15. September 1943 // Reden
Kim Il Sung // Die koreanischen Revolutionäre müssen Korea gut kennen

Die koreanischen Revolutionäre müssen Korea gut kennen

15. September 1943

Rede vor den politischen Kadern und Lehrern in den politischen Disziplinen der KRVA


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Heute, am Vorabend des großen Ereignisses, der Wiedergeburt des Vaterlandes, möchte ich zu Ihnen über die Notwendigkeit des verstärk­ten Studiums des Vaterlandes und über einige der nächsten Aufgaben sprechen.

Die gegenwärtige Weltlage verändert sich rasch zugunsten der Revo­lution, und das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlandes, steht nun auf der Tagesordnung.

Die faschistischen Staaten – Japan, Deutschland und Italien – die den Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel entfesselt haben, die Weltherrschaft zu erobern, gehen allmählich ihrem Untergang entgegen.

Von den US- und britischen Imperialisten insgeheim ermuntert, unternahm das faschistische Deutschland überraschend den paktsbrü­chigen Überfall auf die Sowjetunion mit einer gewaltigen Armee von 170 Divisionen, verstärkt durch Flugzeuge und Panzer, und erklärte dabei prahlerisch, daß die Sowjetunion in einigen Monaten besiegt sein werde. Aber das Sowjetvolk und die Rote Armee veränderten unter Führung des großen Genossen Stalin nach und nach die für sie ungünstige Lage der ersten Kriegsmonate. Sie brachten mit eigenen Kräften die wütende Offensive des faschistischen Deutschland, für die es nicht nur seine ganze Kraft, sondern auch die Streitkräfte, das Potential an Menschen und Material der bereits von ihm besetzten 14 Staaten Europas völlig mobilisierte, zum Stehen und gingen schließ­lich zum Gegenangriff über.

Die unvergleichlich mutigen Kämpfer der Roten Armee zerschlugen Anfang dieses Jahres die mit modernsten Waffen ausgerüsteten 30 mo­torisierten Elite-Divisionen der faschistischen deutschen Truppen bei Stalingrad und führten dadurch die entscheidende Wende im Sowje­tisch-Deutschen Krieg herbei. Es hat sich klar erwiesen, daß gerade bei Stalingrad das Schicksal der Armee des faschistischen Deutschland ent­schieden worden ist.

Die Rote Armee hat jetzt die deutschen Eroberer bis in die Nähe des Dnjepr vertrieben, und der Tag ist nicht fern, an dem sie auf ihrem sow­jetischen Territorium die Aggressoren völlig schlagen und einen großen Sieg erringen wird.

Auch die japanischen Imperialisten, die bei der Entfesselung des aben­teuerlichen Pazifikkrieges der Überzeugung waren, daß der Sieg Deutsch­lands über die Sowjetunion im Voraus feststehe, erleiden eine Niederlage nach der anderen bei den militärischen Aktionen an der großen Front in China, in Südostasien und im Pazifik.

Die japanischen Imperialisten müssen an der Front Chinas Gegen­schläge der von der Kommunistischen Partei Chinas geführten Achten Marscharmee und Neuen Vierten Armee hinnehmen und geraten immer mehr in Bedrängnis. Um diese beiden Armeen zu „vernichten“, warfen sie den größten Teil ihrer Truppen, die sich an der Chinafront befanden, und die Marionetteneinheiten in die Schlacht. Die „Strafexpeditionen“ des Gegners sind jedoch ständig von Mißerfolgen begleitet. In Nordchi­na werden von der Achten Marscharmee nach und nach mehr Gebiete befreit.

Die japanischen Imperialisten griffen überraschend Pearl Harbor auf Hawaii an und versetzten der Pazifikflotte der USA vernichtende Schlä­ge. Sie rechneten damit, große Gebiete Südostasiens zu okkupieren, noch ehe sich die USA von diesen Schlägen erholen. Danach wollten die japanischen Imperialisten den Mangel an strategischem Material durch die Ausplünderung dieser an Erdöl, Kautschuk und anderen Na­turschätzen reichen Gebiete ausgleichen und sich auf einen lang andau­ernden Krieg vorbereiten. Sie glaubten naiv, dies werde, gleichzeitig mit dem Sieg Deutschlands über die Sowjetunion, es ihnen ermöglichen, die US- und britischen Kräfte in Südostasien und im Pazifik zu unterwerfen. Die japanischen Imperialisten haben jedoch das Gleichgewicht der Kräf­te im Pazifik bereits völlig eingebüßt und erleiden weitere Niederlagen.

Italien hat kapituliert, Deutschland und Japan begannen mit dem be­schleunigten Rückzug.

Die Analyse der Lage an den Fronten des Zweiten Weltkrieges bestä­tigt unsere Überzeugung, daß die Niederlage der japanischen Imperialis­ten unvermeidlich ist und daß das große Ereignis – die Wiedergeburt des Vaterlandes – herannaht.

1. Über das aktive Studium des Vaterlandes

Da jetzt das große Ereignis – die Wiedergeburt des Vaterlandes – herannaht, besteht eine der vor uns stehenden wichtigen Aufgaben dar­in, das Vaterland intensiv zu studieren.

Nur dann, wenn wir unser Vaterland und unser Volk gut kennen, vermögen wir, die Pflicht als Patrioten und Kommunisten erfolgreich zu erfüllen sowie die koreanische Revolution im erforderlichen Maße durchzufuhren.

Wir haben die Verantwortung für die Verwirklichung der koreanischen Revolution. Dazu ist es notwendig, die Geschichte und Geographie des Vaterlandes sowie die ruhmreichen Kulturtraditionen gut zu kennen. Das ermöglicht es uns, von heißer Liebe zum Vaterland durchdrungen und fest entschlossen zu sein, dem Vaterland und dem Volk selbstlos zu dienen, und wird dazu beitragen, unsere Menschen entsprechend ihren Gefühlen und ihrer Mentalität zum aktiven revolutionären Kampf zu erziehen.

Nur wenn wir die Geschichte, die Geographie, die Wirtschaft und Kultur des Vaterlandes gut kennen, vermögen wir es als Kommunisten auch, die Prinzipien des Marxismus-Leninismus schöpferisch auf die Wirklichkeit unseres Landes anzuwenden sowie eine selbständige Posi­tion und eigenständige Ansichten in den Fragen der koreanischen Revo­lution zu vertreten.

Wir müssen Kenner der Geschichte, Geographie und Kultur des Vater­landes auch deshalb werden, um die hervorragenden Traditionen unserer Nation und ihre Werte vor der auf die Vernichtung der Nation gerichteten Politik der japanischen Kolonialherren zu schützen.

Gegenwärtig erleiden die japanischen Imperialisten ununterbrochen ernste Niederlagen im Krieg; sie versuchen, Revanche zu nehmen, und verstärken deshalb die grausame koloniale Ausplünderung unseres Vol­kes; sie betreiben außerdem unverhohlen eine nationale Assimilierungs­politik, um unser Land von der Landkarte für immer zu streichen, wobei sie erklären, daß die Japaner und Koreaner „die gleichen Vorfahren“ hät­ten und daß „Japan und Korea ein einheitliches Ganzes“ seien. Die alte ruhmreiche Geschichte unseres Landes und seine Kulturtradition werden von den Kolonialherren des imperialistischen Japan entstellt und vernich­tet. Sie versuchen, alles Nationale auszurotten, wobei sie im großen Aus­maß den „Samurai-Geist der Untertanen des japanischen Kaiserreiches“ verbreiten. Die Eindringlinge wollen Korea den Weg zur Wiederge­burt verlegen und verbieten deshalb den Koreanern, ihre Mutterspra­che und Schrift zu gebrauchen, nehmen ihnen sogar das Recht, ihre Vor- und Familiennamen zu haben, und zwingen sie, diese durch japa­nische wie „Ushiichiro“, „Umasaburo“ u. a. zu ersetzen.

Heute, da die japanischen Imperialisten verzweifelt versuchen, die Geschichte und Kultur unserer Nation auszulöschen und die Existenz Koreas für immer zu vernichten, müssen wir, die wahrhaften koreani­schen Patrioten, das Vaterland intensiv studieren; das ist für uns eine der wichtigsten revolutionären Aufgaben.

Auch für den erfolgreichen Aufbau der Zukunft des wiedergeborenen Vaterlandes müssen wir uns von nun an ein gutes Wissen über das Hei­matland erwerben.

Alle Kommandeure und Soldaten der KRVA sind Kämpfer der Revolution, die von dem glühenden Wunsch durchdrungen und ent­schlossen sind, das von den japanischen Imperialisten mit Füßen getre­tene Vaterland zu befreien und nach seiner Wiedergeburt eine neue, glückliche Gesellschaft aufzubauen. Auch in den schweren Tagen, als erbitterte Kämpfe gegen die Aggressionstruppen des imperialisti­schen Japans entfaltet wurden, rüsteten wir die Kommandeure und Soldaten der KRVA mit der unanfechtbaren revolutionären Weltan­schauung aus, wobei das verstärkte Studium der Grundlagen des Marxismus-Leninismus und der Linie, der Strategie und Taktik der koreanischen Revolution im Mittelpunkt stand.

Die gegenwärtige Lage, in der das große Ereignis – die Wiedergeburt des Vaterlandes – näher rückt, erfordert dringend von uns, das Studium des Marxismus-Leninismus zu verstärken und sich gleichzeitig die not­wendigen Kenntnisse für den Aufbau der Wirtschaft und Kultur im be­freiten Vaterland systematisch anzueignen.

Wie könnten die koreanischen Kommunisten die koreanische Revolu­tion erfolgreich verwirklichen, wenn sie nicht die Geschichte und Kultur, die Natur und Geographie Koreas und die hohe Moral und die Bräuche des Volkes gut kennen!

Die koreanischen Kommunisten müssen mit der 5000jährigen alten Geschichte und der hervorragenden Kultur unseres Volkes, mit dem Ter­ritorium und den Reichtümern des Vaterlandes gut vertraut, darauf stolz sein und für all das glühende Liebe hegen. Sie müssen große Ideale haben und fest entschlossen sein, auf der herrlichen Heimaterde die kommunisti­sche Gesellschaft aufzubauen, wo das Volk glücklich leben wird.

Vor allem ist es wichtig, sich eingehend mit der Geschichte unseres Landes zu befassen.

Das Ziel des Studiums der Geschichte besteht nicht darin, die histori­schen Schriften über Könige oder Feudalherren kennen zu lernen, sondern darin, über die Geschichte der Kämpfe und des Schöpfertums unseres Volkes Bescheid zu wissen.

Nur wenn wir mit der Geschichte der Kämpfe und des Schöpfertums des Volkes gut vertraut sind, können wir in uns glühende Liebe zum Vaterland erziehen, Nationalstolz und revolutionäre Würde empfinden.

Von alters her kämpfte unser Volk unbeugsam gegen das despotische Re­gime der Feudalherren und gegen die ausländischen Eroberer, entwi­ckelte durch eigene schöpferische Arbeit und Klugheit Wissenschaft und Kultur, machte Korea im Osten berühmt.

Unser Volk ist ein kühnes und kluges Volk, arbeitsam und fried­liebend. Es ist besonders durch den patriotischen Geist der Nation stark, die standhaft gegen die Aggressoren kämpft und somit ihre Würde verteidigt.

Von alten Zeiten bis gegenwärtig hören die Einfälle fremdländischer Eroberer in unser Land nicht auf; sie nahmen vor allem seit Ende des 19. Jahrhunderts zu.

Jedes Mal, wenn die Aggressoren in unser Land eingedrungen sind, erhob sich das koreanische Volk wie ein Mann zum heiligen Kampf für die Verteidigung des Vaterlandes und besiegte die Eindringlinge, schützte heldenhaft das Vaterland und hat seine 5000jährige ruhmreiche Geschichte geschaffen.

So ist die Geschichte des Altertums und des Mittelalters unseres Vol­kes eine Geschichte des Kampfes gegen die Aggression und für die Ver­teidigung des Vaterlandes. Dieser Kampf richtete sich im Norden auf die Abwehr der Einfälle der Eroberer aus Sui, Tang, Khitan und Yuan sowie im Süden gegen die Überfälle der japanischen Invasoren. In der Neuzeit ist sie eine Geschichte der antiimperialistischen Schlachten und des natio­nalen Befreiungskampfes gegen die Aggression der japanischen und US- Imperialisten.

In der Geschichte hörten die Überfälle der Invasoren gegen unser Land nicht auf, aber es ist ihnen niemals gelungen, die Ergebenheit unseres Volkes zu seinem Vaterland und seinen Heldenmut zu brechen und es in die Knie zu zwingen.

Die Menschen von Koguryo waren klug und tapfer; sie sahen es als ih­re größte Ehre an, das Vaterland selbstlos zu verteidigen. Aus diesem Grunde betrachteten sie die Meisterung der kriegerischen Künste als Pflicht der Männer. Von Kindheit an übten sie sich im Laufen, im Pferde­rennen, im Bogenschießen und in der Handhabung des Schwerts. In allen Volksspielen und Wettkämpfen standen die kriegerischen Künste im Mit­telpunkt. Aus einer Volkssage, wonach der gemeine Ondal in einem Jagdwettbewerb als Sieger hervorging, über sich hinauswuchs und dann große Heldentaten für die Verteidigung des Vaterlandes vollbrachte, geht klar hervor, daß man in Koguryo einen Menschen vor allem danach beur­teilte, wie er seine kriegerischen Künste und seine geistigen Fähigkeiten vervollkommnete und seine Tapferkeit stärkte.

Die Menschen in Koguryo wurden von Kindheit an im Geiste der Liebe zum Vaterland erzogen, zu kriegerischen Künsten geführt und in Kühnheit abgehärtet. Sie zeichneten sich deshalb durch großen Natio­nalstolz und mutigen Geist aus, vermochten die Ehre des Landes und die Würde der Nation zu verteidigen, als sie die Einfälle der drei Millionen zählenden Heerscharen des seinerzeit größten Sui-Staates auf dem asia­tischen Kontinent zurückschlugen.

Auch die Menschen von Silla und Paekje – im Süden unseres Landes gelegen – besaßen eine unanfechtbare Autorität und verteidigten zuverläs­sig die Heimaterde, so daß die ausländischen Feinde sie nicht zu überfal­len wagten.

Wenn die drei Königreiche – Koguryo, Silla und Paekje – seinerzeit mit vereinten Kräften den Ansturm der ausländischen Feinde abgewehrt hätten, dann würde sich unser Vaterland noch mehr entwickelt haben.

Bei den Einfällen von Hunderttausenden der Khitan-Armee haben die Menschen von Koryo unter Führung des hervorragenden Generals Kang Kam Chan dem Feind am Fluß Amnok und bei Kusong vernich­tende Schläge versetzt und damit ihr Land verteidigt.

In der Zeit der Ri-Dynastie kämpfte unser Volk auch heldenhaft gegen die ausländischen Feinde. Die Feudalherren allerdings hatten, anstatt die Verteidigung des Landes zu stärken, die Truppen auszubil­den und die Abwehr der Invasoren vorzubereiten, sorglos dahingelebt und lediglich das Zeitalter der Ruhe und des Friedens gepriesen. Die berüchtigten japanischen Samurais nutzten dies aus und überfielen im Imjin-Jahr 1592 mit einer gewaltigen Armee das Land. In dieser Zeit erwies sich die herrschende Feudalaristokratie, die nichts zur ständigen Verteidigung des Landes unternommen hatte und sich in Sorglosigkeit wiegte, als außerstande, den Einfall der Samurais abzuwehren. Sie floh überdies mit dem König nach Uiju und überließ Land und Volk den Repressalien des Feindes.

Das kluge und kühne koreanische Volk kämpfte jedoch überall im Lande heldenmütig gegen die Eroberer: Am Südmeer, in Jinju, Yonan und Pyongyang. Obwohl Admiral Ri Sun Sin nur schwache Seestreitkräf­te befehligte, schützte er zuverlässig die Meerenge im Bereich des Bezirks Jolla, verwehrte der Samurai-Armada die Durchfahrt, vernichtete die ja­panische Flotte in der Schlacht bei der Hansan-Insel und errang einen großen Sieg. Kwak Jae Uh und andere Patrioten bildeten Abteilungen der Freiwilligen, die überall auftauchten und die japanischen Samurais besiegten. Die Bauern, kleine Beamte und sogar Mönche, die in der Einöde der Berge lebten, organisierten ebenfalls Abteilungen der Freiwilligen. Die Frauen hatten sich allerorts in den Kampf gegen die Samurais eingereiht. Das Volk bekämpfte sieben Jahre lang entschlos­sen die grausamen und erbarmungslosen japanischen Samurais, ver­trieb schließlich die Feinde vom heimatlichen Boden und verteidigte die Ehre und die Würde des Vaterlandes.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Aggressoren der kapitalistischen Mächte Europas und der USA über unser Land herfielen, überließen die unfähigen und engstirnigen Feudalherren Land und Volk ihrem Schick­sal, bekriegten einander um ihrer persönlichen Macht und Selbstsucht willen, während unser Volk unbeugsam gegen die imperialistischen Ag­gressoren kämpfte.

Im Jahre 1866 hatte die Bevölkerung von Pyongyang das US- Piratenschiff „General Sherman“ versenkt, das in den Fluß Taedong eingedrungen war; Volk und Armee hatten auch den Überfall französi­scher Flotteneinheiten vereitelt.

Im Jahre 1894 erhoben sich die Bauern des Bezirkes Jolla gegen die Tyrannei der Feudalherren und führten den Bauernkrieg. Auch in dieser Zeit bekämpften die Bauern, die patriotisch gesinnten Armeeangehörigen und die Gelehrten nicht nur die herrschenden Kreise, sondern entfalteten auch blutige Schlachten gegen die japanischen Aggressionstruppen, die unter Ausnutzung der Wirren in Korea eingedrungen waren.

Somit hatte das koreanische Volk im 5000jährigen unbeugsamen Kampf gegen die Aggressoren sein Vaterland verteidigt und die heiße Va­terlandsliebe, Heldenmut und unerschütterliche Standhaftigkeit vor der ganzen Welt demonstriert.

Anstatt den ausländischen Kräften eine Abfuhr zu erteilen, die ei­genen Kräfte heranzubilden und die Sicherheit des Landes zu ge­währleisten, befaßten sich die Feudalherren jedoch lediglich damit, Speichel zu lecken, den Mächtigen zu huldigen und, gestützt auf die ausländischen Kräfte, Machtkämpfe untereinander zu führen. Schließlich begingen sie einen für immer unverzeihlichen Verrat, indem sie das Vaterland den Eroberern des imperialistischen Japans auslieferten.

Aber auch nach der Okkupation des Landes im Jahre 1910 durch die japanischen Imperialisten hat unser Volk seinen Kampf nicht eingestellt. Das spiegelte sich in der Bewegung der Freiwilligenabteilungen und der Unabhängigkeitsarmee sowie in der antijapanischen Bewegung der Ar­beiter, Bauern, der Jugend und Studenten wider. Seit Ende der 1920er Jahre verwandelten sich die Kämpfe gegen die japanischen Imperialis­ten und ihre Handlanger in gewaltsame Aktionen.

Besonders seit den 1930er Jahren haben wir Kommunisten, die wahrhaften Patrioten, den heldenhaften bewaffneten antijapanischen Kampf organisiert und entfaltet und damit den nationalen Befrei­ungskampf in Korea auf eine höhere Stufe gehoben; seit mehr als 10 Jahren versetzen wir den Feinden, den japanischen Imperialisten, in po­litischer und militärischer Hinsicht empfindliche Schläge, die deren Niederlage näherbringen.

Das kluge und tapfere koreanische Volk wird sich niemals unterwer­fen, der Geist Koreas wird immer lebendig sein. Der antijapanische na­tionale Befreiungskampf des koreanischen Volkes ist getragen von den unbesiegbaren revolutionären Ideen des Marxismus-Leninismus und wird unbedingt triumphieren, und unser Vaterland wird zweifellos seine Wiedergeburt erringen. Der Tag ist nicht fern, an dem Korea vor der ganzen Welt frischen Mutes auftreten wird.

Indem wir die ruhmvolle Kampfgeschichte des koreanischen Volkes gründlich studieren, müssen wir in uns noch mehr die heiße Liebe zum Vaterland, den Nationalstolz sowie den brennenden Haß auf die Feinde erziehen.

Das koreanische Volk ist eine begabte, kluge und zivilisierte Nation, die hervorragende Traditionen auch in der Entwicklung von Wissen­schaft und Kultur errang.

Unsere Vorfahren des Altertums waren die Schöpfer einer großarti­gen Kultur und haben zur Blüte der Kultur des Ostens beigetragen.

Unser Land begann bereits in ganz alten Zeiten, Eisen zu produzie­ren. In der Zeit der drei Königreiche wurden metallische Gebrauchs­gegenstände des alltäglichen Lebens hergestellt und in großem Maße benutzt; stark entwickelt hatte sich auch die Schmiedekunst bei der Feinbearbeitung von Gold, Silber und Kupfer.

In der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts schufen unsere Vorfahren ein weltberühmtes Denkmal, das Observatorium Chomsong, und haben einen großen Beitrag zur Entwicklung der Meteorologie und Astronomie geleistet.

In der Ära der drei Königreiche entwickelte sich auch die Architek­tur. Die neunstöckige Pagode des Tempels Hwangryong (7. Jahrhun­dert), die Pagoden Tabo und Sokka des Tempels Pulguk, die bis heute nach mehr als tausend und einigen hundert Jahren unverändert erhalten geblieben sind, zeigen anschaulich die damalige blühende Architektur. Die Fresken an den Grabstätten aus der Koguryo-Zeit, die nach Jahrtau­senden im alten Glanz erstrahlen, und die Skulpturen im Höhlentempel Sokkul aus der Silla-Zeit veranschaulichen ebenfalls den hohen Ent­wicklungsstand der antiken bildenden Kunst unseres Landes.

Von alters her erreichten Musik und Tänze in unserem Land eine ho­he Blüte. Unsere Vorfahren, die sehr schöne nationale Musikinstrumen­te wie Kayagum und Komungo herstellten, entwickelten die Musik und Nationaltänze, die sich durch ihre anmutige Haltung auszeichnen.

Die entwickelte Kultur, Metallurgie und Töpferei unseres Landes verbreiteten sich bereits in der Epoche der drei Königreiche über ihre Grenzen hinaus und erlangten Berühmtheit. In dieser Zeit fuhren korea­nische Handwerker, Architekten, Maler und Gelehrte nach Japan und übten dort auf die Verbreitung des Schrifttums und der Technik und auf die Entwicklung der Kultur großen Einfluß aus.

Die Menschen von Koryo machten unser Land weltberühmt. Sie er­fanden als Erste in der Welt Metalllettern, die zu einem großen Auf­schwung des Buchdrucks führten, stellten das Koryo-Porzellan her, das durch seine bewundernswerten Farben, Ornamente und Formen von al­ler Welt als wertvoller Schatz angesehen wird.

Unser Volk wandte bereits in der Epoche der drei Königreiche eine Ridu-Schrift an, schuf im Jahre 1444 die sehr hoch entwickelten Schriften – das nationale Alphabet Hunminjongum – und leistete damit einen gro­ßen Beitrag zur Entwicklung der Kultur.

Die Feudalherren, vom Geist der Kriecherei befallen, ergaben sich den konfuzianischen Kanons und vergeudeten mit Deklamationen von Ge­dichten über den Mond und die Naturschönheiten sinnlos die Zeit; das Volk jedoch offenbarte in dieser Zeit hervorragende Fähigkeiten und schuf weltberühmte Kunstwerke. Zusammen mit den Meistern baute das Volk auch das gewaltige Kriegsschiff einzigartigen Typs – das erste ge­panzerte Schildkrötenschiff in der Welt.

Die Beispiele sind ausreichend, um zu verstehen, wie begabt und klug unser Volk ist, welch großen Beitrag unsere Nation zur Entwick­lung von Wissenschaft und Kultur der Menschheit geleistet hat.

Wir Kommunisten müssen die Traditionen der Wissenschaft und Kultur, die unsere Vorfahren schufen, gut kennen und es verstehen, sie hoch zu schätzen. Das ermöglicht es uns, nach der Wiedergeburt des Vaterlandes wirklich eine dem Volk und dem Aufbau der neuen Gesell­schaft dienende Wissenschaft zu entwickeln sowie die demokratische und sozialistische Nationalkultur zu schaffen. Die neue sozialistische Nationalkultur wird keinesfalls aus dem Nichts entstehen, sondern durch die kritische Aneignung und Entfaltung der besten Traditionen der Nati­onalkultur, die uns unsere Vorfahren als Erbe hinterlassen haben. Auch für den künftigen Aufbau der neuen sozialistischen Nationalkultur müs­sen wir die großartigen Traditionen der Nationalkultur gebührend ken­nen und sie kritisch zu analysieren und einzuschätzen wissen.

Unsere Nation ist eine homogene Nation mit einer 5000jährigen Ge­schichte; sie ist eine mutige und schwungvolle Nation, die seit alters her einen unbeirrten Kampf gegen die Eroberer, gegen die aufeinander fol­genden reaktionären Herrscher führte; sie ist eine begabte Nation, die einen großen Beitrag zur Entwicklung der Wissenschaft und Kultur der Menschheit leistete.

Wir Kommunisten, die das Vaterland und das Volk am leidenschaft­lichsten lieben, müssen immer mehr den Nationalstolz und die nationale Würde des koreanischen Volkes behüten und auch den revolutionären Stolz und die Würde der Kämpfer schützen, die für die Befreiung und Unabhängigkeit des Vaterlandes seit mehr als 10 Jahren blutige Schlachten führen. Verliert man die nationale Würde und den revolutio­nären Stolz, verfällt man in kläglichen, unterwürfigen nationalen Nihi­listen und in Kriecher. Das Kriechertum und der nationale Nihilismus sind Ideologien, die zum Verrat an dem Vaterland und der Nation und letzten Endes sogar zum Untergang des Landes führen. Wir Kommunis­ten, die das Vaterland und die Nation mehr als irgend jemand anders lieben, müssen deshalb entschlossen den nationalen Nihilismus und das Kriechertum bekämpfen, die sich in der Mißachtung der eigenen Nation und der Geschichte des eigenen Landes äußern.

Wenn wir nicht vom zutiefst patriotischen Geist, vom Bestreben zur Verteidigung der Würde unseres Vaterlandes und von der Liebe zu unserer Nation entflammt wären, könnten wir keine wahrhaften Patrioten und keine wirklichen Kommunisten sein, die der Revolution ihres eigenen Landes treu ergeben sind. Weil in uns der Patriotismus, das Vaterland und die Nati­on zu lieben und sie wertvoll zu schätzen, stärker als bei anderen entwickelt ist, konnten wir den Weg des Kampfes zur Befreiung des Vaterlandes und der Nation vom Joch der japanischen Imperialisten einschlagen und heute erprobte Kommunisten werden, die fest mit der revolutionären Weltan­schauung des Marxismus-Leninismus ausgerüstet sind und in den langjäh­rigen revolutionären Kämpfen gestählt wurden.

Wir müssen nicht nur die Geschichte des Vaterlandes, sondern auch dessen Geographie gründlich kennen.

Das Endziel unserer Revolution besteht darin, ein starkes und reiches Vaterland aufzubauen und dem Volk ein wohlhabendes, glückliches Leben zu gewährleisten. Mit anderen Worten ausgedrückt heißt das, in unserem Land die sozialistische und kommunistische Gesellschaft, ein Paradies des Volkes, zu schaffen. Wer wird sie nun errichten? Wir selbst sind dazu berufen. Nach der Zerschlagung des japanischen Impe­rialismus müssen wir im Vaterland solch einen sozialistischen Staat mit entwickelter Industrie und Landwirtschaft wie in der Sowjetunion auf­bauen. Dazu ist es notwendig, die Industrie, die Landwirtschaft, die Fischwirtschaft und alle anderen Wirtschaftszweige auf der Grundlage der in unserem Lande reichlich vorhandenen Naturschätze aufzubauen und zu entwickeln.

Unser Land hat auch, was seine Größe, seine Bevölkerungszahl und seine Naturschätze betrifft, alle Voraussetzungen, um einen reichen, starken, souveränen und unabhängigen Staat zu schaffen.

Unser Land liegt im Osten Asiens und ist im Norden mit dem Fest­land verbunden. Auf drei Seiten – Osten, Westen und Süden – ist es vom Meer umgeben. Unser Land ist nicht sehr groß, aber durchaus nicht klein: Das Territorium umfaßt eine Fläche von mehr als 220 000 Quad­ratkilometern, und die Bevölkerungszahl beträgt 23 Millionen. In der Welt existieren heute starke Mächte und zivilisierte Staaten, aber unter ihnen gibt es auch Länder, die beträchtlich kleiner sind als unser Land und weniger Einwohner haben. Unser Land ist reich an Naturschätzen wie kaum ein anderes in der Welt.

Der Schoß der Erde unseres Landes birgt reiche Vorkommen an Hun­derten von Arten wertvoller nützlicher Mineralien, darunter Eisenerz. Man kann tatsächlich sagen: Die Vorratskammer der Erde unseres Landes ist eine wirkliche Schatzkammer voll Gold, Silber und wertvoller Gesteine.

In den nördlichen Gegenden des Paekmu-Plateaus gibt es unerschöpfli­che Vorkommen an Magneteisenstein, und die westlichen Ebenen bergen viel Brauneisenerz von hoher Qualität. Allein die bisher bekannten Eisen­erzvorräte umfassen mehrere Milliarden Tonnen, und in Zukunft wird es möglich sein, noch größere derartige Lagerstätten ausfindig zu machen.

Im nördlichen Gebiet gibt es vielzählige Fundorte von Bitumenkohle mit hohem Heizwert und in den Gegenden des Bezirkes Süd-Phyongan und im Thaebaek-Gebirge inmitten des Landes riesige Vorkommen an Anthra­zit. Die Kohlelager sind wahrhaftig unerschöpflich; man könnte sie wohl von Generation zu Generation ausbeuten.

Unser Land birgt auch wertvolle Metalle und Mineralien – Gold, Sil­ber, Kupfer, Blei, Zink, Graphit, Molybdän und Magnesit – in solch gro­ßer Menge, daß uns die Menschen der ganzen Welt darum beneiden. Überall gibt es große Kalksteinvorkommen.

Unser Land verfügt über reichliche Energieträger – besonders über Was­serkraft. In dem Kaema-Plateau, das man als ein Dach des Landes bezeich­net, und in anderen nördlichen Gegenden gibt es Wasserkraftvorräte, die ausreichen, um mehrere Millionen kW von Elektroenergie zu erzeugen. Verändert man den Wasserlauf von dem Kaema- und Pujon-Plateau in Rich­tung Ostmeer, erreicht er ein riesiges Gefälle. Das ermöglicht es, den Bau von Kraftwerken zu entwickeln. In diesem Gebiet befinden sich die Wasser­kraftwerke an den Flüssen Hochon, Jangjin und Pujon. Das Suphung- Wasserkraftwerk ist das größte im Osten und verfügt über eine Leistung von 700 000 kW. Es wird ebenfalls durch die Wasserkraftquellen der nördlichen Gebiete des Landes gespeist. Wenn wir in Zukunft die Wasserkraftvorräte effektiv ausnutzen, dann werden wir in Kraftwerken eine Leistung von min-

destens mehr als einigen Millionen kW erreichen. Dann verwandelt sich unser Land in ein Land, das reich an Elektroenergie sein wird.

In unserem Land wird der hochwertigste Reis der Welt angebaut. Im Süden ist er verbreitet in der Mangyong-Ebene bei Kimje und in der Ryongnam- und Kyonggi-Ebene, wo alljährlich viele Millionen Sok von hochwertigem Reis geerntet werden, und im Norden in der Yonbaek-, Namuri- und Pura-Ebene. Auf den über eine Million ha großen Reisfel­dern beträgt die Ernte jedes Jahr mehr als 15 Millionen Sok Reis. Wenn wir nach dem Aufbau des Volksstaates die Marsch an der Westküste eindeichen, können wir Hunderttausende ha neuen fruchtbaren Bodens gewinnen und allein hier Millionen Sok Reis erzeugen. Die niedrigen Berghügel unseres Landes bringen eine gute Ernte an Früchten. Sie sind weithin bekannt: Die Äpfel aus den Gegenden Hwangju, Taegu, Anbyon und Pukchong, Apfelsinen und Kakis von der Südküste, Birnen aus Haeju und Tokwon, Süßkastanien aus Pyongyang und Jungsan.

Unser Land besitzt unerschöpflich reiche Fischgründe, denn es ist an drei Seiten vom Meer umgeben. Das Ostmeer liegt in der Nähe eines der drei größten Fischfanggebiete der Welt. Es hat vielfältige Fischarten und gewährleistet hohe Fangerträge. Hierher ziehen im Frühling Makrelen und Sardellen aus dem Süden, Heringe aus dem Norden und im Sommer Sardinen aus der südlichen Gegend im Schwarm. Im Winter sind dort große Schwärme von Myongthae (Alaskapollack) anzutreffen, eine in Korea wohl bekannte Fischart. Wenn wir nur die wandernden Fische fan­gen, kann der Ertrag viele Millionen Tonnen erreichen. Im Ostmeer gibt es auch reichlich Lachsforellen, Thunfische und andere hochwertige Fi­sche; auch im Süd- und Westmeer sind große Fischvorräte vorhanden.

Unser Land ist tatsächlich reich an Naturschätzen. Unser Volk hat je­doch keinen Nutzen von diesen unversiegbaren Quellen. Die japanischen Imperialisten rauben gegenwärtig jährlich 8 Milliarden kW Elektroenergie, über drei Millionen Tonnen Eisenerz, mehr als 5 Millionen Tonnen Kohle und 800 000 Tonnen Zement, um den wachsenden Bedarf an Kriegsmate­rial für die Aggression gegen China und im Pazifik zu decken. Nach Japan verfrachten sie über 10 Millionen Sok Reis, das sind mehr als zwei Drittel der Bruttoproduktion, und über 100 000 Rinder sowie Meeresprodukte aus dem Osten, Westen und Süden des Landes. Infolge der räuberischen Aus­Plünderung durch die japanischen Imperialisten werden die Reichtümer des Landes rasch dezimiert. Um die Naturreichtümer des Landes für den Wohlstand des Volkes wirklich zu nutzen, ist es notwendig, die japani­schen Imperialisten zu zerschlagen und einen Staat des Volkes aufzubau­en, dessen Herren die Arbeiter und Bauern sein werden. Wenn wir den Staat des Volkes schaffen und diese Naturschätze für die Entwicklung der Elektroenergieerzeugung, der Kohle-, metallurgischen und chemischen Industrie sowie auch der Landwirtschaft und des Fischfangs nutzen, dann wird sich unser Land in ein starkes, reiches und zivilisiertes Land mit einer entwickelten Industrie verwandeln und über alles in genügendem Maße verfügen. Dann wird unser Volk gut leben und sein über Jahrtausende lang gehegter Traum, sich mit Reis und Fleisch zu ernähren, in Erfüllung ge­hen. Wohlhabend und gut leben könnte dann nicht nur die 23 Millionen zählende Bevölkerung, sondern bedeutend mehr, mögen es auch 100 Mil­lionen Menschen sein.

Unser Land zeichnet sich nicht nur durch seine Naturschätze, son­dern auch durch die Schönheit seiner Natur aus. Wohin man auch blickt – überall gibt es herrliche Landschaften: Hohe und niedrige Berge und glasklare Flüsse. Unser Land ist im wahrsten Sinne des Wortes schön: Im Norden ragt das Gebirge Paektu hervor; dem Süden zu erheben sich die Berge Kumgang und Thaebaek, der Halla auf der Insel Jeju – eine majestätische Gebirgskette. In den unendlichen Ebe­nen schlängeln sich die Hauptströme Amnok, Tuman, Taedong, Han, Raktong und Kum wie Silberfäden nach Osten, Westen und Süden; das wundervolle Panorama der Meeresküste erstreckt sich auf Hunderte Kilometer. In Juul, Yangdok und anderen Orten des Landes gibt es viele Thermalquellen und in Sambang, Kangso und anderen Gegenden heilkräftige Mineralwasserquellen.

Wie paradiesisch wird unser Land sein und wie glücklich wird man dort leben, wenn seine herrlichen Berge, die klaren Wasser und die wundervolle Landschaft der Erholung und Gesunderhaltung des Volkes dienen werden! Wir müssen das Vaterland sehr bald befreien und in all den schönen Landschaften Erholungsheime für die Werktätigen sowie allerorts, wo es kristallklare Gewässer und reine Luft gibt, Sanatorien errichten, um die Gesundheit unseres Volkes zu fördern.

Es gibt viele Länder auf der Erde, aber wenig solche, wie unser schönes Vaterland, das so günstige Bedingungen für das Leben der Menschen bietet. Es ist ein Land mit herrlichen Bergen und Flüssen, mit fruchtbaren Feldern, wo zahlreiche Getreide- und Obstarten gedeihen, reich an Gold und Silber und anderen Bodenschätzen, mit einem klugen, mutigen und gebildeten Volk – wie könnte man nicht auf dieses teure Vaterland stolz sein!

Ungeachtet all dessen lebt unser Volk ärmer als irgendein anderes Volk in der Welt; unsere wertvolle Nationalkultur mit ihren über 5000 Jahre alten Traditionen verliert ihren Glanz. Unser Volk hat auch kein Recht, den von ihm produzierten Reis nach Belieben zu verbrauchen, hat nicht einmal das Recht, seine angestammte Heimat frei zu berei­sen. Viele unserer Landsleute, Brüder und Schwestern sind vor Hunger völlig erschöpft. Ohne die japanischen Imperialisten, unsere Feinde, zu zerschlagen und den Staat des Volkes aufzubauen, dessen Herren die Arbeiter und Bauern sein werden, bringen uns die Schönheiten der Berge und Flüsse keine Freude, und die unermeßlichen Bodenschätze – Gold und Silber – helfen nicht, unserem Volke ein wohlhabendes Leben zu gewährleisten.

Wir Kommunisten, die koreanischen Revolutionäre, müssen die ja­panischen Imperialisten aus unserem Land vertreiben, den Jahrhunder­te alten Traum – die Wiedergeburt des Vaterlandes – verwirklichen und auf dem eigenen Territorium die kommunistische Gesellschaft, ein Paradies des Volkes, errichten, so daß alle Menschen der ganzen Welt mit Bewunderung auf unser Land blicken. Um dieses historische große Werk zu verwirklichen, haben wir mehr als 10 Jahre unermüdlich ge­kämpft und müssen auch weiterhin den Kampf fortsetzen.

2. Über einige der nächsten Aufgaben

Jetzt, im Zweiten Weltkrieg, werden die japanischen Imperialisten in die Defensive gedrängt, und angesichts ihrer nahenden Niederlage un­ternehmen sie weitere verzweifelte Anstrengungen.

Der japanische Imperialismus unterdrückt und plündert das koreani­sche Volk seit Beginn des Pazifikkrieges im höchsten Maße aus. Die Eindringlinge unterhalten in Korea ständig ein mehr als drei Divisionen starkes Heer. Gleichzeitig vergrößern sie außerordentlich die Polizei- und Militärgendarmerieeinheiten sowie alle anderen Instrumente der faschistischen Gewaltmaschinerie und verfolgen bestialisch die Korea­ner. Auch wenn sie nur den Anschein eines Mißtrauens erwecken, wer­den sie als „unzuverlässige Koreaner“ gebrandmarkt und ohne jeden Grund verhaftet und eingekerkert.

Die Polizisten des imperialistischen Japans schlagen erbarmungslos sogar Greise, wenn sie nicht in japanischer Sprache den so genannten Eidschwur des Volkes des Kaiserreichs auswendig sagen können, wo­bei sie zu „unpatriotischen Bürgern“ erklärt werden. Auch Kinder werden streng bestraft, die deshalb „schuldig“ sind, weil sie korea­nisch sprechen.

Die japanischen Imperialisten versuchen nicht nur krampfhaft, alles Nationale unseres Volkes zu erdrosseln, sondern plündern auch unter dem Vorwand der „Beendigung des Krieges“ unsere Arbeitskräfte und materiellen Mittel maßlos aus. Sie zwingen zahlreiche koreanische Jugendliche als so genannte Wehrpflichtige auf das Schlachtfeld und nutzen sie als Kanonenfutter aus. Als dienstverpflichtet gestempelt, werden fast alle arbeitsfähigen Jugendlichen und Erwachsenen nach Japan verschleppt und zur unbezahlten Zwangsarbeit in Kohlegruben und militärische Objekte getrieben.

Diejenigen, die sich der Arbeitspflicht entziehen konnten, werden für den Dienst in der „Arbeitsarmee für patriotischen Dienst“ zwangsweise mobilisiert, wo sie ohne Entgelt unvorstellbar harte Arbeiten verrichten müssen und einer grausamen Ausbeutung ausgesetzt sind. Sogar den Schulkindern wird ständig schwere Arbeit unter dem Vorwand „Ar­beitsdienst“ aufgezwungen.

Damit nicht genug. Um den zunehmenden Bedarf für den Krieg decken zu können, intensivieren die japanischen Imperialisten die wirtschaftliche Ausplünderung wie nie zuvor und rauben sogar Mes­singgeschirr und -bestecke.

Von der militärisch-politischen Tätigkeit unserer Revolutionären Volksarmee äußerst stark ermutigt, entfaltet das koreanische Volk ener­gisch den antijapanischen Kampf auch unter der schweren Bedingung, da die feindlichen Repressalien den Höhepunkt erreicht haben. In den Fabriken, auf den großen Baustellen, in Häfen und Rüstungsbetrieben von Seoul, Pyongyang, Chongjin, Hungnam, Pusan und anderen wichti­gen Industriestädten setzen die Arbeiter den Kampf fort und wenden da­bei verschiedene Formen an wie Streik, Sabotage und gruppenweise Flucht. Unbeugsam kämpfen die Bauern gegen die Zwangsablieferung, gegen die mörderischen Kriegslasten und die zwangsweise Mobilisierung. Unter den Lehrern und Schülern nehmen ständig ideologische Auseinan­dersetzungen und Streiks zu. Die Jugendlichen und Erwachsenen treten gegen die Wehrpflicht, die Dienstverpflichtung und Zwangsarbeit auf. Insbesondere wächst von Tag zu Tag unter den Massen – inspiriert vom antijapanischen bewaffneten Kampf – das Streben, sich mit der Waffe in der Hand zum Kampf zu erheben. Viele Jugendliche und Studenten be­mühen sich, die Verbindung mit der KRVA herzustellen.

Die japanischen Imperialisten verstärken die straffe Bewachung der Grenzgebiete Koreas durch den ständigen Einsatz von Truppen, deren Zahl mehrere Hunderttausend beträgt. Ungeachtet dieser schwierigen Bedingungen dringen die kleinen Abteilungen der KRVA tief in das Heimatland ein und operieren dort kühn und geschickt und erreichen große Erfolge. Die Einheiten der Hauptstreitkräfte treffen erfolgreich politisch-militärische Vorbereitungen für das herannahende große Er­eignis.

Die zum Untergang verurteilten japanischen Imperialisten leisten verzweifelt Widerstand, die innere und äußere Lage Koreas ändert sich jedoch entschieden zugunsten der Revolution.

Doch die Revolution kann den entscheidenden Sieg nicht erringen, wie immer die revolutionäre Situation inner- und außerhalb des Landes herangereift sein mag, wenn die koreanischen Kommunisten – die füh­renden Kräfte der koreanischen Revolution – als Herren ihres Geschicks die Volksmassen nicht erfolgreich zu organisieren und zu mobilisieren verstehen.

Wir müssen den Kampf für die maximale Beschleunigung des gran­diosen Ereignisses – die Befreiung des Vaterlandes – entfalten und dafür all unsere Kraft und Fähigkeiten einsetzen.

Um allseitig gerüstet dem grandiosen Ereignis – der Wiedergeburt des Vaterlandes – entgegenzuschreiten, müssen wir noch mehr die mili­tärisch-politische Tätigkeit der KRVA aktivieren, dadurch unsere eige­nen revolutionären Kräfte weiter festigen und die ganze Nation auf die allgemeine Mobilisierung für die letzte entscheidende Schlacht gegen den japanischen Imperialismus vorbereiten.

Dazu ist es notwendig, erstens die Bewegung für die antijapanische nationale Einheitsfront im ganzen Land bedeutend zu stärken und alle patriotischen Kräfte Koreas fest zusammenzuschließen mit dem Ziel, eine dauerhafte Massenbasis für die Entfaltung des Entscheidungskamp­fes gegen den räuberischen japanischen Imperialismus zu schaffen.

Im Mai 1936 wurde die LWV gegründet, und seitdem hat sich die antijapanische nationale Einheitsfrontbewegung in unserem Land schnell entwickelt.

Die Organisationen der LWV auf unterer Ebene wurden in gro­ßem Maßstab in den Gebieten längs der Flüsse Amnok und Tuman gebildet. Das Netz ihrer Organisationen reicht tief in das Heimatland hinein, und so sind nun die verschiedenen Bevölkerungsschichten in der antijapanischen nationalen Einheitsfront vereint.

Trotz grausamer Repressalien der japanischen Imperialisten er­starkten nach 1939 die Organisationen der LWV auf unterer Ebene im nordöstlichen Gebiet des Gebirges Paektu und in vielen anderen Ge­bieten des Heimatlandes.

Die antijapanische nationale Einheitsfront vereint aber immer noch nicht alle antijapanischen und patriotischen Kräfte des ganzen Landes. Wenn wir nicht eine starke organisatorische Vereinigung aller Kräfte erreichen, die gegen den japanischen Imperialismus auftreten, dann können wir nicht eine dauerhafte Massenbasis für den entscheidenden Kampf gegen die japanischen Imperialisten schaffen, der im Heimatland in allernächster Zukunft entbrennen wird. Deshalb sind im Landesmaß­stab der Ausbau und die Stärkung der Organisationen der antijapanischen nationalen Einheitsfront und der organisatorische Zusammenschluß aller Kräfte, die man nur vereinen kann, die Grundbedingung, von der der Ausgang unseres letzten, entscheidenden Gefechts abhängt. Wir müs­sen noch mehr befähigte illegale Politarbeiter in das Vaterland entsen­den und energischer die organisatorisch-politische Arbeit vorantreiben. Sie muß darauf gerichtet sein, im ganzen Lande Unterorganisationen der antijapanischen nationalen Einheitsfront zu bilden, in ihnen die antija­panischen Kräfte mit ihrem Kern – den Arbeitern und Bauern – ein­schließlich der Jugend und Studenten, der Intelligenz, des ehrlichen Teils der nationalen Bourgeoisie und der patriotisch gesinnten Gläubi­gen umfassend zu vereinen.

Im Heimatland reifen gegenwärtig wie nie zuvor die objektiven Be­dingungen für die Festigung und Weiterentwicklung der antijapanischen nationalen Einheitsfront heran. Die grausamsten Repressalien und Aus­plünderungen durch die japanischen Imperialisten – es sind ihre letzten verzweifelten Versuche – haben alle Koreaner, ungeachtet ihrer politi­schen Ansichten, ihres Besitz- und Bildungsstandes sowie Glaubensbe­kenntnisses, in eine unerträglich grauenvolle Lage gebracht. Die Arbeiter werden verschleppt und dienstverpflichtet oder in Rüstungswerken brutal ausgebeutet, wo sich die Zwangsarbeit kaum von der in einem Zuchthaus unterscheidet. Für eine Mahlzeit von 100 Gramm mandschurischen Soja­bohnenschrots müssen sie pausenlos unwahrscheinlich schwere physische Arbeit leisten.

Von Lohn und Arbeitsschutz kann schon gar keine Rede sein.

Die Lage der Bauern ist noch tragischer. Ihr Dasein ist dermaßen elend, daß sie nur von der Hand in den Mund leben können. Denn die verwüsteten Böden und die fehlenden kräftigen Männer auf dem Dorf sind Ursache, daß die Erträge im Vergleich zu früheren Jahren be­trächtlich sinken. Den größten Teil der ohnehin niedrigen Reisernte rauben zudem die japanischen Imperialisten und den Rest – die Guts­besitzer sowie die Beamten.

Selbst nach den von den japanischen Imperialisten verkürzt angege­benen Zahlen haben mehr als 50 Prozent der Bauernhaushalte im Früh­jahr, in der Zeit der Nahrungsmittelknappheit, nichts mehr zu essen. In Wirklichkeit ernähren sich aber alle Bauern im Winter mit den aus dem schneebedeckten Boden gegrabenen Pfeilwurzeln und im Frühjahr mit Graswurzeln. Zudem werden den Bauern alle möglichen Kriegslasten auferlegt wie die „Verteidigungskontribution“, „Spende für Kriegsaus­rüstungen“, „Geldanleihe für Lotterielose“. Man kann unumwunden sagen, daß die Eindringlinge das ohnehin verarmte koreanische Dorf bis aufs Mark aussaugen.

In einer äußerst schwierigen Lage befinden sich auch die Studenten und Intellektuellen. Der Krieg verursachte die Schließung der Lehranstal­ten. Die Hoch- und Fachschulstudenten, die man an den Fingern abzählen kann, wurden als „Freiwillige“ mobilisiert, die Mittelschulen verwandelte man in Kasernen für die militärische Ausbildung. Auch die Schüler der Grundschulen müssen militärischem Drill unterworfen werden; die Tage, an denen sie Zwangsarbeiten verrichten, überwiegen die des Unterrichts.

Heute befinden sich die verschiedenen Schichten des koreanischen Volkes, vor allem die Arbeiter und Bauern, wirklich in der übelsten La­ge. Deshalb sagt jeder Koreaner gramerfüllt: „Wird diese verdammte Welt nicht bald zugrunde gehen!“ und wartet sehnlich darauf, daß unse­re KRVA so schnell wie möglich den japanischen Imperialismus ver­nichtet und die koreanische Nation rettet.

Wenn wir unter diesen Bedingungen die antijapanische nationale Einheitsfrontbewegung aktiv entfalten, dann werden daran breite Schichten der Volksmassen, mit Ausnahmen einer Hand voll projapa­nischer Elemente und der nationalen Verräter, begeistert teilnehmen. Deshalb müssen wir auch unter den Bedingungen der grausamen Re­pressalien des Feindes, seines blutigen Gemetzels und seines verschärf­ten Bewachungsregimes die Methoden der politischen und der illegalen Arbeit meisterhaft beherrschen und aktiv kämpfen, um die Volksmassen für die letzte, entscheidende Schlacht erfolgreich zu organisieren und zu mobilisieren.

Zweitens ist es notwendig, im Heimatland eine revolutionäre Basis in Form von mächtigen organisatorischen Stützpunkten richtig zu schaffen. Um den letzten, entscheidenden Kampf gegen den räuberischen japani­schen Imperialismus zu führen, müssen die Hauptkräfte der KRVA eine stabile Basis besitzen, auf die sie sich in ihrem Kampf stützen können. Ohne solch eine Basis ist es unmöglich, die Reihen der KRVA im Hei­matland mit Jugendlichen rasch aufzufüllen und zu verstärken, sie in­nerhalb kürzester Frist auszubilden und dem Feind einen vernichtenden Schlag zu versetzen.

Die entstandene Situation und das Kräfteverhältnis zwischen dem Feind und uns bieten die große Möglichkeit, im Heimatland revolutionä­re Stützpunkte zu schaffen. In Zukunft werden die japanischen Imperia­listen noch mehr in die Isolierung geraten und gezwungen sein, ihre Kräfte weiter zu zersplittern. Folglich werden sich auch im Heimatland ihre verwundbaren Stellen vermehren. Das sollten wir nutzen, um in den verschiedenen Gebirgsgegenden des Heimatlandes bessere revolutionäre Stützpunkte zu schaffen und, auf sie gestützt, die bewaffneten Abteilun­gen zu erweitern und zu stärken sowie die Massenbasis zu schmieden.

Das Fundament in den Massen für die Bildung revolutionärer Stütz­punkte ist außerordentlich gut. Wir haben nun im Heimatland nicht wenige illegale revolutionäre Organisationen geschaffen; viele Jugendliche gingen in die Berge, um sich dem von den japanischen Imperialisten aufgezwun­genen Militärdienst und der Dienstpflicht zu entziehen. In verschiedenen Gebieten des Heimatlandes gründen Jugendliche Geheimorganisationen und halten Waffen bereit, um sich der bevorstehenden Offensive der Revo­lutionsarmee anzuschließen. Unter ihnen gibt es nicht wenige, die bereits mit unserer KRVA Verbindung aufgenommen haben, viele sind bestrebt, sich ihr anzuschließen, oder sie kommen ungeachtet der tödlichen Gefahr in unsere Einheiten. Unter diesen Umständen können wir einen bedeuten­den Teil der Jugend in unseren Reihen vereinen, wenn wir in den tiefen Gebirgen des Heimatlandes, darunter auch im Rangnim- und Thaebaek- Gebirge, feste revolutionäre Stützpunkte schaffen und uns mit einem Aufruf an die koreanische Jugend wenden. Wenn wir – gestützt auf die Genossen, die in mehr als zehn Jahren des bewaffneten antijapanischen Kampfes aufgewachsen sind und gestählt wurden – unsere bewaffneten Reihen mit diesen Jugendlichen rasch ausbauen und sie ausbilden sowie den Entscheidungskampf gegen den japanischen Imperialismus entfalten, dann können wir durchaus mit unseren eigenen Kräften die japanischen Imperialisten vom Territorium des Heimatlandes verjagen und das große Werk, die Wiedergeburt des Vaterlandes, vollenden.

Wir müssen so vorbereitet sein, daß die Hauptkräfte der KRVA im Falle einer entsprechenden Situation sofort in das Heimatland einrücken können. Sie haben die Aufgabe, die Gebirge der Bezirke Nord- und Süd-Hamgyong, Nord- und Süd-Phyongan, Kangwon, Hwanghae u. a. gebietsweise einzunehmen. Sie müssen mit dem von uns in verschiede­nen Orten organisierten Führungskern die Verbindung herstellen, die großen Massen der patriotisch gesinnten Jugend in die eigenen Reihen aufnehmen, einschließlich derer, die sich dem aufgezwungenen Militär­dienst sowie der Dienstpflicht entzogen und in die Berge flohen und Kontakt mit unseren Truppen suchen, die neuen Rekruten bewaffnen, ausbilden und sie für den Entscheidungskampf vorbereiten.

Aus diesem Grunde müssen wir rechtzeitig sowohl die Hauptkräfte als auch die Reserveeinheiten nach dem Bereichsprinzip formieren so­wie entsprechende Waffen bereitstellen.

Wir haben genügend Möglichkeiten, im Ernstfall das revolutionäre Volk im Heimatland zu bewaffnen. Uns stehen beträchtliche Mengen an Waffen zur Verfügung, die wir in den vergangenen Jahren von den Feinden erbeutet haben. Tritt das große Ereignis ein, so sind wir völlig imstande, auch künftig auf Kosten des Feindes noch mehr Menschen auszurüsten. Wie die praktischen Kampferfahrungen in den zurücklie­genden zehn Jahren bewiesen, ist es also durchaus möglich, die rasch wachsenden Einheiten zu bewaffnen.

Gleichzeitig müssen wir mit einigen anderen Truppen neue Partisa­nenstützpunkte in der Ost- und Südmandschurei schaffen und den be­waffneten Kampf verstärken, um die Einheiten der Kwantungarmee zu binden und die Kampfaktionen der Hauptkräfte im Heimatland zu unter­stützen.

Wir haben bereits eigene Führungskräfte geschaffen, die uns ermög­lichen, das Vaterland mit unseren Kräften zu befreien. Wir verfügen über Führungskader, die im Laufe von zehn Jahren reiche Erfahrungen in ihrer militärisch-politischen Tätigkeit sammelten und militärische Meisterschaft im Feuer erbitterter Kämpfe sowie unter anderen Akti­onsbedingungen erlangten. Wir haben politische Funktionäre, Organisa­toren und Führer der Massen herangebildet, die sich mit dem Volk eng verbunden und die hohe Kunst der Führung sowie die revolutionären Arbeitsmethoden angeeignet haben.

Dieser revolutionäre Führungskern ist wahrhaftig ein goldener Fonds der koreanischen Revolution. Wenn wir im Ernstfall die gesamte Nation zu einer einheitlichen Kampffront formieren, deren Basis dieser Füh­rungskern bilden muß, und die entscheidende Schlacht gegen den japa­nischen Imperialismus entfalten, dann sind wir durchaus in der Lage, die räuberischen Imperialisten Japans zu zerschlagen.

Drittens müssen alle Kommandeure und Soldaten der KRVA immer konsequenter ihre politischen und militärischen Vorbereitungen für das große Ereignis, die Wiedergeburt des Vaterlandes, treffen.

Der Ausgang des revolutionären Kampfes hängt in vieler Hinsicht von der politisch-ideologischen Vorbereitung der Teilnehmer und vor allem vom politischen und theoretischen Niveau sowie von der Führungskunst der Kommandeure ab, die den Kampf organisieren und führen. Mögen auch die Situation günstig und die Bedingungen herangereift sein, trotz­dem ist es unmöglich, die Massen zum Sieg zu führen, wenn die Kom­mandeure, die den Kampf organisieren und leiten, keine richtige Strategie und Taktik beherrschen und nicht imstande sind, die wissenschaftlich be­gründete Führung, die auf der exakten Berücksichtigung des Kräftever­hältnisses zwischen dem Feind und uns basiert, zu gewährleisten. Um allseitig für das große Ereignis gewappnet zu sein, kommt es deshalb vor allem darauf an, daß wir uns, die Führungskader der Revolution, mit der revolutionären Theorie des Marxismus-Leninismus zuverlässig ausrüsten und die richtige Strategie und Taktik sowie die erprobte Führungskunst aneignen. Diese wesentlichen Fragen ergeben sich nicht nur aus der Not­wendigkeit, den Sieg im Entscheidungskampf für die Befreiung des Va­terlandes zu erringen. Sie sind auch dadurch bedingt, daß wir nach der Befreiung des Landes durch die Zerschlagung des japanischen Imperia­lismus einen neuen Staat aufbauen müssen.

Unsere Aufgabe erschöpft sich bei weitem nicht in der Befreiung des Vaterlandes. Danach müssen wir noch einen reichen und starken, souve­ränen und unabhängigen Staat für das Volk errichten. Diese ehrenvolle Aufgabe können wir ohne Kenntnis der revolutionären Theorie und der praktischen Probleme des Staatsaufbaus nicht erfolgreich lösen. Die Angehörigen der KRVA müssen wie nie zuvor intensiv studieren, um ihre politische und theoretische Qualifikation zu erhöhen.

Es ist notwendig, daß alle Kommandeure und Soldaten vor allem die strategische und taktische Zielrichtung der koreanischen Revolution gründlich kennen und die reale Lage Koreas, inbegriffen die Geschichte und Geographie des Vaterlandes, aufmerksam studieren.

Alle Kommandeure und Soldaten der KRVA müssen auch ihre mili­tärtechnische Qualifikation auf eine neue Stufe heben.

Sie sind eine unschätzbare Kostbarkeit: Jeder von ihnen hat die harte Schule im Feuer des zehnjährigen Partisanenkrieges durchlaufen und dabei reiche Erfahrungen gesammelt. Doch die Form eines Partisanen­krieges allein reicht nicht aus, um den bevorstehenden Entscheidungs­kampf gegen den räuberischen japanischen Imperialismus siegreich zu führen. Uns stehen entscheidende Gefechte gegen die starken japani­schen Truppen bevor, die mit modernen technischen Kampfmitteln aus­gerüstet sind. Wir können daher die Aggressionsarmee des japanischen Imperialismus nicht erfolgreich bekämpfen, wenn wir die Methoden der Angriffsoperationen, der Landungsoperation zu Wasser und aus der Luft sowie alle anderen modernen Kriegsführungsmethoden nicht meisterhaft anzuwenden verstehen. Aus diesem Grunde müssen wir die eigenen rei­chen Erfahrungen des Partisanenkrieges mit der modernen Militärtech­nik und die hervorragenden Methoden der Partisanenkämpfe mit der modernen Kriegsführung vereinen, den Feind auf diese Weise in strate­gischer und taktischer Hinsicht übertreffen und ihn vernichten.

Deshalb gilt es, die Angriffs- und Verteidigungstaktik einer regulä­ren Armee zu studieren und völlig zu meistern, die taktische Ausbildung einschließlich der Landung zu Wasser und aus der Luft zu intensivieren, um sich die modernen Methoden der Kampfführung anzueignen.

Selbstverständlich ist es nicht einfach, in kurzer Zeit das Programm des theoretischen und politischen Unterrichts, wofür in der regulären Hochschule mehrere Semester vorgesehen sind, zu erfüllen oder die mi­litärische Ausbildung zu erreichen, wofür entsprechend den militärtech­nischen Lehraufgaben in einer regulären Offiziersschule mehrere Jahre erforderlich wären.

Wir sind aber nicht einfach Studenten, sondern Soldaten der Revolu­tion, die im blutigen revolutionären Kampf stehen. Unser Studium ist nicht eine rein persönliche Angelegenheit, um die eigene Qualifikation zu erhöhen, sondern eine verantwortungsvolle Sache, die mit der Be­freiung des Vaterlandes und seinem Schicksal zusammenhängt, eine Kampfaufgabe, die uns das geliebte Vaterland und die Revolution aufer­legt haben. Ein Revolutionär ist ein willensstarker Mensch, für den es keine unerfüllbaren Aufgaben gibt, wenn sie die Erfordernisse der Re­volution stellen. Wir sind revolutionäre Kämpfer, die in beliebigen schwierigen Situationen immer den revolutionären Geist, sich mit eige­ner Kraft aufzurichten, bekunden und über alle Hindernisse und Prüfun­gen hinweg von Sieg zu Sieg voranschreiten, wenn dies die Revolution erfordert.

Die heutigen Kommandeure müssen darauf vorbereitet sein, künftig Funktionen höherer Dienstränge zu übernehmen und das Kommando über Tausende und Abertausende von Offizieren und Soldaten auszu­üben; die heutigen Soldaten müssen darauf vorbereitet sein, militärische und politische Kader zu werden, die in Zukunft Hunderte und Tausende Menschen zu führen verstehen.

Sie müssen für die Zukunft des Vaterlandes lernen, die zu erleben sich unsere im heiligen Kampf für die Wiedergeburt des Vaterlandes gefalle­nen Mitstreiter so sehnlichst gewünscht haben, sie müssen für das Land des Volkes lernen, für solch ein Vaterland, wo die sozialistische und kommunistische Gesellschaft aufgebaut sein wird. Wenn wir auf revoluti­onäre und kämpferische Weise, mit hohem revolutionärem Elan und Geist das Studium und die militärische Ausbildung in Angriff nehmen, dann sind wir imstande, uns in kürzester Zeit die notwendige Theorie und Technik anzueignen, wie kompliziert diese auch immer sein mögen.

Das außerordentlich Not leidende Vaterland und sein Volk erwarten uns mit Ungeduld. Die aktuelle Situation drängt uns zur Eile. Mögen alle mit eiserner Energie beharrlich studieren und sich der militärischen Aus­bildung widmen! Mögen alle voll gerüstet dem großen Ereignis, der Wie­dergeburt unseres Vaterlandes, entgegengehen!