17. Dezember 1945 // Reden
Kim Il Sung // Über die Arbeit der Organisationen aller Ebenen der KP Nordkoreas

Über die Arbeit der Organisationen aller Ebenen der KP Nordkoreas

17. Dezember 1945

Bericht auf der 3. erweiterten Sitzung des Exekutivkomitees des Zentralen Organisationskomitees der KP Nordkoreas


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Das koreanische Volk hat mit Hilfe der heroischen Roten Armee der Sowjetunion die japanischen Imperialisten vom Territorium unseres Heimat­landes vertrieben und die Freiheit und Unabhängigkeit errungen. Vor dem befreiten koreanischen Volk öffnete sich der Weg in eine lichte Zukunft.

Wir werden die brüderliche Hilfe, die uns das große Sowjetvolk, die Rote Armee und Genosse Stalin erwiesen, niemals vergessen.

Seit dem Augenblick, da die Rote Armee koreanischen Boden betrat, wurde in Nordkorea damit begonnen, die Kommunistische Partei zu or­ganisieren. In den drei Monaten nach der Befreiung des Landes hat die KP auf dem Gebiet der organisatorischen Arbeit nicht wenig getan. In dieser Zeit vergrößerte sich die KP schnell und zählt heute 4530 Mit­glieder in ihren Reihen.

Es wurden Bezirks-, Stadt- und Kreisparteikomitees geschaffen so­wie an vielen Orten Parteizellen organisiert. Zur Zeit hat die KP fünf Presseorgane. Die Parteimitglieder verstehen dadurch die heutige politi­sche Lage Nordkoreas im Wesentlichen richtig. Viele Parteikomitees haben bereits Fehler einer linken Abweichung, die in der Anfangsperio­de aufgetreten sind, berichtigt.

Jedoch weisen die Organisationen aller Ebenen der KP Nordkoreas immer noch ernste Mängel auf, obwohl sie beachtliche Erfolge bei der Arbeit erreicht haben. Diese Mängel treten vor allem in der organisato­rischen Arbeit der Partei klar zutage. Die Partei hat sich zur Zeit in organisatorischer Beziehung noch nicht vollständig formiert.

Die statistische Erfassung der Parteimitglieder ist noch nicht exakt in Ordnung gebracht, und die Parteimitglieder haben kein einheitliches Parteidokument erhalten.

Die Parteikomitees sind noch nicht mit den besten Funktionären auf­gefüllt, in vielen Fabriken und Institutionen sowie in den Dörfern sind noch keine Parteiorganisationen organisiert worden.

Als Folge davon, daß in den örtlichen Parteiorganisationen keine Proze­dur für die Aufnahme in die Partei festgelegt wurde, haben sich projapani­sche und andere feindliche Elemente in die Reihen der Partei eingeschlichen. Diese feindlichen Elemente manövrieren, die Autorität unserer Partei unter den Massen zu diskreditieren und die Einheit der Partei zu untergraben. Da­bei gibt es solche Elemente nicht nur unter den einfachen Parteimitgliedern, sondern auch in den leitenden Organen unserer Partei.

Beispielsweise diente der derzeitige Sekretär des Parteikomitees des Kreises Yangdok, ein gewisser Kim, unter dem japanischen Imperialis­mus als Oberpolizist in der Polizeiverwaltung des gleichen Kreises, und heute „leitet“ er die Parteiorganisationen. Der Vorsitzende des Volks­komitees des Kreises Yangdok, ein gewisser Kwon, war vor der Befrei­ung des Landes in demselben Kreis Vorsitzender der projapanischen „Iljin-Gesellschaft“ und ist heute „Kommunist“ geworden. Darüber hin­aus gibt es noch viele andere derartige Beispiele.

All diese Tatsachen bezeugen, daß die Reihen unserer KP Anschlä­gen seitens projapanischer Elemente ausgesetzt sind.

1. Über die Verbesserung der Zusammensetzung der Partei

Die gegenwärtige Zusammensetzung unserer KP drückt sich folgen­dermaßen aus:

Arbeiter30%
Bauern34%
Intellektuelle, Händler u. a.36%

Aus diesen Zahlen ersehen wir, daß sich die Partei nicht gesund ent­wickelt. Die Reihen der Partei bestehen in der Hauptsache aus Bauern und Intellektuellen. Somit ist die Partei keine wirkliche Partei der Arbei­terklasse geworden. Eine Partei mit solch einer Zusammensetzung ver­mag den Willen und die Forderungen der Arbeiterklasse nicht vollständig zu verwirklichen.

Genosse Stalin hat gesagt: „Die Partei muß vor allem die fortgeschrit­tene Abteilung der Arbeiterklasse sein. Die Partei muß all die besten Ele­mente der Arbeiterklasse, ihre Erfahrungen, ihren revolutionären Geist und ihre selbstlose Ergebenheit für die Sache des Proletariats in sich aufnehmen.“ Wir haben es nicht verstanden, nach diesen Prinzipien zu arbeiten.

Worin liegt die Ursache dafür, daß in die Reihen unserer Partei viele Bauern und Intellektuelle eingetreten sind, Arbeiter dagegen nur wenige? Die Ursache hierfür liegt in Folgendem.

Erstens: Unsere Parteikomitees und -funktionäre hatten keine en­ge Verbindung mit der Arbeiterklasse und arbeiteten nicht wie er­forderlich unter den Arbeitern. Anstatt mitten unter die Arbeiter zu gehen, warten unsere Parteifunktionäre, bis die Arbeiter zu ihnen kommen.

Zweitens: In vielen Fabriken und Betrieben wurden noch keine Par­teizellen organisiert.

Drittens: Die Arbeiter, die in die Partei eintreten wollen, stoßen auf eine große Schwierigkeit im Zusammenhang mit der Regel, daß der Bürge seit mehr als einem Jahr Mitglied der Partei sein muß. Das un­terwirft die Arbeiter, die in die Partei eintreten wollen, einer künstlichen Beschränkung.

Solch eine Erscheinung dürfen wir nicht länger dulden. Wir müssen die Richtung des Wachstums der Partei dahingehend berichtigen, daß in die Reihen der Partei hauptsächlich Arbeiter sowie fortschrittliche Werktätige aus Stadt und Land eintreten.

2. Über die Festigung der Einheit und Disziplin der Partei

Ein weiterer großer Mangel in der Arbeit der Parteiorganisationen besteht darin, daß die Einheit der Partei nicht fest ist und daß die Diszip­lin fehlt. Dies widerspricht dem Geist und den Organisationsprinzipien der KP.

Innerhalb der Parteiorganisationen der Bezirke Hwanghae, Nord- Phyongan und Süd-Hamgyong sind Gruppen aller Schattierungen ent­standen, was eine sehr gefährliche Erscheinung ist, die zur Schwächung der Einheit der Partei und zum Absinken ihrer Autorität führt.

Einige örtliche Parteikomitees ignorieren die Anweisungen des Zent­ralen Organisationskomitees oder führen sie nicht ergeben durch. Auf diese Weise verletzen sie grob das Prinzip des demokratischen Zentra­lismus der Partei und schwächen die innerparteiliche Disziplin.

Manche Bezirksparteikomitees betrachten es nicht als ihre Pflicht, dem Zentralen Organisationskomitee periodisch Rechenschaft über ihre Arbeit und die Arbeit der Parteiorganisationen abzulegen. Es ist sogar folgender Fall vorgekommen: Als wir einen Genossen, der im Zentralen Organisati­onskomitee tätig ist, in den Bezirk Süd-Hamgyong schickten, wurde er vom Bezirksparteikomitee nicht empfangen. Trotz der wiederholten Anweisungen des Zentralen Organisationskomitees wurde der KJV in diesem Bezirk noch nicht zum Demokratischen Jugendverband reor­ganisiert.

Wir müssen derartige Handlungen einiger Bezirksparteikomitees, die die Anweisungen des Zentralen Organisationskomitees ignorieren, als Akte des Liberalismus ansehen, die mit den Organisationsprinzipien einer marxistischen Partei nicht zu vereinbaren sind. Lenin hat seiner­zeit gesagt: „… Die Kommunistische Partei kann ihre Pflicht nur für den Fall erfüllen, daß sie in zentralistischster Weise organisiert ist, daß in ihr eine eiserne Disziplin herrscht, die an militärische Disziplin grenzt, und daß ihr Zentralkomitee ein starkes Autoritätsorgan mit weit reichenden Vollmachten ist, das das allgemeine Vertrauen der Parteimitglieder ge­nießt.“ „Wer die eiserne Disziplin der Partei des Proletariats auch nur ganz wenig schwächt (besonders zur Zeit ihrer Diktatur), der hilft fak­tisch der Bourgeoisie gegen das Proletariat.“ Viele unserer Funktionäre vergessen diese Worte Lenins.

Wir dürfen keinen Augenblick vergessen, daß die nicht wenigen pro­japanischen Elemente, die sich in die Partei eingeschlichen haben, alle möglichen Intrigen betreiben werden, um die Reihen unserer Partei zu untergraben.

Wenn wir eine starke und angesehene KP haben wollen, müssen wir mit aller Kraft für die Festigung der innerparteilichen Disziplin und die Wahrung der Einheit der Partei kämpfen.

3. Über die Festigung der Verbindung mit den Massen

Zur Zeit gibt es in unserer Partei nur sehr wenig Arbeiter als Mitglie­der, was ein Ergebnis der schwachen Verbindung der Partei mit den Massen ist.

Die Parteiorgane führen die organisatorische und die Erziehungsar­beit unter den Massen unbefriedigend durch, und die leitenden Funktio­näre gehen nicht in die Fabriken, Institutionen und Bergwerke und nicht aufs Dorf. Daher kennen sie den Stand an Ort und Stelle nur schlecht, kennen sie nicht die Einstellung der Massen. Als Folge davon hat sich in Sinuiju ein unheilvoller Vorfall zugetragen: Durch Aufhetzung seitens nationalistischer Sozialisten verübten Mittelschüler, die sich bewaffnet hatten, einen Überfall auf das Bezirksparteikomitee; analoge Vorfälle hat es auch in anderen Orten gegeben.

Die Kommunisten haben es nicht verstanden, die Massen aktiv zur Lösung von aktuellen Aufgaben, die sich auf allen Gebieten des politi­schen und wirtschaftlichen Lebens Nordkoreas stellen, zu mobilisieren: Wiederaufbau der Produktionsbetriebe, Wiederaufnahme eines geordne­ten Eisenbahnverkehrs sowie freiwillige Lieferungen von landwirt­schaftlichen Erzeugnissen. Die leitenden Parteifunktionäre betrachten es nicht als ihre Pflicht, in die Fabriken zu gehen, sich mit den Arbeitern zu unterhalten, sich ihre Forderungen anzuhören, den Arbeitern die jet­zige Lage unseres Landes zu erläutern, die bei ihrer Arbeit entstehenden Schwierigkeiten überwinden zu helfen und ihnen konkrete Aufgaben zu stellen.

Wenn wir nicht mitten unter die Massen gehen und nur im Arbeits­zimmer sitzen, werden wir die Massen nicht gewinnen können, wird uns das Volk nicht folgen, und das wird dazu führen, daß wir uns von den Volksmassen trennen. Die KP, die Partei der Arbeiterklasse, wird, wenn sie die Verbindung mit den Massen nicht ständig festigt und es nicht versteht, auf die Stimme der Massen zu hören, die Massen zu lehren und gleichzeitig bei den Massen zu lernen, nicht zu einer wirklichen Mas­senpartei werden können, die fähig ist, alle Werktätigen zu führen.

Wenn sich die Partei immer den breiten werktätigen Massen nähert und enge Verbindung mit ihnen hält, dann wird sie unbesiegbar. Wenn sich aber umgekehrt die Partei von den Massen löst und in den Bann des Bürokratismus gerät, wird sie die Kraft verlieren und zerfallen. Genosse Stalin hat Folgendes gesagt: „Man kann es als eine feste Regel ansehen, daß die Bolschewiki, solange sie die Verbindung mit den breiten Volksmassen bewahren, unbesiegbar sind. Und umgekehrt brauchen die Bolschewiki sich nur von den Massen zu lösen und die Verbindung mit ihnen zu verlieren, brauchen sie sich nur mit dem Rost des Bürokratis­mus zu bedecken, um jede Kraft zu verlieren und sich in eine Null zu verwandeln.“ Manche unserer Parteifunktionäre erfüllen diese Grund­forderungen nicht, und in vielen örtlichen Parteiorganisationen werden sie ignoriert.

4. Über die Leitung der Gewerkschaften

Die leitenden Parteiorgane richten nur wenig Aufmerksamkeit auf die Leitung der Gewerkschaften. Als Ergebnis können die Gewerkschaf­ten die Arbeiter, Techniker und Angestellten nicht in vollem Maße für die Arbeit zur Wiederherstellung und Inbetriebnahme der Fabriken, zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und zur Festigung der Arbeitsdis­ziplin mobilisieren.

Die Bezirks- und Stadtparteikomitees haben die Leitung der Gewerk­schaften unterschätzt, und als Folge besetzten in den Gewerkschaften viele Parteilose leitende Funktionen, und Kommunisten bilden unter den Mitgliedern der Gewerkschaften nur eine sehr kleine Anzahl.

Manche Gewerkschaftsvorstände helfen der Administration nicht bei der Arbeit, sondern stören sie im Gegenteil bei der Führung der Betrie­be. In einem Produktionsbetrieb in Sadong zum Beispiel (eine Gewerk­schaft gibt es dort) ist es so weit gekommen, daß Arbeiter unter der „Leitung“ eines Parteimitglieds ungesetzliche Forderungen erhoben, so etwas wie einen Streik anzettelten und den Direktor und die Ingenieure schlugen. Obwohl der Arbeitslohn jetzt höher ist als in der Zeit des japanischen Imperialismus, beharrten die Arbeiter auf einer Lohnerhö­hung. Man muß begreifen, daß es uns die Wirtschaftslage im Lande nicht gestattet, den Arbeitslohn stark zu erhöhen. Um den Arbeitslohn beträchtlich zu erhöhen, ist es erforderlich, alle Produktionsbetriebe schnell in Ordnung zu bringen und in Betrieb zu nehmen sowie die Ar­beitsproduktivität zu steigern.

Bei der Leitung der Gewerkschaften dürfen wir die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Frage der Verbesserung der jetzigen Lebensbedingun­gen der Arbeiterklasse konzentrieren, ohne die Interessen der Entwick­lung der Volkswirtschaft auf lange Sicht zu berücksichtigen. Es ist wichtig, zu veranlassen, daß die Gewerkschaften den patriotischen En­thusiasmus und die schöpferische Aktivität der Werktätigen zum Kampf für die Wiederherstellung und den Aufbau der Volkswirtschaft mobili­sieren. Nur auf diese Weise werden wir in der Lage sein, das Leben der Werktätigen zuverlässig zu verbessern.

Die Partei stellt keine einfache Organisation dar, sondern ist eine Or­ganisation der Arbeiterklasse höchster Form, eine Organisation, die alle anderen Organisationen der Arbeiterklasse führt. Über die Führung der Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Organisationen durch die KP sagte Genosse Stalin Folgendes: „Es geht nur darum, daß die Partei­mitglieder, die diesen Organisationen angehören, als zweifellos einfluß­reiche Menschen alle Maßnahmen der Überzeugung ergreifen, damit sich diese Organisationen bei ihrer Arbeit der Partei des Proletariats annähern und deren politische Führung freiwillig anerkennen.“ Diese Worte Stalins müssen bei der Arbeit unserer Partei in bezug auf die Gewerkschaften als Richtlinie dienen.

Manche Genossen behaupten, daß die Führung der Gewerkschaften nicht eine Sache der KP sei und daß für die Gewerkschaften keine Not­wendigkeit bestehe, unter der Führung der Partei zu arbeiten. Das ist eine Auffassung, die dem Marxismus-Leninismus zutiefst widerspricht. Wir müssen solche falschen Tendenzen rücksichtslos bekämpfen.

5. Über die Schulung der Kader und den Einsatz der Kräfte der Partei

Da unsere KP eine junge Partei ist, herrscht ein starker Mangel an in der Praxis erprobten und geschulten Kadern.

Und auch von diesen wenigen Kadern arbeiten nicht alle gut und dienen nicht alle selbstlos den Interessen des Volkes. Einige leitende Funktionäre, Mitglieder der KP, sind nur auf hohe Funktionen erpicht und arbeiten nicht gut, bilden sich nicht selbst und verfolgen, ihre Funktionen ausnutzend, ihre eigennützigen Interessen. Beispielsweise nahm sich der Leiter der Abtei­lung Sicherheit im Bezirk Nord-Phyongan, ein lasterhafter Wüstling, der sich mehrere Nebenfrauen hielt, viele Häuser und eignete sich unrechtmä­ßig eine riesige Menge von Hab und Gut an, das bei Japanern konfisziert worden war. Sobald wir von dieser Tatsache erfuhren, entfernten wir ihn natürlich unverzüglich von seinem Posten.

Unter uns gibt es auch solche Parteimitglieder, die die Anweisung ablehnen, auf der unteren Ebene zu arbeiten, und die Arbeit auf örtlicher Ebene für eine Schande halten.

Einer der großen Fehler mancher leitender Funktionäre unserer Partei liegt darin, daß sie die Auswahl und den Einsatz der Kader nicht nach den Prinzipien der Kaderarbeit vornehmen, sondern auf Grund von Freund­schafts- und Verwandtschaftsverhältnissen. Diese Funktionäre sind be­müht, ihre Verwandten und Freunde in ihrer Umgebung zu halten.

Somit haben wir nicht nur wenig Kader, sondern auch die vorhande­nen Kader sind noch sehr jung. Dessen ungeachtet widmen jedoch die Bezirksparteikomitees der Arbeit zur Ausbildung und Erziehung der Kader keine große Aufmerksamkeit und erweisen, wenn sie Funktionäre für irgendeine Funktion ernannt haben, diesen keinerlei Hilfe.

Wir müssen stets an die folgenden Worte denken, die Genosse Stalin über die Kader gesagt hat: „Nachdem eine richtige politische Linie ausge­arbeitet und in der Praxis erprobt ist, sind die Parteikader die entscheiden­de Kraft der Partei- und der Staatsführung. Eine richtige politische Linie haben – das ist natürlich das Erste und Wichtigste. Das ist aber dennoch ungenügend. Eine richtige politische Linie ist notwendig, nicht um sie zu deklarieren, sondern um sie in die Tat umzusetzen. Um aber die richtige politische Linie durchzusetzen, braucht man Kader und Menschen, die die politische Linie der Partei verstehen und sie als ihre eigene Linie anneh­men, die bereit sind, sie in die Tat umzusetzen, die es verstehen, sie in der Praxis zu verwirklichen, und fähig sind, diese Linie zu verantworten, zu verfechten, für sie zu kämpfen. Sonst läuft man Gefahr, daß die richtige politische Linie auf dem Papier bleibt.“

Wir müssen Kader ausbilden, sie richtig einsetzen, sie in der prakti­schen Arbeit schulen, ihre Arbeit überprüfen und ihnen rechtzeitig hel­fen, die Kader statistisch genau erfassen.

Zur Zeit macht sich bei uns ein starker Mangel an sachkundigen Mitar­beitern für Zeitungen bemerkbar. Als Ergebnis hiervon arbeiten unsere Par­teiorgane sehr unbefriedigend und können ihre Aufgabe, die Linie unserer Partei zu erläutern und zu propagieren, nicht in vollem Maße erfüllen.

Das Zentrale Organisationskomitee unserer Partei muß die Arbeit zur Ausbildung und Erziehung der Kader unbedingt mit dem Ziel verstär­ken, den Kadermangel zu überwinden und die Qualifikation der Kader zu erhöhen.

6. Über die Überreichung des Parteidokumentes und die statistische Erfassung der Parteimitglieder

Ein großer Mangel in der Arbeit der Bezirks- und Stadtparteikomi­tees besteht darin, daß es keine genaue statistische Erfassung der Partei­organisationen und -mitglieder gibt. Es gibt keine genau festgelegte Form der Registrierung und der statistischen Erfassung der Parteimit­glieder, und eine monatliche Erfassung der Parteimitglieder wird nicht vorgenommen.

Die Parteimitglieder haben noch kein einheitliches Parteidokument. Das schafft die Gefahr, daß feindliche Elemente das Parteidokument fälschen und sich als Parteimitglieder ausgeben können. Jetzt hat das Zentrale Organisationskomitee einheitliche Parteidokumente gedruckt. Wir werden bald damit beginnen, sie den Parteimitgliedern auszuhändi­gen. Bei der Arbeit zur Überreichung der Parteidokumente an die Par­teimitglieder soll man die Wachsamkeit erhöhen, damit sie nicht in die Hände feindlicher Elemente gelangen. Bei der Aushändigung der Par­teidokumente müssen wir die Parteimitglieder überprüfen und fremde Elemente, die sich in die Partei eingeschlichen haben, aus den Reihen der Partei ausschließen.

7. Über die Frage der Einheitsfront

Nicht befriedigend arbeitet unsere Partei bei der Bildung der Ein­heitsfront mit den demokratischen Parteien. Anstatt anzustreben, die wichtigen Fragen, die vor der Partei und dem Volk stehen, in Zusam­menarbeit mit den freundschaftlich verbundenen Parteien zu lösen, rufen manche unserer Genossen überflüssige Reibungen mit diesen Parteien hervor. Das ist ein großes Hindernis bei der Bildung der Ein­heitsfront mit den demokratischen Parteien und gesellschaftlichen Or­ganisationen.

Nicht selten sind Erscheinungen zu beobachten, daß auf örtlicher E­bene Kommunisten gegen Mitglieder der demokratischen Parteien und Mitglieder demokratischer Parteien gegen Kommunisten auftreten. Der­artige Erscheinungen dürfen wir nicht zulassen.

Wozu brauchen wir die Einheitsfront? Sie ist notwendig, um das ganze Volk zusammenzuschließen, das politische und wirtschaftliche Leben im Lande schnell in Ordnung zu bringen und unser Land als ei­nen vereinigten demokratischen, unabhängigen Staat aufzubauen. Die KP kann allein mit dieser großen Aufgabe nicht fertig werden. Wir wer­den die Verwirklichung der großen Sache des Aufbaus eines vereinigten demokratischen, unabhängigen Staates nur dann erreichen können, wenn wir uns mit allen demokratischen Parteien und gesellschaftlichen Organisationen innerhalb des Landes zusammenschließen, wenn wir uns mit dem ganzen Volk zusammenschließen.

Genossen!

Worin liegen die Ursachen für die Fehler und Mängel, die in der Ar­beit der Organisationen der KP Nordkoreas festzustellen sind? Sie be­stehen darin, daß das Zentrale Organisationskomitee unbefriedigend gearbeitet hat.

Sind wir nun imstande, diese Mängel zu beseitigen? Zweifellos kön­nen wir sie beseitigen. Um die Fehler in unserer Arbeit auszumerzen, müssen wir zunächst für die Wahrung der Einheit der Reihen unserer Partei sowie für die Durchsetzung einer eisernen Disziplin innerhalb der Partei kämpfen. Anderenfalls werden wir nichts tun können und werden nicht imstande sein, unsere Partei zu einer unbesiegbaren Partei zu festi­gen und zu entwickeln.

8. Unsere Aufgaben

Was sind nun die nächsten Aufgaben, die vor unserer Partei stehen?

Erstens: Auf der gegenwärtigen Etappe ist die politische Linie unse­rer Partei darauf gerichtet, auf der Grundlage der Koalition mit allen demokratischen Parteien und gesellschaftlichen Organisationen in unse­rem Lande eine einheitliche demokratische Macht zu errichten und Nordkorea in eine mächtige demokratische Basis für den Aufbau eines vereinigten demokratischen, unabhängigen Staates zu verwandeln. Aus diesem Grunde müssen wir einerseits die werktätigen Massen in Stadt und Land zum Kampf für die schnelle Demokratisierung des politi­schen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens Nordkoreas mobilisieren und andererseits die Einheitsfront mit allen demokratischen Parteien und gesellschaftlichen Organisationen Nord- und Südkoreas bilden und sie maximal festigen.

Zweitens: Es ist notwendig, mit allem Ernst die Arbeit zur Überrei­chung der Parteidokumente durchzuführen. Diese Arbeit hat sehr große politische Bedeutung. Die Parteidokumente sind nur denjenigen Partei­mitgliedern auszuhändigen, deren Aufnahme in die Partei genau festge­stellt wurde. Wir sollten die Arbeit zur Überreichung der Parteidokumente nicht als eine Art einfach technischer Arbeit betrachten, sondern als eine Arbeit zur Festigung der Parteireihen, als politische Arbeit zur Reinigung der Parteireihen von Reaktionären, Karrieristen und anderen unzuverläs­sigen Elementen, die der Sache der Partei Schaden zufügen.

Drittens: Es ist notwendig, den Stellenplan des Verlages der Zeitung „Jongro“ zu erweitern und sachkundige Mitarbeiter dahin zu schicken und auf diese Weise die Qualität der Zeitung zu verbessern, ihre Auflage auf 50 000 Exemplare zu erhöhen und sie gleichzeitig zu einer Tageszei­tung zu machen. Auf diese Weise muß erreicht werden, daß unsere Zei­tung zu einem kollektiven Propagandisten und Organisator wird.

Viertens: Das Wachstum der Partei muß richtig reguliert werden. Es ist notwendig, die besten Werktätigen der Stadt und des Dorfes und be­sonders die fortschrittlichen Arbeiter in die Partei aufzunehmen.

Fünftens: Es ist Schluß zu machen mit der Unordnung, die bei der sta­tistischen Erfassung der Parteimitglieder herrscht. Alle Parteiorganisatio­nen müssen das System der monatlichen Erfassung und der monatlichen Rechenschaft über die Parteimitglieder einführen; die Parteimitglieder sind zu verpflichten, ihr Parteidokument sorgsam aufzubewahren.

Sechstens: Es ist notwendig, Parteizellen in den Fabriken und Institu­tionen zu organisieren und sie in organisatorischer Beziehung zu festigen.

Siebentens: Besondere Aufmerksamkeit müssen die Parteiorgane der Ausbildung, dem Einsatz und der Erziehung der Parteikader widmen; sie müssen Parteischulen und Lehrgänge für die Ausbildung von Bezirks-, Stadt-, Kreis- und Unterkreiskadern der Partei einrichten.

Achtens: Alle Bezirks-, Stadt-, Kreis- und Unterkreisparteikomitees müssen Parteidelegiertenkonferenzen einberufen und die Frage nach den nächsten Aufgaben der KP beraten.

Ich bin überzeugt davon, daß unsere Parteiorganisationen die vor ih­nen stehenden oben genannten Aufgaben durchaus erfolgreich erfüllen werden.