30. Juni 1930 // Reden
Kim Il Sung // Der Weg der koreanischen Revolution

Der Weg der koreanischen Revolution

30. Juni 1930

Referat auf der Konferenz leitender Funktionäre des Kommunistischen und des Antiimperialistischen Jugendverbandes in Kalun


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Wir jungen Kommunisten stehen heute vor der wichtigen Aufgabe, die koreanische Revolution gemäß den Forderungen der bestehenden Situation auf den richtigen Weg zu führen.

Gegenwärtig ist in Korea und im Ausland eine sehr komplizierte und angespannte Lage entstanden.

Die von der wachsenden Stärke der Sowjetunion und dem weiteren Auftrieb des revolutionären Kampfes der unterdrückten Völker in Schrecken versetzten Imperialisten gebärden sich ungestüm in ihrem Versuch, ihn zu erdrosseln. Darüber hinaus durchleben die Imperialis­ten, die in eine Phase der weltweiten Krise geraten sind, eine ernsthafte politische und Wirtschaftskrise. In dem Versuch, sich daraus zu retten, betreiben sie anderen Ländern gegenüber eine verstärkte Politik der Ag­gression und Ausplünderung.

Von den Wogen der Weltwirtschaftskrise erfaßt, beschleunigen die japanischen Imperialisten heute, indem sie einen Ausweg daraus suchen, ihre aggressive Kriegsvorbereitung auf dem asiatischen Festland und verstärken gleichzeitig ihre Kolonialpolitik der Repressalien und Plün­derung in Korea immer mehr.

In dem Versuch, die antijapanischen Stimmungen des koreanischen Volkes zu unterdrücken und es für immer seiner Hoffnung auf eine Wiederherstellung der Unabhängigkeit des Landes zu berauben, haben die japanischen Imperialisten über ganz Korea ihre Truppeneinheiten verteilt, Gendarmerie- und Polizeireviere eingerichtet und das ganze Land mit einem Netz von Geheimagenten überzogen. Sie fabrizieren alle möglichen drakonischen Gesetze und verhaften wahllos Koreaner, werfen sie ins Gefängnis und bringen sie um. Zehntausende unserer Landsleute sind in die Klauen der japanischen Imperialisten geraten und schmach­ten hinter Kerkermauern.

Neben politischen Repressalien hat sich in Korea wie nie zuvor die von den japanischen imperialistischen Räubern betriebene wirtschaftli­che Ausplünderung verstärkt.

Nachdem sich die japanischen Imperialisten der Schlüsselindust­riezweige Koreas bemächtigt haben, lähmen sie die Entwicklung der koreanischen Nationalindustrie und bemächtigen sich habgierig der Naturschätze unseres Landes wie des Goldes, des Silbers, der Kohle und des Eisenerzes. Die japanischen imperialistischen Okkupanten lassen nichts unversucht, um das Ausmaß der Ausbeutung billiger Arbeitskräfte in Korea aufs äußerste zu steigern. Als Ergebnis befin­den sich die koreanischen Arbeiter, um nicht vor Hunger zu sterben, in der Lage gedungener Kolonialsklaven.

Das feudale Bodenbesitzsystem in Korea nach wie vor beibehaltend, verstärken die japanischen Imperialisten die Ausbeutung des Dorfes immer mehr. Sie haben nicht nur Riesenländereien mit Gewalt in ihren Besitz gebracht, sondern unter dem scheinheiligen Aushängeschild „Plan zur Steigerung der Reisproduktion“ betreiben sie eine Politik der Ausplünderung des Getreides. Allein im vergangenen Jahr haben sie sieben Millionen Sok Reis dem Land geraubt. Infolge der grausamen Ausplünderung durch die japanischen Imperialisten und Feudalgrundbe­sitzer fristen unsere Bauern ein Elendsdasein, ernähren sich von Kräu­terwurzeln und Baumrinden.

Die koreanische Nation steht heute vor der Alternative: Entweder geht sie durch das Kolonialjoch der japanischen Imperialisten unter oder sie erhebt sich zum Kampf für ihre Wiedergeburt. Wenn sich unsere Nation nur ihr Schicksal, das Schicksal der Menschen beklagen wird, die ihre Heimat verloren haben, und die beispiellose Willkür der japani­schen Imperialisten über sich ergehen läßt, ist sie endgültig zum Unter­gang verurteilt, aber wenn sich die ganze Nation zum Kampf auf Leben und Tod erheben wird, geht sie dem Morgenrot ihrer Wiedergeburt ent­gegen.

Das koreanische Volk, das sich durch die grausame Kolonialherr­schaft der japanischen Imperialisten in einer unerträglichen Situation befindet, entfaltet gegenwärtig im ganzen Land einen mächtigen Mas­senkampf gegen den japanischen Imperialismus.

Im vergangenen Jahr führten die Hafenarbeiter von Wonsan einen Generalstreik durch, in diesem Jahr folgte der Streikkampf der Arbei­terinnen der Textilfabrik in Pusan; eine mächtige Woge des Arbeiter­streiks anläßlich des 1. Mai hat das ganze Land erfaßt: sowohl Seoul als auch Pyongyang, Taegu und Inchon, Hungnam und Chongjin sowie eine Reihe weiterer Städte. Außerdem haben die Kumpel der Kohle­grube in Sinhung in letzter Zeit einen mächtigen Streik organisiert.

Neben dem zunehmenden Ringen der Arbeiter wächst auch der Wi­derstand der Bauern. Allein im vergangenen Jahr haben die Bauern dut­zende Male Auseinandersetzungen wegen der Pacht geführt und überall einen Kampf gegen die japanischen Imperialisten und projapanischen Großgrundbesitzer entfaltet.

Die lernende Jugend von Kwangju und in anderen Bezirken des Lan­des kämpft ebenfalls tapfer gegen die von den japanischen Imperialisten betriebene Politik, die das Ziel verfolgt, in unserem Land ein auf die koloniale Versklavung gerichtetes Bildungssystem zu errichten, die Na­tionalkultur zu vernichten, die Koreaner in Unwissenheit zu halten und zu assimilieren.

Der Kampf der Massen, der Arbeiter, Bauern und der lernenden Ju­gend, gegen die japanischen Imperialisten und ihre Handlanger wird, wie Sie sehen, allerorts in Form von Massenaufständen geführt. Weil ihm jedoch eine richtige Linie und ein Kurs fehlen, ist es unmöglich, den barbarischen Repressalien durch die Waffengewalt der japanischen Imperialisten standzuhalten, und die Aufständischen müssen eine Nie­derlage nach der anderen hinnehmen.

Nachdem die Kommunistische Partei Koreas im Jahre 1928 aufgelöst worden war, hatten sich die als „Führer“ der koreanischen Revolution ausgebenden Sektierer überwiegend von der revolutionären Bewegung abgewandt und sind zu Spießern abgeglitten, die nur nach persönlichem Wohlergehen trachten. Eine andere Gruppe von Fraktionsmachern, die ihre politischen Ansprüche und karrieristischen Ziele verwirklichen wollen, hat das Volk zu einem sinnlosen Aufstand aufgeputscht, und die Menschen vergießen umsonst ihr Blut. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Aufstand vom 30. Mai, der kürzlich die Ostmandschurei erfaßt hat. Ohne eine richtige Analyse und Einschätzung der revolutionären Situa­tion vorgenommen zu haben, stürzten die Fraktionsmacher die Bauern in einen aussichtslosen Aufstand. Das Ergebnis war, daß die mit bloßen Händen kämpfenden Aufständischen von den bis an die Zähne bewaff­neten Soldaten und Polizisten des japanischen Imperialismus und dem reaktionären Militärklüngel Chinas grausam ermordet wurden, was im Lager der revolutionären Kräfte zu großen Verlusten geführt hat. Der Revolution stellten sich große Schwierigkeiten in den Weg. Infolge des Aufstandes wurden viele revolutionäre Organisationen aufgedeckt und vernichtet, der revolutionäre Enthusiasmus der antijapanisch eingestell­ten Massen schwand, und wir mußten im Laufe unseres revolutionären Kampfes harten und schmerzhaften Prüfungen trotzen. Der einzige Grund hierfür liegt darin, daß unserer Revolution eine richtige Führung fehlt.

Genossen!

Die gegenwärtige Lage fordert von uns dringlich, unsere Revolution auf den Weg des Sieges zu führen und uns dabei von der richtigen revo­lutionären Linie, Strategie und Taktik leiten zu lassen.

Wir jungen Kommunisten, die zum heiligen Kampf angetreten sind, sind von dem gemeinsamen Wunsch beseelt, unser Land und unsere Nation zu retten, und wir haben diese dringenden Forderungen der Zeit unbedingt zu erfüllen.

Um der koreanischen Revolution sicher zum Siege zu verhelfen, sind ernste Lehren aus der Wirklichkeit zu ziehen, in der der antijapanische Massenkampf unseres Volkes eine Niederlage nach der anderen erleidet und unsere Revolution harten Prüfungen unterzogen wird.

Die Menschen, die sich für „Führer“ der antijapanischen nationalen Befreiungsbewegung unseres Volkes hielten, waren von den Massen losgelöst; dieser recht beschränkte Personenkreis der oberen Schicht drosch nur leere Phrasen und beschimpfte sich gegenseitig, anstatt die Volksmassen tatsächlich zum revolutionären Kampf zu mobilisieren.

Selbstverständlich haben sich bis jetzt zahlreiche Menschen an der antijapanischen Bewegung in verschiedenen Formen beteiligt. Diese Bewegung war aber zersplittert und unorganisiert.

Der Herr des revolutionären Kampfes sind die Volksmassen. Er kann dann siegreich beendet werden, wenn sich das Volk für den revolutionä­ren Kampf organisiert und mobilisiert. Deshalb müssen die Führer dieser Bewegung inmitten der Volksmassen schreiten, sie müssen sie anspornen und erreichen, daß sie selbstbewußt den Schauplatz des revolutionären Kampfes betreten. Die angeblichen Führer der kommunistischen Bewe­gung, die obere Schicht, brachen jedoch nur Streitereien vom Zaun, die der Revolution nichts nutzen, und machten sich überhaupt keine Gedan­ken darüber, wie die Volksmassen wachzurütteln und zum revolutionären Kampf zu mobilisieren sind. Kann man etwa die große und heilige Sache, die Befreiung des Vaterlandes vom Joch der Kolonialherrschaft der bruta­len japanischen Imperialisten, vollbringen, ohne die Volksmassen zum revolutionären Kampf zu mobilisieren?

Die Menschen, die sich als Führer der antijapanischen nationalen Be­freiungsbewegung unseres Volkes aufspielten, ließen nicht nur die Or­ganisierung und Mobilisierung der Volksmassen für den revolutionären Kampf außer Acht, sondern fügten, von den Ideen der Speichelleckerei infiziert, unserer Revolution einen großen Schaden zu.

Was wir verwirklichen, das ist die wahre koreanische Revolution. Folglich müssen alle Probleme der Revolution mit eigenen Kräften ge­löst werden, wobei von der konkreten Wirklichkeit unseres Landes aus­zugehen ist.

Die sich in die Reihen der kommunistischen Bewegung eingeschli­chenen Sektierer waren jedoch der Kriecherei verhaftet und unternah­men daher unbesonnene Handlungen. Sie waren nicht in der Lage, auch nur eine einzige der vor unserer Revolution stehenden Fragen klar zu beantworten, im Gegenteil, sie schufen der Entwicklung unserer Revo­lution Hindernisse in den Weg.

Untersuchen wir einmal, wie sich die Fraktionsmacher zur Gründung einer Partei in unserem Lande verhalten haben. Die Frage nach der Schaffung einer Partei muß im Interesse einer richtigen Verwirklichung der koreanischen Revolution entschieden werden. Deshalb müssen die koreanischen Kommunisten dieses Problem nur entsprechend ihren realen Bedingungen selbständig lösen. Wir brauchen nicht irgend jemandes Ge­nehmigung, um die revolutionäre Bewegung zu führen. Sanktionen sind hier überhaupt nicht am Platze, das Ganze besteht allein nur darin, unse­re Revolution auf dem richtigen Wege voranzubringen. Aber dessen ungeachtet stellte jede dieser Fraktionen verschiedener Schattierungen wie ML-, Hwayo- und Pukphunghoe-Gruppe die Behauptung auf, daß nur sie allein „herrschen“ kann und wahrhaft „marxistisch“ ist, sie streb­te keine Stabilisierung der Partei an, sondern wandte sich nur ständig an die Komintern, um deren Genehmigung einzuholen. Die Kommunisti­sche Partei Koreas konnte in den Massen nicht Fuß fassen, hielt den Re­pressalien der japanischen Imperialisten nicht stand und wurde letztlich aus der Komintern ausgeschlossen.

Nach dem Auflösen der Kommunistischen Partei Koreas gingen die Fraktionsmacher unter der Losung „Wiederaufbau der Partei“ hartnäckig dazu über, den Einfluß ihrer Gruppierungen zu verstärken und ihre „He­gemonie“ zu erreichen. Sie verstiegen sich sogar so weit, daß buchstäblich jeder von ihnen ohne irgendeine Handhabe sein eigenes „Parteizentrum“ fabrizierte und erneut versuchte, eine Sanktion der Komintern einzuholen. All dies zeigt deutlich, wie sehr die Fraktionsmacher der Kriecherei ver­haftet sind.

Die Speichelleckerei hat unserer Revolution in der Tat schweren Schaden zugefügt. Wie bereits gesagt, war der Aufstand am 30. Mai lediglich zu dem Zweck von den Sektierern inszeniert worden, ihre poli­tischen Ansprüche geltend zu machen, er verlief von Anfang bis zum Ende nach ultralinken Rezepten, aufgeputscht von linken Abenteurern, was unserer Revolution große Schwierigkeiten bereitete.

Die Erfahrungen lehren, daß man sich in die Volksmassen begeben muß, wenn man den Sieg der Revolution sichern will, daß man sie orga­nisieren und mobilisieren und alle Probleme der Revolution unter Be­rücksichtigung der realen Verhältnisse des eigenen Landes selbständig lösen muß, wobei man die volle Verantwortung trägt, und sich nicht auf Hilfe äußerer Kräfte verlassen darf.

Von dieser Lehre ausgehend, ziehen wir folgende Schlüsse: Das Wichtigste ist es, einen festen Standpunkt zu beziehen und unerschütter­lich vorzugehen, daß das koreanische Volk selbst Herr der koreanischen Revolution ist und diese Revolution unter allen Umständen von den ei­genen Kräften des koreanischen Volkes und entsprechend den realen Verhältnissen unseres Landes verwirklicht werden muß.

Nur solch ein Standpunkt und nur solch ein Vorgehen in bezug auf die Revolution ermöglichen es uns, eine richtige Linie und einen richti­gen Kurs zu entwickeln und die große Sache, die Wiedergeburt des Va­terlandes, zu verwirklichen.

Um die koreanische Revolution auf den richtigen Weg zu führen, muß man den Charakter und die Aufgaben der koreanischen Revolution auf der gegenwärtigen Etappe gut kennen.

Wie bestimmt man den Charakter der koreanischen Revolution der gegenwärtigen Etappe? Bei der Charakterisierung der koreanischen Re­volution muß man ebenfalls von unserer Wirklichkeit ausgehen.

Zur Zeit herrscht in Korea eine halbfeudale Kolonialgesellschaft, in der infolge der Besetzung Koreas durch die japanischen Imperialisten die übliche Entwicklung des Kapitalismus gebremst und die Herrschaft der Feudalverhältnisse beibehalten wird. Das koreanische Volk ist als Kolonialsklave des japanischen Imperialismus nicht nur verschiedenen nationalen Beleidigungen, Ausbeutung und Unterdrückung, sondern auch unermeßlichen Leiden ausgesetzt, weil es sich in den Fesseln der von der Gewalt des japanischen Imperialismus aufrechterhaltenen Feu­dalverhältnisse befindet.

Man kann unsere Nation von den Ketten der Kolonialversklavung nicht befreien und nicht die Feudalverhältnisse abschaffen, ohne die Aggressoren, die japanischen Imperialisten, zu verjagen. Hieraus ergibt sich als Hauptaufgabe für unser Volk der Kampf gegen den japanischen Imperialismus. Den Kampf gegen den japanischen Imperialismus legten wir schon damals als nächstliegende Aufgabe fest, als wir den Verband zur Zerschlagung des Imperialismus gründeten.

Während wir gegen den japanischen Imperialismus kämpfen, müs­

sen wir gleichzeitig für die Abschaffung der feudalen Verhältnisse kämpfen. Die Ausmerzung der Feudalverhältnisse führt zu einer Be­freiung der Bauern von den feudalen Fesseln und zu einer vollständigen Vernichtung der Grundpfeiler der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus.

Die Verwirklichung der Aufgaben der antiimperialistischen Revoluti­on gegen den japanischen Imperialismus und die der antifeudalen Revolu­tion gegen die sich mit ihm verschworenen Großgrundbesitzer ist eine dringende Forderung unseres Volkes. Diese beiden revolutionären Auf­gaben sind untrennbar miteinander verbunden. Folglich besteht die Hauptaufgabe der koreanischen Revolution darin, den japanischen Impe­rialismus zu vernichten, die Unabhängigkeit Koreas zu erzielen und gleichzeitig damit die feudalen Verhältnisse abzuschaffen und das Land zu demokratisieren.

Ausgehend von der Hauptaufgabe der koreanischen Revolution, ist sie auf der gegenwärtigen Etappe ihrem Charakter nach als antiimperi­alistische und antifeudale demokratische Revolution zu bezeichnen.

Im gegenwärtigen Zeitabschnitt können sich große Kreise antiim­perialistischer Kräfte an der Revolution beteiligen: Arbeiter, Bauern, die lernende Jugend, die Intelligenz, die Kleinbourgeoisie und sogar der patriotisch eingestellte Teil der Nationalbourgeoisie und Gläubige. Indem wir alle antijapanischen patriotischen Kräfte mobilisieren, müssen wir den japanischen Imperialismus und die sich mit ihm ver­bündeten Großgrundbesitzer, Kapitalisten, projapanischen Elemente, Nationalverräter vernichten und nationale Befreiung und Unabhängig­keit erreichen.

Nach der Zerschlagung des japanischen Imperialismus wird unsere Aufgabe in der Errichtung einer Macht bestehen, die die Interessen der Arbeiter, Bauern und der breiten Volksmassen vertritt. Nur durch die Schaffung einer Volksmacht können die Überbleibsel imperialistischer Kräfte und alle anderen reaktionären Kräfte ausgeschaltet und die Auf­gaben der antifeudalen demokratischen Revolution erfolgreich verwirk­licht werden.

Nach Verwirklichung der antiimperialistischen und antifeudalen de­mokratischen Revolution dürfen wir nicht auf der Stelle treten, wir müssen die Revolution fortsetzen, eine sozialistische, kommunistische Gesell­schaft aufbauen und danach auch die Weltrevolution durchführen. Die koreanische Revolution zu Ende führen und dabei die ganze Verantwor­tung übernehmen – das bedeutet, der Weltrevolution treu ergeben sein und zu ihrer Beschleunigung beitragen.

Zur erfolgreichen Verwirklichung der koreanischen Revolution muß vor allem der bewaffnete Kampf gegen den japanischen Imperialismus organisiert und entfaltet werden.

Wie die Erfahrungen der Geschichte und die Lehren des antijapani­schen Kampfes zeigen, wird uns niemand die Unabhängigkeit des Landes auf dem Tablett servieren. Es ist unmöglich, den japanischen Imperialis­mus auf friedlichem Weg zu vernichten, um die Unabhängigkeit des Lan­des zu erreichen.

Außerdem erfordert die gegenwärtige Situation dringend, daß wir ei­nen organisierten bewaffneten Kampf gegen den japanischen Imperia­lismus aufnehmen. Angesichts einer beispiellosen Verstärkung der Re­pressalien, die die bis an die Zähne bewaffneten Gegner verüben, und unseres Kampfes gegen sie müssen wir allmählich den Kampf der Mas­sen in Form von Massenaufständen zu einem organisierten bewaffneten Kampf entwickeln.

Die Entfaltung eines bewaffneten Kampfes gegen den Imperialismus ist ebenfalls eine gesetzmäßige Forderung der Entwicklung der nationa­len Befreiungsbewegung in den Kolonien. Der in seinem Wesen aggres­sive und räuberische Imperialismus wird die Kolonien nicht freiwillig aufgeben, er wird stets Zuflucht zu barbarischer Gewalt nehmen, um sich seine Kolonialherrschaft zu erhalten, deshalb sind die aggressiven imperialistischen Kräfte von den bewaffneten revolutionären Kräften zu zerschlagen.

Wir müssen die japanischen imperialistischen Aggressoren aus eige­ner Kraft vernichten und die Befreiung und Unabhängigkeit unseres Va­terlandes erreichen. Deshalb haben wir unsere Kräfte so schnell wie möglich zu vermehren und uns aktiv auf die Organisierung und Entfal­tung des bewaffneten Kampfes gegen den japanischen Imperialismus vorzubereiten.

Um uns aktiv auf den bewaffneten Kampf vorzubereiten, müssen wir in erster Linie die Koreanische Revolutionsarmee schaffen.

Bei der Gründung der Koreanischen Revolutionsarmee, der bewaff­neten revolutionären Organisation, müssen wir in ihre Reihen junge, vom Kommunistischen Jugendverband und dem Antiimperialistischen Jugendverband und von anderen revolutionären Organisationen erzoge­ne und gestählte Kommunisten entsenden. Auf diese Weise müssen wir viele Erfahrungen sammeln, die wir zur Entfaltung des bewaffneten Kampfes benötigen.

Um die koreanische Revolution erfolgreich verwirklichen zu können, ist es ebenfalls erforderlich, alle antijapanischen patriotischen Kräfte zur aktiven Tätigkeit aufzurufen, sie fest zusammenzuschweißen und zum heiligen antijapanischen Kampf zu begeistern.

Überhaupt ist die Revolution ein Kampf um die Befreiung der Volksmassen, deshalb kann sie ohne die Teilnahme der breiten Volks­massen nicht siegen. Und das trifft um so mehr zu, weil wir den japani­schen Imperialismus mit eigenen Kräften der Koreaner schlagen und unsere ganze Nation befreien wollen. Folglich müssen wir alle unsere Kräfte, die sich gegen den japanischen Imperialismus erheben, zu einem Ganzen vereinen.

Deshalb haben wir vor allem Arbeiter und Bauern sowie Gläubige und den patriotisch gesinnten Teil der Nationalbourgeoisie, alle, die die japanischen Imperialisten hassen, fest um das Banner des antijapani­schen Kampfes zu scharen.

Weiterhin muß die Arbeit zur Schaffung der Partei beschleunigt werden, damit wir die koreanische Revolution erfolgreich verwirklichen können.

Für den Sieg der koreanischen Revolution sollten wir unbedingt über eine eigene marxistisch-leninistische Partei – einen Revolutionsstab – verfügen. Nur wenn wir solch eine Partei haben, sind wir in der Lage, eine richtige Linie, eine richtige Strategie und Taktik festzulegen und die breiten Massen für den Kampf gegen den japanischen Imperialismus zu mobilisieren und auch die sozialistische und kommunistische Gesell­schaft aufzubauen.

Wir müssen aus der Tatsache, daß die Kommunistische Partei Koreas aufgelöst wurde, ernste Lehren ziehen und den Kampf zur Schaffung einer Partei auf gesunder Grundlage entfalten. Wir dürfen aber auf kei­nen Fall versuchen, stehenden Fußes die Gründung einer Partei ohne jegliche Vorbereitung zu verkünden oder danach zu streben, eine Sank­tion der Komintern einzuholen, wie es die Fraktionsmacher getan haben. Nach ihren Methoden kann keine revolutionäre Partei gegründet wer­den. Selbst wenn auf eine ähnliche Weise eine Partei ins Leben gerufen werden sollte, wäre sie nicht in der Lage, ihre Mission erfolgreich zu erfüllen und sich bei einer Konterrevolution zu behaupten.

Wir haben unbedingt selbst eine neue, revolutionäre Partei zu grün­den. Zu diesem Zweck müssen wir uns gründlich auf die Bildung einer Partei vorbereiten. Dann wird es auch kein Problem mehr sein, die Bil­ligung der Komintern einzuholen.

Um die Vorbereitung für die Gründung der Partei zu beschleunigen, müssen wir zunächst Grundorganisationen der Partei schaffen. Das er­möglicht uns, diese Arbeit inhaltsreicher zu gestalten, und das wird auch von großer Bedeutung dafür sein, daß sich die Partei schon von den ers­ten Tagen ihrer Gründung an tief in den breiten Massen verwurzelt hat. Bei der Gründung der Partei sollten wir nicht in erster Linie eine Partei­führung schaffen, sondern erst dann, nachdem wir genügend Grundor­ganisationen der Partei vorbereitet, sie kontinuierlich erweitert und ge­stärkt haben.

Die Gründung der Partei sollten wir unbedingt in enger Verflechtung mit dem Kampf gegen den japanischen Imperialismus vorbereiten. Die Ver­bindung der revolutionären Praxis mit dieser Arbeit versetzt uns in die Lage, hervorragende, im Kampf erprobte und gestählte Kommunisten zu erziehen, und führt zu einer erfolgreichen Verwirklichung der koreani­schen Revolution.

Genossen!

Ob wir in der Lage sein werden, die koreanische Revolution auf den richtigen Weg zu führen und den Sieg zu erringen, wird davon abhän­gen, wie richtig wir unsere Anstrengungen auf die Erfüllung der uns von der Revolution übertragenen Aufgabe richten werden.

Wir haben eine sehr schwierige revolutionäre Aufgabe zu bewälti­gen, die zu lösen noch niemand versucht hat. Deshalb müssen wir wis­sen, daß uns in Zukunft zahlreiche Schwierigkeiten und Hindernisse erwarten. Aber jedes Mal, wenn sich diese Schwierigkeiten vor uns auftürmen werden, müssen wir sie mit eigenen Kräften überwinden und dabei die feste Position des Herrn der koreanischen Revolution einnehmen.

Ich rufe alle auf, beharrlich zu kämpfen, um der koreanischen Revo­lution den Weg zu bahnen.