10. November 1937 // Artikel
Kim Il Sung // Die Aufgaben der koreanischen Kommunisten

Die Aufgaben der koreanischen Kommunisten

10. November 1937

Ein Artikel, der im Organ der KRVA „Sogwang“ erschien
Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Es sind bereits 27 Jahre seit der Okkupation Koreas durch die japani­schen Imperialisten vergangen.

Während dieser Zeit haben sie unser Vaterland zu ihrer Rohstoffquel­le, ihrer Basis zur Lieferung von Arbeitskräften und ihrem Warenabsatz­markt gemacht und es in einen Militärstützpunkt für die Aggression gegen das Festland verwandelt.

Durch ihre brutale und grausame Kolonialpolitik ist das koreanische Volk seiner nationalen Rechte und Freiheiten beraubt; es schmachtet unter dem bitteren Leid der Heimatlosen. Unser Volk ist nicht nur zwei- und dreifacher mittelalterlicher Unterdrückung und Ausbeutung durch die japanischen Imperialisten und ihre Handlanger ausgesetzt; ihm droht die Gefahr, daß es sogar seiner schönen nationalen Sprache in Wort und Schrift beraubt wird.

Der von den japanischen Imperialisten entfesselte Chinesisch­Japanische Krieg stürzt unser Volk in immer schrecklichere Not. In dem Bestreben, die Sicherheit des Hinterlandes zu gewährleisten, haben die japanischen Imperialisten Armee, Polizei, Gefängnisse, Schafotte und alle nur erdenklichen faschistischen kolonialen Un­terdrückungsapparate vielfach verstärkt und weitere drakonische Gesetze mörderischen Charakters in Kraft gesetzt; somit haben sie unser Vaterland mit herrlichen Landschaften in eine wahre Hölle der Menschen verwandelt. Sie forcieren wie nie zuvor die wahnwit­zige Offensive gegen die revolutionären Kräfte und grauenhafte Un­terdrückung sowie Massaker gegen die unschuldigen Volksmassen. Seit vorigem Sommer begingen die Henker des imperialistischen Ja­pans die Verbrechen, daß sie im Bereich der nördlichen Grenze unse­res Landes die Grundorganisationen der LWV zerstörten und viele illegale Politarbeiter und Mitglieder der LWV verhafteten und ein­kerkerten; überall im Lande werden viele unschuldige Menschen von den Feinden inhaftiert, ins Gefängnis geworfen und willkürlich er­mordet. Gleichzeitig forcieren die Feinde krampfhaft und skrupellos die Zwangsrekrutierung und -ablieferung, womit sie den im Aggres­sionskrieg gegen das Festland wachsenden Bedarf an Menschen und Material decken wollen. Dadurch werden die uns teuren Jugendli­chen und Männer Koreas als Kanonenfutter für die Feinde ver­schleppt, und die reichen Naturschätze des Vaterlandes werden restlos geplündert.

Unser Volk, das sich großes Ansehen durch seine 5000 Jahre alte Geschichte und seine glänzende Kultur erwarb, steht jetzt am Scheide­weg von Existenz und Untergang. Über unserem Vaterland schweben die dunklen Wolken einer nationalen Tragödie.

In dieser ernsten Zeit der nationalen Leiden haben alle Renegaten der Revolution – die nationalen Reformisten, linke und rechte Opportunisten, die Sektierer und Kriecher – ihre Maske vollständig fallen lassen und ge­hen offen den Weg des Komplotts mit den Aggressoren des imperialisti­schen Japans.

Die Epoche bestätigt, daß nur wir Kommunisten fähig sind, als Kern bildende Kraft der Revolution die Verantwortung für das Schicksal des Vaterlandes und des Volkes bis zuletzt zu übernehmen; sie stellt uns schwierigere und größere Aufgaben.

Es gibt auf dem Wege der koreanischen Revolution harte Bewäh­rungsproben und Schwierigkeiten; aber die Lage verändert sich weiter­hin zugunsten der Revolution.

Die verzweifelte Kriegspolitik der japanischen Imperialisten mit ih­rer faschistischen Unterdrückung zeugt nicht von Stärke, sondern spie­gelt die letzten krampfhaften Versuche derjenigen wider, deren Tage gezählt sind. Der von dem japanischen Imperialismus provozierte Chi­nesisch-Japanische Krieg verschärft die Widersprüche zwischen den imperialistischen Mächten weiter und schwächt das ganze imperialisti­sche Lager selbst. Je mehr die japanischen Imperialisten den Krieg aus­weiten, werden sie immer tiefer in den Abgrund des Untergangs abglei­ten und schließlich selbst im Feuer des von ihnen entfesselten Krieges verbrennen.

Die nationalen und Klassenwidersprüche zwischen dem japanischen Imperialismus und dem koreanischen Volk spitzen sich jetzt aufs äu­ßerste zu. Das ganze koreanische Volk – Arbeiter und Bauern, Jugend und Studenten, Intelligenz, nationale Bourgeoisie, Händler und Gläubi­ge – alle hassen die japanischen Imperialisten als ihre Erzfeinde, sehnen sich tagaus, tagein nach dem Untergang des japanischen Imperialismus und fuhren überall den antijapanischen Kampf.

Das koreanische Volk ist von alters her ein tapferes und kluges Volk, das in den Schlachten gegen den Feind eher kämpfend stirbt, als daß es sich ihm unterwirft. Seit der Okkupation Koreas durch den japanischen Imperialismus entbrannten in unserem Land heftige antijapanische Kämpfe in verschiedenster Form, zu denen auch die Bewegung der Freiwilligentruppen, die Bewegung der Unabhängigkeitsarmee, die Auf­stände der Arbeiter und Bauern sowie die antijapanische Bewegung der Jugend und Studenten zählen.

Gegenwärtig, also in den 1930er Jahren, wird unter Führung unserer Kommunisten der bewaffnete antijapanische Kampf organisiert und ent­faltet, der dem japanischen Imperialismus empfindliche Schläge ver­setzt; der antijapanische nationale Befreiungskampf wird so auf einer neuen Stufe weiterentwickelt. Der Weg, den unser Volk seit der Okku­pation Koreas durch den japanischen Imperialismus beschritt, war also ein Weg blutiger Kämpfe für die Rettung des Vaterlandes.

Die koreanischen Kommunisten müssen jede für sie günstige Ent­wicklungsphase der internationalen und inneren Lage richtig nutzen und in Fortführung der würdigen patriotischen Traditionen unseres Volkes die Volksmassen zielstrebig für den Kampf organisieren und mobilisie­ren und somit die große ruhmvolle Sache, den japanischen Imperialis­mus zu schlagen und die Wiedergeburt des Vaterlandes zu erringen, konsequent verwirklichen.

1. Der Charakter der koreanischen Revolution in der gegenwärtigen Etappe

Es ist von sehr großer Bedeutung für die richtige Organisierung und Führung des revolutionären Kampfes und einen beschleunigten Sieg der Revolution, daß der Charakter einer Revolution genau bestimmt wird. Nur die exakte Definition des Charakters einer Revolution er­möglicht es, eine wissenschaftlich fundierte Strategie und Taktik aus­zuarbeiten und auf deren Grundlage die Volksmassen zielbewußt für den revolutionären Kampf zu organisieren und zu mobilisieren.

Bisher wurde die koreanische Revolution bezüglich ihres Charakters in der gegenwärtigen Etappe von den einen als „sozialistische Revoluti­on“ und von den anderen als „bürgerliche Revolution“ bezeichnet. Das sind falsche Behauptungen.

Der Charakter einer Revolution wird bestimmt durch die Hauptauf­gabe der Revolution in ihrer jeweiligen Etappe und die entstandenen sozialen und Klassenverhältnisse. Die Ansichten, wonach die Revoluti­on in unserem Land eine „sozialistische Revolution“ oder eine „bür­gerliche Revolution“ sein soll, sind linke bzw. rechte Abweichungen; sie entspringen einer falschen Erkenntnis der Hauptaufgabe der korea­nischen Revolution in der gegenwärtigen Etappe sowie der konkreten sozialen und Klassenverhältnisse in unserem Land. Das sind konterre­volutionäre Auffassungen, die darauf abzielen, den festen Zusam­menschluß der revolutionären Kräfte zu hemmen und die Speerspitze des Kampfes abzulenken.

Unser Land ist eine koloniale halbfeudale Gesellschaft, in der die kapitalistische Entwicklung bis zum Äußersten gehemmt wird durch die Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus, in der die feudalen Produktionsverhältnisse vorherrschen.

Unter diesen Bedingungen besteht die Hauptaufgabe der koreani­schen Revolution in der gegenwärtigen Etappe darin, die Aufgaben der antiimperialistischen nationalen Befreiungsrevolution für den Sturz der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus und die Wiedergeburt des Vaterlandes zu erfüllen und gleichzeitig die Aufgaben der antifeuda­len demokratischen Revolution im Interesse der Beseitigung der feudalen Verhältnisse und der Eröffnung des Weges zur demokratischen Entwick­lung des Landes zu lösen. Diese beiden revolutionären Aufgaben stehen in enger Verbindung zueinander. Das hängt mit dem Fakt zusammen, daß die Aggressoren des imperialistischen Japans, die kolonialen Machthaber, und die Gutsbesitzer sowie ehemalige feudale Beamte, die Beschützer der feudalen Verhältnisse, im Komplott miteinander stehen.

Der japanische Imperialismus nutzt die Kompradorenbourgeoisie und die feudalen Gutsbesitzer als Handlanger bei der Aufrechterhaltung des kolonialen Herrschaftssystems in Korea aus; die feudalen Gutsbesit­zer behalten ihre feudalen Ausbeutungsverhältnisse unter Protektion des japanischen Imperialismus bei. Deshalb müssen der Kampf gegen den japanischen Imperialismus und der Kampf gegen den Feudalismus in einem einheitlichen Prozeß geführt werden.

Folglich ist die Revolution in unserem Land in der gegenwärtigen Etap­pe eine antiimperialistische antifeudale demokratische Revolution.

Was ist nun konkret das Objekt der Revolution in unserem Lande in der gegenwärtigen Etappe?

Das Hauptobjekt der koreanischen Revolution sind die aggressiven Kräfte des imperialistischen Japans. Die Kolonialherrschaft des japani­schen Imperialismus ist die Wurzel allen Unglücks, das dem koreani­schen Volk zugefügt wird, und die Ursache für alle gesellschaftlichen Fesseln in unserem Land. Die japanischen Imperialisten scheuen keine Methoden und Mittel, um unser Land für immer in ihre Kolonie und unser Volk in lebenslängliche Sklaven zu verwandeln. Die Feinde ver­nichten alles Nationale, das dem koreanischen Volk gehört, bis auf den Grund; darüber hinaus unterdrücken sie mit aller Grausamkeit die revo­lutionären Aktionen der koreanischen Arbeiterklasse und der werktäti­gen Massen, verbreiten auf koreanischem Boden ohne Scheu alles, selbst die übelste Dekadenz und Fäulnis, was ihnen nützlich für ihre Ko­lonialherrschaft erscheint.

Solange es uns nicht gelingt, die Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus zu stürzen und die Wiedergeburt des Vaterlandes zu erlan­gen, ist es nicht möglich, die nationale und Klassenbefreiung unseres Vol­kes zu erringen und den sozialen Fortschritt in unserem Land zu verwirkli­chen. Für unser Volk ist der Kampf gegen die japanischen Imperialisten ein Ringen um die Zurückgewinnung des ihm geraubten Vaterlandes, für die Wiederherstellung seiner nationalen Rechte auf allen Gebieten der Po­litik, der Wirtschaft und der Kultur; er ist zugleich ein Kampf um Zer­trümmerung jeglicher Mauern, die die nationale und soziale Entwicklung hemmen, und für die Erschließung des Weges zum nationalen Gedeihen.

Deshalb ist es die erste und vorrangige revolutionäre Aufgabe der ko­reanischen Kommunisten und der revolutionären Bevölkerung, daß sie durch Organisierung und Mobilisierung aller revolutionären Kräfte den antijapanischen nationalen Befreiungskampf organisieren und führen.

Ein weiteres Objekt der koreanischen Revolution sind die projapani­schen Gutsbesitzer und die Kompradorenbourgeoisie, die nationalen Ver­räter und die projapanischen Beamten, die den japanischen Imperialisten schmeicheln und gehorchen und als ihre ergebenen Helfershelfer dienen.

Sie unterstützen aktiv die Kolonialherrschaft des japanischen Imperi­alismus in Korea, unterdrücken und berauben die Volksmassen im Bun­de mit ihm und treten mit größter Gehässigkeit dem antijapanischen Kampf der Volksmassen entgegen. Beschützt von dem japanischen Im­perialismus, unterdrücken und berauben sie grausam die Bauern auf der Grundlage feudalistischer Bodeneigentumsverhältnisse auf dem Land auf feudalistische Weise; auch in der Stadt werden die Arbeiter von ih­nen auf kapitalistische und feudalistische Weise erbarmungslos ausge­beutet. Außerdem spielen sie die Rolle eines Übermittlers, der die Le­bensgewohnheiten der rückständigen feudalistischen Verhältnisse sowie die Ideologie der sklavischen Unterwürfigkeit verbreitet, und die Rolle eines Wegweisers, der es ermöglicht, daß die Klauen der kolonialen Herrschaft des japanischen Imperialismus immer tiefer nach allen Be­reichen ausgestreckt werden.

Demzufolge ist es bei Weiterbestehen dieser Elemente nicht möglich, den antijapanischen nationalen Befreiungskampf erfolgreich zu führen und den Weg zur demokratischen Entwicklung des Landes zu bahnen. Darum gilt es, einen beharrlichen Kampf gegen den japanischen Imperia­lismus und zugleich gegen projapanische Gutsbesitzer, Kompradoren­bourgeoisie, nationale Verräter und projapanische Beamte zu entfalten.

Für die Erfolge im revolutionären Kampf ist es notwendig, nicht nur den Charakter und das Objekt der Revolution, sondern auch ihre Trieb­kraft richtig zu kennen. Bei jeder Revolution ist ein wichtiges Unter­pfand für deren Sieg, daß ausnahmslos alle Klassen und Schichten, die daran interessiert sind, mobilisiert werden.

Die Triebkraft der koreanischen Revolution in der gegenwärtigen Etap­pe sind die Arbeiter und Bauern, die Jugend und Studenten, die Intelligenz, die Kleinbourgeoisie – die breiten antiimperialistischen demokratischen Kräfte. Auch ehrliche nationale Bourgeoisie und Gläubige können sich am antiimperialistischen Kampf beteiligen.

Die Arbeiterklasse ist auch bei der antiimperialistischen antifeudalen demokratischen Revolution die führende Klasse, ganz zu schweigen von der sozialistischen Revolution und von der Periode des Aufbaus des Sozi­alismus und Kommunismus, die künftig verwirklicht werden. Denn nur die Arbeiterklasse vertritt die Grundinteressen der werktätigen Massen, hat stärkste revolutionäre Züge und Organisiertheit; sie ist die fortschritt­lichste Klasse, die fähig ist, die gesamte werktätige Masse zu organisieren und zu führen und den Sieg in der Revolution zu erringen.

Die Arbeiterklasse unseres Landes ist – wie keine andere Klasse – brennend an der antiimperialistischen nationalen Befreiungsrevolution interessiert.

Die Lage der koreanischen Arbeiterklasse ist unbeschreiblich elend unter der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus. Neben der äußersten Unterdrückung der Entwicklung der nationalen Wirtschaft unseres Landes vereinigt er nahezu alle Industriezweige auf sich und beutet die koreanischen Arbeiter mit den beispiellos grausamen Me­thoden aus. Mit dem Ziel, noch mehr Schweiß und Blut aus den Arbei­tern herauszupressen, erhöht er die Arbeitsintensität maximal und setzt dabei alle nur erdenklichen Methoden und Mittel ein und verlängert die tägliche Arbeitszeit auf 12 und sogar 18 Stunden. Selbst unter die­sen übelsten Bedingungen hat nicht jeder Arbeiter die Möglichkeit zu arbeiten. Um größtmögliche koloniale Superprofite zu gewinnen, stellt er zu kargem Lohn Kinder und Frauen ein, entläßt ständig die erwach­senen Arbeiter und verfolgt somit die brutalste koloniale Raubpolitik. Infolgedessen wurde eine Vielzahl von Arbeitern von ihren Arbeits­plätzen vertrieben; sie bilden die industrielle Reservearmee, und sie sind auch der elementaren Existenzrechte beraubt.

Obwohl die koreanischen Arbeiter die gleiche Arbeit verrichten, zah­len die japanischen Eindringlinge ihnen nicht einmal die Hälfte des Lohnes der japanischen Arbeiter, und sogar dieser Lohn wird unter der Bezeichnung „Verteidigungskontribution“, „Regierungsobligation“, „Geldstrafe“ usw. zum größten Teil wieder weggenommen. Als Ergeb­nis befinden sich die koreanischen Arbeiter in einer Lage, in der sie kaum ihren Lebensunterhalt verdienen können, obgleich sie durch Fron­arbeit bis zum Äußersten geschunden werden.

Seit dem Ausbruch des Chinesisch-Japanischen Krieges ist das Leben der Arbeiter noch elender geworden. Der japanische Imperialismus zwingt Arbeiter zum Bau von Militäranlagen, zur Sklavenarbeit und zahlt ihnen dafür nicht einmal den minimalen Hungerlohn; unter dem Vorwand der „Geheimhaltung“ werden sie schließlich viehisch ermordet.

Diese unerträgliche, beklagenswerte und miserable Lage, der unsere Arbeiterklasse ausgesetzt ist, hat nicht nur deren revolutionäre Züge verstärkt, sondern sie auch dazu befähigt, durch den praktischen Kampf noch besser in klassenmäßiger Beziehung organisiert und gestählt zu werden und sich an die Spitze des antijapanischen nationalen Befrei­ungskampfes zu stellen.

Untersucht man den mehr als 20 Jahre währenden nationalen Befrei­ungskampf in unserem Land, so zeigt er, daß außer der Arbeiterklasse keine andere Klasse imstande ist, die führende Rolle in der antiimperia­listischen antifeudalen demokratischen Revolution zu spielen.

Die Schichten der Intelligenz unseres Landes aus der Bourgeoisie und Kleinbourgeoisie schwankten, bedingt durch ihre eigene klassen­mäßige Schwäche, stets vor Schwierigkeiten im antijapanischen natio­nalen Befreiungskampf und versuchten, die Unabhängigkeit Koreas nicht auf eine revolutionäre, sondern eine mühelose Weise zu erreichen. Sie sprachen von der Unabhängigkeit Koreas und schufen solche Orga­nisationen wie die „Gesellschaft zur Förderung materieller Produktion“ und die „Gesellschaft zum Studium der Politik“; das waren alle Organi­sationen des nationalen Reformismus, die nicht die Revolution und den Kampf, sondern Reformen und Kompromisse anstrebten.

Deshalb ist es vor allem wichtig für die konsequente Durchführung der antiimperialistischen antifeudalen demokratischen Revolution, daß die führende Rolle der Arbeiterklasse, die am stärksten an dieser Revo­lution interessiert ist und ohne Furcht vor Schwierigkeiten mutig kämpft, unentwegt gesichert wird.

Zusammen mit der Arbeiterklasse nimmt auch die Bauernschaft eine wichtige Position in der koreanischen Revolution ein. Die Bauern, ein zuverlässiger Verbündeter der Arbeiterklasse, bilden gemeinsam mit der Arbeiterklasse die Hauptkraft der Revolution.

In einem Land wie dem unsrigen, in dem die Bauernschaft die erdrü­ckende Mehrheit der Bevölkerung darstellt, muß ihrer Position in der Revolution besonders große Bedeutung beigemessen werden. Bei uns im Lande bestehen mehr als 80 Prozent der Bevölkerung aus Bauern. Unter diesen Umständen ist die Gewinnung der Bauernmassen eine Schlüsselfrage, von der es abhängt, ob die Revolution mit einem Sieg oder einer Niederlage endet. Vernachlässigt man unter solchen Gege­benheiten wie in unserem Lande die Frage der Einbeziehung der Bauern in die Revolution, so kann das zur Folge haben, daß nicht nur die Arbei­terklasse isoliert und ihre führende Rolle abgeschwächt, sondern auch die absolute Mehrheit der Bevölkerung den Einflüssen des Gegners aus­geliefert wird.

Der Grund dafür, daß die Bauernschaft unseres Landes einen wichti­gen Platz in der Revolution einnimmt, liegt nicht allein in ihrem quanti­tativen Anteil, sondern auch darin, daß sie ebenfalls das dringlichste Interesse an der antiimperialistischen antifeudalen demokratischen Re­volution hat.

Die Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus hat die Bauern unseres Landes in fürchterlichen Hunger und Armut gestürzt. Die japani­schen Imperialisten bewahren die alten feudalen Grundeigentumsverhält­nisse auf dem Land und beuten die Bauern aus, indem sie die Gutsbesitzer als Helfershelfer vorschieben; andererseits nehmen sie den koreanischen Bauern den fruchtbaren Boden unter dem Vorwand der „Landvermes­sung“ und der „Organisierung der Östlichen Kolonialaktiengesellschaft“.

Im Jahre 1914, unmittelbar nach der Okkupation durch den japani­schen Imperialismus, bestellten mehr als 60 Prozent der koreanischen Bauern ihren eigenen Boden, und nur 35 Prozent aller Bauernhaushalte bestanden aus Pachtbauern und leibeigenen Bauern; jetzt hingegen be­trägt die Zahl der Bauern mit eigenem Ackerland weniger als 18 Pro­zent, während die Zahl der Pachtbauern und leibeigenen Bauern stieg und mehr als 70 Prozent aller Bauernhaushalte beträgt. So ist der über­wiegende Teil der koreanischen Bauern in die Lage des Dorfproletariats getrieben worden. Viele Bauern wurden von ihrem von den Vorfahren ererbten Grund und Boden vertrieben und müssen auf fremdem Boden als Bettler umhertreiben oder werden unter der Peitsche der Japaner, der Gutsbesitzer und der Kapitalisten unmenschlich mißhandelt; so müssen sie ein Dasein in größter Qual fristen. Auch jene Bauern, die noch ihr eigenes Ackerland haben, können größtenteils auf Grund der unerträgli­chen Steuern nicht einmal die Nahrung für sich selbst produzieren und sind in einer Lage, daß sie mit größter Not von Baumrinde und Gras­wurzeln leben; sie sind in ständiger Angst davor, jeden Augenblick ver­jagt zu werden.

Die japanischen Imperialisten verschleppen eigenmächtig die ländli­chen Jugendlichen und Männer mittleren Alters zur Armee und zum Bau von Militäranlagen und verfrachten alljährlich die geraubten Milli­onen Sok Reis nach Japan, um den Bedarf im Krieg zu decken. Durch diese militärischen Lasten befinden sich die Bauern in der übelsten Le­benslage, die nicht länger geduldet werden kann.

Unsere Dörfer haben sich daher in eine erbärmliche Hungerszone verwandelt, die es noch nirgends in der bisherigen Geschichte gab.

Dieses grauenvolle Elend in den Dörfern unseres Landes erweckte unter den Bauern bitteren Haß auf den japanischen Imperialismus und die feudalen Gutsbesitzer und bewog sie dazu, mit der Erkenntnis, daß nur die Revolution ihnen den Weg zum Leben bahnt, aktiv den Weg des antiimperialistischen antifeudalen Kampfes zu gehen.

Dennoch unterschätzten linke Opportunisten, Sektierer und Kriecher den revolutionären Charakter der koreanischen Bauern, indem sie davon redeten, daß die Bauern „doppelzüngig“ seien und daß die „Bauern­schaft eine Klasse sei, die auf Grund starker Schwankungen kaum in der Lage ist, die Revolution zu Ende zu führen, weil sie der Kleinbourgeoi­sie angehört“.

Das entspricht nicht den Realitäten und ist eine Handlung, die im völligen Gegensatz zu dem Standpunkt steht, der nach Festigung der revolutionären Kräfte strebt.

Die koreanischen Kommunisten müssen jedwede falsche Haltung und Einstellung zu den Bauern unseres Landes zurückweisen, einen ak­tiven Kampf für ihre Gewinnung führen und so die Hauptkraft der Re­volution zuverlässig stärken.

Die Revolution in unserem Land fordert, bedingt durch ihren antiimpe­rialistischen antifeudalen demokratischen Charakter, nicht nur die Arbeiter und Bauern, sondern auch die Jugend und Studenten, die Intelligenz, die Kleinbourgeoisie, die nationale Bourgeoisie und die gewissenhaften Gläu­bigen an die Seite der Revolution zu nehmen. Die faschistische Kolonial­herrschaft des japanischen Imperialismus führt unweigerlich dazu, daß die Jugend und Studenten, die Intelligenz, die Kleinbourgeoisie, die nationale Bourgeoisie und die ehrlichen Gläubigen den japanischen Imperialismus hassen und für die Unabhängigkeit des Vaterlandes und die Befreiung der Nation kämpfen.

Die Jugend und Studenten sowie die Intellektuellen haben allgemein einen starken Gerechtigkeitssinn und sind empfänglich für die fort­schrittlichen Ideen und die Entwicklungstendenz der Epoche, weil sie die Wissenschaft studieren und nach Wahrheit suchen. Darum spielen die Fortschrittlichen unter ihnen die Rolle der Bahnbrecher, die sich als Erste den Marxismus-Leninismus aneignen und die Arbeiter und Bauern durch Aufklärung und Wachrüttlung zur revolutionären Bewe­gung veranlassen.

Insbesondere die Jugend und Studenten sowie die Intelligenz unseres Landes sind nicht nur selbst nationaler Unterdrückung und Diskriminie­rung durch den japanischen Imperialismus ausgesetzt, sondern spüren am eigenen Leibe die durch seine Kolonialherrschaft ihren Landsleuten auferlegte bedrückende Tragödie und erkennen klarer als alle anderen die Ungerechtigkeit der bestehenden Gesellschaft.

Deshalb haben die Jugend und die Studenten sowie die Intelligenz unseres Landes besonders schnell nationales Bewußtsein und starkes antiimperialistisches Gefühl entwickelt. So sind sie durchdrungen von den fortschrittlichen Ideen, die Gerechtigkeit zu erkämpfen, und von dem Streben nach antiimperialistischer antifeudaler demokratischer Revo­lution, das darin zum Ausdruck kommt, die aggressiven Kräfte des ausländischen Imperialismus zu vertreiben und das rückständige Va­terland so zu entwickeln, daß es den anderen nicht nachsteht. So betei­ligen sie sich aktiv an der nationalen Befreiungsrevolution.

Viele Jugendliche und Studenten sowie Intellektuelle unseres Landes erhoben sich bereits unmittelbar nach der Okkupation Koreas durch den japanischen Imperialismus mit aller Entschiedenheit zum Kampf gegen die Feinde und leisteten einen großen Beitrag dazu, daß die Arbeiter und Bauern – die breiten antiimperialistischen Massen – wachgerüttelt und zum revolutionären Kampf bewogen wurden. Auch in jener Zeit, als der bewaffnete antijapanische Kampf vorbereitet wurde, haben die revoluti­onären Jugendlichen, Studenten und Intellektuellen eine große Rolle gespielt bei der organisatorisch-ideologischen Zusammenschließung der revolutionären Reihen und bei der Schaffung der Massenbasis für den Kampf. Heute führen sie ebenfalls einen unbeugsamen Kampf in den antijapanischen Partisaneneinheiten und in den illegalen revolutionären Organisationen.

Alle diese Tatsachen bezeugen, daß die Jugend und Studenten sowie Intelligenz eine wichtige Rolle im revolutionären Kampf spielen.

Die Jugend, Studenten und die Intelligenz können jedoch keine selbständige politische Kraft bilden, sind infolge ihrer Schwäche, Schwankungen und Wankelmütigkeit außerstande, die entscheidende Rolle im revolutionären Kampf zu spielen; sie sind nur unter Führung der Kommunisten und der Arbeiterklasse dazu berufen, revolutionäre Rolle in der antiimperialistischen antifeudalen demokratischen Revo­lution zu spielen.

Was die nationale Bourgeoisie anbetrifft, so gilt es auch, die Frage konkret zu untersuchen. Die nationale Bourgeoisie in den kolonialen und halbkolonialen Ländern besitzt eine Reihe von Besonderheiten, in denen sie sich von der Bourgeoisie der kapitalistischen Länder unter­scheidet.

Obwohl die nationale Bourgeoisie in klassenmäßiger Beziehung eine Ausbeuterklasse ist, wird ihre wirtschaftliche Tätigkeit von den ausländi­schen Imperialisten und von der mit diesen liierten Kompradorenbourge­oisie unterdrückt; sie ist der ständigen Gefahr des Bankrotts ausgesetzt. Deshalb hat sie, wenn auch inkonsequent, ein antiimperialistisches Be­wußtsein und den Wunsch nach nationaler Unabhängigkeit.

Ganz besonders die nationale Bourgeoisie unseres Landes ist von ra­pidem Bankrott und Verfall betroffen, was von der faschistischen kolo­nialen Terrorherrschaft des japanischen Imperialismus und der daraus folgenden starken Infiltration des japanischen Monopolkapitals herrührt. Im Jahre 1928 hatte das Kapital der Koreaner einen Anteil von 26 Pro­zent in der wertmäßigen industriellen Gesamtproduktion; zur Zeit be­trägt er kaum 10 Prozent. Selbst dies beschränkt sich auf solche äußerst nebensächlichen Zweige wie Reisschälen, Baumwollverarbeitung u. a., mit deren Hilfe die nationale Bourgeoisie mühsam ihr Dasein fristet.

Dieser Bankrott, der der nationalen Bourgeoisie unter der Kolonial­herrschaft des japanischen Imperialismus aufgezwungen wird, ist ihr Schicksal, und deshalb ist sie bereit, mit Interesse an der antijapanischen nationalen Befreiungsrevolution teilzunehmen.

Die Kompradorenbourgeoisie hat mehr Furcht vor dem antiimperialisti­schen revolutionären Kampf des Volkes als vor der imperialistischen Ag­gression, die nationale Bourgeoisie aber widersetzt sich der Aggression des Imperialismus und unterstützt den antiimperialistischen revolutionären Kampf des Volkes. Es wird nur zur Abschwächung der antiimperialistischen revolutionären Kräfte führen, wenn man wegen der landesverräterischen und antinationalen Handlung einer Hand voll Kompradorenbourgeoisie auch die nationale Bourgeoisie als reaktionär ansieht. Die Einbeziehung der nationa­len Bourgeoisie in den antiimperialistischen nationalen Befreiungskampf hat keine geringe Bedeutung bei der maximalen Isolierung der Feinde und der Festigung der revolutionären Kräfte.

Wie wir sehen, sind es die großen antijapanischen Kräfte, die in der gegenwärtigen Etappe der koreanischen Revolution die Triebkraft der Revolution bilden. Wir müssen zu allen Klassen und Schichten, die an der Revolution teilnehmen können, unentwegt eine prinzipienfeste und großherzige Haltung einnehmen, sie erfassen, organisieren und zusam­menschließen und auf diese Weise alle antijapanischen Kräfte zum anti­imperialistischen nationalen Befreiungskampf mobilisieren.

Was sind nun die Aufgaben, die bei uns im Land durch die antiimpe- realistische antifeudale demokratische Revolution zu erfüllen sind?

Die erstrangige und grundsätzliche Aufgabe der antiimperialisti­schen und antifeudalen demokratischen Revolution in unserem Land besteht ohne Zweifel darin, daß die Aggressoren des japanischen Im­perialismus und alle anderen mit ihnen liierten reaktionären Kräfte, darunter auch projapanische Gutsbesitzer und Kompradorenbourgeoi­sie, geschlagen werden. Das führt jedoch nicht zur Vollendung der antiimperialistischen antifeudalen demokratischen Revolution. Sind die japanischen Imperialisten und die mit ihnen im Bunde stehenden reaktionären Kräfte vernichtet, so gilt es, in allen Sphären der Politik, der Wirtschaft und der Kultur ihre sozioökonomischen Verhältnisse zu liquidieren und eine zuverlässige neue fortschrittliche demokratische Ordnung zu errichten, damit die alte Ordnung niemals Wiedererstehen kann.

Wir sind verpflichtet, nach der Zerschlagung der Aggressoren des im­perialistischen Japans vor allem eine demokratische Macht aufzubauen.

Die Frage der Macht ist die Hauptfrage in der Revolution. Es ist we­der die vollständige nationale und Klassenbefreiung unseres Volkes noch der Aufbau eines starken souveränen und unabhängigen Staates auf dem Boden des Vaterlandes möglich, solange wir die Macht nicht in unseren Händen haben. Durch seine eigenen bitteren Erfahrungen der Heimatlosen hat das koreanische Volk nun ganz klar erkannt, von wel­chem Schicksal eine Nation betroffen wird, die keine eigene Macht hat. Fürwahr, für uns gibt es nichts Wichtigeres, als daß wir unsere eigene wahre Macht haben.

Bei der Lösung der Frage der Macht ist es sehr wichtig, den Charak­ter, die Aufgaben und die Klassenverhältnisse der Revolution in der je­weiligen Periode zu berücksichtigen und in Übereinstimmung mit ihnen die Form der Macht festzulegen.

Welche Form muß nun die demokratische Macht haben, die wir auf­bauen werden?

Es kann zwei Formen der demokratischen Macht geben. Eine davon ist die demokratische Macht, die zur Kategorie der bürgerlichen Macht gehört, d. h. eine demokratische Macht, die von der besitzenden Klasse geführt wird, während die andere eine demokratische Staatsmacht ist, die unter die Kategorie der Macht des Proletariats fällt, nämlich eine demokratische Macht, die von der Arbeiterklasse geführt wird.

Die Erstere verteidigt die Interessen der Bourgeoisie und der Klein­bourgeoisie, also einer äußerst begrenzten Schicht. Sie ist stets schwan­kend, inkonsequent und außerstande, die Volksmassen zum Weg des Sozialismus und Kommunismus, zum Endziel der Arbeiter und der Kleinbauern zu führen.

Im Gegensatz dazu verteidigt die Letztere die Grundinteressen der großen Kreise der Arbeiter und Bauern, führt konsequent die Aufga­ben der antiimperialistischen und antifeudalen demokratischen Revo­lution durch; sie ist fähig, die Volksmassen zum Weg des Sozialismus und Kommunismus, zum Endziel der Arbeiterklasse und der Klein­bauern zu führen.

Daraus folgt, daß wir nach der Zerschlagung des japanischen Imperi­alismus eine volksdemokratische Macht schaffen müssen, die zur Kate­gorie der Macht des Proletariats gehört, d. h. eine demokratische Macht, die von der Arbeiterklasse geführt wird.

Nach der Schaffung der Macht gilt es, daß wir uns fest darauf stützen und die Bodenreform und andere demokratische Reformen durchführen. Dabei kommt es vor allem darauf an, daß die von dem japanischen Impe­rialismus hinterlassenen imperialistischen Restkräfte mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden.

Wir müssen auch nach der Zertrümmerung der kolonialen Herr­schaftsmaschinerie des imperialistischen Japans weiterhin die in den verschiedensten Bereichen der Politik, der Wirtschaft und der Kultur verbliebenen Restkräfte des japanischen Imperialismus bis ins Letzte beseitigen, denn nur auf diesem Wege können wir die Aufgaben der an­tiimperialistischen nationalen Befreiungsrevolution erfolgreich erfüllen und die vollständige politische Unabhängigkeit des Landes erringen und sodann durch Liquidierung aller feudalen Kräfte das Land auf demokra­tischer Grundlage weiterentwickeln.

Zur Liquidierung der Restkräfte des japanischen Imperialismus müs­sen wir in erster Linie die reaktionären Gutsbesitzer, die projapanischen Elemente und die nationalen Verräter – die Hauptstütze der Kolonial­herrschaft des japanischen Imperialismus und die aktiven Verfechter seiner Herrschaftsmaschinerie – konsequent ausmerzen und ihnen die Möglichkeit nehmen, Fuß zu fassen.

Des Weiteren gilt es, alle von den japanischen Imperialisten durch­gepeitschten Gesetze und Anordnungen für null und nichtig zu erklä­ren und durch Schaffung von neuen Gesetzen und Bestimmungen, die die Interessen der breiten Volksmassen verteidigen, eine neue Ord­nung des Aufbaus des Staates durchzusetzen. Ebenso ist es notwendig, die ideologischen Überreste des japanischen Imperialismus und seine Lebensweise abzuschaffen, mit unserer eigenen Sprache in Wort und Schrift die Volksbildung zu entwickeln und die unserer Nation eigene Kultur zu fördern.

Es kann weder der Weg zur selbständigen Entwicklung der Wirt­schaft eröffnet noch die politische Unabhängigkeit des Landes stabili­siert werden, solange nicht die ökonomische Basis des japanischen Imperialismus und der Kompradorenbourgeoisie zertrümmert ist. Wir müssen die Bergwerke, Fabriken, Eisenbahnen, das Transportwesen, die Banken, das Post- und Fernmeldewesen, den Binnen- und Außen­handel sowie andere Hauptindustriezweige des japanischen Staates, der Japaner und der Kompradorenbourgeoisie verstaatlichen und in das Eigentum des ganzen Volkes überführen. Auf diese Weise müssen wir erreichen, daß die wichtigsten Produktionsmittel des Landes im Interesse der Unabhängigkeit und des Gedeihens des Vaterlandes und der Erhöhung des Volkswohlstandes wirkungsvoll genutzt werden und eine ökonomische Grundlage für den Aufbau einer neuen Gesell­schaft, in der es keine Ausbeutung und Unterdrückung gibt, geschaf­fen wird.

Zusammen mit der Erfüllung der Aufgaben der antiimperialistischen Revolution müssen wir gründlich die Aufgaben der antifeudalen demo­kratischen Revolution bewältigen.

Die erstrangige Aufgabe dabei ist die richtige Lösung der Boden­frage. Der Hauptinhalt der antifeudalen demokratischen Revolution besteht in der Lösung der Bodenfrage. Denn dadurch wird es möglich, die Bauernmassen, die absolute Mehrheit der Bevölkerung, von feuda­ler Ausbeutung und Fessel zu befreien, ihre sozial-politische Lage grundlegend zu verbessern und einen breiten Weg zum sozialen Fort­schritt und zur Entwicklung der Produktivkräfte zu bahnen.

Wir müssen den Boden des japanischen Staates, der Japaner und der projapanischen Gutsbesitzer konfiszieren und ihn an die Bauern vertei­len, die ihn bestellen, das Pachtsystem und den Bodenverkauf sowie alle anderen feudalen Grundeigentumsverhältnisse ein für alle Mal abschaf­fen. Auf diese Weise muß die ökonomische Basis der feudalen Kräfte so konsequent abgeschafft werden, daß ihre Wiedererstehung für immer ausgeschlossen ist.

Des Weiteren gilt es, das Volk von allen ständischen Diskriminie­rungen und ungleichen Verhältnissen zu befreien; insbesondere müssen Frauen, die Hälfte der Bevölkerung, ein für alle Mal von der feudalen Abhängigkeit befreit werden.

Außerdem müssen wir den Werktätigen allseitig politische Freiheiten und demokratische Rechte sichern, Achtstundentag, Arbeitsschutz, staatliches Versicherungssystem und andere Maßnahmen für den gesell­schaftlichen Schutz der Werktätigen ergreifen und Voraussetzungen schaffen, so daß jeder unter dem Schutz des Staates und der Gesellschaft frei und ungehindert arbeiten kann.

Diese sozioökonomischen Reformen mit Leben zu erfüllen, ist eine tief greifende soziale Revolution, die die Folgen der Kolonialherrschaft des brutalen japanischen Imperialismus und die Jahrtausende währende soziale Dekadenz und Fessel aller Art liquidiert.

Die Kommunisten sind verpflichtet, den jahrhundertealten Wunsch der breiten werktätigen Massen, sich von jedweder sozialer Unterdrü­ckung und Ausbeutung zu befreien, so schnell wie möglich zu erfüllen und somit ihren politischen Enthusiasmus stark zu erhöhen und sie zur aktiven Teilnahme an dem revolutionären Kampf zu bewegen und wei­ter auf den Weg der Revolution zu führen.

Die Erfüllung der Aufgaben der antiimperialistischen und antifeu­dalen Revolution bedeutet nicht, daß damit die Revolution vollendet ist. Die Kommunisten müssen, sobald die Aufgaben der antiimperia­listischen antifeudalen demokratischen Revolution verwirklicht sind, die Revolution weiterführen und bei uns im Land ein Paradies des Sozialismus und Kommunismus, das frei ist von Unterdrückung und Ausbeutung, aufbauen.

2. Die nächsten Aufgaben der koreanischen Kommunisten

Worin bestehen die nächsten Aufgaben, die vor den koreanischen Kommunisten stehen, um die koreanische Revolution siegreich durchzu­führen?

Erstens müssen die koreanischen Kommunisten den bewaffneten antijapanischen Kampf noch erweitern und verstärken, ihn für den Sieg organisieren und führen, um dadurch in hervorragender Weise die Wiedergeburt des Vaterlandes, die heilige große Sache, zu errei­chen.

Um die imperialistischen Aggressoren zu vertreiben und die nationale Befreiungsrevolution zu Ende zu führen, muß ein entschlossener bewaff­neter Kampf entfaltet werden. Gestützt auf die konterrevolutionären Streitkräfte, übt der Imperialismus seine Klassenherrschaft aus und be­herrscht die Kolonien. Er weicht nicht vom Weg der Aggression und des Krieges ab, bevor seine Streitkräfte, die konterrevolutionären bewaffneten Kräfte, völlig geschlagen worden sind.

Von den unverschämtesten, äußerst räuberischen Aggressoren des imperialistischen Japans, die vom Schweiß und Blut der kolonialen Völker kosteten und sich der „Stärke des großen japanischen Imperi­ums“ rühmen, kann niemand erwarten, daß sie widerstandslos aus Korea abziehen werden, bevor ihre Armee – die konterrevolutionäre Streit­macht – eine entscheidende Niederlage erlitten hat.

Von Anfang der 1930er Jahre an organisieren und führen die korea­nischen Kommunisten deshalb den bewaffneten Kampf gegen die impe­rialistischen Räuber Japans und versetzen den bewaffneten Kräften des japanischen Imperialismus – den konterrevolutionären Streitkräften – empfindliche Schläge.

Dringender denn je erhebt sich heute die Forderung, den bewaffneten antijapanischen Kampf auszuweiten und zu verstärken.

Nach der Entfesselung des Chinesisch-Japanischen Krieges setzten die japanischen Imperialisten große Truppenverbände an der Front

Nordchinas ein, um den auf das Festland gerichteten Aggressionskrieg in Form eines Blitzkrieges zu beenden. Andererseits führen sie zum Ziel der „Sicherheit des Hinterlandes“ die wahnsinnigen Operationen der „Strafexpedition“ gegen unsere revolutionären Streitkräfte durch und verstärken noch mehr die brutale Unterdrückung und Ausplünderung des koreanischen Volkes.

Diese rasende Erweiterung des Aggressionskrieges durch die japani­schen Imperialisten beschleunigt aber nur ihren eigenen Untergang und schafft den koreanischen Kommunisten günstige Voraussetzungen zum Kampf um die schnellere Befreiung des Vaterlandes.

Unter diesen Verhältnissen müssen wir den bewaffneten antijapani­schen Kampf entschieden ausweiten und verstärken, denn nur dann ist es uns möglich, den wütenden japanischen Imperialismus zu zerschla­gen und das edle historische Werk, die Wiedergeburt des Vaterlandes, schnellstens zu verwirklichen.

Auch für den weiteren Aufschwung der gesamten koreanischen Re­volution muß der bewaffnete antijapanische Kampf erweitert und ver­stärkt werden.

Der bewaffnete antijapanische Kampf ist die Hauptströmung und die höchste Form des antijapanischen nationalen Befreiungskampfes in un­serem Lande. Nur seine Verstärkung ermöglicht auch die erfolgreiche Entwicklung des antijapanischen Kampfes verschiedener Formen, der von den Arbeitern, den Bauern, der Jugend und den Studenten sowie anderen Schichten der Volksmassen geführt wird.

Deshalb müssen die Kommunisten Koreas den bewaffneten antijapa­nischen Kampf weiterhin forcieren und dadurch einen neuen Schwung in der gesamten koreanischen Revolution herbeiführen.

Für die weitere Verstärkung und Entwicklung des bewaffneten antija­panischen Kampfes gilt es vor allem, die Kraft und die militärischen und politischen Aktionen der KRVA erheblich zu intensivieren.

Die KRVA ist nicht nur eine revolutionäre Streitmacht, die direkt den bewaffneten antijapanischen Kampf führt, sondern auch eine revolutionä­re Armee der Organisatoren und Propagandisten, die durch Erziehung und Organisierung der breiten Volksmassen die gesamte koreanische Revolu­tion fördert und weiterentwickelt.

Die politisch-militärische Weiterentwicklung der KRVA ist die ent­scheidende Garantie für die allseitige Verstärkung des bewaffneten anti­japanischen Kampfes und ihrer Einflußkraft.

Zur Stärkung der Einheiten der KRVA ist es vor allem wichtig, das politisch-ideologische Niveau aller Kommandeure und Soldaten noch mehr zu erhöhen.

Die Quelle der unbesiegbaren Kraft der revolutionären Armee liegt in ihrer politisch-ideologischen Überlegenheit. Weil alle unsere Kom­mandeure und Soldaten zu ihrem Vaterland und zu ihrer Klasse flam­mende Treue besitzen, ist die KRVA unbesiegbar und imstande, jede Armee der Ausbeuterklasse zu besiegen. Diese wesentliche Überle­genheit der revolutionären Armee kann aber nicht in hohem Maße be­kundet werden, wenn es an einem ständigen Ringen um die Erhöhung des politisch-ideologischen Niveaus der Kommandeure und Soldaten fehlt. Darum ist es notwendig, alle Kommandeure und Soldaten weiter­hin mit der revolutionären Weltanschauung auszurüsten, damit sie den schwierigen und langen revolutionären Kampfprozeß mit dem unbeug­samen Kampfgeist durchfechten.

Alle Kommandeure und Soldaten der KRVA sind revolutionäre Kämpfer, die entschlossen sind, ihr Ganzes für die Wiedergeburt des Vaterlandes und für die Befreiung des Volkes zu geben. Wenn wir aber unter Bedingungen unseres immer schwieriger werdenden Kampfes und der verstärkten ideologischen Offensive des Feindes ihren Glauben an den Sieg der Revolution nicht weiter festigen, ist es nicht möglich, die politisch-ideologische Macht der KRVA zu konsolidieren.

Aus diesem Grunde müssen wir die politisch-ideologische Erzie­hungsarbeit für die Kommandeure und Soldaten der KRVA ununterbro­chen intensivieren. In erster Linie müssen wir sie mit den Prinzipien des Marxismus-Leninismus vertraut machen und sie gleichzeitig fest mit den Linien, Strategien und Taktiken der koreanischen Revolution wappnen, damit sie eine unerschütterliche revolutionäre Weltanschauung besitzen. Ferner müssen wir dafür sorgen, daß sie im Geiste der revolutionären Hal­tung zu den Massen, der revolutionären Arbeitsweise, der revolutionären Kameradschaft und der bewußten Disziplin ausgebildet werden. Auf die­sem Wege müssen wir alle Kommandeure und Soldaten zu unbeugsamen revolutionären Kämpfern mit revolutionärer Siegeszuversicht erziehen, die den edlen revolutionären Geist besitzen, die Jugend und das Leben nur für die heilige große Sache, die Wiedergeburt des Vaterlandes, hinzuge­ben; wir müssen sie zu wahrhaften Erziehern des Volkes, zu fähigen Or­ganisatoren der Massenbewegung heranbilden.

Die politisch-ideologische Überlegenheit der KRVA wird an Stärke zunehmen, wenn sie mit der schlagkräftigen militär-technischen Macht verknüpft wird. Die Aggressionstruppen des japanischen Imperialis­mus, mit moderner militärtechnischer Ausrüstung bis an die Zähne bewaffnet, sind die barbarischsten und hinterlistigsten Aggressoren. Um diesen Feind zu besiegen, muß die KRVA nicht nur fest in poli­tisch-ideologischer Hinsicht vorbereitet, sondern auch mit ausgezeich­neter Militärtechnik und hervorragender Partisanentaktik ausgerüstet werden.

Gleichzeitig mit der ständigen Vergrößerung und Verstärkung der Reihen der KRVA sind wir verpflichtet, unter Ausnutzung aller Mög­lichkeiten und Bedingungen die militärische Bildung und Gefechtsaus­bildung zu intensivieren, damit alle Kommandeure und Soldaten die technischen Kampfmittel und die Partisanentaktik meisterhaft beherr­schen.

Also müssen wir die KRVA durch weitere politisch-militärische Stärkung zu einer revolutionären Armee entwickeln, die die zahlenmä­ßige Überlegenheit der Feinde mit der politisch-ideologischen und ihre militärtechnische Überlegenheit mit der partisanentaktischen besiegt.

Es ist notwendig, die KRVA in politisch-militärischer Hinsicht zu verstärken und zugleich ihre militärisch-politische Tätigkeit noch akti­ver zu entfalten.

Alle Einheiten der KRVA müssen im Rücken der Aggressionsarmee des japanischen Imperialismus, die sich in ihrem auf das chinesische Fest­land gerichteten Aggressionskrieg erschöpft, groß angelegte bewaffnete Operationen führen, um sie in die Defensive zu zwingen und eine ent­schieden günstige Situation für die koreanische Revolution zu schaffen.

Dafür gilt es, entsprechend den Kräfteverhältnissen zwischen dem Gegner und uns, der Veränderung der Situation gemäß, aktiv die Opera­tionen der großen und der kleinen Einheiten eng zu verbinden und den bewaffneten Kampf tief in das Heimatland auszudehnen. In Verbindung damit muß das ganze Volk für den umfassenden Widerstandskampf or­ganisiert werden. Wenn die aktiven militärisch-politischen Aktionen der KRVA mit dem das ganze Volk umfassenden Widerstandskampf ver­knüpft werden, wird der räuberische japanische Imperialismus zerschla­gen und die Wiedergeburt des Vaterlandes unbedingt errungen werden.

Zweitens müssen die koreanischen Kommunisten durch die energi­schere Organisierung und Entfaltung der antijapanischen nationalen Einheitsfrontbewegung noch breitere patriotische antijapanische Kräfte im Maßstab des Landes und der ganzen Nation fest zusammenschließen und so unentwegt das Übergewicht revolutionärer Kräfte gegenüber den konterrevolutionären Kräften sichern.

Die antijapanische nationale Einheitsfrontbewegung ist eine mächtige politische Bewegung, deren Ziel darin besteht, alle patriotischen Kräfte Koreas, die dem japanischen Imperialismus widerstehen, um die Kom­munisten zusammenzuschließen und das Kräfteverhältnis zwischen dem Feind und uns entschieden zugunsten der Revolution zu verwandeln. Sie nimmt eine sehr wichtige Stellung im antijapanischen nationalen Befrei­ungskampf in unserem Land ein.

Die Revolution ist ein Werk für die Massen und kann nur zum Sieg geführt werden, wenn diese voll daran teilnehmen. Deshalb ist es ein Grundprinzip, das die Kommunisten und Revolutionäre im revolutionä­ren Kampf einhalten müssen, daß sie die Massen gewinnen, sie zu einer politischen Kraft zusammenschließen und sich auf ihre unerschöpfli­chen Potenzen stützen.

Die Frage, die antijapanischen Kräfte aller Schichten zu gewinnen und organisatorisch zusammenzuschließen, stellte sich von Anfang des antijapanischen nationalen Befreiungskampfes an als eine wichtige Aufgabe für die Kommunisten Koreas.

Auf Grund der wissenschaftlichen Einschätzungen der subjektiven und objektiven Bedingungen in der Entwicklung der Revolution in unserem Land haben wir schon von Beginn der 1930er Jahre an die Linie für die Bildung der antijapanischen nationalen Einheitsfront festgelegt, ununterbrochen für ihre Durchsetzung gekämpft und im Mai 1936 schließlich die LWV, die erste Organisation der antijapani- sehen nationalen Einheitsfront in unserem Land, gegründet.

In der äußerst kurzen Zeitspanne nach ihrer Gründung erweiterte und entwickelte sich die LWV zu einer mächtigen unterirdischen revolutio­nären Organisation und zur größten Massenorganisation, die unter ihrer Führung zahlreiche antijapanische Kräfte zusammengeschlossen hat.

Das Zehn-Punkte-Programm der LWV unterstützend, gehören zur Zeit breite antijapanische Massen – Arbeiter, Bauern und andere patriotische Persönlichkeiten aller Schichten in der Mandschurei und im Heimatland – der antijapanischen nationalen Einheitsfront an und führen einen energi­schen revolutionären Kampf.

Überall in der großen Mandschurei und in wichtigen Städten und Dörfern der Bezirke Nord- und Süd-Hamgyong, Nord- und Süd- Phyongan, Kangwon sowie überall in Korea wurden bereits die Unter­organisationen der LWV gebildet, die nun aktiv tätig sind. Die Bildung eines eng verflochtenen Organisationsnetzes im ganzen Lande ist im Gange.

In unserem Land unterstützen heute nicht nur Arbeiter und Bauern, sondern auch zahlreiche patriotisch gesinnte Jugendliche, Studenten und Intellektuelle das Zehn-Punkte-Programm, treten mutig in antijapani­schen Aktionen auf und ersuchen gleichzeitig in größeren geschlossenen Gruppen um Aufnahme in unsere Einheiten. Alle Kräfte, darunter auch kleine und mittlere Unternehmer, Kleinhändler und Handwerker, Natio­nalisten, die das Land, die Nation und die Demokratie lieben, fließen unter Leitung der Kommunisten zu einem einheitlichen Strom des anti­japanischen Kampfes zusammen.

Besonders die Unabhängigkeitsarmee Koreas – eine nationalistische bewaffnete Streitmacht – die, lange im Rahmen des Konservatismus abge­kapselt, den Zusammenschluß mit den Kommunisten ablehnte, unterstützt aufrichtig die Erklärung und das Programm der LWV von ihrer Entgegen­nahme an und besteht auf dem Zusammenschluß mit uns. Einige Einheiten der Unabhängigkeitsarmee haben bereits begonnen, an gemeinsamen Ope­rationen mit unseren Einheiten teilzunehmen. Solche einheitlichen Aktio­nen bieten die Perspektive, die Geschlossenheit mit ihnen zu verstärken und dadurch eine noch festere vereinte Front zu bilden.

Außerdem treten auch zahlreiche fortschrittliche Anhänger der Chondo-Religion im Vaterland gegen die projapanischen Handlungen der reaktionären Choe-Rin-Clique auf und schlugen so den Weg zum Kampf für die große nationale gemeinsame Sache ein. Sie unterstützen das Zehn-Punkte-Programm und den Aufruf der LWV und helfen aktiv im bewaffneten antijapanischen Kampf. Dutzende ihrer Delegierten schickten sie zu uns, die schworen, daß sie mit uns gemeinsam an der Front für die Wiedergeburt des Vaterlandes kämpfen werden. Zur Zeit leisten sie materielle und moralische Hilfe. Die LWV hat bereits zahl­reiche Anhänger der Chondo-Religion in verschiedenen Kreisen nörd­licher Gebiete unseres Landes in ihre Organisationen einbezogen und vergrößert von Tag zu Tag ihren Einfluß unter den fortschrittlichen Religiösen des ganzen Landes.

Auf diese Weise sieht heute das koreanische Volk in dem bewaffneten antijapanischen Kampf und in der sich unter seinem unmittelbaren Einfluß entwickelnden Bewegung der LWV das glänzende Morgenrot der nationa­len Befreiung und tritt tapfer in den antijapanischen revolutionären Kampf voller Siegeszuversicht ein.

Die derzeitige innere und äußere Situation stellt die koreanischen Kommunisten vor die dringliche Aufgabe, die antijapanische nationale Einheitsfrontbewegung im breiten Maßstab zu erweitern und zu entwickeln.

Angesichts der Untergangskrise ihrer kolonialen Herrschaft infolge des antijapanischen Widerstandskampfes unseres Volkes für die Rettung des Vaterlandes verstärken die Aggressoren des imperialistischen Japans wie nie zuvor die koloniale Unterdrückung und Ausbeutung gegenüber dem koreanischen Volk unter voller Mobilisierung ihrer riesigen militäri­schen Kräfte und aller Gewaltmittel. Je mehr die Feinde die Greueltaten intensivieren, desto mehr erhöht sich täglich die antijapanische Stim­mung des koreanischen Volkes, und auch seine revolutionäre Aktion verstärkt sich auf das Äußerste.

In dieser Situation müssen die Kommunisten Koreas standhaft rin­gen, um die breiten antijapanisch-patriotischen Kräfte der ganzen Na­tion – in Übereinstimmung mit der sich hebenden antijapanischen Stimmung der Massen – umfassend für den nationalen Befreiungs­kampf zu mobilisieren.

Die Verstärkung der antijapanischen nationalen Einheitsfrontbewe­gung gehört damit auch zur wichtigen Aufgabe für die Entwicklung der Weltrevolution.

In den imperialistischen Ländern wie Japan, Deutschland und Italien, die den Weg zur allseitigen Faschisierung eingeschlagen haben, sind zur Zeit die Völker durch die faschistische Diktatur der demokratischen Freiheiten und aller politischen Rechte beraubt. Die revolutionäre Be­wegung ist einer harten Bewährungsprobe ausgesetzt. Die Gefahr der Faschisierung erweitert sich täglich im Weltmaßstab. Angesichts dieser Tatsache verstärken die Kommunisten die antifaschistische Volksfront­bewegung und kämpfen aktiv, um die breiten Volksmassen dafür zu organisieren und zu mobilisieren.

In dieser Lage können wir nur mit der weiteren Stärkung der antija­panischen nationalen Einheitsfrontbewegung zur Schwächung der inter­national verbundenen faschistischen Kräfte und zur Beschleunigung des Sieges der allgemeinen internationalen demokratischen Kräfte beitragen und eine günstige internationale Situation für die Revolution in unserem Land schaffen.

Die koreanischen Kommunisten sind verpflichtet, entsprechend den neuen Forderungen der Entwicklung der Revolution den aktiven Kampf für die weitere Intensivierung und Entwicklung der antijapanischen na­tionalen Einheitsfrontbewegung zu führen.

Vor allem ist hier wichtig, daß die Organisationen der LWV kampf­stark zusammengeschlossen und ihre Reihen erweitert und gefestigt werden.

Unter der Bedingung, daß bei uns noch eine marxistisch-leninistische Partei fehlt, ist die LWV eine Organisation der Einheitsfront, die von den Kommunisten organisiert wurde. Sie ist gleichzeitig die mächtige revolu­tionäre Untergrundorganisation.

Aus diesem Grunde ermöglichen die kämpferische Geschlossenheit der Organisationen der LWV und die Erweiterung und Verstärkung ihrer Reihen den einheitlichen Zusammenschluß der antijapanischen patrioti­schen Kräfte im ganzen Lande und die Führung der koreanischen revolu­tionären Bewegung durch die Kommunisten.

Für die weitere Intensivierung der antijapanischen nationalen Ein­heitsfrontbewegung müssen wir das Organisationsnetz der LWV bis tief in das Heimatland ausdehnen und aktiv die breiten antijapanischen Mas­sen in dieses einbeziehen.

Außerdem gilt es für uns, die Organisationen der LWV kampffähig aufzubauen, entsprechend den Bedingungen des unterirdischen Kampfes elastische Arbeitsmethoden geschickt anzuwenden und ihre organisato­risch-politische Tätigkeit in vollem Maße zu forcieren. Unter den Bedin­gungen, daß die Feinde die Unterdrückung äußerst verstärken, dürfen wir nicht jeder Organisation den gleichen Namen geben; wir müssen sie ge­mäß den konkreten Verhältnissen des Ortes, den Besonderheiten und dem Bereitschaftsgrad verschiedener Schichten in vielfältiger Form benennen. Die Art und Weise der Tätigkeit jeder Organisation muß, entsprechend den konkreten Bedingungen, ebenfalls unterschiedlich sein. Auf diesem Wege muß die LWV zu einer noch machtvolleren unterirdischen revolu­tionären Massenorganisation werden, die ihre tiefen Wurzeln in die brei­ten Volksmassen schlägt und aktiv arbeitet.

Um die Bewegung der LWV zu vergrößern und zu entwickeln, gilt es für die Kommunisten, ihre Führung in dieser Bewegung als Ganzes zu verwirklichen. Nur wenn die Führung durch die Kommunisten zuver­lässig gewährleistet wird, ist es möglich, die antijapanische nationale Einheitsfrontbewegung vom Beginn bis zum Ende im Einklang mit den Interessen der Arbeiterklasse und der gesamten Volksmassen zu führen und, gestützt auf die revolutionäre Strategie und Taktik, siegreich zu entwickeln. Deshalb müssen die Kommunisten die entscheidend führen­de Stellung innerhalb der LWV einnehmen und diese auf revolutionäre Weise leiten.

Bei der Führung der antijapanischen nationalen Einheitsfrontbewe­gung müssen die Kommunisten jede linke und rechte Tendenz richtig unterscheiden und sie gründlich überwinden.

Für den Zusammenschluß der Massen aller Schichten ist es erforderlich, die revolutionäre Massenlinie mit der Klassenlinie richtig zu verbinden. So­wohl vor der linken Tendenz, die, befangen von klassenmäßigen Vorurteilen, nur Arbeiter und Bauern einzubeziehen sucht, als auch vor der rechten Ten­denz, die darin besteht, unter dem Vorwand der Einheitsfront unbedacht allen Menschen die Hände reichen zu wollen, müssen wir auf der Hut sein. Wenn wir nur die Arbeiter und Bauern in die Organisationen der LWV aufnehmen

und andere antijapanisch-patriotische Kräfte beiseite lassen würden, so gin­gen uns unzählige Massen verloren; wenn wir im Gegensatz dazu – ohne politische Rücksicht – die beliebigsten Leute aufs Geratewohl in die LWV einbeziehen, dann würden sich fremde Elemente aller Schattierungen ein­schleichen.

Deshalb müssen wir uns unentwegt an das Prinzip halten, die pat­riotisch-demokratischen Kräfte mit antijapanischem Streben maximal zu gewinnen und gleichzeitig projapanische Elemente, nationale Ver­räter und andere dunkle und feindliche Elemente aller Schattierungen konsequent zu isolieren.

Bei der Führung der antijapanischen nationalen Einheitsfrontbewe­gung kommt es uns auch darauf an, die Geschlossenheit und den Kampf innerhalb ihrer Reihen richtig miteinander zu verbinden.

Ausgehend von ihren verschiedenen Klasseninteressen, nehmen die antijapanischen Massen verschiedener Schichten unterschiedliche Standpunkte und Verhaltensweisen im antijapanischen Kampf ein. Un­ter ihnen gibt es nicht wenige Schichten, die – infolge ihrer klassenmä­ßigen Beschränktheit – im antijapanischen Kampf eine unentschlossene Haltung zeigen und schwanken, obwohl sie den japanischen Imperia­lismus hassen. Werden die innerhalb dieser Schichten vorkommenden Schwankungen nicht überwunden, so kann das dazu führen, daß sie die im Kampf vor ihnen auftretenden Schwierigkeiten nicht überstehen, die antijapanische Haltung nicht konsequent wahren und letzten Endes zu Verrätern werden und der Revolution ernsten Schaden zufügen.

Aus diesem Grunde müssen die Kommunisten für die Überwindung der unter den antijapanischen Massen auftretenden Schwankungen und Schwächen prinzipienfest kämpfen und die Verbundenheit mit ihnen verstärken. Nur so können sie selbst unter Verhältnissen der verstärkten militärischen und ideologischen Offensive des Gegners die Reihen der Einheitsfront bewahren und ihre Macht voll zur Geltung bringen.

Drittens sind die koreanischen Kommunisten verpflichtet, aktiv für die Verstärkung der Solidarität mit den revolutionären internationalen Kräften zu kämpfen.

Die verstärkte Solidarität mit den revolutionären internationalen Kräf­ten ist die proletarische internationalistische Pflicht der koreanischen Kommunisten und eine wichtige Garantie für die Konsolidierung der Kräfte der Weltrevolution, für die internationale Isolierung der japani­schen Imperialisten und für die Festigung unserer revolutionären Kräfte.

Besonders in der heutigen Zeit, da die japanischen Imperialisten die Mandschurei erobert haben, den groß angelegten Aggressionskrieg ge­gen China führen und sich wütend auf einen Krieg gegen die Sowjet­union vorbereiten, stellen sich die Verteidigung der Sowjetunion und die Festigung der Solidarität mit den revolutionären Kräften Chinas als eine dringliche Forderung für die Entwicklung der Weltrevolution und der Revolution in unserem Land.

Der japanische Imperialismus ist der Feind des koreanischen Volkes und gleichzeitig der des chinesischen Volkes. Nur durch die Festigung der kämpferischen Solidarität des koreanischen und des chinesischen Volkes im Kampf gegen den japanischen Imperialismus, den gemein­samen Feind, und der antijapanischen Einheitsfront ist es möglich, dem japanischen Imperialismus noch größere politisch-militärische Schläge zu versetzen und den Sieg der Revolution in Korea und in China zu be­schleunigen.

Deshalb kämpften die koreanischen Kommunisten seit Beginn des bewaffneten antijapanischen Kampfes im festen Zusammenschluß mit den antijapanischen Kräften des chinesischen Volkes an der gemeinsa­men Front und legten das große Augenmerk besonders darauf, sich mit allen antijapanischen Einheiten der Chinesen zu vereinigen, die im anti­japanischen Krieg zu einer großen Kraft werden könnten.

Unter den antijapanischen Einheiten der Chinesen gibt es verschie­dene Formen. Darunter befinden sich antijapanische Einheiten, die unter dem Einfluß der Kommunistischen Partei Chinas stehen, wie auch Truppenreste der ehemaligen Nordostarmee, die früher unter dem Ein­fluß von Kuomintang standen und sich aus Anlaß des „Ereignisses in der Mandschurei“ unter dem Banner des antijapanischen Kampfes für die Rettung des Vaterlandes erhoben; es gibt auch bewaffnete antijapa­nische Einheiten (Hongqiang-Gesellschaft, Dadao-Gesellschaft), die von den bäuerischen Aufständischen organisiert wurden.

Bereits seit langem formierten die koreanischen Kommunisten die Vereinte Antijapanische Armee mit den von den chinesischen Kommu­nisten geleiteten antijapanischen Partisanen und entfalteten energisch den antijapanischen gemeinsamen Kampf.

Ferner führten wir einen beharrlichen Kampf für die Bildung einer antijapanischen vereinten Front mit der Armee für die Rettung des Va­terlandes und der Selbstschutzarmee, die aus den Truppenresten der ehemaligen Nordostarmee organisiert wurden, und mit verschiedenen antijapanischen Einheiten, die die bäuerischen Aufständischen schu­fen. Unmittelbar nach dem Ereignis vom 18. September organisierten und entfalteten wir unter anderem beharrlich einen aktiven und aufop­ferungsvollen Kampf, indem wir das Antijapanische Soldatenkomitee und Sondertruppen formierten, illegale Politarbeiter in die Armee für die Rettung des Vaterlandes, die Selbstschutzarmee und in die ver­schiedenen antijapanischen Einheiten Chinas schickten sowie die Rol­le der Sondertruppen allseitig verstärkten. Auf diese Weise war es möglich, ihre Halsstarrigkeit, Unentschlossenheit und politische Igno­ranz zu überwinden und eine vereinte Front zu bilden.

Die KRVA organisierte gemeinsame Operationen mit den antijapani­schen Einheiten Chinas und errang Sieg auf Sieg im Kampf um die Kreisstadt Dongning und in vielen anderen Kämpfen. Damit versetzte sie dem japanischen Imperialismus vernichtende Schläge und demonst­rierte die große Kraft der Geschlossenheit des koreanischen und des chinesischen Volkes und ermöglichte es, eine feste Grundlage für die umfassende Allianz und die allseitige Aktionseinheit mit den antijapani­schen Einheiten der Chinesen zu schaffen.

Auch in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre, als die Hauptkräfte der KRVA in den Stützpunkt Paektusan vorrückten, zogen wir durch revolutionäre Erziehung viele antijapanische Einheiten Chinas, die von den feindlichen „Strafexpeditionen“ entmutigt waren, an die Vereinte Antijapanische Armee heran oder führten mit ihnen groß angelegte gemeinsame Operationen erfolgreich durch (wir entsandten nicht nur politische Kader zu ihnen, sondern stellten, obwohl unsere Lage schwer war, sogar Nahrungsmittel, Kleidung und Waffen zur Verfü­gung), flößten ihnen Kampfmoral und Siegeszuversicht ein und bewo­gen sie zur aktiven Beteiligung an der antijapanischen Front.

Einige unserer Leute jedoch arbeiten immer noch, befangen von engstirnigen Auffassungen, nicht wie erforderlich für die Bildung der vereinten Front mit den antijapanischen Einheiten der Chinesen. Arbei­ten wir mit ihnen nicht intensiv, so kann das dazu führen, daß sie die brutalen „Strafexpeditionen“ der Feinde nicht überstehen und Schwankungen erliegen, kapitulieren bzw. zu Renegaten werden oder zu Banditen herabsinken. Aus diesem Grunde sind wir verpflichtet, die vereinte Front mit allen antijapanischen Einheiten, ohne auch die schwankenden und inkonsequenten Kräfte zu unterschätzen, zu verstär­ken, sie aktiv mitzureißen und den antijapanischen Krieg weiterhin zu entwickeln; auf diesem Wege müssen wir den japanischen Imperialis­mus maximal isolieren und unsere bewaffneten antijapanischen Kräfte stärken.

Es ist notwendig, daß wir uns bei der Arbeit mit den chinesischen an­tijapanischen Einheiten weiterhin an das Prinzip halten, daß sie immer­fort, ohne Kapitulation vor dem japanischen Imperialismus, unter dem hoch erhobenen antijapanischen Banner der Rettung des Vaterlandes kämpfen, daß sie die Interessen des Volkes nicht verletzen, das Vermö­gen der Japaner, der projapanischen chinesischen Gutsbesitzer und der projapanischen Handlanger mit dem Ziel konfiszieren, es für die Mili­tärausgaben zu verwenden.

Auf der Grundlage der ständigen Festigung der Geschlossenheit mit den chinesischen Kommunisten müssen wir uns mit allen antijapanischen Einheiten und mit allen chinesischen revolutionären Kräften zusammen­schließen und so eine noch umfassendere antijapanische Einheitsfront Koreas und Chinas schaffen.

Bei der Stärkung der Solidarität mit den internationalen revolutionä­ren Kräften ist es ferner wichtig, die Heimat des Proletariats der ganzen Welt, die Sowjetunion, zu verteidigen.

Die Sowjetunion ist der erste von Lenin gegründete sozialistische Staat; sie ist der erste Staat der Diktatur des Proletariats, der die Interes­sen der Arbeiter und Bauern wahrhaft vertritt, ist das erste Beispiel des Sieges des Marxismus-Leninismus und das große Bollwerk der interna­tionalen Arbeiterklasse.

Die große Sowjetunion zu verteidigen ist die internationalistische Pflicht der Arbeiterklasse der ganzen Welt. Die Revolution einzelner Länder wird im Zuge der kämpferischen Geschlossenheit und Solidarität der internationalen Arbeiterklasse entwickelt und geschützt. Die heutige wachsende große Macht des sozialistischen Staates, der Sowjetunion, ist ein großer Ansporn für die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker der ganzen Welt, die gegen ausländische Imperialisten und gegen die einheimi­sche herrschende Klasse kämpfen. Daher müssen wir den Kampf um den Schutz des einzigen und ersten proletarischen Staates in der Welt, der Sowjetunion, führen und so die Weltrevolution schützen und eine für die koreanische Revolution noch günstigere internationale Situation schaffen.

Indem wir auch künftig die Losung „Wir verteidigen die Sowjetuni­on mit Waffen!“ hochhalten, müssen wir das Hinterland der japanischen Imperialisten unaufhörlich angreifen, sie ständig in Angst versetzen und die aggressiven Machenschaften des japanischen Imperialismus gegen die Sowjetunion auf Schritt und Tritt vereiteln.

Wir müssen auch in der Folgezeit, entsprechend den Erfordernissen der neuen Situation das Banner des proletarischen Internationalismus hochhaltend, die Sowjetunion aktiv verteidigen, die antijapanische Ein­heitsfront mit dem chinesischen Volk festigen, die Solidarität mit der internationalen Arbeiterklasse und den unterdrückten Völkern der Kolo­nien weiterhin konsolidieren und dadurch die Speerspitze der Angriffe auf den Hauptfeind des koreanischen Volkes, die japanischen imperia­listischen Aggressoren, konzentrieren und auf diese Weise die auf die Herrschaft in Asien gerichteten Absichten des japanischen Imperialis­mus durchkreuzen.

Viertens müssen die koreanischen Kommunisten einen aktiven Kampf für die Gründung einer revolutionären marxistisch-leninistischen Partei in unserem Lande führen.

Die marxistisch-leninistische Partei ist die Vorhut der Arbeiterklasse und der Stab der Revolution. Nur wenn wir über eine Partei der Arbei­terklasse verfügen, sind wir imstande, die an der Revolution interessier­ten breiten Volksmassen zusammenzuschließen und sie mit Erfolg für den revolutionären Kampf zu organisieren und zu mobilisieren und sie mit Hilfe einer richtigen Strategie und Taktik zum Sieg zu führen.

Die kommunistische Bewegung in unserem Lande entfaltete sich früh unter dem Einfluß der Sozialistischen Oktoberrevolution; im Jahre 1925 wurde erstmals eine kommunistische Partei gegründet.

Die werktätigen Massen unseres Landes, die lange Zeit unter der ko­lonialen Herrschaft des japanischen Imperialismus und der feudalen Un­terdrückung litten, begrüßten die Gründung der Kommunistischen Partei Koreas (KPK) als künftige Kämpferin für die Verteidigung der Interessen des Proletariats und setzten in sie Erwartungen und Hoffnungen. Doch wegen ihrer eigenen grundsätzlichen Schwäche und Begrenztheit konnte die KPK vom Jahr 1925 Erwartungen und Hoffnungen des koreanischen Volkes nicht erfüllen.

Die KPK, die im Jahre 1925 gegründet wurde, hatte ihre Wurzeln nicht in der Arbeiterklasse und in den breiten Massen; sie bestand hauptsächlich aus bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen und aus Pseudomarxisten mit einem unsicheren Klassenstandpunkt. Be­sonders auf Grund der Tatsache, daß sich die fraktionsmacherischen Elemente, die sich in die Führungsschicht eingeschlichen hatten, mit dem Fraktionshader um die Ergreifung der „Hegemonie“ befaßten, konnte die Partei die Einheit ihrer Reihen nicht erreichen. Aus diesem Grunde war die KPK nicht in der Lage, die Unterdrückung des japa­nischen Imperialismus und die zerstörenden Anschläge der fraktions­macherischen Elemente zurückzuschlagen; sie war gezwungen, sich im dritten Jahr nach ihrer Gründung aufzulösen.

Unter diesen Umständen ersteht vor den koreanischen Kommunisten die vordringlichste Aufgabe, eine revolutionäre marxistisch-leninistische Partei zu gründen, wobei sie die ernsten Lehren aus der kommunistischen Bewegung der 1920er Jahre vor Augen haben müssen.

Eine revolutionäre Partei kann jedoch nicht auf eine Weise gegründet werden, wie es früher die Sektierer taten, daß sich einige Kommunisten ohne irgendeine organisatorisch-ideologische Vorbereitung zusammen­setzten, die „Zentrale der Partei“ fabrizierten und die Gründung der Par­tei verkündeten.

Um eine revolutionäre marxistisch-leninistische Partei zu schaffen, muß in erster Linie eine solide organisatorisch-ideologische Basis gelegt werden.

Wir entfalteten einen unermüdlichen Kampf für die Schaffung einer organisatorisch-ideologischen Basis zur Gründung der Partei und erziel­ten dabei bereits beachtliche Erfolge.

Wir haben das Zentralkomitee der Partei noch nicht verkündet, aber wir bildeten in den Einheiten der KRVA und unter den Arbeitern und Bauern inner- und außerhalb Koreas Parteiorganisationen und illegale revolutionäre Organisationen verschiedener Formen; wir erfassen sie unter einer einheitlichen Leitung. In den Einheiten der Revolutionären Volksarmee ist gegenwärtig ein System der Leitung der Parteiorganisa­tionen, das auf dem Prinzip des demokratischen Zentralismus beruht, errichtet, und es entfaltet sich ein ordnungsgemäßes Organisationsleben in der Partei. Auch unter den breiten Kreisen der Arbeiter und Bauern in den Gebieten längs der Flüsse Tuman und Amnok wurden Parteiorgani­sationen geschaffen, die einer einheitlichen Leitung unterstehen. Insbe­sondere entsprechend dem Kurs, von einer selbständigen Position aus die Gründung der Partei vorzubereiten, wird im Vaterland ein aktiver Kampf für die Schaffung der Organisationen der Kommunistischen Par­tei entfaltet; es sind bereits beachtenswerte Erfolge erzielt worden.

Ferner bildeten wir im Feuer des bewaffneten Kampfes und im Zuge des realen illegalen revolutionären Kampfes in den hinter uns liegenden Jahren die besten Söhne und Töchter der Arbeiter und Bauern und der anderen werktätigen Bevölkerung zu Kommunisten heran und schufen so das organisatorische Rückgrat für die Gründung der Partei.

Gleichzeitig führten wir einen energischen Kampf zur Überwindung des Sektierertums, das die kommunistische Bewegung der 1920er Jahre hinterlassen hatte. Als Ergebnis ist heute die Fraktionsmacherei in unse­ren Reihen im Wesentlichen beseitigt, und die Einheit und Geschlossen­heit der revolutionären Reihen bezüglich der Ideen und des Wollens hat sich durchgesetzt.

Die koreanischen Kommunisten müssen sich darum bemühen, auf der Grundlage dieser in der zurückliegenden Periode erzielten Erfolge noch aktiver die organisatorisch-ideologische Vorbereitung für die Gründung der Partei im ganzen Lande voranzutreiben und dadurch so bald wie möglich eine marxistisch-leninistische Partei zu gründen.

Die wichtigen Aufgaben der koreanischen Kommunisten bei der Vorbereitung der Gründung der Partei lauten folgendermaßen:

Erstens müssen sie die Parteiorganisationen in den Einheiten der KRVA und in den Organisationen der LWV, in dem Antijapanischen Jugendverband und in anderen revolutionären Massenorganisationen im Vaterland und in den Gebieten längs der Flüsse Tuman und Amnok ver­größern, die Kommunisten in einem einheitlichen Organisationssystem zusammenschließen und sie durch das Organisationsleben in der Partei kämpferisch stählen.

Da sich ein zuverlässiges Führungszentrum der koreanischen Revolu­tion formiert hat, viele Kommunisten der neuen Generation herangebildet wurden und die LWV und verschiedene andere revolutionäre Organisati­onen in den breiten Massen Wurzeln geschlagen haben, erhebt sich die herangereifte Aufgabe, die Parteiorganisationen zu vergrößern und die Kommunisten einheitlich zusammenzuschließen. Nur wenn diese Aufga­be mit Erfolg gelöst wird, können die Parteiorganisationen feste Wurzeln bei den Arbeitern und Bauern und anderen Massen schlagen und auf die­ser Grundlage die einheitliche Leitung der koreanischen Revolution zu­verlässig garantieren.

Bei der Vorbereitung der Gründung der Partei müssen wir konse­quent von dem Prinzip der Selbständigkeit ausgehen und Parteizellen und -gruppen in allen Abschnitten und allen Gebieten, wo es nur mög­lich ist, organisieren und alle Kommunisten organisatorisch zusammen­schließen. Es ist besonders notwendig, den revolutionären Führungskern in den Ballungsgebieten und den Dörfern und Fischersiedlungen in Ko­rea zu schaffen und selbständig die Arbeit für die Vergrößerung des Or­ganisationsnetzes der LWV durchzuführen und gleichzeitig auf dieser Grundlage Parteigruppen und -zellen unter den Arbeitern und Bauern zu bilden und sie in einem einheitlichen Organisationssystem zu erfassen.

Unter Berücksichtigung der historischen Lehren aus der kommunisti­schen Bewegung der Frühperiode muß der Kurs, die Parteiorganisationen von unten nach oben aufzubauen, konsequent eingehalten werden. Nur dann können wir auf der Grundlage des Klassenbewußtseins der breiten werktätigen Massen die Fortschrittlichen in die Partei aufnehmen, die von Arbeitern und Bauern abstammen und im Kampf gestählt und vorbereitet wurden, und so eine Partei mit stärkstem revolutionärem Geist und mit größter Kampffähigkeit gründen, die über eine feste Massenbasis verfügt.

Es ist notwendig, das Prinzip des demokratischen Zentralismus bei allen Aktivitäten der Parteiorganisationen der Einheiten der Revolutio­nären Volksarmee und sämtlicher Gebiete streng einzuhalten und die Kampfkraft und die avantgardistische Rolle der Parteiorganisationen noch mehr zu erhöhen.

Die Parteimitglieder sind verpflichtet, treu am Organisationsleben in der Partei teilzunehmen und sich im praktischen Kampf darauf vor­zubereiten, unbeugsame revolutionäre Kämpfer, Kommunisten, zu werden.

Zweitens ist es notwendig, im Feuer des praktischen revolutionären Kampfes die Besten, die von den Arbeitern und Bauern abstammen, in großer Zahl zum revolutionären Kern heranzubilden und auf diese Wei­se das feste organisatorische Rückgrat für die Gründung der Partei zu schaffen.

In Anbetracht der bitteren Lehren aus der kommunistischen Bewe­gung der Frühperiode unseres Landes ist es die Kardinalfrage für die Festigung und Entwicklung der künftig zu gründenden Partei, das orga­nisatorische Rückgrat für die Gründung der Partei aus dem revolutionä­ren Kern zu bilden, der aus Arbeitern und Bauern stammt.

Wir müssen aktiv tätig sein bei der Aufnahme der besten Söhne und Töchter der Arbeiter und Bauern in die Revolutionäre Volksarmee und sie im Feuer des bewaffneten Kampfes zu kommunistischen Aktivisten, zum organisatorischen Rückgrat der Partei, die der Revolution grenzenlos er­geben sind, heranbilden, müssen diejenigen, die im illegalen revolutionä­ren Kampf politisch vorbereitet und kämpferisch gestählt wurden, in die Organisationen der Partei aufnehmen und sie zum revolutionären Kern heranziehen.

Weiterhin ist es notwendig, breite antijapanische Kräfte, darunter auch revolutionäre Arbeiter und Bauern, in den Massenorganisationen, unter anderem in der LWV, im Antijapanischen Jugendverband, im Antijapani­schen Verein und in der Frauengesellschaft, zusammenzuschließen und sie im Laufe des praktischen Kampfes gegen den japanischen Imperialis­mus zu glühenden Kommunisten heranzubilden.

Drittens kommt es darauf an, unbedingt die Reinheit der kommunisti­schen Reihen und ihre Einheit im Denken und Wollen zu erreichen, indem weiterhin ein konsequenter Kampf gegen das Sektierertum geführt wird, damit keine Fraktionsmacherei in die Parteiorganisationen und revolutionä­ren Organisationen eindringen kann.

Ohne die gründliche Ausmerzung der Fraktionsmacherei ist es un­möglich, die Einheit im Denken, im Wollen und im Handeln, die auf der festen Geschlossenheit der Kommunisten und der einheitlichen Linie, Strategie und Taktik der koreanischen Revolution basiert, zu sichern und das große historische Werk, die Gründung der Partei, zu verwirklichen.

Das Sektierertum ist in unserem Lande durch Intellektuelle aus der Bourgeoisie, Kleinbourgeoisie und dem ruinierten Adel entstanden, die vom Strom der unter dem Einfluß der Sozialistischen Oktoberrevolution aufsteigenden revolutionären Bewegung erfaßt wurden und sich unter der Maske des Marxismus in die Reihen der Arbeiterbewegung eingeschli­chen hatten.

Die Fraktionsmacher redeten zwar lautstark vom Kommunismus und sprachen von der Befreiung der Arbeiterklasse, jedoch nutzten sie die Ar­beiterbewegung als ein Mittel zur Befriedigung ihrer politischen Ansprü­che, die auf Ruhmsucht, Karriere und hohe Stellung zielen.

Vom ersten Tag an, als sich die Sektierer in die Reihen der Arbeiter­bewegung einschlichen, bildeten sie solche Gruppierungen wie Hwayo, ML und Sosang, wobei sie mit sektiererischen Zielen in solchen Grup­pen wie „Fünf-Mann-Partei“ und „Drei-Mann-Fraktion“ sich sammelten und sich wieder trennten; sie setzten ohne jede politische Ansicht und ohne theoretische Begründung den Fraktionskampf um die Ausdehnung der Einflußsphäre ihrer Gruppen und um die Eroberung der „Hegemonie“ fort und zerstörten somit die Partei.

Auch nach der Auflösung der Partei gaben diese Elemente den Frak­tionskampf nicht auf, sondern setzten sogar in der Mandschurei unter der Losung des „Wiederaufbaus der Partei“ die Zänkereien zwischen den Gruppen fort.

Um der Ausdehnung der Einflußbereiche ihrer eigenen Gruppie­rungen und der Realisierung eigener Ambitionen, ehrsüchtiger und karrieristischer Ansprüche auf hohe Positionen willen, organisierten die sektiererischen Elemente blindlings den abenteuerlichen „Aufstand vom 30. Mai“, dadurch entblößten sie die unterirdischen revolutionären Organisationen, fielen zahlreiche Kommunisten und große Teile der revolutionären Massen und fügten sie der kommunistischen Bewegung unseres Landes gewaltigen Schaden zu. Darüber hinaus mißbrauchten die fraktionsmacherischen Kriecher mit Unterstützung der nationalisti­schen Chauvinisten den Kampf gegen „Minsaengdan“ für die Errei­chung ihrer sektiererischen Ziele und opferten somit viele der besten Kommunisten und Revolutionäre, säten unter den revolutionären Reihen Zwietracht, Streit und Mißtrauen, was zur Schwächung der Einheit und Geschlossenheit der revolutionären Reihen führte; auf diese Weise be­gingen sie schwere Verbrechen.

Hätten wir nicht im Zuge eines prinzipienfesten Kampfes gegen die Fraktionsmacher, Kriecher und Nationalchauvinisten rechtzeitig die lin­ken Fehler des Kampfes gegen „Minsaengdan“ korrigiert, so hätten die kommunistische Bewegung und die revolutionäre Bewegung zu einer unverbesserlichen ernsten Sachlage geführt.

Innerhalb unserer Reihen ist heute das Sektierertum im Wesentlichen liquidiert, jedoch greifen die früheren fraktionsmacherischen Elemente, die zu den Nationalreformisten und Spitzeln des japanischen Imperia­lismus abgeglitten sind, zu allen möglichen Machenschaften mit dem Ziel, die kommunistischen Reihen von innen her zu zersetzen.

Aus diesem Grunde müssen wir vor allem den Parteimitgliedern, den Soldaten der Revolutionären Volksarmee und der breiten revolutionären Masse die Verbrechen der Fraktionsmacher und Kriecher, die der kom­munistischen und der revolutionären Bewegung in unserem Lande ge­waltigen Schaden zufügten, gründlich erläutern; es muß erreicht werden, daß sie stets mit hoher Wachsamkeit und starkem Klassenhaß das Ein­dringen des Sektierertums verhindern und rechtzeitig die subversiven und diversiven Machenschaften der sektiererischen Kriecher aufdecken und vereiteln.

Außerdem gilt es, alle Parteimitglieder und alle Soldaten der Revolu­tionären Volksarmee mit dem Marxismus-Leninismus und mit der Li­nie, der Strategie und Taktik der koreanischen Revolution auszurüsten, damit die Einheit des Denkens, des Wollens und des Handelns aller Reihen erreicht wird.

Nur auf diese Weise ist es möglich, die Reinheit und die Einheit so­wie die Geschlossenheit der kommunistischen Reihen im Denken und Wollen konsequent zu bewahren und die feste organisatorisch­ideologische Basis für die Gründung der Partei vorzubereiten.

Die koreanischen Kommunisten sind verpflichtet, bei der Vorberei­tungsarbeit für die Gründung der Partei diese genannten Hauptaufgaben treu durchzusetzen und damit die große historische Sache, die Gründung einer revolutionären marxistisch-leninistischen Partei, so bald wie mög­lich zu verwirklichen.

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Die koreanischen Kommunisten müssen, um die vor ihnen stehenden revolutionären Aufgaben mit Erfolg zu erfüllen, vor allem konsequent die selbständige Position einnehmen.

Die selbständige Position ist die Grundposition der Kommunisten, die darin zum Ausdruck kommt, daß man auf die Kräfte des Volkes des ent­sprechenden Landes vertraut und die Revolution des eigenen Landes bis ins Letzte verantwortungsbewußt und aus eigener Kraft verwirklicht. Nur wenn unentwegt die selbständige Position im revolutionären Kampf ver­treten wird, ist es möglich, die Linie und den Kurs der Revolution, die der Wirklichkeit des eigenen Landes entsprechen, festzulegen, sie konsequent zu verfechten und durchzusetzen sowie für die Revolution des eigenen Landes, trotz aller Schwierigkeiten und Prüfungen, bis zuletzt zu kämp­fen.

Der Herr der koreanischen Revolution ist das koreanische Volk, sind die koreanischen Kommunisten. Die koreanische Revolution muß unter Führung der koreanischen Kommunisten vom koreanischen Volk voll­endet werden.

Wir dürfen niemals die bitteren Lehren aus der Vergangenheit ver­gessen, daß die kommunistische und die revolutionäre Bewegung infol­ge des Kriechertums der Fraktionsmacher ungeheuren Schaden erlitten und vielen Wendungen und Wechselfällen ausgesetzt waren.

Die koreanischen Kommunisten müssen nach ihrer eigenen Über­zeugung den revolutionären Kampf entfalten, müssen die eigenen revo­lutionären Kräfte zuverlässig ausbauen und, darauf konsequent gestützt, die koreanische Revolution zum Sieg führen.

Die Revolution jedes einzelnen Landes ist ein Kettenglied der Weltre­volution und ihr Bestandteil. Die Revolution in jedem Lande wird unter starker Unterstützung der revolutionären Kräfte der Welt verwirklicht, und die Entfaltung des aktiven Kampfes für den Sieg der Weltrevolution ist die internationalistische Pflicht der Kommunisten jedes Landes.

Im nationalen Befreiungskampf unseres Landes gegen die Aggresso­ren des militär-feudalen, japanischen Imperialismus, der sich mit dem Weltimperialismus verbündet hat, ist vor allem die kraftvolle Unterstüt­zung von Seiten der internationalen antiimperialistischen Kräfte wichtig.

Doch wie groß die Unterstützung der internationalen revolutionären Kräfte auch sein mag, die koreanischen Kommunisten müssen die der Realität unseres Landes entsprechende Linie, Strategie und Taktik der Revolution ausarbeiten und auf dieser Grundlage ihre eigenen revoluti­onären Kräfte gründlich vorbereiten, denn sonst wären sie außerstande, die koreanische Revolution zum Sieg zu führen.

Die koreanischen Kommunisten werden in der Folgezeit unter stän­diger Festigung der Solidarität mit den internationalen revolutionären Kräften dem Kriechertum und dem linken wie rechten Opportunismus eine Abfuhr erteilen und mit einer festen selbständigen Position die ko­reanische Revolution leiten und so die große historische Sache, die nati­onale Befreiung, auf jeden Fall realisieren.

Der Sieg und der Ruhm werden unbedingt auf der Seite der koreani­schen Kommunisten sein, die, das Banner der koreanischen Revolution hoch erhoben, einen unbeugsamen Kampf führen.

Es lebe die koreanische Revolution!

Es lebe die Weltrevolution!