29. November 1945 // Reden
Kim Il Sung // Für die Schaffung einer Fliegertruppe des neuen Korea

Für die Schaffung einer Fliegertruppe des neuen Korea

29. November 1945

Begrüßungsansprache in der Zweigstelle des Aviatikervereins Koreas in Sinuiju


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Unsere Nation, die unter der grausamen Herrschaft des brutalen ja­panischen Imperialismus 36 Jahre lang ausgebeutet und unterjocht wur­de, hat mit der Befreiung des Landes endlich ihre Freiheit errungen und eine lichte Welt betreten.

Die japanischen Imperialisten, die Korea eroberten, plünderten die wertvollen Ressourcen unseres Landes in brutalster Weise aus und setz­ten ein ganzes Arsenal von Mitteln in Gang, um das nationale Bewußt­sein des koreanischen Volkes und seine Nationalkultur zu ersticken. Sie ermordeten in unserem Land zahllose völlig unschuldige Menschen, ja sie versuchten sogar, den Koreanern ihre Muttersprache und ihre Namen zu rauben, um die koreanische Nation ein für allemal vom Antlitz der Erde auszuradieren. Mit der Behauptung, daß die koreanische Nation zurückgeblieben sei, versperrten sie den Koreanern den Zugang zu tech­nischen Kenntnissen und zwangen unserem Volk eine fürwahr unerträg­liche koloniale Sklaverei auf.

Doch das koreanische Volk fiel vor den imperialistischen Eroberern Japans nicht auf die Knie, sondern kämpfte viele Jahre lang tapfer gegen das Kolonialregime. Mit der Waffe in der Hand führten die antijapani­schen Partisanen einen blutigen Kampf gegen die räuberischen Banden der japanischen Samurai für die Wiedergeburt des Vaterlandes und die Befreiung des Volkes und erreichten schließlich, nachdem sie die Erobe­rer geschlagen hatten, ihr Ziel, die Wiedergeburt des Vaterlandes.

Das koreanische Volk ist jetzt der würdige Herr des Landes. Das wunderschöne Heimatland wie auch der unermeßliche Reichtum an Bo­denschätzen gehören jetzt unserem Volk.

Unser befreites Volk steht heute vor der ehrenvollen Aufgabe, einen mächtigen, souveränen und unabhängigen Staat, ein neues, demokrati­sches Korea, aufzubauen. Wir sind verpflichtet, all unsere Kräfte und Fähigkeiten voll dafür einzusetzen, diese historische Aufgabe so schnell wie möglich zu verwirklichen.

Das Wichtigste beim Aufbau eines neuen demokratischen Vaterlan­des ist, daß sich alle patriotischen und demokratischen Kräfte fest verei­nen. Wir haben aktiv darum zu ringen, die projapanischen Elemente, Landesverräter und alle anderen Reaktionäre konsequent auszuschalten und alle demokratischen Kräfte, die das Land lieben, zu einer Einheit zusammenzuschließen.

Damit unser Land nie wieder zu einer Kolonie ausländischer Imperi­alisten wird und sich als starker, souveräner und unabhängiger Staat entwickeln kann, brauchen wir unbedingt eine starke Volksarmee. Für den Aufbau einer regulären nationalen Armee ist die Organisierung ei­ner Fliegertruppe von sehr großer Bedeutung.

Unser Korea verfügte bislang über keine eigene Fliegertruppe, die wir jetzt für das neue Korea schaffen müssen und die imstande ist, den blauen Himmel über unserem Vaterland zuverlässig zu schützen. Um eine Fliegertruppe zu formieren, ist vor allem eine Luftfahrtorganisation zu bilden und die Flugtechnik zu entwickeln. Man kann sagen, daß die Flugtechnik in gewisser Weise eine Meßlatte ist, mit der sich der Ent­wicklungsstand eines Landes und sein wissenschaftlich-technischer Fortschritt feststellen lassen. Damit nicht nur die Technik generell um ein hohes Niveau gehoben, sondern in erster Linie auch die Flugtechnik entwickelt werden kann, sind all unsere Kräfte aufzubieten. Deshalb habe ich Ihrem Vorschlag und Ihren Wünschen zugestimmt, die Funkti­on des Vorsitzenden des Aviatikervereins Koreas zu übernehmen.

Da sich unser Land erst unlängst vom Kolonialjoch des japanischen Imperialismus befreit hat, liegt es noch auf vielen Gebieten hinter dem

Weltstand zurück. Deshalb sind wir gezwungen, heute bei allem von Null anzufangen. Wir können und müssen mit den entwickelten Ländern gleichziehen, nicht nur technisch, sondern auch auf allen anderen Gebie­ten. Fest davon überzeugt müssen wir energisch darum ringen, in dieser Hinsicht so schnell wie möglich das Weltniveau zu erreichen.

In allen Ländern werden die Luftstreitkräfte vom Volk und seinen Führern geliebt. Stalin bezeichnete die Flieger als seine „Falken“.

Wir haben eine Fliegertruppe des Volkes schnellstens zu schaffen, damit sie den Himmel über unserem neuen Korea zuverlässig schützt. Es ist auch eine Fluglinie zu eröffnen, damit unseren Bürgern Reisen mit dem Flugzeug ermöglicht werden können.

Allerdings gibt es gegenwärtig bei uns nur sehr wenige Menschen, die die Flugtechnik beherrschen. In der Vergangenheit war es den Kore­anern, auch wenn sie es noch so gerne wollten, nicht vergönnt, die Flug­technik zu erlernen.

Es ist hervorragend, daß Sie sich jetzt die Flugtechnik aneignen, man könnte sagen, daß das ein kostbarer Keim für die Neugestaltung des Va­terlandes ist.

Wenn die Saat zu keimen beginnt, wird sie von den Bauern sorgsam gepflegt. So müssen auch wir diese Keime umsichtig großziehen und auf ihrer Grundlage eine Fliegertruppe des neuen Korea schaffen, damit unsere Mädchen und Jungen nach Herzenslust am Himmel ihres Vater­landes fliegen können.

Ihnen obliegt die hohe Verantwortung für die Schaffung der Flieger­truppe. Ihr Vorhaben muß zur keimenden Saat werden, aus der sich die künftige Fliegertruppe Koreas entwickelt.

Um diese wichtige Aufgabe zu bewältigen, sollten Sie sich vor allem fest mit den Ideen des Marxismus-Leninismus ausrüsten und sich eine revolutionäre Weltanschauung aneignen.

Mit ihrem Geschwätz, daß „Japaner und Koreaner gleiche Vorfah­ren“ hätten und „Japan und Korea ein einheitliches Ganzes“ seien, ver­suchten die japanischen Imperialisten in der Vergangenheit, die ganze koreanische Nation zu „treuen Untertanen des japanischen Kaiserreichs“ zu machen, viele Jahre lang zwangen sie unserer Jugend eine koloniale Sklavenbildung auf. Ja, es gibt nicht wenige Koreaner, die in Einrich­tungen der japanischen Imperialisten arbeiten mußten, um sich das Notwendigste zum Leben zu verdienen, sie wurden sogar zum Dienst in der japanischen Armee gezwungen. Deshalb sind viele ideologische Überreste des japanischen Imperialismus im Bewußtsein der Koreaner erhalten geblieben. Mit diesen Überresten der alten Ideologie belastet, können wir keinen Beitrag zur Neugestaltung des Vaterlandes leisten.

Sie sollten sich beharrlich darum bemühen, diese ideologischen Über­reste aus der Zeit des japanischen Imperialismus so schnell wie möglich auszumerzen und sich mit der marxistisch-leninistischen Ideologie auszu­rüsten.

Ferner müssen Sie fleißig lernen und trainieren, um das Niveau Ihrer technischen Kenntnisse unablässig zu erhöhen. Die Flugtechnik ist eine komplizierte Disziplin, die nicht kurzfristig zu meistern ist. Sie dürfen sich niemals auch nur für einen Augenblick mit dem erreichten techni­schen Stand zufrieden geben, sondern müssen stets Erkenntnisse der modernen Flugtechnik einführen und energisch trainieren, um Ihre Mei­sterschaft noch zu erhöhen. Es ist eine große Zahl von Flugingenieuren und -technikern auszubilden.

Um die Aviatik zu beherrschen, muß man eine stabile Gesundheit erhalten. Sie müssen einen geregelten Tagesablauf einhalten und zweckmäßig Sport verschiedener Arten treiben, um sich abzuhärten.

Außerdem ist es unerläßlich, daß Sie die Disziplin streng einhalten, da Sie in einem Kollektiv leben.

Hier gibt es viele junge Menschen. Sie sollten rasch eine Jugendor­ganisation gründen, um unter ihnen das Organisationsleben und die poli­tische Erziehungsarbeit zu verstärken.

Um den Himmel des Vaterlandes zuverlässig schützen zu können, müssen Sie zu Kommunisten werden. Man wird nicht als Parteimitglied geboren, deshalb sind Sie verpflichtet, wie kein anderer vorbildlich zu arbeiten und fleißig zu lernen.

Bei der Schaffung der Fliegertruppe werden selbstverständlich noch zahlreiche Schwierigkeiten und Hindernisse auftreten. Und das kann auch gar nicht anders sein, denn schließlich betreten wir hier Neuland. Doch dürfen wir nie den Mut verlieren. Wenn wir einander helfen und all unsere Kräfte und unseren ganzen Verstand mobilisieren, werden wir alle Hindernisse und Schwierigkeiten durchaus überwinden kön­nen. Nur dürfen wir vor den Schwierigkeiten nicht kapitulieren und zu­rückweichen, sondern müssen sie aus eigener Kraft kühn überwinden.

Wenn wir unser Vorhaben, die Schaffung einer Fliegertruppe, aus­führlich unter den Volksmassen propagieren, so daß das ganze Volk eine richtige Vorstellung davon hat und genau darüber Bescheid weiß, wird uns die ganze Nation uneingeschränkt zur Seite stehen. Unser Volk wird der Gründung der koreanischen Fliegertruppe aktive Hilfe erwei­sen. Unsere Bemühungen um die Gründung koreanischer Luftstreitkräf­te werden aber auch internationale Unterstützung finden.

Wir müssen fest entschlossen die vor uns stehenden Schwierigkeiten um jeden Preis überwinden. Wenn ein Mensch sich erst einmal fest für etwas entschieden hat, wird er alles erreichen.

Wir brauchen nunmehr nicht im geringsten mit allen Arbeiten zu zö­gern, die im Interesse unseres Landes zu leisten sind. Sie sind verpflichtet, für die Entwicklung einer Fliegertruppe Koreas unermüdlich zu studieren und ununterbrochene Anstrengungen zu unternehmen.

Wo es Flugplätze gibt, kann es auch Flugspezialisten geben. An all diesen Stellen ist ein Aviatikerverein zu organisieren, und alle Flugspe­zialisten müssen sich darin integrieren, viele junge Menschen, die die Flugtechnik studieren wollen, sind in diesen Verein aufzunehmen, damit ihre Reihen verstärkt werden.

Die in Pyongyang, Sinuiju, Hamhung, Chongjin und Hoeryong be­reits gegründeten Aviatikervereine sind zu einer Organisation zusammen­zufassen, in den betreffenden Gebieten sind Zweigstellen einzurichten, die zentral vom Aviatikerverein Koreas angeleitet werden.

In Zukunft werden wir der Internationalen Vereinigung für die Luft­fahrt beitreten können.

Sie müssen in der festen Überzeugung kühn voranschreiten, daß es möglich ist, die beste Fliegertruppe in der Welt zu schaffen.

Unser Ziel, einen mächtigen, souveränen und unabhängigen Staat und mit ihm auch Luftstreitkräfte des Volkes zu schaffen, werden wir unbedingt erreichen.