27. November 1945 // Reden
Kim Il Sung // Welchen Weg das befreite Korea gehen muß

Welchen Weg das befreite Korea gehen muß

27. November 1945

Rede auf dem Massenmeeting in Sinuiju


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Liebe Landsleute!

Es sind nun schon einige Monate vergangen, seit ich in das Vaterland zurückkehrte, doch war es mir aus verschiedenen Gründen nicht mög­lich, hierher zu kommen. Heute endlich bot sich mir die Gelegenheit, mit Ihnen zusammenzutreffen. Vor allem möchte ich bei dieser Gele­genheit Ihnen meinen herzlichen Dank dafür sagen, daß Sie mir solch einen begeisterten Empfang bereiten.

Liebe Mitbürger! Die deutschen Faschisten und die räuberischen japa­nischen Imperialisten entfesselten den Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel, der ganzen Menschheit das Joch der kolonialen Sklaverei aufzuzwingen. Doch mußten sie eine vernichtende Niederlage hinnehmen, die ihnen die friedliebenden Völker unserer Erde und die antifaschistischen demokrati­schen Kräfte beibrachten. Als Ergebnis haben sich zahlreiche schwache und kleine Länder vom Joch des Faschismus und Imperialismus befreit und den Weg zur Schaffung eines neuen Lebens eingeschlagen.

Unsere dreißig Millionen Landsleute waren in der Vergangenheit 36 Jahre lang unter der faschistischen Gewaltherrschaft des japanischen Imperialismus aller politischen Rechte und Freiheiten beraubt und schlimmster Mißhandlung und brutaler Ausbeutung ausgesetzt. Viele unserer Landsleute, die die Qualen der kolonialen Sklaverei ertrugen, waren gezwungen, schließlich ihre liebevolle Heimaterde zu verlassen, auf der sie von Generation zu Generation lebten, und über Berge und Flüsse in die Fremde, in die Mandschurei und in andere Länder, zu zie­hen, um nach einem Lebensunterhalt zu suchen. Doch auch in den fremden Ländern war ihnen nichts anderes beschieden als nationale Un­terjochung und Erniedrigung, wurde ihnen ein Leben voller Tränen und Bitterkeit aufgezwungen.

Doch unser Volk fiel vor den japanischen Imperialisten nicht auf die Knie. Trotz grausamer Repressalien der Samurai verlor unser Volk seine nationale Gesinnung nicht, und seine antijapanische Stimmung wurde mit jedem Tag gehoben. Ein anschaulicher Beweis dafür ist die Ge­schichte des antijapanischen Kampfes in unserem Land.

Das koreanische Volk führte einen langen, ununterbrochenen Kampf gegen den japanischen Imperialismus. Im In- und Ausland traten unsere Revolutionäre und das patriotisch gesinnte Volk tapfer gegen den japa­nischen Imperialismus und für die Wiedergeburt des geraubten Vater­landes auf. Viele patriotische Kämpfer opferten in diesem heiligen Kampf ihr kostbares Leben.

Der Aufstand vom 1. März, die Manse-Volksbewegung vom 10. Juni, der Generalstreik der Arbeiter von Wonsan und der Schüleraufstand in Kwangju waren antijapanische Massenkämpfe, die den Kampfgeist unse­res Volkes, das sich gegen die von den japanischen Imperialisten betrie­bene Politik der kolonialen Versklavung auflehnte, veranschaulichten.

Diese antijapanischen Aktionen hielten jedoch den Repressalien der japanischen Imperialisten nicht stand und endeten mit einer Niederlage, weil unsere Nation organisatorisch nicht zusammengeschlossen war, weil ihnen eine richtige, auf einer wissenschaftlichen Strategie und Tak­tik beruhende Führung fehlte. Keinerlei Repressalien vermochten jedoch den festen Willen unserer Revolutionäre, der antijapanischen Kämpfer und der patriotischen Bevölkerung zu brechen, die ihr Vaterland und ihre Nation liebten und zu allen Opfern bereit waren, wenn es um die Unabhängigkeit des Landes ging. Seit Anfang der 1930er Jahre wuchs der antijapanische nationale Befreiungskampf unseres Volkes allmäh­lich in den bewaffneten Kampf hinüber. Die wahren Kommunisten Ko­reas gründeten die antijapanische Partisanenarmee und entfalteten den bewaffneten Kampf gegen die schlimmsten Eroberer, die japanischen Imperialisten, um das Land zur Unabhängigkeit zu führen und dem Volk die Befreiung und Freiheit zu bringen. In einem 15jährigen schwe­ren Kampf vollbrachten sie die große Sache, die nationale Befreiung, erlösten unser Volk vollständig vom Joch der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus und bewiesen vor den Völkern der ganzen Welt die hehre Gesinnung unserer Nation.

Sie dürfen nicht vergessen, daß die Befreiung unseres Landes nur durch einen harten 15jährigen bewaffneten antijapanischen Kampf zu­stande gebracht werden konnte.

Durch den Sieg über den räuberischen japanischen Imperialismus wurde die historische Sache, die Wiedergeburt des Vaterlandes, Wirk­lichkeit und befreite sich unser Volk aus der Welt der Finsternis, gelangte zu Freiheit und Licht.

Welchen Weg muß nun das befreite Korea beschreiten? Es muß den Weg einschlagen, der zum Aufbau eines souveränen und unabhängigen demokratischen Staates führt, in dem unser Volk frei und glücklich le­ben kann.

Unser Volk steht heute vor der großen und schweren Aufgabe, eine demokratische Volksrepublik, einen wirklichen Volksstaat, aufzubauen. Es gibt für das koreanische Volk keine aktuellere, wichtigere nationale Aufgabe als eben diese. Man kann ohne Übertreibung sagen, daß die helle Zukunft unserer Nation eben in der erfolgreichen Verwirklichung dieser Aufgabe besteht.

Um solch einen neuen Staat aufzubauen, brauchen wir die geeinte Kraft der ganzen Nation. Ein demokratisches Korea kann nur mit den Kräften des ganzen Volkes geschaffen werden und nicht durch die Bemü­hungen einer Hand voll Menschen. Um die große historische Aufgabe, den Aufbau eines neuen Korea, zu erfüllen, müssen sich alle Parteien und Gruppierungen unter dem Banner der Demokratie eng zusammenschlie­ßen und festen Schrittes im Kampf mutig vorangehen.

Doch unsere Nation, der die historische Aufgabe zuteil wurde, ein neues Korea aufzubauen, hat sich noch immer nicht zusammengeschlossen.

Obwohl nun schon drei Monate vergangen sind, seit sich das Land vom Kolonialjoch des japanischen Imperialismus befreite, setzen ei­nige Leute noch immer ihr Fraktionsgezänk fort, statt am Aufbau des Staates teilzunehmen. Sie lassen die Interessen ihres Landes und ihrer

Nation außer Acht und spalten die Massen, wobei sie nur den Einflußbe­reich ihrer Gruppierungen erweitern. Somit behindern sie den nationalen Zusammenschluß und stören in erheblichem Maße den Aufbau unseres Staates und die Stabilisierung des Lebens des Volkes.

Noch immer geht der Wiederaufbau der von den japanischen Imperia­listen zerstörten Betriebe nicht zügig voran, die Industriebetriebe arbeiten nicht mit ihrer vollen Kapazität, und das Lebensmittelproblem ist nicht völlig gelöst, so daß es die Bevölkerung sehr schwer hat. Um die Schulbil­dung ist ebenfalls schlecht bestellt. Die Schulen erhalten kein Heizmateri­al, so daß die Schüler sich vor Kälte auf den Unterricht nicht konzentrieren können. Auch die öffentliche Ordnung läßt zu wünschen übrig. Das alles geschah deshalb, weil wenige unzuverlässige Elemente Verrat an den Inte­ressen des Volkes begingen und unsere Nation daran hindern, im Zusam­menschluß am Staatsaufbau teilzunehmen.

Daß sich unsere Nation noch nicht zusammengeschlossen hat, bewei­sen die Zwischenfälle in Sinuiju und Ryongampho, zu denen es unlängst gekommen ist. Sie waren voll und ganz das Werk der projapanischen Elemente, Vaterlandsverräter und sonstigen Reaktionäre. Die Reaktionäre machten sich die instabile öffentliche Ordnung und die vorübergehenden Schwierigkeiten unseres Volkes zunutze, nahmen zum Vorwand, daß we­nige Schurken in der KP und in den Machtorganen die Interessen des Volkes verletzt hatten, wiegelten die Schüler zur Unruhe auf, was schließ­lich zur Gewalttat führte. Eine Schießerei zwischen Landsleuten ist nicht nur eine Schande für die Nation, sondern fügt auch dem Aufbau unseres Staates erheblichen Schaden zu.

Alle Rädelsführer, die die Massen zu diesem Zwischenfall aufhetz­ten, sind ohne Ansehen der Person als Landesverräter zu betrachten und unbedingt vor das strenge Gericht des Volkes zu stellen.

Jeder von uns sollte sich gründlich überlegen, ob er richtig im Inte­resse des Vaterlandes und des Volkes gehandelt hat, und seine Fehler korrigieren.

Liebe Mitbürger!

Um eine demokratische Volksrepublik zu gründen und die volle Souveränität und Unabhängigkeit des Landes zu erringen, müssen wir all diejenigen, die die nationale Einheit verhindern, konsequent aus­schalten und so schnell wie möglich die Geschlossenheit der ganzen Nation erreichen.

Wir, die Kämpfer für den Aufbau eines neuen, demokratischen Ko­rea, stehen heute vor zahlreichen Schwierigkeiten. Die beim Aufbau des Staates auftretenden Schwierigkeiten müssen wir mit den Volksmassen, mit den geballten Kräften der dreißig Millionen Landsleute überwinden. Alle Bevölkerungsschichten, mit Ausnahme der projapanischen Ele­mente, Landesverräter und sonstigen Reaktionäre, müssen ihre Kräfte vereinen und sich für den Aufbau des Staates einsetzen.

Um die Kräfte der ganzen Nation zu vereinen, müssen wir möglichst schnell eine feste demokratische nationale Einheitsfront schaffen.

Damit sie gebildet werden kann, haben einzelne Parteien oder Or­ganisationen, die lediglich ihre Partei oder Gruppierung in den Vorder­grund zu schieben versuchen, ihre Fraktionsmacherei einzustellen. Wir brauchen nur solche Parteien und Organisationen, die den Interessen des Volkes dienen; wir sind nur an Kämpfen interessiert, die für die Belange des Volkes geführt werden. Alle Parteien und Organisationen dürfen nicht sich in den Vordergrund stellen oder nur auf ihrer eigenen Mei­nung beharren, sondern müssen für die Interessen des Landes und der ganzen Nation kämpfen. Es ist deshalb notwendig, nicht mit Worten, sondern mit Taten für die nationale Einheit einzutreten.

Jede Partei und jede Organisation, die Verrat an den Interessen des Volkes begeht und durch ihre Handlungen eine nationale Einheitsfront zu hintertreiben sucht, muß vom Volk selbst gerichtet werden. Das ganze Volk muß entschlossen gegen alle Elemente vorgehen, die die Einheit der Nation verhindern, und sich aktiv für die Schaffung einer stabilen demo­kratischen nationalen Einheitsfront einsetzen.

Es gibt heute gewisse Personen, die behaupten, die KP wäre schlecht, das ist eine falsche Ansicht. Die KP ist die progressivste und revolutionärste Partei, die für die Interessen der Arbeiter, Bauern und des ganzen werktätigen Volkes kämpft. Die ganze Linie und Politik der KP stehen heute im Dienste der Volksmassen und vertreten die wahren Interessen unseres ganzen Volkes. Die KP kämpft in unserem Land für die Schaffung einer festen nationalen Einheitsfront, für die Errichtung einer wirklichen Volksmacht auf deren Basis und für den Aufbau eines souveränen und unabhängigen demokratischen Staates, der dem ganzen Volk ein wohlhabendes Leben sichern wird. Dieses Vorhaben wird nur dann vom Erfolg gekrönt sein, wenn das ganze Volk die KP unterstützt.

Gerade eben wurde ich gefragt: „Sind Sie auch Kommunist, Feld­herr?“ Ja, ich bin Kommunist. Die Kommunisten sind wahre Patrioten, standhafte Kämpfer für die volle Unabhängigkeit des Landes und das Glück unseres Volkes. Wenn sich jemand für einen Kommunisten hält, aber sein Land und seine Nation nicht liebt, dann ist er kein wahrer Kommunist. Ich gehöre nicht zu der Kategorie von Kommunisten, die sich auf irgendwelche Fremde verlassen, sondern ich bin ein Kommunist, der sich auf sein Volk stützt und für die Interessen der koreanischen Nati­on und des koreanischen Volkes kämpft.

Wir müssen imstande sein, die wahren Kommunisten genau von den Scheinkommunisten zu unterscheiden. Man darf nicht alle Kommunis­ten für schlecht halten oder voreingenommen gegen die KP sein, nur weil sich eine Hand voll unzuverlässiger und fremder Elemente, die sich in die Reihen der KP eingeschlichen haben, unwürdig aufführen. Die ehemaligen Helfershelfer des japanischen Imperialismus, die jetzt ihr wahres Antlitz nicht zeigen und sich in den Reihen der KP verbergen, erschrecken die Menschen und treiben ihr Unwesen nur zu ihrem per­sönlichen Vorteil und Gewinn. Sie versuchen auf diesem Wege, die KP von den Massen zu isolieren und sie bei ihnen in Mißkredit zu bringen. Wir sind verpflichtet, all diese unzuverlässigen und fremden Elemente aus der KP konsequent zu verjagen, um sie in eine Massenpartei zu ver­wandeln, die wirklich hohes Ansehen bei den Volksmassen genießt und uneingeschränkt von ihnen unterstützt wird.

Sie müssen sich völlig im Klaren darüber sein, daß die Bildung einer nationalen Einheitsfront und die Blüte und Entwicklung unseres Vater­landes ohne die Führung der KP undenkbar sind, und sollten die Linie und Politik der KP aktiv unterstützen und nach dem Vorbild der Kom­munisten am Aufbau eines neuen, demokratischen Korea teilnehmen.

Für die Schaffung einer zuverlässigen nationalen Einheitsfront müs­sen nicht nur die KP, sondern auch die Demokratische Partei ihre Rei­hen konsequent von den Helfershelfern des japanischen Imperialismus säubern, einschließlich all derjenigen, die die nationale Einheit und Ge­schlossenheit behindern, und der Linie der Demokratie, die den Interes­sen des Volkes dient, folgen.

Zugleich sind so schnell wie möglich Massenorganisationen zu bil­den. Gestützt auf die Massenorganisationen, die bereits in verschiede­nen Gebieten bestehen und wirken, müssen wir Massenorganisationen mit einheitlichem System von Zentrum bis hin zu den untersten Ebe­nen gründen und die Massen verschiedener Bevölkerungsschichten in ihnen vereinigen.

Wir müssen die breiten Massen zusammenschließen, um eine feste de­mokratische nationale Einheitsfront zu schaffen und sie tatkräftig für den Aufbau des Staates zu gewinnen. Die ganze patriotisch gesinnte Bevölke­rung der verschiedenen Schichten – Arbeiter, Bauern, die Intelligenz, Händler, Unternehmer, Gläubige – alle müssen sich fest in der künftigen demokratischen nationalen Einheitsfront zusammenschließen und alle An­strengungen unternehmen, um das Vaterland neu zu gestalten.

Nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen, die die Hälfte der Bevölkerung unseres Landes ausmachen, müssen zum Aufbau eines neuen, demokratischen Korea mobilisiert werden. Die Frauen sollten sich beharrlich für ihre gleichberechtigte Teilnahme am staatlichen und politischen Leben einsetzen. Sie müssen die Sitten des Feudalismus ab­legen, sich bemühen, um ihr politisches Bewußtsein und ihr Kulturni­veau zu erhöhen, und so zu ausgezeichneten Funktionärinnen werden, die der Aufbauarbeit und Staatsangelegenheit kundig sind, und einen aktiven Beitrag zum Aufbau des Landes leisten.

Unsere nächste Aufgabe ist die Stabilisierung und Verbesserung des Lebens der Bevölkerung. Ohne Verbesserung des Lebens des Volkes kann weder eine nationale Einheitsfront erfolgreich gegründet noch ein neues, starkes Vaterland aufgebaut werden.

Um jedem einen Arbeitsplatz zu geben und die Arbeitslosigkeit zu be­seitigen, müssen wir die Betriebe so schnell wie möglich instand setzen und in Gang setzen. Gleichzeitig sind Sofortmaßnahmen für die Lösung des Lebensmittelproblems zu ergreifen, ist ein System der periodischen Lebensmittelrationierung für Arbeiter, Angestellte, Lehrer und Schüler einzuführen.

Außerdem müssen die Warenpreise stabilisiert werden. Daran hin­dern uns gegenwärtig die Spekulationen der Schieber, was dem Leben des Volkes große Schwierigkeiten bereitet. Wir müssen die Spekulanten bekämpfen und gleichzeitig konkrete Schritte zur Festsetzung von Fest­preisen für die Waren einleiten.

Eine fundamentale Maßnahme zur Stabilisierung und Verbesserung des Lebens der Bevölkerung ist die Realisierung demokratischer Reformen. Wir müssen verschiedene demokratische Umgestaltungen durchsetzen, wie die Bodenreform, die Verstaatlichung der wichtigsten Industriezweige, die Festlegung eines gerechten einheitlichen Steuersystems und die Einführung des Achtstundentags für Arbeiter und Angestellte. Nur wenn wir diese de­mokratischen Reformen verwirklichen, können wir das Leben des Volkes stabilisieren und verbessern, darüber hinaus die nationale Einheitsfront stärken und einen souveränen und unabhängigen demokratischen Staat schneller verwirklichen.

In erster Linie ist die Bodenreform durchzuführen. Um den jahrhun­dertealten Traum der Bauern vom eigenen Boden Wirklichkeit werden zu lassen und die die Entwicklung unserer Gesellschaft behindernden Fesseln des Feudalismus zu beseitigen, sind die Ländereien zu be­schlagnahmen, die früher den japanischen Imperialisten und den Guts­besitzern gehörten, und sie unentgeltlich den Bauern zu übergeben.

Eine weitere wichtige Aufgabe, die heute vor uns steht, ist die Her­stellung der öffentlichen Ordnung.

Als Folge der komplizierten Lage in unserem Land und der Machen­schaften einiger unzuverlässiger Elemente herrscht gegenwärtig ein chao­tischer Zustand. Mit der Befreiung des Landes erhielt unser Volk die Freiheit, doch wegen der fehlenden öffentlichen Ordnung kann es von den gewonnenen Rechten noch keinen Gebrauch machen und kein richtiges Leben führen. Wir müssen für die Herstellung der öffentlichen Ordnung kämpfen und uns so schnell wie möglich der unzuverlässigen Elemente, die die Ordnung stören, entledigen.

Es kommt bei der Herstellung der öffentlichen Ordnung darauf an, die Rolle der Sicherheitsorgane zu verstärken. Die japanische imperia­listische Polizei schüchterte das Volk durch Drohungen und Erpressun­gen ein. Wir müssen unter den Mitarbeitern der Sicherheitsorgane einen verstärkten Kampf führen, damit sie solche Überbleibsel mit der Wurzel ausmerzen und eine Atmosphäre schaffen, in der sie den Interessen des Volkes treu dienen. Auf diese Weise ist zu erreichen, daß diese Organe zuverlässig Leben und Eigentum des Volkes schützen.

Im Interesse einer verstärkten Geschlossenheit des ganzen Volkes und der Schaffung eines souveränen und unabhängigen demokratischen Staates müssen wir unbedingt eine demokratische Politik betreiben. Für uns, die Erbauer des neuen Korea, kann es keine andere Politik als die demokratische geben.

Die Demokratie, die wir meinen, ist keinesfalls jene „Demokratie“, die in den USA praktiziert wird und den Klasseninteressen der Gutsher­ren und Kapitalisten, den Unterdrückern und Ausbeutern der werktäti­gen Massen, dient; es ist auch keine Demokratie nach sowjetischem Vorbild. Unsere Demokratie ist eine Demokratie neuen Typs, eine De­mokratie koreanischer Prägung, die der Wirklichkeit unseres Landes entspricht. Im Sinne solch einer wahren konsequent durchzusetzenden Demokratie müssen wir bestrebt sein, eine demokratische Politik zu betreiben, die unserem Volk politische Freiheiten und Rechte gibt, sich auf die Kräfte des Volkes stützt und seine Interessen und sein Glück gewährt.

Um eine wahre demokratische Politik durchzuführen, ist die Rolle der Volkskomitees, der Organe der Volksmacht, zu verstärken.

Wir müssen die Volkskomitees gut kontrollieren, damit sie ihre Auf­gaben gewissenhaft erfüllen. Unser Volk hat das Recht, die Tätigkeit der Volkskomitees zu kontrollieren und zu überwachen. Das ganze Volk muß die Organe der Volksmacht vollständig von projapanischen Ele­menten, Landesverrätern und anderen Reaktionären säubern und die Volkskomitees gewissenhaft kontrollieren, damit sie stets den Interessen des Volkes treu dienen.

Wir müssen die Volkskomitees dazu anleiten, aktiv darum zu ringen, gestützt auf die Kräfte des Volkes, die notwendige Ordnung in staatlichen und gesellschaftlichen Angelegenheiten konsequent herzustellen, die Ein­heit der Volksmassen im Denken zu erreichen und durch die Entwicklung der Produktion das Leben des Volkes zu verbessern.

Liebe Bürger!

Alle Koreaner, wo immer sie tätig sein mögen, müssen sich fest un­ter dem Banner der Demokratie zusammenschließen und für die Vollen­dung der großen historischen Sache, der Neugestaltung des Vaterlandes, kämpfen. Nur so werden wir auf schnellstem Wege einen mächtigen, souveränen und unabhängigen demokratischen Staat aufbauen können.

Es lebe die Unabhängigkeit Koreas!

Es lebe die Einheit und Geschlossenheit des koreanischen Volkes!