11. März 1933 // Reden
Kim Il Sung // Für die Ausdehnung des bewaffneten Kampfes auf das Vaterland und seine Weiterentwicklung

Für die Ausdehnung des bewaffneten Kampfes auf das Vaterland und seine Weiterentwicklung

11. März 1933

Rede auf der Konferenz der Leiter der revolutionären Untergrundorganisationen und illegaler Politarbeiter im Gebiet Onsong


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Es ist außerordentlich bedeutungsvoll, daß sich die Leiter der revo­lutionären Untergrundorganisationen und illegale Politarbeiter auf heimatlichem Boden versammelt haben, um Maßnahmen zur raschen Verwirklichung der großen historischen Sache, der Wiedergeburt des Vaterlandes, zu beraten.

Von der Gründung unserer Partisanenarmee und der Errichtung von Partisanenstützpunkten beflügelt, haben Sie bereits viel geleistet.

Indem Sie zunächst die antijapanische Propaganda unter den Ein­wohnern des Vaterlandes intensivierten, wirkten Sie tatkräftig, um sie in revolutionären Organisationen zusammenzuschließen. Folglich verstärkt sich von Tag zu Tag die antijapanische Stimmung unter den Volksmas­sen und nimmt die Zahl derjenigen, die in revolutionäre Organisationen eintreten, rapide zu.

Sie haben auch den Partisanenabteilungen wirksame Hilfe erwie­sen. Trotz der hermetischen und scharfen feindlichen Bewachung ha­ben die revolutionären Organisationen, die sich im Inland befinden, den Partisanen große Mengen Stoff, Schuhe, Papier, Medikamente und andere notwendige Materialien geliefert. Diese von Ihnen geleistete Hilfe gibt den Kämpfern der Partisanenarmee großen Auftrieb.

Ich möchte Ihnen allen für die materielle Hilfe und moralische Un­terstützung recht herzlich danken, die Sie der Partisanenarmee erwiesen haben.

Genossen!

Es sind 23 Jahre vergangen, seitdem die japanischen imperialisti­schen Aggressoren unser wie goldgestickt schönes Heimatland er­oberten. Die Kolonialherrschaft der japanischen Imperialisten erweist immer nacktere Brutalität; ihre verzweifelten Versuche, sich aus der allgemeinen Wirtschaftskrise herauszuwinden, die die kapitalistische Welt nun schon einige Jahre erschüttert, haben jetzt ihre äußerste Gren­ze erreicht.

Die japanischen Imperialisten bemühen sich, aus der Wirtschaftskri­se vor allem dadurch herauszukommen, daß sie die äußerst grausame Ausbeutung und Ausplünderung der Arbeiterklasse und der Bauern­schaft Koreas verstärken.

Durch die von den japanischen Imperialisten und ihren Helfershel­fern betriebene brutale Ausbeutung und Ausplünderung wird die Le­benslage der koreanischen Arbeiter und Bauern immer schwerer.

Die koreanischen Arbeiter, die nach der Besetzung des Landes durch die japanischen Imperialisten als wohlfeile Arbeitskräfte zur Sklavenar­beit verurteilt wurden, verloren mit Beginn der Krise ihre Arbeit und ste­hen jetzt vor einer großen Hungersnot. Durch die hohen Pachtgebühren, übermäßig schweren Steuern und den starken Preisrückgang für landwirt­schaftliche Produkte, die die Kolonialherrschaft des japanischen Imperia­lismus und die Wirtschaftskrise nach sich zogen, haben die Bauern kaum das Nötigste zum Leben. Sie sind gezwungen, sich von Kräuterwurzeln und Baumrinden zu ernähren; immer häufiger spielen sich unter ihnen tragische Ereignisse ab: Sie sind wegen der Schulden gezwungen, Guts­besitzern und Kapitalisten das Los ihrer lieben Kinder zu überlassen und zwangsweise Verpfändungen zu dulden. Zahllose Arbeiter und Bauern, die aus dem Arbeitsplatz entlassen oder des Bodens beraubt wurden, ge­hen in Gruppen nach Japan oder in die Mandschurei, um nach Existenz­mitteln zu suchen. Doch nirgends können ihre Sehnsüchte Wirklichkeit werden, die Armut verfolgt sie unablässig wie ein Schatten.

Infolge der von den japanischen Imperialisten und ihren Lakaien be­triebenen grausamen Ausbeutung und Unterdrückung nimmt der Prozeß der klassenmäßigen Differenzierung in unserem Lande rasch zu. In der Stadt machen die Schichten des Kleinbürgertums Bankrott und werden zu Proletariern, auf dem Dorf kommt es zum Ruin der landbesitzenden Bauern, die sich in Pächter verwandeln.

Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Wirtschaftskrise haben die japanischen Imperialisten den Weg der Aggression gegen China eingeschlagen.

Nach der Eroberung der Mandschurei mit Waffengewalt bereiten sie sich fieberhaft auf die Aggression auf dem Festland vor und betreiben dabei eine unerhörte, mittelalterliche Gewaltpolitik, um Korea und die Mandschurei in ein „festes Hinterland“ für ihre weitere Expansion zu verwandeln. Die japanischen Imperialisten verstärkten beträchtlich ihre Armee und Polizei und raubten unserer Nation alle Rechte und treten auch die letzten Spuren der Freiheiten erbarmungslos mit Füßen.

Die japanischen Imperialisten versuchen krampfhaft, den antijapa­nischen Kampf unseres Volkes zu ersticken und jegliches Streben unse­res Volkes nach nationaler Unabhängigkeit zu unterdrücken. Unter dem geeigneten Vorwand, die „öffentliche Sicherheit“ zu erhalten und „Strafexpeditionen“ gegen die Kommunisten durchführen zu müssen, verüben sie in der Mandschurei barbarische Grausamkeiten – Koreaner und Chinesen, Teilnehmer des antijapanischen Kampfes, werden ver­haftet, ins Gefängnis geworfen und ermordet, die Dörfer der Koreaner werden niedergebrannt, und völlig unschuldige Menschen, Greise, Kinder, Frauen, werden wahllos umgebracht.

Die Heftigkeit der faschistischen Repressalien durch die japanischen Samurais verstärkt sich, und wir sind aller Möglichkeiten der legalen Tätigkeit beraubt. Unter diesen Verhältnissen haben sich an allen Ecken und Enden des Landes unsere zahlreichen Arbeiter, Bauern und lernen­den Jugendlichen kühn gegen die japanischen Imperialisten erhoben, und das chinesische Volk nahm in Nordostchina einen gewaltsamen Massenkampf gegen die Streitkräfte des imperialistischen Japan auf.

Allein in dem einen Jahr seit der Gründung der AVPA konnten wir zahlreiche Kampferfolge erringen.

Im Verlauf dieses Kampfes sind die Einheiten unserer AVPA stür­misch gewachsen und erstarkt.

Wir haben die Abteilungen der Partisanenarmee ständig mit heiß­blutigen Menschen aufgefüllt, die zu uns mit der festen Entschlossen­heit kamen, am bewaffneten Kampf teilzunehmen, nachdem sie die bewegende Nachricht von ihrer Gründung erreicht hatte, mit jungen Menschen, die sich in den Partisanenstützpunkten befanden, sowie mit Arbeitern, Bauern und jungen Intellektuellen, die im Kampf gegen den japanischen Imperialismus geprüft und gestählt wurden. Wir haben uns ausgerüstet, indem wir Waffen des Feindes erbeuteten, doch gleichzeitig haben wir auch viel Kraft darauf verwandt, die Produktion von Waffen mit unseren eigenen Kräften in Gang zu bringen. Auf die­se Weise wuchsen und erstarkten unsere Partisanenabteilungen, ver­besserte sich ihre Ausrüstung beträchtlich.

In blutigen Schlachten mit dem Feind sammelte die Partisanenarmee reiche Erfahrungen und wurde noch mehr gestählt. Im fortdauernden schweren Ringen um die Zerschlagung des räuberischen japanischen Im­perialismus erfuhren unsere Partisanen am eigenen Leib alle Schwierigkei­ten des revolutionären Kampfes und wurden moralisch und körperlich so abgehärtet, daß sie imstande sind, jegliche Hindernisse zu überwinden und Prüfungen zu bestehen. Es gab keinerlei Erfahrungen, die die Partisanen­armee in ihrem Krieg hätte übernehmen können. Aus dem Nichts heraus und während des Kampfes selbst entwickelte sie verschiedene Methoden zur Führung des Partisanenkrieges, was es uns ermöglichte, starke Kräfte des Gegners mit geringen Kräften außer Gefecht zu setzen, ja sie zu ver­nichten.

Besonders wichtige Position für die Umwandlung der AVPA in eine starke revolutionäre Streitmacht nimmt ihr Vorrücken in die südliche und nördliche Mandschurei ein, das im Sommer des vergangenen Jahres begann und ein halbes Jahr dauerte.

Bei diesen Operationen führte unsere Volkspartisanenarmee den Einwohnern großer Gebiete der südlichen und nördlichen Mandschurei anschaulich ihre Stärke vor Augen, erfüllte ihre Herzen mit dem Glau­ben an den Sieg und übte einen revolutionierenden Einfluß auf sie aus. Als Ergebnis trat eine große Anzahl unserer Landsleute in die revolutio­nären Organisationen ein. Gleichzeitig errangen wir auch Erfolge bei der Bildung einer antijapanischen Front mit den antijapanischen Abtei­lungen der Chinesen, die sich auf Grund ihrer politischen Rückständig­keit und der von den japanischen Imperialisten betriebenen Politik der nationalen Zwietracht eine Zeit lang feindlich gegenüber den koreani­schen Kommunisten verhielten.

Wir schufen Partisanenstützpunkte, entfalteten, auf sie gestützt, eine aktive militärisch-politische Tätigkeit und fügten dem Feind schwere Schläge zu. Auch das ist ein wichtiger Erfolg, den wir im vergangenen Jahr errungen haben.

Seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres haben wir mit der Schaf­fung der Partisanenstützpunkte begonnen und in den großen Ufergebieten des Tuman zuverlässige Stützpunkte errichtet. In diesen Stützpunkten bestehen revolutionäre Organisationen und revolutionäre Machtorgane, ihre Bewohner leisten unserer Partisanenarmee aufrichtig Hilfe, dort gibt es Werkstätten für Waffen, Lazarette und andere Einrichtungen für Be­treuung und Versorgung. Damit hat unsere Partisanenarmee, die gezwun­gen ist, den Kampf gegen die japanischen imperialistischen Eroberer ohne einen Staat als Hinterland und ohne die Unterstützung durch reguläre Streitkräfte zu führen, eine militärisch-politische Basis und ein Hinterland erhalten, und unser Volk verfügt somit über die strategische Basis der koreanischen Revolution.

Gestützt auf unsere Partisanenstützpunkte, die wir in den großen Ufer­gebieten des Tuman gebildet haben, fügten wir in den grenznahen Gebie­ten dem Feind eine Reihe überaus empfindlicher militärisch-politischer Schläge zu, was einen revolutionierenden Einfluß auf die Bevölkerung Koreas ausübte und sie zum Kampf gegen den japanischen Imperialismus beflügelte. Folglich entfaltet sich ein unaufhörlicher Kampf gegen die japanischen Eroberer überall im Inland in verschiedenen Formen, der un­ter dem Einfluß des antijapanischen bewaffneten Kampfes steht.

Durch die Aktivierung der militärisch-politischen Tätigkeit unserer Partisanenarmee erschreckt, unternehmen die japanischen Imperialis­ten verzweifelte Versuche, die Partisanenarmee und ihre Stützpunkte im Keim zu ersticken. Zu diesem Zweck zimmerten sie die „Jiandao- Expeditionstruppe“, aus Infanteristen, Kavalleristen, Artilleristen und Pionieren zusammen und setzen sie in die Ostmandschurei ein. Auf der gemeinsamen Beratung der Armee- und Polizeiführung des imperialisti­schen Japan, die im Januar dieses Jahres stattfand, ging es besonders darum, die Angriffshandlungen durch „Strafexpeditionen“ zu verstär­ken, und gegenwärtig mobilisieren die Gegner wütend ihre großen Truppenkontingente, um die „Strafexpeditionen“ gegen die Partisa­nenstützpunkte durchzuführen. Parallel zur Verstärkung der militäri­schen Angriffshandlungen unternehmen die japanischen Imperialisten verzweifelte Versuche, über die Partisanenstützpunkte eine Wirtschafts­blockade zu verhängen. Um ihre finstere Absicht zu verwirklichen und die Nachschubwege, auf denen die Partisanenarmee mit Proviant und Militärausrüstungen versorgt wird, zu sperren, setzen die japanischen imperialistischen Eroberer alle Dörfer in Brand, die in der Nähe der Parti­sanenstützpunkte liegen, kontrollieren den Verkehr der Bewohner auf das Schärfste und wachen mit Argusaugen über Nahrungsmittel, Stoffe, Salz, Streichhölzer und andere Massenbedarfsartikel. Ständig schleusen sie ihre Spione, Diversanten und Saboteure in die Partisanenstütz­punkte ein, um unsere Partisanenarmee von innen her zu zersetzen. Um den revolutionären Einfluß des bewaffneten antijapanischen Kampfes auf die Einwohner Koreas zu unterbinden, bemühen sie sich gleichzeitig verzweifelt darum, drastisch den Schutz der Grenzen zu verstärken, indem sie große Truppenkontingente massieren. In den Grenzgebieten legen sie ein dichtes Netz von Polizeistationen, bauen verschiedene Verteidigungsanlagen und schaffen ein System der strengsten Überwachung.

Aus dieser Situation ergibt sich für uns die dringende Forderung, das rote Banner der Revolution noch höher zu erheben, die wütenden Aus­fälle der japanischen Imperialisten zu durchkreuzen und den bewaffne­ten antijapanischen Kampf zu verstärken und zu entwickeln. Hierfür hat der Marsch unserer Partisanenarmee in das Vaterland besonders große Bedeutung. Der Einmarsch unserer Partisanenarmee ins Inland wird die von uns bereits errungenen Erfolge verstärken und den japanischen Im­perialisten, die unser schönes Heimatland besetzt halten und unserem Volk unzählige Leiden bringen, einen unabwendbaren militärisch­politischen Schlag zufügen. Und er wird einen starken revolutionären Einfluß des bewaffneten antijapanischen Kampfes auf das Volk Koreas ausüben, das ganze Volk mit neuer Kraft zum heiligen Kampf gegen die japanischen Imperialisten aufrufen und schließlich zur endgültigen Zer­schlagung der Festung der Kolonialherrschaft des japanischen Imperia­lismus führen.

Deshalb müssen wir, ungeachtet der hinterhältigen Machenschaften der Feinde und trotz der unglaublich schwierigen Situation, den bewaff­neten antijapanischen Kampf um jeden Preis ausdehnen und entwickeln und ihn in das Territorium Koreas hineintragen.

Um den bewaffneten Kampf zu erweitern und ihn auf das Vaterland auszudehnen, müssen wir noch stärker dafür kämpfen, in weiten Gegen­den im Inland, die an die bereits bestehenden Partisanenstützpunkte in den Ufergebieten des Tuman angrenzen, mehr Halbpartisanenzonen zu errichten und zu stärken.

Unter einer Halbpartisanenzone verstehen wir Gebiete, die sich for­mal im kolonialen Herrschaftsbereich des japanischen Imperialismus befinden, aber in Wirklichkeit revolutionierte Gebiete sind, die unsere Partisanenarmee in ihrer Hand hat und von ihr geleitet werden.

Im Inland mehr Halbpartisanenzonen zu errichten und zu festigen – das hat eine enorme Bedeutung dafür, die militärisch-politischen Stütz­punkte und die Basen im Hinterland, die zur Ausdehnung des bewaffne­ten antijapanischen Kampfes bis auf den Boden des Landesinnern und zu dessen Weiterentwicklung dienen, zu schaffen und die Abteilungen der AVPA rasch zu erweitern und zu verstärken. Wenn wir diese Zonen innerhalb des Landes im großen Maßstab bilden und verstärken, können wir über die örtlichen revolutionären Organisationen die werktätigen Massen als zuverlässige Reserven der Partisanenarmee ausbilden, die die Stützen für die rasche Erweiterung und Festigung der Einheiten der AVPA werden sollen.

Wir haben bereits bewaffnete Gruppen der Koreanischen Revoluti­onsarmee in verschiedene Gegenden unseres Landes entsandt, um dort eine Massenbasis für den revolutionären Kampf zu schaffen und einen revolutionären Einfluß auf unser Volk auszuüben. Wir entsandten viele illegale Politarbeiter nach Onsong, Hoeryong, Musan, Kyongwon und in andere Gegenden des Landes, um entsprechend der entstandenen Situa­tion die Bildung verschiedener revolutionärer Organisationen, den Zu­sammenschluß der breiten Massen in diesen Organisationen, ihre Erzie­hung im revolutionären Geiste und die Umwandlung dieser Gebiete in Halbpartisanenzonen aktiv voranzutreiben. Folglich wurde auch hier im Gebiet Onsong eine revolutionäre Untergrundorganisation gegründet und ist eine rege Arbeit für die Revolutionierung der Massen in Gang.

Gestützt auf die bereits errungenen Erfolge, müssen Sie vor allem die Halbpartisanenzone im Gebiet Onsong, wo es eine gute Klassen­struktur der Bevölkerung gibt und die breiten Volksmassen bereits zur revolutionären Tätigkeit erwacht sind, noch mehr verstärken. Hinzu kommt, daß sich dieses Gebiet unweit eines Partisanenstützpunktes, eines befreiten Gebietes, befindet und überaus günstige natürliche Be­dingungen hat, die es ermöglichen, über den Wangjaesan- und den Jungsan-Berg und den Gebirgskamm Hamgyong hinweg Angriffs­handlungen in das koreanische Landesinnere tief hinein vorzunehmen. Auch in vielen anderen Gegenden des Landes müssen Sie Halbpartisa­nenzonen bilden und verstärken.

Zur Schaffung dieser Zonen muß die Partisanenarmee die Kampf­handlungen in den Grenzgebieten noch mehr aktivieren und müssen die revolutionären Untergrundorganisationen innerhalb Koreas die antijapa­nisch gesinnten breiten Volksmassen noch energischer zusammen­schließen und revolutionieren. Wenn man eine feste Stütze in den revo­lutionierten Massen hat, kann man auf dieser Basis die revolutionären Kräfte festigen, das Herrschaftssystem des japanischen Imperialismus lähmen und den antijapanischen Kampf in seinen verschiedenen Formen erfolgreich entwickeln. Deshalb müssen die breiten Volksmassen der Gebiete, die in Zukunft Halbpartisanenzonen werden sollen, konsequent revolutioniert werden.

Zur Bildung dieser Zonen sind dort, wo dies notwendig ist, geheime Treffpunkte und andere Stützpunkte für unsere Tätigkeit einzurichten, wo­zu die günstigen natürlichen Bedingungen der Waldgebiete zu nutzen sind.

Wenn wir auf diese Weise im ganzen Land zuverlässige Halbparti­sanenzonen bilden, werden wir durchaus, auf sie gestützt, den bewaff­neten antijapanischen Kampf bis auf den Boden des Landesinnern ausdehnen und weiterentwickeln können.

Ferner kommt es im Kampf gegen die japanischen Imperialisten dar­auf an, daß die ganze Nation zu einer einheitlichen politischen Kraft zusammengeschlossen wird.

Im Interesse der Ausdehnung des bewaffneten Kampfes auf den Bo­den des Vaterlandes und seiner Weiterentwicklung sowie zur Verwirkli­chung der großen historischen Sache, der Wiedergeburt des Vaterlandes, ist es erforderlich, daß sich alle Schichten der antijapanisch gesinnten Bevölkerung auf der Grundlage des Bündnisses der Arbeiter und Bau­ern, unter dem Banner der antijapanischen nationalen Einheitsfront mo­nolithisch in einem Block zusammenschließen. Dies ist eine völlig richtige Maßnahme hinsichtlich sowohl des Charakters unserer Revolution, deren Hauptinhalt die nationale Befreiung vom japanischen Joch ist, als auch der realen Situation im Lande, wo die reaktionären Angriffe des japanischen Imperialismus gegen die koreanische Nation ein nie da gewesenes Aus­maß erreichen. Nur wenn wir die breiten antijapanischen Kräfte um uns zusammenschließen und auf sie gestützt den Kampf entfalten, werden wir die konterrevolutionären Kräfte isolieren und unschädlich machen, die reaktionären Handlungen der japanischen Imperialisten entschieden vereiteln und die große historische Sache, die Befreiung des Vater­landes, verwirklichen können.

Am Kampf gegen den japanischen Imperialismus nehmen nicht nur Arbeiter und Bauern teil, sondern auch breite Schichten des Kleinbür­gertums. Auch manche Unternehmer sind antijapanisch gesinnt, weil sie mit jedem Tag dem Ruin näher kommen und infolge der räuberischen Kolonialpolitik des japanischen Imperialismus bankrott gehen.

Wir müssen unter dem Banner der antijapanischen nationalen Ein­heitsfront alle diejenigen in einem Block vereinen, die den japanischen Imperialismus hassen und aufrichtig die Wiedergeburt des Vaterlandes wünschen, unabhängig von ihrer Vermögenslage, ihrem Bildungsstand, Wohnort und Geschlecht.

Um die ganze Nation zu einer einheitlichen politischen Kraft zu­sammenzuschließen, müssen wir in großem Maßstab verschiedenartige Massenorganisationen gründen. Ich glaube, daß wir die Möglichkeit haben, entsprechend den Besonderheiten der einzelnen Gegenden und Ortschaften unter verschiedenen Bezeichnungen illegale, ja auch sogar legale revolutionäre Organisationen zu gründen. Es kommt darauf an, daß im ganzen Land, ganz zu schweigen von den nördlichen Grenzge­bieten, viele unterschiedliche Massenorganisationen gegründet und in ihnen die breiten Volksmassen zusammengeschlossen werden.

Eine solche Organisation wie der „Bund der Arbeiter und Bauern“, der gegenwärtig im Gebiet Onsong tätig ist, hat es nicht vermocht, die breiten antijapanisch gesinnten Massen in seinen Reihen zu vereinigen, so daß es wohl zweckmäßig wäre, den Namen dieser Organisation zu überprüfen und sogar zu verändern, damit sich noch mehr revolutionäre Massen ihren Reihen anschließen.

Die breiten antijapanisch gesinnten Massen müssen nicht nur in Organisationen zusammengeschlossen, sondern auch unaufhörlich im revolutionären Geist erzogen werden.

Die Formen der revolutionären Erziehung der Massen sind unter­schiedlich. Ihr revolutionärer Enthusiasmus kann durch illegale Lesezir­kel oder durch Verbreitung von Druckerzeugnissen gehoben werden, ihre revolutionäre Erziehung kann in Abendschulen oder durch aufklä­rende Gespräche erfolgen. Diese unterschiedlichen Formen müssen wir klug miteinander verbinden, um die Menschen ständig und beharrlich zu erziehen.

Die Erziehung muß sich den Aufgaben unterordnen, die unsere Re­volution zu lösen hat. Den Massen sind also die Verbrechen der japa­nischen imperialistischen Aggressoren anschaulich zu enthüllen. Sie müssen den ausbeuterischen Charakter der Gutsherren und projapani­schen Kapitalisten entlarven und den Menschen vom Kampf unseres Volkes gegen den japanischen Imperialismus und von den Methoden dieses Kampfes erzählen, damit sie genau wissen, wer ihre Feinde sind, und sich entschlossener zum revolutionären Kampf erheben.

Bei der erzieherischen Arbeit unter den verschiedenen Bevölke­rungsschichten müssen Sie klug ihre Besonderheiten und ihren Bewußt­seinsgrad berücksichtigen und angesichts der Illegalität unter den Be­dingungen des barbarischen Terrorregimes des japanischen Imperialis­mus sorgfältig und aktiv vorgehen.

Auf diese Weise müssen wir die breiten Volksmassen unter dem an­tijapanischen Banner zusammenschließen und im revolutionären Geist erziehen. In allen Gegenden des Landes müssen wir revolutionierte Ge­biete schaffen, wo sich die breiten Volksmassen aktiv an den verschie­denen Formen des antijapanischen Kampfes beteiligen können.

Die Vorbereitungen für die Ausdehnung des bewaffneten Kampfes auf den koreanischen Boden und seine Weiterentwicklung müssen wir eng mit der Massenbewegung verbinden.

Die Ausdehnung des bewaffneten Kampfes auf das Vaterland und seine Weiterentwicklung spielen eine entscheidende Rolle, um einen revolutionären Einfluß auf die Einwohner Koreas auszuüben, sie stark zum antijapanischen Kampf zu beflügeln und die Kolonialherrschaft der japanischen Imperialisten endgültig zu beseitigen. Der Kampf der Mas­sen hat große Bedeutung für die Schaffung günstiger Bedingungen da­für, dem kolonialen Herrschaftsregime des japanischen Imperialismus Schläge zu versetzen und zur revolutionären Stählung der Volksmassen und zur Erweiterung und Entwicklung des bewaffneten Kampfes beizu­tragen. Dieser Kampf allein reicht aber noch nicht aus, um das koloniale Herrschaftssystem des räuberischen japanischen Imperialismus zu stür­zen und die große historische Sache, die Wiedergeburt des Vaterlandes, zu verwirklichen.

Deshalb weisen wir mit allem Nachdruck darauf hin, daß es neben der Ausdehnung des bewaffneten antijapanischen Kampfes auf den Boden des Vaterlandes und seiner Weiterentwicklung notwendig ist, auch den Kampf der Massen zu entfalten. Die Aufgabe der revolutio­nären Untergrundorganisationen und der illegalen Politarbeiter besteht darin, mit aller Energie die verschiedenen Formen des antijapanischen Widerstandes der Volksmassen in den Städten, Dörfern und Fischer­siedlungen des Landes parallel zum bewaffneten antijapanischen Kampf zu organisieren und zu entfalten. Wir müssen dadurch den ja­panischen imperialistischen Eroberern einen entscheidenden Schlag zufügen, die Massenbasis der Revolution erweitern und festigen und den Untergang des japanischen Imperialismus beschleunigen.

Die Revolutionäre und die Bevölkerung im Vaterland haben die Pflicht, der Partisanenarmee und den Einwohnern der Partisanenstütz­punkte alle nur mögliche Hilfe zu erweisen.

Vor allem kommt es darauf an, daß die Partisanenarmee rechtzeitig In­formationen über den Gegner erhält. Zur Unterstützung der Kampfhand­lungen der Partisanenarmee ist eine gründliche Aufklärung erforderlich, und es müssen Angaben über die Standorte der Unterdrückungs- und Herrschaftsorgane des japanischen Imperialismus übermittelt werden, z. B. über die Standorte von Gendarmerie- und Polizeistationen, über Zollstationen an der Grenze, Polizeiposten an Übergängen, über Kreisverwaltungen und Unterkreisämter, aber auch Angaben über Truppenverlagerungen der japanischen Streitkräfte. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kommt es darauf an, kurzfristig Angaben über die Aktionen der japanischen Imperialisten auszukundschaften und zu sammeln, die wir zur Vorbereitung des Angriffes auf die wichtigsten Stützpunkte des Gegners im Grenzgebiet benötigen.

Parallel dazu müssen die Revolutionäre im Inland noch aktiver dafür eintreten, daß die Unterstützung für die Partisanenarmee und die Ein­wohner der Partisanenstützpunkte organisiert und verwirklicht wird. So wie in der Vergangenheit sind sie auch künftig verpflichtet, die revoluti­onären Organisationen und das Volk dazu zu veranlassen, größere Menge des von uns benötigten Kriegsmaterials und Waren des Grundbedarfs zu beschaffen und auf allen möglichen Wegen, unter Nutzung der günstigen Geländeverhältnisse und anderer Naturbedingungen, in die Partisanen­stützpunkte zu bringen. So müssen sie die Partisanenarmee und die Ein­wohner der Partisanenstützpunkte zu neuen Taten beflügeln und einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des bewaffneten antijapanischen Kampfes leisten.

Genossen!

Im Namen der großen historischen Sache, der Wiedergeburt des Va­terlandes, müssen wir noch einen viele Jahre währenden, blutigen Kampf für die Zerschlagung des räuberischen japanischen Imperialis­mus führen und dafür alle Kräfte der Nation mobilisieren. Um diese schwere und komplizierte revolutionäre Aufgabe erfolgreich zu ver­wirklichen, muß es einen Revolutionsstab geben. Deshalb ist die Grün­dung einer marxistisch-leninistischen Partei zu einer dringenden und wichtigen Aufgabe geworden, vor der wir Kommunisten jetzt stehen. Die Gründung solch einer Partei gebietet, die Reihen der im praktischen Kampf gestählten und erprobten Kommunisten, die fest mit der Ideolo­gie des Marxismus-Leninismus ausgerüstet sind, zu vergrößern und zu erweitern. Nur so werden wir imstande sein, die revolutionären Massen fest um sie, den Kern, zusammenzuschließen und auch die schwierigen revolutionären Aufgaben erfolgreich zu erfüllen. Wir dürfen nicht zu­lassen, daß irgendwelche sektiererischen, feindlichen Ideologien in unsere revolutionären Organisationen eindringen. Wir müssen uns über diese Organisationen energisch mit der Vorbereitung eines Kerns befassen, der fest mit der Ideologie des Marxismus-Leninismus ausgerüstet ist.

Ich hoffe, daß Sie einen großen Beitrag dazu leisten werden, den bewaffneten Kampf auf den koreanischen Boden auszudehnen und weiterzuentwickeln, um den Tag der Wiedergeburt des Vaterlandes näherzubringen.