13. Oktober 1945 // Reden
Kim Il Sung // Über den Aufbau eines neuen Korea und die nationale Einheitsfront

Über den Aufbau eines neuen Korea und die nationale Einheitsfront

13. Oktober 1945

Rede vor verantwortlichen Funktionären der Bezirksparteikomitees


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Ehe ich auf die Frage der nationalen Einheitsfront zu sprechen kom­me, möchte ich zunächst auf die Erfahrungen der Einheitsfront in ande­ren Ländern eingehen.

In seinem Referat „Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale im Kampf für die Einheit der Arbei­terklasse gegen den Faschismus“, gehalten im Jahre 1935 auf dem VII. Kongreß der Kommunistischen Internationale, stellte Genosse Dimitrow den Kurs auf die Schaffung einer breiten antifaschistischen Volksfront auf der Grundlage der Einheit und Geschlossenheit der Arbeiterklasse auf. Zu jener Zeit herrschte in Deutschland die barbarischste faschistische Dikta­tur Hitlers, und in Italien verstärkte sich zunehmend die faschistische Dik­tatur Mussolinis.

Die Faschisten waren bestrebt, nicht nur die Völker ihrer Länder, sondern auch die ganze Menschheit zu versklaven und die Faschisie­rung der ganzen Welt zu erreichen. Um die blutige Diktatur der Fa­schisten und ihre aggressive Politik zu bekämpfen, war es notwendig, in vielen europäischen Ländern eine Volksfront zu schaffen. An der Volks­front konnten sich nicht nur die Arbeiterklasse und die anderen Werktä­tigen, sondern auch Kapitalisten beteiligen, die Freiheit und Demokratie forderten. Dem internationalen Faschismus, der die ganze Welt zu un­terwerfen und die ganze Menschheit zu versklaven versuchte, eine Ab­fuhr zu erteilen, war auch für manche Kapitalisten eine dringende Not­wendigkeit, ganz zu schweigen vom werktätigen Volk mit den Arbeitern und den Bauern an der Spitze. Die Eroberung Äthiopiens durch das fa­schistische Italien war ein Signal der Gefahr des Beginns des Zweiten Weltkriegs. Angesichts dieses kritischen Moments wurde auf dem VII. Kongreß der Kommunistischen Internationale die Frage der Volksfront aufgeworfen. Der Kongreß empfahl den kommunistischen Parteien aller Länder, eine antifaschistische Volksfront zu schaffen. Der taktische Kurs auf die Schaffung einer Volksfront wurde von den kommunistischen Parteien Frankreichs und Spaniens als Ersten beschlossen.

Im Osten mußte man unter den Bedingungen der immer offener zu­tage tretenden aggressiven Intrigen der japanischen Imperialisten, die die Unterwerfung der Völker Asiens anstrebten, die nationale Einheits­front gegen den japanischen Imperialismus schaffen.

In denjenigen Ländern, die gegen die Kolonialherrschaft des Imperi­alismus und für die Beseitigung der Gefahr einer kolonialen Verskla­vung kämpften, schuf man eine nationale Einheitsfront, während man in solchen Ländern wie Frankreich und Spanien, die von der Faschisierung bedroht waren, eine Volksfront bildete. Das Wesen der Volks- wie auch der nationalen Einheitsfront ist in dem Sinne übereinstimmend, daß sich die eine wie die andere gegen den Faschismus und die imperialistische Aggression wendet, aber entsprechend den konkreten Bedingungen, un­ter denen sich jedes einzelne Land befindet, entstanden diese beiden Formen.

Ein gutes Beispiel für eine nationale Einheitsfront können wir in China sehen. Als der japanische Imperialismus, der die Mandschurei okkupiert hatte, seine aggressiven Krallen nach dem chinesischen Fest­land ausstreckte, schlug die KP Chinas der Kuomintang vor, zusam­menzuarbeiten und sich durch Zusammenschluß aller Kräfte der Nation zum antijapanischen Kampf für die Rettung des Landes zu erheben. Dieser Vorschlag der KP wurde infolge der Halsstarrigkeit der Kuomin­tang-Reaktionäre lange Zeit nicht angenommen. Die konsequenten und aufrichtigen Bemühungen der KP Chinas erhielten jedoch allmählich die Unterstützung des gesamten chinesischen Volkes, und mit dem Aus­bruch des Chinesisch-Japanischen Krieges wurde schließlich die Zu­sammenarbeit der KP mit der Kuomintang erreicht, was zur Bildung der antijapanischen nationalen Einheitsfront führte. Selbst die so halsstarri­gen Kuomintang-Reaktionäre waren unter dem Druck der einmütigen Forderungen des chinesischen Volkes nach der Einheit der Nation, nach Widerstand gegen den japanischen Imperialismus und nach Rettung des Vaterlandes letzten Endes gezwungen, auf den Vorschlag der KP einzu­gehen.

Der Zweite Weltkrieg war ein Befreiungskrieg der demokratischen Kräfte der ganzen Welt gegen den Faschismus. Durch die entscheidende Rolle der Sowjetarmee wurde im Zweiten Weltkrieg Deutschland, Ita­lien und Japan eine Niederlage beigebracht, und dadurch wurden viele Länder Europas und Asiens vom faschistischen Joch befreit.

Welchen Weg muß das befreite Korea beschreiten? Bei der Festle­gung des Weges, den Korea beschreiten muß, gibt es die wichtigste und grundlegende Frage, die von uns unbedingt zu berücksichtigen ist. Das ist die Tatsache, daß Korea lange Zeit eine Kolonie des japanischen Im­perialismus war. Infolge der Herrschaft des japanischen Imperialismus war die Entwicklung des Kapitalismus in Korea stark gehemmt, und die koreanische Gesellschaft blieb eine koloniale Gesellschaft mit einer Vielzahl von feudalen Überresten. Insbesondere in unserem Dorf herr­schen Verhältnisse der feudalen Ausbeutung.

Angesichts dieser Tatsache ersteht heute vor dem koreanischen Volk die Aufgabe, die antiimperialistische und antifeudale demokratische Re­volution zu verwirklichen und eine demokratische Volksrepublik zu gründen.

Wer aber soll die Führung dieser Revolution übernehmen – die Ar­beiterklasse oder die Klasse der Kapitalisten? In der Vergangenheit beutete die Klasse der Kapitalisten Koreas im Komplott mit den japa­nischen Imperialisten das koreanische Volk aus, unterdrückte und täuschte es, indem sie solche Losungen aufstellte wie „Nationale Re­form“ und „Nationale Selbstverwaltung“. Das bedeutet natürlich nicht, daß es überhaupt keine nationale Bourgeoisie gab, die gegen den japa­nischen Imperialismus auftrat.

Mutig bis zum Ende kämpfte die Arbeiterklasse Koreas gegen den japanischen Imperialismus. Die 1925 geschaffene KP Koreas wurde infolge des Zwistes der Gruppierungen im Jahre 1928 aufgelöst, aber damit hörte die kommunistische Bewegung nicht auf zu existieren. Von den 1930er Jahren an kämpften koreanische Kommunisten mit der Waf­fe in der Hand heldenmütig gegen den japanischen Imperialismus.

Es versteht sich von selbst, daß die Klasse der Kapitalisten Koreas, die vor den japanischen Imperialisten kapitulierte und mit ihnen in das gleiche Horn stieß, die Revolution nicht führen kann. Nur die Arbeiter­klasse, die bis zum Ende heldenmütig gegen den japanischen Imperia­lismus kämpfte, kann und muß unbedingt die Führung der koreanischen Revolution übernehmen.

Bei der Festlegung des Weges, den wir zu beschreiten haben, müssen wir unbedingt die günstige internationale Situation berück­sichtigen, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat, und auch die Tatsache, daß sich im Süden des Landes bis zum 38. Breitengrad die Truppen der imperialistischen USA aufhalten, wäh­rend im Norden die Truppen der Sowjetunion, eines sozialistischen Staates, stehen, sowie den Umstand, daß die Kräfte unserer Partei zur Zeit noch nicht in ausreichendem Maße erstarkt sind.

Um eine demokratische Volksrepublik aufzubauen, muß eine Ein­heitsfront gebildet werden, an der nicht nur die Arbeiterklasse und die Bauernschaft teilnehmen, sondern auch alle patriotischen, demokrati­schen Kräfte, darunter auch die nationale Bourgeoisie. Nur dadurch, daß wir für die Schaffung der Volksrepublik nicht mit Worten, sondern mit Taten kämpfen, können wir die Massen für unsere Seite gewinnen.

Man muß wissen, daß jetzt die Intelligenz wie auch die Gläubigen und die Kapitalisten ihrerseits, wenn auch unorganisiert, handeln. Je mehr unsere Organisation und unsere Kräfte erstarken, desto mehr wer­den auch sie allmählich aus dem Zustand des Abgesondertseins zur Or­ganisiertheit übergehen. Im Lichte dieser Tatsachen können wir auf der jetzigen Etappe die Kräfte der Nationalisten nicht ignorieren; wir dürfen es nicht zulassen, sie prinzipienlos zurückzuweisen und damit Hinder­nisse für die Bildung der nationalen Einheitsfront zu schaffen.

Infolge der Tatsache, daß die japanischen Imperialisten in der Vergan­genheit eine bösartige Propaganda gegen die KP betrieben haben und die fraktionsmacherischen Elemente unheilvolle Handlungen begingen, ge­nießt die KP zur Zeit noch nicht die Unterstützung der breiten Massen, und ein Teil der politisch noch nicht erwachten Massen hat sich noch nicht von der Illusion in bezug auf die Nationalisten befreit.

Selbstverständlich ist eine Vereinigung mit den Handlangern der japa­nischen Imperialisten ganz und gar undenkbar, denn unsere Einheitsfront ist eine Einheitsfront für den Aufbau einer demokratischen Volksrepublik. Wir können und müssen uns mit der ehrlichen nationalen Bourgeoisie vereinigen, die die Forderung aufstellt, einen demokratischen unabhän­gigen Staat zu errichten. Nur wenn wir solch eine Einheitsfront bilden, können wir eine demokratische Volksrepublik aufbauen und die ver­schiedenen Schichten der Volksmassen zusammenschließen.

In diesem Kampf darf die KP weder passiv noch ohne Initiative sein. Im Kampf für die Schaffung einer demokratischen Volksrepublik müs­sen die Mitglieder der KP die aktivste und wirksamste Rolle spielen und die Volksmassen, in ihrer vordersten Reihe stehend, mit sich reißen. Nur dann werden die Volksmassen der KP folgen.

Im Prozeß des Kampfes für die Gründung einer demokratischen Volks­republik kann die nationale Bourgeoisie stets schwanken. Die Erfahrung zeigt, daß nicht selten Fälle vorkommen, in denen sie um ihrer eigenen engen Klasseninteressen willen die Massen täuscht und die Interessen der Nation verrät. Die nationale Bourgeoisie fürchtet die revolutionären Akti­onen der Massen und kann leicht mit dem weiteren Voranschreiten der Revolution Schwankungen erliegen. Daher müssen wir, selbst wenn sie schwankt und keine Aktivität beim Aufbau der demokratischen Volksre­publik bekundet, den Zusammenschluß mit ihr anstreben, gleichzeitig aber auch ununterbrochen ihre verbrecherischen Handlungen und ihre Schwan­kungen entlarven und kritisieren. Nur so kann man erreichen, daß die Mas­sen das wahre Gesicht der nationalen Bourgeoisie klar erkennen und daß sie die Politik der KP gründlich verstehen.

Die KP muß ohne Zurückhaltung mit denjenigen Parteien zusammen­arbeiten, die für die Einheit und Unabhängigkeit unseres Landes eintreten. Die KP darf aber keinesfalls diesen Parteien hinterhertraben, und erst recht ist es unzulässig, daß sie sich in anderen Parteien auflöst. Bei der Zusam­menarbeit mit ihnen muß die KP stets ihre Selbständigkeit wahren.

Gegenwärtig wendet sich die Demokratische Partei Südkoreas wütend dagegen, daß wir die Lakaien des japanischen Imperialismus liquidieren. Das ist durchaus kein Zufall. Die Demokratische Partei Südkoreas ist ein Sammelbecken der Gutsbesitzer und der Kompradorenbourgeoisie, die noch gestern mit den japanischen Imperialisten liiert waren. Nach der Niederlage des japanischen Imperialismus verwandelten sie sich sofort in proamerikanische Elemente und fordern jetzt die Schirmherrschaft der USA anstelle derjenigen Japans. Es ist eine unleugbare Tatsache, daß nur eine ganz geringe Anzahl von koreanischen Gutsbesitzern und Kapitalis­ten keine Handlanger des japanischen Imperialismus waren und daß ihre absolute Mehrheit, zu einem Werkzeug in den Händen des japanischen Imperialismus geworden, das koreanische Volk ausbeutete und unter­drückte. Es ist demzufolge ganz natürlich, daß wir diese projapanischen Gutsbesitzer, die Kompradorenbourgeoisie und Verräter an der Nation völlig liquidieren müssen.

Unser Kampf gegen die übrig gebliebenen Elemente des japanischen Imperialismus wird auch von der nationalen Bourgeoisie sehr gefürch­tet, denn auch sie hat in der Vergangenheit dem japanischen Imperia­lismus mehr oder weniger gedient. Falsch ist es, wenn man behauptet, daß die verbrecherischen Handlungen der nationalen Bourgeoisie nicht entlarvt und kritisiert werden dürfen, in einer Zeit, da wir die nationale Einheitsfront hervorheben. Wir müssen uns in der Einheitsfront an fol­gendes Prinzip halten: Man muß sich mit der nationalen Bourgeoisie zusammenschließen und sie gleichzeitig bekämpfen. Nur auf diese Weise können wir das politische Bewußtsein der werktätigen Massen heben und die Schwankungen der nationalen Bourgeoisie überwinden.

Hier stellt sich eine Frage, in die wir Klarheit bringen müssen. Das ist die Frage, wie die Lakaien des japanischen Imperialismus ermittelt werden sollen. Man darf diejenigen, die den Japanern gedient haben, nicht unterschiedslos als Handlanger des japanischen Imperialismus be­trachten. Im Verlaufe von fast vierzig Jahren war es vielen Koreanern unmöglich, ihre Existenz zu sichern, ohne in Institutionen des japani­schen Imperialismus einzutreten. Diejenigen, die bewußt Menschen drangsaliert und ermordet haben, um die Revolution zu untergraben, die die Interessen der Nation um der Interessen des japanischen Imperialis­mus willen verrieten und verkauften, die aktiv und bewußt mit dem ja­panischen Imperialismus zusammenarbeiteten, sind zweifellos als La­kaien abzustempeln. Was derartige nationale Verräter betrifft, so sind sie unbedingt auf dem Wege des Massenkampfes, indem wir die Massen dafür mobilisieren, zu liquidieren. Nicht zu den Handlangern dürfen dagegen diejenigen gezählt werden, die, um ihre Existenz zu sichern, oder die gezwungenermaßen in Institutionen des japanischen Imperia­lismus dienten, auch nicht solche kleinen Angestellten, die dort ohne Ini­tiative nur eine passive Rolle spielten. Solche Menschen müssen erzogen bzw. umerzogen werden, man muß ihnen den Weg zu einem neuen Leben öffnen.

Unsere nächste Aufgabe besteht in der Schaffung einer demokratischen Volksrepublik. Wir können keine Entwicklungsetappen der Revolution überspringen, und um die auf der gegenwärtigen Etappe der Revolution vor uns stehenden Aufgaben zu verwirklichen, müssen wir unbedingt eine richtige Strategie und Taktik ausarbeiten.

Das nächste Objekt unseres Kampfes sind die Handlanger des Im­perialismus, die die Kräfte des Imperialismus erneut einzupflanzen versuchen, sowie die mit ihnen paktierenden Kräfte des Feudalismus, das heißt die Gutsbesitzer. Um die Überreste der Kräfte des Imperia­lismus und die Kräfte des Feudalismus zu bekämpfen und die demo­kratische Revolution zu vollenden, ist es unbedingt notwendig, die demokratische Einheitsfront zu bilden, die, die Arbeiterklasse als Kern, die breiten Bauernmassen, die patriotische Intelligenz und sogar die nationale Bourgeoisie, soweit sie ein nationales Gewissen hat, um­faßt, und auf diese Weise eine demokratische Volksrepublik, die Volksmacht, aufzubauen, die von der Arbeiterklasse geführt wird.

Nicht verändern kann sich das Grundprogramm der Partei, das die strategische Forderung auf der gegenwärtigen Etappe der Revolution ist, während das Aktionsprogramm, das die taktische Forderung darstellt, jederzeit Veränderungen unterworfen werden kann. Solch ein Grund­programm der KP wie „Die Fabriken den Arbeitern!“ und „Das Acker­land den Bauern!“ kann nicht verändert werden, das Aktionsprogramm jedoch muß im Einklang mit der sich ändernden Lage festgelegt werden. Folglich müssen wir unseren Kampf führen, indem wir ein Aktionspro-

gramm aufstellen, das für die derzeitige Situation am besten geeignet ist.

Um in der jetzigen Zeit die Einheitsfront zu bilden, müssen wir zu­nächst das Bündnis der Arbeiter und Bauern stärken und die breiten Mas­sen der Bauern für unsere Seite gewinnen. Und um die Interessen der Bauern zu verteidigen und sie für unsere Seite zu gewinnen, ist es not­wendig, mit dem Kampf für die Herabsetzung oder Abschaffung des Pachtzinses zu beginnen, sodann für die Beschlagnahme des Bodens zu kämpfen, der den japanischen Imperialisten und ihren Handlangern ge­hörte, sowie allmählich den Kampf für die Beschlagnahme des Bodens aller Gutsbesitzer und für seine Übergabe an die Bauern zu entfalten. Der Kampf ist auf die Weise zu erweitern, daß man vom Kleinen allmählich zum Großen übergeht.

Wenn wir die breiten Massen für unsere Seite gewinnen und die Kräfte des Feindes schwächen wollen, ist es vor allem wichtig, die Rei­hen der KP zu stärken.

Wir müssen in erster Linie die Opportunisten bekämpfen, die sich in die Reihen der Partei eingeschlichen haben. Sie haben keine konsequen­ten Prinzipien und versuchen die Einheit der Partei zu untergraben, indem sie sich wie Fledermäuse heute an die einen und morgen an die anderen klammern. Sie sind ein Gesindel, das wir am meisten hassen und vor dem wir uns am meisten hüten müssen.

Weiter müssen wir auf der Hut sein vor Lakaien des japanischen Im­perialismus, die sich unter der Maske von Kommunisten betätigen. Um ihre Verbrechen zu verbergen, hüllen sie sich in die Toga flammender Kommunisten. Sie befassen sich mit ultralinker Phrasendrescherei und ultralinken Handlungen und machen dabei einen Lärm, als seien sie be­reit, gleich jetzt mit der Klasse der Kapitalisten Schluß zu machen und die „Rätemacht“ zu errichten. Ihr wahres Ziel besteht jedoch darin, die Revo­lution durch Zerstörung der KP und durch Betrug an der Arbeiterklasse zunichte zu machen. Solche fremden Elemente, die sich in die Reihen der Partei eingeschlichen haben, müssen wir unversöhnlich bekämpfen.

Gleichzeitig dürfen wir keine Trägheit bei der Selbsterziehung auf­kommen lassen, um uns nicht der Ausschweifung und Demoralisierung auszusetzen. Nicht selten gibt es Fälle, daß sogar unbestechliche und be­scheidene Kommunisten, sobald sie Macht erhalten, ausschweifend und korrupt werden, indem sie auf ihren persönlichen Ruhm und Vorteil be­dacht sind. Das führt nicht nur zum eigenen Untergang, sondern zieht auch ernste Folgen nach sich, die die Partei von den Massen trennen. Wir Kommunisten haben kein anderes Ziel, als dem Volk zu dienen und uns den Interessen des Volkes hinzugeben.

Wenn wir Kommunisten aufrichtig für das Volk kämpfen, dann wird es sich uns anvertrauen, und dann werden uns sogar diejenigen verstehen, die sich, weil sie uns schlecht verstanden, feindselig zu uns verhielten.

In letzter Zeit kann man häufig solche Worte wie „Rechte des Volkes“ und „Demokratie“ hören. Das alles sind gute Worte, wenn damit eine Poli­tik gemeint ist, die dem Volk die Rechte gibt, eine Politik, bei der die Macht dem Volke gehört. Für das heutige Korea paßt jedoch weder die „Demokratie“ amerikanischen noch die britischen Typs. Die westeuropäi­sche „Demokratie“ ist schon hinter der Zeit zurückgeblieben, und außerdem würde, wenn wir sie anwenden, unser Ziel – die Erreichung der Unab­hängigkeit des Landes – nicht verwirklicht, und das Land würde erneut zu einer Kolonie des fremdländischen Imperialismus werden. Daher ist in Korea eine neue und progressive demokratische Ordnung zu errich­ten, die den koreanischen realen Verhältnissen entspricht.

Unsere nächste Aufgabe besteht darin, die zur Zeit noch nicht voll­ständig erwachten Massen schneller zu erziehen, damit sie für ihre wahre Demokratie kämpfen. Die Massen können nicht klar unterscheiden, wer ihre Interessen verteidigt und wer sie schädigt. Aus diesem Grunde eben ist es notwendig, die Forderungen unserer Partei mit allen Kräften den Massen zu erläutern und sie unter ihnen zu propagieren. Wir müssen es verstehen, nicht nur die Massen zu lehren, sondern auch von ihnen zu ler­nen, auf ihre Stimme zu hören und ihre Forderungen zu erfüllen.

Die Frage, ob wir in der Lage sind, ein neues, demokratisches Korea aufzubauen, oder nicht, hängt voll und ganz davon ab, ob wir imstande sind, bei der Sache der Festigung der KP, der Bildung der nationalen Einheitsfront und des Zusammenschlusses der breiten Massen um die KP einen Erfolg zu erringen oder nicht. Jedes Mitglied der KP muß ak­tiv dafür kämpfen, die Reihen der Partei unaufhörlich zu vergrößern und zu festigen, aufrichtig mit den mit uns freundschaftlich verbundenen Parteien zusammenzuarbeiten und die breiten Massen zu gewinnen.