels unserer Revolution unentwegt Schrittmacher auftreten.

Alle Parteiorganisationen müssen jedes Parteimitglied so erziehen und schulen, daß es den ruhmreichen Namen eines Mitglieds der Partei der Arbeit reinhält, seinen Willen und seine Tätigkeit dem Willen und der Tätigkeit der Partei unterordnet, die Beschlüsse und Direktiven der Partei und die staatlichen Gesetze strikt ausführt, die Übereinstimmung von Wort und Tat, von Theorie und Praxis sichert sowie die einheitliche, obligatorische, revolutionäre Parteidisziplin und -Ordnung streng einhält.

Alle Parteiorganisationen müssen erreichen, daß sämtliche Partei­mitglieder und Kader in ihrem Parteileben treu ergeben sind, die Kritik innerhalb der Partei, besonders die von unten, breit entfalten, alle Fehler und Mängel, die den Interessen der Partei zuwiderlaufen, rechtzeitig korrigieren und einen beharrlichen Kampf gegen Speichellecker und Betrüger führen, die vor der Partei heucheln, die Wahrheit verbergen und den Schein lieben.

Alle Parteiorganisationen müssen es jedem Parteimitglied klar­machen, daß die Arbeit die ehrenvollste Sache und eine notwendige Bedingung für das menschliche Leben ist, müssen erreichen, daß im tagtäglichen Leben des Parteimitglieds der Kollektivgeist herrscht, der dazu veranlaßt, das gesellschaftliche Eigentum wie den Augapfel zu hüten, die Interessen der Partei, des Staates und der Gesellschaft über die persönlichen Interessen zu stellen. Es ist notwendig, alle Parteimitglieder und Werktätigen so zu erziehen, daß sie auf allen Gebieten des Aufbaus des Sozialismus Selbstlosigkeit und schöpferi­sche Aktivität an den Tag legen, daß sie im Laufe des praktischen Kampfes eine unrichtige Einstellung zur Arbeit korrigieren sowie aktiv um die Beseitigung jedweder Erscheinungen der Ausbeutung in Stadt und Land ringen.

Die Parteiorganisationen müssen alle Parteimitglieder so erziehen, daß sie die Klassenfeinde erkennen können, daß sie entschlossen gegen politische Unwissenheit sowie gegen Müßiggang und Schlamperei jeder Art kämpfen, die Wühl- und Diversionstätigkeit der Feinde wachsam verfolgen und sie rechtzeitig aufdecken, entlarven und daß sie in den ersten Reihen des vom ganzen Volke geführten Kampfes gegen die Spionage stehen.

Viertens ist es notwendig, im Einklang mit den erwähnten Hauptrichtungen der klassenmäßigen Erziehung innerhalb der Partei die politische Erziehungsarbeit und die Methoden der Schulung in der Partei grundlegend zu verändern.

In der politischen Erziehungsarbeit unserer Parteiorganisationen sind bisher die formalistischen Methoden nicht beseitigt, bei denen der Lehrstoff nach ein und denselben Schulungsmaterialien scholastisch dargeboten wird, ohne daß man den Bildungsgrad und das politisch­theoretische Niveau jedes Parteimitglieds konkret berücksichtigt.

Da man den Nachdruck auf das Auswendiglernen und Zitieren von Daten, Sätzen und Thesen legte, die für die Schulung in der Partei nicht notwendig sind, und ungenügende Anstrengungen unternahm, den Grundgedanken und den politischen Inhalt zu erfassen, vermittelte die Parteischulung keine lebendigen Kenntnisse, die im realen Leben hätten helfen können, und trug nicht zur Erhöhung des Klassenbewußtseins bei.

Anstatt den Massen etwas mit einfachen und verständlichen Worten zu erläutern, reihen manche Propagandisten, die die Arbeit zur Partei­erziehung leiten, schwierige Termini und Thesen aneinander, die ihnen selbst nicht ganz verständlich sind. Und auch unsere Presse bringt in vielen Fällen zu ähnlichen Themen inhaltsarme und übermäßig in die Länge gezogene propagandistische Materialien und Artikel und weckt daher nicht das Interesse der Leser, sondern stiftet im Gegenteil, was das Verständnis der Grundfragen betrifft, Verwirrung unter den Massen der Parteimitglieder.

Wir müssen diesen Dogmatismus und Formalismus in der Partei­erziehung überwinden, damit die Linie und die Politik unserer Partei rechtzeitig und konsequent in die Massen der Parteimitglieder eindringen und mit Erfolg verwirklicht werden.

Zu diesem Zweck ist es erforderlich, das System des Erziehungs­netzes aller Stufen und das Lehrmaterial in Richtung einer verstärkten klassenmäßigen Erziehung zu verändern. Besonders notwendig ist es, die Schulung der leitenden Kader der Partei und des Staatsapparates in der Theorie des Marxismus-Leninismus zu verstärken und große Aufmerksamkeit auf die Auswahl, den Einsatz und die Ausbildung der auf dem Gebiete der Propaganda und der Erziehung tätigen Funktionäre zu richten, die tagtäglich mit den einfachen Parteimitgliedern in Berührung kommen, und ihr politisch-theoretisches Niveau zu heben. Ferner muß man die Druckerzeugnisse unserer Partei entschieden verbessern, damit sie ihrem Inhalt und ihrer Form nach den einfachen Massen leicht verständlich sind und ihr Interesse wecken.

Gleichzeitig ist es erforderlich, die Leitungstätigkeit der Partei­organisationen für die klassenmäßige Erziehung innerhalb der Partei zu vervollkommnen. Die Bezirks-, Stadt- und Kreisparteikomitees sowie die Grundorganisationen der Partei müssen alle schädlichen Tendenzen, die ideologische Arbeit der Partei zu unterschätzen, beseitigen und die Erziehung der Kader und der Massen der Parteimitglieder im Geiste des Marxismus-Leninismus als eine sehr wichtige Aufgabe der Partei­organisationen betrachten und dazu die tagtägliche und systematische Leitung sichern.

Nicht wenige unserer Parteiorganisationen und leitenden Kader verstehen es noch nicht, daß die Verwirklichung der vor den Partei­organen stehenden ökonomischen Aufgaben nur dadurch gesichert werden kann, wenn die Massen durch die ideologisch-politische Arbeit der Partei für die Erfüllung der ökonomischen Aufgaben begeistert, mobilisiert werden; sie sind bisher nicht imstande, die politische Arbeit der Partei richtig mit der wirtschaftlichen zu verbinden. In solchen Parteiorganisationen wird die Bedeutung der ideologischen Arbeit unterschätzt, und in der tagtäglichen Arbeit der Parteiorganisationen gilt sie als zweitrangig und wird in den Hintergrund geschoben.

Die Parteifunktionäre, die die Wichtigkeit der ideologisch­politischen Arbeit der Partei vergessen und sie nicht ernsthaft leiten, werden zu kläglichen Praktizisten, führen die administrative Arbeit selbst durch oder traben ihr nach, halten, völlig von Kampagnen eingenommen, nur wenig tagtägliche Verbindung mit den Massen, sind nicht über den tatsächlichen Stand der Dinge auf den unteren Ebenen informiert und erkennen nicht die wichtigen Fragen der Politik der Partei. Folglich sind sie außerstande, die schöpferischen Erfahrungen in der Arbeit aufzugreifen und künftige Ereignisse vorauszusehen, so daß sie Mängel nicht verhüten können.

Die Parteiorganisationen sind verpflichtet, die propagandistische Arbeit zielstrebig durchzuführen und dabei die Hauptlinie der Partei, die dringenden Probleme ihrer Politik sowie die Fragen der organisa­torischen und ideologischen Festigung der Parteireihen zu ihrem zentralen Inhalt zu machen.

Künftig müssen die Parteiorganisationen und die Parteiorgane aller

Stufen den Inhalt und die Methoden der Erziehungsarbeit der Partei auf Parteiversammlungen beraten, die Erfüllung der Beschlüsse dieser Versammlungen systematisch anleiten und kontrollieren, dadurch die besten Erfahrungen rechtzeitig verallgemeinern, die nicht klassenmäßige und nicht ideologisch ausgerichtete Arbeit sowie Formalismus und Dogmatismus jeder Art in der Parteierziehung beseitigen.

Das Zentralkomitee der Partei ist davon überzeugt, daß die Partei­organisationen aller Stufen, indem sie die marxistisch-leninistische Erziehungsarbeit noch mehr verstärken, alle Parteimitglieder zu eisernen revolutionären Kämpfern, die keine Kraft bezwingen kann, erziehen und stählen, daß sie unter seiner Führung, das unsterbliche Banner des Marxismus-Leninismus hoch erhoben, das ganze Volk Nord- und Südkoreas noch erfolgreicher zum Kampf für die Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes führen werden.