10. September 1954 // Artikel
Kim Il Sung // Der Kampf des koreanischen Volkes für den Wiederaufbau nach dem Krieg

Der Kampf des koreanischen Volkes für den Wiederaufbau nach dem Krieg

10. September 1954

Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Mit außerordentlich hohem Arbeitsenthusiasmus baut das korea­nische Volk in der Nachkriegszeit erfolgreich die Volkswirtschaft wieder auf. Unser Volk hat in etwas mehr als 13 Monaten nach Abschluß des Waffenstillstandsabkommens eine schöpferische Arbeit auf vielen Gebieten geleistet, um die durch den Krieg zerstörte Volkswirtschaft wiederherzustellen und die Wissenschaft, Kultur und Kunst zu entwickeln sowie die Lebensbedingungen des Volkes zu stabilisieren und zu verbessern.

All unsere Erfolge waren dank der patriotischen Begeisterung unseres Volkes, das die in unserem Lande errichtete volksdemokratische Ordnung aktiv unterstützt, sowie der klugen Politik der Partei der Arbeit Koreas, der führenden und wegweisenden Kraft des koreanischen Volkes, und der uneigennützigen Hilfe der Völker der Sowjetunion, der Volksrepublik China und anderer Bruderländer möglich.

Die Partei der Arbeit Koreas legte auch nach dem Krieg, so wie sie es in der Vorkriegszeit beim friedlichen Aufbau und während des Vaterländischen Befreiungskrieges tat, die nächsten Aufgaben ent­sprechend den wahren Interessen unseres Volkes fest und ruft das ganze Volk zum Kampf für den Wiederaufbau der von den Feinden zerstörten Volkswirtschaft auf und führt es auf den Weg des Gedeihens und der Entwicklung des Vaterlandes.

Die Politik unserer Partei ist folgerichtig. Sie legt ihre gesamte Politik fest, wobei sie den Marxismus-Leninismus und die Erfahrungen der kommunistischen und Arbeiterparteien der Bruderländer schöpferisch auf die Wirklichkeit unseres Landes anwendet.

Unsere Partei stützt sich bei der Durchsetzung ihrer Politik fest auf das enge Bündnis der Arbeiterklasse und der Bauernschaft und auf die absolute Unterstützung aller in der Demokratischen Front für die Vereinigung des Vaterlandes zusammengeschlossenen Parteien und gesellschaftlichen Organisationen und der verschiedenen Bevölkerungs­schichten. Das kam besonders während des Vaterländischen Befreiungs­krieges gegen die bewaffneten US-imperialistischen Invasoren und deren Lakaien klar zum Ausdruck.

Der Aggressionskrieg, den die US-imperialistischen Eindringlinge und ihre Handlanger, die Verräterbande um Syngman Rhee, ent­fesselten, endete mit der schmählichen militärischen, politischen und moralischen Niederlage des Feindes.

Der Ausgang des Koreakrieges hat klar gezeigt, daß die Zeit, in der die imperialistischen Aggressoren willkürlich über andere Völker und Territorien anderer Länder herrschten und sie ausplünderten, für immer vorbei ist.

Die hervorragenden Charakterzüge der gegenseitigen Beziehungen, die sich zwischen den Völkern der Bruderländer herausbildeten, haben sich während des Vaterländischen Befreiungskrieges gezeigt. Die Völker der Bruderländer haben unser Volk von dem ersten Tag dieses Krieges an machtvoll unterstützt.

Hunderte von Millionen Menschen der Welt erwiesen unserem Volk, das einen gerechten Kampf führte, tatkräftige Hilfe und Solidarität und erhoben ihre Stimme des Protestes gegen die Aggressoren.

Unser Volk erhielt internationalistische Hilfe und erzielte im Kampf für die Verteidigung der Freiheit und Unabhängigkeit des Vaterlandes und dessen Ehre glänzende Siege.

Der Vaterländische Befreiungskrieg stellte die Stabilität der im nördlichen Teil der Republik errichteten volksdemokratischen Ordnung und die Macht der Politik unserer Partei auf eine harte Probe. Die Partei der Arbeit Koreas und die Regierung der Republik haben diese Bewährungsprobe in Ehren bestanden. Während der Prüfung im Krieg erstarkte unsere volksdemokratische Ordnung erneut, die Partei der Arbeit Koreas ist weiter gewachsen und hat sich noch mehr gefestigt. Die Volksmassen haben sich um die Partei der Arbeit Koreas und die Regierung der Republik fester denn je zusammengeschlossen, und ihre Autorität bei ihnen hat sich außerordentlich erhöht.

Nach Abschluß des Waffenstillstandsabkommens ergaben sich für die Demokratische Volksrepublik Korea wichtige politische und ökonomi­sche Aufgaben. Wir hatten durch die Mobilisierung aller Kräfte des Landes den im Krieg erzielten Sieg zu festigen, den Waffenstillstand in einen dauerhaften Frieden zu verwandeln, alle Zweige der stark zerstörten Volkswirtschaft wiederherzustellen sowie das materielle und kulturelle Lebensniveau des Volkes rasch zu erhöhen.

Es ist unerläßlich, höchste Wachsamkeit zu üben und die demokra­tische Basis, den nördlichen Teil der Republik, politisch, wirtschaftlich und militärisch weiter zu festigen, um den im Krieg erkämpften Sieg auszubauen.

Die Partei der Arbeit Koreas und die Regierung der Republik betrieben entsprechend den lebenswichtigen Interessen des ganzen koreanischen Volkes unbeirrt eine Politik der friedlichen Vereinigung des Vaterlandes und werden das auch künftig tun. Der Kurs unserer Partei für die Vereinigung des Vaterlandes in der Gegenwart ist darauf gerichtet, daß alle ausländischen Truppen aus Korea abziehen und die Vereinigung Koreas auf dem Wege der Verhandlungen durch das koreanische Volk selbst gelöst wird. Um das gespaltene Vaterland so schnell wie möglich zu vereinigen, müssen wir die wirtschaftliche Basis des Landes festigen, das ganze Volk fest um unsere Partei und die Regierung der Republik scharen, die vereinten Kräfte des ganzen Volkes Nord- und Südkoreas tatkräftig zum Kampf für die friedliche Vereinigung des Vaterlandes aufrufen und die Handvoll der landesverräterischen Syngman-Rhee-Clique konsequent isolieren.

Die Industrie steht beim Wirtschaftsaufbau nach dem Krieg vor der Aufgabe, die im Vaterländischen Befreiungskrieg aufgetretenen Mängel, die Mißgestaltung und Einseitigkeit der Industrie, eine Hinterlassenschaft der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus, zu überwinden, Metallindustrie, Maschinenbau, Chemieindustrie, Bergbau und Elektro­industrie, die die Grundlage für die künftige Industrialisierung des Landes sind, sowie die Zweige für die Produktion von Baumaterial und Waren des Grundbedarfs rasch wiederherzustellen bzw. zu bauen. Aufgabe der Landwirtschaft ist es, die Anbaufläche zu erweitern, mehr Bewässerungsanlagen zu errichten, durch umfassende Einführung neuer Ackerbaumethoden und moderner Technik den Ertrag je Flächeneinheit zu steigern, die Viehhaltung zu entwickeln sowie die staatlichen Feldbau- und Viehzuchtbetriebe und die landwirtschaftlichen Genossenschaften (LWG) allseitig zu festigen. Auf diese Weise ist unsere Landwirtschaft allmählich auf den Weg des Sozialismus zu führen. Zugleich ist eine Reihe von Maßnahmen einzuleiten, um das materielle und kulturelle Lebensniveau des Volkes ständig zu erhöhen. Ferner sind Schritte einzuleiten, um zahlreiche Techniker, Facharbeiter und leitende Funktionäre für den Wiederaufbau nach dem Krieg heranzubilden.

Um diese Hauptaufgaben zu erfüllen, haben unsere Partei und die Regierung der Republik den Dreijahrplan für den Wiederaufbau und die Entwicklung der Volkswirtschaft der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik für 1954-1956 ausgearbeitet und den Kurs auf dessen Verwirklichung dargelegt.

Überzeugt vom Sieg im Krieg, begann das koreanische Volk bereits während des Vaterländischen Befreiungskrieges mit der Vorbereitung auf den Wiederaufbau. Da es während des Krieges wegen der heftigen Bombenangriffe des Feindes schwer war, die Fabriken aufzubauen, haben wir beachtliche finanzielle Mittel in die Schaffung einer Basis für die Entwicklung der Land- und Viehwirtschaft investiert. So haben evakuierte Bürger aus den Städten in den Gebirgsgegenden Zehntausende Hektar Boden urbar gemacht und aus ihnen Dutzende staatliche Feldbau- und Viehzuchtbetriebe organisiert, die die Grundlage für die Entwicklung der Viehwirtschaft werden können. Wir sahen vor, nach dem Krieg neue Fabriken zu errichten, und begannen bereits während des Krieges mit der Projektierung und den Grundbauarbeiten, wobei wir alle Möglichkeiten nutzten. Um die Fachleute für den Wiederaufbau nach dem Krieg heranzubilden, haben wir Praktikanten, Studenten und Aspiranten in die Sowjetunion und andere Bruderländer delegiert.

Das ZK der Partei der Arbeit Koreas und die Regierung der Republik legten im Jahre 1952 fest, als der Krieg noch andauerte, einen Generalplan für den Wiederaufbau und die Entwicklung der Volkswirtschaft nach dem Krieg auszuarbeiten, und sorgten dafür, daß mit der Projektierung für die Wiederherstellung und Rekonstruktion der durch den Krieg zerstörten Städte, Betriebe und Institutionen begonnen wurde.

Die 6. Plenartagung des ZK der Partei der Arbeit Koreas, die nach dem Waffenstillstand stattfand, wies konkrete Wege für den Wiederaufbau und die Entwicklung der Volkswirtschaft nach dem Krieg, und auf der 7. Tagung der Obersten Volksversammlung der DVRK im April 1954 wurde das Gesetz über den Dreijahrplan für den Wieder­aufbau und die Entwicklung der Volkswirtschaft angenommen.

Die im Dreijahrplan gestellte Hauptaufgabe besteht darin, in der Industrie, Landwirtschaft und allen anderen Volkswirtschaftszweigen, die durch den Krieg zerstört wurden, das Vorkriegsniveau zu erreichen, die Wissenschaft, Kultur und die Kunst rasch zu entwickeln und die Lebenslage des Volkes schnell zu verbessern.

Führen wir einige Beispiele für die Hauptkennziffern des Dreijahrplans zum Wiederaufbau und zur Entwicklung der Volkswirtschaft an.

Im Jahre 1956 wird die industrielle Bruttoproduktion im Vergleich zu 1953 um 160 Prozent steigen, davon die Produktion von Produktionsmitteln gegenüber 1949, dem Jahr vor dem Krieg, um 30 Prozent und die von Konsumgütern um 100 Prozent.

Die Elektroindustrie wird bis Ende 1956 das Wasserkraftwerk Suphung, das größte Kraftwerk unseres Landes, vollständig wieder­aufbauen und somit dessen Kapazität auf 600 000 kW, also auf den Vorkriegsproduktionsstand bringen und hat auch den umfassenden Wiederaufbau anderer Kraftwerke vorgesehen.

Laut Dreijahrplan sollen 1956 rund 4 Mio. t Kohle gefördert werden, das ist gegenüber 1953 das 5,6fache, und gegenüber 1949, dem Vorkriegsjahr, sind es 0,3 Prozent mehr. Ferner sind Vorbereitungen vorgesehen, um künftig die Kohlegewinnung rasch steigern zu können.

Großer Wert wird auf den Abbau von NE-Metall- und Eisenerz gelegt. Die Produktion von Roheisen, Stahl, Stahlerzeugnisse und Koks wird bedeutend zunehmen.

Im Jahr 1956 soll die Produktion von Maschinenerzeugnissen und Erzeugnissen der Metallverarbeitung gegenüber 1949 um 150 Prozent steigen, wobei der Bau von neuen Maschinen für die Bergbauindustrie, Landwirtschaft und das Transportwesen eingeplant ist.

Eine der wichtigsten und schwierigsten im Dreijahrplan genannten Aufgaben besteht darin, das Bauen zu forcieren und eine hohe Produktion von Baustoffen zu sichern. Für den Wiederaufbau der zerstörten Volkswirtschaft muß neben den Baumaschinen auch viel Baustoff vorhanden sein.

Deshalb ist vorgesehen, im Jahre 1956 gegenüber 1949 die Produktion von Zement um 20 Prozent, die von Ziegeln auf das 16,3fache, die von Schiefern auf das 6fache und die Gewinnung von Sägeholz um 90 Prozent zu steigern.

Im Dreijahrplan ist auch die wichtige Aufgabe festgelegt, das materielle und kulturelle Lebensniveau des Volkes rasch zu heben. Im Jahre 1956 wird die Produktion von Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs gegenüber 1949 auf mehr als das 2fache steigen, davon die von Baumwollgeweben auf das 5fache, die von Gummischuhen auf das 3fache. Die Produktion von Seidengeweben, Strickwaren, Fleisch, Fisch und Speiseöl wird sich ebenfalls beträchtlich erhöhen.

Mit der Steigerung der Produktion und der Arbeitsproduktivität wird sich das Nationaleinkommen im Jahre 1956 gegenüber 1949 um mehr als 30 %, gegenüber 1953 um mehr als 75 % und der Reallohn der Arbeiter und Angestellten bedeutend erhöhen.

Für die ständige Hebung des Lebensstandards des Volkes sind die Warenpreise systematisch zu senken und Bedingungen dafür zu schaffen, das Warenbezugsscheinsystem in den Jahren 1954 bis 1956 abzuschaffen und zum freien Handel übergehen zu können. In den drei Jahren werden rund 3000 Verkaufsstellen wiederaufgebaut bzw. neugebaut. Der Umsatz wichtiger Waren für die Bevölkerung wird 1956 im Vergleich zu 1953 bei Reis um 50 Prozent, bei Fisch auf das 15fache und bei Baumwollgeweben auf mehr als das 2fache steigen.

Die Gesamtbaufläche für neue Wohnungen, die für die Einwohner im Zeitraum des Dreijahrplans entstehen sollen, wird 4,7 Mio. Quadratmeter erreichen.

Durch die Ausrüstung der Betriebe mit neuesten Maschinen und die Erhöhung der fachlichen Qualifikation der Arbeiter und Techniker wird sich die Arbeitsproduktivität im Jahre 1956 gegenüber 1953 in der Industrie um 76 Prozent und im Bauwesen um 74 Prozent erhöhen.

Bei der Ausarbeitung des Dreijahrplans haben unsere Partei und die Regierung der Republik der Entwicklung der Land- und der Viehwirtschaft große Aufmerksamkeit geschenkt. In der Brutto­produktion von Getreide ist im Jahr 1956 der Stand des Rekorderntejahres der Vorkriegszeit zu erreichen. Für die Erfüllung dieser Aufgabe gilt es, den Ertrag aller landwirtschaftlichen Kulturen je Hektar zu steigern, die Bewässerungsanlagen auszubauen und die Ackerbaumethoden zu verbessern.

Im Dreijahrplan ist vorgesehen, neben den staatlichen Feldbau- und Viehzuchtbetrieben die LWG allseitig auszubauen und zu entwickeln sowie die Anleitung und Hilfe für die Genossenschaften durch Partei und Staat zu verstärken. Die Organisierung der LWG ist eine Angelegenheit der Bauern selbst. Deshalb werden Partei und Regierung darauf achten, daß bei der Organisierung dieser Genossenschaften und der Aufnahme der Bauern in diese Betriebe das Prinzip der Freiwilligkeit streng eingehalten wird, und die Bauern von den Vorzügen der genossen­schaftlichen Wirtschaft anhand der realen Beispiele völlig überzeugen.

Die Mechanisierung in der Landwirtschaft wird weiter intensiviert. Im Jahr 1956 wird sich die Anzahl der Landmaschinenausleihstationen, der Traktoren und verschiedener anderer Landmaschinen gegenüber 1953 bedeutend erhöhen.

In der Viehwirtschaft werden 1956 gegenüber 1953 der Rinder­bestand um 38 Prozent und der Schweinebestand um 72 Prozent zunehmen.

Für die erfolgreiche Erfüllung des Dreijahrplans ist die rasche Ent­wicklung des Transportwesens eine wichtige Voraussetzung. Im Jahre 1956 wird gegenüber 1949 der Eisenbahntransport bei Frachtgütern um 10 Prozent und bei der Personenbeförderung um 7 Prozent steigen. Im Dreijahrplan ist vorgesehen, nahezu 500 km Eisenbahnhauptstrecken und Bahnhofsgleise, 519 große und kleine Eisenbahnbrücken wiederherzu­stellen und annähernd 150 km elektrifizierte Eisenbahnlinien wieder in Gang zu setzen bzw. neu anzulegen.

In den Jahren 1954 bis 1956 wird sich die Anzahl der Arbeiter und Angestellten in den verschiedenen Zweigen der Volkswirtschaft gegenüber 1953 nahezu um 50 Prozent erhöhen.

Im Bildungswesen wird Ende 1956 die allgemeine Grundschul­pflicht für alle schulpflichtigen Kinder eingeführt, und im Dreijahr­planzeitraum wird sich die Zahl der Studenten und Schüler an den Lehranstalten der verschiedenen Stufen um Hunderttausende erhöhen. Im Dreijahrplan ist vorgesehen, Schauspielhäuser, Filmtheater und Klubs mit insgesamt 134 000 Sitzplätzen wiederaufzubauen bzw. neu zu errichten.

Geplant ist außerdem, alle Bezirkshauptstädte, die Stadt Pyongyang und andere Städte wiederaufzubauen.

Die im Dreijahrplan festgelegten Aufgaben sind schwierig und umfassend. Doch wir haben alle Voraussetzungen, um diese Aufgaben auf alle Fälle und erfolgreich zu erfüllen.

Erstens ist unser Volk von pulsierender patriotischer Begeisterung und dem festen Entschluß durchdrungen, die zerstörte Volkswirtschaft so schnell wie möglich wiederherzustellen und so sein Vaterland in ein schöneres und stärkeres Land zu verwandeln; unser Volk hat wertvolle Erfahrungen, die es in den fünf Vorkriegsjahren beim demokratischen Aufbau sammelte, und den unbeugsamen Kampfwillen, den es im dreijährigen Vaterländischen Befreiungskrieg entwickelte. Ferner verfügen wir über erfahrene, bewährte Partei- und andere Polit­funktionäre und leitende Wirtschaftskader sowie befähigte Diplom­ingenieure, Ingenieure und Facharbeiter.

Zweitens hat unser Land große Naturreichtümer, die für den erfolgreichen Wiederaufbau der Volkswirtschaft nach dem Krieg erforderlich sind. Unser Land ist reich an Eisenerz, Kohle, NE-Metallerz, Holz und Energieressourcen. Es geht darum, wie diese reichen Naturschätze für den Wiederaufbau der Volkswirtschaft nach dem Krieg zu mobilisieren und zu nutzen sind.

Drittens erweisen uns die Völker der Sowjetunion, der Volksrepublik China und anderer Bruderländer uneigennützige Hilfe.

Als das Waffenstillstandsabkommen abgeschlossen wurde, erklärten die Bruderländer ihre Bereitschaft, unser Volk aufrichtig zu unterstützen.

Die Regierung der Sowjetunion hat erklärt, uns für den Wiederaufbau nach dem Krieg eine unentgeltliche Hilfe in Höhe von einer Milliarde Rubel zu erweisen. Das chinesische Volk sandte uns während des Vaterländischen Befreiungskrieges Freiwillige und half unserem Volk mit Blutopfern und erklärte sich nach dem Krieg bereit, unserem Lande für den Wiederaufbau seiner zerstörten Volkswirtschaft unentgeltliche Hilfe in Höhe von 8000 Mrd. Won zu leisten. Auch andere volksdemokratische Staaten haben beschlossen, uns für den gleichen Zweck große Hilfe zu erweisen.

Die Politik der Partei der Arbeit Koreas und der Regierung der Republik für den Wiederaufbau und die Entwicklung der Volks­wirtschaft nach dem Krieg spiegelt den unbeugsamen Willen und die Forderungen unseres ganzen Volkes wider, das danach strebt, in kurzer Zeit die Industrie, Landwirtschaft und alle anderen Zweige der Volkswirtschaft unseres Landes wiederherzustellen und das materielle und kulturelle Lebensniveau zu verbessern. Deshalb wird diese Politik von der Demokratischen Front für die Vereinigung des Vaterlandes und den Parteien, dem Gewerkschaftsverband, dem Demokratischen Jugendverband und dem Frauenbund, die in dieser Front vereint sind, aktiv unterstützt und gebilligt. Die Demokratische Front für die Vereinigung des Vaterlandes und alle in ihr vereinten Parteien und gesellschaftlichen Organisationen mobilisieren unter der von unserer Partei erhobenen Losung: „Alles für den Wiederaufbau und die Entwicklung der Volkswirtschaft nach dem Krieg im Interesse der Stärkung der demokratischen Basis!“ aktiv ihre Mitglieder für den Wiederaufbau nach dem Krieg. Diese Mitglieder unterstützen gegenwärtig die Linie und Politik unserer Partei und der Regierung der Republik und beteiligen sich aktiv an der Wiederherstellung der Volkswirtschaft nach dem Krieg, wodurch sie einen großen Beitrag dazu leisten.

Die gesamte Politik, die in der Nachkriegszeit von unserer Partei und der Regierung der Republik dargelegt wurde, wird wie in der Vorkriegszeit und während des Krieges von der Arbeiterklasse, Bauernschaft, den Angehörigen der werktätigen Intelligenz und allen Bevölkerungsschichten unseres Landes uneingeschränkt unterstützt und gebilligt und beruht auf ihrem hohen schöpferischen Enthusiasmus und ihrer unerschöpflichen Kraft.

In den Betrieben und auf den Bauplätzen entfaltet sich in der Nachkriegszeit eine breite Wettbewerbsbewegung für die Produktions­steigerung und Einsparung. Aus dieser Bewegung gingen Hunderte als Helden der Arbeit, Rationalisatoren und Neuerer in der Produktion hervor. Sie ermöglichte es sogar, in einem Jahr in der Industrie die Arbeitsproduktivität um 33 Prozent zu erhöhen.

Dank des aufopferungsvollen Kampfes unseres Volkes und der uneigennützigen Hilfe der Völker der Bruderländer wurden nach dem Zustandekommen des Waffenstillstandes beim Wiederaufbau der Industrie, der Landwirtschaft, des Transport- und Nachrichtenwesens und der medizinischen Einrichtungen wie auch bei der Entwicklung der Wissenschaft, der Kultur und Kunst große Erfolge erreicht.

Die Bruttoproduktion der staatlichen und genossenschaftlichen Betriebe erhöhte sich in der ersten Hälfte des Jahres 1954 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 1953 nahezu um 50 Prozent, und im vorigen Jahr stieg die Produktion in der Schwerindustrie um 70 Prozent, die Stromerzeugung um 150 Prozent, die Produktion von verschiedenem landwirtschaftlichem Inventar um 100-300 Prozent und die von Waren des Grundbedarfs um 50-100 Prozent.

Mit dem zügigen Wiederaufbau nach dem Waffenstillstands­abkommen begann die Baustoffproduktion im nördlichen Teil der Republik rapide zu wachsen. In dem einen Jahr nach dem Waffenstillstandsabkommen erhöhte sich die Produktion von Ziegeln auf das 26fache, die von Dachziegeln auf das 51fache und die von Sägeholz auf das annähernd 2,5fache.

Die Gesamtsumme des Investbaus für die erste Hälfte des Jahres 1954 wurde gegenüber der des Jahres 1953 nahezu auf das 3,5fache gesteigert.

Das Maschinenbauwerk Huichon, die Fabrik für Autoersatzteile Huichon, die Hüttenwerke Munphyong und Nampho, die Glasfabrik Nampho, die Textilfabriken Pyongyang und Kusong und andere, also über 100 große und kleine Werke wurden vollständig bzw. teilweise wiederhergestellt und in Betrieb genommen. Die in Gang gesetzten Betriebe produzieren gegenwärtig Ausrüstungen und Material wie Stahl, Blei, Schiffsmotoren, Baubeschläge, Kohlewagen, Kabel, Holzschiffe, Schwefelsäure, Zement, Glas, Schiefer und Dutzende Millionen Meter Baumwoll- und Seidengewebe, Porzellan, emaillierte Eisenwaren und verschiedene andere Waren des täglichen Bedarfs.

Mit jedem Tag verändert sich das Antlitz der Städte des nördlichen Teils der Republik nach dem Krieg. Jetzt verheilen die Wunden des Krieges in vielen Städten, und nach einem neuen Städtebauplan, der die Forderungen des Volkes widerspiegelt, geht der Aufbau zügig voran. In den Städten und Arbeiterwohnvierteln sind bereits Wohnhäuser mit einer Fläche von insgesamt 620 000 m2 entstanden, wurden 300 000 m2 Schulgebäude, Schauspiel- und Filmtheater und Klubs mit insgesamt 100 000 Sitzplätzen wiederaufgebaut, viele wissenschaftliche, kulturelle und medizinische Einrichtungen, Kindergärten und -krippen wieder­aufgebaut oder neu errichtet. In dem einen Jahr nach dem Waffen­stillstandsabkommen wurden allein in Pyongyang Wohnungen für Arbeiter und Angestellte mit einer Gesamtfläche von rund 200 000 m2 und Gebäude für Schulen verschiedener Stufen mit einer Fläche von nahezu 90 000 m2 wiederhergestellt oder neu errichtet und ein modernes Schauspielhaus Moranbong gebaut. Viele Straßen, Plätze und Sportplätze sind in Pyongyang im modernen Stil wiederaufgebaut oder neu entstanden.

Seit dem Waffenstillstandsabkommen wurden annähernd 80 Eisen­bahnbrücken und Hunderte Kilometer Haupt- und Bahnhofsgleise wieder in Betrieb genommen und 120 km Eisenbahnstrecken neu angelegt. Trotz des großen Mangels an Lokomotiven und Waggons, verglichen mit der Vorkriegszeit, erreicht die derzeitige Transportmenge nahezu den damaligen Stand. Im vergangenen Jahr wurden in den Betrieben verschiedener Bereiche der Volkswirtschaft viele Berufsschulen, Arbeiter­schulen, verschiedene Lehrgänge und Treffen zum Austausch der besten Erfahrungen organisiert und geleitet, um Facharbeiter und Verwaltungs­personal für die Betriebe heranzubilden. Somit konnten sich rund 15 000 Arbeiter in der ersten Hälfte dieses Jahres in diesen Einrichtungen mit der Technik vertraut machen und ihre praktische Tätigkeit an Ort und Stelle aufnehmen.

Auch in der Landwirtschaft sind seit dem Waffenstillstand viele Erfolge zu verzeichnen. Die Anbaufläche wurde im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr um mehr als 18 000 Hektar erweitert, davon die für Reis um 3 Prozent und die für Industriepflanzen um 6-41 Prozent.

Die Regierung der Republik gewährte allein in der ersten Hälfte dieses Jahres den Bauern langfristige Kredite in Höhe von 1,3 Mrd. Won, damit sie sich Zugvieh, landwirtschaftliches Inventar, Saatgut, Nahrungsmittel und ähnliches beschaffen konnten, und versorgte sie mit Elitesaatgut. Die Menge der chemischen Dünger, die die Bauern in diesem Jahr dank der Fürsorge der Partei und der Regierung erhielten, wurde gegenüber dem vorigen Jahr um rund das 2,2fache erhöht.

Die Regierung der Republik hat in verschiedenen Gebieten rund 20 Landmaschinenausleihstationen und mehr als 100 Zugviehausleihstationen mit dem Ziel organisiert, die Bauern in der Arbeit zu entlasten und sie zu unterstützen. Während der diesjährigen Frühjahrsbestellung haben diese Stationen Zehntausende Hektar Reis- und andere Felder gepflügt. In dem einen Jahr seit dem Waffenstillstand wurden ebenfalls viele Bewässerungs­anlagen wiederhergestellt und in Ordnung gebracht.

Alle Feldarbeiten gingen in diesem Jahr saisongerecht und entsprechend den wissenschaftlich-technischen Erfordernissen auf einem qualitativ hohen Niveau vonstatten, was einen hohen Ertrag aller landwirtschaftlichen Kulturen gewährleistet.

Seit dem Waffenstillstand hat sich der Tierbestand bedeutend vermehrt, und zwar bei Pferden auf das 3fache, bei Schweinen um 58 Prozent, bei Kühen um 2 Prozent, bei Schafen und Ziegen um 6 Prozent. Die Bauernhöfe, die sich durch staatliche Hilfe in der ersten Hälfte dieses Jahres Zugvieh anschafften, machen 21 Prozent aller Bauern aus, die kein Zugvieh besitzen.

Im vergangenen Jahr wuchsen und erstarkten die LWG weiter. In dem hinter uns liegenden Jahr wurden rund 600 LWG gebildet, wodurch deren Gesamtzahl gegenwärtig mehr als 1000 und die Zahl der ihnen angeschlossenen Bauernfamilien nahezu 20 000 beträgt. Hierbei muß ich hervorheben, daß die absolute Mehrheit dieser Genossenschaften ihre Böden, ihr landwirtschaftliches Inventar und Zugvieh zum Gemeingut gemacht haben und das Verteilungsprinzip der geleisteten Arbeit entspricht.

Im vergangenen Jahr wurden auch die staatlichen Ackerbau- und Viehzuchtbetriebe spürbar ausgebaut und gefestigt; die Anbaufläche wurde um 11 Prozent erweitert, der Rinderbestand um 53 Prozent, der Pferdebestand um 18 Prozent und der Schweinebestand um rund 26 Prozent.

Dank der Fürsorge der Partei und Regierung der Republik hat sich das materielle und kulturelle Lebensniveau des Volkes bedeutend erhöht. Seit dem Waffenstillstand hat die Regierung der Republik zweimal die Warenpreise gesenkt und die Löhne der Arbeiter und Angestellten um 25 bis 55 Prozent erhöht. Die Warenpreise sanken gegenüber der ersten Hälfte des Vorjahres durchschnittlich im staat­lichen Handel um 44,2 Prozent und im genossenschaftlichen Handel um 38,8 Prozent.

Mit der Herabsetzung der Warenpreise, der Erhöhung der Ratio­nierungsnormen und der staatlichen Ausgaben für das soziale und kulturelle Wohl nahm der Reallohn der Arbeiter und Angestellten um rund das 2fache zu.

Durch den raschen Wiederaufbau der Betriebe der Leichtindustrie ist die Produktion von Grundnahrungsmitteln und Industrieerzeug­nissen für die Bevölkerung erheblich gewachsen. In der ersten Hälfte des Jahres 1954 wurde die Menge der an die Bevölkerung verkauften Industrieerzeugnisse einschließlich der rationierten Güter gegenüber der des Jahres 1953 um 61 Prozent vergrößert. Ferner haben wir in der ersten Hälfte 1954 11 Kaufhäuser, rund 1300 Verkaufsstellen, Läden, Restaurants und Imbißstuben neu errichtet, um den Bevölkerungsbedarf im vollen Maße zu decken.

Die Partei und Regierung richten ihr besonderes Augenmerk darauf, die materiellen und kulturellen Lebensbedingungen der verarmten Bauern, die 30 bis 40 Prozent aller Bauern im nördlichen Teil der Republik ausmachen, grundlegend zu verbessern. Partei und Regierung haben eine Reihe Maßnahmen ergriffen, um diese Bauern unter anderem von der Ablieferung der Naturalsteuer, die sie während des Krieges nicht begleichen konnten, und von der Rückgabe des vom Staat geliehenen Saatgutes und Getreides zu befreien, ihnen Saatgut, Düngemittel und finanzielle Mittel für den Ackerbau und langfristige Kredite zu gewähren sowie das System des Pflichtverkaufs von Fleisch abzuschaffen, und dadurch nicht wenig zur Verbesserung der Lebens­lage dieser Bauern beigetragen. Doch die Lebensfrage dieser Bauern ist immer noch nicht grundlegend gelöst worden.

Die Regierung der Republik läßt den verarmten Bauern für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen staatliche Hilfe zuteil werden, damit man in den Gebirgsgegenden Ackerbau und Viehwirtschaft und in den Küstengebieten Ackerbau und Fischerei betreiben kann, und trifft erforderliche Maßnahmen für ihre Einbeziehung in die genossen­schaftliche Wirtschaft. Die Erfahrungen zeigen, daß nur der genossen­schaftliche Zusammenschluß die Lebenslage dieser Bauern von Grund auf verbessern kann.

Staatliche und betriebseigene Erholungs- und Urlauberheime für die Werktätigen werden zügig wiederaufgebaut, und die gastronomische Versorgung wird ebenfalls verbessert.

Wir haben, wie gesagt, in dem einen Jahr seit dem Waffenstillstand große Erfolge erzielt. Doch diesen und jenen Parteiorganisationen, Macht- und Wirtschaftsorganen unterliefen in ihrer Arbeit auch so manche Fehler. Die Partei der Arbeit Koreas hat es nicht im geringsten zugelassen, daß man über die Fehler hinweggeht und sie verbirgt. Wir haben die in unserer Arbeit begangenen Fehler rechtzeitig aufgedeckt, sie korrigiert, alle sich auftürmenden Schwierigkeiten rasch über­wunden und den Volksmassen klar zum Bewußtsein gebracht, daß nur die Partei der Arbeit Koreas eine Partei ist, die für die Interessen und das Glück des Volkes kämpft, und das Ansehen unserer Partei weiter erhöht.

In Südkorea, das von den US-Imperialisten und der verräterischen Syngman-Rhee-Clique unterdrückt wird, sind völlig andere Er­scheinungen als im nördlichen Teil der Republik festzustellen.

Die landesverräterische Clique um Syngman Rhee, die das Schick­sal Südkoreas der abenteuerlichen Aggressionspolitik der herrschenden Kreise der USA ausgeliefert hat, verwandelte den südlichen Teil unseres Vaterlandes in ein Sprungbrett für die Realisierung des Planes der US-Imperialisten zur Eroberung des Fernen Ostens und brachte der südkoreanischen Bevölkerung unermeßliches Unglück und Leid.

Schon Anfang des Krieges, den die herrschenden Kreise der USA und die Marionettenclique um Syngman Rhee gegen die Demokratische Volksrepublik Korea entfesselt haben, hat das südkoreanische Volk die finsterste Zeit erlebt. Der Krieg hat die Wirtschaft Südkoreas völlig zerstört und seinem Volk Armut und Hunger gebracht. Der Produktionsstand in der südkoreanischen Industrie beträgt gegenwärtig kaum 20 Prozent des Standes von 1945. Sie deckt heute nur 10 Prozent ihres eigenen Bedarfs.

Obwohl nach dem Abschluß des Waffenstillstandsabkommens bereits mehr als ein Jahr vergangen ist, wurde in Südkorea bisher kein einziger Industriebetrieb wiederhergestellt, die zerstörten Städte und Dörfer bleiben unverändert.

Um die Weltöffentlichkeit und das südkoreanische Volk zu betrügen, schwätzen die US-Imperialistischen Okkupanten von einem „Plan für den Wiederaufbau in der Republik Korea“ und von „Hilfe“ und tun so, als ob sie großes Kapital in Südkorea anlegten. Doch in Wirklichkeit zielt die „Hilfe“ der USA nicht darauf, die südkoreanische Wirtschaft wiederaufzubauen oder die Lebenslage der unter Armut und Hunger schmachtenden südkoreanischen Bevölkerung zu verbessern.

Im USA-Kongreß wurde nach dem Waffenstillstandsabkommen beschlossen, für die auswärtige Tätigkeit 200 Mio. Dollar als „Hilfsgeld für die Republik Korea“ auszugeben. Der Leiter der „Abgesandten­delegation für die Hilfe in der Republik Korea“ aus den USA wies darauf hin, daß bis zum Januar dieses Jahres von diesen Mitteln in Wirklichkeit nur Dutzende Millionen Dollar verausgabt wurden. Doch der Zeitung „Seoul Sinmun“ vom 9. Februar dieses Jahres zufolge sind bis zum Dezember des vergangenen Jahres in Südkorea „Hilfsgüter“ aus den USA angekommen, deren Kosten lediglich knapp 5,8 Mio. Dollar betragen. Die Güter, die die US-Imperialisten als „Hilfe“ tatsächlich Südkorea lieferten, sind unbedeutend. Trotzdem setzen sie selbst ihren größten Teil für die Entfesselung eines neuen Krieges ein und verwenden den übrigen Teil dafür, der südkoreanischen Bevölkerung Ladenhüter der USA aufzuzwingen.

Bis heute gibt es in Südkorea keinen einzigen Betrieb und kein einziges Wohnhaus, die durch die „Hilfe“ der USA für das Volk wiederhergestellt oder neu gebaut worden sind. Eine Chemie-Baufirma der USA wollte den Bauplatz für ein Düngemittelwerk untersuchen, das die Marionettenregierung voriges Jahr plante, hat aber dafür bis heute keinerlei Maßnahmen getroffen. Ein Beamter der USA sagte, daß es besser wäre, auf den Bau dieses Werkes zu verzichten, und begründete das damit, daß die Kosten für die Düngemittelproduktion höher liegen werden als die Preise auf dem Weltmarkt.

Die Marionettenregierung um Syngman Rhee ersuchte im September des vergangenen Jahres die USA, ihr Lokomotiven, Waggons und Material im Werte von 12 Mio. Dollar zur Verfügung zu stellen, um die zerstörten und rückständigen Verkehrsmittel und Einrichtungen Südkoreas wiederherzustellen bzw. zu rekonstruieren. Bis jetzt hat sie jedoch von den USA keinerlei Antwort erhalten, und auch der Plan für die Erschließung der Ressourcen wird nicht erfüllt. Selbst die Marionettenclique um Syngman Rhee hat nun einsehen müssen, daß der „Plan für den Wiederaufbau in der Republik Korea“ lediglich leeres Gerede ist und keinen einzigen Schritt vorankommt. Am 8. Juni dieses Jahres sprach der Verräter Syngman Rhee auf einer Pressekonferenz davon, daß es kaum ein Zeichen für den Wiederaufbau gibt, obwohl Millionen Dollar für die Rekonstruktion bzw. Wieder­herstellung der durch den Krieg zerstörten Betriebe aufgewandt wurden, und am 24. Juli dieses Jahres gestand der sogenannte südkoreanische Botschafter in den USA in einem Interview mit einem UPI-Journalisten, daß der Aufbau der Industrie in Nordkorea zügig vorangeht, in Südkorea hingegen damit noch nicht begonnen worden ist.

Die Landwirtschaft in Südkorea, das bis zur Befreiung des Landes als Kornkammer Koreas bezeichnet wurde, befindet sich heute in einer miserablen Lage. Die Anbaufläche und der Ernteertrag gehen immer weiter zurück, und die zerstörten Einrichtungen der Landwirtschaft werden nicht wiederhergestellt. Als Ergebnis der „Bodenreform“ der südkoreanischen Marionettenregierung wurde die Landwirtschaft Südkoreas stärker denn je ruiniert. Während im Jahre 1946 die Anbaufläche je Bauernfamilie durchschnittlich 1,25 Hektar betrug, hat sie sich Ende 1953 auf 0,9 Hektar reduziert.

Die südkoreanische Marionettenregierung treibt 85 Prozent ihrer Steuern von den Bauern ein und erlegt ihnen 280 verschiedene Steuern auf. Unter diesen Bedingungen verlassen die Bauern, die nicht in der Lage sind, ihr Dasein zu fristen, ihre Dörfer und irren von Ort zu Ort in Südkorea umher. Den von den Feinden veröffentlichten Angaben zufolge erreicht die Zahl der umherwandernden Bauern Ende April dieses Jahres mehr als 371 000. In den letzten Jahren mangelte es Südkorea jährlich an mehr als 3 Mio. Sok Getreide und dieses Jahr, wie man sagt, an 4,34 Mio. Sok. Der Zeitung „Joson Ilbo“ vom 18. Juni nach gibt es gegenwärtig in Südkorea nahezu 2,15 Mio. Bauern­familien, die keine Lebensmittel besitzen.

Durch die Machenschaften der verräterischen Syngman-Rhee- Clique, einen neuen Krieg zu provozieren, werden alle Kräfte und materiellen Ressourcen Südkoreas lahmgelegt sowie eine starke Inflation und unaufhaltsame Preissteigerungen verursacht. Dem Stand vom 1. Juli dieses Jahres nach betrug die Gesamtsumme des gedruckten Geldes 31,9 Mrd. Hwan, das ist nahezu das 47fache gegenüber dem 25. Juni 1950. Die allgemeinen Warenpreise vom März dieses Jahres stiegen im Vergleich zu 1949 auf das 46fache und im Vergleich zur Zeit des Waffenstillstandes um 100 Prozent.

Unter diesen Bedingungen nimmt die Unzufriedenheit der südkorea­nischen Bevölkerung mit den US-Imperialistischen Okkupanten und der landesverräterischen Clique um Syngman Rhee mit jedem Tag zu. Trotz der grausamen Unterdrückung durch die Syngman-Rhee- Marionetten, die sich auf die Bajonette der US-Imperialisten stützen, kämpft das südkoreanische Volk aktiv gegen die Okkupanten und die Marionettenregierung Syngman Rhees.

Aufgehetzt von den US-Imperialistischen Eroberern, tritt die landesverräterische Clique um Syngman Rhee, die die Interessen des koreanischen Volkes verriet und es äußerst fürchtet, in jeder Weise gegen die friedliche Vereinigung Koreas, den sehnlichsten Wunsch des ganzen koreanischen Volkes, auf. Auf Befehl der US-Imperialisten werden heute in Südkorea fieberhafte Kriegsvorbereitungen getroffen und neue Divisionen formiert.

Die US-imperialistischen Aggressoren verletzten das Waffen­stillstandsabkommen, führen in Südkorea Waffen und anderes Kriegsmaterial ein, rüsten damit die Marionettenarmee Syngman Rhees aus und wiegeln sie zur „Vereinigung durch den Feldzug nach dem Norden“ auf. Doch die Lehren aus dem dreijährigen Krieg in Korea besagen, daß die auf dem „Standpunkt der Stärke“ beruhende Politik der US-imperialistischen Aggressoren und deren Lakaien, der landes­verräterischen Clique um Syngman Rhee, die gegen das koreanische Volk auftreten, zum Scheitern verurteilt ist.

Das ganze koreanische Volk fordert heute, daß das Vaterland, ohne Einmischung irgendeines fremden Landes in die inneren Angelegenheiten unseres Landes, von den Koreanern aus eigener Kraft und auf demokratischer Grundlage friedlich vereinigt wird.

Das koreanische Volk wird auch künftig alle Provokations­machenschaften jedweder Feinde, die gegen die friedliche Regelung der Koreafrage auftreten, auf Schritt und Tritt vereiteln und unbeirrt dafür kämpfen, daß unsere nationale Aufgabe, die friedliche Vereinigung des Vaterlandes, erfüllt wird.

Das koreanische Volk, das sich von der kolonialen Unterdrückung des japanischen Imperialismus, die nahezu ein halbes Jahrhundert andauerte, befreit hat, errichtete nach der Befreiung einen volksdemokratischen Staat, seine wahre Macht, verteidigte die Freiheit und Unabhängigkeit des Vaterlandes vor der Aggression der Weltreaktion und beschreitet heute festen Schrittes den Weg zum Wiederaufbau der zerstörten Volkswirtschaft, zum Gedeihen und zur Entwicklung des Vaterlandes.

Die Zukunft unseres Volkes, das mit der hoch erhobenen Flagge der Republik unter der klugen Führung unserer Partei für die Freiheit, Vereinigung, Unabhängigkeit des Vaterlandes und den Aufbau eines neuen Lebens kämpft, wird stets nur mit Sieg und Ruhm gekrönt sein.