19. Dezember 1954 // Reden
Kim Il Sung // Die Aufgaben der Parteiorganisationen des Bezirkes Süd-Phyongan für die Entwicklung der Landwirtschaft

Die Aufgaben der Parteiorganisationen des Bezirkes Süd-Phyongan für die Entwicklung der Landwirtschaft

19. Dezember 1954

Rede auf der Plenartagung des Parteikomitees des Bezirks Süd-Phyongan der Partei der Arbeit Koreas


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Genossen!

Im Namen des Zentralkomitees der Partei und der Regierung der Republik spreche ich allen Parteimitgliedern und allen Bürgern im Bezirk Süd-Phyongan und den leitenden Mitarbeitern des Bezirksparteikomitees, des Bezirksvolkskomitees, der Kreis- und Gemeindeebene dieses Bezirks, die unter der klugen Führung unserer Partei in der Kriegs- und Nachkriegszeit aktiv um die Steigerung der Agrarproduktion kämpften, meinen Dank aus. Mein Dank gilt besonders dem Vorsitzenden der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Chilgol, Kreis Kangso, Genossen Kim Ryong Hwa, dem vorbildlichen Bauern Genossen Rim Kun Sang, dem Vorsitzenden des Parteikomitees und dem des Volkskomitees sowie allen Bauern der Gemeinde Okdo, Kreis Ryonggang, dem Vorsitzenden des Parteikomitees und dem der Genossenschaft der Gemeinde Palchong, Kreis Kangso, dem Partei- und Volkskomitee sowie allen Genossen­schaftsbauern der Gemeinde Ilam, Kreis Yangdok, für Ihre aktiven Anstrengungen zur Organisierung der LWG.

Ich bin vom Politkomitee des ZK der Partei beauftragt worden, dieses Plenum des Parteikomitees des Bezirks Süd-Phyongan zu leiten.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und zu einigen Fragen sprechen.

Im Bericht wurden die Aufgaben, die bei der Durchsetzung der Beschlüsse der jüngsten Novemberplenartagung des ZK der Partei vor den Parteiorganisationen des Bezirks Süd-Phyongan stehen, ausführlich behandelt. Deshalb werde ich nur einige wichtige Aufgaben noch einmal mit Nachdruck behandeln, die die Parteiorganisationen dieses Bezirks für die Entwicklung der Landwirtschaft zu bewältigen haben.

Bei der Entwicklung der Landwirtschaft stellt sich vor die Partei­organisationen des Bezirks Süd-Phyongan die wichtige Aufgabe, erstens die wasserarmen Reisfelder in wasserreiche zu verwandeln und die Reisbauflächen weiterhin zu erweitern.

Zur Zeit gibt es in diesem Bezirk mehr als 80 000 Hektar Reisfelder; 40 000 Hektar davon gehören zu den wasserarmen, die unmittelbar vom Regen abhängig sind. Hier gibt es nur dann gute Ernteaussichten, wenn es häufig regnet.

Die wichtige Aufgabe des Partei- und Volkskomitees des Bezirks Süd-Phyongan besteht darin, diese, mehr als 40 000 Hektar, in wasserreiche zu verwandeln. Die Regierung der Republik hat bereits mit dem im Dreijahrplan der Volkswirtschaft vorgesehenen Bau der Bewässerungsanlage Phyongnam begonnen. Dieser Bau ist nicht nur für die weitere Vergrößerung der Reisbaufläche von außerordentlich großer Bedeutung, sondern auch für die Verwandlung der wasserarmen in wasserreiche Reisfelder. Ist dieser Bau abgeschlossen, werden 15 000 bis 16 000 Hektar wasserarme Reisfelder in wasserreiche umgewandelt.

Die Parteiorganisationen dieses Bezirkes müssen alles in ihren Kräften Stehende tun, um den Bau der Bewässerungsanlage Phyongnam, den der Staat geplant hat und durchführt, erfolgreich abzuschließen. Besonders die Parteiorganisationen der Kreise und Gemeinden, in denen Bauarbeiten für die Bewässerung vor sich gehen, sind verpflichtet, alle Parteimitglieder und Einwohner für diesen Bau zu mobilisieren.

Im Bezirk Süd-Phyongan gibt es viele Gegenden, in denen man selbständig die wasserarmen Reisfelder in wasserreiche und die Felder in Reisfelder verwandeln kann. Am Unterlauf des Flusses Taedong kann man das auch ohne aufwendige Bauarbeiten bewerkstelligen, wenn man die Gezeitenströmung nutzt. Wie in den Diskussions­beiträgen erwähnt wurde, gibt es ferner viele Reisfelder, die man in wasserreiche verwandeln kann, wenn man sich dabei auf das Grundwasser stützt. Es gibt auch Gegenden, in denen die Anbaufläche für Reis erweitert werden kann, wenn man das Wasser kleiner Flüsse staut und es nutzt.

Der Staat hat unter Berücksichtigung der Verwandlung der wasser­armen Reisfelder in wasserreiche und der Erweiterung der Reisbauflächen die Produktion großer Zahl Wasserpumpen als eine wichtige Aufgabe festgelegt und schon in diesem Jahr damit begonnen. In Zukunft wird der Staat mehr Wasserpumpen und Elektromotoren herstellen und sie der Landwirtschaft zur Verfügung stellen.

Wir haben die Möglichkeit, viele Pumpstationen zu errichten. Deshalb muß man überall darum ringen, die wasserarmen Reisfelder in wasserreiche und die Felder in Reisfelder zu verwandeln, indem man das Grundwasser oder die Gezeitenströmung nutzt. Nur dann kann man den Getreideertrag erhöhen. Ein Genosse sagte in seinem Dis­kussionsbeitrag, daß auf den Reisfeldern, auf denen nicht einmal 2 t je Hektar geerntet werden konnten, 4 bis 4,5 t je Hektar eingebracht wurden, als man das Wasser des Flusses Haechang im Kreis Sukchon staute, das Wasser hochgepumpt und damit mehr als 1000 Hektar Reisfelder bewässert hatte. Das ist eine ausgezeichnete Leistung.

Das Zentralkomitee der Partei begrüßt diese schöpferische Initiative, die Sie zeigten, und erwartet von Ihnen künftig noch stärkeren schöpferischen Einsatz. Besonders vorbildlich arbeitet die Partei­organisation der Gemeinde Chil, Kreis Sukchon. Diese Parteiorganisation hat alle ihre Mitglieder dazu mobilisiert, daß sie sich beim Stau des Flußwassers und beim Hochpumpen des Wassers an die Spitze der Einwohner stellen, womit sie das Wasserproblem gelöst und die wasserarmen Reisfelder in wasserreiche verwandelt haben.

Künftig hat der Bezirk Süd-Phyongan solche Vorhaben in noch stärkerem Maße zu verwirklichen. Wenn der Bezirk die über 40 000 Hektar Reisfelder in wasserreiche verwandelt und so auf je Hektar 2 t Reis mehr erntet, kann er 80 000 t Reis zusätzlich produzieren. Wenn man außerdem die Reisbauflächen erweitert, kann der Bezirk zweifellos insgesamt 100 000 t Reis zusätzlich liefern. Dann werden die Bauern besser leben, und unser Land wird reicher sein.

Ich sage es noch einmal mit Nachdruck: Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Parteiorganisationen des Bezirks Süd-Phyongan, die wasserarmen Reisfelder in wasserreiche und die Felder in Reisfelder zu verwandeln und so die gesamte Reisbaufläche zu vergrößern. Ich hoffe, daß sich alle Parteimitglieder und Einwohner dieses Bezirks am Bau der Bewässerungsanlage Phyongnam aktiv beteiligen, sich tatkräftig für die Errichtung von Pumpanlagen in den verschiedenen Gebieten und für die Steigerung der Reisproduktion einsetzen und somit mehr als 100 000 t Reis zusätzlich erzeugen werden.

Die zweite wichtige Aufgabe, die sich bei der Entwicklung der Landwirtschaft vor die Parteiorganisationen des Bezirks Süd-Phyongan stellt, besteht darin, den Hektarertrag auf den Anbauflächen außer Reisfeldern zu erhöhen, die Ackerbaumethoden zu verbessern und die Mechanisierung umfassend einzuführen.

Die Steigerung des Hektarertrages auf diesen Feldern ist sehr wichtig. Im Bezirk Süd-Phyongan gibt es mehr solche Felder als Reisfelder. Deshalb kann man die Getreideproduktion nicht erhöhen, wenn man vorwiegend Reis anbaut und die Ertragssteigerung auf diesen anderen Feldern vernachlässigt. Wie man sagt, neigen die Einwohner dieses Bezirks dazu, den Maisanbau zu unterschätzen. Das ist eine falsche Einstellung. Selbstverständlich kann man in diesem Bezirk ohne Mais leben. In den anderen Gebieten jedoch, wo es an Reis mangelt, muß man sich auch von Mais ernähren. Wir sollen die Fragen nicht von lokalbegrenzten, sondern von gesamtstaatlichen Belangen aus betrachten.

Weil wir eine absolut große Menge an Getreide benötigen, müssen wir intensiv darum bemüht sein, auch auf jenen Feldern den Hektarertrag zu erhöhen. Zu diesem Zweck haben wir dafür zu sorgen, daß nach dem Prinzip „geeignete Kulturen auf dem geeigneten Boden“ ertragreiche Kulturen angebaut werden. Mit anderen Worten, man muß berücksichtigen, in welcher Gegend welche Kulturen gut gedeihen, und dort Mais oder Kolbenhirse oder Weizen anbauen, wo sie gut gedeihen. Auf diesem Wege ist die Getreideproduktion in unserem Lande zu steigern. Natürlich brauchen wir viel Reis, aber ebenso viel anderes Korn. Mais ist durchaus nicht schlecht, nimmt man ihn jedoch unverarbeitet zu sich, ist er schwer verdaulich, ist er gut verarbeitet, so ist er auch bekömmlich. Die Entwicklung der maisverarbeitenden Industrie ermöglicht es, aus Mais Nudeln, Zuckerwaren wie auch andere Lebensmittel und Genußwaren herzustellen. Deshalb darf man den Anbau von ertragreichen Kulturen wie Mais keinesfalls ver­nachlässigen, sondern muß sie intensiv anbauen.

Der zweimalige Anbau in einem Jahr ist umfassend einzuführen. Jedem dürfte klar sein, daß der zweimalige Anbau in einem Jahr besser ist als ein einmaliger.

Beim Ackerbau auf den Anbauflächen außer Reisfeldern ist unbedingt auf den zweimaligen Anbau in einem Jahr zu orientieren. Für die Entwicklung der Viehwirtschaft wird viel Futter benötigt, deshalb wäre es zweckmäßig, den Mais als zweite Frucht in den Boden zu bringen und, falls er nicht rechtzeitig reift, ihn als Futter zu verwenden. Man sagt, daß auch auf den Reisfeldern zwei Ernten in einem Jahr eingebracht werden können, doch es ist schwierig, dies umfassend einzuführen, weil noch keine Versuche unternommen wurden. Die Agrarwissenschaftler meinen, daß die Vorfrucht von Erbsen auf den Reisfeldern den Anbau von Reis nicht behindert. Erbsen wachsen schnell und fügen dem Reisanbau keinen Schaden zu. Deshalb können sie als erste Frucht auf den Reisfeldern angebaut werden.

Jedes Mal, wenn ich die Dörfer an Ort und Stelle anleite, sage ich mit Nachdruck, daß die Genossenschaften auf den Flächen außer Reisfeldern Weizen anbauen und nach deren Ernte unter anderem Rettich und Kohl und somit zwei Ernten in einem Jahr einbringen sollen. Nur auf diesem Wege kann der Ernteertrag erhöht werden. Es ist schon gut, wenn man auf je einem Hektar Anbaufläche nur 2 t Weizen erntet. In den Kalorien steht der Weizen den des Reises nicht nach. Speisen aus Weizenmehl sind leicht bekömmlich. Alle Europäer ernähren sich von Weizenmehl. Der Landwirtschaft obliegt es, Weizen als Erstfrucht anzubauen, den zweimaligen Anbau stark zu fördern und auf diese Weise die Getreideproduktion entschieden zu steigern.

Bei der Erhöhung des Ertrags der landwirtschaftlichen Kulturen ist es sehr wichtig, die Ackerbaumethoden zu verbessern.

In der Landwirtschaft werden immer noch die althergebrachten Ackerbaumethoden angewandt. Damit kann der Ertrag nicht erhöht werden.

Wollen wir die Getreideproduktion steigern, so sind die Acker­baumethoden unbedingt zu verbessern. Ist die Breitaussaat beim Weizen vorteilhafter, so ist diese Methode auf alle Fälle einzuführen. Ferner kommt es beim Ackerbau darauf an, große Mengen Stalldung zu gewinnen und die Reis- und anderen Felder ausreichend mit Düngern zu versorgen. Während der Gespräche, die ich mit den Bauern führte, die hohe Erträge erzielen, stellte ich fest, daß sie nicht irgendein Geheimnis dafür haben, sondern reichlich Dünger ausbringen, moderne Ackerbaumethoden anwenden, fleißig arbeiten, termingerecht die Felder bestellen, rechtzeitig Unkraut jäten und fristgemäß die Ernte einbringen. Wir müssen die Ackerbaumethoden dieser Bauern im starken Maße verbreiten und so den Getreideertrag auf den Flächen außer Reisfeldern weiterhin erhöhen.

Unsere Partei und die Regierung der Republik haben beschlossen, zunächst in den Dörfern des Bezirks Süd-Phyongan die Mechanisierung einzuführen, womit in diesem Jahr die LWG Junghwa begonnen hat. Da sie jedoch erst im März die Mechanisierung in Angriff nahm, konnte sie nicht Weizen, sondern vorerst Gerste anbauen. Die Aussaat der Gerste erfolgte maschinell, und man brachte eine reiche Ernte ein. Im Frühjahr wandten sich die hiesigen Bauern dagegen, Gerste mit Maschinen nach dem Quadratnestverfahren zu säen. Sie waren jedoch sehr erfreut, als sie sahen, daß die nach diesem Verfahren ausgebrachte Gerste besser als die andere wuchs. Auf den mit Maschinen bestellten Feldern wurden 2 bis 2,2 t Gerste je Hektar geerntet. Deshalb wurde auch im Herbst der Weizen nach diesem Verfahren ausgebracht.

Diese Genossenschaft hat ebenso den Anbau von Mais mechanisiert. Sie brachte den Mais mit der Dibbelmaschine aus, die im Quadratverfahren das Saatgut auswirft, wobei ein Abstand von 70 cm zwischen den Nestern entsteht. Die Unkrautbekämpfung erfolgte ebenfalls maschinell.

Als Ergebnis hat sich der Maisertrag, ganz zu schweigen vom geringen Aufwand an Arbeitskräften, gegenüber der Vergangenheit, als der Mais manuell gedrillt und das Unkraut gejätet wurde, bedeutend erhöht. Die LWG Junghwa hat durchschnittlich 3 bis 3,3 t Mais je Hektar eingebracht, und man sagt, daß auf einigen Feldern sogar je Hektar 7 t Mais erzielt wurden. Das zeugt davon, daß der Hektarertrag bedeutend erhöht werden kann, wenn man moderne Ackerbaumethoden anwendet und die Arbeit auf diesen Feldern mechanisiert.

Ausgehend von den Erfahrungen dieser Genossenschaft, planen wir, alle Feldarbeiten im geeigneten Flachland zu mechanisieren. Künftig müssen das Pflügen, die Aussaat, das Jäten und auch die Ernte­einbringung maschinell erfolgen. Im Bezirk Süd-Phyongan gibt es überall Felder im Flachland, darunter die Ebenen Junghwa, Ryonggang, Phyongwon, die Gebiete von Kangso, Jungsan und Onchon, wo Maschinen eingesetzt werden können.

Unter anderem sind viele Wasserpumpen zu installieren, die Reisfelder zu bewässern und außerdem die Arbeiten auf den anderen Feldern zu mechanisieren. Auf diese Weise ist der Ertrag auf den ersteren wie auch auf den anderen Feldern zu steigern.

Die Mechanisierung in der Landwirtschaft setzt voraus, daß die Parteiorganisationen exakte Vorbereitungen treffen. Wie der Direktor einer Landmaschinenausleihstation in seinem Diskussionsbeitrag feststellte, sorgen manche leitenden Funktionäre in den Dörfern nur dafür, die Traktoristen einzusetzen, von den Maschinen haben sie jedoch keine Kenntnisse.

Wenn sie die Landmaschinenausleihstationen gut anleiten wollen, müssen sie die Maschinen, zumindest das Elementarste, kennen, unter anderem, wieviel PS der Traktor hat, wieviel Hektar er täglich pflügen, wo man ihn einsetzen kann und wo nicht. In der Armee kann ein Befehlshaber der Artillerie ohne Kenntnis über die Leistungsstärke der Geschütze oder der Befehlshaber der Panzertruppen ohne Kenntnis über die Leistungsstärke der Panzer ihre Truppen nicht führen. Das trifft auch für die leitenden Funktionäre der Landwirtschaft zu. Ohne Kenntnis der Landmaschinen können sie nicht dazu beitragen, die Feldarbeiten zu mechanisieren.

Die Parteiorganisationen des Bezirks Süd-Phyongan müssen die Mechanisierung der Arbeiten auf den Flächen außer Reisfeldern gründlich vorbereiten, darunter auch die Ausbildung von Traktoristen.

Die dritte wichtige Aufgabe der Parteiorganisationen dieses Bezirks bei der Entwicklung der Landwirtschaft besteht darin, die Seidenraupenzucht zu entwickeln und die Anbauflächen für Industrie­pflanzen wie Erdnüsse, Tabak und Baumwolle zu vergrößern.

Vor allem ist der Seidenbau intensiv zu fördern.

Er nimmt in unserer Landwirtschaft einen bedeutenden Platz ein. Von alters her gehört unser Land in der Seidenraupenzucht zu den entwickeltsten Ländern. Wir haben günstige Voraussetzungen für die Seidenraupenzucht, denn allerorts sind geeignete Kalkböden für das Gedeihen von Maulbeerbäumen vorhanden. Besonders in Sunchon, Songchon, Tokchon, Kangdong und Kaechon im Bezirk Süd-Phyongan und in vielen anderen Gebieten gibt es viel Kalkboden.

Wir müssen die günstigen Naturbedingungen unseres Landes im vollen Maße nutzen. Dafür haben wir auch viele Maulbeerbäume planmäßig anzupflanzen. Je größer der Bestand an diesen Bäumen ist, desto mehr Seidenraupen können wir züchten. Nach Meinung der Wissenschaftler ist es möglich, mit den auf 2 Hektar Maulbeer­baumfeldern gesammelten Blättern eine Tonne Kokons zu gewinnen.

Baumwolle gedeiht in unserem Lande nicht gut. Deshalb ist es für die Lösung der Bekleidungsfrage sehr wichtig, den Seidenbau zu entwickeln. Um viel Seidengewebe herzustellen, haben wir vorgesehen, Spinn- und Webmaschinen zu importieren, mit denen jährlich 10 Mio. Meter Textilien produziert werden können. Diese Maschinen sollen spätestens bis 1957 eingeführt und in Gang gesetzt werden. Dann werden wir jährlich 15 Mio. Meter Seidengewebe, eingerechnet die manuell gewebte Menge, produzieren können.

Man sagt, daß das Ministerium für Landwirtschaft durchaus in der Lage ist, Kokons bereitzustellen, die für die Produktion von 15 Mio. Meter Seidengewebe notwendig sind. Wir dürfen jedoch keinesfalls mit dieser Menge zufrieden sein. Künftig müssen wir mehr Seidenstoffe herstellen. Deshalb haben wir den Seidenbau in großem Maßstab zu entwickeln. Das erfordert, das Verfahren in der Raupenzucht umfassend zu verbreiten und zu erreichen, daß in allen Bauernfamilien Seidenraupen gezüchtet werden.

Der Anbau von Industriepflanzen wie Erdnüsse, Tabak und Baumwolle ist ebenfalls in starkem Maße zu intensivieren.

Um den Bedarf an Speiseöl zu decken, sind viel Erdnüsse anzubauen. Die diesjährigen Versuche lassen erkennen, daß die Ölgewinnung durch den Anbau von Erdnüssen rentabler ist als die durch den von Bohnen. Man sagt, der Ölgehalt bei Bohnen beträgt 11 bis 12 Prozent und bei Erdnüssen 30 bis 35 Prozent. Die Erdnüsse sollen auf Sandböden wie in den Kreisen Sungho und Kangdong gut gedeihen. Auch der Ertrag liegt bei dieser Kultur höher als bei Bohnen. Man sagt, er beträgt je Hektar bei Bohnen etwa eine Tonne und bei Erdnüssen annähernd 3 bis 3,5 Tonnen. Es sind viel Erdnüsse anzubauen, die höhere Erträge und mehr Öl als Bohnen liefern. Das heißt aber nicht, daß man den Bohnenanbau außer acht lassen darf. Wo Bohnen gedeihen, muß man sie anbauen, und auf sandigem Boden, wo Erdnüsse gut gedeihen, muß man diese Kultur anbauen.

Auch der Tabakbau ist zu verstärken. Tabak wird bisher wenig angebaut, weshalb daran ein Mangel besteht und dies für das Leben der Bevölkerung Unannehmlichkeiten mit sich bringt. Der dürftige Anbau von Tabak macht es uns außerdem unmöglich, seine Qualität zu erhöhen. Tabakwaren in guter Qualität kann man erst dann produzieren, wenn die Blätter nach zwei- bis dreijähriger Lagerung verarbeitet werden. Die Tabakwaren sind jedoch von minderwertiger Qualität, weil sie aus der Ernte des gleichen Jahres produziert werden. Deshalb ist es unerläßlich, den Tabakbau im großen Maßstab vorzunehmen und mehr gute Tabakwaren herzustellen.

Ebenso ist viel Baumwolle anzubauen. Da sie in unserem Lande schlecht gedeiht, genügt es, auf einem Hektar eine Tonne zu erzielen. Besser ist es jedoch, wenn man davon, wie ein Genosse in seinem Diskussionsbeitrag zum Ausdruck brachte, drei Tonnen je Hektar erntet. Wir können aus anderen Ländern Baumwolle einführen, doch dessenungeachtet müssen wir sie nach Möglichkeit bei uns anbauen. So können wir die Preise für Textilien senken.

Um mehr Industriepflanzen anzubauen, müssen die Bezirks- und Kreisvolkskomitees planen, künftig diese Kulturen auf geeigneten Böden konzentriert anzupflanzen. Es ist zu empfehlen, beispielsweise in Songchon viel Tabak anzubauen, weil er dort gut gedeiht. Tabak ist dort konzentriert anzubauen, wo er gut wächst, und dort, wo man Voraussetzungen für eine gute Raupenzucht hat, sind diese zu nutzen.

Die vierte wichtige Aufgabe, die die Parteiorganisationen für die Entwicklung der Landwirtschaft des Bezirks Süd-Phyongan zu erfüllen hat, besteht darin, viele Genossenschaften für Ackerbau und Viehzucht zu bilden, die Einzelbauern sachgemäß anzuleiten und so die Vieh­wirtschaft tatkräftig voranzubringen.

Unter der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus fristete unser Volk ein schreckliches Hungerdasein. Die Gesundheit der jungen Generation ist dadurch im erheblichen Maße beeinträchtigt. Wir sind verpflichtet, künftig durch die Steigerung der Fleischproduktion die jungen Menschen mit viel Fleisch zu versorgen. Deshalb müssen wir die Viehzucht entwickeln, und zwar nicht nur in den Gebirgsgegenden, sondern auch im Flachland. In den Gebirgsgegenden soll man viele Schweine, Rinder, Schafe und dergleichen und im Flachland unter anderem viele Enten halten.

Auch der Fischfang ist zu verstärken. In den geeigneten Gegenden muß man Fischzucht betreiben und in den Küstengebieten Genossen­schaften für Ackerbau und Fischerei organisieren, um so den Fischfang zu sichern. Der Staat hat vorgesehen, diese Genossenschaften mit Holz für den Schiffbau zu versorgen, und importiert auch Netzleinen. Durch die umfassende Entwicklung der Fischereiwirtschaft ist der Fangertrag zu vergrößern.

Wir müssen einerseits hohe Ernteerträge einbringen und andererseits das Gebirge und das Meer gut nutzen. Schon von alters her sagte man, daß die Bergbewohner von den Gaben der Berge und die Menschen an den Meeresküsten von den Gaben des Meeres leben sollten. Wir müssen das Gebirge und das Meer nutzen und so die Einkommen erhöhen.

Um dieser Aufgabe vollauf gerecht zu werden, sind die LWG zu festigen und zu entwickeln. Strengen sich die Bauern mit vereinter Kraft an, können alle Arbeiten besser erledigt werden.

Vor langer Zeit haben wir die Bodenreform verwirklicht, und dank dieses großen Ereignisses haben die Bauern ihre Lebenslage erheblich verbessert und sich von feudaler Unterdrückung und Ausbeutung befreit. Die Bodenreform bedeutet jedoch nicht, daß auf dem Lande die Ausbeutungsverhältnisse und Armut vollständig beseitigt sind. In den Dörfern gibt es immer noch landarme Bauern, Bauern mit kargen Böden und solche, die aus Mangel an Arbeitskräften und Zugvieh ein schweres Leben führen, aber auch Bauern, die so wohlhabend sind wie ehemalige Großbauern. Das ist eine unvermeidliche Erscheinung, da sich unsere Landwirtschaft noch auf die Privatwirtschaft stützt.

Natürlich haben wir die Bodenreform mit dem Ziel durchgeführt, allen Bauern ein wohlhabendes Leben zu ermöglichen, mit anderen Worten, ihnen ein Leben zu sichern, das dem der Mittelbauern entspricht. Es freut uns deshalb, daß nach der Bodenreform viele Bauern ihre Lebenslage verbessern konnten. Manche wohlhabend gewordene Bauern jedoch leben von ihren Zinsen, arbeiten selbst nicht und lassen andere für sich arbeiten. Laut Gesetz über die Bodenreform sind der Kauf und Verkauf sowie die Pacht von Böden untersagt; da sich jedoch die Landwirtschaft auf die Privatwirtschaft stützt, entwickeln sich neue Großbauern. In der Vorkriegszeit gab es im Kreis Jaeryong viele durch die Bodenreform reich gewordene Bauern, die den Ackerbau aufgaben und in den Städten Handel trieben, Besitzer von Reisschälbetrieben, Gummischuh- oder Spirituosenhändler wurden und so Geld verdienten.

Die ausbeuterischen Praktiken sind in unseren Dörfern immer noch nicht vollständig beseitigt. Diesen Weg, den manche Bauern einschlagen, heißt unsere Partei nicht gut. Sie beschreitet den Weg zum Sozialismus, in dem es keine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen gibt. Die Ausbeutung läuft also der Linie unserer Partei zuwider, was wir verhindern müssen.

Wir müssen uns dessen bewußt sein, daß diejenigen, die die Ausbeuterordnung für gut halten, das Marionettenregime Syngman Rhees begrüßen. Unsere Macht liegt in den Händen der Arbeiter und Bauern, und alle unsere Kader sind ihrer Herkunft nach Arbeiter und Bauern. Doch das südkoreanische Marionettenregime ist eine „Macht“ der Gutsbesitzer und Kompradorenkapitalisten. Deshalb sind die Arbeiter und Bauern in Südkorea aller Rechte beraubt. Die Gutsbesitzer und Kompradorenkapitalisten schmieden im „Parlament“ Südkoreas nur dunkle Pläne, um das Volk auszubeuten. Aus diesem Grunde ist den Ausbeutern das südkoreanische Marionettenregime recht, was durch die Praxis bewiesen wird.

Nach unserem zeitweiligen Rückzug besuchten wir einmal eine Dorfsiedlung im Kreis Anju. Eine Frau sagte mir, daß ein Subjekt, das sogar in den Genuß der Bodenreform gekommen war, mit den Feinden kollaboriert und ihren Mann umgebracht hat. Ich informierte mich über dieses Subjekt. Er war von Natur aus ein Faulenzer, wurde durch die Bodenreform so wohlhabend wie ein Großbauer und machte sich die Zinsen zunutze, um andere auszubeuten. Nicht alle Menschen, die in den Genuß der Bodenreform kamen, sind anständig. Ob jemand ein anständiger Mensch ist oder nicht, das hängt von seinem Bewußtsein ab.

Es ist vor allem wichtig, das Bewußtsein der Menschen umzu­formen. Dafür gilt es die Wirtschaft umzugestalten. Ohne den genossenschaftlichen Zusammenschluß in der Landwirtschaft vermag man das Bewußtsein der Bauern nicht zu ändern und auch nicht die derzeitige schwere Lebenslage der Bauern zu verbessern. Nur die Organisierung der LWG ermöglicht es uns, die Lebenslage der ruinierten Bauern grundlegend zu ändern, die Quellen jedweder Ausbeutung in den Dörfern zu verstopfen und die Basis auf dem Lande zu festigen. Aus diesem Grunde hat unsere Partei rechtzeitig Kurs auf die Organisierung von LWG genommen.

Wir wollen auch deshalb den genossenschaftlichen Zusammen­schluß, um moderne Agrartechnik und Ackerbaumethoden anwenden, die Mechanisierung durchführen und die Landwirtschaft planmäßig entwickeln zu können.

Unsere Ackerbaumethoden sind noch immer rückständig. Bei Fortbestehen der Einzelbauernwirtschaft ist es ausgeschlossen, moderne Agrartechnik und Ackerbaumethoden umfassend einzuführen und die Landwirtschaft der sich im sozialistischen Wirtschaftssystem rasch entwickelnden Industrie anzupassen, was schließlich eine Disproportion zwischen der Industrie und Landwirtschaft hervorruft und die Entwicklung der Industrie stark behindert. Deshalb gilt es, durch den genossenschaftlichen Zusammenschluß auch die Landwirtschaft in das

sozialistische Wirtschaftssystem einzubeziehen und planmäßig zu entwickeln. Die Organisierung der LWG ermöglicht es uns, die Mechanisierung zu verwirklichen, durch umfassende Einführung moderner Ackerbaumethoden den Ertrag der landwirtschaftlichen Kulturen zu erhöhen und die Bauern wohlhabend zu machen.

Bei der Organisierung von LWG darf man nicht mit einem Schlag Hunderte Bauernfamilien in eine Genossenschaft aufnehmen. Unter den jetzigen Bedingungen ist es empfehlenswert, eine Genossenschaft aus etwa 50 bis 60 Bauernfamilien zu bilden. Wenn wir sie in dieser Größe organisieren, wird eine Genossenschaft über 50 bis 60 Hektar Land verfügen. Gehören zu jeder Bauernfamilie durchschnittlich zwei Arbeitskräfte, so hat eine Genossenschaft rund 100 bis 120 Arbeits­kräfte, die auch ohne Mechanisierung 50 bis 60 Hektar Land durchaus bestellen können. Sind die Arbeitskräfte vereint, so kann man die Arbeiten der Physis entsprechend Frauen bzw. Männern zuteilen. Dann können die Bauern effektivere Leistungen vollbringen als bei der Arbeit nach Familieneinheiten.

Manche Leute fragen jedoch, wie man angesichts unseres immer noch bestehenden Mangels an Landmaschinen Genossenschaften organisieren kann. Diese Skepsis ist darauf zurückzuführen, daß sie die konkreten Bedingungen unseres Landes nicht gründlich kennen. Bei uns entfällt auf jeder Bauernfamilie, zum Unterschied von der Sowjet­union, wenig Boden. Deshalb kann man durch straffe Organisierung der Arbeit auch ohne Mechanisierung durchaus Genossenschaften bilden und verwalten. Das kommt jedoch keiner Ablehnung der Mechani­sierung in der Landwirtschaft gleich, denn sie ist eine nützliche und unbedingt zu bewältigende Sache.

Wir haben noch wenig Erfahrungen und dürfen eben deshalb keine zu großen Genossenschaften gründen. Uns mangelt es auch an Funktionären, die befähigt sind, große Genossenschaften zu leiten. Aus diesem Grund müssen wir Genossenschaften mit 50 bis 60 Bauern­familien schaffen. Kleine Genossenschaften sind leichter zu leiten.

Manche Leute fragen, ob unsere LWG sozialistischen oder nur teilweise sozialistischen Charakter haben. Diese Frage ist folgender­maßen zu beantworten: Typ 1, bei dem es feste Brigaden der gegenseitigen Arbeitshilfe gibt, ist ein Keim des Sozialismus, Typ 2 ist die teilweise sozialistische Form, weil hier die Produktionsmittel gemeinsam genutzt werden, aber die Verteilung nach der geleisteten Arbeit und dem Anteil des in die Genossenschaften eingebrachten Bodens erfolgt, und Typ 3 ist die sozialistische Form, da hier alle Produktionsmittel gemeinsames Eigentum sind und das Verteilungs­prinzip nach der geleisteten Arbeit uneingeschränkt angewandt wird.

Manche Bauern können sich vom Sozialismus immer noch kein genaues Bild machen. Die Imperialisten sagten früher demagogisch, Sozialismus sei, wenn man unter einer gleichen Decke schläft und Reis aus dem gleichen Kochtopf ißt. Deshalb fassen manche Bauern den Sozialismus auf diese Weise auf. In einer Genossenschaft sagte ich den Bauern, daß ihre Genossenschaft eben Sozialismus ist. Darauf antworteten sie, wenn das Sozialismus ist, dann gibt es nichts Besseres. Wir müssen den Bauern gründlich den Sozialismus erläutern.

Es ist unsere Pflicht, die bereits organisierten LWG noch mehr zu festigen. Es ist zwar wichtig, viele Genossenschaften zu organisieren, doch noch wichtiger ist es, die bereits vorhandenen zu konsolidieren.

Bei der organisatorischen Festigung der LWG kommt es vor allem darauf an, die Rolle ihrer Parteiorganisationen zu verstärken.

Unsere Partei ist die Führerin der Revolution und die Vorhut der werktätigen Massen. Deshalb können die Genossenschaften erst dann stabilisiert werden, wenn man die Parteiorganisationen gefestigt und deren Rolle verstärkt hat.

Die Parteiorganisationen sind verpflichtet, unter den Genossen­schaftsbauern die klassenmäßige Erziehung zu intensivieren. So müssen wir den Bauern genau vor Augen führen, daß wir den Weg zur sozialistischen Gesellschaftsordnung beschreiten, in der die Aus­beutung des Menschen durch den Menschen für immer verbannt ist, und das Klassenbewußtsein der Bauern erhöhen, damit sie die Ausbeuter und die Gegner unserer Ordnung hassen.

Den Genossenschaftsbauern ist auch gründlich zu erläutern, daß im Sozialismus bei der Verteilung keine Gleichmacherei, sondern nur das sozialistische Verteilungsprinzip herrscht, dem die Quantität und Qualität der geleisteten Arbeit zugrunde liegen. Nur auf diese Weise werden in den Genossenschaften die Müßiggänger und Spekulanten verschwinden und wird sich das sozialistische Bewußtsein der Genossenschaftsmitglieder erhöhen.

Würden wir nach der Organisierung der Genossenschaften deren Mitgliedern nicht klar machen, welchen Weg wir beschreiten, dann wäre es ihnen nicht möglich, das Ziel zu erkennen.

Bei der Festigung der LWG kommt es ferner darauf an, in ihrer Arbeit die Demokratie stark zu entfalten. Alle Genossenschaftsbauern müssen das Recht haben, freimütig ihre Meinung über die Genossenschaftsarbeit zu äußern. Nur dann werden die Spekulanten zu keinen Machenschaften greifen und die Übelgesinnten keine Gerüchte verbreiten können.

Wie ein Genosse in seinem Diskussionsbeitrag sagte, ist es nicht richtig, daß die Finanzen der Genossenschaften deren Mitgliedern nicht bekanntgegeben werden. Sie sind jedoch unbedingt zu veröffentlichen. Die Genossenschaftsbauern müssen gründlich darüber informiert sein, wie groß die Einnahmen und die Ausgaben sind und wieviel sie zu bekommen haben. Wird die Veröffentlichung der Finanzen verzögert, können Gesetzwidrigkeiten entstehen und bei den Genossenschafts­bauern Zweifel hervorgerufen werden. Die Finanzen der Genossen­schaften sind kein Geheimnis. Erst wenn man sie veröffentlicht, können die Genossenschaftsmitglieder kontrollieren, ob das Geld richtig angelegt wurde, und die Vorsitzenden der Genossenschaften, wenn sie Fehler begangen haben, kritisieren. Das Vermögen der Genossen­schaften gehört nicht einzelnen Personen, sondern allen ihren Mitgliedern. Deshalb interessiert sich jeder von ihnen für den Besitz der Genossenschaften.

Um in den Genossenschaften die Demokratie zur Geltung zu bringen und sie zu festigen, muß man rechtzeitig Jahresbilanzen aufstellen und für eine exakte Verteilung sorgen. Anderenfalls werden sich in den Genossenschaften Spekulationen breit machen, und den Übelgesinnten wird für Verleumdungen Vorschub geleistet.

Gegenwärtig sind in den LWG 35 Prozent aller Bauern des Bezirkes Süd-Phyongan zusammengeschlossen. Die Parteiorganisationen dürfen in diesem Jahr keine weiteren Genossenschaften bilden und sollen ihr

Augenmerk darauf richten, daß die Basis der geschaffenen Genossen­schaften konsolidiert, deren Verwaltungskomitees gefestigt und die Feldarbeiten im kommenden Jahr konsequent gesichert werden. Es ist ratsam, erst wieder im nächsten Herbst neue LWG zu organisieren.

Welche Arbeiten haben die Parteiorganisationen des Bezirks Süd- Phyongan zur Zeit auszuführen?

Vor allem müssen sie die Massen weiterhin gründlich mit den Beschlüssen des Novemberplenums des ZK der Partei vertraut machen, ganz zu schweigen von den Parteimitgliedern.

Die Parteiorganisationen des Bezirks Süd-Phyongan sollen ferner reibungslose Vorbereitungen für den Ackerbau des nächsten Jahres treffen. Will man den Plan der Landwirtschaftsproduktion im kommenden Jahr erfüllen, so muß man sich schon jetzt gut darauf einstellen. Allen landwirtschaftlichen Genossenschaften, Einzelbauern und staatlichen Landwirtschaftsinstitutionen obliegt es, gründliche Vorbereitungen für den Ackerbau zu treffen. Es ist notwendig, Saatgut und Agrochemikalien für dessen Behandlung genügend vorzubereiten, Ackergeräte und Landmaschinen zu reparieren und instand zu halten, die Flüsse zu regulieren, die Staudämme zu überholen, Stalldung und chemische Düngemittel bereitzustellen; die Bauern, die zuwenig Nahrungsmittel haben, müssen sich selbst die fehlende Menge beschaffen.

Die Winterzeit ist zu nutzen, um sich Kenntnisse über den Ackerbau anzueignen. Ohne dieses Wissen kann man keine zufriedenstellende Feldarbeit gewährleisten. Vor allem müssen sich die Vorsitzenden der Kreispartei-, der Kreisvolkskomitees, der Gemeindepartei- und der Gemeindevolkskomitees sowie andere leitende Funktionäre auf dem Lande Wissen über den Ackerbau erwerben. Andernfalls werden sie nicht in der Lage sein, die Landwirtschaft sachgemäß anzuleiten. Es sind auch konsequente Maßnahmen zu treffen, um den Bauern umfassende ackerbauliche Kenntnisse zu vermitteln.

Des weiteren werde ich über die Perspektiven der Entwicklung unserer Wirtschaft und über den Volkswirtschaftsplan für das Jahr 1955 sprechen.

Vor allem gehe ich auf die Warenpreise und die Perspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes ein.

Bei uns sind die Warenpreise immer noch nicht niedrig. Daher beabsichtigen wir, sie künftig weiter zu senken. Man kann jedoch nicht sagen, daß unsere derzeitigen Warenpreise überdurchschnittlich hoch sind. Obwohl seit der Beendigung des dreijährigen harten Krieges erst ein Jahr vergangen ist, besteht zwischen den jetzigen Warenpreisen und denen in der Vorkriegszeit kein großer Unterschied. Beispielsweise konnte man in der Vorkriegszeit für ein Sodumal Reis entweder 1,9 Meter Gewebe oder 1,2 Paar Gummischuhe oder 5,4 Paar Strümpfe kaufen und heute dagegen 1,7 Meter Gewebe oder 1,2 Paar Gummischuhe oder 4,5 Paar Strümpfe. Wie gesagt, daran kann man ersehen, daß die jetzigen Warenpreise in die Preise für Reis umgerechnet gegenüber denen in der Vorkriegszeit nur wenig gestiegen sind. Natürlich weist der Kurs unserer heutigen Währung gegenüber dem der Vorkriegszeit gewisse Unterschiede auf, bei den Warenpreisen sind sie jedoch nicht so erheblich.

Wenn man die Produktionskosten für Reis mit denen für Textilien vergleicht, so müßte man für ein Sodumal Reis 2,5 bis 3 Meter Gewebe oder etwa 3 Paar Schuhe kaufen können. Die Bauern wären damit zufrieden, doch zur Zeit ist das noch nicht realisierbar. Die Warenpreise werden wir erst in der ersten Hälfte des Planjahrfünfts dement­sprechend senken können, wenn wir mindestens den Dreijahrplan erfüllt haben.

Seit dem Waffenstillstand ist erst kurze Zeit vergangen, was es uns nicht ermöglicht, unbedacht die Warenpreise zu senken. Für das Gedeihen und die Stärkung unseres Landes und für das Glück unseres Volkes müssen wir noch mehr aufbauen. Es sind Fabriken, Eisenbahnen und auch Schulen zu errichten. Dazu brauchen wir große Summen Geld. Die für den Bau erforderlichen finanziellen Mittel kommen erstens aus der durch die Warenproduktion in den Betrieben angehäuften Akkumulation, zweitens aus den Akzisen bei Waren und drittens aus den staatlichen Steuern. Werden künftig viel Betriebe gebaut und große Mengen Waren produziert, so wird sich die Akkumulation vermehren und werden dementsprechend auch die Akzisen und die Warenpreise herabgesetzt.

Würden wir ab sofort die Warenpreise stark senken und den Reallohn der Arbeiter und Angestellten erhöhen und alles, was wir haben, verzehren, dann wären wir nicht in der Lage, Betriebe zu bauen und die ökonomische Basis des Landes zu schaffen.

Die südkoreanische Marionettenclique um Syngman Rhee importiert Ladenhüter aus den USA, führt ein verschwenderisches Leben, anstatt Betriebe zu errichten. Sie verschachert sogar alle enteigneten Betriebe, die früher den japanischen Imperialisten gehörten. Während wir das Vermögen des Feindes, das wir beschlagnahmten, in das Eigentum des Staates und des Volkes überführten und unsere Produktion entfalten, verkauft die Marionettenclique um Syngman Rhee diese Art Vermögen an Privatpersonen. Da diese Clique außerstande ist, mit eigenen Kräften Betriebe zu errichten und zu verwalten, führt sie in jüngster Zeit USA­Kapital ein und schwätzt vom Aufbau der Betriebe. So verschachert sie gegenwärtig unverhohlen alle Güter in Südkorea an ausländische Kapitalisten.

Doch wir beschreiten den Weg, der dazu führt, die Basis der Nationalwirtschaft unseres Landes zu festigen, die Lebenslage des Volkes zu verbessern und unser Land in einen starken, souveränen und unabhängigen Staat zu verwandeln. Aus diesem Grunde müssen wir viel bauen. Der erfolgreiche Aufbau gebietet, daß jeder alles für die Entwicklung eines starken, souveränen und unabhängigen Staates einsetzt, d. h. wer Geld in Reserve hat, soll es spenden, wer einen Lebensmittelvorrat hat, soll ihn zur Verfügung stellen. Außerdem sind die Steuern rechtzeitig an den Staat zu zahlen.

Die gegenwärtigen Bedingungen erlauben es uns ebenso wenig, die Naturalsteuer weiter herabzusetzen. Natürlich ist sie nicht unveränderlich. Wenn später viele Betriebe errichtet sind und sich die staatlichen Akkumulationen angehäuft haben, werden wir auch die Naturalsteuer senken können. Da wir aber zur Zeit viel bauen müssen, können wir das nicht tun. Durch eine genaue Ermittlung der Erträge der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ist für eine exakte Abführung der Naturalsteuer zu sorgen.

Wir beabsichtigen, im Jahr 1955 die Warenpreise herabzusetzen, und haben ebenfalls geplant, sie auch in den darauf folgenden Jahren ständig zu senken. Wenn künftig durch den Bau vieler Betriebe die Ausgaben des Staates erhöht werden, wird die Bevölkerung weiter entlastet sein. Die Parteiorganisationen müssen all das der Bevölkerung gründlich erläutern.

Kurz gesagt, die jetzigen Warenpreise sind gegenüber denen in der Vorkriegszeit nur unbedeutend höher. Seit der Beendigung des Krieges ist noch nicht viel Zeit vergangen. Wir konnten jedoch, wie gesagt, die Warenpreise herabsetzen. Das ist einzig und allein auf die folgerichtigen Maßnahmen unserer Partei und der Regierung der Republik für die Stabilisierung der Lebenslage des Volkes zurückzuführen.

Wie allen bekannt, besteht die Hauptaufgabe im Zeitraum des Dreijahrplans darin, die zerstörten Betriebe wiederherzustellen, in der Produktion den Vorkriegsstand zu erreichen oder ihn zu überbieten und zum Teil neue Betriebe zu errichten, die es in der Vorkriegszeit nicht gab.

Vor der Befreiung bestand in unserem Lande überhaupt keine Maschinenbauindustrie. Die japanischen Imperialisten dachten nicht daran, diesen Zweig zu schaffen, denn ihr Ziel war es, Rohstoffe in Korea auszuplündern. Deshalb bauen wir gegenwärtig in verschiedenen Gebieten viele Maschinenfabriken.

Ohne Maschinenindustrie, die die Produktionsmittel herstellt, ist es nicht möglich, einen starken, souveränen und unabhängigen Staat aufzubauen. Nur die Entwicklung der Maschinenbauindustrie ermöglicht es uns, weitere andere Betriebe zu errichten und sie zu entwickeln. Obwohl wir gegenwärtig nicht einmal einfache Landmaschinen und Autoersatzteile bedarfsgerecht produzieren, werden wir künftig, wenn die Maschinenbauindustrie entwickelt ist, verschiedene Maschinen selbst erzeugen.

Zur Zeit gibt es in unserem Lande mehrere Textilfabriken, darunter die in Pyongyang und Kusong. Die Gesamtzahl der Spindeln dieser Fabriken beträgt 45 000. Das ist bereits eine recht große Zahl gegenüber 15 000 Spindeln in der Vorkriegszeit. Mit der Erfüllung des Dreijahrplans der Volkswirtschaft wird sich die Zahl der Spindeln auf 80 000 erhöhen. Danach ist sie auf 100 000-120 000 zu erweitern.

Vor dem Krieg verfügte unser Land nur über Hunderte manuell bediente Webmaschinen, die Seidengewebe produzierten. Im Jahre 1957 werden wir jedoch 15 Mio. Meter Seidengewebe und 10 Mio. Meter Kunstseide herstellen. Dann werden pro Kopf der Bevölkerung 10 Meter Textilien zur Verfügung stehen.

Man sagt, daß die Qualität der gegenwärtig in unserem Lande hergestellten Stoffe schlecht sei. Das entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Unsere Textilien sind haltbar und gut, doch sind sie nicht ansehnlich, weil sie nicht gebügelt und nicht gefärbt werden. Die Qualität der Textilien wird sich noch mehr verbessern, wenn wir künftig Färbereien bauen und dort die Textilien färben, die mit Mustern versehen und gebügelt werden.

Wir bauen auch Konservenfabriken und Fleischverarbeitungs­betriebe, die es vor dem Krieg nicht gab. Wir errichten in Küsten­gebieten des Ostmeers eine Fischkonservenfabrik und in Ryongsong eine Fleischkonservenfabrik und viele andere Lebensmittelfabriken. Das alles geschieht für die Erhöhung des materiellen Lebensniveaus unseres Volkes.

Wir werden auch den Fischfang verstärken. Weil die Funktionäre des Ministeriums für Fischereiwesen schlecht gearbeitet haben, wurde in diesem Jahr wenig Fisch gefangen, doch im kommenden Jahr wird der Fangertrag größer sein. Wenn die zuständigen Funktionäre ihre Arbeit gewissenhaft organisieren, werden wir im nächsten Jahr 440 000 t Fisch zur Verfügung haben.

Es ist vorgesehen, im kommenden Jahr in den staatlichen Vieh­wirtschaftsbetrieben über 10 000 t Fleisch zu produzieren, was durchaus verwirklicht werden kann.

Wie man sieht, sind die Perspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung in unserem Lande ausgezeichnet. Wenn wir diese Ziele erreichen wollen, müssen wir die Akkumulation erweitern.

Wir haben vieles aufzubauen. Wir müssen sowohl die Schwer- und Leichtindustrie als auch den Ackerbau und die Viehwirtschaft entwickeln. Auf diesem Wege müssen wir den Dreijahrplan vorfristig erfüllen und die Grundlage des Sozialismus festigen.

Das Jahr 1955 ist außerordentlich wichtig für die Verwirklichung des Dreijahrplans.

Der Volkswirtschaftsplan für das kommende Jahr ist sehr umfang­reich. Um ihn zu realisieren, muß er täglich, monatlich und in jedem Quartal unbedingt eingehalten werden. Wenn man jedoch das, was heute zu erledigen ist, auf morgen und das, was in diesem Monat zu leisten ist, auf den nächsten Monat verschiebt, kann man den Plan nicht verwirklichen.

Eine erfolgreiche Realisierung des Volkswirtschaftsplans für 1955 setzt voraus, daß die Parteiorganisationen eine wirksame ideologische Vorbereitung treffen. Sie sind verpflichtet, das ganze Volk zutiefst davon zu überzeugen, daß es mit aller Kraft den Volkswirtschaftsplan für das kommende Jahr erfüllen muß und es danach auch durchaus in der Lage ist, den Dreijahrplan der Volkswirtschaft zu überbieten. Werden in den Streitkräften die Armeeangehörigen für die Gefechte ideologisch gut mobilisiert, so gehen sie als Sieger hervor, geschieht das jedoch nicht und kennen sie deshalb ihre Aufgaben nicht, so können sie der Niederlage nicht entgehen. Das gleiche gilt auch für die Arbeit zur Erfüllung des Volkswirtschaftsplans. Man darf nicht unbedacht nur die Losung „Erfüllt den Volkswirtschaftsplan!“ aufstellen. Alle Arbeiter sind gründlich mit dem Volkswirtschaftsplan für 1955 vertraut zu machen, damit sie ihre Aufgaben klar erkennen und um deren Erfüllung aktiv ringen.

Gute Vorbereitungen sind zu treffen, um den Volkswirtschaftsplan für das kommende Jahr zu realisieren. Zu diesem Zweck müssen unter anderem Rohstoffe, Material und Ersatzteile genügend bereitgestellt, aber auch die Maschinen einwandfrei repariert und instand gehalten werden. Die Parteiorganisationen sind verpflichtet, allen Zweigen und Abschnitten der Volkswirtschaft tatkräftig zu helfen, für die Produktion im nächsten Jahr lückenlose Vorbereitungen zu treffen.

Der Erfüllungsstand des diesjährigen Volkswirtschaftsplans ist sachlich auszuwerten. Wenn man den Volkswirtschaftsplan für das nächste Jahr erfolgreich erfüllen will, ist es wichtig, genau zu wissen, welche Fehler in der bisherigen Arbeit gemacht worden sind. Alle Institutionen und Betriebe haben noch im Januar des nächsten Jahres Versammlungen einzuberufen, auf denen der Erfüllungsstand des diesjährigen Volkswirtschaftsplans ausgewertet werden soll, und die in der bisherigen Arbeit aufgetretenen Mängel zu kritisieren, Maßnahmen zu deren Beseitigung zu ergreifen und die besten Erfahrungen zu verallgemeinern.

Eine wichtige Aufgabe im kommenden Planjahr besteht darin, die Produktivität weiter zu erhöhen, die Arbeitsorganisation rationell zu gestalten, die Arbeitskräfte in den nicht produzierenden Bereichen zu reduzieren und die in den Produktionsbereichen zu erweitern. Man muß erreichen, daß es in allen Volkswirtschaftszweigen wenig Büro­angestellte gibt und viele Kräfte direkt an der Produktion teilnehmen.

Großer Wert ist auf die Einsparung von Material zu legen. Zur Zeit wird sehr häufig Material, insbesondere Zement und Holz, ver­schwendet. Deshalb muß man der Vergeudung von Material den Kampf ansagen und durch eine verstärkte Kontrolle des Verbrauchs ein strenges Regime einführen, wonach Material nur dort eingesetzt werden darf, wo es unentbehrlich ist.

Es sind große Anstrengungen zu machen, um die Finanzdisziplin herzustellen und die Finanzkontrolle zu verstärken.

Im Interesse einer reibungslosen Erfüllung des Volkswirtschafts­plans des kommenden Jahres muß man die Dokumente des März­plenums des ZK der Partei noch einmal studieren und zur Diskussion stellen.

Abschließend möchte ich über die Rechenschaftslegung und die Wahlen in den Parteiorganisationen sprechen.

Diese bevorstehende Arbeit ist darauf zu orientieren, den Büro­kratismus zu liquidieren und den Arbeitsstil der Kader zu verbessern.

In unserer Partei machen sich Bürokratismus und Formalismus immer noch stark bemerkbar. Es gibt etliche Funktionäre, die nicht tief in die Massen gehen und deren Meinung kein Gehör schenken. Manchen Parteifunktionären mangelt es an der Einstellung, aufge­worfene Fragen ernsthaft zu studieren und exakt zu analysieren und dann daraus entsprechende Schlüsse zu ziehen. Ein Parteifunktionär muß sich stets in seiner Arbeit auf die Massen stützen, ihre Interessen verteidigen, auf ihre Forderungen hören, ihre Einwände analysieren und so die anfallenden Fragen lösen, muß es verstehen, die Massen zu erziehen. Ferner dürfen Gerüchte, die Andersgesinnte gegen unsere Ordnung verbreiten, nicht als Meinung der Massen aufgefaßt werden.

Bei unseren Parteifunktionären macht sich immer noch ein bürokratischer Arbeitsstil geltend, weil es ihnen an Parteiverbundenheit mangelt und sie nicht mit den Ideen der Partei ausgerüstet sind. Deshalb müssen vor allem die Parteifunktionäre bemüht sein, ihre Parteiverbundenheit zu festigen.

Die Parteifunktionäre haben so zu handeln, wie es sich für einen Politarbeiter gehört. Unsere Partei ist die Vorhut der werktätigen Massen, nicht aber ein Organ mit Machtbefugnissen. Folglich dürfen die Parteifunktionäre keinesfalls im Umgang mit den Massen Befehle und Kommandos erteilen und die Autorität der Partei mißbrauchen. Sie müssen es verstehen, stets bescheiden zu sein, bereitwillig zu lernen und das Negative energisch zu bekämpfen. Auch bei Kontrollen müssen sie bemüht sein, die Funktionäre der unteren Ebenen wohlwollend zu erziehen und ihnen zu helfen. Die Kontrollen werden durchgeführt, um die Unzulänglichkeiten zu beseitigen und die Mitarbeiter der unteren Ebenen zu erziehen, nicht aber nach Fehlern zu suchen, sie zu tadeln und zu maßregeln. Selbstverständlich muß man das kritisieren und berichtigen, was notwendig ist.

In den meisten Fällen wird gegenwärtig die Kontrolle nicht auf richtige Weise vorgenommen. Deshalb fürchten sich die Funktionäre an der Basis, wenn ein Genosse einer höheren Instanz zu ihnen kommt. Die Funktionäre der unteren Ebenen fürchten und mögen die Kontrolle nicht, berichten den übergeordneten Organen nur das Positive, nicht aber das Negative. Alles das hängt damit zusammen, daß die Kontrolle bürokratisch durchgeführt wird. Deshalb muß auch in diesem Bereich konsequent mit dem Bürokratismus Schluß gemacht werden.

Alle Parteifunktionäre sind verpflichtet, die Rede vom Februar 1952 tiefgründig zu studieren, ihre Parteiverbundenheit zu stählen und sich sehr anzustrengen, damit sie sich die edlen Charakterzüge und den vorbildlichen Arbeitsstil eines Parteiarbeiters zu eigen machen können. Nur dann kann unsere Partei tief in die Massen eindringen und die Verbindung zwischen Partei und Massen weiter festigen.

Die Hauptrichtung der Parteiarbeit besteht gegenwärtig darin, durch die Überbietung des Dreijahrplans die wirtschaftlichen Grundlagen unseres Landes weiter auszubauen, die Lebensbedingungen des Volkes zu stabilisieren und zu verbessern, unsere Partei und unsere Macht­organe sowie unsere demokratische Basis der Revolution weiter zu konsolidieren, die Volksarmee allseitig zu stärken und so die Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes so schnell wie möglich zu erreichen.

Die Vereinigung und Unabhängigkeit des Vaterlandes, das ist der einmütige sehnliche Wunsch des koreanischen Volkes und die Hauptaufgabe unserer Partei. Nur die Festigung der revolutionären, demokratischen Basis, des nördlichen Teils der Republik, macht es uns möglich, die Bevölkerung des südlichen Landesteils tatkräftig zum Kampf für die Vereinigung des Vaterlandes zu mobilisieren.

Zur Zeit schwätzt die Marionettenclique um Syngman Rhee Tag und Nacht von einem „Feldzug nach dem Norden“, doch wir fürchten uns vor nichts. Sie schlägt Lärm um solch einen „Feldzug“, weil sie angesichts der großen Macht des nördlichen Teils der Republik von Angst gepackt ist. Wir dürfen uns keinesfalls davon schrecken lassen, daß diese Clique lauthals von einem „Feldzug nach dem Norden“ faselt, dürfen niemals auf den Aufbau verzichten und tatenlos bleiben. Je mehr Lärm die Feinde um einen „Feldzug nach dem Norden“ schlagen, um so besser müssen wir unsere Wirtschaft aufbauen und so das Lebensniveau des Volkes erhöhen und andererseits die Volksarmee stärken und die Verteidigungs­kraft des Landes wie einen ehernen Wall festigen.

Vor allem ist es wichtig, dem Volk bessere Lebensbedingungen zu gewähren. Nur wenn die Bekleidungs-, Ernährungs- und Wohnungs­frage der Bevölkerung vollauf gelöst ist, wird sie sich um unsere Partei noch fester zusammenschließen, werden uns auch die südkoreanischen Menschen bereitwillig folgen. Deshalb müssen wir die Lebenslage des Volkes weiterhin energisch verbessern und beharrlich darum ringen, die Volksarmee zu stärken. Ferner kommt es darauf an, das Eindringen von negativen Elementen in die Partei zu verhindern und Erscheinungen, die die Einheit und Geschlossenheit der Parteireihen schwächen, erbar­mungslos zu bekämpfen. Auf diese Weise ist die Partei organisatorisch und ideologisch zu festigen. Das ist der Weg zur Stärkung unserer revolutionären Kräfte und zur beschleunigten Vereinigung des Vaterlandes durch die Festigung der demokratischen Basis.

Gegenwärtig führen wir die Revolution und den Aufbau unter günstigen Bedingungen durch. Während der Herrschaft der japanischen Imperialisten kämpften wir für die nationale Unabhängigkeit, obwohl wir unzulänglich bewaffnet waren, wenig Revolutionäre hatten und auch keine internationale Hilfe erhielten; die heutige Situation hingegen ist anders als damals.

Wir haben heute eine Hunderttausende Mann zählende Volksarmee, wertvolle Kader mit Erfahrungen, die im dreijährigen Kampf gegen die US-Imperialisten gesiegt haben, haben im langwährenden revolutionären Kampf gestählte Revolutionäre und eine Million Parteimitglieder. Im nördlichen Landesteil vergrößern sich die Reihen der Arbeiterklasse mit jedem Tag und entwickeln sich die Genossenschaften, die den Weg des Sozialismus beschreiten, sind Millionen Massen fest um unsere Partei geschart, und die Kommunisten, die wahren Patrioten, die im langjährigen antijapanischen bewaffneten Kampf gestählt wurden, stehen an der Spitze des Zentralkomitees unserer Partei und der Regierung der Republik. Ferner erweisen uns die Sowjetunion, die Volksrepublik China und andere volksdemokratische Bruderstaaten internationale Hilfe.

Unter diesen Bedingungen sind wir in der Lage, in vereinter Kraft mit dem Volk des südlichen Teils die Feinde völlig zu vernichten, falls die US-Imperialisten und ihre Lakaien es wagen sollten, erneut einen „Feldzug nach dem Norden“ zu führen.

Wir sind verpflichtet, weiterhin unsere Partei und Volksarmee zu stärken, die demokratische Basis zu festigen, die Lebensbedingungen des Volkes zu stabilisieren und zu verbessern und das ganze Volk fest um unsere Partei und die Regierung der Republik zusammenzuschließen.

Ich hoffe, daß Sie energischer denn je darum ringen werden, die Ihnen auferlegten revolutionären Aufgaben hervorragend zu erfüllen.