4. Juni 1937 // Reden
Kim Il Sung // Beharrlich für die Wiedergeburt des Vaterlandes kämpfen

Beharrlich für die Wiedergeburt des Vaterlandes kämpfen

4. Juni 1937

Rede vor den Einwohnern von Pochonbo


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Liebe Landsleute, Brüder und Schwestern!

Wir, die Kämpfer und Kommandeure der Koreanischen Revolutionä­ren Volksarmee, kämpfen gegen die japanischen Imperialisten im Na­men der Wiedergeburt des Vaterlandes und der Befreiung der Nation.

Wir freuen uns sehr über dieses denkwürdige Zusammentreffen mit unseren im Vaterland herbeigesehnten Landsleuten auf dem Feld der siegreichen Schlacht mit den japanischen imperialistischen Ero­berern.

Im Namen der KRVA möchte ich Ihnen und allen Patrioten des Lan­des, die unserer Revolutionsarmee große materielle und moralische Un­terstützung gewährt haben, auf das Herzlichste danken.

Liebe Mitbürger!

Die japanischen imperialistischen Räuber haben heute unser ganzes Heimatland mit einem Netz von Armee-, Gendarmerie- und Polizeiein­heiten überzogen, sie haben alle möglichen drakonischen Gesetze fabri­ziert, um zahllose Patrioten zu verhaften, ins Gefängnis zu werfen und bestialisch zu ermorden, sie halten unser Volk in schändlicher Sklaverei.

In dem Versuch, die nationale Gesinnung aus dem Bewußtsein unseres Volkes zu verdrängen, verkündeten die hinterhältigen japanischen Imperia­listen lauthals, daß „Japan und Korea ein einheitliches Ganzes“ seien, daß die „Japaner und Koreaner die gleichen Vorfahren“ hätten, sind bestrebt, auf diese Weise unserer Nation gewaltsam „Geist der Treue zum Kaiser“ einzuflößen; sie wollen sogar unsere Nationalkultur mit ihrer ruhmreichen fünftausendjährigen Geschichte und unsere schöne Muttersprache aus der Welt schaffen.

Die japanischen imperialistischen Räuber verstärken die Ausbeutung und Ausplünderung unseres Volkes immer mehr, bemächtigen sich aller Reichtümer unseres Landes. Sogar nach dieser abgelegenen Gebirgsge­gend strecken sie ihre räuberischen Krallen aus und plündern unbarm­herzig unsere Wälder, den wertvollen Schatz des koreanischen Volkes. Die japanischen Imperialisten, die euch wie Vieh zur Zwangsarbeit trei­ben und erbarmungslos den letzten Tropfen Blut und Schweiß aus euch herauspressen, geben euch nicht einmal die Möglichkeit, in Ruhe die Rodewirtschaft auf Schwenden zu betreiben. Durch diese Politik seid ihr gezwungen, eine erbärmliche Existenz zu fristen und zu versuchen, euch von Baumrinde und Kräuterwurzeln zu ernähren; nicht jeder hat die Möglichkeit, sich aus grobem Leinen Bekleidung zu nähen, und alle seid ihr dazu verurteilt, bettelarm in erbärmlichen Hütten zu leben.

In jüngster Zeit verstärken die japanischen imperialistischen Räuber die Machenschaften zur Aggression gegen das chinesische Festland mit noch größerer Aktivität, und gleichzeitig verüben sie wie besessen fa­schistische Repressalien und bestialische Ausplünderung unseres Volkes.

Unsere Nation steht heute wahrlich an der Schwelle zwischen Leben und Tod; ganz Korea hat sich in eine Einöde, ja in ein Land der Finster­nis verwandelt, es ist zu einer wahren Hölle geworden.

Liebe Mitbürger!

Es ist eine Gesetzmäßigkeit: Wo Unterdrückung herrscht, entsteht Widerstand. Energiegeladene junge Menschen und Patrioten unseres Landes erhoben sich entschlossen zum heiligen antijapanischen Kampf, um die Unterdrückungspolitik der japanischen Imperialisten zu durch­kreuzen.

Die KRVA, die berufen ist, den Weg zur Rettung unserer Nation zu bahnen und die Wiedergeburt des Vaterlandes zu erringen, kämpft mit der Waffe in der Hand seit nahezu 7 Jahren heldenmütig gegen die japa­nischen imperialistischen Eroberer in Korea und in den Weiten der Man­dschurei. Unsere Revolutionsarmee zerschlug die Feinde überall, fügte dem kolonialen Herrschaftssystem des japanischen Imperialismus einen spürbaren militärischen und politischen Schlag zu, sie trug Hoffnung in unsere Nation, die vom Kummer der heimatlosen Sklaven erdrückt ist.

Unsere Kräfte wachsen, auch die Kräfte der Weltrevolution werden stärker. Die Unterstützung unseres Kampfes durch die progressiven Völker der ganzen Welt nimmt zu; und wir werden die große historische Sache, die Wiedergeburt des Vaterlandes, unbedingt verwirklichen und den endgültigen Sieg erringen.

Die japanischen imperialistischen Eroberer, die in Panik verfielen angesichts der kühnen Aktionen und gewaltigen Kampferfolge der hel­denmütigen Kämpfer unserer Revolutionsarmee, die im blutigen Kampf den Weg nach vorn bahnen, unternehmen verzweifelte Versuche, die KRVA zu „unterwerfen“; in der letzten Zeit haben sie die Überwachung der Grenze beträchtlich verstärkt in dem vergeblichen Versuch, das Vordringen unserer Revolutionsarmee in das Innere Koreas zu verhin­dern. So tief sind die Feinde gesunken, daß sie eine beschämende Farce inszenierten, mit der sie die Menschen überzeugen wollten, daß die KRVA „völlig vernichtet“ sei.

Liebe Mitbürger! Trotz der verzweifelten Versuche der japanischen Imperialisten ist die KRVA nach wie vor unversehrt und stark und be­weist ihre Macht vor der ganzen Welt.

Die KRVA marschierte in Korea ein und durchbrach die Grenzab­sperrungen, die die japanischen Imperialisten prahlerisch „eiserne Wand“ nennen. Vor einigen Tagen nahm unsere Armee, die im Gebiet Musan klug operierte, den Gegner unter rächendes Feuer, und heute beweist sie hier in Pochonbo deutlich den unerschütterlichen Kampfgeist und den hohen Elan unserer Nation.

Unsere Revolutionsarmee vernichtete soeben das Polizeirevier, das Unterkreisamt und andere Unterdrückungsorgane der herrschenden japanischen Imperialisten zusammen mit den darin befindlichen japani­schen imperialistischen Aggressoren, diesen Erzfeinden unserer Nation, die euch schreckliche Leiden und Zwangsarbeit brachten.

Liebe Mitbürger! Seht die lodernde Flamme! Sie ist der Vorbote des Untergangs des Feindes. Diese Flamme verkündet der ganzen Welt, daß unsere Nation nicht tot ist, daß sie lebt, daß sie im Kampf mit den räube­rischen japanischen Imperialisten siegen kann. Sie wird als Morgenröte der Hoffnung in den Herzen unserer Nation leuchten, die unter dem Joch der grausamen Unterdrückung und des Hungers stöhnt, aus dieser Flamme wird der Kampf in ganz Korea entbrennen.

Die koreanische Nation und die japanischen Imperialisten haben kei­ne „gleichen Vorfahren“. Wir glauben nicht dem Geschwätz des Fein­des, daß „Japan und Korea ein einheitliches Ganzes“ seien.

Unsere KRVA wird, die rächenden Bajonetten fester in ihrer Hand haltend, unsere 23 Millionen Landsleute, die unter dem Joch des Hun­gers und Elends, der Unwissenheit und Finsternis schmachten, befreien, die Wiedergeburt des Vaterlandes unbedingt erringen und auf dem Bo­den des unabhängigen Heimatlandes einen von Ausbeutung und Unter­drückung freien Staat des Volkes aufbauen.

Liebe Mitbürger! Die Wiedergeburt des Vaterlandes ist für die kore­anische Nation heute eine Frage von Leben und Tod.

Es steht uns nicht an, angesichts unserer tragischen Lage und unseres bitteren Loses unter der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialis­mus, die Hände in den Schoß, zu klagen. Ich rufe euch auf, euch unter dem Banner der antijapanischen nationalen Einheitsfront noch enger zusammenzuschließen und euch wie ein Mann zum heiligen Kampf für die Zerschlagung der Aggressoren, der japanischen Imperialisten, für die Verwirklichung der großen Sache, der Wiedergeburt des Vaterlan­des, zu erheben. Der Kampf ist der einzige Weg zum Leben, der Weg zur nationalen Wiedergeburt.

Liebe Mitbürger! Beseitigt kühn alle Hindernisse auf eurem Weg, schließt euch mit flammenden Herzen und unter vollem Einsatz der Kräfte zusammen und helft einander, erhebt euch zum heiligen antijapa­nischen Kampf für die Unabhängigkeit Koreas und gebt alles dafür: Wer Kraft hat, gebe Kraft, wer Kenntnisse hat, möge seine Kenntnisse geben, wer Geld hat, möge Geld geben.

Um alle volksfeindlichen Akte des japanischen Generalgouverne­ments in Korea, jenes Parasiten, der sich am Blut unserer Nation mästet, vollständig zu durchkreuzen, müßt ihr den Kampf in verschiedenen Formen führen.

Es ist eure Pflicht, die Lügenpropaganda der japanischen imperialisti­schen Eroberer gründlich zu vereiteln, unsere Sprache, unsere Schrift, unsere nationale Gesinnung konsequent zu verteidigen und auf diese Wei­se den unbeugsamen Geist der koreanischen Nation zu demonstrieren.

Liebe Mitbürger, ich rufe euch auf, hohen Nationalstolz und festen Glauben zu zeigen, daß die alles besiegende KRVA die Unabhängigkeit unseres Landes unbedingt erringen wird, ich rufe euch auf, beharrlich zu kämpfen und der KRVA materielle und moralische Unterstützung zu gewähren. Möge diese Flamme immer stärker in ganz Korea lodern.

Landsleute, Brüder und Schwestern!

Der endgültige Sieg gehört uns, den Kämpfern für die Wiedergeburt des Vaterlandes.

Schreiten wir alle kühn voran zu unserem neuen Treffen auf dem Boden des wiedergeborenen Vaterlandes, jenem Tag, an dem wir mit voller Stimme rufen: „Es lebe die Unabhängigkeit!“, zu einem Leben voller Glück.

Es lebe die Unabhängigkeit Koreas!

Es lebe die koreanische Revolution!