20. Mai 1939 // Reden
Kim Il Sung // Lasst uns die Fackel der Revolution im Heimatland hoch erheben

Lasst uns die Fackel der Revolution im Heimatland hoch erheben

20. Mai 1939

Rede auf dem Treffen der Kommandeure der KRVA auf dem Berg Pegae im Gebiet Musan


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Dem Kurs folgend, der auf der Beratung der Führungskader der KRVA in Beidadingzi beschlossen wurde, sind wir erneut in das Heimat­land gekommen, um den japanischen imperialistischen Eroberern einen Schlag nach dem anderen zu versetzen und die Herzen unserer Landsleute im Inland mit Glauben an den Sieg der Revolution zu erfüllen.

Was geschieht heute auf dem Boden unseres Vaterlandes?

In unserem Heimatland unternehmen die räuberischen japanischen Imperialisten nie da gewesene unverschämte Ausplünderungen und Re­pressalien, im Vaterland herrscht tiefe Finsternis. Davon konnten wir uns alle mit unseren eigenen Augen überzeugen, lernten wir doch schon am ersten Tag nach unserem Einmarsch in das Heimatland, nachdem wir den Amnok überquert hatten, das Leben der Arbeiter im Holzein­schlagbetrieb Rimyongsu kennen. Die japanischen Imperialisten, die wütende Versuche unternehmen, um die Ausmaße des Aggressionskrie­ges auf das Festland Chinas zu vergrößern, fabrizierten das „Gesetz über die staatliche Generalmobilmachung“, treiben erbarmungslosen Raub­bau an den Naturreichtümern Koreas und zwingen seine Bewohner, dar­unter auch Jugendliche und Männer im mittleren Alter, gewaltsam zur Arbeit auf den Baustellen der Eisenbahn und des Straßenbaus, der Flug­plätze und anderer militärischer Objekte und schleppen sie auf die Schlachtfelder ihres Eroberungskrieges. Sie zerstören die Unterorganisati­onen der LWV in Korea, verhaften viele koreanische Kommunisten und Patrioten, werfen sie ins Gefängnis und ermorden sie. Sie fabrizierten die „Gesellschaft zur Abwehr des Kommunismus in Korea“ sowie andere regimehörige reaktionäre Organisationen und bemühen sich krampfhaft, das nationale Selbstbewußtsein und das Klassenbewußtsein des koreani­schen Volkes zu lähmen. Mehr noch, in der jüngsten Zeit begannen die Feinde die Lüge zu verbreiten, daß die Kämpfer der KRVA „in den Ber­gen erfroren“ sind, womit sie beabsichtigen, unserem Volk sogar die Hoffnung auf die Wiedergeburt des Vaterlandes zu nehmen. Unser Heimatland ist vom Haß des Volkes erfüllt; viele Landsleute, die den Glauben an die Wiedergeburt des Vaterlandes verloren, befinden sich Tag um Tag in einer verzweifelten Lage.

Diese Wirklichkeit Koreas fordert von uns, dem Volk den Glauben an den Sieg der Revolution zu geben und es zum antijapanischen Kampf aufzurufen.

In dieser Situation steht vor uns, die wir ins Vaterland vorgerückt sind, die wahrhaft verantwortungsvolle Aufgabe, eine aktive militäri­sche und politische Tätigkeit zu entfalten, den japanischen Imperialisten einen empfindlichen Schlag zu versetzen und revolutionären Einfluß auf das Volk auszuüben.

Allein die Tatsache, daß unsere Revolutionäre Volksarmee wohlbe­halten den Heimatboden betreten hat, wird für unsere Landsleute ein Quell der Kraft, des Mutes und der Zuversicht sein. Wenn wir also eine aktive militärische und politische Tätigkeit entfalten und die Stärke der KRVA demonstrieren, so wird dies einen gewaltigen revolutionären Einfluß auf unser Volk haben.

Wir sind verpflichtet, eine immer aktivere militärische und politische Tätigkeit im Gebiet Musan ins Leben zu rufen.

Wir müssen in Richtung auf das Roun-Gebirge voranschreiten, die von den japanischen Imperialisten betriebenen Holzeinschlagwerke in den Gebieten Sinsadong, Singaechok und Tujibawi angreifen, die in Nong- sadong, Hongam, Samsuphyong und Yugok eingenisteten Feinde ver­nichten, dort wirksame politische Massenarbeit leisten und das Volk zum heiligen antijapanischen Kampf aufrufen.

Um den japanischen Imperialisten militärische Schläge zu versetzen, müssen wir ihre verwundbaren Stellen genau herausfinden und uns blitzschnell in Richtung des Roun-Gebirges bewegen.

Als der Feind die Eilnachricht erhielt, daß große Einheiten der KRVA erneut die Grenze überschritten haben, geriet er in äußerste Panik und versucht jetzt verzweifelt, unsere militärisch-politische Tätigkeit zu ver­hindern. Nach den Informationen über den Gegner, die uns übermittelt wurden, haben die japanischen Imperialisten zur Verstärkung des Schut­zes der Gebiete am Oberlauf der Flüsse Amnok und Tuman rings um das Paektu-Gebirge alle in den Grenzgebieten von Süd- und Nord-Hamgyong stationierten Grenzgarnisonen und Polizeieinheiten mobilisiert; sie ent­sandten Einheiten der Kwantungarmee unter dem Kommando von Onishi, Einheiten der Marionettenarmee Mandschukuos unter dem Kommando von Zhang Zhao und andere große Kontingente von Streitkräften in den Abschnitt Ershisidaogou im Kreis Changbai, um einen Kessel zu bilden. In der Ansicht, daß sich die Einheiten unserer Revolutionären Volksarmee in Richtung auf die südöstlichen Hänge des Paektu-Gebirges entlang des Gebirgszuges Machon bewegen werden, wollen sie uns im Abschnitt des Phothae-Berges aufhalten. Im Gebiet des Phothae-Berges haben die feind­lichen Einheiten, die von Hyesan hierher eilten, Aufstellung genommen, und auf der Landstraße Hyesan-Phothaeri bewegt sich eine Einheit des Gegners nach der anderen in Richtung Norden.

Diese Handlungen des Feindes geben uns Anlaß zu folgenden Schlußfolgerungen: In der Annahme, daß wir auch dieses Mal entlang der Gebirgsketten vorgehen werden, richtet er offensichtlich seine ganze Aufmerksamkeit auf die Gebirgsorte, insbesondere auf den südöstlichen Teil des Paektu-Gebirges. Während er seine Kräfte auf die gebirgigen Abschnitte rings um den Phothae-Berg konzentriert, schenkt er den gro­ßen Straßen nur wenig Beachtung. Das ist eine seiner Schwachstellen.

Eine weitere Schwäche des Feindes ist, daß seine Wachsamkeit am Tag nicht so groß ist wie nachts. Sein Hauptaugenmerk gilt der Verstär­kung der nächtlichen Patrouille, weil er davon ausgeht, daß wir im Schutze der Dunkelheit unsere Kampfhandlungen unauffällig und über­raschend entfalten werden.

Unter Berücksichtigung dieser Angaben über den Gegner dürfen wir uns nicht entlang der steilen Gebirgsketten bewegen, sondern wir müs­sen auf der vom Gegner angelegten neuen „Patrouillenstraße Kapsan- Musan“ marschieren. Und dieser Marsch darf nicht nachts, sondern muß am helllichten Tag stattfinden. Wir sind verpflichtet, militärisch kühn zu handeln.

Wir müssen stets imstande sein, entsprechend der jeweiligen Situati­on eine flexible Taktik anzuwenden. Dies ist ein Quell unserer Kraft und eine Voraussetzung für den Sieg.

Während sich der Gegner in den Bergen umherirrend aufhält, müssen wir auf der genannten Straße einen blitzschnellen Sprung von tausend Ri nach Osten machen. Die Feinde, die sich auf der Suche nach unserer Revolutionären Volksarmee verirren, werden leeres Stroh dreschen und in Panik geraten, wenn wir ihnen an unvorhergesehenen Stellen plötzli­che Schläge versetzen.

Die Taktik des blitzschnellen Sprungs über tausend Ri anzuwenden, bedeutet keinesfalls, nur nach vorn zu rennen. Folgendermaßen sollten wir vorgehen: Wir erwecken den Anschein, uns sehr weit zu entfernen, bleiben aber vom Gegner unbemerkt in dessen Nähe, so wie wir während des Marsches von Chongbong nach Konchang handelten, verändern so­fort unsere Kampfordnung, indem wir während des Marsches machtvolle große Einheiten blitzartig in kleine aufteilen. So müssen wir verschiedene den Umständen angepaßte Formen der Bewegungstaktik klug miteinander verbinden, um dem Feind jegliche Initiative zu nehmen.

Natürlich erfordern alle militärischen Handlungen flexibles und ope­ratives Vorgehen, doch besonders notwendig ist das für unsere bevor­stehenden militärischen Aktionen im Vaterland. Erforderlich sind somit eine hohe Marschgeschwindigkeit, eine unverzügliche exakte Ein­schätzung der jeweiligen Lage während des Marsches, operatives und kühnes Handeln. Während des Marsches müssen wir immer mit der Möglichkeit einer unerwarteten Begegnung mit dem Gegner rechnen. In diesem Fall haben unsere Einheiten unerschrocken den Kampf mit dem Feind aufzunehmen und gnadenlos mit ihm abzurechnen.

Ähnlich wie ein fähiger Ringkämpfer, der die schwachen Stellen des Gegners geschickt zu seinem Vorteil ausnutzt, ihm zuvorkommt und ihn besiegt, müssen auch wir dorthin vorstoßen, wo die Feinde uns absolut nicht erwarten, und sie an ihren verwundbaren Stellen schlagen.

Wenn die Einwohner unsere mutig marschierenden Kämpfer sehen, werden sie von genauso grenzenloser Freude erfüllt sein, von der auch unsere Herzen auf heimatlichem Boden erfüllt sind. Zutiefst eingedenk unserer Mission als politische Armee müssen wir tapfer kämpfen und gleichzeitig unter der Bevölkerung politisch wirksam sein.

Unsere Aufgabe ist es, aktive propagandistische Arbeit zu leisten, um der Bevölkerung das Zehn-Punkte-Programm der LWV zu erklären und die Demagogie der japanischen Imperialisten zu entlarven, damit unser Volk die Schwäche des Feindes, die Unvermeidlichkeit seiner Niederlage und die Notwendigkeit des Sieges der Revolution sowie die Wege des Kampfes für ihren Sieg erkennt. Auf diese Weise müssen wir erreichen, daß sich das Volk im festen Glauben an die Wiedergeburt des Vaterlandes zum antijapanischen Kampf erhebt und unsere Revolutionä­re Volksarmee aktiv unterstützt.

Im Gebiet des Unterkreises Samjang, darunter in Sinsadong, sind die meisten Einwohner Arbeiter der Holzfällereien und Bauern, die Rode­wirtschaft betreiben; die Einwohner dieser Gegend waren vom kühnen militärisch-politischen Wirken unserer Revolutionären Volksarmee in den Grenzgebieten sehr begeistert. Folglich hatte die örtliche Bevölke­rung schon früher eine recht hohe revolutionäre Gesinnung. In jüngster Zeit ist sie in gedrückter Stimmung wegen der sich verstärkenden Re­pressalien des Feindes. Doch wenn wir den Feind vernichten und politi­sche Arbeit leisten, werden sie sich wieder begeistert aufrichten und sich zum antijapanischen Kampf erheben.

Morgen werden wir aufbrechen und mehr als vierzig Kilometer lan­gen Marsch nach Mupho zurücklegen. Etwa zehn Kilometer vom Fuße des Pegae-Berges entfernt, wo wir zur Zeit ein Biwak aufgeschlagen haben, befindet sich der malerische See Samji. Von dort aus müssen wir auf der „Patrouillenstraße Kapsan-Musan“ den Sprung nach Mupho machen.

Um den bevorstehenden Marsch erfolgreich zu bewältigen, haben wir allen Kämpfern das Ziel und die Bedeutung des Marsches klarzu­machen und zu erreichen, daß sie sich sorgfältig darauf vorbereiten. Alle Kämpfer der Abteilung müssen auch die Disziplin strikt einhalten, hohe revolutionäre Wachsamkeit wahren, alle Machenschaften des Gegners rechtzeitig entdecken und vereiteln.

Entsprechend unserem Blitzfeldzug nach Osten lautet unsere morgi­ge Parole „Marsch nach Osten“.

Ich bin überzeugt, daß alle unsere Kommandeure und Soldaten, die mit flammendem Patriotismus und hohem kämpferischem Enthusiasmus erfüllt sind, bei ihrem erneuten Einmarsch in das Heimatland die ihnen übertragenen Aufgaben in Ehren erfüllen und tatkräftig dazu beitragen werden, daß wir das Ziel unseres Feldzuges nach Heimatland erreichen.