6. Juli 1954 // Reden
Kim Il Sung // Die Kampfaufgaben unseres Volkes und die Aufgaben für die Stärkung der Seestreitkräfte auf der gegenwärtigen Etappe

Die Kampfaufgaben unseres Volkes und die Aufgaben für die Stärkung der Seestreitkräfte auf der gegenwärtigen Etappe

6. Juli 1954

Rede an der Offiziersschule der Seestreitkräfte


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 9


Vor allem spreche ich Ihnen, den Generälen, Offizieren, Unter­offizieren und Soldaten der Seestreitkräfte, die im gerechten Vaterländischen Befreiungskrieg zum Schutz der Unabhängigkeit und Freiheit des Vaterlandes heldenmütig kämpften, meinen wärmsten Dank aus.

Der große Vaterländische Befreiungskrieg gegen die bewaffnete Invasion der US-Imperialisten und ihrer Helfershelfer, der hoch­verräterischen Clique um Syngman Rhee, wurde unter der weisen Führung der Partei der Arbeit Koreas und durch den heroischen Kampf unseres Volkes und unserer Volksarmee mit unserem Sieg beendet.

Wir dürfen uns jedoch niemals mit dem Sieg zufriedengeben. Wir haben stets angespannt und einsatzfähig zu sein, die Manöver der Gegner mit Wachsamkeit zu verfolgen und immer bereit zu sein, die Errungenschaften des schöpferischen Arbeitskampfes des Volkes zu schützen. Es ist unsere Pflicht, den Waffenstillstand in einen dauerhaften Frieden zu verwandeln und die Periode nach dem Waffenstillstand maximal zu nutzen, um unsere revolutionären Kräfte auf jede Weise zu stärken.

Ich werde jetzt auf die künftige Entwicklung unseres Landes, die Kampfaufgaben unseres Volkes und die Aufgaben der Seestreitkräfte eingehen.

Die Linie unserer Partei, die auf den wirtschaftlichen Aufbau nach dem Krieg gerichtet ist, und die Kampfaufgaben unseres Volkes wurden bereits auf der 6. Plenartagung des ZK der Partei festgelegt.

Unsere heutige erstrangige Aufgabe besteht darin, die Vereinigung des Landes zu verwirklichen.

Unser Volk ist eine einheitliche Nation und lebte einträchtig auf einem Territorium. Die Vereinigung unseres Landes ist noch immer nicht vollzogen, seitdem es die US-Imperialisten in Nord und Süd geteilt haben. Wir dürfen die Spaltung des Vaterlandes keinesfalls hinnehmen, sondern sind verpflichtet, das geteilte Vaterland so schnell wie möglich zu vereinigen. Unser Volk wird unter der Führung der Partei der Arbeit Koreas und der Regierung der Republik, koste es, was es wolle, die Vereinigung des Landes verwirklichen.

Die Realisierung der friedlichen Vereinigung des Vaterlandes erfordert, die nördliche Hälfte der Republik, die Basis der koreanischen Revolution und die Quelle unserer Macht, weiter zu festigen.

Nach der Befreiung errichteten wir in Nordkorea die Volksmacht und vollbrachten die demokratischen Reformen, wodurch die stabile revolutionär-demokratische Basis entstand. Hätte unser Volk nach der Befreiung unter Führung der Partei keine revolutionär-demokratische Basis geschaffen und gefestigt, dann wäre es nicht in der Lage gewesen, im großen Vaterländischen Befreiungskrieg den US- Imperialismus zu schlagen, der sich als der „Stärkste“ der Welt brüstet. Die unbesiegbare Macht unseres Volkes und die Lebenskraft der demokratischen Basis haben sich während des Krieges gegen die Feinde, die mehrfach stärker waren als wir, vollauf bestätigt.

Wir dürfen nicht im geringsten in der im Krieg entfalteten siegesmutigen Stimmung nachlassen, sondern müssen alles in unseren Kräften Stehende einsetzen, um die revolutionär-demokratische Basis, die nördliche Hälfte der Republik, ununterbrochen zu stärken.

Zu diesem Zweck ist es notwendig, das ganze Volk, die Parteien und die gesellschaftlichen Organisationen fest um unsere Partei und die Regierung der Republik zu scharen, die Volksstreitkräfte ständig zu stärken, den Wirtschaftsaufbau umfassend durchzuführen und die Lebenslage der im Krieg verarmten Bevölkerung in kürzester Frist zu stabilisieren und zu verbessern.

Wir müssen vor allem große Kraft für den raschen Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Volkswirtschaft einsetzen. Unsere Aufgabe ist es, durch den beschleunigten Wiederaufbau der zerstörten Volkswirtschaft die Kriegsverluste wieder wettzumachen, die Lebensbedingungen des Volkes zu stabilisieren und zu verbessern sowie unser Land auf eine neue, höhere Stufe beim Aufbau des Sozialismus zu bringen.

Wenn wir die Werktätigen, deren Elan schwungvoll entfaltet wird, folgerichtig für die Entwicklung der Schwerindustrie, der Leicht­industrie, der Landwirtschaft und Kultur mobilisieren, so werden wir in der Lage sein, die nördliche Hälfte der Republik in ein Paradies des Volkes zu verwandeln. Im Gegensatz dazu wird Südkorea wegen der kolonialen Ausplünderungspolitik der US-Imperialisten in eine noch schrecklichere Hölle gestürzt.

Entsteht zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil des Landes ein Unterschied wie zwischen dem „Paradies“ und der „Hölle“, so wird die südkoreanische Bevölkerung in dieser diametral entgegen­gesetzten Wirklichkeit von Nord- und Südkorea noch stärker wach­gerüttelt und sich aktiv zum Kampf gegen den US-Imperialismus und die Syngman-Rhee-Clique sowie für die Unterstützung unserer Republik erheben. Erst dann ist es möglich, die friedliche Vereinigung des Vaterlandes zu vollbringen.

Unser Volk verfügt über alle Bedingungen und Möglichkeiten, die von der Partei gestellten Aufgaben für den wirtschaftlichen Aufbau zu erfüllen.

Erstens hat unser Volk die Erfahrungen, die es in fünf Jahren des friedlichen demokratischen Aufbaus unter der Führung der Partei und der Regierung sammelte, und die wertvollen Erfahrungen des Sieges im dreijährigen Vaterländischen Befreiungskrieg. Unser Volk ist ein willensstarkes und kluges Volk; es liebt die Arbeit und geht tapfer voran, ohne sich vor Schwierigkeiten zu beugen. Wir haben die Mitglieder der Partei der Arbeit, die an der Spitze des Volkes selbstlos kämpfen, haben das ZK der Partei und die Regierung der Republik, die das Volk stets zum Sieg führen.

Zweitens besitzen wir die für den Wirtschaftsaufbau notwendigen reichen Naturschätze sowie eine bestimmte ökonomische Basis. Der Boden unseres Landes birgt umfangreiche verschiedenartige Naturschätze – Gold, Silber, Kupfer, Eisenerz u. a. Unser Land hat unerschöpfliche Energieressourcen, und es gibt auch nicht wenige Ausrüstungen in den Betrieben. Die Werke wurden im Krieg zwar stark zerstört, die Arbeiter aber haben die Ausrüstungen von mehr als 60 Prozent in aufopferungsvollem Kampf gerettet.

In unserem Land bestand eigentlich eine gewisse Basis der Schwer­industrie – der schwarzmetallurgischen Industrie, der NE-Metallurgie, der Elektroenergie- und chemischen Industrie u. a. Die Basis des Maschinenbaus, des Rückgrats der Schwerindustrie, und die der Leichtindustrie hatten sich jedoch sehr schwach entwickelt. Das widerspiegelt die kolonialbedingte Einseitigkeit der Industrie, die der japanische Imperialismus hinterlassen hat.

Die Beseitigung dieser kolonialbedingten Deformierung und die selbständige Entwicklung der Volkswirtschaft erforderten, in unserem Lande einen eigenen Maschinenbau zu schaffen. Ohne Entwicklung dieser Industrie kann nicht die Rede davon sein, andere Zweige der Volkswirtschaft voranzubringen. Aus diesem Grunde setzte sich das ZK der Partei mit großer Kraft für die Entwicklung des Maschinen­baus in unserem Lande ein und ergriff in der Kriegszeit die Maßnahmen, die Maschinenbauwerke in den Gebirgsgegenden – in Huichon, Kanggye u. a. – zu bauen.

Demzufolge war es uns möglich, in den Nachkriegsjahren diese Betriebe rasch fertigzustellen. Hätten wir nicht während des Krieges, sondern erst danach die Errichtung von Maschinenbauwerken in Angriff genommen, dann wären wir nicht imstande gewesen, sie in so hohem Tempo wie heute aufzubauen. Die Projektierung der Werke hätte vielleicht ein Jahr beansprucht, ebenso würden einige Jahre für deren Aufbau vergangen sein.

Wenn wir das im Bau befindliche Maschinenbauwerk Huichon in Betrieb nehmen, können wir im Jahr 1000 Werkzeugmaschinen, darunter Dreh- und Bohrmaschinen, produzieren. Wird das Maschinenbauwerk Pukjung fertiggestellt, so können wir Kräne, Pumpen und verschiedene andere Maschinenerzeugnisse herstellen. Wir werden im Jahre 1956, Ende des Dreijahrplans der Volkswirtschaft, Werkzeugmaschinen wie Dreh- und Bohrmaschinen aus eigener Kraft produzieren. Das ermöglicht uns, Schiffe wie auch Landmaschinen zu bauen.

Drittens erhalten wir die internationalistische Hilfe der Völker der Sowjetunion, der Volksrepublik China und anderer volksdemokratischer Staaten. Um den Wiederaufbau der Volkswirtschaft in unserem Lande nach dem Krieg zu unterstützen, leistete uns die Sowjetunion Hilfe in Form von einer Milliarde Rubel und die Volksrepublik China von 8000 Milliarden Won. Materiell-technische Unterstützung erweisen uns auch die anderen Bruderländer, darunter die DDR, die Tschechoslowakei, Polen, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, die Mongolei und Albanien.

Zum Wirtschaftsaufbau braucht man finanzielle Mittel, Ressourcen, Arbeitskräfte und Technik. Es ist möglich, all diese Fragen ergebnisreich zu lösen und die Volkswirtschaft rasch zu entwickeln, wenn unsere Partei unser arbeitsames und kluges Volk sachkundig dazu mobilisiert, die großen Naturreichtümer unseres Landes aktiv erschließt und die Hilfe von den Bruderländern effektiv nutzt.

Die Hauptlinie unserer Partei für den Wirtschaftsaufbau nach dem Krieg ist nicht darauf gerichtet, das Gewicht nur auf die Schwerin­dustrie zu legen, sondern darauf, das vorrangige Wachstum der Schwerindustrie zu gewährleisten und gleichzeitig die Leichtindustrie und Landwirtschaft zu entwickeln. Das ist eine richtige Linie, in der sich die objektive Gesetzmäßigkeit bei der Entwicklung der Wirtschaft unseres Landes widerspiegeln und die den Forderungen unseres Volkes voll und ganz entspricht. Wir bauen entsprechend der Hauptlinie der Partei für den Wirtschaftsaufbau nach dem Krieg die Schwer­industriebetriebe wieder auf, und gleichzeitig damit werden moderne und große Textilbetriebe, Kombinate für die Fleischverarbeitung, Konservenfabriken, Bleichereien und andere Werke der Leichtindustrie gebaut.

Wir erfüllen jetzt den Dreijahrplan der Volkswirtschaft, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die im Krieg zerstörte Volkswirtschaft wiederaufzubauen und zu entwickeln und die Lebenslage des Volkes so schnell wie möglich zu stabilisieren und zu verbessern.

Anschließend an den Dreijahrplan gilt es, die Erfüllung des ersten Fünfjahrplans in Angriff zu nehmen. Während des ersten Planjahr­fünfts müssen wir die zuverlässige Basis für eine sozialistische Industrialisierung schaffen und die Lebensbedingungen des Volkes weiterhin verbessern. Deshalb ist es im Planjahrfünft vorgesehen, mehr Werke als jetzt zu bauen, die mit neuer Technik zu versehen sind.

Im Einklang mit der ununterbrochenen Entwicklung der Volks­wirtschaft und der Verbesserung des Lebensniveaus des Volkes wird die revolutionär-demokratische Basis, der nördliche Teil der Republik, noch erheblicher erstarken, wird das ganze Volk Nord- und Südkoreas unsere Partei und die Regierung der Republik aktiv unterstützen und sich fester denn je um sie scharen.

Das, was während der Gemeinsamen Konferenz der Vertreter der Parteien und gesellschaftlichen Organisationen Nord- und Südkoreas im Jahre 1948 geschah, bestätigt gut, wie groß die Macht des zuverlässigen Wirtschaftsaufbaus ist.

An jener Konferenz von 1948 nahmen Kim Ku und Kim Kyu Sik teil, die in der Vergangenheit verbissen gegen den Kommunismus auftraten. Vorher schickten sie sogar Sonderbotschafter zu uns, um sich nach unserer Absicht zu erkundigen, denn sie fürchteten, daß sie wegen ihrer früheren Verbrechen an Vaterland und Volk gezwungen würden, in Nordkorea zu bleiben. Wir antworteten ihnen also: „Wir werden nicht nach ihrer Vergangenheit fragen. Von nun an werden Sie einen neuen Weg beschreiten.“

Als Kim Ku nach Nordkorea kam, wurden im nördlichen Teil die demokratischen Reformen durchgeführt, darunter auch die Bodenreform, aber der wirtschaftliche Aufbau war noch nicht groß vorangekommen. Er sah jedoch damals das Antlitz des Wirtschaftsaufbaus im nördlichen Teil der Republik und sagte, daß unser Land eben jetzt seine wahren Herren habe, und fügte dann hinzu, daß er uns nun das Siegel der „Provisorischen Regierung in Shanghai“ übergeben werde, das er, seitdem er in Shanghai tätig war, eine lange Zeit aufbewahrte. Darauf erwiderte ich, daß das koreanische Volk das Siegel dieser Regierung nicht zu übernehmen brauche, weil es mit eigenen Händen eine wahre Macht errichtet habe.

Und bei seiner Abreise nach Südkorea äußerte er folgendes: „Ich wünsche mir hier in Nordkorea zu leben. Aber wenn ich hier bleibe, werden die Feinde sagen, ich sei in Nordkorea festgehalten worden, so muß ich widerwillig nach Südkorea zurückreisen. Aber ich werde niemals für die Yankees arbeiten. Ich komme wieder, wenn ich es bei meinem Kampf in Südkorea nicht länger aushalten kann. Ich hoffe, Sie geben mir dann einen Obstgarten.“ Ich stimmte seiner Meinung zu. So hat sogar ein Mann wie Kim Ku, ein Starrsinniger im Alter von mehr als 70 Jahren, für uns Partei ergriffen, nachdem er mit eigenen Augen das Antlitz des nördlichen Teils der Republik gesehen hatte. Das veranlaßte die US-Imperialisten schließlich, ihn hinterrücks zu ermorden.

Auch Kim Kyu Sik, der sich in Nordkorea alles ansah, sagte: „Ich erkenne jetzt, daß hier die wahren Patrioten sind. Nach meiner Rückkehr nach Südkorea werde ich niemals für die amerikanischen Unholde arbeiten.“

Kim Ku oder Kim Kyu Sik sind auf unsere Seite übergetreten – das ist nicht etwa darauf zurückzuführen, daß jemand eine gute Rede hielt, sondern darauf, daß sie mit eigenen Augen den Wirtschaftsaufbau im nördlichen Teil der Republik sahen und die Richtigkeit unserer Sache erkannten.

Den wirtschaftlichen Aufbau ausgezeichnet durchzuführen und somit die nördliche Hälfte der Republik in ein Volksparadies zu verwandeln – das ist von entscheidender Bedeutung für die friedliche Vereinigung des Vaterlandes.

Selbstverständlich wird sich die Marionettenclique um Syngman Rhee nicht dazu bewegen lassen, unseren Vorschlag über die friedliche Vereinigung des Landes anzunehmen. Diese Clique faselt zur Zeit von einem „Feldzug gegen den Norden“ und einem „Marsch nach dem Norden“. Wir brauchen uns jedoch nicht davor zu fürchten. Diese Horden befassen sich nicht mit dem Wirtschaftsaufbau, sondern verstärken unaufhörlich die Armee. Deshalb werden sie schließlich untergehen. Die Streitkräfte zu unterhalten ist nicht leicht. Dazu ist es unerläßlich, Proviant, Uniformen, Kriegsausrüstungen und Aus­bildungsmittel bereitzustellen. Dazu braucht man gewaltige Finanzmittel. Wenn bei einer Schießübung auch nur ein Artillerie­geschoß explodiert, ist schon, sozusagen, ein Ochse in der Luft verschwunden. Die Marionettenclique um Syngman Rhee hat kein finanzielles und ökonomisches Fundament für die Aufrechterhaltung großer Kontingente der Streitkräfte. Gestützt auf die dem Volk geraubten Steuern, erhält sie sich am Leben. Aus diesem Grunde versucht sie, in dem „Feldzug gegen den Norden“ ihren einzigen Ausweg zu finden. Wenn die Feinde erneut den nördlichen Teil der Republik überfallen, so können wir sie mit einem Schlag vernichten.

Die revolutionär-demokratische Basis, die nördliche Hälfte der Republik, ist sowohl politisch und ökonomisch als auch militärisch zu festigen.

Die Stärkung der Volksarmee, des mächtigen Bollwerks zum Schutz des Vaterlandes, ist eine wichtige Gewähr dafür, die Entfesselung eines neuen Krieges durch die Feinde zu verhüten, den Frieden zu schützen und die friedliche Vereinigung des Vaterlandes zu erreichen. Nur die Stärkung unserer militärischen Macht ermöglicht es, daß die Feinde keine Übergriffe gegen den nördlichen Teil unserer Republik wagen, daß wir, wenn die Feinde abenteuerliches Kriegsfeuer schüren, unverzüglich zu vernichtenden Gegenschlägen übergehen. Da die Feinde unverhohlen und lauthals von einem „Marsch nach dem Norden“ reden, könnten wir, wenn wir die Volksarmee nicht festigen, weder einen neuen Krieg verhüten noch die friedliche Vereinigung des Landes verwirklichen. Deshalb müssen wir die Periode nach dem Waffenstillstand maximal nutzen, um die Volksarmee auf jede Weise zu stärken.

Für die Festigung der Volksarmee ist die Aufmerksamkeit haupt­sächlich auf die weitere Qualifizierung zu richten. In Südkorea befaßt man sich damit, die Armee ohne ökonomische Rücksicht nur zahlenmäßig zu verstärken. Das ist unzulässig. Unsere Aufgabe besteht darin, im Einklang mit der politisch-ökonomischen Entwicklung des Landes die Volksstreitkräfte qualitativ zu festigen.

Die weitere qualitative Stärkung der Volksarmee erfordert, die Volksarmee als Kaderarmee zu entwickeln und die technischen Waffen­gattungen auszubauen.

Vor allem ist es notwendig, in der Volksarmee die Ausbildung zu intensivieren und so das militärtechnische Niveau der Armee angehörigen zu heben und die Kunst der Truppenführung zu verbessern. Auf diese Weise müssen sie stets vorbereitet sein, damit die Soldaten die Pflichten von Gruppenführern vollauf übernehmen können, ebenso die Gruppenführer die der Zugführer, die Zugführer die der Kompanieführer, die Kompanieführer die der Bataillonskommandeure, die Bataillonskommandeure die der Regimentskommandeure, die Regimentskommandeure die der Divisionskommandeure und die Divisionskommandeure die der Armeekorpsführer.

Es ist sehr wichtig, die Volksarmee als eine mit eisernem Willen ausgerüstete Kaderarmee auszubilden. Wenn wir die Volksarmee als Kaderarmee entwickelt und erreicht haben, daß alle Soldaten mindestens die nächsthöhere Dienststellung übernehmen und die Regimentskommandeure die Pflichten der Divisionskommandeure, Divisionskommandeure die der Armeekorpsführer wahrzunehmen imstande sind, dann können wir im Falle eines Krieges viele neue Divisionen und Armeekorps organisieren.

Wir haben eine Million Mitglieder der Partei der Arbeit, die mit dem Marxismus-Leninismus ausgerüstet sind. Wenn außer anderen Werk­tätigen nur die Mitglieder der Partei der Arbeit unter Waffen stünden, beliefe sich deren Truppenstärke auf eine Million Mann. Die sachkundige Befehligung von einem nur eine Million Mann starken Kontingent unserer Armee ermöglicht es, die US-imperialistischen Aggressoren und die landesverräterische Clique um Syngman Rhee, auch wenn sie uns angreifen sollten, unter allen Umständen zu vernichten. Wenn alle Mitglieder der Partei der Arbeit bewaffnet werden, wird unsere Volksarmee der südkoreanischen Marionettenarmee sowohl qualitativ als auch zahlenmäßig überlegen sein.

Eine wesentliche Ursache, weshalb wir im Jahre 1950 den zeit­weiligen Rückzug antreten mußten, bestand eben darin, daß es bei uns an militärischen Kadern mangelte. Damals wurden die Arbeiter, das gesamte Volk mobilisiert, aber es fehlten uns militärische Kader, die sie hätten befehligen können. Die Studenten wurden, nachdem sie in die Armee eingetreten waren, nur einen Monat ausgebildet und trugen die Offiziersuniform. Sie waren zur Verteidigung des Abschnittes Inchon abkommandiert. Da man sie weder gut ausbildete und stählte noch ihnen die notwendigen militärischen Kenntnisse vermittelte und sie in der Militärtechnik unterweisen konnte, vermochten sie die Gefechte nicht sachkundig zu führen.

Die Erfahrungen aus dem Vaterländischen Befreiungskrieg lehren, daß wir ein Höchstmaß an Anstrengungen für die Entwicklung der Volksarmee zu einer machtvollen Kaderarmee unternehmen müssen. Die Volksarmee in eine Kaderarmee zu verwandeln – das ist die erstrangige Aufgabe, die gegenwärtig für die Festigung der Volks­streitkräfte zu lösen ist.

Neben der Umwandlung der Volksarmee in eine Kaderarmee müssen wir die Luft- und Seestreitkräfte, die Artillerie- und Nach­richtentruppen sowie die anderen technischen Waffengattungen stärken.

Um den Sieg in einem Kampf zu erringen, reicht die Kühnheit allein nicht aus. Um in einer Schlacht zu siegen, muß man sich die geschickten militärtechnischen Fertigkeiten aneignen, was es ermöglicht, die Feinde vollständig zu zerschlagen. Während des Vaterländischen Befreiungskrieges kämpften unsere Flugzeugführer kühn gegen die feindlichen Flieger. Da sie jedoch keine hohe technische Qualifikation besaßen, waren sie nicht in der Lage, durch geschickte Flugzeugmanöver und Überraschungsangriffe die Luft­piraten der USA, die eine ein Jahrhundert währende Geschichte von Kriegen hinter sich und darin Erfahrungen hatten, restlos zu vernichten.

Im Krieg wurden die Funkverbindungen auch nicht gut gewähr­leistet. Obwohl die entsprechenden Einheiten in Friedenszeiten gut ausgebildet und dabei die Nachrichtenverbindungen als befriedigend angesehen wurden, hat man in der Praxis auf dem Kampffeld keine besseren Übertragungen zustande gebracht.

Das militärtechnische Niveau unserer Volksarmee läßt noch zu wünschen übrig. Die Armeeangehörigen dürfen sich nicht mit dem Erreichten zufriedengeben. Sie müssen die Militärtechnik unermüdlich und gewissenhaft meistern. So haben alle den militärtechnischen Stand weiter spürbar zu verbessern; insbesondere gilt es, die Luft- und Seestreitkräfte, die Artillerie- und Nachrichtentruppen und anderen technischen Waffengattungen weiterhin zu stärken.

In der Volksarmee sind ebenfalls in großem Umfang Reserven an Kriegsmaterial anzulegen. Mehr noch: Die Seestreitkräfte müssen hinreichende Reserven an Torpedos, Minen, Kriegsschiffen und anderen militärischen Ausrüstungen schaffen. Eine Ursache, weshalb wir im Jahre 1950 den zeitweiligen Rückzug antreten mußten, bestand auch darin, daß es neben den Kadern auch an Reserven von Waffen, technischen Kampfmitteln und anderem notwendigem Kriegsmaterial mangelte. Deshalb sorgten wir dafür, daß während des Krieges in sicheren Gebieten Betriebe errichtet wurden, die Kriegsmaterial herstellten. In der Kriegszeit spielte das Kriegsmaterial, das die Betriebe im Hinterland produzierten, eine bedeutende Rolle für die Erringung unseres Sieges im Krieg.

Eine wichtige Frage, die Volksarmee qualitativ besser zu stärken, besteht darin, die ideologische Erziehung der Soldaten zu intensivieren.

Eine zuverlässige ideologische Vorbereitung der Soldaten ist das wichtigste Kettenglied für die qualitative Festigung der Volksarmee. Wie ausgezeichnet die Armeeangehörigen auch mit der Technik vertraut und mit technischen Kampfmitteln versehen sein mögen – wenn sie nicht mit gesunden Ideen ausgestattet sind, – können sie niemals die Feinde besiegen.

Die Quelle der unbesiegbaren Macht unserer Volksarmee ist die Erziehung der Soldaten im Geiste der revolutionären Ideologie. Wir erziehen sie dazu, daß sie im Interesse ihrer Klasse, ihres Volkes und ihres persönlichen Glückes dem Aufbau des Sozialismus und Kom­munismus in unserem Lande treuergeben dienen. Deshalb ist sich unsere Volksarmee ihrer Mission und ihrer Pflicht zutiefst bewußt und bekundet um der Partei und des Vaterlandes willen grenzenlose Selbstlosigkeit und Mut.

In der Volksarmee ist nunmehr besonderes Augenmerk auf die intensivere ideologische Erziehung der Soldaten zu richten.

In der ideologischen Erziehung der Armeeangehörigen kommt es darauf an, daß sie sich von den gesellschaftlichen Entwicklungsgesetzen, d. h. vom unaufhaltsamen Untergang des Imperialismus und vom unvermeidlichen Sieg des Sozialismus und Kommunismus fest überzeugen.

Wie die historischen Erfahrungen beweisen, wird der Imperialismus untergehen und der Sozialismus und Kommunismus ganz gewiß triumphieren. Als Folge des Ersten Weltkrieges sind die imperialis­tischen Kriegsbrandstifter zugrunde gegangen und wurde die Sowjetunion, der erste sozialistische Staat, geboren. Als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges sind das faschistische Deutschland, Japan und Italien untergegangen, und es entstanden unsere Republik, Volkschina und andere volksdemokratische Staaten in Europa. Der englische und der französische Imperialismus wurden geschwächt, und der nationale Befreiungskampf in den Kolonien nahm einen machtvollen Auf­schwung. Wenn der Imperialismus erneut einen Weltkrieg entfesseln sollte, dann wird er als Ganzes untergehen, und von irgendeinem imperialistischen Staat kann dann nicht einmal mehr die Rede sein, und auch die USA als Anführer der Weltreaktion werden dem Untergang nicht entrinnen.

Wir konnten 15 Jahre lang den harten antijapanischen bewaffneten Kampf führen, weil wir fest an den Sieg der Revolution glaubten. Damals hatten die antijapanischen Partisanen in der festen Über­zeugung, daß der japanische Imperialismus unausbleiblich untergehen und der Sozialismus siegen wird, alle Entbehrungen auf sich genommen und für die nationale Unabhängigkeit sowie für die Be­freiung des werktätigen Volkes konsequent gekämpft und schließlich den Sieg errungen.

Wir erziehen die Armeeangehörigen zur Siegeszuversicht und haben hierfür günstige Bedingungen.

Was diese Bedingungen betrifft, so können wir vor allem fest an die eigene Kraft glauben. Wir haben die Partei der Arbeit Koreas, die eine Million Mitglieder vereinigt hat. Sie sind mit dem Marxismus­Leninismus ausgerüstet. Unsere Partei besitzt die Erfahrungen beim demokratischen Aufbau und darin, daß wir im Feuer des Krieges den US-Imperialismus in die Knie zwangen. Vor der Befreiung gab es keine solche Partei. In der Vergangenheit untergruben die Fraktionsmacher die Partei, indem sie sich lediglich mit Gruppenkämpfen befaßten. Wir verfügen auch über eine stabile revolutionär-demokratische Basis und eine machtvolle Volksarmee. Außerdem erhalten wir tatkräftige Unter­stützung von den Völkern der Sowjetunion, der VR China und anderer Bruderländer. In der Volksarmee ist die ideologische Erziehungsarbeit zu intensivieren und so zu erreichen, daß man den Soldaten derartige Voraussetzungen als Garantie für unseren Sieg folgerichtig zum Bewußtsein bringt. Nur dann werden sie bei keinen Schwierigkeiten entmutigt sein und mit fester Siegeszuversicht tapfer kämpfen.

Ferner möchte ich über die Stärkung der Seestreitkräfte sprechen.

Unser Land ist an drei Seiten vom Meer umgeben, und so ist es notwendig, die Seestreitkräfte auszubauen. Nicht nur im Interesse der Vereinigung des Vaterlandes, sondern auch nach deren Verwirklichung ist es unerläßlich, die Seestreitkräfte zu festigen. Das ist auf das Wiedererstehen des japanischen aggressiven Militarismus in der Nähe unseres Landes zurückzuführen. Die japanischen Militaristen lauern stets auf eine Gelegenheit, andere Länder zu erobern. Wir dürfen keinen Augenblick ausruhen und niemals die Landesverteidigung zu Wasser vernachlässigen, bis in Japan ein demokratischer Staat geschaffen ist. Wir müssen daher mit großen Anstrengungen die Seestreitkräfte auf jede Weise stärken.

Der Ausbau der Seestreitkräfte ist mit der wirtschaftlichen Ent­wicklung des Landes in Einklang zu bringen. Wenn man es versäumt, sich auf das ökonomische Fundament des Landes zu stützen, kann man die Seestreitkräfte nicht festigen. Um dies zu erreichen, müssen wir vor allem Kriegsschiffe bauen. Dazu braucht man große finanzielle Mittel, mehr Stahl und anderes Material. Kriegsschiffe großen Typs können wir erst bauen, wenn das Land industrialisiert ist. Deshalb gilt es, in unserem Lande die Seestreitkräfte in zwei Etappen, also schrittweise zu entwickeln.

Auf der ersten Etappe geht es darum, den verstärkten Küstenwacht­dienst mit Hilfe von kleinen Schiffen zu gewährleisten. In diesem Zeitraum müssen wir mit Hilfe von kleinen Kriegsbooten die Küstenstreifen schützen und die Manöver des Gegners auf dem Meer verfolgen, um dessen Landung zu verhindern.

Man darf sich nicht dessen schämen, daß unsere Seestreitkräfte lediglich mit kleinen Kriegsschiffen ausgerüstet sind. Selbst wenn man mit Hilfe solcher Schiffe nur tapfer kämpft, ist man durchaus imstande, die Küste des Vaterlandes zu verteidigen.

Zu verstärken ist die Feuerkraft der Küstenartillerie. In der jetzigen Lage ist es besser, diese Feuerkraft zu verstärken, als große Kriegs­schiffe zu bauen.

Auf der zweiten Etappe müssen wir die Seestreitkräfte stärken und so unsere Hoheitsgewässer zuverlässig schützen. In diesem Zeitraum ist eine mächtige Flotte aufzubauen, mit deren Hilfe wir auf dem Meer aktiv operieren können. Dazu brauchen wir eine ziemlich lange Zeit. Wir müssen jedenfalls eine mächtige Flotte schaffen. Erst dann wird es möglich sein, feindliche Übergriffe zu verhindern und unser Hoheits­gewässer ehern zu verteidigen.

Zur Bewältigung der Aufgaben auf den beiden Etappen kommt es darauf an, die Kommandeure in erforderlichem Maße auszubilden. Auf der ersten Etappe benötigen wir viele Kommandeure, die fähig sind, kleine Kriegsboote zu führen, und auch viele Kommandeure der Küstenartillerie. Auf der zweiten Etappe brauchen wir ebenfalls befähigte Kommandeure, die große Kriegsschiffe zu führen verstehen und geschickte Seeoperationen beherrschen. Die Ausbildung von Kommandeuren erfordert aber eine lange Zeit. Die Kommandeure der Seestreitkräfte kann man nicht in ein bis zwei Monaten ausbilden. Deshalb müssen wir große Aufmerksamkeit der Ausbildung der Kader für diese Bereiche schenken und alle notwendigen Bedingungen vollauf gewährleisten.

Großes Augenmerk ist auch auf die Ausbildung der Kommandeure der Küstenartillerie zu richten. Wir müssen sie ausbilden und erreichen, daß sie den Kampf für die Verteidigung der Küste geschickt befehligen.

Die aktuelle Aufgabe der Offiziersschule der Seestreitkräfte besteht darin, in großem Umfang deren Kommandeure und Kommandeure der Küstenartillerie heranzubilden. Dieser Offiziersschule obliegt es, ein Höchstmaß an Anstrengungen für die Ausbildung von vielen befähigten Kommandeuren zu unternehmen, die die Operation zu Wasser und die Küstenverteidigung sachkundig befehligen und das Zusammenwirken zwischen den Marineeinheiten und den Küstenartillerietruppen aus­gezeichnet durchführen können.

Die Seestreitkräfte sind verpflichtet, den Bau von Schiffen tatkräftig zu unterstützen. Wir müssen die Schiffe entsprechend den Erfordernissen projektieren und dafür sorgen, daß man sie in Friedenszeiten als Fischfangschiffe und während des Krieges als Wachschiffe nutzen kann. Dazu müssen sich die Seestreitkräfte für den Schiffsbau interessieren und ihn unterstützen.

Anfangs gilt es, viele kleine Kriegsboote zu bauen und mit der Entwicklung der Technik schrittweise zum Bau von großen Schiffen überzugehen. Die Schiffbauindustrie unseres Landes hat eine hoffnungsvolle Zukunft. In unserem Lande können mehr für den Schiffsbau notwendige Motoren und Materialien produziert werden. Unser Land ist auch reich an Holz. So ist es also möglich, daß wir in der Folgezeit mehr Schiffe bauen.

Ich bin fest davon überzeugt, daß die Lehrer und Hörer der Offiziersschule der Seestreitkräfte den Kurs des ZK der Partei befolgen und auf dem Weg zur Stärkung der Seestreitkräfte unseres Landes tatkräftiger voranschreiten werden.