20. September 1945 // Artikel
Kim Il Sung // Der Aufbau eines neuen Korea und die nächsten Aufgaben der Kommunisten

Der Aufbau eines neuen Korea und die nächsten Aufgaben der Kommunisten

20. September 1945

Gespräch mit Politarbeitern vor ihrer Entsendung in die Bezirke


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Ich möchte auf einige Aufgaben eingehen, die Sie in den Bezirken erfüllen müssen.

Bisher führten wir den blutigen bewaffneten antijapanischen Kampf für die Wiedergeburt des Vaterlandes und müssen nun ein Höchstmaß an Anstrengungen für den Aufbau eines neuen Korea einsetzen.

Um den Aufbau des Staates zu beschleunigen und die koreanische Revolution erfolgreich zu verwirklichen, müssen wir eine Partei schaf­fen, die Macht errichten sowie, die breiten Massen mobilisierend, das Fundament der Wirtschaft und Kultur legen. Wenn wir diese histori­schen Aufgaben richtig lösen wollen, müssen wir uns vor allem selbst unter die Volksmassen begeben und aktiv eine entsprechende Vorberei­tungsarbeit leisten. Eben darin besteht unsere vorrangige und aktuelle Aufgabe. Zur Verwirklichung dieses Vorhabens haben wir auch be­schlossen, Sie in die verschiedenen Gebiete des Landes zu delegieren. Sie haben die Pflicht, den Ihnen übertragenen verantwortungsvollen Auftrag gründlich zu durchdenken und an Ihren Einsatzorten so gut wie nur möglich zu arbeiten, so wie es sich für Revolutionäre gehört.

Vor allem sollen Sie den Volksmassen den richtigen Kurs bewußt machen, den Korea einschlagen wird.

Unser Volk, das lange Jahre die koloniale Zwangsherrschaft des ja­panischen Imperialismus zu ertragen hatte und schließlich die Befreiung des Landes erkämpfte, offenbart jetzt beim Aufbau des Staates immer größeren Enthusiasmus und hohe Aktivität. Doch können sich die Volksmassen noch nicht völlig klar vorstellen, auf welchem Weg und wie sie voranschreiten werden. Dies haben Sie ihnen deutlich zu erklä­ren und den Weg zu zeigen, den Korea einschlagen muß. Schon die Er­kenntnis dieser Tatsache wird es ihnen ermöglichen, mit dem Blick auf eine helle Perspektive den Kampf für die Neugestaltung des Vaterlandes zu verstärken und den Staatsaufbau erfolgreich voranzutreiben.

Überall trifft man heutzutage Vertreter von Kräften verschiedener Couleurs, die sich alle als „Revolutionäre“ und „Patrioten“ ausgeben, ihre Thesen rühmen und lauthals von den Wegen der künftigen Ent­wicklung Koreas reden. Die einen behaupten, daß der Feudalismus in Korea restauriert werden müsse, andere sind für die Errichtung einer bürgerlichen Ordnung. Wieder andere bestehen darauf, daß unser Land unmittelbar den Weg zum Sozialismus einschlagen muß. All diese Be­hauptungen sind falsch und stehen im Widerspruch zur Wirklichkeit in Korea und zu den Forderungen unseres Volkes.

Unser Land befindet sich heute, wie wir bereits sagten, im Stadium der antiimperialistischen und antifeudalen demokratischen Revolution. Des­halb müssen wir einen Weg einschlagen, der zur Beseitigung der uns verbliebenen Überreste des japanischen Imperialismus und Feudalismus und zur Errichtung einer wahrhaft demokratischen Gesellschaft führt. Eben das fordert die reale Situation unseres Landes, dies allein erstreben unsere Volksmassen. Nur auf diesem Weg können wir die volle Unab­hängigkeit des Landes erringen, einen mächtigen, souveränen und unab­hängigen demokratischen Staat aufbauen, unserem Volk wahre Freiheit, Rechte und Glück bringen und schließlich das Erblühen unserer Nation erreichen.

Sie sollen unter den Massen unsere Linie des Aufbaus des Staates aktiv erläutern und propagieren. Gestützt auf progressive Menschen, Zeitungen und andere Propagandamittel mobilisierend, ist den Volks­massen unsere Linie des Aufbaus des Staates umfassend zu erläutern, damit sie klar verstehen, wo der künftige richtige Weg Koreas liegt, und damit sie festen Schrittes auf diesem Wege voranschreiten.

Eine wichtige Aufgabe, die jetzt vor uns steht, ist die zuverlässige Vorbereitung auf beliebige überraschende Ereignisse.

In Südkorea haben sich gegenwärtig die US-Truppen, die Truppen eines imperialistischen Staates, festgesetzt; sie haben dort eine Militär­administration eingeführt, und unter ihrer Schirmherrschaft betreiben die projapanischen Elemente und Verräter an der Nation immer offener ihre volksfeindlichen Handlungen. Im befreiten Vaterland ist eine äu­ßerst instabile Lage im Entstehen; man kann nicht vorausahnen, wann welches Ereignis eintreten wird.

Deshalb müssen wir uns konsequent auf beliebige überraschende Er­eignisse vorbereiten. Nur so können wir unsere großen Siege, die wir in dem langen blutigen Kampf für die Wiedergeburt des Vaterlandes er­rungen haben, verteidigen und gleichzeitig die Sache des Aufbaus des Staates erfolgreich verwirklichen.

Um auf mögliche jäh eintretende Ereignisse vorbereitet zu sein, müssen wir in Kanggye, Huichon, Hyesan, Chonma und in anderen Gebirgsgegenden feste Stützpunkte errichten, von denen aus wir im Ernstfall kämpfen können. Wie wir aus den Erfahrungen des bewaff­neten antijapanischen Kampfes wissen, ist die Errichtung derartiger zuverlässiger Stützpunkte, an die man sich bei einer plötzlichen Kom­plikation der Lage halten kann, von überaus großer Bedeutung.

Die in die Bezirke zu entsendenden Genossen müssen eine richtige Vorstellung von den Zielen und der Bedeutung der Stützpunkte haben, die wir im Ernstfall als Kampfposten benutzen können, und sich mit allem gebotenen Ernst für diese Sache einsetzen.

So haben Sie z. B. an Ihren Einsatzorten in großem Maßstab halbmi­litärische Produktionsabteilungen und Selbstverteidigungsgruppen aus den besten Jugendlichen zu bilden, sie alle konsequent zu erziehen und auszubilden. Außerdem sollten Sie in ausreichender Menge Vorräte an Nahrungsmitteln, Uniformen, Waffen und anderen militärischen Aus­rüstungen anlegen.

Ihre besondere Aufmerksamkeit muß der aktiven politischen Erzie­hung der Bevölkerung und der Schaffung einer zuverlässigen Massen­basis gelten, auf die wir uns im Kampf mit dem Feind stützen können, wenn plötzlich eine komplizierte Lage eintreten sollte.

Ferner müssen wir uns aktiv mit den Vorbereitungsarbeiten zur Gründung einer revolutionären Partei der Arbeiterklasse befassen.

Die Forderung, eine marxistisch-leninistische Partei als Revoluti­onsstab so schnell wie möglich zu gründen, wird nachdrücklich durch die derzeitige Realität unseres Landes diktiert. Ohne die Gründung einer revolutionären Partei der Arbeiterklasse können wir weder die Volksmassen zusammenschließen und aktiv für den Aufbau des Staa­tes mobilisieren noch unsere Revolution erfolgreich verwirklichen.

Für die Gründung der Partei müssen in verschiedenen Gebieten Partei­organisationen gebildet werden. Schon jetzt gibt es in einigen Gegenden Organisationen der KP; jedoch gibt die allgemeine Lage keinen Anlaß zu der Annahme, daß die Bildung der Parteiorganisationen erfolgreich ablau­fen würde. Ihre Aufgabe ist es, sich konkret mit der Situation in den be­reits gebildeten Parteiorganisationen vertraut zu machen, sie zu verstärken und gleichzeitig energisch auf die Bildung neuer Parteiorganisationen in den Gebieten, wo sie benötigt werden, hinzuarbeiten.

Für die Bildung neuer Parteiorganisationen und die Erweiterung der Reihen der Partei muß die Aufnahme neuer Mitglieder in die Partei ver­bessert werden. Wir müssen den progressiven Teil der Arbeiter, der Kleinbauern und der leibeigenen Bauern umfassend für die Partei gewin­nen. Wenn wir diese Menschen in die Partei aufnehmen, dürfen wir keine allzu großen Forderungen an ihren Bildungsstand erheben. Der Bildungs­stand unserer Arbeiter und Bauern kann nicht hoch sein, da sie in der Vergangenheit gar keine Möglichkeit zum Lernen hatten. Deshalb dürfen wir sie allein mit dem Hinweis darauf nicht als unwürdig für den Eintritt in die Partei ansehen. Worauf es ankommt, ist nicht der Bildungsstand, sondern die Ideologie. Jene wenig gebildeten Menschen, die ideologisch überzeugt und bereit sind, mit uns in den Reihen der Revolution das Schicksal zu teilen, müssen in die Partei aufgenommen werden. Sie soll­ten sich unter den werktätigen Massen aufhalten, um die Arbeiter, die Kleinbauern und die leibeigenen Bauern zu studieren, die Besten auszu­wählen und in großer Zahl in die Partei aufzunehmen, die vorbehaltlos für die Neugestaltung des Vaterlandes kämpfen, und auf diese Weise ein möglichst schnelles Wachstum der Parteireihen erreichen.

Bei der Aufnahme neuer Mitglieder müssen Sie darauf achten, daß sich keine parteifremden Elemente in die Reihen der Partei einschleichen können. Wir dürfen keinen Augenblick vergessen, daß die Helfershelfer der japanischen Imperialisten und andere parteifremde Elemente aller Schattierungen Versuche unternehmen, in die Reihen unserer Partei ein­zudringen. Sie sollten ständig hohe Wachsamkeit üben und die Aufnahme neuer Mitglieder in die Partei mit allem Ernst betreiben, um die Reinheit ihrer Reihen konsequent zu wahren.

Ein weiteres wichtiges Moment bei der Gründung einer revolutionä­ren Partei ist die Vorbereitung ihres Kerns.

Die Vorbereitung eines zahlenmäßig bedeutenden Parteikerns wird es uns ermöglichen, die ganze gewaltige Masse von Menschen, die nach der Gründung in unsere Partei eintreten werden, zu wahren Revolutionä­ren zu erziehen und die Partei erfolgreich zu festigen und weiterzuent­wickeln. Ebendeshalb gilt es, ein Höchstmaß an Anstrengungen für die Vorbereitung des Kerns aufzuwenden. Die Aktivisten aus den werktäti­gen Massen kennen zu lernen und zu studieren, unermüdlich zu erziehen und sie im Prozeß des Aufbaus des Staates zu prüfen und zu stählen – dies ist der Weg, auf dem wir den Kern schmieden und ihn ständig aus­bauen müssen.

Aus dem Kern sind konsequent Kader für die Parteiorganisationen zu gewinnen. Nach den uns vorliegenden unvollständigen Angaben können wir nicht sagen, daß die in den Orten bereits gebildeten Parteiorganisa­tionen gut mit Kadern besetzt wären. Doch ohne die zuverlässige Auf­füllung der Reihen der Kader ist es unmöglich, die Parteiorganisationen zu festigen und ihre Rolle zu verstärken. Für die leitenden Funktionen in den neu zu bildenden Parteiorganisationen sind zuverlässige Genossen zu gewinnen, und gleichzeitig ist der Kaderapparat der bereits bestehen­den Parteiorganisationen von parteifremden Elementen und politischen Spekulanten zu säubern; ihre Stelle müssen Funktionäre aus dem Partei­kern einnehmen.

Überaus große Anstrengungen sind ferner der Schaffung und Festi­gung örtlicher Machtorgane zu widmen.

Nur wenn wir eine wirkliche Volksmacht errichten, können wir sie als Waffe benutzen und die verschiedenartigen Machenschaften der Feinde vollständig durchkreuzen, die Gesellschaft demokratisch um­gestalten und den Sieg in der Revolution erringen.

Bereits heute bestehen auf Initiative des Volkes in einzelnen Gegen­den des Landes Volkskomitees; doch an vielen Orten gibt es sie noch nicht. Sie haben sich dafür einzusetzen, daß so schnell wie möglich in ausnahmslos allen Gebieten Organe der Volksmacht geschaffen werden und sich ihre Rolle verstärkt. Auf diese Weise ist ein sicheres Funda­ment für die Bildung einer demokratischen Zentralregierung zu legen.

Wichtig bei der Schaffung von Organen der Volksmacht ist, diese mit zuverlässigen Funktionären zu versehen. Von seinem ganzen Cha­rakter her unterscheidet sich das Volkskomitee grundlegend von den Verwaltungsämtern der Bezirke oder Kreise aus der Zeit der Herrschaft des japanischen Imperialismus, ist es doch ein Machtorgan, das den In­teressen der Volksmassen dient. Folglich müssen die wahren Diener des Volkes, die das Vertrauen der Volksmassen haben und bereit sind, auf­opferungsvoll für das Wohl des Volkes zu arbeiten, in diesen Machtor­ganen vertreten sein.

Gleichzeitig ist es wichtig, daß die Funktionäre in den Organen der Volksmacht sich den richtigen Arbeitsstil aneignen. Wenn die Funktio­näre eines Volkskomitees dem Volk Weisungen und Befehle erteilen, wie es die Beamten während der Herrschaft des japanischen Imperia­lismus taten, werden sie die Unterstützung der Volksmassen nicht erhal­ten. Schließlich wird es dann nicht möglich sein, die Rolle der Organe der Volksmacht zu verstärken. Sie sollten die Funktionäre in den Orga­nen der Volksmacht unermüdlich dazu erziehen, sich den richtigen Ar­beitsstil anzueignen, sollen ihnen ein lebendiges Vorbild für einen volksverbundenen Arbeitsstil geben. Auf diese Weise ist zu erreichen, daß sich die Funktionäre in den Organen der Volksmacht wirklich solch einen Arbeitsstil erarbeiten, sich stets auf die Kraft der Volksmassen zu stützen, sich ständig unter ihnen aufzuhalten, auf ihre Stimme zu hören und mit ihnen Leben und Gefahren, Freud und Leid zu teilen.

Eine wichtige Aufgabe, deren Lösung heute unsere Aufmerksamkeit gelten muß, besteht darin, wirksam tätig zu sein, um die Unruheherde im öffentlichen Leben zu beseitigen und den Schutz der Sicherheit des Volkes klug zu organisieren.

In unserem Land herrscht heute eine sehr komplizierte Lage, und es kommt zu zahlreichen Verletzungen der öffentlichen Ordnung. In dem Ver­such, die Neugestaltung des Vaterlandes zu stören, machen sich die Hel­fershelfer der japanischen Imperialisten und andere Reaktionäre, die sich maskiert unter den Massen aufhalten, diese Umstände zunutze, um ver­schiedene Verschwörungen und Intrigen anzuzetteln. Es muß betont wer­den, daß seit der Landung der Truppen der USA in Südkorea die Umtriebe der projapanischen Elemente und der Verräter an der Nation mit jedem Tag offenkundiger werden. Unter diesen Bedingungen müssen wir alle hohe Wachsamkeit üben und konsequent gegen die Umtriebe der projapanischen Elemente, der Vaterlandsverräter und der anderen Reaktionäre auftreten.

Um die Machenschaften der Reaktion zu durchkreuzen, den Aufbau des Staates erfolgreich zu sichern und die Sicherheit des Volkes zuver­lässig zu schützen, müssen wir die Kräfte der breiten Volksmassen mo­bilisieren und gleichzeitig Sicherheitsorgane des Volkes schaffen. An Ihren Einsatzorten haben Sie entsprechend den örtlichen Bedingungen Si­cherheitsabteilungen und andere Sicherheitsorgane des Volkes aus den besten Vertretern der Jugend zusammenzustellen. Auf diese Weise ist die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und sind die Errungenschaf­ten beim Aufbau des Staates, das Leben und das persönliche Vermögen der Einwohner zuverlässig gegen die Anschläge der Feinde zu schützen.

Eine weitere wichtige Aufgabe besteht darin, daß Sie unermüdlich dazu beitragen, die zerstörte Industrie wiederaufzubauen und in Gang zu bringen sowie stabile Lebensbedingungen für das Volk zu sichern.

Nach der Niederlage zerstörten die japanischen Imperialisten bei ihrer Flucht erbarmungslos die Fabriken, Erzbergwerke, Eisenbahnlinien und Kraftwerke. Deshalb sind sie zur Zeit außer Betrieb. Dies ist wirklich von großem Schaden für unser Volk, das gerade erst seine Befreiung erkämpft hat. Keinesfalls dürfen wir jedoch resignieren und verzagen. Wir müssen um jeden Preis mit eigenen Kräften die zerstörten Betriebe wiederaufbau­en und in Gang setzen, um ein solides ökonomisches Fundament des Landes zu legen.

Vor allem sollten Sie die Betriebe, die früher den japanischen Impe­rialisten gehörten, in die Hände nehmen und den Wiederaufbau der zer­störten Objekte organisieren. Danach ist unverzüglich die Produktion aufzunehmen.

Schwierigkeiten beim Wiederaufbau und bei der Produktionsaufnah­me der Betriebe wird Ihnen das Arbeitskräfteproblem bereiten. Also müs­sen Sie, indem Sie den Arbeitern die notwendigen Bedingungen für eine ruhige Arbeit in den Betrieben schaffen, ihre Fluktuation verhindern.

Auch die Erziehungsarbeit unter den Arbeitern ist zu verbessern. Sie müssen ihnen klar erläutern, daß ihre Arbeit in der Vergangenheit den japanischen Imperialisten und Kapitalisten zugute kam, daß sie aber jetzt als die Herren des Landes, als die Herren der Fabriken begonnen haben, zum Wohle des Vaterlandes und des Volkes, zu ihrem eigenen Wohle zu arbeiten. Auf diesem Wege ist zu erreichen, daß sie als die wahren Herren ein Höchstmaß an Anstrengungen für den Wiederaufbau und die Ingangsetzung der Betriebe aufwenden.

Besonders große Aufmerksamkeit sollten Sie dem Leben des Volkes schenken. Heute geht in der öffentlichen Ordnung vieles durcheinander, und die Wirtschaft des Landes funktioniert nicht wie sie sollte, so daß es die Bevölkerung überaus schwer hat. Sie müssen so schnell wie möglich die Fabriken wiederaufbauen und in Gang setzen, die Arbeitslosigkeit beseitigen und so den Arbeitern ein stabiles Leben sichern und alle Ar­ten von Störungen, die die Normalisierung des Lebens des Volkes be­hindern, entschlossen aus dem Wege räumen. Daneben müssen Sie auch Maßnahmen zur Lösung des Nahrungsmittelproblems einleiten, die Re­gistrierung des Vermögens unserer Feinde organisieren. Sie haben auch dafür zu sorgen, daß ein bestimmter Teil dieses Vermögens dem Volk übergeben wird.

Ihre nächste Aufgabe in den Bezirken wird der Wiederaufbau und die Ingangsetzung der Lehranstalten sein.

Wir müssen für die konsequente Beseitigung der Überreste des von den japanischen Imperialisten geschaffenen Bildungssystems der ko­lonialen Sklaverei und für die Errichtung eines volksverbundenen und demokratischen Bildungssystems kämpfen. Unsere nächste Aufgabe ist: Auswahl und Einsatz der Lehrer, Wiederaufbau und Sicherung der ordnungsgemäßen Arbeit der Lehranstalten, Normalisierung des Schullebens und Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen in der gesprochenen und geschriebenen Muttersprache.

Wir dürfen weder die Bedeutung der Bildung unterschätzen und die­se Sache in den Hintergrund stellen noch uns gleichgültig dazu verhal­ten. Denn wir Kommunisten machen ja die Revolution schließlich zum Wohle unserer künftigen Generationen. Sie müssen immer daran den­ken: Die Bildung ist ein Frucht bringendes und ehrenvolles Vorhaben, das der Vorbereitung der Stütze des Landes dient, die die Zukunft des Vaterlandes auf ihren Schultern tragen wird. Sie haben sich unbeirrt da­für einzusetzen, daß sich die Bildung erfolgreich entwickelt.

Weiterhin sollten Sie verstärkt den Kampf für die Beseitigung von Ideen, die Überreste aus der Herrschaftszeit des japanischen Imperia­lismus sind, sowie von feudalen Sitten und Gewohnheiten führen.

Wenn wir das nicht tun, ist es unmöglich, die Aktivitäten der Volks­massen für den Aufbau des Staates zu entfalten und ein neues, demokra­tisches Korea aufzurichten.

Die Volksmassen sind wachzurütteln und zum Kampf gegen die ideo­logischen Überreste des japanischen Imperialismus, gegen feudale Sitten und Gewohnheiten zu mobilisieren. Besonders die Jugend, die allem Neuen gegenüber aufgeschlossen ist und leidenschaftliches Gerechtig­keitsgefühl hat, soll sich aktiv für diesen Kampf einsetzen. Gleichzeitig ist das Volk durch intensive Erziehung mit patriotischen und demokratischen Ideen auszurüsten. Somit ist zu erreichen, daß die Volksmassen konse­quent die koloniale Sklavenpsychologie und den überlebten feudalen Untertanengeist in sich überwinden und mit hohem nationalem Stolz und einem neuen demokratischen Geist einmütig am Aufbau eines neu­en Lebens teilnehmen.

Um die heute vor uns stehende historische Aufgabe, den Aufbau des Staates, erfolgreich zu verwirklichen, müssen wir die breiten Volksmas­sen fest zusammenschließen.

Der Zusammenschluß der breiten Volksmassen ist das entscheidende Unterpfand für den Sieg in der Revolution. Wir müssen alle Anstren­gungen für die Vereinigung der Massen einsetzen.

Sie dürfen auf gar keinen Fall glauben, daß der Zusammenschluß der Massen leicht zu erreichen sei. Ein Teil der Volksmassen hat sich noch immer nicht vom Einfluß der antikommunistischen Demagogie befreit, die die japanischen Imperialisten in der Vergangenheit betrieben, und nicht wenige Menschen, die sich von den Machenschaften der Reaktio­näre täuschen lassen, können die Wahrheit von der Lüge nicht richtig unterscheiden. Demnach kann das kleinste Versäumnis bei der Zusam­menschließung der Massen dazu führen, daß Ihnen viele Menschen ver­loren gehen.

Sie sollten der Arbeit mit den Massen ständig Beachtung schenken, sich aktiv für deren Zusammenschluß einsetzen, die Erziehung der Mas­sen verstärken, damit sie eine richtige Vorstellung vom Kommunismus erhalten, und die Arbeit mit den verschiedenen Bevölkerungsschichten für einen festen Zusammenschluß der breiten Volksmassen energisch vorantreiben.

Zu diesem Zweck ist zunächst der organisatorische Zusammenschluß der Massen auf hohem Niveau zu erreichen. Wir müssen Massenorgani­sationen bilden, so daß die Arbeiter, die Bauern, die Jugend, die Frauen und die Kulturschaffenden jeweils in ihren Organisationen zusammen­geschlossen werden.

Ihnen obliegt die Aufgabe, die bereits bestehenden Massenorganisa­tionen richtig auf den demokratischen Weg zu führen und zu festigen. Dort, wo es sie noch nicht gibt, sind so schnell wie möglich solche Or­ganisationen zu gründen. Sie sollten die Arbeit zur Erweiterung und Fe­stigung der gesellschaftlichen Organisationen richtig anleiten, damit in kürzester Frist einheitliche Massenorganisationen entstehen, die die breiten Volksmassen vereinen.

Außerdem ist eine gute Arbeit zu leisten, um die stabile Demokrati­sche Nationale Einheitsfront zu schaffen.

Das wird auf jeden Fall die Geschlossenheit aller Bevölkerungs­schichten verstärken und alle patriotisch gesinnten demokratischen Kräfte vereinen sowie die breiten Massen aktiv für den Aufbau des Staates mobilisieren. Wir müssen die feste Demokratische Nationale Einheitsfront mit verschiedenen demokratischen Parteien und Massen­organisationen bilden und alle patriotisch gesinnten demokratischen Kräfte, die das Land und die Nation lieben, in sie aufnehmen.

In dem vollen Bewußtsein um die Bedeutung der Einheitsfront soll­ten Sie aktiv mit den patriotisch gesinnten Persönlichkeiten der ver­schiedenen Bevölkerungsschichten zusammenarbeiten, die die volle Unabhängigkeit und die demokratische Entwicklung des Landes erstre­ben, und konsequent für den Zusammenschluß der Arbeiter, Bauern und aller anderen patriotischen und demokratischen Kräfte kämpfen. Auf diesem Wege ist ein solides Fundament für die sichere Herausbildung der Demokratischen Nationalen Einheitsfront in unserem Land zu legen.

Sie sollten somit an Ihren Einsatzorten das Hauptaugenmerk in Ihrer Arbeit folgerichtig auf die Verwirklichung der genannten Aufgaben richten. Während Ihres Wirkens wird es selbstverständlich auch viele schwierige Probleme geben. Wie groß diese Hindernisse auch sein mö­gen, die sich Ihnen in den Weg stellen, Sie dürfen nicht schwanken, sondern sollten sie mit dem revolutionären Enthusiasmus, der den Kommunisten eigen ist, kühn überwinden.

Ich bin überzeugt, daß Sie mit hoher revolutionärer Gesinnung, die Sie in der Zeit des bewaffneten antijapanischen Kampfes bekundet ha­ben, alle sich vor Ihnen auftürmenden Schwierigkeiten überwinden und die Ihnen übertragene ehrenvolle Aufgabe unbedingt und bestens erfül­len werden.