6. November 1955 // Reden
Kim Il Sung // Die Hauptsache bei der Vorlesungs- und Erziehungsarbeit in der Parteischule ist die Festigung der Parteiverbundenheit der Studenten

Die Hauptsache bei der Vorlesungs- und Erziehungsarbeit in der Parteischule ist die Festigung der Parteiverbundenheit der Studenten

6. November 1955

Rede vor dem Lehrkörper und den Studenten der Zentralen Parteischule


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Sofort nach der Verlegung der Zentralen Parteischule in Pyongyang wollte ich Sie einmal aufsuchen. Aber aus Zeitmangel bin ich erst heute zu Ihnen gekommen. Inzwischen haben Sie sich große Mühe gegeben, um das Schulgebäude mit eigenen Kräften gut zu gestalten sowie die Vorlesungs- und Erziehungsarbeit zu leisten.

Soeben haben die Lehrer viele konstruktive Meinungen über die Verbesserung der Vorlesungs- und Erziehungsarbeit an der Parteischule geäußert. Unter Berücksichtigung Ihrer Ansichten möchte ich auf einige Probleme eingehen, die bei der Verbesserung der Vorlesungs­und Erziehungsarbeit in der Parteischule auftreten.

Die Hauptsache in der Vorlesungs- und Erziehungsarbeit an der Parteischule besteht darin, die Parteiverbundenheit der Studenten zu festigen. Die Parteiverbundenheit ist, mit einem Wort gesagt, die unwandelbare Treue zur Partei.

Gegenwärtig ist es die wichtigste Aufgabe unserer Partei, die Festigung der Parteiverbundenheit der Parteimitglieder intensiv zu betreiben.

Unsere Partei hat eine kurze Geschichte und ist qualitativ auch noch nicht sehr gewachsen. Selbstverständlich ist die Geschichte unseres revolutionären Kampfes lang, seit der Gründung unserer Partei ist aber nur eine kurze Zeit verflossen. Da vor der Befreiung keine Partei der Arbeiterklasse bestand, hat unser Volk keine marxistisch-leninistische Erziehung erhalten. Erst seit Bestehen unserer Partei nach der Befreiung wurde der Marxismus-Leninismus in unserem Lande rasch unter den Massen verbreitet.

Vor der Befreiung wurde in unserem Volk der Marxismus­Leninismus nicht weit popularisiert. Zudem haben die japanischen Imperialisten diese Lehre lange Zeit böswillig verleumdet und entstellt. Das Gift der reaktionären Propaganda der japanischen Imperialisten über den Marxismus-Leninismus ist in unserem Volk heute noch nicht völlig ausgemerzt und wirkt auf manche Parteimitglieder weiter.

Unsere Partei entwickelte sich durch die Vereinigung der Kommunistischen Partei und der Neuen Demokratischen Partei zu einer Massenpartei. Aus Anlaß der Vereinigung traten viele ideologisch und theoretisch nicht genügend erprobte Leute in die Parteireihen ein. Das war so, als hätte man einen kleinen Korb mit zu viel Dingen aufgefüllt. In den vergangenen 10 Jahren haben wir für die ideologische Erziehung der Parteimitglieder große Kraft aufgewandt, aber nicht alle gewissenhaft erzogen. Deshalb hat die Qualität der Parteireihen noch kein hohes Niveau erreicht. Diese Sachlage erfordert dringend, die Parteiverbundenheit der Parteimitglieder zu stärken.

Dies ist auch deshalb notwendig, um die Überbleibsel des Sektierertums auszumerzen sowie die Einheit und Geschlossenheit der Partei im Denken und Wollen zu festigen.

In der Vergangenheit gab es in der kommunistischen Bewegung unseres Landes dermaßen viele sektiererische Gruppen, daß man sich ihre Namen nur schwer merken konnte, darunter auch die ML-Gruppe, die Hwayo-Gruppe und die Kom-Gruppe. Die Fraktionsmacher haben durch die Gruppierungen die Arbeiterbewegung zersetzt und der Entwicklung der kommunistischen Bewegung in unserem Land großen Schaden zugefügt.

Die sektiererischen Elemente setzten auch nach der Befreiung ihre Fraktionsmacherei fort und behinderten die Entwicklung unserer Revolution und unserer Partei.

Nach der Befreiung gab es in unserer Partei nicht wenige Leute, die unter anderem aus der Sowjetunion, aus China, Südkorea zurück­gekehrt sind. Die Fraktionsmacher versuchten, diese Leute für ihre sektiererischen Zwecke auszunutzen. Als solche Typen kann man Pak Hon Yong, Pak Il U und Ho Ka I nennen. Sie gaben sich als Vertreter aus – Pak Hon Yong für die Leute aus Südkorea, Pak Il U für die aus China und Ho Ka I für die aus der Sowjetunion. Auf diese Weise betrieben sie Machenschaften, um die Leute um sich zu scharen. Der Verlauf des dreijährigen Krieges war ein wichtiger Prüfstein für alle Menschen. Das Wesen der parteifeindlichen konterrevolutionären Fraktionsmacher wurde während des Krieges gänzlich entblößt.

Pak Hon Yong, der nach der Befreiung die Parteiorganisationen in Südkorea zugrunde gerichtet hatte, sagte aber, es gebe hier Hundert­tausende Parteimitglieder. Das war jedoch eine Lüge. Damit hat er die Partei betrogen. Er fürchtete, daß die Verbrechen, die er nach der Befreiung in Südkorea verübt hatte, entlarvt würden, und hat deshalb beim ersten Vormarsch nach Süden die Greueltat begangen, indem er Parteimitglieder in Südkorea verhaften und in Kellern ermorden ließ. Wir unterbanden seine sektiererischen Handlungen, entlarvten sein wahres Gesicht und schlossen ihn aus den Parteireihen aus.

Pak Il U, der während des Krieges einen hohen Dienstrang in der Armee einnahm, hat ein ausschweifendes Leben geführt und, anstatt gewissenhaft zu arbeiten, die Partei und Regierung offen verleumdet und versucht, unzufriedene Elemente zusammenzutrommeln und so eine Gruppierung zu bilden.

Ho Ka I, der sich während unseres zeitweiligen Rückzuges in Kanggye aufhielt, wurde der Parteiauftrag erteilt, die Rundfunk­einrichtungen wiederherzustellen und die Sendungen zu gewährleisten, aber anstatt diese Aufgabe zu erfüllen, führte er ein unmoralisches, ausschweifendes Leben. In der Kriegszeit, in der es galt, unsere Parteireihen zu erweitern und zu festigen, betrieb er eine Politik des Verschließens der Tore zur Partei, behinderte so deren Wachstum, schloß viele Parteimitglieder ohne triftigen Grund aus oder ließ sie bestrafen. Das bedeutet letzten Endes, daß er manövrierte, um die Partei zu untergraben, anstatt sich für deren Festigung einzusetzen.

Wir haben diese in der Partei entstandene Situation rechtzeitig überwunden. Auf der 4. Plenartagung des ZK der Partei leiteten wir Maßnahmen ein, um die Tendenzen zu überwinden, die darauf gerichtet waren, die Tore der Partei zu verschließen und nur mit Bestrafung zu arbeiten. Die Maßnahmen unserer Partei waren sehr richtig. Hätten wir auf dieser Plenartagung die Abweichungen in der organisatorischen Arbeit der Partei nicht rechtzeitig und konsequent korrigiert, wären äußerst ernste Folgen unvermeidlich gewesen.

Als die Partei Ho Ka I kritisierte, nutzte die Bande um Pak Hon Yong und Ri Sung Yop diese Gelegenheit und trat gegen die Leute aus der Sowjetunion auf. Pak Il U schwätzte unverhohlen, daß man Pak Hon Yong die Hand bieten müsse, um gegen die Leute aus der Sowjetunion vorzugehen.

Natürlich vermochten die Manöver der parteifeindlichen konter­revolutionären Fraktionsmacher wie Pak Hon Yong, Pak Il U und Ho Ka I die Einheit und Geschlossenheit unserer Partei nicht zu zerstören. Unsere Partei ist keine solche wie die Kommunistische Partei, die in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts in unserem Lande organisiert wurde. Sie ist eine mächtige Massenpartei, die in den Betrieben, im Dorf und unter den Massen fest verwurzelt ist.

Man kann aber nicht sagen, daß die Manöver der Fraktionsmacher auf die Entwicklung unserer Partei überhaupt keinen schlechten Einfluß ausgeübt hätten. Ihre ideologischen Überbleibsel sind in unserer Partei noch vorhanden und behindern in bestimmtem Maße die Entwicklung unserer Partei. Um diese Überbleibsel der Fraktionsmacher auszumerzen sowie die Einheit und Geschlossenheit der Parteireihen im Denken und Wollen noch mehr zu festigen, ist es notwendig, die Parteiverbundenheit der Parteimitglieder unablässig zu stählen.

Gegenwärtig erweist es sich als wichtig, die Parteiverbundenheit der Parteimitglieder zu festigen. Das hängt auch damit zusammen, daß wir seit langem dem Feind gegenüberstehen und die Überbleibsel der alten Ideologie unter unseren Parteimitgliedern noch vorhanden sind.

Mit allen nur erdenklichen Mitteln und Methoden betreiben jetzt die US- Imperialisten und die Syngman-Rhee-Marionettenclique Machenschaften, um unter uns die verderbte bürgerliche Ideologie zu verbreiten. Aber

manche Parteimitglieder, die mit der alten Ideologie infiziert sind, arbeiten nicht angespannt, lassen in der Wachsamkeit gegenüber dem Feind nach und hängen einem sorglosen Leben nach. Die Überbleibsel der alten Ideologie sind ein Faktor, der das Eindringen der bürgerlichen Ideologie begünstigt. Wenn wir durch die Stählung der Partei­verbundenheit der Parteimitglieder die Überbleibsel der alten Ideologie in ihrem Bewußtsein nicht ausmerzen, können wir die ideologische Infiltration des Feindes nicht verhüten.

Nach der Wirtschaftsform unseres Landes zu urteilen, ist es dringend notwendig, die Parteiverbundenheit der Parteimitglieder intensiv zu stählen.

In unserem Land gibt es nach wie vor die Wirtschaftsformen der kapitalistischen Warenproduktion. Sie werden auch künftig für eine gewisse Zeit bestehen bleiben. Solange sie in unserer Gesellschaft existieren, ist es nicht möglich, den zersetzenden Einfluß der alten Ideologie zu unterbinden. Deshalb darf man die Stählung der Parteiverbundenheit der Parteimitglieder keinen Augenblick vernach­lässigen.

Die Zentrale Parteischule ist verpflichtet, alles mit der Festigung der Parteiverbundenheit der Studenten zu verbinden. Sie muß eine Schmiede sein, in der die Parteiverbundenheit der Studenten gestählt wird. Ebenso wie ein Stahlwerk durch das Einschmelzen von Roheisen Stahl produziert, muß die Zentrale Parteischule die Studenten zu Parteiarbeitern mit hoher Parteiverbundenheit ausbilden. Nur dann kann sie die Mission einer Parteischule vollkommen erfüllen.

Was soll man tun, um die Parteifunktionäre mit hoher Partei­verbundenheit auszubilden?

Vor allem ist es notwendig, ein Bildungsprogramm exakt auszu­arbeiten und die Stunden entsprechend den Fächern rationell einzu­teilen.

Manche Lehrer sind der Meinung, es sei vernünftig, mehr Stunden für den Koreanischunterricht und den Unterricht in Naturwissenschaft wie Mathematik vorzusehen, weil das Allgemeinwissen der Studenten niedrig ist. Das ist jedoch nicht angebracht.

Natürlich muß man das Allgemeinwissen der Studenten der Partei­schule erhöhen. Diese Notwendigkeit haben wir während des Krieges tief empfunden. Damals waren wir auf große Schwierigkeiten gestoßen, weil die Parteifunktionäre ein niedriges Allgemeinwissen hatten. Auch jetzt ist dieses Niveau nicht viel höher als das der Werktätigen. Danach zu urteilen, was wir gehört haben, gibt es in der Maschinenfabrik Rakwon über 1000 Arbeiter, von denen 40 Prozent Mittelschulen oder höhere Lehranstalten absolvierten; die Maschinenfabrik Jonchon zählt über 900 Arbeiter, von denen 50 Prozent Mittelschulen oder höhere Schulen abschlossen. Das besagt, daß das Allgemeinwissen unserer Werktätigen ohnegleichen höher als früher ist. Künftig, wenn wir die allgemeine Mittelschulpflicht einführen, wird das Niveau des Allgemein­wissens der Werktätigen unseres Landes im Vergleich zu heute bedeutend zunehmen. Ohne das Allgemeinwissen der Parteiarbeiter zu erhöhen, ist es nicht möglich, die Werktätigen richtig zu erziehen und die Leitung des sozialistischen Aufbaus durch die Partei vollständig zu gewährleisten.

Auch für die Herausbildung einer revolutionären Weltanschauung müssen sich die Parteiarbeiter reiche wissenschaftliche Kenntnisse aneignen. Die revolutionäre Weltanschauung beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Natur und Gesellschaft. Deshalb können sie, wenn es ihnen an wissenschaftlichen Kenntnissen mangelt, sich nicht auf die revolutionäre Weltanschauung stützen. Folglich muß die Parteischule den Studenten in gewissem Maße auch naturwissenschaftliche Kenntnisse vermitteln.

Das Niveau der allgemeinen und der naturwissenschaftlichen Kenntnisse bei den Studenten der Parteischule ist jetzt unterschiedlich. Unter ihnen gibt es Abgänger von Grund- und Mittelschulen sowie solche, die im Selbststudium das Niveau einer Grundschul- oder Mittelschulbildung erreicht haben. Die Grundschulabgänger oder diejenigen, die sich im Selbststudium Grundschulbildung aneigneten, haben ein niedriges Allgemeinwissen und können deshalb die Vorlesungen in den naturwissenschaftlichen Fächern nicht vollständig begreifen. Es ist nicht möglich, sie in der Studienzeit mit reichen naturwissenschaftlichen Kenntnissen auszustatten. Deshalb genügt es bereits, wenn man ihnen elementares Wissen als Grundlage für das Selbststudium nach Verlassen der Schule und für die Praxis anwendbare Kenntnisse vermittelt. Zum Beispiel sollte man ihnen im Mathematikunterricht gewisse Kenntnisse beibringen, damit sie Prozentsätze oder Wachstumsraten berechnen können. Das genügt schon. Deshalb braucht man nicht die Vorlesungsstunden für die naturwissenschaftlichen Fächer zu erweitern.

Das Fremdsprachenfach ist das schwierigste für die Studenten der Zentralen Parteischule. Es ist der Überlegung wert, ob man die Studenten des Einjahreskurses weiterhin in einer Fremdsprache unter­richten soll, die Studenten des dreijährigen Kurses natürlich ausgenommen. Wenn man nur einige Dutzende Stunden Unterricht in einer Fremdsprache erteilt, so kann man weder übersetzen noch Gespräche führen erlernen. Meines Erachtens sollte man nicht mehr im Einjahreskurs Zeit für Fremdsprachenunterricht vergeuden.

Die Zentrale Parteischule muß bei der Ausarbeitung des Bildungs­programms den Schwerpunkt darauf legen, die Parteiverbundenheit der Studenten zu stählen, und mehr Stunden für den Unterricht in der Geschichte unserer Partei und in den politisch-theoretischen Fächern vorsehen. Die Parteiverbundenheit hängt eng mit einem bestimmten theoretischen Ausbildungsniveau zusammen. Deshalb muß sie mehr Stunden für den Unterricht in der Geschichte unserer Partei, in der Politik und Theorie einplanen und die Studenten darin inhaltsreich unterweisen, damit sie sich ideologisch und theoretisch gründlich vorbereiten und die Parteiverbundenheit unablässig stählen können. Mit anderen Worten: Man muß alle Studenten ideologisch und theoretisch so zuverlässig erziehen, daß sie vom Parteistandpunkt aus die Dinge und Erscheinungen analysieren und beurteilen, in jeder Situation die Parteiprinzipien wahren, negative Erscheinungen bekämpfen und sich selbst politisch unablässig festigen.

Damit die Studenten der Parteischule ihre Parteiverbundenheit stählen können, muß man das Leben in der Parteiorganisation verstärken und es eng mit der Vorlesungs- und Erziehungsarbeit verbinden.

Ein reges Leben in der Parteiorganisation zu entfalten ist ein wichtiger Weg zur Festigung der Parteiverbundenheit. Unter den Studenten der Parteischule sind Kritik und Selbstkritik zu verstärken und die Zusammenkunft in der Parteizelle und die Versammlung für die ideologische Überprüfung auf einem hohen politisch-ideologischen Niveau durchzuführen. Mit dieser Zusammenkunft und Versammlung ist zu erreichen, daß die Studenten selbst die Überbleibsel der alten Ideologie, von denen sie vor Eintritt in die Schule infiziert waren, konsequent überwinden und so von der Lehranstalt abgehen.

Bei der Festigung der Parteiverbundenheit der Studenten an der Parteischule spielen die Lehrer eine sehr wichtige Rolle.

Die Lehrer der Parteischule sind Pädagogen und gleichzeitig prominente Persönlichkeiten im gesellschaftlichen Leben. Nur dann, wenn sie ihrer Rolle vollauf gerecht werden, können sie die Studenten zu Parteiarbeitern mit hoher Parteiverbundenheit ausbilden.

Wenn sie die Studenten auch nur in irgendeiner Sache unterrichten, müssen sie das so tun, daß es deren Parteiverbundenheit stählen hilft. Bei der Vorlesung dürfen sie den Studenten die Gliederung der Lektion und den Lehrstoff nicht mechanisch diktieren oder vermitteln, sondern müssen dazu eine Erläuterung geben, verbunden mit der Stählung zur Parteiverbundenheit. Die Lehrer der Parteischule sind außerdem verpflichtet, das Parteileben der Studenten einwandfrei anzuleiten.

Um die Vorlesungs- und Erziehungsarbeit erfolgreich zu leisten, müssen sich die Lehrer der Parteischule fest mit der Politik unserer Partei ausrüsten und mit der Wirklichkeit unseres Landes sowie dem realen Stand der Parteiarbeit konkret vertraut machen.

Die Zentrale Parteischule muß für die Lehrer ein System zur Erläuterung der Politik der Partei einführen und ihnen die jeweiligen politischen Orientierungen der Partei rechtzeitig erklären sowie ständig Foren über die Politik der Partei organisieren. Künftig, wenn das ZK der Partei seinen Mitarbeitern die Politik der Partei erläutert, muß es die Lehrer der Zentralen Parteischule einbeziehen. Gleichzeitig ist es ratsam, daß die Abteilungsleiter oder deren Stellvertreter des ZK der Partei oft die Parteischule aufsuchen, um den Lehrern die Beschlüsse und Informationen der Partei zu übermitteln.

Die Lehrer der Zentralen Parteischule sind in die praktische Parteiarbeit einzubeziehen, zum Beispiel in die Revisionsarbeit, die das ZK der Partei organisiert. Dann können sie sich damit vertraut machen, wie die politische Reife der jetzigen Parteiarbeiter ist, was man auf welche Weise machen soll, um die Parteiverbundenheit der Parteimitglieder zu stählen.

Um die Lehrer der Zentralen Parteischule in die praktische Parteiarbeit einzubeziehen, muß man deren Zahl vergrößern, so daß sie abwechselnd die Wirklichkeit kennenlernen können. Obwohl jetzt die Lage der Arbeitskräfte im Lande angespannt ist, darf man mit den Arbeitskräften nicht geizen, um die Parteiarbeiter auszubilden. Es ist empfehlenswert, in der Parteischule etwa 20 Lehrer zusätzlich einzusetzen.

Die Studenten der Zentralen Parteischule sollen nicht darüber klagen, daß sie früher nicht lernen konnten, sondern müssen fleißig lernen. Wissen ist Macht. Ein Unwissender kann nicht tüchtig arbeiten. Die Studenten der Parteischule müssen die Politik unserer Partei eingehend und ebenso die Prinzipien des Marxismus-Leninismus gut studieren. Auf diese Weise sollen sie sich ein theoretisches Fundament schaffen, auf dem sie künftig eine beliebige Aufgabe geschickt ausführen können.

In den Studienjahren müssen die Studenten der Zentralen Partei­schule die Hauptkraft auf die Stählung der Parteiverbundenheit konzen­trieren. Jeder, ganz gleich, wer es auch sei, wird ideologisch abtrünnig, wenn er seine Parteiverbundenheit nicht stählt. Der Hauptweg zur Stählung der Parteiverbundenheit besteht darin, gewissenhaft am Leben der Parteiorganisation teilzunehmen. Die Studenten der Parteischule müssen sich aktiv daran beteiligen und negative Erscheinungen energisch bekämpfen.

Unter den Studenten des Einjahreskurses gibt es viele Genossen, die früher am revolutionären Kampf mitgewirkt haben. Besonders sie müssen gewissenhaft am Leben in der Parteiorganisation teilnehmen. Sie dürfen sich nicht damit brüsten, daß sie früher im Revolutionskampf standen, sondern müssen sich ständig als ein würdiger Revolutionär benehmen.

Die Lehrer und Studenten der Zentralen Parteischule sind verpflichtet, sich immer gut mit der Wirklichkeit unseres Landes und der innerparteilichen Lage vertraut zu machen.

Seitdem unser Volk mit dem Wiederaufbau in der Nachkriegszeit begonnen hat, sind 2 Jahre vergangen. Stellt man über den zweijährigen Wiederaufbau Bilanz auf, so stellen wir eine Reihe von Erfolgen fest, aber es gibt auch nicht wenige Mängel.

Früher haben wir keine Kräfte auf den Städtebau konzentriert. Möglicherweise hält man das für einen Mangel; meines Erachtens hat man aber vielmehr recht, wenn man sagt, das war unvermeidlich gewesen.

Wir sind noch nicht in der Lage, die Kräfte auf den Städtebau zu konzentrieren. Um großzügig Städte aufzubauen, muß man die Metall-, Maschinenbau- und Baustoffindustrie wiederherstellen und entwickeln und so Stahlerzeugnisse, Zement und Baumaschinen massenhaft produzieren; dazu reicht aber unsere Kraft noch nicht aus. Deshalb kann man den Städtebau nicht voll in Gang bringen.

Diese Situation hängt auch mit der angespannten Arbeitskräftelage des Landes zusammen. Um den Städtebau parallel zum Industriebau durchzuführen, braucht man ungeheuer viel Arbeitskräfte. Die für den Städtebau erforderlichen Arbeitskräfte zu verstärken, bedeutet, diejenigen auf dem Dorf zu reduzieren. Wir haben nach dem Krieg nicht wenig Geldmittel in der Landwirtschaft angelegt, aber die Agrarproduktion hat das Niveau in der Vorkriegszeit noch nicht erreicht; das ist darauf zurückzuführen, daß es auf dem Dorf an männlichen Arbeitskräften im mittleren Alter mangelt. Da die Agrarproduktion nicht mechanisiert ist, müßte man, wenn man ländliche Arbeitskräfte für den Städtebau einsetzen wollte, Lebens­mittel importieren. Deshalb können wir keine solchen Arbeitskräfte für den Städtebau zur Verfügung stellen.

Auch künftig haben wir uns im Städtebau auf den Bau von Wohnungen für die Werktätigen zu beschränken. Die Zentrale Parteischule muß ebenfalls darauf verzichten, ein neues Schulgebäude zu errichten, dafür die vorhandenen Gebäude ordnungsgemäß instand setzen und sie nutzen.

Im kommenden Jahr gilt es weiterhin, große Kräfte für den Wieder­aufbau und die Weiterentwicklung der Industrie und Landwirtschaft einzusetzen.

Vor allem ist die Industrie rasch voranzubringen. Besonders notwendig ist es, die Metall-, Maschinenbau- und Baustoffindustrie schnell wiederherzustellen und auszubauen.

Im Maschinenbau sind viele Transformatoren, Elektromotoren und Wasserpumpen herzustellen, damit der Eigenbedarf daran gedeckt werden kann. Nur so ist es möglich, sowohl die Landwirtschaft rasch zu entwickeln als auch den Städtebau erfolgreich durchzuführen. Das ist der Grund, weshalb wir die Aufmerksamkeit vorrangig auf die Wieder­herstellung und Weiterentwicklung des Maschinenbaus richten.

In der Baustoffindustrie gilt es, die Zement- und Ziegelproduktion rasch zu steigern. In diesem Bereich gibt es jetzt viele große Betriebe, darunter auch die Keramischen Werke Kangnam und Taesong. Ihre Technologien sind aber teilweise noch nicht vervollkommnet und können deshalb nicht die gewünschte Leistung bringen. In diesem Bereich sind die vorhandenen Betriebe rasch zu vervollkommnen und auszubauen.

Durch eine schnelle Entwicklung der Landwirtschaft müssen wir die Getreideproduktion entschieden erhöhen, um den Eigenbedarf an Nahrungsmitteln aus eigener Produktion zu decken.

Im Jahre 1957 werden wir in bestimmtem Maße die Basis für die Industrie geschaffen und auch eine Vielzahl nationaler technischer Kader ausgebildet haben. Das ermöglicht es uns, die Aufbauarbeit in hohem Tempo voranzubringen.

Auch unsere Parteiarbeit läßt noch viel zu wünschen übrig.

Der größte Mangel in unserer Parteiarbeit besteht darin, daß keine befriedigende organisatorische Arbeit geleistet wird.

Die organisatorische Arbeit bedeutet, das Parteileben der Parteimitglieder zu organisieren und anzuleiten. Manche Partei­organisationen beschränken sich jetzt nur darauf, Sitzungsprotokolle anzufertigen oder die Parteimitglieder zu registrieren, unterlassen es, das Parteileben der Parteimitglieder richtig zu organisieren und anzuleiten.

Vor kurzem hat das ZK der Partei die Arbeit der Partei­organisationen im Bezirk Süd-Hwanghae überprüft, und danach zu urteilen, haben viele Funktionäre dieses Bezirkes, angefangen von den der Bezirksebene bis zu den der Gemeindeebene, Staatsvermögen entwendet und vergeudet. Das zeugt davon, daß die Parteiorgani­sationen aller Ebenen in diesem Bezirk das Parteileben der Parteimitglieder nicht richtig organisierten und anleiteten. Hätten sie sich damit beschäftigt und die Stählung ihrer Parteiverbundenheit verstärkt, wären keine solchen Erscheinungen aufgetreten.

Auch die Arbeitsmethoden der Parteiarbeiter sind zu bemängeln. Man kann diese Mängel in zwei Kategorien einteilen: Der eine besteht darin, daß die Parteiarbeiter die Arbeit der Verwaltungsorgane übernehmen, und der andere darin, daß sie den Funktionären der Verwaltungsorgane hinterhertraben. Auf diese Weise lösen sie so etwas wie die Materialfrage, anstatt die Verwaltungs- und Wirtschaftstätigkeit parteimäßig anzuleiten. Alle diese Erscheinungen haben mit der Arbeitsmethode unserer Partei nichts zu tun.

Wir müssen die Mängel in der Parteiarbeit rasch überwinden.

Zum Schluß sei erneut hervorgehoben, daß die Zentrale Parteischule die Stählung der Parteiverbundenheit der Studenten als die wichtigste Aufgabe betrachten und auf dieser Basis die Vorlesungs- und Erziehungsarbeit durchführen muß.