29. Dezember 1954 // Reden
Kim Il Sung // Über den Charakter der Revolution unseres Landes auf der gegenwärtigen Etappe und die Hauptrichtung des ersten Fünfjahrplans

Über den Charakter der Revolution unseres Landes auf der gegenwärtigen Etappe und die Hauptrichtung des ersten Fünfjahrplans

29. Dezember 1954

Schlußwort im Politkomitee des ZK der Partei der Arbeit Koreas


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Auf jeder Etappe der Revolution ist die richtige Bestimmung des Charakters der Revolution von äußerst großer Bedeutung, um den revolutionären Kampf und die Aufbauarbeiten reibungslos und mit Erfolg durchzuführen. Wir können nur dann das große Werk, die Vereinigung des Vaterlandes, schnell erreichen und die gesamt­koreanische Revolution erfolgreich voranbringen, wenn wir den Charakter unserer Revolution auf der gegenwärtigen Etappe klar fest­legen und darauf gestützt eine wissenschaftlich fundierte Strategie und Taktik erarbeiten. Weil die richtige Festlegung des Charakters der Revolution so bedeutungsvoll ist, haben wir darüber heute im Polit­komitee beraten; wir beabsichtigen, in nächster Zeit auf einer Plenar­tagung des ZK der Partei Thesen über den Charakter und die Aufgaben unserer Revolution aufzustellen.

Wie ist nun der Charakter der Revolution unseres Landes auf der gegenwärtigen Etappe zu definieren?

Die Wissenschaftler vertreten dazu verschiedene Meinungen. Einige sind der Auffassung, unsere Revolution habe sozialistischen Charakter. Sie sagen, die Arbeiterklasse in Rußland habe während der Sozialis­tischen Oktoberrevolution zunächst die Macht in Moskau und Leningrad errungen, obwohl in anderen Gebieten der Sieg der Revolution noch ausstand, sie habe unter der Losung der sozialistischen Revolution gekämpft und schließlich den Sieg der Revolution im ganzen Land davongetragen, und behaupten, daß man auch bei uns heute den Kampf unter der Losung der sozialistischen Revolution führen muß. Das ist eine völlig falsche Auffassung.

Worin bestehen nun die Fehler in ihren Auffassungen? Erstens darin, daß sie die gegenwärtige Lage unseres Landes mit der in Rußland während der Sozialistischen Oktoberrevolution gleichsetzten, und zweitens, daß sie die Revolution in Südkorea nicht als einen Bestandteil der koreanischen Revolution ansehen. Wenn wir nach ihrer Auffassung den Charakter der Revolution unseres Landes auf der gegenwärtigen Etappe als sozialistisch definieren, würden wir große revolutionäre Kräfte, besonders die Kleinbourgeoisie und breite antiimperialistische, antifeudalistische demokratische Kräfte im südlichen Landesteil verlieren. Folglich würden wir auf gewaltige Hindernisse bei der erfolgreichen Beschleunigung der Revolution in ganz Korea stoßen.

Bei der Bestimmung des Charakters der Revolution in unserem Lande auf der gegenwärtigen Etappe dürfen wir weder nur den nördlichen Teil der Republik im Auge behalten noch den südlichen Teil, der die Hälfte des Territoriums unseres Landes ausmacht und auf dem zwei Drittel der Bevölkerung leben, ignorieren. Wir müssen dabei bedenken, daß die südkoreanische Revolution ein wichtiger Bestandteil der gesamtkoreanischen Revolution ist und sich Nord- und Südkorea jeweils auf verschiedenen Etappen der Revolution befinden.

In Nord- und Südkorea entstand nach der Befreiung eine entgegen­gesetzte Lage, und beide Teile schlugen einen völlig entgegengesetzten Weg ein.

Nach der Befreiung wurde in Nordkorea eine Volksmacht errichtet, die sich auf der Grundlage des Bündnisses der Arbeiter und Bauern unter Führung der Arbeiterklasse auf die Einheitsfront der breiten patriotischen demokratischen Kräfte stützt. Mit der Errichtung der Volksmacht wurde unser Volk zum ersten Mal in seiner Geschichte zum wahren Herren des Landes, der die Macht in seinen Händen hat.

Unter Führung unserer Partei führte die Volksmacht die Bodenreform, die Verstaatlichung der Industrie sowie andere demokratische Reformen erfolgreich durch und wies einen breiten Weg zum sozialen Fortschritt. So wurden im nördlichen Teil der Republik die Aufgaben der antiimperialistischen, antifeudalen demokratischen Revolution vollständig verwirklicht. Wir traten Schritt für Schritt in die Übergangszeit zum Sozialismus ein. Der Kampf der Bevölkerung des nördlichen Teils der Republik für die Erfüllung der Aufgaben in der Übergangsperiode zum Sozialismus wurde infolge des dreijährigen Krieges zeitweilig unterbrochen und nach dem Krieg wieder aufgenommen. Mit einem Wort, seit der Befreiung schreitet die Revolution im nördlichen Teil der Republik in Übereinstimmung mit den Erfordernissen und dem Willen der Bevölkerung siegreich voran.

Doch Südkorea wurde nach der Befreiung zu einer Kolonie der US- Imperialisten. Nach der Besetzung Südkoreas scharte der US- Imperialismus die projapanischen Elemente und Verräter an der Nation um sich und hob ein reaktionäres Marionettenregime in den Sattel. Das südkoreanische Marionettenregime vertritt die Interessen der Guts­besitzer, der Kompradorenbourgeoisie und der reaktionären Beamten; es dient der Aggressionspolitik des US-Imperialismus. Mit Hilfe dieses Marionettenregimes verstärkt der US-Imperialismus weiterhin die nationale Unterdrückung und die koloniale Ausplünderung Südkoreas. Infolgedessen wurde die Industrie Südkoreas in starkem Maße zerstört, und die Dörfer wurden ebenfalls ruiniert. Die Bevölkerung ist unsagbarem Leid und Elend ausgesetzt.

Unsere Revolution hat heute die Aufgabe, die US-imperialistischen Aggressoren von unserem Territorium zu verjagen, die vollständige Unabhängigkeit des Landes zu erringen und die Bauern in Südkorea von der Unterdrückung und Ausbeutung der Gutsbesitzer zu befreien. Vom Standpunkt unseres gesamten Landes aus gesehen, befindet sich also unsere Revolution noch auf der Etappe der antiimperialistischen, antifeudalen demokratischen Revolution.

Da die US-Imperialisten Südkorea besetzt halten, müssen wir einen harten und langwierigen gesamtnationalen Kampf für den Sieg der koreanischen Revolution im ganzen Lande führen.

Um das gespaltene Vaterland zu vereinigen und die Revolution im ganzen Land zum Sieg zu führen, ist es unerläßlich, die demokratische Basis, den nördlichen Teil der Republik, die Quelle der koreanischen Revolution, politisch, ökonomisch und militärisch weiter zu stärken. Voraussetzung dafür ist, daß der nördliche Teil der Republik die Revolution voranbringt und zum Sozialismus übergeht. Nur der Aufbau des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik ermöglicht es, die demokratische Basis zu stärken und somit entscheidende Kräfte zu formieren, die in der Lage sind, die Vereinigung und Unabhängigkeit des Landes sowie den Sieg der Revolution im ganzen Land zu erringen.

Der Übergang zum Sozialismus im nördlichen Teil der Republik ist an und für sich eine gesetzmäßige Forderung der Entwicklung der Revolution.

Einige sind der Auffassung, daß sich angesichts der Teilung unseres Vaterlandes in Nord und Süd auf die Nationalbourgeoisie in Südkorea negativ auswirken kann, wenn wir im nördlichen Teil der Republik den Sozialismus aufbauen, und fordern, daß man mit dem Aufbau des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik solange warten muß, bis das Vaterland vereinigt ist. Das ist eine Ansicht, die einer falschen Einschätzung der entstandenen politischen Lage in unserem Land entspringt.

Die US-Imperialisten wollen nicht freiwillig aus Südkorea abziehen. Auf der Genfer Konferenz, die im Sommer vergangenen Jahres stattfand, erklärte der US-Außenminister Dulles unverhohlen, die USA werden niemals von Korea ablassen, da sie im Koreakrieg gewaltige Verluste erlitten haben.

Im nördlichen Teil der Republik sind die sozialökonomischen Voraussetzungen dafür herangereift, den Weg zum Sozialismus einzuschlagen, und das große Werk, die Vereinigung des Vaterlandes, hat langwierigen Charakter. Weshalb sollten wir unter diesen Umständen den Aufbau des Sozialismus im nördlichen Teil bis zur Vereinigung des Vaterlandes hinausschieben? Dafür besteht keinerlei Notwendigkeit.

Haben wir im nördlichen Teil der Republik die kapitalistischen Elemente beseitigt und bauen wir den Sozialismus auf, dann werden wir auf die Bevölkerung in Südkorea großen revolutionären Einfluß ausüben und somit auch auf die nationale Bourgeoisie im Süden des Landes positiv einwirken können.

Wir wollen die Revolution, die zum Ziel hat, im nördlichen Teil der Republik die kapitalistischen Elemente zu überwinden, nicht auf dem Wege der Konfiszierung des Eigentums kapitalistischer Händler und Unternehmer, sondern dadurch verwirklichen, daß wir sie in Genossen­schaften verschiedener Form aufnehmen und sie sozialistisch umformen. Wenn die nationale Bourgeoisie im Süden des Landes für dieses Vorgehen unserer Partei Verständnis aufbringt, würde sie nicht mehr gegen uns auftreten, sondern uns unterstützen.

Wenn wir im nördlichen Teil der Republik den Sozialismus aufbauen und unser Land stark machen, werden uns die Nationalisten unterstützen. Solche ehemals starrsinnigen Nationalisten wie Kim Ku und Kim Kyu Sik waren 1948 hier im Norden, als wir noch nichts Bedeutendes vollbracht hatten, und überzeugten sich von der Entwicklung des nördlichen Landesteils. Bereits damals meinten sie, daß die Politik der Kommunisten richtig sei. Wenn wir also im nördlichen Teil der Republik den Sozialismus aufbauen und eine sozialistische Ordnung errichten, in der jeder glücklich lebt, würde das eine Triebkraft sein, die große Kreise der Arbeiter und Bauern in Südkorea zum revolutionären Kampf inspiriert, und auch eine gewaltige Kraft für die Schaffung der Einheitsfront mit der süd­koreanischen nationalen Bourgeoisie.

Würden wir die herangereiften Forderungen unserer Revolution ignorieren und auf den Aufbau des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik verzichten, indem wir uns von den falschen Ansichten mancher Leute leiten ließen, so würde sich die Vereinigung des Vaterlandes hinauszögern, und auch die Stärkung unserer revolutionären Kräfte und die Erhöhung des Klassenbewußtseins der Bevölkerung würden stark behindert werden.

Wir müssen den Aufbau des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik als die Hauptaufgabe unserer Partei ansehen und nach Kräften darum ringen, sie zu erfüllen. Unser Ziel ist es, durch eine sozialistische Umgestaltung der kleinen Warenwirtschaft und der kapitalistischen Wirtschaft, der Fessel der gesellschaftlichen Entwicklung, den Produk­tivkräften einen breiten Weg für die Entwicklung zu bahnen und das Leben des Volkes von Grund auf zu verbessern.

Der Aufbau des Sozialismus im nördlichen Teil der Republik muß vom tiefgreifenden Klassenkampf geprägt sein. Deshalb müssen wir durch eine aktive klassenmäßige Erziehung das Bewußtsein der Parteimitglieder und aller anderen Werktätigen ständig erhöhen.

Jetzt möchte ich auf die Hauptrichtung des Fünfjahrplans der Volkswirtschaft eingehen, den wir künftig im Norden unserer Republik in Angriff nehmen werden.

Nach einem erfolgreich erfüllten Dreijahrplan wollen wir einen Fünfjahrplan realisieren. Im Planjahrfünft werden wir das Haupt­gewicht darauf legen, die Grundlagen des Sozialismus zu schaffen und im wesentlichen das Bekleidungs-, Ernährungs- und Wohnungsproblem der Bevölkerung zu lösen.

Die Schwerindustrie muß sich in diesem Zeitabschnitt auf die Stärkung einer selbständigen industriellen Basis orientieren und die im Dreijahrplanzeitraum wiederaufgebauten Betriebe modernisieren, erweitern und eine Reihe neuer Betriebe bauen.

Vor der Elektroenergieindustrie steht in diesem Zeitraum die Aufgabe, das Wasserkraftwerk Suphung und andere Wasserkraftwerke wiederherzustellen und zu vervollkommnen, den im Krieg eingestellten Bau des Kraftwerkes Toknogang abzuschließen und die Errichtung des Kraftwerkes Kanggye bedeutend zu beschleunigen. So muß 1961, im letzten Jahr des Planjahrfünfts, die Stromerzeugung 1,85 Millionen kW betragen, um den im Planjahrfünft wachsenden Strombedarf verschie­dener Zweige der Volkswirtschaft decken zu können.

Die Kohleindustrie muß den Bedarf verschiedener Volkswirtschafts­zweige und der Bevölkerung decken. Dazu sind im letzten Jahr des Planjahrfünfts 8,5 bis 9 Millionen Tonnen Kohle zu fördern.

Durch eine wesentliche Verbesserung der technischen Ausstattung der Bergwerke und umfassende Erkundung müssen viele neue Erzlagerstätten erschlossen werden. Insbesondere müssen wir unsere ganze Kraft darauf konzentrieren, das Bergwerk Kapsan früher als geplant in Betrieb zu nehmen und die Bleierzvorkommen in Kaechon sowie die Wolframvorkommen im Gebirge Rangnim zu erschließen.

In der metallurgischen Industrie ist vorzusehen, aus eigener Kraft das Eisenhüttenwerk „Kim Chaek“ und das Stahlwerk Songjin zu rekonstruieren und auszubauen sowie im Hüttenwerk Nampho Anlagen für Kupferelektrolyse und im Eisenhüttenwerk Hwanghae eine Block­walzstraße neu zu errichten.

Durch eine rasche Entwicklung des Maschinenbaus müssen wir im Planjahrfünft Werkzeugmaschinen, Elektro-, Land- und Baumaschinen, Motoren und verschiedene andere Maschinen und Ausrüstungen herstellen. Deshalb sind im genannten Zeitraum die in Bau befindlichen Fabriken, darunter das Maschinenbauwerk Huichon und der Werkzeugmaschinenbetrieb Kusong mit einer Jahreskapazität von 1000 Werkzeugmaschinen sowie die Maschinenfabrik Pukjung mit einer Jahreskapazität von 300 Motoren, fertigzustellen und ein Kombinat für Elektromaschinen mit einer Jahreskapazität von 18 000 Elektromotoren und eine Motorenfabrik mit einer Jahreskapazität von 700 Motoren neu zu errichten. Die Fertigstellung der Maschinenfabrik Pukjung und die Errichtung einer neuen Motorenfabrik während des Planjahrfünfts ermöglichen es uns, im Jahr mehr als 400 Schiffe zu bauen.

Ferner ist in diesem Zweig der Bau der Bergbaumaschinenfabrik Kusong zu beenden, um Kompressoren und verschiedene andere Bergbaumaschinen in großer Zahl zu produzieren.

Im Planjahrfünft ist auch ein neues Lagerwerk zu errichten. Lager sind Zubehörteile, die für Maschinen unentbehrlich sind. Wir dürfen uns bei der Beschaffung von Lagern, die für die Herstellung von Maschinen in großer Zahl benötigt werden, nicht auf den Import stützen. Wir müssen in diesem Zeitraum ein Lagerwerk bauen, um den Bedarf an Lagern aus eigener Produktion zu decken.

Die chemische Industrie muß eine entscheidende Steigerung der Produktion von chemischen Düngemitteln, Agrochemikalien, Medi­kamenten, Farbstoffen und Erzeugnissen der Grundchemie vorsehen. Wir müssen weitere Produktionskapazitäten für Ammoniumsulfat, Ammonsalpeter, Kalksuperphosphat und Kalkstickstoffdünger schaffen. Im Gebiet Sunchon des Bezirkes Süd-Phyongan müssen wir Werke für Arzneimittel und Farbstoffe bauen und dieses Gebiet zu einer Basis für die chemische Industrie entwickeln.

Die Brennstofflage im Lande ist zur Zeit außerordentlich an­gespannt. Deshalb gilt es, in allen Zweigen und Bereichen der Volks­wirtschaft einen intensiven Kampf für die Einsparung von Brenn­stoffen zu führen. Es müssen auch Maßnahmen getroffen werden, um für Kraftfahrzeuge Ersatztreibstoffe zu verwenden.

Vor der Baustoffindustrie steht in diesem Zeitraum die wichtige Aufgabe, die einzelnen Zweige der Volkswirtschaft ausreichend mit Zement zu versorgen.

Wir benötigen große Mengen Zement, um im Planjahrfünft neue Betriebe und Häfen zu errichten und auszubauen, Bewässerungsanlagen zu bauen, Marschland zu gewinnen, Straßen zu betonieren und Wohnungen zu bauen. Da wir Holz sparen wollen, brauchen wir auch viel Zement für das Herstellen von Telegraphenmasten und Eisenbahnschwellen aus Beton. Die vorhandene Kapazität der Zement­produktion reicht nicht, um den im Planjahrfünft rasch wachsenden Bedarf der verschiedenen Zweige der Volkswirtschaft an Zement zu decken. Deshalb muß die Baustoffindustrie in diesem Zeitraum die Zementwerke rekonstruieren, erweitern, viele neue Zementwerke errichten und so die Kapazität der Zementproduktion bedeutend erhöhen.

Fürwahr, die Schwerindustrie hat in diesem Zeitraum große Investvorhaben zu bewältigen. Bei manch einem könnte die Frage entstehen, ob es möglich ist, diese umfangreichen Investobjekte aus eigener Kraft zu bestreiten. So darf man nicht an die Sache herangehen. Wenn wir beharrlich dar um ringen, sind wir durchaus imstande, diese Vorhaben aus eigener Kraft zu bewältigen. Die Schwerindustrie muß in diesem Zeitraum die Kraft auf den Investbau konzentrieren und viele Techniker und Facharbeiter für die Betriebe ausbilden.

Im Planjahrfünft hat die Leichtindustrie das Schwergewicht auf die Entwicklung der Textil- und Lebensmittelindustrie zu legen und auch die anderen Bereiche dieses Zweiges rasch voranzubringen.

Aufgabe der Textilindustrie ist es, in den Textilfabriken Pyongyang und Kusong die Zahl der Spindeln auf 100 000 zu erhöhen und zu erreichen, daß diese beiden Werke jährlich 70 bis 100 Millionen Meter Baumwollgewebe herstellen. Die Spinnerei Chongjin muß wieder­aufgebaut werden, damit sie ab 1958 die Produktion von Viskose und Stapelfaser aufnehmen kann. Wir müssen auch die Errichtung eines neuen Werkes für Flachsgewebe in Hyesan vorsehen. Die Textil­industrie wird im Jahr 1961, dem letzten Jahr des Planjahrfünfts, nach der Rekonstruktion und Erweiterung der vorhandenen Textilwerke und nach Errichtung der neuen mehr als 150 Millionen Meter Gewebe produzieren. Das bedeutet eine Pro-Kopf-Produktion von rund 15 Meter Gewebe, was es ermöglicht, das Lebensniveau der Bevölkerung beachtlich zu erhöhen.

Im Planzeitraum müssen wir die Lederverarbeitungsindustrie entwickeln und große Mengen von Schuhen sowie verschiedenen anderen Ledererzeugnissen herstellen.

In der Lebensmittelindustrie steht die Aufgabe, in Pyongyang und vielen anderen Städten mehr Konserven-, Fleischverarbeitungs- und Süßwarenwerke, Mühlen und andere Lebensmittelbetriebe zu errichten und zu erreichen, daß unsere reichen Erträge an Getreide, Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch verarbeitet werden.

Ohne eine entschiedene Erweiterung der Transportkapazität der Eisenbahn ist es nicht möglich, den Fünfjahrplan erfolgreich zu erfüllen. Im Eisenbahnverkehr sind die Strecken Kowon-Sinsongchon zu elektrifizieren, noch mehr neue Eisenbahnlinien zu bauen und die technischen Ausstattungen der Eisenbahn zu verbessern.

Zur Entwicklung des Kraftverkehrs im Planjahrfünft müssen wir vorsehen, die Straßen in der Umgebung von Pyongyang und anderer Bezirksstädte zu betonieren.

Aufgabe der Landwirtschaft in diesem Zeitraum ist es, durch wesentliche Steigerung der Getreideproduktion zu erreichen, daß wir den Eigenbedarf an Nahrungsgütern im großen und ganzen aus eigener Produktion decken. Es gilt, den genossenschaftlichen Zusammenschluß in der Landwirtschaft abzuschließen und die ökonomische Basis der landwirtschaftlichen Genossenschaften zu stärken.

Die Steigerung der Getreideproduktion setzt voraus, die Anbau­fläche durch Neulandgewinnung zu erweitern, die wasserarmen Felder in wasserreiche und die Felder in Reisfelder zu verwandeln und die Feldarbeiten nach Kräften zu mechanisieren. Im Planjahrfünft müssen wir mehr als 50 000 Hektar Neuland gewinnen und 600 000 Hektar Reis- und andere Felder so einebnen, daß dort Maschinen eingesetzt werden können. Wir haben große Bewässerungsanlagen, darunter auch die in Kiyang und Ojidon, sowie mittlere und kleine Bewässerungs­anlagen in starkem Maße zu bauen, um so die Bewässerung befriedigend zu sichern; wir müssen uns intensiv darum bemühen, Felder in Reisfelder zu verwandeln und sie auf 560 000 Hektar zu erweitern.

Die Viehwirtschaft hat durch die Entwicklung der staatlichen Feldbau- und Viehzuchtbetriebe sowie durch die aktive Förderung der gemeinsamen Viehhaltung der landwirtschaftlichen Genossenschaften und der privaten Tierzucht der Bauern die Produktion von tierischen Erzeugnissen entschieden zu erhöhen.

Vor der Landwirtschaft steht die Aufgabe, im Jahr 1961, dem letzten Jahr des Planjahrfünfts, 3,5 Millionen Tonnen Getreide, 150 000 Tonnen Zuckerrüben, 50 000 Tonnen Baumwolle und 150 000 Tonnen Fleisch zu erzeugen.

Das sind im großen und ganzen die wichtigsten Aufgaben, die die einzelnen Zweige der Volkswirtschaft im Planjahrfünft zu erfüllen haben und natürlich nicht auf konkreten ökonomischen Berechnungen beruhen. Ich habe lediglich die Ziele aufgeworfen, die wir erreichen müssen, um im Planjahrfünft die durch den Krieg zerstörte Volks­wirtschaff vollständig wiederaufzubauen und die Grundlagen der sozialistischen Industrialisierung zu schaffen.

Die verantwortlichen Mitarbeiter des Staatlichen Plankomitees und der einzelnen Ministerien müssen entsprechend der heute gewiesenen Orientierung die Details für den Fünfjahrplan der Volkswirtschaft ausarbeiten. Wenn sie sich in die Produktionsbetriebe gehen und sich gründlich mit den Arbeitern und Technikern beraten, können sie einen realen und mobilisierenden Plan ausarbeiten, der dem Vorhaben der Partei entspricht.