21. Oktober 1955 // Reden
Kim Il Sung // Über die Mängel bei der Ausarbeitung des Volkswirtschaftsplans und einige Aufgaben für deren Überwindung

Über die Mängel bei der Ausarbeitung des Volkswirtschaftsplans und einige Aufgaben für deren Überwindung

21. Oktober 1955

Rede auf der Beratung leitender Funktionäre der Partei- und Machtorgane


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Wir haben diese heutige Beratung mit dem Ziel einberufen, verschiedene Fragen, die während der Erfüllung des Volkswirtschafts­plans für 1955 auftraten, und einige Aufgaben zur Ausarbeitung des Entwurfs des Volkswirtschaftsplans für 1956 zu erörtern.

In fast 20 Tagen, von Ende September bis Mitte Oktober, sprachen die Mitglieder des Politkomitees des Zentralkomitees der Partei an Ort und Stelle mit den leitenden Funktionären in der Maschinenbau-, Metall-, Chemie-, Kohle-, Elektroenergie- und Baumaterialindustrie, in der Forstwirtschaft, Leichtindustrie, Fischerei und im Eisenbahn­transportwesen sowie mit den Direktoren und Chefingenieuren der wichtigen Betriebe über den Stand der Erfüllung des diesjährigen Volkswirtschaftsplans. Im Verlaufe dieser Gespräche haben sie die realen Bedingungen der unteren Ebenen genau kennengelernt.

Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen konnte sich das Politkomitee des ZK der Partei gründlich davon überzeugen, welche Fehler bei der Ausarbeitung des Volkswirtschaftsplans wie auch in der Produktion und beim Investbau der Betriebe begangen werden, worin die Ursachen für die Nichterfüllung des Volkswirtschaftsplans liegen und wie man künftig den Plan ausarbeiten sollte. Das Politkomitee des ZK der Partei fühlt sich veranlaßt, diese wichtigen Fragen zusammen­zufassen und Sie damit vertraut zu machen. Wenn Sie klare Kenntnis von diesen Fragen haben, können Sie im kommenden Jahr die Produktion und den Aufbau einwandfrei gewährleisten. Wenn Sie nicht wissen, welche Mängel bei der Erfüllung des Volkswirtschaftsplans auftreten, dann entwerfen Sie den Plan für das nächste Jahr erneut unüberlegt am grünen Tisch wie den diesjährigen Plan, können keine subjektiven Fehler vermeiden, werden dadurch die Produktion und den Aufbau behindern und darüber hinaus sich auf diese Weise an Staat und Volk schwer vergehen.

Ich möchte Ihnen die heute aufgeworfenen Fragen in drei Punkten gegliedert erläutern. Im ersten Punkt handelt es sich darum, welche Fehler bei der Ausarbeitung des Volkswirtschaftsplans für 1955 auftraten und worauf sie zurückzuführen sind; im zweiten Punkt, welche Fragen beim Entwerfen des Volkswirtschaftsplans für 1956 zu überlegen sind; und im letzten Punkt, welche Probleme zu lösen sind, um einen optimalen Plan auszuarbeiten und die Wirtschaft korrekt zu leiten.

1. Über die Mängel bei der Ausarbeitung des Volkswirtschaftsplans für 1955 und deren Ursachen

Was sind die Hauptfehler, die bei der Ausarbeitung des diesjährigen Volkswirtschaftsplans aufgetreten sind?

Erstens haben unsere Funktionäre die objektive Sachlage nicht in Betracht gezogen, sondern vom grünen Tisch aus einen Plan für die Produktion und den Aufbau ausgearbeitet, der den realen Bedingungen der unteren Ebenen nicht entsprach.

Einer Überprüfung zufolge haben das Staatliche Plankomitee und alle Ministerien den Plan losgelöst von den Massen und unüberlegt entworfen, haben die in den Betrieben vorhandenen Produktions­einrichtungen und deren Kapazitäten sowie andere verschiedene objektive Bedingungen nicht hinreichend berücksichtigt.

Die Hauptursachen dafür, daß viele Betriebe den Produktionsplan nicht erfüllen, liegen nicht etwa in der Verantwortungslosigkeit der Funktionäre der Betriebe, sondern darin, daß die zentralen Organe den Plan von Grund auf falsch ausarbeiteten und ihn in bürokratischer Manier den unteren Ebenen aufzwangen. Wir können nicht feststellen, daß die Funktionäre oder die Arbeiter unserer Betriebe im Eifer nachlassen. Obwohl ihnen ein Plan übergeben wurde, der ihren realen Bedingungen nicht entspricht und über ihre Kräfte geht, haben sie bisher keine Mühe gescheut, um ihn zu erfüllen. Wie sehr sie sich auch befleißigten, sie konnten ihn nicht erfüllen, weil er völlig falsch ausgearbeitet wurde. Das besagt, daß sowohl das Staatliche Plankomitee als auch die zuständigen Ministerien und Verwaltungen die objektive Lage der unteren Ebenen nicht kennen und die Planung sehr formal durchsetzen.

Ich möchte konkrete Beispiele dafür anführen.

Ein großer Mangel besteht vor allem darin, daß bei der Aus­arbeitung des Plans die Kapazitäten der Ausrüstungen in Betrieben nicht genau ermittelt werden.

Folglich kommt es nicht selten vor, daß den Betrieben Produktions­aufgaben gestellt werden, die sie nicht verkraften können.

Auf das Ministerium für Metallindustrie zum Beispiel wurde trotz der geringen Kapazität von Stahlblöcken und Walzstahl ein übermäßig angespannter Plan aufgeschlüsselt. Dem Stahlwerk Kangson hat man, nur weil es vor dem Krieg 16 000 t Stahlblöcke produziert hatte, für dieses Jahr die Auflage erteilt, 30 000 t Stahlblöcke herzustellen, obwohl ein Teil des Elektroofens zur Zeit der Ausarbeitung des diesjährigen Plans noch nicht wiederhergestellt wurde. Diesem Werk wurde diese hohe Produktionsaufgabe ungeachtet dessen auf­gezwungen, daß es die Kriegswunden noch nicht geheilt hat. Das ist falsch. Da der Plan den realen Bedingungen in keiner Weise entspricht, äußerte der Chefingenieur dieses Werks in einem Gespräch: „Wie kann man das produzieren? Es sind höchstens 20 000 t möglich, wobei wir so angestrengt arbeiten müssen, daß wir todmüde werden.“ Meines Erachtens arbeitet das Stahlwerk Kangson gewissenhaft, wenn es auch nur 20 000 t Stahlblöcke produziert haben wird.

Über das Eisenhüttenwerk Hwanghae muß man dasselbe sagen, das damit beauftragt wurde, 80 000 t Stahlblöcke zu produzieren. Ohne die Kapazitäten der Einrichtungen für die Beschickung und die der Gießhalle ermittelt zu haben, hat man ihm einen Plan für die Produktion solch einer großen Menge Stahlblöcke aufgezwungen, wobei man nur in Betracht gezogen hat, daß die SM-Öfen wiederaufgebaut worden sind. Ich glaube, das Eisenhüttenwerk Hwanghae wird höchstens 55 000 t herstellen können, wobei es sich sehr anstrengen muß.

Auch in den keramischen Werken wurde nur die Kapazität der Öfen berücksichtigt. Die fehlenden Transporteinrichtungen und künstlichen Trockenöfen sowie die Rohstoffquellen und alle anderen Produktions­bedingungen hat man außer acht gelassen, und so wurde diesen Betrieben ein ihre Kräfte überfordernder Plan zur Ziegelproduktion aufgezwungen. Deshalb nimmt es nicht wunder, daß der Plan nicht erfüllt wurde. In diesem Jahr leisteten alle Arbeiter und Angestellten der keramischen Werke und sogar ihre nichtberufstätigen Familien­angehörigen anläßlich des 10. Jahrestages der Befreiung am 15. August einen angestrengten Arbeitseinsatz. Als Ergebnis wurde, wie mir berichtet wurde, der Plan nur im Juli mit Mühe und Not verwirklicht.

Eine Reihe von solchen Beispielen könnte man auch für das Ministerium für Fischereiwesen und die Hauptverwaltung für Forst­wirtschaft anführen.

Da die Produktionskapazität, wie bereits erwähnt, nicht genau ermittelt und der Produktionsplan überzogen war, konnten ihn die Arbeiter, wie sehr sie sich auch abplagten, nicht erfüllen, und es ließ nicht nur ihr Interesse an der Produktion nach und sank nicht nur ihr Mut, sondern es wurde auch die Tätigkeit anderer Bereiche behindert, die aus den genannten Betrieben Erzeugnisse erhalten sollten.

Während den Betrieben, die wenige Produktionseinrichtungen und geringe Produktionskapazität haben, ein zu hohes Planziel gesetzt wird, gibt es die umgekehrte Erscheinung.

Der Planentwurf der Maschinenbauindustrie ist ein Beispiel hierfür. In diesem Zweig hat man, ohne die Kapazitäten der neu errichteten Betriebe und der neu aufgestellten hochleistungsstarken Maschinen in Betracht gezogen zu haben, bei weitem kleinere Planaufgaben vorgegeben, als es ihren vorhandenen Möglichkeiten entsprochen hätte.

Die Maschinenbauindustrie ist tatsächlich der Zweig, dem wir besondere Aufmerksamkeit schenken müssen, um die Kapazitäten der Ausrüstungen maximal auszulasten. Wie Sie alle wissen, ist der Schwer­punkt vor allem auf die Produktionssteigerung in der Maschinen­bauindustrie zu legen, um unsere Volkswirtschaft rasch wiederherstellen und weiterentwickeln zu können. Angesichts unserer stark zerstörten Volkswirtschaft sowie der verwüsteten Städte und Dörfer durch den Krieg ist es ohne die vorrangige Entwicklung der Maschinenbauindustrie ausgeschlossen, die Industriebetriebe und die Landwirtschaft so schnell wie möglich wiederherzustellen und auszubauen wie auch die Städte und Dörfer wiederaufzubauen. Wie kann man Betriebe und Städte bauen, wenn es keine Maschinen und deren Ersatzteile gibt, und wie die Bewässerung auf dem Dorf voranbringen, wenn keine Pumpen und Elektromotoren vorhanden sind.

Unsere Aufmerksamkeit ist darauf zu richten, den Koeffizienten der Ausrüstungen aller Maschinenfabriken und deren Kapazitäten maximal zu erhöhen, und es erweist sich als notwendig, in dieser Richtung auch den Plan auszuarbeiten.

Unsere leitenden Funktionäre der staatlichen Wirtschaftsorgane haben sich jedoch nicht darum bemüht, die Kapazitäten der Aus­rüstungen der Maschinenfabriken maximal auszulasten. Ein treffender Beweis hierfür ist beispielsweise das Elektromotorreparaturwerk Phyongchonri. Dessen Arbeiter sagten von ihrem Werk, daß es ein „Privatbetrieb“ sei. Das war nur einem Stellvertreter des Ministers des betreffenden Zweiges und niemand anderem bekannt. Die Funktionäre dieses Werkes ließen aus eigener Kraft Elektromotoren bauen, und als sie den Stellvertreter des Ministers besuchten, sagten sie zu ihm: „Unserem Betrieb ist es gelungen, Elektromotoren zu bauen. Geben Sie uns nun Produktionsauflagen.“ Das Staatliche Plankomitee wußte jedoch nicht einmal, daß es solch einen Betrieb überhaupt gibt. Selbst nachdem die Funktionäre dieses Betriebes von sich aus darum gebeten hatten, ihnen Produktionsauflagen zu erteilen, dachten die Mitarbeiter des SPK nicht daran, das Werk aufzusuchen. Anstatt an Ort und Stelle die Produktionskapazität konkret zu ermitteln, Material und Geld bereitzustellen, damit mehr wertvolle Elektromotoren gebaut werden, gaben sie vom grünen Tisch aus ohne jede Überlegung lediglich den Rat, rund 100 Motoren zu bauen. Dieser Betrieb hat jedoch 1200 produziert. Ich halte den Direktor dieses Betriebes für einen ausgezeichneten und vorbildlichen Funktionär. Gäbe es bei uns nicht solche Menschen, so würde sich unser Land nicht entwickeln können. Man muß sich darüber im klaren sein, daß wir mit dem Vermögen unseres Landes deshalb haushalten können, weil wir derartige Patrioten, solche Helden der Arbeit haben, ungeachtet dessen, daß übergeordnete Organe häufig bürokratisch und manche Funktionäre nicht gewissenhaft arbeiten.

Ganz zu schweigen davon, daß es ein Mangel ist, viel kleinere Aufgaben zu erteilen, als es die Bedingungen zulassen, ist es auch ein Fehler, die Arbeitskräfte und Ausrüstungen nicht wie erforderlich zu sichern, wodurch die Produktionseinrichtungen nicht maximal ausgelastet werden können.

Wir haben die Maschinenfabriken Rakwon und Pukjung wie auch viele andere aufgesucht. Fast alle Betriebe hatten derartige Mängel. Wenn man den Maschinenfabriken etwas mehr Arbeitskräfte zur Verfügung stellt und den Ausbau ihrer Gießereien gewährleistet, so können die Maschinen und Ausrüstungen 100prozentig ausgelastet und die Produktion auf mehr als das Doppelte gesteigert werden. Deshalb hat die Partei schon vor geraumer Zeit darauf verwiesen, die für Zwei­oder Dreischichten notwendigen Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen, um den Auslastungskoeffizienten der Maschinen und Aus­rüstungen zu erhöhen, und den Ausbau der Gießereien dort zu gewährleisten, wo es notwendig ist. Die Direktiven der Partei wurden bisher immer noch nicht gewissenhaft durchgesetzt. Deshalb wurden in der Maschinenfabrik Rakwon die Ausrüstungen täglich nur zu 12,8 Stunden ausgelastet, obwohl sie hätten 24 Stunden genutzt werden können. So wurde der gemeinsame Beschluß des ZK der Partei und des Ministerkabinetts, zusätzlich mehr Pumpen zu produzieren und damit die Landwirtschaft zu versorgen, nicht verwirklicht. Die dortigen Parteimitglieder und Arbeiter, die den Plan für die zusätzliche

Produktion erhielten, haben sich mit hohem Enthusiasmus für dessen Erfüllung eingesetzt, aber schließlich haben sie die Planaufgabe nicht vollauf erfüllen können, da die Produktionsbedingungen hierfür nicht gewährleistet waren. Die gleiche Situation herrscht auch in der Maschinenfabrik Pukjung.

Da die Kapazitäten der Produktionseinrichtungen der Betriebe nicht genau, wie bereits gesagt, eingeschätzt wurden, kam es dazu, daß einerseits den Betrieben mit freien Kapazitäten niedrige Planaufgaben gestellt oder keine Bedingungen geschaffen wurden, um ihre Produktionskapazitäten voll auszulasten, und andererseits den Betrieben, denen es an Produktionskapazitäten mangelt, ein über ihre Kräfte gehender Plan aufgezwungen wurde. Daraus ergab es sich, daß der eine nicht so viel produzieren konnte, obwohl es dazu Möglich­keiten gab, und der andere den Plan nicht erfüllen konnte, da er zu angespannt war. Auf diese Weise kann man unsere Industrie nicht rasch entwickeln. Deshalb muß man diese Sache ernster nehmen.

Bei der Aufstellung des Produktionsplans besteht ein weiterer Mangel darin, den Termin der Inbetriebnahme und die Dauer der Versuchsproduktion der Betriebe nicht genau zu überprüfen.

Um den Termin für die Inbetriebnahme eines Bauobjekts fest­zulegen, muß man genau kalkulieren, wann mit dem Bau begonnen werden kann, welche Baustufen einzuhalten, auf welche Weise Arbeitskräfte, Ausrüstungen und Materialien bereitzustellen sind, und eine Reihe anderer objektiver Bedingungen. Statt dessen geschieht es nicht selten, daß man den Termin für die Inbetriebnahme nach seinen Wünschen über den Daumen peilt. Außerdem kommt es auch häufig dazu, vom ersten Tag der Inbetriebnahme an die Produktionsauflage zu erteilen, ohne die Zeit und technische Daten dafür zu berechnen, nach der Inbetriebnahme eines Bauobjektes die Technologien festzulegen und Versuchsmuster zu produzieren. Der Genosse Chefingenieur des Stahlwerkes Kangson sagte: „Um einen Kreisel überhaupt drehen zu lassen, müssen die Kinder vorher üben. Und wie hart ist es doch, daß man sofort Produktionsaufgaben erteilt und verlangt, unverzüglich die Produktion aufzunehmen, nur weil die Öfen wiederaufgebaut worden sind, ohne für den Probelauf solcher komplizierten Ausrüstungen wie

der Produktionsanlagen für Stahlblock und Walzstahl, die hohe Fertigkeiten voraussetzen, Zeit zur Verfügung zu stellen.“ Der Drang der Funktionäre, mehr zu produzieren, ist zu begrüßen. Es liegt jedoch auf der Hand, daß ein unrealistischer Plan nicht erfüllt werden kann, so sehr man ihn auch aufzwingen mag und dabei verlangt, ihn unverzüglich in die Tat umzusetzen.

Daß man den Termin der Inbetriebnahme, wie gesagt, nicht exakt durchdenkt und keinen Probebetrieb vorsieht, schmälert vielmehr nicht nur das Verantwortungsgefühl für die Einhaltung des Termins für die Inbetriebnahme, sondern führt auch zur Senkung der Bau- und Erzeugnisqualität.

Ein Mangel bei der Ausarbeitung des Produktionsplans besteht außerdem darin, daß man die Qualität und den Standard der Erzeugnisse außer acht läßt. Meistens werden für sie keine exakten Kennziffern festgelegt, wobei aber die Warenpreise mechanisch bestimmt werden. Die Preise für Zement, Düngemittel, Bleichmittel und dergleichen sind jeweils ungeachtet ihrer Qualität einheitlich. Deshalb bemühen sich die Betriebe nicht um die Erhöhung der Erzeugnisqualität. Überall, sei es in den Zement- oder Chemiefabriken, arbeitet man nicht angestrengt, um Qualitätswaren zu produzieren. Die Mitarbeiter im Fischereiwesen achten nicht darauf, daß der Fisch nicht verdirbt, und melden nur die Höhe des Fangertrages, haben nur den Fang im Sinn und lassen den Fisch verderben. Unter diesen Umständen kann die Erzeugnisqualität der Betriebe nicht erhöht werden. Die niedrige Qualität zeugt davon, daß unsere Funktionäre eine ungenügende Einstellung von Hausherren haben, die für die Wirtschaft des Landes verantwortlich sind, und besagt außerdem, daß es bei der Planung ernste Fehler gibt.

Bei der künftigen Festlegung der Planaufgaben sind immer konkrete Angaben darüber vorzulegen, welche Waren in welcher Menge, in welcher Qualität und in welchem Standard zu produzieren sind. Werden die Produktionsaufgaben unbedacht und willkürlich gestellt, kann es geschehen, daß Waren produziert werden, nach denen keine Nachfrage besteht. Solche Waren würden beim Wirtschaftsaufbau und im Leben der Bevölkerung keinen Nutzen haben und könnten sogar als wertlos abgelehnt werden.

Bei der Aufstellung des Investbauplans ist es ein Mangel, keine großen Kräfte für die Hauptzweige einzusetzen, den Bau vieler Objekte zu verstreuen und die Investitionen undifferenziert vorzunehmen.

In dem für dieses Jahr ausgearbeiteten Investbauplan ist festgelegt, daß alle Objekte gleichzeitig gebaut und die Investitionen undifferenziert vorgenommen werden sollen, ohne die Hauptzweige von Nebenzweigen und die vorrangigen Bauarbeiten von den zweit­rangigen zu unterscheiden. Das hängt damit zusammen, daß unsere leitenden Funktionäre nicht Bescheid wissen, auf welche Zweige wir beim Aufbau unserer Industrie den Schwerpunkt legen und wofür wir dabei unsere Kräfte einsetzen müssen. Wären sie sich darüber im klaren gewesen und hätten sie Investitionen in solchem Hauptzweig wie dem Maschinenbau intensiv vorgenommen, so hätten wir bereits eine Reihe komplizierter Fragen gelöst. Wir hätten die von den Betrieben und Dörfern dringend benötigten Pumpen, Motoren, Elektromotoren und andere verschiedene Maschinen und Ersatzteile in großer Menge herstellen wie auch viele Betriebe wiederaufbauen können.

Würden wir beispielsweise in die Maschinenfabrik Ryongsong intensiv finanzielle Mittel investiert haben, so hätten wir mehr Maschinen und Ersatzteile herstellen und beschädigte Maschinen vieler Betriebe rasch wiederherstellen können. Da die Bauarbeiten nicht vorangehen, stehen in der Bergbaumaschinenfabrik Kusong wertvolle Maschinen still. Wäre diese Fabrik mit mehr Zement und genügend Arbeitskräften versorgt worden, so hätte sie die Bauarbeiten bereits abgeschlossen und viele Bergbaumaschinen produziert. Vor kurzem, als ich mich mit dem Direktor in der Maschinenfabrik Rakwon unterhielt, sagte er mir, daß es mit ein bißchen mehr Geld möglich wäre, Baumaschinen, darunter Turmkräne, Autokräne, Förderbänder und Betonmischer, herzustellen. Aber unsere Funktionäre richten darauf keine Aufmerksamkeit. Es würde schon genügen, wenn man zum Aufbau der Gießhalle der Maschinenfabrik Rakwon 2-3 Millionen Won und eine Million Stück Ziegelstein bereitstellt. Dann kann man viele Maschinen und Ersatzteile herstellen, die die Ministerien fordern. Das hat man jedoch versäumt. Dafür trägt nicht nur das Staatliche Plankomitee die Verantwortung, sondern auch das Ministerium für

Metallindustrie und die Hauptverwaltung Maschinenbau. Vom grünen Tisch aus führt man eine undifferenzierte Verteilung durch und schreibt dabei jedem vor, wie hoch sein Anteil zu sein hat. Wie gesagt, ist folglich sogar das, was man mit geringen Summen hätte erreichen können, unterlassen worden.

Es werden undifferenzierte Investitionen vorgenommen, weil man die Hauptzweige nicht von den Nebenzweigen unterscheidet und das Ausmaß der Bauarbeiten nicht exakt kalkuliert. Als Ergebnis sind in einem Zweig die Arbeiter wegen Mangel an Material und Geld zur Untätigkeit gezwungen, während im anderen Zweig Mangel an Arbeitern herrscht und immer vernehmlicher Arbeitskräfte gefordert werden, woraus sich eine große Diskrepanz zwischen dem Soll und Ist ergibt. Es ist vorgesehen, dieses Jahr in das Zementwerk Chonnaeri 1,5 Mio. Won zu investieren; in der Tat wurde ein grandioses Investitions­vorhaben, das 56 Mio. Won kostete, verwirklicht. Zwischen den 1,5 Mio. Won, die der Staat in das Zementwerk Chonnaeri anzulegen vorsah, und den 56 Mio. Won, die während des Investbaus faktisch verbraucht wurden, besteht eine zu große Diskrepanz.

Außerdem kommt eine undifferenzierte Tendenz im Bauwesen darin zum Ausdruck, die Bedingungen für die Bauplätze von Objekten nicht zu berücksichtigen. Man stellt die Baukosten mit denen für die Wohnungsbau in einer Gebirgsgegend wie Koksan und im Flachland an der Eisenbahn auf eine Stufe. Das ist falsch. Um Koksan zu erreichen, wo es sogar keine Eisenbahn gibt, muß man im Auto oder mit dem Fuhrwerk Hunderte Ri zurücklegen. Kann man die Baukosten für diese Gegend in gleicher Höhe ansetzen wie für das günstigere Flachland? Es ist ganz offensichtlich, daß die unter ungünstigen Bedingungen in der Gebirgsgegend lebenden Einwohner ihren Investbauplan nicht erfüllen können, wenn man die Baukosten undifferenziert, wie gesagt, verteilt.

Das Geschilderte sind Fehler, die sowohl das Staatliche Plankomitee als auch die Ministerien und Verwaltungen bei der Ausarbeitung des Plans für die Industrieproduktion und den Investbau in diesem Jahr begangen haben.

Zweitens besteht ein Mangel in der unexakten Ausarbeitung des Arbeitskräfteplans.

Bei der Ausarbeitung des Arbeitskräfteplans sind die Arbeitsobjekte, die technischen Ausstattungen, das technische und Qualifikationsniveau der Arbeiter und andere Bedingungen außer acht gelassen worden. Mit der lakonischen Feststellung, daß die Leistungen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden müssen, oder unter Zugrundelegung des Vorkriegsstandes oder des höchsten Produktionsniveaus irgendeines Jahres setzt man hohe Arbeitsnormen fest und fordert eine hohe Arbeitsproduktivität, wodurch meistens überzogene Planaufgaben weitergeleitet werden.

In diesem Zusammenhang behaupten manche Funktionäre des SPK, daß sie keinen anderen Ausweg sehen, als daß sie entsprechend der Forderung von oben, mit geringen Arbeitskräften mehr zu produzieren, die Normen steigern. Das wurde falsch verstanden. Die von uns festgelegte Zahl der Arbeitskräfte ist auf keinen Fall gering. Wenn man die Arbeitskräfte in den verschiedenen Volkswirtschaftszweigen richtig koordiniert und effektiv nutzt, kann man mit den vorhandenen Arbeitskräften die Produktion und den Aufbau auf alle Fälle gewähr­leisten. Sie müssen, Genossen, die Position der Betriebe in der Volks­wirtschaft und deren Produktionskapazitäten richtig einschätzen. Wenn Sie, davon ausgehend, die Hauptzweige von den Nebenzweigen und die Zweige, die mehr produzieren können, von denen, die nur wenig produzieren können, unterscheiden und dementsprechend die Arbeits­kräfte einsetzen, kann die Arbeitskraft nicht vergeudet und die Produktion rasch gesteigert werden.

Wie sieht jedoch die Sachlage heute aus? Viele Arbeitskräfte werden in Nebenzweigen und Zweigen, die nur wenig produzieren können, eingesetzt, was zur Vergeudung von Arbeitskräften führt, während in den Hauptzweigen und Zweigen, die mehr produzieren können, weniger oder gar keine Arbeitskräfte eingesetzt werden, was die Produktion unmöglich macht. Da man auf diese Weise arbeitet, kann die Arbeitskräftebilanz zweifellos nicht gesichert werden. Man versucht, die Ausgewogenheit der Arbeitskräfte mechanisch zu halten, anstatt diese, wie gesagt, sachgemäß zu lenken und sie richtig einzusetzen. Daraus ergibt sich schließlich, daß hohe Normen bürokratisch aufgezwungen werden.

Nehmen wir den Arbeitskräfteplan der Hauptverwaltung Forst­wirtschaft als Beispiel. In ihrem Arbeitskräfteplan ist nicht vorgesehen, die Produktionseinrichtungen zu verbessern und die Mechanisierung einzuführen. Sie hat jedoch den Plan für die Rundholzproduktion pro Kopf der Belegschaft für 1955 mit 115 fm festgelegt, die im Vergleich zu den vorjährigen Produktionsergebnissen ein Wachstum um 35,3 Prozent bedeuten. Die tägliche Arbeitsleistung eines Transportarbeiters mit dem Schlitten betrug 1954 im Durchschnitt 0,8 fm. Im Jahre 1955 hat man allen Transportarbeitern die Aufgabe gestellt, 1,2 fm Holz zu befördern, ohne eine einzige dementsprechende Maßnahme getroffen zu haben. Diese Zahlen wurden zugrunde gelegt, als in diesem Jahr die Hauptverwaltung Forstwirtschaft einen Jahresplan für 2,8 Mio. fm Holzproduktion aufstellte, die um 1 Mio. fm höher ist als die vorjährigen Produktionsergebnisse, wobei keine zusätzlichen Pro­duktionseinrichtungen und Arbeitskräfte gesichert wurden. Es ist deshalb offenkundig, daß sie ihn nicht erfüllen kann. Folglich haben wir im zweiten Halbjahr die Anweisung gegeben, von der Planziffer 300 000 fm abzuziehen.

Vom Arbeitskräfteplan für die Ziegelsteinproduktion für die Hauptverwaltung Baustoffindustrie kann man dasselbe sagen.

Die dieser Verwaltung unterstellten Betriebe haben für die Produktion von 1000 Stück Ziegelsteine im Jahre 1954 13 und in diesem Jahr 11 Arbeitseinheiten benötigt. Aber das SPK hat im Plan vorgegeben, für diese Produktion 4,5 Arbeitseinheiten zu verbrauchen. Dieser Plan entspricht nicht den realen Bedingungen. Zwischen 4,5 und 11 Arbeitseinheiten liegt eine zu große Diskrepanz. Man könnte es vielleicht noch gelten lassen, wenn man das Doppelte, das heißt, 9 Arbeitseinheiten festlegen würde. Die Zahl 4,5 ist völlig unbegründet. Die der Hauptverwaltung Baustoffindustrie unterstellten Keramischen Werke Taesong und Kangnam liegen nicht weit entfernt von hier. Während einer Dienstfahrt mit dem Auto kann man sie für kurze Zeit aufsuchen, um ihre realen Bedingungen kennenzulernen. Weil man diese Betriebe häufig aufsucht und anleitet, kann man sich über ihre gesamte Lage Klarheit verschaffen, wenn man mit den Arbeitern spricht. Es wurde jedoch solch eine unbegründete Zahl vorgeschlagen.

In diesem Fall kann man nur annehmen, daß die Funktionäre, anstatt sich während ihres Aufenthalts in den Betrieben mit Arbeitern zu unterhalten und ernsthaft mit ihnen zu befassen, um die Arbeit zu verbessern, sie bloß grob behandeln und dann zurückkehren.

Diese Erscheinung ist auch in den Kohlenbergwerken festzustellen. Hier braucht man in der Tat für einen Meter Vortrieb 14-15 Arbeits­einheiten. Aber bei der Planerteilung stellt man pro Meter Strecken­vortrieb nur 10,5 Arbeitseinheiten zur Verfügung, so daß der im Investbau vorgesehene Vortrieb nicht planmäßig gesichert werden kann.

Wir müssen alle Arbeiten kräftemäßig planen und durchführen. Nur dann können wir die Arbeitskraftvergeudung überwinden wie auch den Leistungswillen der Arbeiter erhöhen und eine normale Planerfüllung gewährleisten.

Es kommt dagegen nicht selten vor, daß die Arbeitskraft vergeudet wird, weil man auf der Grundlage der zu niedrigen Arbeitsnormen die Zahl der Arbeitskräfte festlegt. Aus Mangel an Arbeitskräften kann man jetzt in der Landwirtschaft nicht rechtzeitig jäten, während im Investbau Zehntausende von Arbeitern die Zeit untätig verbringen, was darauf zurückzuführen sein soll, daß der Arbeitskräfteplan nach zu niedrigen Normen ausgearbeitet worden ist.

Sowohl das Staatliche Plankomitee als auch die Ministerien sind noch nicht bereit, auf der Grundlage exakter Arbeitsnormen den Betrieben Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Wenn sie bei der Plan­ausarbeitung für das nächste Jahr wieder solch eine Arbeitsmethode anwenden, können sie keine Produktionssteigerung erwarten, wobei sie pflichtgemäß die Reisversorgung sichern müssen so wieviel Arbeitskleidung und große Summen Lohnfonds vergeuden werden.

Es kommt vor, daß man im Arbeitskräfteplan keine Arbeitskräfte genau vorsieht, die für die Vergrößerung der Produktionskapazitäten notwendig sind. Die Inbetriebnahme von neu errichteten Objekten fordert zusätzliche Arbeitskräfte. Sie sollen bis zur Normalisierung der Produktion in einem bestimmten Zeitraum den Probebetrieb durch­führen.

Ohne Rücksicht darauf legt man jedoch einfach fest, daß sie von dem Tag der Inbetriebnahme an direkt mit der Produktion beginnen, das heißt, man ignoriert die Arbeitskräfte für die Produktion während des Probebetriebs. Außerdem sieht man im Plan keinen Arbeits­kräftefonds vor, der für die Inbetriebnahme der neu oder auszu­bauenden Betriebe und Produktionsabteilungen zu schaffen ist. Das hindert die Betriebe daran, die Ausrüstungen im Probelauf ausreichend zu testen und nach ihrer Produktionsaufnahme die Einrichtungen effektiv zu nutzen.

Es ist auch falsch, daß man bei der Ausarbeitung des Arbeitskräfte­plans den prozentualen Anteil der Techniker an der Belegschaft der Betriebe festgelegt hat. Manche Funktionäre meinen, daß sich die Zahl der Angestellten vergrößert, je mehr Techniker eingesetzt werden, und man deshalb den Fonds der Techniker festlegen sollte. Aus diesem Grund hat man diesen Fonds zu 7 Prozent der Belegschaft festgelegt. In einem Gespräch mit den Direktoren und Chefingenieuren jedoch haben wir dieser Tage erfahren, daß es unnötig ist, diesen Fonds festzulegen. Wenn wir beispielsweise einen Hochofen bauen, ist es vorteilhafter, daß alle an dessen Bau Teilnehmenden Techniker sind. Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit festzulegen, daß man beispielsweise für diesen Bau nur einen Diplomingenieur und zwei Ingenieure einsetzen darf. Im Produktionsprozeß können sich alle Arbeiter durch Erhöhung ihrer Qualifikation zu Ingenieuren entwickeln. Wenn sie alle solch ein Niveau erreicht haben, wird unsere Arbeit besser vonstatten gehen. Weil Sie jedoch die Fonds der Techniker in einer bestimmten Zahl festgelegt haben, kommt es zur unnötigen Verwirrung.

Der dritte Mangel besteht darin, daß der Plan für die Versorgung mit Maschinen und Material nicht exakt ausgearbeitet wurde.

Die Ministerien schenken der Materialversorgung keine große Aufmerksamkeit. Deshalb unterscheiden sich die von dem SPK und dem Baukomitee erarbeiteten Materialverbrauchsnormen, und auch die Materialverbraucher haben andere Normen; darüber wurde auf der jüngsten Tagung des Ministerkabinetts gesprochen.

Es ist ferner ein ernsthafter Fehler, bei der Materialversorgung keine exakten Termine zu berechnen. Die Anlieferung der Importwaren und der einheimischen Materialien an die Verbraucher braucht eine be­stimmte Zeit. Ohne Rücksicht darauf wurde jedoch der Versorgungs­plan aufgestellt, so daß das Material nicht rechtzeitig bereitgestellt werden konnte und oft ein Durcheinander in der Produktion und beim Investbau entstand. Das Handelsministerium hat die Importwaren nicht termingerecht geliefert, so daß die Betriebe oft außerstande waren, die Arbeiter zu beschäftigen. Der dadurch dem Staat zugefügte Schaden ist äußerst groß. Das Ministerium übergibt den Betrieben lediglich den Plan, stellt ihnen jedoch kein Material bereit, und wenn die Produktion nicht gut verläuft, macht er die Betriebe dafür verantwortlich. Auf diese verantwortungslose Weise dürfen wir jedoch nicht arbeiten, sondern müssen Maschinen und Materialien rechtzeitig anliefern.

Außerdem ist es notwendig, die Qualität und den Standard der Maschinen und Materialien exakt einzuschätzen. Man darf beim Wohnungsbau kein schlechtes Material und bei der Dammarbeit sowie beim Anlegen von Stauseen keinen minderwertigen Zement ver­wenden. Man berücksichtigt jedoch nicht die Belange der Bauobjekte und liefert Zement von beliebigem Standard. Folglich sind diejenigen, die schlechtes Material erhalten, gezwungen, Zeit zu vergeuden, um ihre Güter mit qualitätsgerechten Gütern der anderen auszutauschen. Auch das SPK verschwendet wertvolle Zeit, um diese Angelegenheit zu regeln, und unterdessen vergißt es seine eigentlichen Pflichten.

Eine weitere Unzulänglichkeit bei der Ausarbeitung des Plans für die Materialversorgung kommt darin zum Ausdruck, daß man keinen Vorrat an Material vorsieht, sondern dessen restlosen Verbrauch. Haben wir keine Reserven, können wir die Folgen einer Natur­katastrophe oder eines anderen unvorhergesehenen Ereignisses in einem Bereich nicht beseitigen. Das stört die Produktion in anderen Zweigen. Die Beschädigung in dem einen Zweig löst den Schaden in dem anderen Zweig aus, und der wieder wirkt sich auf einen dritten Zweig aus. Auf diese Weise könnte es schließlich zum Chaos in der gesamten Volkswirtschaft kommen.

Abschließend sei erwähnt, daß beim Weiterleiten des Plans dem Zeitfaktor keine Rechnung getragen wird. Weil das SPK, die Ministerien und Verwaltungen die Pläne nicht rechtzeitig an die Betriebe weiterleiten, kommt es häufig vor, daß die Planaufgaben erst dann, nachdem die Betriebe schon längst mit der Arbeit begonnen haben und eine lange Zeit vergangen ist, übergeben werden. Es geschieht auch teilweise, daß im zweiten Halbjahr ein zusätzlicher Produktionsplan übergeben wird, aber kein entsprechender Arbeits­kräfteplan, wodurch die Produktion gestört wird.

Worin bestehen also die Ursachen für diese Mängel bei der Planung?

Die erste wesentliche Ursache ist auf den bürokratischen Arbeitsstil des SPK, der Ministerien und Verwaltungen zurückzuführen.

Wie Ihnen bekannt ist, spielt das SPK beim Wirtschaftsaufbau die Rolle eines Stabes. Um dieser Rolle gerecht zu werden, muß es die objektiven Bedingungen der unteren Ebenen wie die eigene Westentasche ausgezeichnet kennen und dem Ministerkabinett oder dem Politkomitee des ZK der Partei über die unerledigten Probleme berichten, damit entsprechende Maßnahmen für deren Lösung getroffen werden können. Aber die Mitarbeiter des SPK, die über die Sachlage der unteren Ebenen nicht informiert sind, entwerfen vom grünen Tisch aus einen wirklichkeitsfremden Plan und geben ihn weiter. Deshalb mußte der bereits Anfang dieses Jahres weitergegebene Plan der Landwirtschaft erneut ausgearbeitet werden. Und nach Ablauf des ersten Halbjahrs mußten auch die Pläne für die Forstwirtschaft, die Fischerei und die Chemieindustrie geändert werden.

Was die Arbeit des SPK betrifft, so legt es bei der Ausarbeitung des Plans Spitzenleistungen zugrunde, macht sie zur Norm und gibt dann die Auflagen auf bürokratische Weise weiter. Deshalb sagen die Direktoren: „Man fürchtet, mehr zu produzieren, denn wenn das dem Staatlichen Plankomitee zu Ohren kommt, wächst uns die ganze Sache über den Kopf.“

Die Mitarbeiter des SPK haben die Pflicht, den Betrieben beim sachkundigen Entwerfen des Plans zu helfen, halten das aber für eine Bürde und sind erst dann zufrieden, wenn die Minister oder ihre Stellvertreter das SPK oft aufsuchen, anderenfalls werfen sie ihnen sogar Passivität vor. Sollten etwa die Minister jeden Tag diese Dienststelle aufsuchen, vor deren Mitarbeitern auf die Knie fallen und sie um Hilfe bitten? Man darf sich damit nicht abfinden. Die Ministerien sind staatliche Institutionen, die nicht dem Staatlichen Plankomitee, sondern dem Ministerkabinett direkt unterstehen. Wie man hört, tragen die Stellvertreter des Vorsitzenden des SPK die Nase hoch und erwidern nicht einmal die Telefonanrufe der Minister. Das haben wir scharf kritisiert, als wir im Ministerkabinett Bilanz über die Planerfüllung für das erste Halbjahr zogen.

Man sagt auch, daß das Staatliche Plankomitee sich in die Angelegenheiten einmischen und über sie befinden will, die nicht zu seinem Kompetenzbereich gehören. Es hat jedoch nur das Recht, den Volkswirtschaftsplan auszuarbeiten, dessen Durchführung zu kontrol­lieren und die Ursache für seine unsachgemäße Durchsetzung zu ergründen sowie dem Ministerkabinett darüber zu berichten.

Die meisten Mitarbeiter des SPK sind vom Bürokratismus befallen. Sie wollen aber die Ursachen für die Mängel nicht bei sich suchen, sondern sind bestrebt, die ganze Verantwortung nach Möglichkeit auf die Ministerien oder Verwaltungen und Betriebe abzuwälzen. Jeder muß die Ursache der Mängel nicht im Objekt, sondern im Subjekt aufdecken. Mit anderen Worten, man muß sie zuerst in sich selbst und dann im Objekt suchen. Aber weil das nicht der Fall ist, werden die Fehler nicht korrigiert, und deshalb läßt die Arbeit des Staatlichen Plankomitees zu wünschen übrig.

Neben dem Staatlichen Plankomitee arbeiten auch die Ministerien und Verwaltungen in vieler Hinsicht bürokratisch. Es ist eine Tatsache, daß in diesem Plankomitee Bürokratismus stark verbreitet ist. Man kann jedoch nicht behaupten, daß es allein Schuld daran trägt, wenn ein wirklichkeitsfremder bürokratischer Plan ausgearbeitet wird. Selbst wenn es ihnen einen bürokratischen Plan aufzwingt, kann er abgeändert werden, wenn die Ministerien und deren Verwaltungen rechtzeitig Vorschläge dazu unterbreiten. Die Minister oder ihre Stellvertreter und Verwaltungsleiter übersehen es jedoch mit Stillschweigen, wenn ihnen das SPK einen wirklichkeitsfremden Plan aufzwingt. Die Ursache hierfür liegt offensichtlich darin, daß selbst die Mitarbeiter in den Ministerien und Verwaltungen über die realen Bedingungen ihrer Betriebe nicht informiert sind. Wenn man die Wirklichkeit in den unteren Ebenen nicht kennt, hat man keinen anderen Ausweg, als sich stillschweigend sogar mit Fehlern abzufinden, und oktroyiert sie den unterstellten Betrieben.

Es ist sehr gefährlich, wenn sich ein Unwissender den Anschein gibt, als wäre er wissend. Die Unwissenden müssen, anstatt diesen Anschein zu geben, in die Massen gehen, ernsthaft von ihnen lernen und auf ihre Forderungen und Meinungen hören. Selbstverständlich ist es notwendig, die Mitarbeiter der unteren Ebenen, wenn sie falsche Auffassungen haben, so lange geduldig zu überzeugen, bis sie zur Einsicht gekommen sind, und alle möglichen Bedingungen zu schaffen, damit sie konstruktive Meinung äußern können. Ich habe mir aber sagen lassen, daß man die Mitarbeiter aus Betrieben, wenn sie dem Ministerium die Schwierigkeiten in ihrer Arbeit vorbringen, nur tadelt und auf sie nicht hört.

Die zweite Ursache der Mängel liegt darin, daß in den Ministerien und Verwaltungen starker Betriebsegoismus herrscht.

Selbst die Probleme, die durch Beratung zwischen den Ministern gelöst werden können, werden wegen des Betriebsegoismus nicht aus der Welt geschaffen, sondern werden nur von dem Staatlichen Plankomitee oder den Stellvertretern des Ministerpräsidenten behandelt. Daher kommt es nicht selten vor, daß die Arbeit kompliziert wird und die Fragen nicht rechtzeitig und nicht reibungslos gelöst werden. Wenn die Arbeitsvorschriften falsch ausgearbeitet sind, muß man sie abändern und alle Bedingungen schaffen, damit die Minister ihre Rechte normal wahrnehmen und aktiv wirken können. Gleichzeitig sind die Minister verpflichtet, den Betriebsegoismus zu überwinden, untereinander ihre Meinungen zu achten und im Geiste der gegen­seitigen Zusammenarbeit Probleme zu lösen, weil sie alle Mitglieder des Ministerkabinetts sind, die vor der Partei und dem Staat Verantwortung für ihre Tätigkeit tragen.

Die dritte Ursache der Mängel liegt darin, daß die Kontrolle der Partei über die Staats- und Wirtschaftsorgane schwach ist.

Hätte die Partei stärker kontrolliert, ob die Mitarbeiter der Ministerien und des Staatlichen Plankomitees fest auf dem Standpunkt der Partei stehen und deren Politik richtig durchsetzen, wären die Mängel nicht vorgekommen. Aber die Abteilung Industrie und die Abteilung Handel, Finanzen und genossenschaftliche Organisationen beim ZK der Partei haben bis heute ihre Kontrollpflicht hinsichtlich der Ministerien nur ungenügend wahrgenommen.

Die Abteilungen im ZK der Partei traben den Ministerien hinterher, ungeachtet dessen, ob sie gut oder schlecht arbeiten. Deshalb haben sowohl die Abteilung Industrie als auch die Abteilung Handel, Finanzen und genossenschaftliche Organisationen dem Politkomitee des ZK der Partei nicht einmal konstruktive Vorschläge über die Arbeit unterbreitet.

Die Parteiorgane dürfen den Verwaltungsorganen nicht hinterher­hinken oder deren Stelle vertreten, sondern müssen rechtzeitig erkennen, ob die Staats- und Wirtschaftsorgane die Politik der Partei richtig durchsetzen, worin die Ursache für deren mangelhafte Realisierung liegt und welche Maßnahmen durch die Partei zu treffen sind, und ihnen dann konkrete Anleitung geben, damit sie, fest gestützt auf die Linie der Partei, ihre Arbeit richtig organisieren und durchführen.

Die örtlichen Parteiorganisationen üben auch keine konsequente parteimäßige Kontrolle über die Industrie aus. Sowohl die Bezirks- als auch die Kreisparteikomitees machen sich kaum Gedanken darüber, wie der Rückstand der Industrie in ihren Gebieten aufzuholen ist. Wenn sie die Betriebe anleiteten, beschränkten sie sich bisher darauf, für die Belieferung der Betriebe mit Elektromotoren oder Holz zu sorgen. Sie haben sich jedoch nicht danach erkundigt, ob die ihnen zuständigen Betriebe einen sachgemäßen Produktionsplan aufstellen und welche Mängel bei dessen Erfüllung auftreten, und keine entsprechende Maßnahmen für deren Beseitigung getroffen. Mehr noch: Sie haben das Zentralkomitee der Partei über die in diesem Zusammenhang stehenden Fragen so gut wie gar nicht informiert.

Die Partei ist der Stab, der die Staats- und Wirtschaftsorgane führt. In allen Bereichen, ganz gleich, ob in der Industrie oder Landwirtschaft, gibt es Organisationen unserer Partei, die tätig sind. Über sie können wir zu jeder Zeit die Meinungen der Arbeiter, Techniker wie auch der Angestellten erfahren. Eine Quelle der Macht unserer Partei ist darin zu sehen, daß sie die Meinungen der Massen achtet und auf sie fest gestützt wirkt.

Da jetzt die Parteiorganisationen losgelöst von den Massen arbeiten, können deren Meinungen und die reale Sachlage der unteren Ebenen nicht ausgewertet werden, was es unmöglich macht, einen wissenschaftlich fundierten Plan aufzustellen, der der Wirklichkeit entspricht. Die Vorsitzenden der Bezirksparteikomitees sind nicht in der Lage, auf den Sitzungen des Ministerkabinetts oder Tagungen des Politkomitees des ZK der Partei nützliche Vorschläge für die exakte Ausarbeitung des Volkswirtschaftsplans zu unterbreiten, und achten nicht darauf, ob ein Plan richtig erarbeitet wird oder nicht. Man kann sagen, daß unsere Parteiorganisationen die Schwelle der Industrie noch nicht übertreten haben, um diese anleiten zu können. Deshalb sind sie außerstande, die Unzulänglichkeiten der Staats- und Wirtschaftsorgane rechtzeitig zu überwinden.

2. Über einige Fragen, die bei der Ausarbeitung des Volkswirtschaftsplans für das Jahr 1956 zu beachten sind

Wir müssen bei der Ausarbeitung des Volkswirtschaftsplans für das kommende Jahr darauf orientieren, die Mängel zu beseitigen, die während der Erfüllung des diesjährigen Volkswirtschaftsplans aufge­treten sind.

Erstens ist es notwendig, bei der Ausarbeitung des Plans exakt objektive Bedingungen zu berücksichtigen.

Vor allem ist das Prinzip einzuhalten, nach dem der Investitionsplan nach Maßgabe der eigenen Kräfte aufzustellen ist. Wenn wir subjektiv den Investbau in einem Tag abschließen wollen, kann er nicht realisiert werden. Unser subjektiver Wunsch, in einem Tag die Revolution zu Ende zu führen und den Kommunismus aufzubauen, ist gut, aber eine idealistische Auffassung, eben Utopie. Wir dürfen uns nicht dem Subjektivismus hingeben, sondern müssen alle objektiven Bedingungen in Betracht ziehen und den Investitionsplan nach Maßgabe unserer Kräfte aufstellen.

Was bedeutet es, nach Maßgabe der Kräfte zu arbeiten? Das heißt, auf der Grundlage der wissenschaftlich begründeten Festlegung der Arbeitskräfte, Ausrüstungen, Materialien, finanzieller Mittel und technischer Daten die Arbeit zu organisieren. Wenn wir diese Bedingungen außer acht lassen und einfach subjektivistisch arbeiten, wird die Produktion ganz erheblich behindert.

Der Bericht über den Planentwurf für 1955, erstattet vom Genossen Vorsitzenden des Staatlichen Plankomitees auf der Sitzung des Ministerkabinetts, klang zunächst sehr verlockend, wir sind jedoch heute nicht in der Lage, diesen Plan zu erfüllen, den er so wohlklingend darlegte. Worin liegt die Ursache dafür? Das ist darauf zurückzuführen, daß man ohne richtige Berücksichtigung aller objektiven Bedingungen und Möglichkeiten vom grünen Tisch aus den Plan ausarbeitete und er deshalb der Wirklichkeit nicht entspricht.

Ein anschaulicher Beweis hierfür ist der Plan der Landwirtschaft. Wie schön wäre es, wenn wir laut Plan 3,3 Mio. t Getreide produzieren könnten! Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir jedoch die Ackerbaufläche erweitern, viele Bewässerungsanlagen bauen, ebenso Düngemittel, Inventar und Arbeitskräfte zureichend bereitstellen. Nur durch Pflanzen in kleinen Nestern mit dichtem Abstand ist es überhaupt nicht möglich, 3,3 Mio. t Getreide zu produzieren.

Im Bestreben, den Volkswirtschaftsplan für 1955, den man ohne Berücksichtigung der realen Bedingungen, d. h. vom grünen Tisch aus, ausgearbeitet hat, zu erfüllen, bezeichneten unsere Funktionäre das Jahr 1955 als ein entscheidendes Jahr des Dreijahrplans der Volkswirtschaft. Würde der Plan verwirklicht werden, so könnte es tatsächlich ein entscheidendes Jahr sein. Die Erfüllung dieses Plans ist jedoch nicht gesichert. Deshalb ist das Wort „entscheidend“ nicht am Platz. Wenn man den Volkswirtschaftsplan für das kommende Jahr so bürokratisch ausarbeitet, dann wird das Jahr 1956 offensichtlich auch nicht von entscheidender Bedeutung sein.

Wir müssen diese Mängel, die bei der Planung für 1955 auftauchten, überwinden und den Plan für 1956 auf alle Fälle nach Maßgabe der Kräfte aufstellen. Für dieses Jahr sind Investitionen in Höhe von 18,9 Milliarden Won vorgesehen. Bisher wurden jedoch nur 15 Milliarden Won angelegt. Vollständige statistische Angaben wurden noch nicht gemacht. Es ist jedoch nicht möglich, in diesem Jahr die Höchstgrenze von 16,5 Milliarden Won zu überschreiten. Deshalb ist das Politkomitee des Zentralkomitees der Partei vorläufig der Meinung, unter Berücksichtigung der diesjährigen realen Sachlage für das Jahr 1956 Investitionen in Höhe von 16,5 bis 17 Milliarden Won vorzunehmen. Wenn wir einen Plan ausarbeiten, der über unsere Möglichkeiten geht, kommt es nur zur Vergeudung von Arbeitskraft. Es scheint möglich zu sein, annähernd 16,5 Milliarden Won anzulegen. Es kommt darauf an, daß wir einen exakten Materialversorgungsplan aufstellen, die Reihenfolge der Investbauten richtig bestimmen und eine strikte Arbeitsorganisation gewährleisten.

Den Investbau nach Maßgabe der Kräfte durchzuführen bedeutet natürlich keineswegs, selbst die möglichen Reserven außer acht zu lassen und das Bautempo zu verlangsamen. Im Gegenteil, es sind alle Möglichkeiten zu mobilisieren und das Tempo des Wiederaufbaus zu erhöhen, da unsere Volkswirtschaft durch den Krieg stark zerstört wurde.

Nach den diesjährigen Erfahrungen zu urteilen, besteht die größte Schwierigkeit im Investbau darin, daß es uns an Baumaterial und vor allem an Stahlerzeugnissen mangelt. Die dem Ministerium für Metallindustrie unterstellten Betriebe produzieren in diesem Jahr 95 000 t Stahl, aber allein die Hauptverwaltung Maschinenbauindustrie benötigt in einem Jahr 50 000 t Stahl. Mit den übrigen 45 000 t Stahl kann man nicht mehr viel anfangen. Es mangelt uns nicht nur an Stahl, sondern auch sehr an Ziegelsteinen.

Die Sachlage im heutigen Bauwesen sieht in vieler Hinsicht im Vergleich zur Vergangenheit anders aus.

Es ist geplant, im nächsten Jahr viele große Betriebe zu bauen, wofür enorme Mengen Ziegelsteine, Stahl, Eisen und Zement gebraucht werden.

Unter diesen Bedingungen ist es keinesfalls möglich, nur gestützt auf das in der zentralgeleiteten Industrie zu produzierende Baumaterial den Investbau durchzuführen. Deshalb ist ein Teil der Kultur­einrichtungen und Bewässerungsanlagen mit örtlichem Baumaterial zu bauen.

Es erweist sich auch als notwendig, der Bevölkerung finanzielle Mittel bereitzustellen, damit sie viel örtliches Material verwendet, und ihr Gebiete für den Holzeinschlag zuzuweisen, damit sie selbst Holz beschaffen kann. Im Flachland, von dem das Holzeinschlagsgebiet weiter entfernt liegt, wie im Bezirk Süd-Hwanghae wird das sicherlich schwierig sein. Aber in den Bezirken Nord- und Süd-Hamgyong, Nord- Phyongan, Jagang und in einigen Gebieten des Bezirkes Süd-Phyongan kann man vieles aus eigener Kraft lösen. Es ist notwendig, dort, wo es keinen Zement gibt, die Bauern für das Kalkbrennen zu mobilisieren, um Zement durch Löschkalk zu ersetzen.

Unerläßlich ist es, nicht nur örtliche Reserven an Material, sondern auch an örtlich ungenutzten Arbeitskräften überall aufzuspüren. Wenn der Staat nicht in der Lage ist, Kräfte wie Zimmerleute zur Verfügung zu stellen, so wäre es angebracht, den Bezirken finanzielle Mittel zu gewähren, damit sie private Zimmerleute beschäftigen können.

Auf diese Weise muß man örtliche Materialien und örtlich ungenutzte Arbeitskräfte mobilisieren, um in den Kreisstädten durch eine Volksbewegung Schulen, Krankenhäuser, Badeanstalten, Klubs und Wohnungen zu bauen. Es ist z. B. nicht die richtige Art, auf Kosten des Staates nur große Bewässerungsanlagen zu bauen, sondern der örtlichen Bevölkerung ist staatliche Hilfe zu geben, damit sie viele kleine Bauarbeiten selbst durchführen kann. Es ist zu empfehlen, für sie finanzielle Mittel und Material in bestimmtem Maße bereitzustellen, um sie mit einem bescheidenen Bauprogramm beauftragen zu können. Dann werden wir mit der Aufbauarbeit schneller vorankommen als zu jener Zeit, als alles nur mit Hilfe des Staates gelöst wurde.

Über diese Frage habe ich mich mit einigen Vorsitzenden der Kreisparteikomitees unterhalten. Sie sind der Meinung, es sei möglich, durch eine gesellschaftliche Bewegung viele Objekte zu bauen, wenn der Staat für sie Geld bereitstellt. Deshalb ist es ratsam, im Investitionsplan die Höhe der staatlichen Mittel mit 16,5-17 Milliarden Won zu veranschlagen und für den Aufbau durch eine gesellschaftliche Bewegung Kredit von 1-2 Milliarden Won zu gewähren.

Ferner sind für wichtige und dringende Bereiche vorrangig und konzentriert Investitionen vorzunehmen. Bisher haben wir keine Bedingungen geschaffen, um viele große Objekte zu bauen. Auf der gegenwärtigen Etappe besteht deshalb die wichtigste Aufgabe darin, Voraussetzungen für einen großangelegten umfangreichen Aufbau zu schaffen und in dieser Richtung konzentriert Investitionen vorzu­nehmen.

Welche Bereiche sollten dafür vorgesehen werden? Um viele Betriebe und Wohnungen zu bauen, brauchen wir viel Eisen und Stahl, Zement und Ziegelstein, Holz und andere Baustoffe sowie Bau­maschinen. Um Betriebe vollständig wiederherzustellen und deren Produktionskapazitäten zu erhöhen, müssen wir auch viele Maschinen­ersatzteile herstellen. Deshalb hat das Politkomitee des ZK der Partei beschlossen, vor allem die Kraft für die Baustoff-, Chemie-, Metall­und Maschinenbauindustrie einzusetzen – die Produzenten und Lieferanten der Baumaschinen und -stoffe.

Deshalb ist es notwendig, künftig in der Baustoff- und Chemie­industrie große Summen anzulegen. Somit muß man den Ziegeleien die Möglichkeit zur Mechanisierung und zur Erhöhung ihrer Produktions­kapazität geben und ebenso für die Kunstschiefer- und Schieferfabrik Produktionsbedingungen schaffen. Man darf nicht nur darüber klagen, daß kein Zement produziert wird, sondern muß die Bedingungen dafür schaffen, damit die dem Ministerium für Chemieindustrie unterstellten Betriebe Zement produzieren können.

Um die Baustoff- und Chemieindustrie zu entwickeln, ist es erforderlich, die für diese Zweige notwendigen Maschinen und Ersatz­teile rechtzeitig zu produzieren. Dazu sind vor allem in der Maschinenbauindustrie große Summen anzulegen, die Koeffizienten für die Auslastung der Ausrüstungen in den Maschinenfabriken auf 100 Prozent zu erhöhen. Wie Ihnen bekannt ist, haben wir Maschinen aus volksdemokratischen Ländern importiert, um den Wiederaufbau der Volkswirtschaft in der Nachkriegszeit durchführen zu können. Wichtig ist, diese Maschinen schnell in Gang zu bringen und die für alle Volkswirtschaftszweige notwendigen Maschinen und Ersatzteile in großer Menge herzustellen, damit die Betriebe rasch wiederaufgebaut werden können.

Die Fragen sind jedoch nicht allein dadurch zu lösen, daß in Maschinenfabriken mehr Geld angelegt wird. Für die Entwicklung der Maschinenbauindustrie muß man viel Eisen und Stahl produzieren. Hierfür ist es notwendig, in die Metallindustrie auch mehr finanzielle Mittel zu investieren. Um auf dringende und wichtige Zweige die Investitionen zu konzentrieren, ist der Bauplan, der den nicht­produzierenden Ministerien wie dem Ministerium für Bildung und dem für Kultur und Propaganda übergeben wurde, noch einmal zu überprüfen und sind die darin vorgegebenen Auflagen herabzusetzen. Man kann sich damit durchaus abfinden, den Bau von Hochschulen, des Hauses der Ministerien, Kinotheater und anderer nicht­produzierender Objekte für einen bestimmten Zeitraum zurückzu­stellen, muß aber den wichtigen Industriebauten finanzielle Mittel vorrangig bereitstellen. Ohne diese Richtung können wir die grandiose Aufbauarbeit in unserem Land nicht mit dem Blick auf die Perspektive voranbringen.

Meines Erachtens ist es gut, die Reihenfolge der zu importierenden Betriebsanlagen festzulegen und den Termin des Imports von Anlagen, die nicht sofort in Betrieb genommen werden müssen und für die Lebensbedingungen der Bevölkerung nicht dringend notwendig sind, ein wenig zu verschieben. Zum Beispiel ist es möglich, den Import von kompletten Anlagen für eine Maschinenfabrik aus Ungarn zu verschieben. Auch der Import der kompletten Anlagen für das Fleisch­konservenkombinat Ryongsong und die Konservenfabrik Sinpho könnte verschoben werden. Zur Zeit können wir nur wenig Fleisch essen, und das nicht etwa deshalb, weil es nicht verarbeitet wird, sondern deshalb, weil wir wenig davon haben. Es ist nicht auf den Mangel an Konserven zurückzuführen, daß sich die Lebenslage der Bevölkerung zur Zeit schwierig ist. Wir können uns noch damit abfinden, daß der Fisch nicht konserviert wird, dürfen ihn aber nicht verderben lassen. Wenn man ihn gut einsalzt, kann man schon allein dadurch der Bevölkerung ermöglichen, die Ernährung wesentlich zu verbessern. Demnach dürfen dringende Bauobjekte nicht deshalb zurückgestellt werden, um Verarbeitungsfabriken zu bauen, die nicht so dringend benötigt werden.

Wie bereits gesagt, muß die Reihenfolge bestimmt werden, wonach vor allem die für die Bevölkerung sofort notwendigen Objekte zu errichten sind. Der Bau der anderen Betriebe ist im nächsten Planjahrfünft vorzusehen.

Auch die für die Bevölkerung notwendigen Objekte sind nach einer bestimmten Reihenfolge zu errichten, damit von ihnen das dringlichste Objekt vorrangig gebaut werden kann.

Manche Funktionäre sind jetzt in Worten dafür, daß die für die Bevölkerung notwendigen Objekte zu bauen sind. Aber das, was vorrangig ist, nehmen sie nicht in die Hand, sondern sind gewillt, solche Objekte wiederaufzubauen, die für eine gewisse Zeit zurück­gestellt werden können. Der Direktor der Maschinenfabrik Pukjung sagt, daß er Schwierigkeiten hat, weil sein Betrieb keinen Klub hat. Das tatsächliche Problem dieser Fabrik besteht jedoch darin, daß es ihr an Wohnungen für die Arbeiter mangelt. Fast die Hälfte der Arbeiter dieser Fabrik leidet darunter. Es würde schon genügen, wenn sie das in diesem Betrieb vorhandene Kabinett für Demokratische Propaganda zweckentsprechend ausgestaltet und es als Klub nutzt. Allein dieses Beispiel macht verständlich, wie wichtig es ist, daß die Minister oder Verwaltungsleiter bei der Aufbauarbeit die Reihenfolge richtig bestimmen. Bei der Ausarbeitung des Investitionsplans die konkreten realen Bedingungen außer acht zu lassen und ins Blaue hinein Festlegungen zu treffen oder die Forderungen der unteren Ebenen nicht genau zu überprüfen und ohne Abänderung zu bestätigen und ähnliche Tendenzen sind zu überwinden.

Zweitens ist es erforderlich, den Arbeitskräfteplan sachgemäß auszuarbeiten.

Das Politkomitee des ZK der Partei hat das Staatliche Plankomitee angewiesen, dafür zu sorgen, daß die Zahl der Arbeitskräfte der Volkswirtschaft in diesem Jahr 880 000 nicht übersteigt. Wenn man die Ausgewogenheit der Lebensmittel, Maschinen, Ausrüstungen und der anderen Materialien für nächstes Jahr genau berücksichtigt, darf der Arbeitskräftefonds diese Grenze nicht überschreiten.

Zwischen dem Zuwachs der Zahl der Arbeiter und dem Tempo des Wohnungsbaus herrscht eine starke Diskrepanz. Darf man die Arbeiter dazu zwingen, unter freiem Himmel zu übernachten und zu arbeiten, anstatt Wohnungen zu bauen? Das darf nicht sein. Vergrößert sich die Zahl der Arbeiter, so werden nicht nur Probleme beim Wohnungsbau, sondern auch bei der Versorgung mit Getreide hervorgerufen. Die Dürre in diesem Jahr hat hohe Verluste an landwirtschaftlichen Pflanzen verursacht. Deshalb wurde das Lebensmittelproblem in unserem Lande nicht völlig gelöst. Diese verschiedenen Gesichtspunkte verlangen von uns, den Arbeitskräfteplan überlegt aufzustellen, damit man Arbeitskräfte einsparen und mit geringer Zahl mehr produzieren kann.

Vor allem ist es unerläßlich, die unrationellen Arbeitsnormen abzuändern. Die sachgemäße Festlegung der Arbeitsnormen ist für die Verbesserung der Planung in der Volkswirtschaft von großer Bedeutung. In diesem Bereich gibt es jedoch immer noch Mängel, die zu beseitigen sind. Sie kommen darin zum Ausdruck, daß die Planer die Spitzenleistungen, die in einigen Bereichen während der Planerfüllung Ausnahmen waren, für Normen halten und auf deren Grundlage den Plan ausarbeiten und ihn allen Zweigen aufzwingen. Wenn wir die Arbeitsnormen nicht richtig bestimmen und auf dieser Grundlage den Plan ausarbeiten, werden wir erneut bürokratische Fehler begehen.

Ein Beispiel dafür. Man sagt, daß unsere Planer, wenn sie irgendeinem Goldbergwerk die Planaufgaben übergeben, ihm bar jeder Vernunft ihre Meinungen aufzwingen: „Eure Vorkommen haben so und so viel Goldgehalt und ihr müßt nach dem Plan so und so viel abbauen“, wobei sie betonen, daß das Werk nur „reines Gold“ abbauen sollte. Folglich versuchen die Bergarbeiter, nur hochprozentiges „reines Gold“ zu gewinnen, was schließlich zur Beschädigung der Erzlager führt. Deshalb ist es notwendig, die technische Ausstattung, das technische und Qualifikationsniveau der Arbeiter und andere Faktoren exakt zu berücksichtigen und auf dieser Grundlage Arbeitsnormen oder Richtnormen überlegt festzulegen und dann einen wissenschaftlich fundierten Plan aufzustellen, anstatt ihn willkürlich auszuarbeiten und weiterzugeben.

Ferner muß man bei der Planausarbeitung staatliche Reserven an Ausrüstungen und Materialien anlegen. Da wir, ohne diese Reserven vorgesehen zu haben, einen angespannten Plan aufstellten, ergaben sich nicht wenige Mängel während der Planerfüllung für 1955. Ab nächstes Jahr sind staatliche Reserven unbedingt im Plan vorzusehen, auch wenn wir das Ausmaß des Investbaus verringern müssen. Es sind Bedingungen zu schaffen, damit sich auch die Ministerien Reserven anlegen können.

Ebenso wichtig ist es, einen korrekten Plan für die Material­produktion und -verteilung aufzustellen. Ohne zu berücksichtigen, wann und welche Materialien zu produzieren und in welcher Menge sie zu verbrauchen sind, geben jetzt manche Mitarbeiter dieses Bereiches den Betrieben im voraus den Rechnungsauszug mit dem Ziel, ihnen das gesamte Material mit einem Schlag zu liefern, das in einem Quartal oder während eines ganzen Jahres über zu verbrauchen ist. Deshalb gehen die zuständigen Mitarbeiter aller Betriebe mit der Quittung in Säge- und Zementfabriken oder in Ziegeleien, und jeder verlangt sein Material. Das ist ein Verhalten, das es in einem Land, wo eine Planwirtschaft herrscht, überhaupt nicht geben darf.

3. Über einige bei der Planung und Wirtschaftsleitung rasch zu lösenden Fragen

Ich möchte einige Fragen aufwerfen, deren Lösung für die Verbesserung der Planung und Wirtschaftsleitung notwendig ist.

Erstens ist die Arbeit des Staatlichen Plankomitees weiter zu verstärken.

Es muß den Schwerpunkt auf die Ausarbeitung des Volks­wirtschaftsplanes sowie auf die Aufsicht und Kontrolle legen, damit alle Volkswirtschaftszweige und Betriebe den Plan konsequent erfüllen, und sich von anderer Arbeit entlasten. Trägt es aufgrund einer falschen Arbeitsvorschrift eine große Bürde, so ist diese Vorschrift erneut zu überprüfen und abzuändern, und es muß damit Schluß machen, sich in alle Angelegenheiten einzumischen und eigenmächtig Entscheidungen zu treffen. Nur dann ist es in der Lage, den Plan richtig aufzustellen, rechtzeitig die realen Bedingungen der unteren Ebenen in Erfahrung zu bringen und zu studieren, gewissenhaft die Ursachen der Mängel bei der Planerfüllung zu ergründen und darüber das Politkomitee des ZK der Partei oder das Ministerkabinett zu informieren. Sonst kann es beim Wirtschaftsaufbau seiner Rolle als Stab nicht nachkommen.

Ferner müssen die Minister sich darüber im klaren sein, daß die Ministerien nicht dem Staatlichen Plankomitee, sondern dem Minister­kabinett direkt unterstehen. Wenn die Minister irgendwelche mit der Arbeit zusammenhängende Vorschläge oder Probleme haben, müssen sie diese über die Stellvertreter des Ministerpräsidenten klären. Da diese Ordnung nicht streng eingehalten wird, fahren manche Stell­vertreter des Ministerpräsidenten nur umher und vergeuden ihre Zeit, während das Staatliche Plankomitee alle Angelegenheiten eigenmächtig entscheidet und deshalb aus Zeitmangel nicht in der Lage ist, die gestellten Aufgaben zu lösen.

Neben einer durchdachten Arbeitsteilung ist es notwendig, die in der Produktion erfahrenen besten Mitarbeiter zu befördern und in dem Staatlichen Plankomitee einzusetzen. Junge Leute, die in der Produktion noch unerfahren sind, dürfen sich den Ministerien gegenüber nicht unbescheiden verhalten und nicht ihre Dienststellung mißbrauchen. Wenn man ständig einen Arbeitsstil anwendet, wonach man nur Befehle erteilt, ohne die realen Bedingungen der unteren Ebenen zu kennen, kann die Arbeit nicht erfolgreich vonstatten gehen. Die Ministerien sollen helfen, die in der Produktion erfahrenen Mitarbeiter in dem Staatlichen Plankomitee einzusetzen. Insbesondere hat die Partei diese Sache zu gewährleisten. Das Staatliche Plankomitee muß wiederum die in der Produktion unerfahrenen Mitarbeiter in die Produktionsstätten schicken, damit sie dort Erfahrungen sammeln können.

Zweitens ist die Arbeit des Ministerkabinetts zu verbessern.

Dazu ist es vor allem notwendig, die Rolle der Stellvertreter des Ministerpräsidenten und der Referenten des Ministerkabinetts zu verstärken. Auf diese Weise ist zu verhindern, daß das Staatliche Plan­komitee willkürlich Fragen entscheidet, die nicht in ihre Kompetenz fallen. Außerdem ist ein System einzuführen, nach dem das Ministerkabinett alle Probleme regelt, mit denen sich die Ministerien an ihn wenden.

Drittens sind die Minister mit mehr Befugnissen auszustatten und Bedingungen für ihre aktive Tätigkeit zu schaffen.

Da die gesamte Materialversorgung bisher in den Händen des Staatlichen Plankomitees lag, hatten die Minister keine diesbezüglichen Rechte. Wir müssen ihnen in gewissem Maße das Recht einräumen, über das Material zu verfügen, das in den ihnen unterstellten Betrieben produziert wird.

Viertens ist die Anleitung der Ministerien und Betriebe durch die Partei zu intensivieren.

Um die Parteikontrolle über die gewissenhafte Verwirklichung der Politik der Partei durch die Ministerien und Betriebe zu aktivieren, ist der Apparat des ZK der Partei teilweise zu reorganisieren, wobei wir, wie auf einer Tagung des Politkomitees des ZK der Partei festgelegt wurde, auf die verstärkte Leitung der Produktion orientieren. Es ist ratsam, die Abteilung Industrie und die Abteilung Handel, Finanzen und genossenschaftliche Organisationen zu koordinieren und die Abteilung Schwerindustrie, die Abteilung Leichtindustrie und Waren­zirkulation sowie die Abteilung Aufbau und Transport zu organisieren.

Auch die örtlichen Parteiorganisationen sind verpflichtet, die Industriezweige ständig zu studieren, in deren Wesen einzudringen und sie verstärkt anzuleiten.

Die Parteiorganisationen dürfen den Verwaltungsorganen nicht hinterherhinken, dürfen nicht den Fehler machen, sich nur auf die Parteivorsitzenden in den Betrieben zu verlassen und die Anleitung der Betriebe zu vernachlässigen. Sie sind verpflichtet, sich mit der Industrie gründlich zu befassen, sich darin auszukennen, den Staats- und Wirtschaftsorganen und Betrieben zu helfen, ihre Fehler rechtzeitig zu korrigieren und ständig das Zentralkomitee der Partei oder das Ministerkabinett über die mit der Arbeit zusammenhängenden Auf­fassungen und Schwierigkeiten zu informieren. Wenn alle Partei­organisationen, wie bereits erwähnt, die Industrie intensiv anleiten, kann unsere Arbeit bedeutend verbessert werden.