4. April 1955 // Reden
Kim Il Sung // Über einige Fragen der Partei- und der Staatsarbeit auf der gegenwärtigen Etappe der sozialistischen Revolution

Über einige Fragen der Partei- und der Staatsarbeit auf der gegenwärtigen Etappe der sozialistischen Revolution

4. April 1955

Schlußwort auf der Plenartagung des ZK der Partei der Arbeit Koreas


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Genossen!

Dieses Plenum des ZK unserer Partei hat sehr wichtige Fragen behandelt.

Wir haben Fragen beraten, die für unsere Partei auf der gegenwärtigen Etappe als die wichtigsten gestellt werden, nämlich die der intensivierten klassenmäßigen Erziehung, des besseren Arbeitsstils in unserer Partei, der verstärkten Sparsamkeit in der Wirtschaft sowie einer erhöhten Finanzdisziplin für den beschleunigteren Wirtschaftsaufbau in unserem Lande.

Auf diesem Plenum des ZK der Partei haben alle Genossen, die sich an der Diskussion beteiligten, die vom Politkomitee des ZK der Partei behandelten Fragen über die Politik der Partei einstimmig gebilligt und unterstützt. Ich bin daher der Meinung, daß die aufgeworfenen Fragen befriedigend und in vollem Maße beraten worden sind.

In der Schlußansprache möchte ich die folgenden Fragen hervor­heben.

Im Laufe der dreitägigen Beratungen über Probleme, die das Plenum des ZK der Partei aufwarf, haben wir auf viele Mängel hingewiesen. Möglicherweise werden nun manche glauben, daß in unserer Partei, da auf dem Plenum so viele Mängel kritisiert worden sind, viele schlechte Menschen seien, daß alle unsere Funktionäre die Unwahrheit sagen und daß alles, was wir tun, durchweg fehlerhaft sei.

Natürlich gibt es in unserer Partei nicht wenige Mängel, die es unverzüglich zu beseitigen gilt. Wenn jedoch alles, was unsere Partei in der verflossenen Zeit getan hat, durchweg als fehlerhaft angesehen wird, dann ist das ein großer Irrtum.

Im Verlaufe der Arbeit unserer Partei gab es viel Heroisches; unsere Partei leistete in der vergangenen Periode eine grandiose Arbeit zum Wohle des Vaterlandes und des Volkes, für das Gedeihen und die Entwicklung unseres Landes.

Unter den Mitgliedern unserer Partei befanden sich viele Helden, die während des Vaterländischen Befreiungskrieges für die Partei und für das Vaterland Schießscharten des Feindes mit ihrem Körper deckten und bis zum letzten Blutstropfen kämpften; wir haben Tausende und Zehntausende von Helden, Parteimitgliedern, die während unseres zeitweiligen Rückzugs heroisch im Hinterland des Feindes kämpften, die sich, vom Gegner festgenommen, niemals unterwarfen, bis zum letzten Atemzug die Ehre eines Parteimitglieds wahrten und ausriefen, als sie ihr Leben opferten: „Es lebe die Demokratische Volksrepublik Korea! Es lebe die Partei der Arbeit Koreas!“

Während des zeitweiligen Rückzugs im Vaterländischen Befreiungs­krieg sind viele militärische und politische Kader unserer Partei sowie zur politischen Arbeit in den Süden geschickte Parteifunktionäre aus der feindlichen Umzingelung ausgebrochen, haben sich zusammen mit den Truppen, Berge und Flüsse überquerend, organisiert zurückgezogen und kehrten so zu unserer Partei und Regierung zurück; ungeachtet der schweren Bombenangriffe durch den Feind befreiten sich gleichfalls viele unserer Schriftsteller, Hochschulprofessoren und Künstler aus dem Ring der feindlichen Einkreisung, überwanden Tausende Ri zu Fuß und kehrten zu unserer Partei und zur Regierung der Republik zurück. Solche Beispiele zeugen von Heldentaten, die in der Kriegsgeschichte anderer Länder nur selten zu finden sind.

Diese Tatsachen beweisen, daß unsere Partei alle ihre Mitglieder bisher richtig erzogen und fest zusammengeschlossen hat, daß unsere Parteimitglieder fähig sind, auch unter Aufopferung ihres Lebens bis zuletzt für ihr Vaterland und ihr Volk zu kämpfen.

Heute ist unsere Partei von der Liebe und vom Vertrauen des ganzen koreanischen Volkes umgeben, ist sie eine mächtige und zuverlässige Partei, die voll und ganz fähig ist, das Schicksal des koreanischen Volkes zu entscheiden. Unsere Partei hat im Laufe ihres historischen zehnjährigen Kampfes die aktive Unterstützung der werktätigen Massen errungen, hat viele politische, militärische Kader, junge Wissenschaftler und Wirtschaftsfunktionäre, Schriftsteller und Künstler herangebildet.

Diese Erfolge sind durchaus kein Zufall. Das sind Erfolge, die unsere Partei in einem harten zehnjährigen Kampf erkämpft hat. Sie sind ein Unterpfand für das weitere Gedeihen und die weitere Entwicklung unseres Landes und wichtige Voraussetzungen, unser Volk zuverlässig auf den Weg des Glücks und der Freiheit zu führen.

So hat unsere Partei in der verflossenen Periode große Leistungen vollbracht, sind die von den Mitgliedern unserer Partei im blutigen Kampf für Partei und Vaterland vollbrachten Taten wahrhaft groß.

Warum sprechen wir dann, ungeachtet der von unserer Partei errungenen gewaltigen Erfolge, heute dennoch von so vielen Mängeln?

Das geschieht, damit unsere Partei künftig noch besser arbeitet, unser Land auf dem Weg des Glücks noch schneller voranbringt und möglichst bald die Vereinigung und Unabhängigkeit unseres Vaterlandes erkämpft, damit die Mitglieder unserer Partei nicht auf der Stelle treten, sondern sich weiter vorwärtsbewegen. Zu diesem Zweck decken wir ständig und kühn alle in der Partei vorhandenen Mängel auf und korrigieren sie. Nur unter diesen Bedingungen wird unsere Partei in der Lage sein, vorwärtszuschreiten und sich weiterzuentwickeln.

Es wäre völlig falsch, zu denken, daß unsere Partei, da sie von ihren Mängeln spricht, leblos und kraftlos ist, wie das manche partei­feindlichen und fraktionsmacherischen Elemente ausposaunen. In unserer Partei darf es keinerlei Pessimismus geben, für sie ist nur die lichte Zukunft und revolutionärer Optimismus maßgebend.

Unsere Partei hat nicht nur in den Tagen des Vaterländischen Befreiungskrieges gegen den Feind gut gekämpft, sondern auch beim Wiederaufbau der Volkswirtschaft nach dem Kriege große Erfolge erzielt. Die Fabriken, Bergwerke und Eisenbahnen wurden nach dem Waffenstillstand in Pyongyang und überall im nördlichen Teil der Republik einzig und allein dank der Führung durch unsere Partei schnell wiederaufgebaut. Das beweist gleichfalls, daß unsere Partei voll und ganz fähig ist, auch künftig alle Schwierigkeiten und Hindernisse zu überwinden und die Grundlagen des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik zu schaffen.

1. Über die weitere Verstärkung der klassenmäßigen Erziehung in der Partei

Wir werfen heute nicht zum ersten Mal die Frage der verstärkten Arbeit zur klassenmäßigen Erziehung in der Partei auf. Es ist falsch, wenn manche Genossen der Ansicht sind, unsere ganze Propaganda­arbeit in der Vergangenheit sei schlecht durchgeführt worden, es wäre ein Fehler gewesen, früher das Wort „Sozialismus“ nicht gebraucht zu haben, wenn sie meinen, daß die Frage nach der klassenmäßigen Erziehung in der Partei erst heute von uns aufgeworfen wird.

Unsere Partei legt unter Berücksichtigung aller objektiven Bedingungen und der eigenen Kräfte unseres Landes die politischen und ökonomischen Aufgaben fest, die dem jeweiligen Zeitpunkt entsprechen. Wenn sie, ohne den Grad der Vorbereitung unseres Volkes und die objektiven Bedingungen vollständig zu berücksichtigen, willkürlich, nach subjektivem Ermessen handeln würde, beginge die Partei letzten Endes Fehler rechter oder linker Abweichung.

Falls wir unmittelbar nach der Befreiung begonnen hätten, große Reden über den Aufbau des Sozialismus in Korea zu schwingen – wer wäre dann wohl damit einverstanden gewesen? Die Menschen wären nicht an unsere Seite getreten. Denn die japanischen Imperialisten hatten eine gehässige Propaganda betrieben – im Sozialismus würden angeblich die Menschen unter einer Decke schlafen und aus einer gemeinsamen Schüssel essen. Wenn wir das alles damals unberück-

sichtigt gelassen und zu dieser Zeit eine sozialistische Losung aufgestellt hätten, wäre das Volk erschrocken und nicht an unsere Seite getreten.

Heute jedoch, da wir den Bauern die auf dem Dorfe geschaffenen landwirtschaftlichen Genossenschaften zeigen und ihnen sagen, daß wir auf diesem Weg zum Sozialismus gelangen, äußern sie ihre Freude und fragen nun, warum wir denn bisher noch nicht den Aufbau des Sozialismus in Angriff genommen haben.

Wir haben faktisch bereits vor dem Krieg, nachdem im nördlichen Landesteil die demokratische Revolution vollzogen war, damit begonnen, Aufgaben der Periode des Übergangs zum Sozialismus zu erfüllen, und führten im Einklang damit auch die Arbeit zur sozialistischen Erziehung durch. Angesichts der Bedingungen in der damaligen Zeit war es jedoch unmöglich, den Aufbau des Sozialismus allseitig zu entfalten.

Unter Berücksichtigung aller herangereiften Bedingungen wirft unsere Partei heute klarer und beharrlicher die Frage des Aufbaus des Sozialismus im nördlichen Landesteil sowie das Problem der verstärkten klassenmäßigen Erziehung innerhalb der Partei auf.

Beispiele dafür lassen sich auch im Programm unserer Partei finden. Allerdings ist darin unser Endziel nicht niedergelegt. Als wir im Jahre 1946 das Programm der Partei beschlossen, war das hinsichtlich der damaligen Situation in unserem Lande in dieser Weise erforderlich und richtig.

Heute jedoch ist die Notwendigkeit herangereift, daß unsere Partei in ihrem Programm nicht nur die Aufgaben zur Erreichung der Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes nennt, sondern auch das Endziel weist, also festlegt, daß sie unser Land in Zukunft zum Sozialismus und Kommunismus führen muß. Daher ist das im Jahre 1946 ausgearbeitete Programm unserer Partei keineswegs falsch, sondern war in dieser Darlegung zur damaligen Zeit richtig.

Heute jedoch stellen der Grad der Vorbereitung der Parteimitglieder, der Entwicklungsstand der Gesellschaft sowie die objektiven Bedingungen, die mit der lange anhaltenden Okkupation Südkoreas durch die US-Imperialisten zusammenhängen, unserer Partei neue Kampfaufgaben. In dieser Situation können wir, wenn wir die klassen­mäßige Erziehung in der Partei nicht verstärken, keinen Sieg in dem langwierigen und schweren Kampf erringen. Angesichts dieser verschiedenen objektiven Bedingungen haben wir heute diese Frage aufgeworfen.

Wenn wir jedoch deshalb, weil wir die Frage so stellen, versuchen wollten, den Aufbau des Sozialismus oder die völlige Liquidierung der kapitalistischen Elemente an einem Tag zu verwirklichen, würde das auch eine linke Abweichung sein.

Wir müssen den Mitgliedern unserer Partei und dem Volk sozialistisches Bewußtsein anerziehen, die kapitalistischen Elemente im nördlichen Teil der Republik allmählich liquidieren, unsere Kräfte noch mehr festigen und so die ideologische und materielle Vorbereitung auf die Erringung der Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes sowie auf den künftigen Aufbau des Sozialismus in ganz Korea durchführen. Deshalb stellen wir heute ernst und nachdrücklich wie nie zuvor die Frage der verstärkten klassenmäßigen Erziehung innerhalb der Partei.

Weiter möchte ich nun auf die Methoden der Erziehung eingehen.

Bei der Erziehungsarbeit in der Partei müssen wir unbedingt das Hauptgewicht auf zwei Probleme legen:

Erstens dürfen die Parteimitglieder beim Studium den Marxismus­Leninismus nicht einfach begierig in sich aufnehmen, sondern müssen so lernen, daß sie ihn auf die Wirklichkeit anwenden können. In alten Zeiten zwang man die Menschen in den Sodang-Schulen dazu, Texte mechanisch auswendig zu lernen. Die Menschen, die diese Bildung erhalten hatten, vermochten beispielsweise das Schriftzeichen „Himmel“ nur dann zu erkennen, wenn es über dem Zeichen „Erde“ stand; wenn es jedoch woanders stand, erkannten sie es nicht. Heute dürfen wir den Marxismus nicht in der gleichen Weise studieren.

Allein durch Auswendiglernen der marxistischen Lehre wird das Problem nicht gelöst. Wir müssen uns ihren theoretischen Gehalt und ihr Wesen aneignen, müssen es verstehen, sie im Einklang mit unserem praktischen Leben anzuwenden. Das ist es, worauf wir die Haupt­aufmerksamkeit lenken müssen, um die Mängel in der Erziehungsarbeit unserer Partei zu korrigieren.

Wir haben viel marxistische Literatur übersetzt und außerdem auch viel selbst geschrieben. Heute ist die Lage bei uns nicht so wie im Jahre 1946. In ihrer Diskussionsrede sagte die Genossin Minister für Kultur und Propaganda, daß die Literatur der Klassiker des Marxismus­Leninismus einen schlechten Absatz habe; das liegt darin begründet, daß unsere Parteimitglieder diese Werke mechanisch lesen, daher an ihnen kein Interesse bekunden und keinen besonderen Bedarf haben.

Wenn sie bei ihrer Arbeit auf schwierige Probleme stoßen oder Initiative bekunden wollen und danach streben, die richtige Orien­tierung dafür in den marxistisch-leninistischen Werken zu finden, werden sie ein ganz natürliches Interesse am Studium und auch das dringende Bedürfnis nach den Werken der Klassiker des Marxismus­Leninismus haben. Nur wenn man dieses Niveau erreicht, wird auch der Verkauf dieser Literatur besser sein.

Zweitens ist es bei der Parteischulung wichtig, das Eigene mehr zu studieren. Manche Genossen wollen das Selbstgeschaffene nicht studieren und sind der Meinung, daß es angeblich vom Marxismus weit entfernt sei. Man muß wissen, daß unser Eigenes lebendiger, schöpferisch auf die koreanische Wirklichkeit angewandter Marxismus ist.

Viele von uns kennen unsere Geschichte nicht. Sie zu studieren ist daher sehr wichtig. In der Kunst ist es gleichfalls notwendig, das uns Eigene zu entwickeln.

Zweifellos muß man es verstehen, auch beim Selbstgeschaffenen das Gute vom Schlechten zu unterscheiden und das Schlechte auszu­sondern. Es gibt Leute, die darauf beharren, daß man, um das Eigene gut zu kennen, auch das Unbrauchbare darunter studieren müsse. Das ist ganz falsch. Auch beim Eigenen muß man das, was nicht gut ist, über Bord werfen und nur das Gute lernen.

Beim eifrigen Lernen und Studieren des Eigenen besteht eine wichtige Frage darin, daß man es richtig mit dem Marxismus verbindet. Manche unserer jungen Kader jedoch, die zwar die allgemeine Theorie des Marxismus gut erlernt haben, kennen nicht unsere Geschichte; und Leute, die viel alte Literatur gelesen haben, sind nur wenig mit der marxistischen Theorie vertraut. Man kann sich aber nicht deshalb als wirklichen Historiker betrachten, weil man viele frühere Ereignisse kennt. Nur wenn man sich den Marxismus richtig angeeignet hat und die Geschichte unseres Landes kennt, kann man jede Etappe der Geschichte marxistisch richtig beurteilen. Man kann also genau feststellen, welche Schichten der Bevölkerung unsere Feinde und welche auf der jeweiligen Etappe der gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes revolutionäre Elemente sind, und das Verhältnis zwischen unseren Kräften und denen des Feindes richtig analysieren. So muß man es verstehen, die Geschichte marxistisch zu untersuchen.

So bin ich der Meinung, daß bei der verstärkten klassenmäßigen Erziehung in der Partei die zentrale Frage unbedingt darin bestehen muß, in der Parteischulung das Eigene zu studieren und sich den Marxismus schöpferisch, aber nicht dogmatisch anzueignen.

Eine wichtige Frage ist es ferner, alle Parteifunktionäre und -mitglieder zu politischen Kadern und Wirtschaftskadern, zu standhaften revolu­tionären Kämpfern zu erziehen.

Haben wir heute einige hundert Funktionäre, die sich den Marxismus angeeignet haben und es verstehen, die Entwicklungs­perspektiven unseres Landes sowie alle übrigen Fragen richtig zu analysieren, so bildeten sie eine sehr große Kraft. Wir müssen jedoch wissen, daß wir dieses Niveau bis jetzt nicht erreicht haben.

Unter unseren Funktionären gibt es unbescheidene Menschen, die sich damit brüsten, daß sie früher viel gelernt haben, und es gibt auch solche, die auf das Lernen verzichten und sagen, es sei ihnen früher nicht möglich gewesen, eine Bildung zu erlangen, sie seien ungebildet geblieben, und deshalb könnten sie nun – so sagen sie – die anderen nicht einholen. Das alles sind falsche Tendenzen. Nehmen wir an, jemand hat in der Vergangenheit die Hochschule nicht abgeschlossen; wenn er sich aber jetzt den Marxismus richtig aneignet, dann kann das möglicherweise besser sein als eine in der Vergangenheit erworbene Hochschulbildung.

Wir dürfen nicht überheblich sein, sondern müssen stets aufrichtig lernen und nochmals lernen.

2. Über Elemente der Fraktionsmacherei in der Partei

Manche sind verwundert, sobald in einem Bericht die Frage der Fraktionsmacherei aufgeworfen wird; sie fragen, wer denn diese fraktions­macherischen Elemente seien, und wollen wissen, wie sie sich bis heute in der Partei halten können, da doch unsere Partei in der Vergangenheit unentwegt einen beharrlichen Kampf für ihre Einheit und Geschlossen­heit geführt habe; sie verlangen, die Fraktionsmacher zu verjagen.

Wir dürfen jedoch die Wachsamkeit gegenüber der Tätigkeit von fraktionsmacherischen Elementen innerhalb der Partei nicht nur in dieser Weise erhöhen. Das heißt, man darf den Kampf nicht nur von Fall zu Fall führen und die Wachsamkeit lediglich dann erhöhen, wenn wir auf einer Parteiversammlung vor den Fraktionsmachern warnen, und mit der Wachsamkeit nachlassen, wenn wir nicht von ihnen sprechen. Im Interesse der Einheit und Geschlossenheit der Partei müssen wir die Fraktionsmacher, die die Partei spalten können, stets wachsam im Auge behalten.

Ich möchte heute erneut über die Fraktionsmacherei in unserer Partei sowie die Ursachen ihres Entstehens sprechen.

Schon früher bestanden in unserem Lande die Bedingungen für das Auftreten von Fraktionsmachern. In unserer Partei gibt es heute jedoch keine formierten sektiererischen Gruppen, obwohl in ihr einzelne Elemente vorhanden sind, die Fraktionsmacherei betreiben.

Worin liegen die Ursachen für die Bildung von fraktionsmacheri­schen Gruppen und weshalb entstand die Möglichkeit für die Tätigkeit von Fraktionsmachern in unserem Lande?

Erstens erklärt sich dies daraus, daß die Arbeiterklasse seit der Zeit, als die in den 1920er Jahren geschaffene Kommunistische Partei Koreas infolge von Zwistigkeiten der verschiedenen Gruppen zerfiel, bis hin zur Befreiung unseres Landes von der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus keine Avantgarde hatte.

Und wenn die im Jahre 1925 gegründete Kommunistische Partei Koreas nicht durch die Tätigkeit von Fraktionsmachern und Diversanten zerstört worden wäre und weiter bestanden hätte, hätte unsere Partei bei der Befreiung am 15. August ein eigenes Organisationssystem gehabt und unmittelbar nach der Befreiung ihren eigenen festen Führungskern gebildet.

Der Zerfall der Kommunistischen Partei in den 1920er Jahren erfolgte vor allem deshalb, weil es die Partei nicht vermochte, tiefe Wurzeln in den werktätigen Massen zu schlagen. Zu jener Zeit hatte die Kommunistische Partei Koreas nur eine Führungsspitze und keine Zellen in den Fabriken und Dörfern organisiert. Sie war, mit anderen Worten ausgedrückt, keine politische Massenpartei. Zudem fehlten in der Partei wahre Marxisten, die die marxistisch-leninistische Theorie beherrschten. Die Kommunisten hatten sich in jener Zeit die marxistisch­leninistische Theorie nur ungenügend angeeignet und waren in ideologischer wie auch in klassenmäßiger Hinsicht schwankend. Hinzu kam, daß die japanischen Imperialisten ihre Agenten in die Partei schickten, um sie zu untergraben.

Und da die „Führer“ der Partei den Marxismus ungenügend kannten und die Partei keine tiefen Wurzeln in den Massen zu schlagen vermochte, wurde sie zersetzt. In jener Zeit entstand innerhalb der Arbeiterbewegung in unserem Lande eine Vielzahl von verschieden­artigen Gruppierungen wie die ML-, Hwayo-, Pukphunghoe-Gruppe. Sie kämpften nicht für den Kommunismus, sondern führten unter seinem Aushängeschild nur einen Fraktionskampf um die Hegemonie in der Partei, was letzten Endes den Zerfall der Partei bewirken mußte.

Diese fraktionsmacherischen Elemente hätten begreifen müssen, daß sie die Partei durch ihren Fraktionskampf zwischen den Gruppierungen zerstörten sowie der Arbeiter- und der revolutionären Bewegung in unserem Lande gewaltigen Schaden zufügten, womit sie ein sehr schweres Verbrechen begingen; sie sind aber vielmehr der Ansicht, sie hätten eine große revolutionäre Tätigkeit vollbracht, und versuchen heute, in unserer Partei einflußreiche Plätze einzunehmen.

Es gibt heute in unserer Partei Menschen, die seinerzeit Mitglied der verschiedenartigen fraktionellen Gruppierungen wie ML-Gruppe, Hwayo-Gruppe, Pukphunghoe und Kom-Gruppe waren und sich sogar als deren „Führer“ aufspielten. Wir haben nicht die Absicht, diese Menschen zur Verantwortung zu ziehen oder sie deshalb aus der Partei auszuschließen, weil sie in der Vergangenheit diesen Gruppierungen angehörten. Wir hoffen nur, daß sie mit ihren alten schädlichen sektiererischen Gewohnheiten Schluß machen und zu guten Mitgliedern der Partei werden. Es ist in Ordnung, wenn sie jetzt ihre Fehler wirklich einsehen, sich für die Revolution, die Wahrung der Geschlossenheit und Einheit der Partei einsetzen, nicht heimtückisch handeln und sich nun richtig verhalten. Falls sie jedoch auch heute ebenso wie früher handeln, dann dürfen sie keine Nachsicht erwarten.

Nicht wenige von denen, die in der Vergangenheit am Fraktions­kampf teilgenommen haben, erklären häufig, sie seien „für die Geschlossenheit der Partei“, sie seien „für die Partei“, und verhalten sich zuweilen anständig, aber es kommen auch noch viele Fälle vor, in denen sie, nicht völlig von ihren alten Gewohnheiten befreit, im geeigneten Augenblick diejenigen versammeln, die einstmals Sektierer­gruppen angehörten, und mit ihnen konspirieren. Bei einzelnen Elementen, die früher „Führer“ im Fraktionskampf gewesen sind, tritt so bis heute noch das Strebertum stark zutage, und sie versuchen bei jeder passenden Gelegenheit, erneut Sektierergruppen zu bilden. Anstatt beharrlich für die Revolution zu arbeiten, treiben diese Subjekte auch heute weiter ihr Spiel und sind bemüht, um hoher Posten willen die Menschen um sich zu scharen, die früher zu Sektierergruppen gehörten oder sich unter ihrem Einfluß befanden. So hat früher Pak Hon Yong gehandelt.

Die Querelen solcher Fraktionsmacher erinnern sehr an das Treiben von Ratten. Wie Sie alle gut wissen, kriechen Ratten, diese Nagetiere, im ganzen Haus herum und nagen nur dann, wenn die Menschen schlafen, brauchen aber nur Stimmen zu hören und schon verschwinden sie irgendwohin. Wenn sich diese schädlichen Ratten einfach nur herumtreiben und alte Beutel zerfleddern, mag das noch angehen, aber es ist sehr abträglich, wenn sie einen guten Kleiderschrank annagen. Und wenn man diese schädlichen Ratten nicht rechtzeitig beseitigt, setzen sie viele Junge in die Welt, nagen überall Löcher und können letzten Endes sogar das Haus zerstören.

Obwohl es heute bei uns in der Partei keine Sektierergruppen gibt, können doch diejenigen Elemente, die sich mit Fraktionsmacherei befassen, solche Leute, mit denen sie früher zusammen den Fraktionskampf betrieben, sowie schwankende Elemente um sich versammeln, in gleicher Weise eine sektiererische Gruppe bilden und sogar versuchen, die Partei zu zerstören, wenn wir sie nicht höchst wachsam im Auge behalten. Darum ist es notwendig, in Bezug auf die fraktionsmacherischen Tendenzen stets auf der Hut zu sein, um ihre Gemeinheiten von vornherein abzuwenden.

Zweitens setzen sich die Revolutionäre, die heute in unserer Partei tätig sind, aus Menschen zusammen, die aus verschiedenen Orten – aus der Sowjetunion, aus China, aus dem südlichen Teil unseres Landes – zu uns kamen oder auch im Lande selbst den Kampf führten; diesen Umstand versuchen die fraktionsmacherischen Elemente häufig für ihre sektiererischen Ziele auszunutzen.

Unter den Menschen aus dem südlichen Teil gibt es auch Leute, die sich als deren Vertreter ausgeben. Wenn solche Leute hohe Posten bekleiden, dann geben sie sich sofort den Anschein, als hätten sie denjenigen, die aus dem Süden kamen, Arbeitsplätze vermittelt und für sie die Existenzmittel gefunden; sie bemühen sich, so zu tun, als bestimmten sie das Schicksal der aus dem Süden Gekommenen, und verfolgen die Absicht, sie zur Stütze für ihre persönliche Tätigkeit zu machen. In der Vergangenheit hat Ri Sung Yop mit solcher Methode einige aus dem Süden gekommenen Genossen um den Finger gewickelt.

Unter denjenigen, die in der Sowjetunion waren, kann man als solches Beispiel Ho Ka I nennen. Er gab sich aus, als sei er deren einziger Vertreter.

Unter den Leuten, die sich in China aufhielten, kann man als Beispiel Pak Il U nehmen. Er glaubte, er sei der einzige Repräsentant aller aus China gekommenen Leute und schwätzte: „Die aus China zurückgekehrten Leute werden nicht mit leitenden Posten betraut“; „die Leute, die in der Sowjetunion und in China waren, haben unterschiedliche Lebensgewohnheiten.“ Er versucht damit heimtückisch, Leute mit niedri­gem Klassenbewußtsein um sich zusammenzurotten.

In einem Sprichwort heißt es, daß in zehn Jahren sogar Berge und Flüsse ihr Antlitz wandeln; und da sollten sich das ideologische Bewußtsein und die Lebensgewohnheiten der Parteimitglieder in den zehn Jahren nach der Befreiung nicht geändert haben? Natürlich haben sie sich gewandelt und sogar neue moralische Eigenschaften geformt. Dies um so mehr, weil wir nun zehn ganze Jahre lang zusammen sind, die gleiche Luft atmen, arbeiten und lernen; heute kann es daher, ganz gleich, woher wir gekommen sind, nicht mehr den Vorwand geben, man hätte andere Lebensgewohnheiten und einen anderen Arbeitsstil. Diese Elemente jedoch befassen sich ganz speziell deshalb mit solchem Geschwätz, weil sie von anderen Absichten geleitet werden.

Pak Il U meint, andere wüßten nichts von seinen Machenschaften hinter den Kulissen. Aber das ist ein großer Irrtum. In Wirklichkeit stehen nahezu alle, die sich in China aufhielten, zu den Prinzipien der Partei, betrachten ihn nicht als den Vertreter der aus China gekommenen Leute und entlarven ihn als ein parteifeindliches Element.

Beispielsweise ist Genosse Kim Chang Dok ein Mensch, der fest mit der Partei verbunden ist. Pak Il U jedoch versuchte, Genossen Kim Chang Dok auf seine Seite zu ziehen, da dieser in China war. Aber dieser Genosse kämpfte entschieden gegen das falsche Verhalten Pak Il Us und erklärte, er sei aus China gekommen, weil er an die Partei, an das Vaterland und an das Volk glaube, nicht aber etwa an Pak Il U.

Solche Leute wie Pak Il U sind, um ihre schändlichen Ziele zu erreichen, stets bemüht, prinzipienlose mißmutige Elemente zu finden und sie für sich zu gewinnen. Pak Il U nutzte die Unzufriedenheit Pang Ho Sans aus. Nachdem die Partei Pang Ho San wegen der falschen Kampfführung in der letzten Periode des Krieges kritisiert hatte, begann er hinterrücks der Politik der Partei und der Regierung allerlei auszusetzen. Dieses Moment nutzte Pak Il U aus und lockte ihn auf seine Seite.

Der Sinn des Geschwätzes solcher Personen, daß es „nichts Gemeinsames zwischen den aus der Sowjetunion und den aus China gekommenen Leuten gibt“, daß „die Leute, die sich in China aufhielten, nicht gefördert werden“, daß „dir die Partei nicht vertraut, weil du an einer Sektierergruppe beteiligt gewesen bist“ usw., besteht letzten Endes darin, daß sie ein anderes Ziel verfolgen.

Wir dulden in keinem Fall derartige Handlungen der Anhänger des Strebertums. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, daß sie sich für irgendwelche repräsentative Personen halten und sich mit desorgani­sierenden Handlungen befassen. Denn das kann zum Zerfall der Parteiorganisation führen.

Kang Mun Sok beispielsweise prahlt damit, daß er Mitglied des Präsidiums des ZK der Partei ist, bildet sich ein, er sei der einzige Repräsentant der Menschen aus dem südlichen Landesteil, und begeht desorganisierende Handlungen, die mit dem Namen eines Partei­funktionärs nicht zu vereinbaren sind. Er ruft aus dem Süden gekommene Leute zu sich, fragt sie „Welche Schwierigkeiten haben Sie?“ und versichert ihnen: „Ich werde eure Probleme lösen.“ Wenn sich Menschen aus dem Süden an ihn wenden, darf er nicht versuchen, ihre Fragen auf privatem Wege zu entscheiden, sondern muß sie richtig erziehen, damit sie die Probleme organisiert lösen.

Die aus der Sowjetunion, aus China und aus dem südlichen Teil unseres Landes gekommenen Leute müssen daran denken, daß sie heute ausnahmslos Mitglieder der Partei der Arbeit Koreas sind. Die Auswahl und den Einsatz der Kader muß man nicht nach subjektivem Willen einer Einzelperson, sondern stets auf der Grundlage der Parteiprinzipien entscheiden. Alle müssen richtig verstehen, daß diejenigen für unsere Partei völlig ungeeignet sind, die keine Parteiverbundenheit haben, sich in der Arbeit für die Partei und die Revolution passiv verhalten und für eine besondere Persönlichkeit halten. Dabei ist es ganz gleich, ob sie nun in der Sowjetunion, in China oder sogar im „Himmel“ gewesen sind.

Die Mitglieder unserer Partei müssen mit dem Glauben an die Partei, an die Organisation arbeiten, müssen zu Parteimitgliedern werden, die Parteiverbundenheit besitzen, und für ihre ständige Weiterbildung sorgen. Wer an irgendeine einzelne Person glaubt, wer versucht, seine Fragen mit Hilfe einzelner Personen zu lösen, indem er sich ihnen von seiner guten Seite zeigt, der hat nicht die prinzipielle Position eines Parteimitglieds und wird letzten Endes von den Anhängern des Strebertums ausgenutzt.

Alle Kader und alle Mitglieder unserer Partei müssen mit schärferen Augen die Tätigkeit der fraktionsmacherischen Elemente verfolgen.

Weiter möchte ich auf ideologische Überreste des Lokalpatriotismus eingehen. Als Beispiel kann solch ein Mann wie O Ki Sop dienen, dessen Tätigkeit darauf gerichtet war, eine gesonderte Gruppe aus Leuten zu schaffen, die aus dem Gebiet Hongwon im Bezirk Süd- Hamgyong stammten. Natürlich ist es nicht zulässig, die ganze Tätigkeit einzelner Gruppen während der Herrschaft des japanischen Imperialismus unbegründet für schlecht zu erklären. Aber was hat sich aus der Gruppentätigkeit in der damaligen Zeit ergeben? Es gab keine einheitliche Partei, es gab keine auf den Prinzipien des demokratischen Zentralismus beruhende einheitliche Führung vom Zentrum bis in die unteren Ebenen, und deshalb war O Ki Sop in der dortigen Gegend die größte Figur, und die Menschen an Ort und Stelle, die über nichts informiert waren, hielten ihn für den „ersten Mann in der Welt“. Das nutzte O Ki Sop aus und versuchte, seine Macht zu erweitern.

Das war vor zehn Jahren, und derartige Versuche sind zu jener Zeit gescheitert. Gewiß gibt es heute keine lokalen Separatisten mehr, aber geblieben sind noch ihre ideologischen Überreste.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich unsere Partei gestählt und wurde im revolutionären Geist des Marxismus-Leninismus erzogen, ist zu einer Massenpartei geworden, die in den Massen tief verwurzelt ist. Daher kann mit unserer Partei schon nicht mehr etwas Derartiges geschehen wie mit der Partei in den 1920er Jahren.

Man darf jedoch innerhalb der Partei die versteckten Gemeinheiten derjenigen nicht außer acht lassen, die in der bürgerlichen Ideologie und im Strebertum befangen sind. Solchen Leuten gegenüber müssen wir stets wachsam sein. Wenn Leute festgestellt werden, die sich innerhalb der Partei mit fraktionsmacherischen Umtrieben befassen, müssen sie einen Verweis durch die Partei erhalten, muß man von ihnen fordern, daß sie die Fehler unverzüglich korrigieren, und darauf achten, daß sich niemals etwas Derartiges wiederholt; im Einklang mit dem Grad der Schuld sind Erziehungsmaßnahmen zu ergreifen. Ernste Verfehlungen sind unverzüglich vor den Massen zu entlarven, damit sie unter deren Kontrolle stehen. Nur auf diesem Wege kann man die Menschen retten, die unter den Einfluß fraktionsmacherischer Elemente geraten sind, sowie andere vor deren schlechtem Einfluß schützen.

Außerdem müssen wir auch die Arbeit der Kontrollkommission unserer Partei verstärken. Ihre Aufgabe ist es, stets eine strenge Kontrolle und Aufsicht über diejenigen fraktionsmacherischen Elemente auszuüben, die die Einheit der Partei gefährden, und gegen desorganisierende Handlungen jeder Art einen erbarmungslosen Kampf zu führen. Wir müssen auf diese Weise die Reihen unserer Partei stets reinhalten und sie von schädlichen Elementen säubern. Es ist notwendig, die schädlichen Elemente auszumerzen, die nicht auf unsere Warnungen hören, ebenso wie man die Ratten austilgen muß, wenn sie sich überall herumkriechen und Löcher zu nagen beginnen.

Die Erfahrung lehrt folgendes: Wenn man diese hinterlistigen Elemente in der Partei außer acht läßt, breiten sie sich immer mehr aus. Solche Subjekte wie Pak Hon Yong hätten wir auch früher entlarven können, wenn wir die Tagung des Zentralkomitees der Partei für die Vereinigung der Partei der Arbeit Nordkoreas und der Partei der Arbeit Südkoreas kritischer durchgeführt hätten. Diese Clique legte dar, daß „alle, die aus dem Süden gekommen sind, gute Menschen sind“, verschaffte ihnen einflußreiche Positionen und befaßte sich mit versteckten Gemeinheiten. Letzten Endes glitt sie dann so weit ab, daß sie sich auf eine Zusammenarbeit mit den US-Imperialisten einließ und die Absicht verfolgte, unsere Regierung zu stürzen und unser Land zu verkaufen.

Aus den bisherigen Erfahrungen müssen wir Lehren ziehen und die Wachsamkeit gegenüber fraktionsmacherischen Tätigkeiten ständig erhöhen. Besonders notwendig ist es, sich fest die Tatsache einzuprägen, daß die Anhänger des Strebertums und die fraktionsmacherischen Elementen zu Spionen und Diversanten absinken und alle nur denkbaren niederträchtigen Handlungen begehen, wenn ihnen die Möglichkeit entzogen ist, innerhalb der Partei zu wirken.

Die Einheit und Geschlossenheit der Partei ist der Quell der Macht unserer Partei. Aus diesem Grunde muß jedes Parteimitglied stets dafür kämpfen, die Einheit der Partei wie den Augapfel zu hüten, und stets darauf achten, daß keinerlei fraktionsmacherische Elemente und Anhänger des Strebertums die Reihen unserer Partei schwächen können.

3. Über die Erhöhung der Sparsamkeit in der Wirtschaft und die Verstärkung der Finanzkontrolle

Wenn man die Gesamtheit aller unnützen Aufwendungen in unseren staatlichen und wirtschaftlichen Organen analysiert, ergibt sich, daß sie zum größten Teil (rund 70 Prozent) deshalb entstehen, weil unsere Funktionäre dieser Organe es nicht verstehen, die Betriebe sachkundig zu leiten. Natürlich kommt es auch vor, daß einzelne unzuverlässige Elemente, die in staatliche und wirtschaftliche Institutionen eingedrungen sind, Staatsvermögen bewußt unterschlagen. Aber das ist kein so großer Prozentsatz im Vergleich zu den ökonomischen Verlusten, die durch nicht sachkundige Leitung unserer Wirtschaft verursacht sind. Zu einem erheblichen Teil ist die Verschleuderung unserer staatlichen Finanzmittel darauf zurückzuführen, daß unsere Funktionäre die Betriebe nicht sachkundig leiten und in den staatlichen Institutionen sowie in den Betrieben keine Ordnung geschaffen worden ist.

Zur Erhöhung der Sparsamkeit in der Wirtschaft, zur Verstärkung der Finanzkontrolle und des Kampfes gegen Unterschlagung und Verschwendung ist daher die Beachtung folgender Probleme wichtig:

Erstens ist die Qualifikation unserer leitenden Funktionäre der staatlichen und wirtschaftlichen Institutionen in Bezug auf die Leitung der Betriebe zu erhöhen.

Unter den heutigen Bedingungen unseres Landes ist die richtige Leitung der Betriebe wirklich eine schwierige Aufgabe. Im Laufe der Geschichte gab es in unserem Lande nur wenige nationale Kader. In der letzten Herrschaftsperiode der Ri-Dynastie blieb bei uns die Ent­wicklung des Kapitalismus aus, so daß es keine nationalen Kader gab, die fähig gewesen wären, eine Industrie zu leiten. Diese Lage blieb dann auch erhalten, nachdem unser Land zu einer Kolonie des japanischen Imperialismus geworden war. Die japanischen Imperia­listen setzten zur Leitung der Betriebe ausschließlich ihre eigenen Leute als Direktoren, Chefingenieure und Ingenieure ein, während Koreaner unter ihnen nur kleine Aufträge als Hilfsarbeiter ausführten. Auch qualifizierte Arbeiter gab es unter den Koreanern nur sehr wenige, der größte Teil von ihnen mußte Gelegenheitsarbeiten leisten. Wenn man als Beispiel das Eisenbahnwesen nimmt, so gab es bei uns zum Zeitpunkt der Befreiung Koreas alles in allem nur einige koreanische Lokomotivführer. Fast alle Posten als Lokomotivführer hatten Japaner inne, und Koreaner wurden nur als Heizer angestellt.

Wir waren auf diese Weise in den fast vierzig Jahren der Herrschaft des japanischen Imperialismus einer grausamen Ausbeutung seitens der japanischen Imperialisten ausgesetzt, und deshalb versteht es sich von selbst, daß wir nach der Befreiung keine aus der Arbeiterklasse hervor­gegangenen Kader und auch nur sehr wenige Kader hatten, die aus den besitzenden Klassen stammten. Nach der Befreiung zählte man im nördlichen Teil der Republik nur einige Dutzend technische Kader, die früher eine Hochschule abgeschlossen hatten. Unter diesen Bedingun­gen übernahmen wir die Betriebe, die von den Japanern bei ihrer Flucht zerstört worden waren. Trotz dieser Schwierigkeiten haben wir die Betriebe bis auf den heutigen Tag geleitet, und das ist ein großer Erfolg. Wir dürfen uns jedoch damit nicht zufriedengeben.

Wir haben jetzt nicht wenig große Werke. Es gibt Eisenhüttenwerke, Stahlwerke, chemische Fabriken, Kraftwerke und viele andere Großbetriebe, die als Grundlage der sozialistischen Industrialisierung dienen können. Sehr groß sind die Maßstäbe, die diese Werke setzen. Bei dem Mangel an Erfahrungen und mit einer geringen Zahl von nationalen Kadern solche Betriebe zu leiten, ist eine sehr schwierige Aufgabe.

Es gibt aber keine Festungen, die Kommunisten, welche mit dem Marxismus-Leninismus ausgerüstet sind, nicht einnehmen könnten. Wenn wir die Arbeit mit fester Entschlossenheit richtig organisieren, können wir zweifellos solche großen Betriebe leiten. Zumal erweisen uns die große Sowjetunion, China und die anderen Länder der Volksdemokratie Hilfe.

Wie Sie wissen, gab es, als wir uns im Jahre 1946 entschlossen, zum ersten Mal eine Universität zu eröffnen, viele Diskussionen darüber, ob wir mit dieser Aufgabe fertig werden oder nicht. Wir waren damals nicht einmal in der Lage, Lehrbücher zusammenzustellen. Also gab es in unserem Lande nahezu keine nationalen Kader.

In den vergangenen zehn Jahren des unermüdlichen Kampfes haben wir jedoch viele nationale Kader herangebildet. So verfügen wir heute über viele Absolventen, die bei uns im Lande eine Hochschule abgeschlossen oder in der Sowjetunion studiert haben; nicht wenige Intellektuelle und Wissenschaftler, die unsere Ordnung begrüßen, sind aus dem südlichen Teil zu uns gekommen.

Weil wir nach der Befreiung mit einem kolossalen Wirtschafts­aufbau unter den Bedingungen begannen, daß es uns an eigenen nationalen Kadern mangelte, mußten wir die Reihen unserer Kader durch Arbeiter, Bauern und werktätige Intellektuelle auffüllen, die vorher niemals selbst unmittelbar Betriebe geleitet hatten. Dieser Umstand besagt, daß unsere Kader noch nicht das nötige Niveau erreicht haben, die Industrie zu leiten.

Im Laufe des Wirtschaftsaufbaus begehen unsere Funktionäre Fehler, aber nicht etwa deshalb, weil sie alle schlechte Menschen sind, sondern weil sie die für die Leitung der Industrie erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten noch nicht in ausreichendem Maße besitzen. Daher ist es vor allem wichtig, daß sich die Kader diese Kenntnisse und Fertigkeiten aneignen.

Manche unserer Funktionäre, die kein ökonomisches Wissen haben und zum Beispiel nicht einmal wissen, woraus sich die Selbstkosten zusammensetzen, geben sich jedoch häufig den Anschein, als wüßten sie alles. Sich ohne etwas zu wissen als Kenner auszugeben – das ist unsere große Krankheit. Wenn man etwas nicht weiß, dann muß man aufrichtig lernen und darf sich nicht den Anschein geben, als wüßte man es. Lernen ist keineswegs eine Schande.

Manche Betriebsdirektoren sind der Ansicht, daß es ihnen das „Schicksal“ selbst beschieden habe, Direktor zu sein. Daher brüsten sie sich, lernen nicht und verbringen unnütz ihre Zeit. Das ist eine sehr üble Tendenz. Wenn wir unsere Fehler in der Leitung der Betriebe beseitigen wollen, müssen alle Kader ausreichende Kenntnisse für die Leitung der Industrie erwerben sowie die Betriebe gut verwalten und leiten.

Zweitens ist es, um die Sparsamkeit in der Wirtschaft zu erhöhen, um die Finanzkontrolle sowie den Kampf gegen Unterschlagung und Verschwendung zu verstärken, notwendig, in den staatlichen und wirtschaftlichen Institutionen eine strenge Disziplin und Ordnung herzustellen.

Wir haben die vom Staat erlassenen richtigen Gesetze und Verordnungen. Es geht darum, daß unsere Funktionäre diese Gesetze und Verordnungen genau erfüllen und nicht gegen sie verstoßen.

In der Armee stellt man einen Posten nach der Wachdienstvorschrift auf. Wie können wir große Betriebe leiten, wenn wir die Bestim­mungen nicht einhalten? Unbedingt müssen Disziplin und Ordnung herrschen.

Wenn in einem Betriebe Bestimmungen festgelegt sowie Disziplin und Ordnung hergestellt sind, dann ist es nicht möglich, daß unzuverlässige Elemente stehlen können und es überhaupt zum Diebstahl kommt. Man darf sich nicht nur für die Verhaftung der Diebe einsetzen, sondern muß in den Werken hauptsächlich für die Festigung von Ordnung und Disziplin sorgen und darauf achten, daß sie richtig eingehalten werden. Die Erfahrungen beweisen, dort, wo es keine Ordnung und Disziplin gibt, kommt es unweigerlich zu Diebstahl, Unterschlagung, Verschwendung und sogar zu solch negativen Erscheinungen, daß man, obwohl die Produktionspläne nicht eingehalten werden, erdichtete Berichte über deren Erfüllung an die übergeordneten Organe schickt. Aus diesem Grunde erlangt vor allem die Herstellung von Disziplin und Ordnung bei der Verwaltung und Leitung der Betriebe große Bedeutung.

Drittens darf man, um die Sparsamkeit in der Wirtschaft zu erhöhen und die Finanzdisziplin zu verstärken, das Schwergewicht nicht darauf legen, daß man die Veruntreuer und Verschwender in Gefängnisse schickt, sondern muß vor allem eine Bewegung dafür entfalten, daß sie ihre Schuld eingestehen. Jedoch dürfen diejenigen nicht geschont werden, die wiederholt staatliche Mittel veruntreut haben. Während die Hauptaufmerksamkeit auf diese Bewegung zu richten ist, muß man aber die besonders schlimmen Veruntreuer und Verschwender gericht­lich bestrafen.

Wichtig ist es auch, darauf zu achten, daß Menschen, die ihre Fehler eingestanden haben, nicht neue Rechtsverletzungen begehen. Wir müssen die Sparsamkeit in der Wirtschaft und die Finanzkontrolle mit Hilfe der verstärkten Erziehungsarbeit innerhalb der Partei erhöhen, damit unsere Funktionäre der staatlichen und wirtschaftlichen Institutionen die Betriebe richtig verwalten und leiten sowie für Disziplin und Ordnung sorgen.

4. Über die Verbesserung des Stils der Parteiarbeit

Weiter möchte ich hervorheben, daß der Stil der Parteiarbeit zu verbessern ist.

Erstens ist es bei der Verbesserung des Stils der Parteiarbeit wichtig, daß die übergeordneten Stellen den untergeordneten vom Zentral­komitee der Partei bis zu den Dorfparteikomitees richtige Hilfe erweisen. Die Frage kann in keiner Weise gelöst werden, wenn wir so arbeiten, als würden wir einen wachsenden Baum abbrechen, wenn wir also den untergeordneten Stellen nicht helfen, sie nicht erziehen, sondern mit ihnen nur schimpfen, sobald sie schlecht arbeiten.

Um den unteren Stellen aufrichtig zu helfen, ist es notwendig, die jeweiligen Funktionäre ständig zu erziehen: In erster Linie sollen alle Abteilungen des Zentralkomitees der Partei, darunter die Abteilung Organisation und Anleitung, die Funktionäre der Bezirksparteikomitees zu sich rufen, ihre Berichte entgegennehmen und damit feststellen, wie diese ihre Arbeit erledigen, welche ideologischen Auffassungen sie vertreten; falls sie Fehler begangen haben, sind zugleich Maßnahmen festzulegen, damit diese korrigiert werden können.

Die verantwortlichen Funktionäre dürfen ihre Leitung auch nicht so ausüben, daß sie flüchtige Dienstfahrten unternehmen und die Funktionäre der unteren Ebenen beschimpfen, sondern müssen ihnen in der praktischen Arbeit helfen, indem sie sich unmittelbar an die Basis begeben und sich dort längere Zeit aufhalten.

Die praktische und systematische Kontrolle der Durchführung der Beschlüsse ist unerläßlich, um den Stil der innerparteilichen Arbeit zu verbessern. Wenn diese Kontrolle jedoch formal und bürokratisch erfolgt, hat sie keinerlei Effekt. Bisher nahmen etliche unserer Parteifunktionäre die Kontrolle deshalb nicht wahr, um den untergeordneten Stellen bei ihrer Arbeit zu helfen sowie die richtige Erfüllung der Beschlüsse von Partei und Staat zu sichern, sondern deshalb, um sich wichtig zu machen. Viele Funktionäre verbinden die Kontrolle immer noch mit Polizei- und Detektivmethoden und leiten die unteren Stellen bürokratisch an. Als Ergebnis fürchten die Funktionäre der unteren Ebenen die Kontrolle und werden dabei eingeschüchtert. Nach solch einer Kontrolle mit Polizeimethoden werden sie wahllos getadelt, in jeder Weise beschuldigt; deshalb entsteht bei ihnen die schlechte Gewohnheit, sich der Kontrolle zu entziehen, ihre Fehler zu verheimlichen, erdichtete Berichte an die übergeordneten Stellen zu schicken usw.

Manche Funktionäre stellen, wenn sie in die untere Ebene kommen und dort eine Kontrolle vornehmen, nicht das Gute fest, sondern suchen grundlos nur das Schlechte heraus, übertreiben unerhebliche Tatsachen, lärmen und schikanieren die Menschen. Solch eine Kontrolle bringt uns keinerlei Nutzen. Unsere Funktionäre müssen sich zu den untergeordneten Stellen begeben und ihnen bei der Arbeit helfen; wenn es schwierige Probleme gibt, müssen sie in gemeinsamer Beratung die richtige Lösung finden, und wenn Mängel auftreten, müssen sie diese korrigieren helfen. Nur so können wir den bis jetzt bei uns noch vorhandenen alten Arbeitsstil in einen neuen, volksverbundenen Arbeitsstil verwandeln.

Es lassen sich keinerlei Erfolge in der Arbeit erreichen, wenn man nur die Parteibeschlüsse und Direktiven verschiedener Art in die unteren Ebenen schickt, zudem nur herumschreit und einfach nur die Ausführung der Beschlüsse verlangt.

In unserer Partei ist der bürokratische Arbeitsstil noch weit verbreitet. Unsere Partei hat wiederholt die Notwendigkeit hervorgehoben, den Bürokratismus zu liquidieren, und hat ihn bekämpft, aber dieser schädliche Arbeitsstil ist auch nicht annähernd ausgerottet.

Wir müssen entschieden für die konsequente Ausmerzung des bürokratischen Arbeitsstils kämpfen. Und auch bei der Bekämpfung des Bürokratismus muß das Schwergewicht auf die Hilfe von oben nach unten gelegt werden. Alle Institutionen und Einrichtungen, gleich ob solche der Partei, des Staates oder der Wirtschaft, müssen in einer Richtung arbeiten, und zwar, daß die übergeordneten Stellen den untergeordneten helfen. Nur in diesem Falle sind die Kader an der Basis in der Lage, bei der Arbeit Aktivität und schöpferische Initiative an den Tag zu legen.

Wenn auf diese Weise jede Zelle unserer Partei ein gesundes, aktives und kämpferisches Leben führt, wenn man die Verbindungen mit den Massen weiter vertieft, noch lebendiger und energischer handelt und so die schöpferische Initiative der Massen im Kampf für die Durchsetzung der Politik der Partei entwickelt, wird es einen größeren Fortschritt in unserer Arbeit geben.

Zweitens besteht eine wichtige Frage in unserer Partei darin, die Erziehung der Parteikader und -mitglieder im Geiste der Überwindung von Schwierigkeiten zu verstärken.

Wie wir gut wissen, wurden der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in Rußland, der Sieg der volksdemokratischen Revolution in China sowie der Sieg der Revolution in jedem anderen Lande nur in erbittertem Kampf errungen. Wenn Revolutionen leicht, ohne schweren Kampf zum Sieg gelangen würden, hätte die Welt­revolution schon lange triumphiert.

Jetzt gibt es für die revolutionäre Bewegung in unserem Lande sehr günstige Bedingungen.

Im erbitterten dreijährigen Vaterländischen Befreiungskrieg hatten wir zahlreiche Schwierigkeiten, aber wir kämpften mit der aktiven

Hilfe der Sowjetunion, der Volksrepublik China und der anderen Länder der Volksdemokratie. Selbst während des Krieges, im Kampf stehend, brauchten wir nicht zu hungern. Und in der schweren Kriegszeit haben wir kein einziges Mal die Lebensmittelrationen für Arbeiter und Angestellte herabgesetzt, und die Menschen waren während des Krieges nicht ärmlich gekleidet.

Die Menge an Textilien, mit der wir heute die Arbeiter und Angestellten versorgen, ist weit größer als die, die uns vor dem Kriege zur Verfügung stand. Man kann sagen, daß wir bis heute den revolutionären Kampf ohne besondere Schwierigkeiten fortsetzen. Daher ist es möglich, daß die Mitarbeiter, wenn wir sie nicht zur Überwindung von Schwierigkeiten erziehen, in Zukunft, sobald sie auf solche stoßen, vor ihnen zurückweichen, anstatt sie beharrlich zu überwinden.

Wir müssen vorausschauend auf die kommenden großen Ereignisse noch mehr staatliche Vorräte anlegen sowie die Parteimitglieder und die Kader zur Überwindung von Schwierigkeiten erziehen. Gleichzeitig halte ich es für wichtig, den Parteimitgliedern die großen Perspektiven unseres Landes klar zu verdeutlichen und sie zum revolutionären Optimismus zu wappnen.

5. Über die erfolgreiche Erfüllung des laufenden Volkswirtschaftsplans

Dieses Jahr ist bei der Verwirklichung des Dreijahrplans der Volkswirtschaft das schwerste, und die Planerfüllung in diesem Jahr hat große Bedeutung. Unter jeglichen Umständen müssen wir, koste es, was es wolle, den Plan realisieren.

Wenn wir unter Berufung auf Schwierigkeiten den Plan dieses Jahres nicht erfüllen, ist es unmöglich, auch in Zukunft aus einer schwierigen Situation herauszukommen. Nur indem wir alle Schwierigkeiten überwinden und Industriebetriebe bauen, können wir die Bekleidungs- und Ernährungsfrage vollständig lösen.

Aus diesem Grunde müssen wir, um den Lebensstandard des Volkes so schnell wie möglich zu heben und unser Land wohlhabend zu machen, die Schwierigkeiten überwinden, die Arbeit gut organisieren sowie alle Möglichkeiten nutzen und auf diese Weise den Dreijahrplan der Volkswirtschaft erfolgreich erfüllen.

Um die Lebenslage des Volkes zu verbessern, müssen wir Textilfabriken, Nahrungsmittelwerke, Betriebe für Gebrauchsgüter, Maschinenbauwerke und andere Betriebe haben. Wenn wir keine Fabriken bauen, sondern die Hände in den Schoß legen und auf das Gute warten, dann ist das so, als wenn die Christen „Gott“ um ein gutes Leben anflehen. Unsere Freiheit und unser Glück fallen nicht vom Himmel, wir müssen sie vielmehr durch unsere eigene Anstrengung und durch Kampf erringen.

Bei der Erfüllung des Volkswirtschaftsplans dieses Jahres besteht das Wichtigste darin, daß die Funktionäre der Partei-, Staats- und Wirtschaftsorgane eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen, daß sie beharrlich kämpfen und dabei ihre Verantwortung für die ihnen von Partei und Staat übertragenen Aufgaben weiter erhöhen.

Wenn es unmöglich ist, den Plan zu erfüllen, muß dies geradeheraus gesagt werden, und man darf keine erdichteten Berichte verfassen. Falls man bei der Erfüllung des Plans auf schwierige Probleme stößt, sind die übergeordneten Stellen rechtzeitig zu informieren und Maßnahmen zur Lösung dieser Probleme einzuleiten; ausnahmslos alle müssen als Revolutionäre für die Erfüllung des Plans kämpfen. Man darf weder vor kleinen Schwierigkeiten ins Schwanken kommen noch aus Ehrgeiz erdichtete Berichte bei Nichterfüllung des Plans abgeben. Das alles sind falsche Handlungen.

Ferner möchte ich auf den Plan der landwirtschaftlichen Produktion für dieses Jahr eingehen. Kurz gesagt, scheint mir, daß er in diesem Jahr nicht richtig festgelegt worden ist. Die falsche Aufstellung dieses Plans ergibt sich daraus, daß einerseits die unteren Stellen unreale Angaben machten und andererseits die übergeordneten Organe den Plan falsch berechneten. Dadurch ist der Plan der landwirtschaftlichen Produktion zu hoch angesetzt und entspricht nicht den realen Verhält­nissen. Und es ist durchaus kein Zufall, daß der Plan falsch aufgestellt wurde.

Manche Leute nehmen an, die Getreideproduktion habe im vergangenen Jahr 2,8 Mio. t betragen, während andere meinen, es seien 2,7 Mio. t gewesen.

In diesem Fall wollen wir doch einmal die Getreideernte des vorigen Jahres richtig berechnen. Nach den statistischen Angaben haben wir 2,79 Mio. t Getreide im Jahre 1949 erzeugt. Dabei war zu jener Zeit die Getreidelage wie folgt: Auf dem Markt gab es viel Getreide, viel Getreide diente auch als Industrierohstoff, exportiert haben wir 100 000 t, und trotzdem war die Lebenslage der Bauern zufriedenstellend. Der Reispreis betrug damals 170 bis 180 Won für ein Sodumal. In allen Dörfern ist der Lebensstandard der Bauern gestiegen. Die Bauern bauten sich neue Häuser, erwarben neue Möbel und lösten das Nahrungsproblem nahezu selbständig, ohne Getreideanleihen vom Staat zu erhalten. Demnach erhöhte sich der Lebensstandard der Bauern selbst bei einer Getreideproduktion von 2,79 Mio. t, Getreide wurde exportiert, und der Staat legte sogar jährlich 50 000 t als Getreidevorrat an.

Im vorigen Jahr jedoch war geplant, 3 Mio. t Getreide zu erzeugen. Anfangs sagte man, es wären 2,9 Mio. t produziert worden, aber zum Schluß erklärte man dann, es seien 2,8 Mio. t gewesen. Es ergibt sich also, daß wir mehr Getreide erzeugen als vor dem Krieg, aber warum mangelt es uns dann an Nahrungsmitteln?

Im vorigen Jahr haben wir nicht nur kein Getreide ins Ausland ausgeführt, sondern im Gegenteil 220 000 t aus der Sowjetunion und aus China importiert. Hinzu kommt, daß die Bevölkerung unseres Landes während des Krieges zahlenmäßig zurückgegangen ist.

Wenn das so ist, wohin sind dann überhaupt die 2,8 Mio. t Getreide gekommen? Das ist nur damit zu erklären, daß die Getreideernte im vergangenen Jahre nicht richtig berechnet wurde.

Werden die Verluste berücksichtigt, die die Überschwemmung in den Bezirken Süd- und Nord-Hamgyong verursacht hat, scheint mir, im vorigen Jahr nicht mehr als 2,3 Mio. t Getreide erzeugt worden sind. Das beweist eindeutig unsere heutige Nahrungssituation.

Trotz dieser Lage wollen jedoch einige Vorsitzende der Bezirks­volkskomitees und leitende Landwirtschaftsfunktionäre aus ihrer Arbeit in der Vergangenheit keine Lehren ziehen. Sie sagen, man könne in diesem Jahr 4,1 Mio. t Getreide produzieren. Dem Politkomitee des ZK der Partei wurde gemeldet, daß in diesem Jahr 3,6 Mio. t Getreide geliefert werden sollen. Das Politkomitee stimmte dem nicht zu und setzte den Plan der Getreideerzeugung beträchtlich herab.

Dabei wurden folgende Umstände berücksichtigt:

Erstens hat sich die Fläche des Ackerlandes im Vergleich zur Vorkriegsperiode erheblich verringert. Sie ist deshalb kleiner, weil das Land aus Mangel an Arbeitskräften unbestellt geblieben ist, Felder während des Krieges zerstört und Böden für den Bau von Straßen benutzt wurden, sowie wegen vieler anderer Ursachen. Aus diesem Grunde entspricht die Behauptung, daß die Getreideernte größer als vor dem Krieg sein wird, nicht der Wirklichkeit.

Zweitens gibt es auf dem Lande eine geringere Zahl von Arbeitskräften als vor dem Krieg. Den größeren Teil der Arbeitskräfte auf dem Lande bilden heute alte Leute und Frauen. Unter Verhält­nissen, da die allgemeine Mechanisierung noch nicht durchgeführt ist, kann man doch das heutige Dorf nicht mit dem der Vorkriegszeit vergleichen, als es dort viel Jugendliche gab. Die Frauen müssen die Kinder betreuen und das Essen zubereiten, und deshalb unterscheidet sich ihre Arbeit immer noch von der der Männer.

Drittens sind jetzt auch weniger Düngemittel als vor dem Krieg vorhanden. Vor dem Krieg wurden dem Dorf 180 000 bis 220 000 t chemische Düngemittel geliefert, heute jedoch nur 50 000 t. Es wird gesagt, daß man jetzt mehr Kompost erzeugt, aber daran ist vieles entstellt.

Kann man etwa unter diesen Bedingungen mehr Getreide erzeugen als vor dem Krieg? Wieviel man auch analysieren mag – ich denke, es gibt augenblicklich keine Voraussetzungen für eine Mehrproduktion.

Im Jahre 1952 fragte ich den Genossen Minister für Landwirtschaft, auf welche Weise man so viel Getreide produzieren könne. Er antwortete, bei Anwendung des Pflanzens in kleinen Nestern mit dichtem Abstand ließe sich mehr erzeugen. Ich meine jedoch, daß uns weder das Pflanzen in kleinen noch „in großen Nestern mit dichtem Abstand“ helfen wird, so viel Getreide zu produzieren.

In diesem Jahr müssen wir einen genauen Plan der land­wirtschaftlichen Produktion aufstellen. Man darf den unteren Ebenen nicht etwas aufzwingen, was bei allen Bemühungen nicht zu erreichen ist, und man muß die Erscheinung beseitigen, daß Menschen von der unteren Ebene wegen ihres Ehrgeizes so erfundene Berichte abgeben, als wenn sie etwas getan haben, was sie faktisch gar nicht bewältigen konnten. Ich halte es für notwendig, daß die Vorsitzenden der Bezirksvolkskomitees, der Stadt- und Kreisvolkskomitees, das Ministerium für Landwirtschaft und das Staatliche Plankomitee den Plan der landwirtschaftlichen Produktion für dieses Jahr noch einmal überprüfen. Es ist gut, das zu prüfen und zu korrigieren, was falsch gemacht worden ist.

Die richtige Aufstellung des Plans der landwirtschaftlichen Produktion kann auch großen Einfluß auf die Entwicklung der landwirtschaftlichen Genossenschaften haben, die jetzt auf dem Lande organisiert werden. Aus diesem Grunde müssen die Vorsitzenden der Bezirks-, Stadt- und Kreisvolkskomitees persönlich die land­wirtschaftlichen Genossenschaften besuchen und insbesondere auf die richtige Aufstellung der Pläne für die landwirtschaftliche Produktion achten. Dabei ist es notwendig, daß die Produktionspläne der Genossenschaften nicht auf der Grundlage der vorher von oben angegebenen Zahlen, sondern ausgehend von den tatsächlichen Erträgen und den neuen Plankennziffern richtig aufgestellt werden, die man in der kommenden Zeit vorgibt.

Bei der Ermittlung der tatsächlichen Erträge ist möglichst die Meinung der örtlichen Bevölkerung in Betracht zu ziehen, sind die Erträge vor dem Krieg, während des Krieges und nach dem Krieg zu analysieren und zu ermitteln, und auf dieser Grundlage ist die Höhe der Naturalsteuer festzulegen.

In diesem Jahr ist die reale Ernte der landwirtschaftlichen Produktion in den landwirtschaftlichen Genossenschaften abzuschätzen und Ertrag je Hektar für die einzelnen Orte genau zu ermitteln. Es ist ferner erforderlich, die Anbaufläche exakt festzustellen. Wenn sie zu klein angegeben wird, schädigt man den Staat, und wenn man etwas all vorhanden ausweist, was nicht da ist, wird dies zu einer schweren Bürde für die Bauern werden.

Wenn man an alle Arbeiten vom revolutionären Standpunkt aus herangeht, begeht man keinen Fehler.

Weiter möchte ich noch kurz auf die Forstwirtschaft eingehen.

Die Forstwirtschaft ist eines der wichtigsten Glieder bei der Wiederherstellung und beim Aufbau der Volkswirtschaft unseres Landes.

In unserem Lande ist heute der Aufbau gewaltig. Wir bauen neue Objekte und stellen andere wieder her, wir bauen Straßen, Brücken, Stauanlagen wieder auf und errichten Wohnungen, der Maßstab unserer Wiederherstellungs- und Aufbauarbeiten ist sehr groß. Besonders großen Ausmaß hat der Bau des Bewässerungssystems in Anju, wo vorgesehen ist, mehrere hundert Kilometer Bewässerungskanäle einschließlich der Zweigkanäle anzulegen. Die Baumaterialien, die für diese gewaltigen Vorhaben gebraucht werden, reichen bei weitem nicht aus.

Bei der Wiederherstellung der im Krieg zerstörten Industriewerke, Eisenbahnstrecken, Brücken u. a. ist vor allem das Baustoffproblem äußerst wichtig. Deshalb müssen wir eine große Hilfe bei der Zementproduktion sowie für die Forstwirtschaft leisten. Unsere Partei hat die Aufgabe, hierfür Arbeitskräfte zu mobilisieren, die Mitarbeiter dieser Zweige zur Überwindung der Schwierigkeiten zu erziehen und für sie entsprechende Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Insbesondere müssen die Parteiorganisationen die in den Dörfern wohnenden Flößer mobilisieren und sie in der Forstwirtschaft einsetzen. In den Dörfern gibt man aber sie nicht frei und erklärt, daß der Boden unbestellt bleibt, wenn sie nicht mehr da sind. Man sagt, auf dem Lande bleibt Boden infolge des Mangels an Arbeitskräften unbestellt, aber in der Stadt entstehen große Schwierigkeiten, weil man den demobilisierten Soldaten sowie den durch die Einschränkung der Stellenpläne freigewordenen Menschen keine Arbeit verschaffen kann. Alle diese Erscheinungen sind deshalb aufgetreten, weil unsere Funktionäre ihre Arbeit nicht richtig organisieren. Wir müssen es aber lernen, die Arbeit richtig zu organisieren.

Unsere Funktionäre dürfen bei der Erfüllung des grandiosen Plans des Wiederaufbaus und der Entwicklung der Volkswirtschaft nach dem Krieg ihre Arbeit niemals verantwortungslos durchführen und nach­lässig sein. Die leitenden Funktionäre unserer Partei-, Staats- und Wirtschaftsorgane müssen ihre ganze Weisheit und schöpferische Energie für die Erfüllung des Staatsplans einsetzen. Nur auf diese Weise können wir in unserer Zeit die neue Gesellschaft aufbauen.

Wir müssen den Dreijahrplan für die Wiederherstellung und Ent­wicklung der Volkswirtschaft nach dem Krieg erfolgreich verwirklichen und damit die demokratische Basis, den nördlichen Teil der Republik, das sichere Unterpfand für die Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes, in politischer, ökonomischer und militärischer Hinsicht weiter festigen.

Genossen!

Das jetzige Aprilplenum des Zentralkomitees der Partei hat eine große historische Bedeutung für die Entwicklung unserer Partei.

Ich bin überzeugt, daß die Mitglieder unserer Partei die auf dem jetzigen Aprilplenum des Zentralkomitees der Partei aufgezeigten Mängel schnell überwinden, ebenso wie sie die vom 3., 4. und 5. Plenum des ZK der Partei festgestellten Mängel mutig behoben, daß sie die vom jetzigen Plenum beschlossene Politik der Partei richtig erfassen und in die Tat umsetzen und so, eng um das ZK unserer Partei geschart, noch energischer vorwärtsschreiten werden, um die Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes zu erreichen und die große Sache des Aufbaus des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik zu verwirklichen.