27. Juni 1955 // Reden
Kim Il Sung // Die Politik unserer Partei auf dem Dorf nach dem Krieg und die Aufgaben der Leiter der Kabinette für demokratische Propaganda auf dem Lande

Die Politik unserer Partei auf dem Dorf nach dem Krieg und die Aufgaben der Leiter der Kabinette für demokratische Propaganda auf dem Lande

27. Juni 1955

Rede auf dem Republiktreffen der Leiter der Kabinette für Demokratische Propaganda auf dem Lande


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Genossen!

Ich erlaube mir, zunächst den Leitern der Kabinette für Demo­kratische Propaganda auf dem Lande, die als aktive Propagandisten der Politik unserer Partei während des Vaterländischen Befreiungskrieges wie auch während des Wiederaufbaus nach dem Krieg viele Schwierig­keiten überwanden und sich im Ringen um die Festigung der Basis des Dorfes und die Wiederherstellung der zerstörten Landwirtschaft große Verdienste erwarben, im Namen des Zentralkomitees der Partei und der Regierung der Republik meinen herzlichsten Dank und Glückwunsch auszusprechen.

Auf die künftige Arbeit der Leiter der Kabinette für Demokratische Propaganda auf dem Lande ist der Minister für Kultur und Propaganda in seinem Bericht ausführlich eingegangen. Deshalb möchte ich heute die Politik unserer Partei auf dem Dorf und einige Fragen Ihrer Arbeit behandeln.

Wie Sie alle wissen, ist unser Land immer noch nicht vereinigt und nach wie vor in Nord und Süd gespalten. Die Vereinigung des geteilten Vaterlandes ist die wichtigste revolutionäre Aufgabe, die gegenwärtig vor unserer Partei und unserem Volk steht.

Für die friedliche Vereinigung unseres Landes kommt es vor allem darauf an, im nördlichen Teil der Republik solide Grundlagen des Sozialismus zu schaffen und die demokratische Basis, den nördlichen Landesteil, allseitig zu festigen. Nur wenn wir dadurch die ökonomische Basis gestärkt und das Leben des Volkes verbessert haben werden, können wir der Bevölkerung des südlichen Landesteils anschaulich vor Augen führen, daß der Weg, den der nördliche Teil der Republik beschreitet, der einzig richtige für die koreanische Nation ist, kann der nördliche Teil der Republik bei der Vereinigung des Vater­landes und bei der Erringung deren Unabhängigkeit die Hauptrolle spielen.

Eine wichtige Aufgabe bei der Schaffung der Grundlagen des Sozialismus und der Festigung der demokratischen Basis, des nörd­lichen Teils der Republik, besteht darin, die durch den Krieg zerstörte Landwirtschaft rasch wiederherzustellen sowie die Lebenslage der Bauern zu stabilisieren und zu verbessern.

Infolge des von dem US-Imperialismus entfesselten Krieges, der drei Jahre andauerte, ist unsere Landwirtschaft verheerend zerstört. Durch die barbarischen Bombenangriffe des Feindes wurden Wohnhäuser, Hab und Gut sowie das landwirtschaftliche Inventar demoliert, und auch der Bestand an Zugvieh ist stark zurückgegangen. Deshalb mangelt es den Bauern an Lebensmitteln, Kleidung, Acker­geräten und Zugvieh. Die Mehrheit der Jugendlichen und Männer mittleren Alters kämpften in der Armee, und deshalb fehlt es auf dem Lande an Arbeitskräften. Zur Zeit gibt es in den Dörfern nur ältere Männer und Frauen. Außerdem haben die Dörfer noch mit vielen anderen Schwierigkeiten zu tun.

Nur der rasche Wiederaufbau der Landwirtschaft und die Ent­wicklung der Produktivkräfte auf dem Dorf ermöglichen es uns, die Lebensfrage der Bauern zu lösen und darüber hinaus die Lebenslage des ganzen Volkes zu verbessern. Deshalb sieht unsere Partei in der Wiederherstellung und Entwicklung der Landwirtschaft eine ihrer wichtigsten volkswirtschaftlichen Aufgaben nach dem Krieg und hat auf dem Plenum ihres ZK, das im November vorigen Jahres stattfand, eine Reihe von Maßnahmen zur raschen Wiederherstellung und Entwicklung der Landwirtschaft getroffen.

Obwohl die Landwirtschaft im Krieg stark zerstört wurde, haben wir ausreichende Möglichkeiten und Voraussetzungen für deren schnelle Wiederherstellung und Entwicklung.

Nach der Befreiung konnten wir während des friedlichen Aufbaus, als wir die Landwirtschaft wiederherstellten und entwickelten sowie das Leben des Volkes verbesserten, wertvolle Erfahrungen sammeln. Wir haben außerdem das heroische Volk, das in den harten Kämpfen während des Vaterländischen Befreiungskrieges gestählt wurde, und die Partei der Arbeit Koreas, die unser Volk zum Sieg führt. Deshalb können wir zuversichtlich die Landwirtschaft tatkräftig wieder in Gang bringen und entwickeln.

Die vordringlichste Aufgabe hierbei besteht darin, die Ernährungs­frage zu lösen.

Unsere gegenwärtige Lebensmittellage ist sehr angespannt. Der nördliche Teil der Republik war ursprünglich ein Gebiet, das unter Mangel an Lebensmitteln litt, nach der Befreiung jedoch, als die Bauern dank der Bodenreform zu Herren des Bodens geworden sind und mit großem Produktionselan um die Steigerung der Produktion von Lebensmitteln bemüht waren, wurde er in ein Gebiet verwandelt, das über Lebensmittelvorräte verfügt. Vor dem Krieg waren wir in der Lage, die Bevölkerung reichlich mit Lebensmitteln zu versorgen und zudem einen großen Vorrat anzulegen; wir exportierten sogar das überschüssige Getreide. Wie wir also sehen, steht der nördliche Teil der Republik, der reich an Lebensmitteln war, aufgrund der starken Zerstörungen der Landwirtschaft durch den Krieg vor einer schweren Lebensmittellage.

Die Lösung der Ernährungsfrage ist heute eine Schlüsselaufgabe bei der Stabilisierung und Verbesserung der Lebensbedingungen des Volkes und bei der beschleunigten Schaffung der Grundlagen des Sozialismus. Während wir im Vaterländischen Befreiungskrieg unter der Losung „Der Kampf für die Steigerung der Produktion von Lebensmitteln ist ein Ringen um den Sieg im Krieg!“ kämpften, müssen wir uns heute unter der Losung „Für die Schaffung der Grundlagen des Sozialismus mehr Lebensmittel produzieren!“ energisch einsetzen.

Nur wenn wir die Ernährungsfrage gelöst haben, können wir auch günstige Bedingungen für die friedliche Vereinigung des Landes schaffen.

Bei der Lösung der Nahrungsmittelfrage kommt es vor allem darauf an, die verwüsteten Ackerböden in Ordnung zu bringen und die Anbauflächen zu erweitern.

In der Kriegszeit wurden die Anbauflächen stark dezimiert, weil viele neue Flugplätze und Straßen gebaut, an den Küsten und in den Frontgebieten viele militärische Objekte errichtet wurden. Ferner sind infolge der feindlichen Bombenabwürfe Zehntausende Hektar Ackerland verwüstet und beträchtliche Anbauflächen von Natur­katastrophen heimgesucht worden. Da die japanischen Imperialisten während ihrer langjährigen Okkupation unseres Landes keine Flußdämme gebaut haben, gingen uns jedes Jahr durch Über­schwemmungen große Anbauflächen verloren. Außerdem gibt es nicht wenig Ländereien, die während des Krieges aus Mangel an Arbeitskräften nicht bestellt wurden.

Die Anbauflächen sind stark zurückgegangen, und dagegen wurde nur wenig Neuland gewonnen, das heißt, die Anbauflächen wurden in geringem Maße erweitert. Was die in der Kriegszeit erweiterten Anbau­flächen betrifft, haben wir nur die Hochebene Paekmu erschlossen, dort den Staatlichen Komplexen Landwirtschaftsbetrieb Nr. 5 errichtet und in Osudok, Bezirk Jagang, Neuland von Tausenden Hektar erschlossen.

Da während des Krieges die Anbauflächen zurückgegangen sind, sank die Getreideproduktion und entstand eine angespannte Lebens­mittellage im Lande.

Wenn die verwüsteten Ackerböden nicht wiederhergestellt und die Anbauflächen nicht erweitert werden, ist es ausgeschlossen, die Erzeugung von Lebensmitteln zu steigern. Wir müssen unter allen Umständen den verwüsteten Ackerboden wieder instand setzen und durch die beträchtliche Erschließung von Neuland die Anbauflächen auf einen Stand bringen, der den der Vorkriegszeit übertrifft.

In diesem Frühjahr haben wir mehr als 30000 Hektar Anbauflächen wiederhergestellt, wir dürfen uns jedoch nicht damit zufriedengeben und müssen uns für ihre Erweiterung noch beharrlicher einsetzen.

Unerläßlich ist es, den Bau von Bewässerungsanlagen tatkräftig zu entfalten und so die Bewässerungsflächen zu vergrößern. In unserem Land gibt es zur Zeit mehr als 100 000 Hektar unmittelbar Regenwasser angewiesene Felder und wasserarme Felder. Sie alle sind durch den Bau von Bewässerungsanlagen in wasserreiche Felder zu verwandeln. Da die Reisfelder höhere Erträge bringen als die anderen Felder, muß man sich für die Umgestaltung der Felder in Reisfelder einsetzen und so die Flächen für den Reisbau erweitern.

Es gilt, die Bauarbeiten für die Flußdämme gewissenhaft auszu­führen, so die Anbauflächen vor Hochwasserschäden zu bewahren und sich tatkräftig für die Wiederherstellung des Ackerlandes, das früher beschädigt wurde, einzusetzen.

Andere Länder erschließen gegenwärtig im großen Maßstab Neu­land, um die Getreideproduktion zu steigern. In unserem Land, wo es keinen zusätzlichen Ackerboden gibt, ist das jedoch nicht möglich. Wir müssen auf dem Wege der Wiederherstellung des zerstörten Ackerlandes, der Nutzung aller brachliegenden Böden, der Erweiterung der bewässerten Flächen durch den starken Bau von Bewässerungs­anlagen und durch den wirksamen Schutz des Bodens die Getreide­produktion steigern,

Für die Steigerung der Agrarproduktion kommt es ferner darauf an, konsequent moderne Ackerbaumethoden einzuführen.

Manche Leute lehnen alle früheren Ackerbaumethoden mit der Behauptung ab, sie seien veraltet. Das ist ein Irrtum. Die früheren Ackerbaumethoden sind nicht alle überholt, unter ihnen gibt es auch brauchbare, die veralteten sind über Bord zu werfen und die nützlichen weiter zu entwickeln. Und manche Leute denken, daß alle Ackerbau­methoden anderer Länder modern seien, und wollen sie unkritisch einführen, was jedoch nicht zu vertreten ist. Die Ackerbaumethoden anderer Länder sind nicht alle modern. Unter diesen gibt es welche, die wir übernehmen können, und auch solche, die den Bedingungen unseres Landes nicht entsprechen. Deshalb muß man die Ackerbau­methoden, mit denen hohe Erträge erzielt werden können, einführen, aber nicht die für uns unbrauchbaren, unabhängig davon, ob es eigene frühere Ackerbaumethoden sind oder die in anderen Ländern angewandt werden. Wo es sich als günstig erweist, ist der Breitfurchen­anbau, das Pflanzen in kleinen Nestern mit dichtem Abstand oder Aussaat in zwei dicht nebeneinander stehenden Reihen mit einem bestimmten Abstand zu dem nächstfolgenden Reihenpaar einzuführen.

Um hohe Getreideerträge zu erzielen, ist es notwendig, ertragreiche Kulturen anzubauen und den zweimaligen Anbau im Jahr noch mehr einzuführen. In den Gebieten, wo zwei Ernten im Jahr eingebracht werden können, ist der Nutzungsgrad des Bodens zu erhöhen, indem man ihn mit Gerste und als zweite Frucht mit Mais oder mit Weizen und als zweite Frucht mit Mais bestellt. Nur dann kann von kleinen Flächen eine reiche Ernte eingebracht werden.

In den Gebieten mit starken Kälteeinbrüchen wie in den Bezirken Nord-Hamgyong, Ryanggang und Jagang sind frostresistente Kultur­pflanzen anzubauen.

Für den Ackerbau ist es wichtig, hochproduktives Saatgut zu erzeugen und Elitesaatgut in den Boden einzubringen, denn dann kann die Saat schnell aufkeimen, das Getreide gesund wachsen und ein hoher Ertrag erzielt werden.

Für die Steigerung der Agrarproduktion sind auch große Mengen Düngemittel zu sichern.

Partei und Staat setzen große Kräfte für die Wiederherstellung der chemischen Düngemittelwerke und die Steigerung der Produktion von chemischen Düngemitteln ein, weil sie für die Getreideproduktion wichtig sind. Im kommenden Jahr werden wir in den wiederauf­gebauten chemischen Düngemittelwerken nahezu 130 000 t Dünger herstellen. Es ist geplant, im nächsten Jahr die Dörfer mit insgesamt 150 000 t chemischen Düngemitteln aus eigener Produktion und dem Import zu versorgen. Das ist um das Doppelte mehr als in diesem Jahr.

Wenn wir die Getreideproduktion auf den Vorkriegsstand bringen wollen, reicht das noch nicht aus. Wir haben vor dem Krieg die Dörfer mit rund 220 000 t chemischen Düngemitteln beliefert. Deshalb müssen wir ihnen mindestens diese Menge bereitstellen.

Der Mangel an chemischen Düngemitteln ist durch viel Stalldünger zu kompensieren. Da jetzt den Dörfern Arbeitskräfte fehlen, wird es sicherlich dabei Schwierigkeiten geben. Doch wir müssen klar erkennen, daß es ohne zusätzliche Stalldung nicht möglich ist, die Getreideproduktion zu steigern, und haben einen energischen Kampf dafür zu entfalten.

Es ist notwendig, neben der Gewinnung von Stalldung auch tatkräftig andere entsprechende Mittel aufzuspüren. Karbidasche zum Beispiel kann gut als Dung verwendet werden. Düngt man den sauren Boden damit, so verbessert er sich. Zur Zeit haben sich in den Werken Hunderttausende Tonnen von Karbidasche angehäuft. Sie sind den Dörfern zur Verfügung zu stellen. Torf und humushaltiger Boden, der in Flußbetten liegt, können ebenfalls für die Gewinnung von Düngern gut genutzt werden. In großem Maßstab sind hierfür die torfreichen Gebiete wie die Bezirke Süd-Phyongan und Süd-Hwanghae sowie die Gebiete, die an solchen humushaltigen Böden reich sind, einzu­beziehen.

Wie man sieht, können wir die Getreideproduktion rasch steigern und die angespannte Ernährungsfrage lösen, wenn wir die Anbauflächen erweitern, moderne Ackerbaumethoden einführen und viele Düngemittel gewinnen.

Unsere Partei und die Regierung der Republik, die der Stabilisierung und Verbesserung der Lebensbedingungen der Bauern stets große Aufmerksamkeit schenken, werden auch künftig weiterhin die dafür erforderlichen Maßnahmen ergreifen.

Der Staat sieht vor, das System der landwirtschaftlichen Natural­steuer zum Teil zu verändern.

Dieses System, das gegenwärtig in unserem Land eingeführt wird, ist nicht schlecht. Doch bei seiner Durchsetzung traten zum Teil Unzulänglichkeiten auf. Beispielsweise kam es vor, daß die Natural­steuer nicht exakt eingezogen wurde, weil der Soll-Ertrag gegenüber dem Ist-Ertrag höher bzw. niedriger ermittelt war. Außerdem ist der Prozentsatz für die Naturalsteuer einheitlich festgelegt worden, ohne zu berücksichtigen, ob die Reisfelder und anderen Felder fruchtbar oder ertragsarm sind. Er beträgt bei allen Reisfeldern, gleich ob wasserreich oder wasserarm, 27 Prozent und bei anderen Feldern 23 Prozent, unabhängig davon, ob sie fruchtbare Böden im Flachland oder ertragsarme an den Abhängen sind. Schon in der Kriegszeit hatten wir Unzulänglichkeiten im Gesetz über die landwirtschaftliche Natural­steuer festgestellt und uns vorgenommen, sie zu beheben, doch bis jetzt ist uns das nicht geglückt. Deshalb wollen wir das in diesem Jahr so gut wie möglich ändern.

Zunächst wollen wir bei der Festlegung der landwirtschaftlichen Naturalsteuer den durchschnittlichen Jahresertrag zur Grundlage nehmen. Wenn zum Beispiel auf einer Hektar Fläche in einem Jahr 1 t Mais und auf einer anderen 1,6 t Mais geerntet wurde, so wollen wir 1,3 t Mais als durchschnittlichen Jahresertrag und für die Bauern entsprechende Naturalsteuer festlegen. Ferner wollen wir deren Prozentsatz nach der Bodenfruchtbarkeit bestimmen. Wir beab­sichtigen, diesen Satz bei wasserarmen Feldern die bisherigen 27 Prozent um 2 Prozent und bei ertragsarmen Feldern in den Hochebenen und Gebirgsgegenden die bisherigen 23 Prozent um 8 Prozent zu senken.

Wenn man, wie bereits gesagt, die Naturalsteuer festlegt und ihren Prozentsatz zum Teil herabsetzt, wird sich der Produktionselan der Bauern noch mehr erhöhen und ihre Lebenslage weiter verbessern.

Der Staat hat auch vorgesehen, die Bauern, die ein schweres Leben haben, von den Krediten zu befreien, die ihnen die Bauernbanken bis 1953 gewährten und die sie noch zurückzahlen müßten.

Der Staat hat beschlossen, an die Genossenschaften Schafe, Schweine, Enten und andere Haustiere zu billigen Preisen zu verkaufen, um die Nebenwirtschaft der Bauern zu fördern und ihre Einkünfte zu erhöhen. Ferner hat der Staat dieser Tage die Preise für chemische Düngemittel um 20 Prozent herabgesetzt und will künftig auch die Preise für Baumwollgewebe, Gummischuhe und andere Waren des Grundbedarfs sowie für Schulartikel senken. Dann wird sich die Kaufkraft der Bauern bedeutend erhöhen.

Es sind auch Maßnahmen vorgesehen, um den Arbeitskräftemangel in den Dörfern zu überwinden und das kulturelle und technische Niveau der Bauern zu heben.

Zur Zeit fehlt es auf dem Lande an Arbeitskräften und qualifizierten Kadern. Aus diesem Grunde beabsichtigt der Staat, die älteren Soldaten aus der Volksarmee zum Teil zu demobilisieren und aufs Land zu schicken sowie die vom Lande stammenden Mittelschulabgänger in den Dörfern ansässig zu machen.

In der Volksarmee findet jeden Tag politische und militärtechnische Ausbildung statt. Deshalb haben alle Angehörigen, die nahezu 3 bis 4 Jahre Armeedienst leisteten, mindestens ein den Ober- und Mittelschul­abgängern entsprechendes politisches und theoretisches wie auch kulturelles und technisches Niveau. Diejenigen, die in den Panzer­truppen gedient haben, beherrschen das Fahren von Traktoren und Lastkraftwagen, die Soldaten der Nachrichtentruppen kennen sich in der Elektrizität gut aus und die der Artillerie und anderer technischer Waffengattungen haben ebenfalls verschiedene technische Kenntnisse. Daher können die Demobilisierten nicht nur den Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande ausgleichen, sondern auch bei der Erhöhung des kulturellen und technischen Niveaus des Dorfes eine große Rolle spielen.

Es geht aber auch darum, daß die demobilisierten Soldaten in den Dörfern ruhig und gewissenhaft ihrer Arbeit nachgehen können. Aber manche von ihnen, die vom Dorf stammen, vergessen ihre Herkunft, nur weil sie durch ihren Dienst bei der Armee viel herumgekommen sind und ihr Kulturniveau in bestimmtem Maße erhöht haben, sie sind überheblich geworden und wollen nur in den Städten leben. Es kommt sogar vor, daß manche von ihnen ihre Frauen tadeln und berufen sich dabei darauf, daß sie ein niedriges Niveau haben. Den Partei­organisationen, den Leitern der Kabinette für Demokratische Propaganda und den Propagandisten in den Dörfern obliegt es, die Erziehung der demobilisierten Soldaten zu intensivieren, damit sie sorgenfrei und gut arbeiten sowie in den Dörfern den Kern bilden können.

Fernerhin muß man den Mittelschulabgängern, die in die höheren Schulen nicht aufgenommen wurden, wohlwollend helfen, in den Dörfern ihrer Arbeit zufriedenstellend nachzugehen. Zu diesem Zweck ist es empfehlenswert, in den Mittelschulen Fortbildungsklassen einzurichten, damit sie sich hier ein Jahr lang agronomisches und agrartechnisches Wissen aneignen können.

Der Staat beabsichtigt auch, die Landmaschinenausleihstationen zu erweitern und den Dörfern mehr Traktoren zur Verfügung zu stellen, um die mit dem Zugvieh zusammenhängenden Probleme lösen zu können. In unserem Land gab es in der Vorkriegszeit nur einige Hunderte Traktoren, jetzt aber gibt es 1800 Traktoren. Der Staat hat im laufenden Jahr die Dörfer mit mehr als 1000 Traktoren beliefert und wird ihnen künftig noch mehr Traktoren bereitstellen. Es ist vorgesehen, neben der Versorgung der Dörfer mit Traktoren im kommenden Herbst den landwirtschaftlichen Genossenschaften (LWG) 1800 Pferde der Armee zur Verfügung zu stellen.

All diese Maßnahmen unserer Partei und Regierung der Republik werden zur raschen Wiederherstellung und Entwicklung der zerstörten Landwirtschaft sowie zur Stabilisierung und Verbesserung der Lebensbedingungen der Bauern ganz erheblich beitragen.

Des weiteren ist es wichtig, die neugeschaffenen LWG zu festigen.

Wir haben bei der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft bereits große Erfolge erreicht. Gegenwärtig sind 43 Prozent aller Bauernhöfe in den LWG vereint, was keinesfalls wenig ist.

Die nächste wichtige Aufgabe in der Bewegung für den genossen­schaftlichen Zusammenschluß in der Landwirtschaft besteht darin, die Kraft nicht für die quantitative Erweiterung der Genossenschaften, sondern für die qualitative Festigung der bereits gebildeten einzusetzen. Nur wenn die neugeschaffenen Genossenschaften konsolidiert sind, können sie den Bauern die Vorzüge der genossenschaftlichen Wirtschaft vor Augen führen, können sie in der Bewegung für den genossenschaftlichen Zusammenschluß in der Landwirtschaft eine vorbildliche Rolle spielen und zur festen Grundlage der sozialistischen Landwirtschaft werden. Mit der Stärkung der bereits organisierten Genossenschaften wird eine solide Basis dafür geschaffen, künftig die Bewegung für den genossenschaftlichen Zusammenschluß in der Landwirtschaft in großem Maßstab zu entwickeln. Das ist, militär­wissenschaftlich ausgedrückt, die Festigung der bereits eroberten Stellungen, um eine neue Höhe nach der anderen einzunehmen. Wenn man während der Gefechte die bereits belagerten Stellungen nicht festigt, nur ständig Attacken führt, können die Operationen scheitern. Ebenso kann die Bewegung für den genossenschaftlichen Zusammenschluß fehlschlagen, wenn die bestehenden Genossenschaften nicht ausgebaut und weiterhin nur neue gebildet würden. Deshalb dürfen nicht nur neue LWG organisiert werden, sondern die Kräfte sind darauf zu konzen­trieren, die bereits gebildeten zu konsolidieren und deren Überlegenheit zur Geltung zu bringen.

Wollen wir den Bauern die Überlegenheit der genossenschaftlichen Wirtschaft gegenüber der Einzelbauernwirtschaft zeigen, müssen wir die ökonomische Basis der LWG festigen.

Nur mit schönen Worten über die LWG kann man die Bauern von deren Vorzügen nicht gründlich überzeugen. Die absolute Mehrheit der jetzigen Mitglieder dieser Genossenschaften sind Kleinbauern, Familien­angehörige gefallener Soldaten, der von den Feinden Ermordeten sowie Familienmitglieder der Angehörigen der Volksarmee. Obwohl die LWG aus solchen kernbildenden Kräften und den Aktivisten des Dorfes organisiert wurden, ist ihre ökonomische Basis äußerst schwach.

Für die Festigung ihrer ökonomischen Basis kommt es darauf an, aktiv das Ackerland zu planieren, zu erweitern und zu meliorieren. Es ist notwendig, die Raine der Reis- und anderen Felder in Ordnung zu bringen, die brachliegenden Böden wieder zu bestellen, die Böden zu meliorieren und die bewässerten Flächen zu vergrößern, indem man dort Wasserpumpen einsetzt und Brunnen bohrt, wo das möglich ist.

Um den Fehlbestand an Zugvieh auszugleichen, müssen sich die Genossenschaften selbst darum kümmern, es sich anzuschaffen.

Die Ackergeräte sind ebenfalls zu verbessern. Anstelle der rück­ständigen Ackergeräte wie Handpflug und Furchenzieher, die in der Zeit der Einzelbauernwirtschaft angewandt wurden, müssen unter anderem Sä- und Jätmaschinen für Gespannzug in breitem Maße eingesetzt werden. Der Staat sieht vor, im Flachland viele Land­maschinenausleihstationen zu schaffen, damit die Ackerbauarbeiten der Genossenschaften wie das Pflügen von Reis- und anderen Feldern, das Unkrautjäten und die Ernte mit Traktoren ausgeführt werden können.

Die LWG müssen für einen planmäßigen Ackerbau sorgen und konsequent moderne Ackerbaumethoden einführen. Ferner haben sie Schweine, Rinder und Schafe zu halten wie auch Bienen- und Fischzucht zu betreiben. Somit ist zu erreichen, daß die Einkünfte der Genossenschaftsbauern bedeutend höher liegen als die der Einzelbauern.

Nur wenn man die ökonomische Basis der LWG festigt und das Einkommen der Genossenschaftsbauern steigert, können sich alle Bauern von der Überlegenheit der genossenschaftlichen Wirtschaft überzeugen und sie auch tatsächlich spüren.

Im Interesse der Stabilisierung der LWG müssen wir die Erziehung ihrer Mitglieder intensivieren.

Hierbei muß man die Kräfte einsetzen, um das sozialistische Klassenbewußtsein der Genossenschaftsbauern zu erhöhen.

Ihnen ist klarzumachen, daß mit der sozialistischen Umgestaltung der Einzelbauernwirtschaft die Erscheinungen von Ausbeutung auf dem Lande liquidiert werden. Nach der Befreiung haben wir die Bodenreform verwirklicht und somit die Bauern von Ausbeutung und Unterdrückung durch die Gutsbesitzer befreit. In den Dörfern jedoch gibt es zum Teil noch immer Formen der Ausbeutung, was auf die Existenz der Einzelbauernwirtschaft zurückzuführen ist. Um diese Erscheinungen auf dem Lande vollständig zu beseitigen, muß die Einzelbauernwirtschaft insgesamt genossenschaftlich zusammen­geschlossen werden.

Wir haben das Klassenbewußtsein und die politische Wachsamkeit der Genossenschaftsbauern, der Bahnbrecher der Bewegung für den genossenschaftlichen Zusammenschluß in der Landwirtschaft, zu erhöhen und zu erreichen, daß sie im Kampf um die sozialistische Umgestaltung der Einzelbauernwirtschaft und gegen die Formen von Ausbeutung die aktive und kernbildende Rolle spielen.

Ferner müssen die Genossenschaftsbauern zur Arbeitsliebe und zur freiwilligen Teilnahme daran erzogen werden.

Sie sind gründlich davon zu überzeugen, daß die Arbeit nicht nur ihr eigenes Leben reicher macht, sondern auch eine heilige und ehrenhafte Sache ist, die für den Staat und die Gesellschaft Güter hervorbringt. Zugleich muß das sozialistische Verteilungsprinzip richtig angewendet werden. Die Verteilung nach diesem Prinzip ist keine Gleichmacherei, bei der man unabhängig von der geleisteten Arbeit undifferenziert verteilt, sondern ist ein höchst gerechtes Prinzip: gleiche Belohnung für gleiche Arbeit. Nur wenn neben der intensiven ideologischen Erziehung der Genossenschaftsbauern das sozialistische Verteilungsprinzip konsequent durchgesetzt wird, werden sie alle an der Arbeit aufrichtig teilnehmen und wird sich unter ihnen kein Müßiggang breitmachen.

Die Erziehungsarbeit ist auch mit dem Ziel zu aktivieren, daß die Genossenschaftsbauern das Vermögen des Staates und der Gesellschaft als ihr Eigentum liebevoll hüten.

Bei der Verwaltung und Leitung der LWG ist das demokratische Prinzip konsequent einzuhalten. Es ist dafür zu sorgen, daß sich alle Genossenschaftsbauern mit gleichen Rechten an der Verwaltung und Leitung der Genossenschaften beteiligen und negative Erscheinungen kritisieren, daß die Massen den Wartungsstand des Vermögens der Genossenschaften und deren Buchhaltung überwachen und kontrol­lieren. Nur dann ist es möglich, Veruntreuung und Verschwendung zu verhindern, rechtzeitig die dunklen Praktiken der Faulenzer und die Machenschaften der Andersgesinnten aufzudecken und die Genossen­schaften auf gesunder Basis zu entwickeln.

Die Festigung der LWG erfordert, daß sie nicht nur politisch und ökonomisch, sondern auch organisatorisch konsolidiert werden.

Die Partei- und gesellschaftlichen Organisationen in den Genossen­schaften sind gegenwärtig nicht stark genug. Um die LWG organisatorisch zu stärken, gilt es, die Parteiorganisationen zu festigen, das Klassenbewußtsein der Parteimitglieder zu erhöhen, die Vorsit­zenden der Organisationen des Demokratischen Jugendverbandes und die leitenden Mitarbeiter anderer gesellschaftlicher Organisationen in den Genossenschaften mit befähigten Menschen aufzufüllen und die Rolle der gesellschaftlichen Organisationen zu verstärken. Zugleich sind die Verwaltungskomitees der Genossenschaften mit zuverlässigen Kräften zu besetzen, und es ist zu verhindern, daß Müßiggänger und Übelgesinnte in diese Komitees eindringen. Zur Zeit herrscht Mangel an Kadern, die die Genossenschaften verwalten und leiten können. Der Staat muß viele Buchhalter und andere Verwaltungsmitarbeiter wie auch Agronomen und Agrartechniker ausbilden und in die Genossen­schaften schicken.

Des weiteren möchte ich über einige Aufgaben sprechen, vor denen die Leiter der Kabinette für Demokratische Propaganda auf dem Lande stehen.

Vor allem müssen sie den Bauern gründlich klarmachen, daß eine erhöhte Produktion von Getreide eine wichtige Aufgabe bei der Schaffung der Grundlagen des Sozialismus und eine Garantie für die friedliche Vereinigung des Landes ist.

Nur die Großproduktion von Getreide ermöglicht es uns, die Lebensbedingungen der Bevölkerung im nördlichen Teil besser zu gestalten, die Bevölkerung im südlichen Teil mit Hoffnung zu erfüllen und sie in ihrem Kampf zu ermutigen. Mit dem reicher werdenden Leben der Bevölkerung im nördlichen Teil wird die Bevölkerung des südlichen Teils hoffnungsvoll auf den nördlichen Teil der Republik schauen und einen aktiven Kampf gegen die Marionettenclique um Syngman Rhee aufnehmen, damit sie so glücklich wie die Bevölkerung im nördlichen Teil leben kann. Nur wenn die Bevölkerung des südlichen Teils politisch wachgerüttelt ist und sich zum Kampf erhebt, ist es möglich, das Vaterland schnell auf friedlichem Wege zu vereinigen.

Unter den Bauern ist die klassenmäßige Erziehung zu intensivieren, damit sie die Vergangenheit, in der sie ausgebeutet und unterdrückt wurden, nicht vergessen.

In unserem Lande sind heute die Klasse der Gutsbesitzer und ihre Ordnung liquidiert. Die klassenmäßige Erziehung zum Haß auf die Gutsbesitzer und gegen ihre Ordnung muß jedoch unter den Bauern fortgeführt werden. Nur die verstärkte klassenmäßige Erziehung versetzt uns in die Lage, das Klassenbewußtsein der Bauern zu erhöhen und sie mit Patriotismus zu erfüllen.

Unsere Bauern führten unter der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus ein Elendsdasein, wurden von den Gutsbesitzern maßlos ausgebeutet, unterdrückt und gedemütigt. Falls wir es aber unterlassen würden, sie klassenmäßig zu erziehen, dann könnten sie in unserer heutigen Gesellschaft, in der es keine Gutsbesitzer gibt, mit der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ihre frühere Lage, als sie ausgebeutet und unterdrückt wurden, vergessen und schließlich auf den üblen Gedanken kommen, andere auszubeuten und müßig zu leben. Deshalb muß man in den Bauern wachhalten, wie boshaft die Gutsbesitzer sind, welch ein elendes Dasein die Bauern in der Vergangenheit unter der Gutsbesitzerordnung fristeten, und ihnen klarmachen, warum es schlecht ist, andere auszubeuten. So muß erreicht werden, daß alle Bauern die frühere Lage immer im Gedächtnis behalten, die Klasse der Gutsbesitzer und deren Ausbeuterordnung hassen und gegen sie standhaft kämpfen.

Den Bauern muß deutlich bewußt gemacht werden, wie sie zu Herren des Bodens geworden sind.

Die Geschichte unseres Landes zeigt, daß die Bauern in der Vergangenheit viele Kämpfe gegen die feudale Ausbeutung und Unterdrückung geführt haben. Sie konnten sich jedoch lange Zeit nicht von der Ausbeutung und Unterdrückung der Gutsbesitzer befreien und nicht zu Herren des Bodens werden. Auch im Weltmaßstab gesehen, haben die Bauern um den Boden lange Zeit hindurch gekämpft und dabei Blut vergossen, es gibt jedoch immer noch viele Länder, in denen sie nicht die Herren des Bodens sind.

Nach der Befreiung wurde im nördlichen Teil die Volksmacht errichtet, das Gesetz über die Bodenreform verkündet und der den Gutsbesitzern beschlagnahmte Boden an die ihn bearbeitenden Bauern verteilt. Dadurch wurden die Bauern leicht, d. h., ohne besonders harten Kampf, zu Herren des Bodens. Unsere Bauern dürfen keinesfalls vergessen, daß sie dank der Fürsorge der Volksmacht zu würdigen Herren des Bodens geworden sind, und müssen mit grenzenloser Liebe zur Volksmacht sich aufopferungsvoll für deren Festigung und Entwicklung einsetzen.

Es kommt darauf an, zu erreichen, daß die Bauern eine klare Vorstellung von der Volksmacht haben. Die Macht der Republik ist eine wahre Volksmacht, die die Interessen der Arbeiter, der Bauern und der anderen Schichten des werktätigen Volkes vertritt und verficht. Unsere Volksmacht hat die Böden und Betriebe, die Eigentum der Gutsbesitzer und Kapitalisten waren, beschlagnahmt, sie in Volkseigentum überführt und den Gutsbesitzern und Kapitalisten ihre Privilegien genommen. Unsere Volksmacht setzt sich aus Vertretern der Arbeiter, der Bauern und den anderen Schichten des werktätigen Volkes zusammen, unter den Abgeordneten der Machtorgane aller Ebenen gibt es überhaupt keinen einzigen Gutsbesitzer, Kapitalisten, kein projapanisches Element und keinen nationalen Verräter. Das werktätige Volk hat in unserem Lande das Recht auf freie Meinungs­äußerung und ist Herr der Macht.

Das südkoreanische Marionettenregime Syngman Rhees hingegen ist eine volksfeindliche Macht, die die Interessen der Gutsbesitzer und Kapitalisten vertritt. Das angebliche Parlament dieser sogenannten Macht besteht lediglich aus Vertretern der Gutsbesitzer und Kapitalisten, aber hier findet sich kein einziger Vertreter der Arbeiter und Bauern. Die Arbeiter und Bauern in Südkorea sind jedweder Rechte beraubt. Daß das Marionettenregime Syngman Rhees eine sogenannte Macht ist, die die Interessen der Gutsbesitzer und Kapitalisten repräsentiert, kann man auch daran deutlich erkennen, daß die Gutsbesitzer, die unmittelbar nach der Befreiung nach Südkorea geflüchtet waren, während unseres zeitweiligen Rückzugs im Vaterländischen Befreiungskrieg zusammen mit den US-Truppen und der Marionettenarmee in den Norden zurückkamen, die an die Bauern verteilten Böden beschlagnahmten und hartnäckig versuchten, sogar die Pachtzinsen, die sie in den fünf Jahren nach der Befreiung nicht eintreiben konnten, einzuziehen.

Die Leiter der Kabinette für Demokratische Propaganda sind verpflichtet, den Bauern den volksverbundenen Charakter unserer Macht und das reaktionäre Wesen des südkoreanischen Marionetten­regimes klar vor Augen zu führen, damit sie zutiefst erkennen, daß sie aktiv gegen die reaktionäre Macht Südkoreas und für den Schutz unserer Volksmacht kämpfen müssen, wenn sie gegen das Wieder­erstehen der Gutsbesitzerordnung sind.

Die Propaganda für die Festigung des Bündnisses der Arbeiter und Bauern ist zu verstärken.

Die Festigung dieses Bündnisses erfordert, daß den Bauern eindeutig klargemacht werden muß, wer ihr wahrer Verbündeter ist. Wie alle Tatsachen zeigen, kämpft eben die Arbeiterklasse an der Seite der Bauern für deren Interessen. Es war auch eben die Arbeiterklasse, die unter Kolonialherrschaft der japanischen Imperialisten in der vordersten Reihe für die Befreiung der Bauern und des ganzen Volkes kämpfte, die während der Bodenreform nach der Befreiung den Kampf der Bauern um Enteignung der Böden des Gutsbesitzers und um deren Verteilung aktiv unterstützte und ihnen Hilfe erwies. Die Arbeiterklasse produziert für die Bauern auch Düngemittel, Landmaschinen, Kleider­stoffe und andere Waren des Grundbedarfs.

Die Arbeiter und die Bauern unterscheiden sich bei gesellschaftlicher Arbeitsteilung lediglich in den voneinander unterschiedlichen Berufen, sind aber gleiche Werktätige. Die Bauern sind Werktätige, die in den Dörfern Getreide erzeugen, und die Arbeiter sind Werktätige, die in den Fabriken Industriewaren herstellen. Verbänden sie sich fest, so gibt es nichts, was sie nicht bewältigen könnten, dann können sie den Kampf um den Sturz der alten Gesellschaft wie auch für den Aufbau einer neuen Gesellschaft erfolgreich entfalten. Während des Vaterländischen Befreiungskrieges haben unsere Arbeiter und Bauern im festen Bündnis und Zusammenschluß gekämpft, wodurch es ihnen gelang, die Volksmacht, die volksdemokratische Ordnung und die demokratische Basis – den nördlichen Landesteil – zuverlässig zu verteidigen und den Sieg im Krieg unerschütterlich zu sichern.

Das Bündnis der Arbeiterklasse und der Bauernschaft ist heute fester denn je. Auch unter den schwierigen Bedingungen, da alles zerstört ist und es an allem mangelt, überwinden sie alle Schwierig­keiten und ringen tatkräftig darum, die Betriebe wiederaufzubauen und mehr Nahrungsgüter zu produzieren. Wir müssen das Bündnis der Arbeiterklasse und der Bauernschaft noch mehr stärken und somit den Nachkriegswiederaufbau und die Schaffung der Grundlagen des Sozialismus unermüdlich beschleunigen.

Ebenso ist es wichtig, neben der Festigung des Bündnisses der Arbeiter und Bauern auch die Geschlossenheit der Klein- und Mittelbauern zu konsolidieren.

Die Kleinbauern sind Halbproletarier auf dem Lande. Man bezeichnet sie deshalb so, weil die Kleinbauern einerseits von ihrer eigenen Arbeit, ohne andere auszubeuten, leben und so der Arbeiter­klasse nahekommen und andererseits, weil sie über etwas Land und Produktionsmittel und ähnliches verfügen, also Kleineigentümer sind.

Die Kleinbauern sind der Hauptkern, auf die sich unsere Partei in den Dörfern stützt. Um die Politik der Partei im Dorf konsequent durchzusetzen und auf dem Lande die sozialistische Umgestaltung erfolgreich zu verwirklichen, muß man sich auf die Kleinbauern fest verlassen und sich gleichzeitig mit den Mittelbauern verbünden. Auch die Mittelbauern leben wie die Kleinbauern von ihrer eigenen Arbeit, ohne andere auszubeuten. Der Unterschied zwischen den Klein- und Mittelbauern besteht nur darin, daß die Mittelbauern mehr Produk­tionsmittel haben als die Kleinbauern und deshalb etwas besser leben. Deshalb sind die Mittelbauern Verbündete der Kleinbauern, die vereint mit den Kleinbauern gemeinsam kämpfen können. Mehr noch: Der größte Teil der Mittelbauern unseres Landes besteht aus Bauern, die dank der Bodenreform Boden erhielten und durch die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen Mittelbauern wurden. Aus diesem Grunde haben die Propagandisten auf dem Dorf ihre Arbeit für die Festigung der Geschlossenheit der Klein- und Mittelbauern gewissenhaft zu leisten.

Die Leiter der Kabinette für Demokratische Propaganda sind verpflichtet, in jeder Hinsicht mit persönlichem Beispiel voranzugehen, wenn sie ihre Aufgaben als Propagandisten der Politik der Partei vollauf erfüllen wollen.

Wie ausgezeichnet der Inhalt der Propaganda auch sein mag, die Massen werden den Propagandisten kein Gehör schenken, wenn sie in der Praxis nicht Vorbild sind. Die Leiter der Kabinette für Demokratische Propaganda müssen im Auftreten und in der Arbeit wie auch bei der Sauberhaltung der Häuser beispielgebend sein. Nur dann haben sie das Recht, vor den Massen aufzutreten. Wenn sie nirgends vorbildlich sind, werden sie ein schlechtes Gewissen haben und kaum andere auffordern können, gut zu arbeiten, und können schließlich ihren Aufgaben als Propagandisten der Politik der Partei nicht vollauf gerecht werden.

Die propagandistische Arbeit in den Dörfern ist schwieriger und komplizierter als die in den Betrieben. Die Arbeiter in den Betrieben arbeiten kollektiv und sind fest organisiert, die Bauern hingegen arbeiten verstreut, und ihre Organisiertheit ist folglich gegenüber den Arbeitern schwach. Während die Arbeiter ein hohes revolutionäres Bewußtsein haben, da sie kein Privateigentum besitzen, haben die Bauern aufgrund ihres Privateigentums an Produktionsmitteln nicht nur ein niedriges revolutionäres Bewußtsein, sondern tragen auch den schädlichen Gedanken, wie sie ihr Vermögen vergrößern und sorglos leben können. Ferner sind die Bauern eigensinnig und sehr konservativ. So viel Worte auch jemand sagen mag, wollen sie eine Sache nicht eher glauben, bevor sie sich nicht mit eigenen Augen davon überzeugt haben. Diese alten Ansichten und überkommenen Gewohnheiten der Bauern haben sie sich Tausenden von Jahren angeeignet. Aus diesem Grunde sind diese nicht in ein oder zwei Tagen auszumerzen. Ihre Erziehung ist folglich auf schwierig und langwierig.

Die Leiter der Kabinette für Demokratische Propaganda auf dem Lande müssen die Propagandaarbeit unter den Bauern und Erziehung geduldig durchführen, und zwar in verschiedenen Formen und eben­solchen Methoden, wobei sie die parteigemäßen und Klassenprinzipien einzuhalten und die Bräuche der Dörfer und die Gepflogenheiten der Bauern zu berücksichtigen haben. Mehr noch: Viele Bauern arbeiten und leben immer noch einzeln in der Privatwirtschaft; unter diesen Bedingungen darf man die propagandistische Arbeit nicht nur in den Kabinetten für Demokratische Propaganda durchführen, sondern soll auf den Reis- und anderen Feldern während ihrer Arbeit und in den Pausen mit ihnen sprechen. Entsprechend dem Niveau der Bauern sind auch populäre und leichtverständliche Worte zu gebrauchen. Nur dann kann man in der propagandistischen Arbeit Erfolge erreichen.

Abschließend möchte ich zu einigen von Ihnen aufgeworfenen Fragen sprechen.

Es wurde die Meinung geäußert, die Leiter der Kabinette für Demokratische Propaganda auf Lehrgänge zu schicken, damit sie ihr fachliches Niveau erhöhen können. Das ist ein konstruktiver Vorschlag. In unserem Land hat jeder das Recht auf Lernen und auch die Pflicht dazu. Es ist ratsam, in den Bezirkskaderschulen eine neue Klasse für diese Leiter einzurichten und sie hier zu unterrichten.

Es wurde danach gefragt, wie die Leiter dieser Kabinette, da manche von ihnen Mitglieder der LWG wurden, ihre Arbeit zu leisten haben. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß diese Leiter Genossenschaftsbauern werden. Die Leiter dieser Kabinette, die Genossenschaftsbauern sind, müssen nicht nur ausgezeichnete Propagandisten sein, sondern auch in der Genossenschaft vorbildlich arbeiten. Natürlich ist es nicht so einfach, beide Arbeiten gut zu leisten. Es ist aber falsch, wenn sie nur die eine Arbeit zu erledigen beabsichtigen. Arbeiten die Leiter dieser Kabinette gemeinsam mit den Genossenschaftsbauern und befassen sich dabei mit Propaganda, so kann diese Tätigkeit auch hierbei erfolg­reich sein. Selbstverständlich müssen diesen Leitern günstige Arbeits­bedingungen geschaffen werden. Die Genossenschaften haben ihnen die erforderliche Zeit für Versammlungen oder Lehrgänge zu gewähren.

Es wurde auch die Bitte ausgesprochen, für die Propaganda Papier, Farben und Kalziumkarbid zur Verfügung zu stellen und den Bauern regelmäßig Filme vorzuführen. Dieser Bitte kann künftig entsprochen werden.

Partei und Staat haben beschlossen, jetzt allen Leitern der Kabinette für Demokratische Propaganda einen Anzug zu übergeben. Der zuständige Bereich hat organisatorische Maßnahmen einzuleiten, damit sie alle vor ihrer Rückreise Kleidung bekommen.

Es wurde vorgeschlagen, für die propagandistische Arbeit Platten­spieler bereitzustellen und die Dörfer mit elektrischem Strom zu versorgen. Das werden wir künftig mit der Lösung der wirtschaftlichen Lage des Landes nach und nach klären können.

Sie sollten die gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen und die Entwicklungsperspektiven unseres Landes gut kennen. Da unser Land noch keine Plattenspieler selbst herstellt, muß man sie für viel Geld importieren, wenn man den Bedarf daran decken will. Für den Anschluß aller Dörfer an das Stromnetz muß viel Material vorhanden sein. Doch uns mangelt es an finanziellen Mitteln und Material. Auf der gegenwärtigen Etappe bauen wir die von den US-Imperialisten völlig zerstörte Wirtschaft wieder auf. Wir müssen sie im Dreijahr­planzeitraum auf den Vorkriegsstand bringen. Es ist keinesfalls leicht, in drei Jahren das wiederaufzubauen, was unsere Vorfahren in Tausenden von Jahren geschaffen haben.

Wir haben die finanziellen Mittel und Material, über die wir gegenwärtig verfügen, zunächst für die Wiederherstellung der zer­störten Betriebe einzusetzen. Nur deren rascher Wiederaufbau ermöglicht das, was wir benötigen, selbst zu produzieren und die Lebenslage des Volkes schnell zu verbessern.

Die Bauern fordern zur Zeit eine Senkung der Warenpreise, doch solange die Betriebe weder wiederaufgebaut sind noch ihre Produktion normalisiert ist, können wir diesem Wunsch nicht nachkommen. Die Senkung der Warenpreise und die Erhöhung des Lebensniveaus des Volkes setzen voraus, daß viele Betriebe errichtet und somit mehr Waren produziert werden.

Seinerzeit ließen die japanischen Imperialisten in unserem Lande wenig Betriebe bauen, die Waren des Grundbedarfs herstellen, plünderten Rohstoffe unseres Landes aus, verarbeiteten sie zu Fertig­erzeugnissen in Japan und verkauften sie dann in Korea zu hohen Preis. Deshalb konnte unser Land, obwohl es früher viel Erz abbaute und Eisen produzierte, nicht einmal Kochtöpfe herstellen. Die japanischen Imperialisten ließen auch nur einige Textilfabriken bauen; den größten Teil davon ließen sie in Südkorea errichten, in Nordkorea aber nur wenige. Folglich entfielen in der Vergangenheit pro Kopf der Bevölkerung des nördlichen Teils der Republik nur 14 cm Gewebe.

Wir bauen gegenwärtig viele Betriebe wieder auf, um das für das Leben des Volkes Notwendige selbst zu produzieren. Zur Zeit wird Stahlwerk Songjin wieder instand gesetzt. Nach dessen Fertigstellung können wir dünne Stahlbleche herstellen, die für die Produktion von Gebrauchsgütern erforderlich sind. Ferner wird die Zahl der Spindeln im Zeitraum des Dreijahrplans auf mehr als 70 000 erhöht, um Bekleidungsfrage zu lösen. Dann werden wir mehr Textilien produ­zieren und deren Preise herabsetzen können.

Die wirtschaftlichen Entwicklungsperspektiven in unserem Lande sind außerordentlich gut. Wenn das ganze Volk hoffnungsvoll, mutig und gut kämpft, ist es möglich, den Dreijahrplan für die Wieder­herstellung und Entwicklung der Volkswirtschaft zu überbieten und in diesem Planzeitraum in allen Zweigen der Volkswirtschaft das Vorkriegsniveau zu erreichen.

Die Leiter der Kabinette für Demokratische Propaganda müssen den Bauern die Perspektiven des Wiederaufbaus und der Entwicklung der Volkswirtschaft des Landes und die Möglichkeiten für deren Ver­wirklichung in großem Maße erläutern und propagieren und erreichen, daß sich alle Bauern mit großer Hoffnung und Zuversicht um die Agrarproduktion bemühen und aktiv zum Nachkriegswiederaufbau und zur Schaffung der Grundlagen des Sozialismus beitragen.