27. März 1935 // Reden
Kim Il Sung // Über die Auflösung der Partisanengebiete und das Vorrücken in große Räume

Über die Auflösung der Partisanengebiete und das Vorrücken in große Räume

27. März 1935

Rede auf der Tagung der militärischen und politischen Kader der KRVA in Yaoyinggou


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Im Verlaufe einiger Tage haben wir darüber diskutiert, wie wir die während des Kampfes gegen „Minsaengdan“ aufgetretenen linksradika­len Fehler überwinden können und wie wir die Partisanengebiete auflö­sen und in große Räume vorrücken wollen.

Die auf dieser Tagung erörterten Fragen haben sehr große Bedeutung für die Festigung der Einheit und Geschlossenheit der revolutionären Reihen und für die weitere Entfaltung und Entwicklung des bewaffneten antijapanischen Kampfes.

Deshalb möchte ich Ihnen meine Ansichten hierzu mitteilen.

1. Über die Überwindung der linken Abweichungen im Kampf gegen „Minsaengdan“

Auf der Tagung von Dahuangwai und bei anderen Anlässen haben wir die linken Abweichungen, die während des Kampfes gegen „Minsaeng­dan“ begangen wurden, bereits kritisiert und auch auf prinzipielle Fragen hingewiesen, die bei der Korrektur dieser Fehler zu beachten sind.

Es gibt jedoch noch immer Leute, die ihre schädlichen Ansichten nicht aufgegeben haben und den Kampf gegen „Minsaengdan“ mit ult­ralinken Methoden führen, was der Revolution großen Schaden zufügt. Mit der Methode des Zwangs und der Kampagne, mit der sie „Schuld­geständnisse“ herbeiführen, stempeln sie immer noch viele Menschen, die mit „Minsaengdan“ nichts zu tun hatten, als „Minsaengdan“-Anhänger ab. Stolz auf ihre Erfolge bei der „Säuberungsaktion“, bezichtigen sie, so wie es ihnen gerade in den Sinn kommt, wahre Revolutionäre und völlig un­schuldige Menschen der Zugehörigkeit zur „Minsaengdan“, verfolgen und ermorden sie. Dadurch entstand in den revolutionären Reihen eine Atmosphäre der Furcht und des Mißtrauens, wurde die Verbindung zwi­schen der Partisanenarmee und den Massen geschwächt, und die Einheit des koreanischen und des chinesischen Volkes bekommt einen Riß. Es ist eine sehr ernste Situation entstanden. Wenn wir dieser Lage nicht Herr werden, können wir unsere Revolution nicht weiter vorantreiben, ja, das kann sogar die im Verlaufe des langjährigen schweren Kampfes errungenen Erfolge der Revolution zunichte machen.

Ich möchte deshalb heute einige Probleme in den Vordergrund rücken, die wir in unserem Kampf gegen „Minsaengdan“ unter Beachtung der Erfahrungen und Lehren aus diesem Kampf berücksichtigen müssen.

Wir sind Revolutionäre; deshalb müssen wir naturgemäß die in unsere Reihen eingedrungenen Konterrevolutionäre, die „Minsaengdan“- Elemente, entlarven und bekämpfen. Es heißt, daß ein versteckter innerer Feind gefährlicher sei als hundert äußere Feinde; eine Hand voll dieser Subjekte kann in der Tat der Revolution gewaltigen Schaden zufügen. Deshalb müssen wir die Wachsamkeit gegenüber den Wühl- und Diversi- onsmanövern dieser Elemente erhöhen und intensiver gegen sie vorgehen.

Doch dürfen wir in diesem Kampf keine Fehler begehen und nicht unüberlegt handeln, so daß wir nicht den hinterhältigen Machen­schaften der japanischen Imperialisten auf den Leim gehen.

Um unsere revolutionären Kräfte zu vernichten, verüben die japani­schen Imperialisten einerseits schon seit Jahren militärische Angriffe und betreiben eine Politik der Wirtschaftsblockade gegen die Partisanenstütz­punkte. Andererseits stiften sie Zwietracht, um unsere revolutionären Reihen von innen heraus zu zersetzen. „Minsaengdan“ und seine Abart ,Hyopjo(gegenseitige Hilfe)-Gesellschaft“ sind konterrevolutionäre Agen­ten- und Lakaienorganisationen des Feindes, die von den japanischen Imperialisten zusammengezimmert wurden, um unsere revolutionären Reihen von innen her zu unterwandern. Die japanischen Imperialisten ließen einige „Minsaengdan“-Elemente in unsere revolutionären Reihen einschleusen und setzten ein ganzes Arsenal hinterhältiger Methoden in Gang. Damit beabsichtigen sie, eine Atmosphäre des gegenseitigen Miß­trauens zwischen unseren revolutionären Genossen zu schaffen, Zwie­tracht zwischen den Völkern Koreas und Chinas zu säen und die Koreaner gegeneinander aufzuhetzen. Unter diesen Bedingungen müssen wir den Kampf gegen „Minsaengdan“ prinzipiell und mit allem Ernst führen. An­dernfalls können wir keine klare Grenze zwischen Freund und Feind zie­hen und dem Feind auf einen Schwindel hereinfallen.

Der Kampf gegen „Minsaengdan“ muß zum Ziel haben, die Feinde vollständig zu isolieren, die Einheit und Geschlossenheit der revolutio­nären Reihen zu festigen und die breiten Massen auf der Seite der Revo­lution fest zusammenzuschließen. Das ist das Grundprinzip, an dem wir in diesem Kampf unverändert festhalten.

Vor allem müssen wir in diesem Kampf konsequent die Richtung verfolgen, die Einheit und Geschlossenheit der revolutionären Reihen zu festigen. Das allein gibt uns die Möglichkeit, mehr Massen, ohne auf die Machenschaften der japanischen Imperialisten hereinzufallen, in den revolutionären Reihen zu vereinen und zum heiligen antijapanischen Kampf aufzurufen. Wir dürfen nicht leichtsinnig und unüberlegt den Stab über Menschen brechen, die verdächtig sind, der „Minsaengdan“ anzugehören. Diese Frage müssen wir anhand von wohl begründeter Argumentation und wissenschaftlich fundiertem Tatsachenmaterial klä­ren und damit verhindern, daß in den revolutionären Reihen eine Atmosphäre des Mißtrauens und der Furcht geschaffen und die Ein­heit der Menschen im Denken und Wollen gestört wird. Unter den Menschen, die der Zugehörigkeit zur „Minsaengdan“ verdächtigt wer­den, gibt es so manche, die dem Druck nicht standhalten und sich schuldig bekennen, obwohl sie in Wirklichkeit keine Verbrechen be­gangen, nichts Schlechtes getan haben. Unter diesen Umständen müssen wir uns auf hinreichende Argumente und ein wissenschaftli­ches Tatsachenmaterial stützen. Sonst würden wir völlig unschuldige Menschen zu „Minsaengdan“-Elementen stempeln. Als wir nach dem Feldzug in die Nordmandschurei in den Partisanenstützpunkt zurück­kehrten, untersuchten wir den Sachverhalt. Es stellte sich heraus, daß viele Menschen, die man als „Minsaengdan“-Anhänger verurteilt hatte, ermordet worden waren oder der Zugehörigkeit zu dieser Organisation beschuldigt wurden, ohne daß man irgendwelches Beweismaterial ent­decken konnte. Es gingen zahlreiche Gerüchte um, wonach sich all die­se „Minsaengdan“-Anhänger überall feindlich betätigt hätten, doch fand man bei ihnen weder eine Packung Gift noch irgendein zweifelhaftes Flugblatt. Sie alle haben unter der Ausbeutung und Unterdrückung durch die japanischen Imperialisten, Gutsherren und Kapitalisten gelitten und haben den Weg der Revolution eingeschlagen. Der Zugehörigkeit zur „Minsaengdan“ beschuldigt, riefen sie noch in den letzten Minuten ih­res Lebens: „Es lebe die Unabhängigkeit Koreas!“, „Es lebe der Sieg der Revolution des koreanischen und des chinesischen Volkes!“ Wie kann man sie nur als „Minsaengdan“-Anhänger betrachten! Alle Tatsa­chen sprechen dafür, daß sie keine „Minsaengdan“-Anhänger sind, son­dern wahre Revolutionäre. Daraus müssen wir unbedingt ernste Lehren ziehen.

Wir müssen ferner im Kampf gegen „Minsaengdan“ die Richtung ver­folgen, alle antijapanisch gesinnten Menschen zusammenzuschließen und unsere revolutionären Kräfte zu erweitern und zu festigen. Deshalb dürfen wir in keinem Fall voreingenommen gegenüber den Menschen sein.

Ohne die jetzigen ideologischen Ansichten eines Menschen zu be­rücksichtigen, ihn nach wie vor als unzuverlässig einzuschätzen unter dem Vorwand, daß er früher einen Fehler begangen habe, und ihn mit „Minsaengdan“ in Verbindung zu bringen, zeugt von keiner kommunisti­schen Einstellung in der Arbeit. Wir dürfen gegenüber denjenigen nicht voreingenommen sein, die sich früher an der nationalistischen oder kom­munistischen Bewegung beteiligt haben. Einige Leute bringen heute die Ursache für das Auftauchen von „Minsaengdan“ mit diesen Menschen in Verbindung und stempeln sie unüberlegt als „Minsaengdan“-Anhänger ab. Das ist das falsche Verhalten von Menschen, die offenkundig dem Subjektivismus verfallen sind.

Wir dürfen nicht alle Beteiligten der früheren nationalistischen Bewe­gung mit gleicher Elle messen und für unzuverlässig halten. Natürlich gibt es unter ihnen auch welche, die zu Helfershelfern der japanischen Imperialisten geworden sind, doch in ihrer Mehrheit kämpften sie gegen den japanischen Imperialismus, für die Unabhängigkeit Koreas. Mehr noch, manche von ihnen sind heute Angehörige der bewaffneten antijapa­nischen Abteilungen und kämpfen mutig zusammen mit den Kommunis­ten. Warum sollten wir also an ihnen allen zweifeln?

Wir dürfen auch nicht alle Teilnehmer der kommunistischen Bewegung der 1920er Jahre mechanisch zu den Fraktionsmachern zählen. Die Kommunisten müssen die Probleme objektiv und durchdacht betrachten und dürfen nicht in der Vergangenheit der Menschen herumwühlen. Sie sind in den Reihen der Revolutionäre zu vereinigen, wenn sie am revo­lutionären Kampf teilnehmen wollen.

Was die tatsächlichen Angehörigen der „Minsaengdan“ betrifft, so haben wir auch diese nicht über einen Kamm zu scheren.

Es bedarf keiner großen Worte, eine Hand voll unverbesserlicher „Minsaengdan“-Elemente, die schändliche Handlungen gegen die Einheit und Geschlossenheit der revolutionären Reihen begingen, muß unbedingt bestraft werden. Geht es dagegen um die ehemaligen „Minsaengdan“- Anhänger, die wegen ihres niedrigen Bewußtseinsstandes zum Eintritt in die „Minsaengdan“ verführt wurden, aber keine Verbrechen verübten, so müssen wir sie erziehen, ihr National- und Klassenbewußtsein wecken und sie auf die Seite der Revolution ziehen. Nur auf diesem Wege können wir die eingefleischten Angehörigen der „Minsaengdan“ völlig isolieren, diese von innen heraus unterhöhlen und die Speerspitze des Kampfes auf den japanischen Imperialismus richten.

Wir dürfen nicht unter dem Vorwand des Kampfes gegen „Min­saengdan“ unüberlegt an den Menschen zweifeln, wir müssen sie in der praktischen Arbeit überprüfen.

Voreingenommenheit, unbegründete Verdächtigung eines Men­schen, das Bestreben, bei ihm nur Fehler zu finden – all das hat nichts mit Wachsamkeit in der Arbeit zu tun. Wenn wir jeden Menschen ver­dächtigen und nur seine Fehler sehen, werden wir zu guter Letzt den Glauben an uns selbst verlieren. Wenn man sich vor allen fürchtet und niemandem traut, in allem nur Gefahr wittert, wird es einem selbst schwer fallen, frei zu atmen, von der Revolution ganz zu schweigen. Wer zu Zweifeln neigt, kann schließlich den Intrigen der japanischen Imperialisten, die die revolutionären Kräfte spalten wollen, zum Opfer fallen und der Revolution einen ernsten Schaden zufügen. Die Kom­munisten dürfen die Menschen nicht verdächtigen, sondern müssen sich großmütig und warmherzig zu ihnen verhalten.

Auch wenn jemand der Zugehörigkeit zur „Minsaengdan“ verdäch­tigt wird, müssen wir diesem Menschen vertrauen, wenn wir kein wis­senschaftlich begründetes Beweismaterial haben, und ihn im Laufe des praktischen Kampfes überprüfen. Das Feld, auf dem wir den japani­schen Imperialisten Gefechte liefern, ist eine gute Stätte zur Prüfung von Menschen. Wir müssen kühn sein und die Waffe auch denjenigen aushändigen, die unter dem Verdacht der Zugehörigkeit zur „Minsaeng­dan“ stehen, damit sie gegen die japanischen Imperialisten kämpfen können. So wird es uns möglich sein, sie auf dem Feld des auf Leben und Tod geführten Kampfes mit dem Feind zu prüfen, und dann werden wir genau wissen, wer sie sind – „Minsaengdan“-Anhänger oder nicht.

Einmal hatten wir einen Partisan durch praktischen Kampf auf die Probe zu stellen. Er war der Zugehörigkeit zur „Minsaengdan“ verdäch­tig. Wir stellten ihm die Aufgabe, ins Hinterland des Feindes vorzudrin­gen, einen Helfershelfer der japanischen Imperialisten gefangen zu nehmen und zu uns zu bringen. Wir gaben ihm sogar ein Gewehr. Wäre er ein „Minsaengdan“-Anhänger gewesen, hätte er auf die Seite des Feindes überlaufen und uns Schaden zufügen können. Doch er lief nicht zum Gegner über, im Gegenteil, er kam zu uns zurück, nachdem er die ihm übertragene Aufgabe in Ehren erfüllt hatte. Danach erhielt er die Möglichkeit, auch an weiteren Kämpfen teilzunehmen. Er war in den Schlachten gegen den Feind tapfer, und als er schwer verwundet wurde, wich er keinen Schritt vom Kampf zurück. So überzeugten wir uns in den Gefechten, daß er kein „Minsaengdan“-Anhänger war. Wie Sie se­hen, muß der Kampf gegen die „Minsaengdan“ von Anfang bis Ende in enger Verbindung mit dem praktischen Kampf geführt werden.

Um diesen Kampf in die richtige Bahn zu lenken, müssen wir die Angelegenheit der „Minsaengdan“ auf der Basis der Meinung der brei­ten Massen erledigen, und nicht durch eigenmächtige Handlungen eini­ger Leute.

Nur wenn wir uns auf die breiten Massen stützen, können wir, oh­ne Fehler zu begehen, gegen „Minsaengdan“ kämpfen und alle schändlichen Umtriebe der „Minsaengdan“-Anhänger konsequent durchkreuzen. Damit die Massen aktiv am Kampf gegen „Minsaeng­dan“ teilnehmen, müssen wir bei der Klärung der Angelegenheit der „Minsaengdan“ aufmerksam auf die Stimme der Massen hören und die ideologisch-politische Arbeit unter den breiten Massen verstärken.

Um die Machenschaften der japanischen Imperialisten im Zusam­menhang mit „Minsaengdan“ zu vereiteln, haben wir den Chauvinismus endgültig zu überwinden. Einige vom Gift des Chauvinismus infizierte Leute behaupten unbegründet: „80-90 Prozent der koreanischen Revo­lutionäre, die in der östlichen Mandschurei tätig sind, gehören zur ,Min- saengdan’ oder sind ihre Mitschuldigen.“ Sie wollen den Kampf gegen „Minsaengdan“ bis zum Äußersten führen. Dies behindert den Zusam­menschluß des koreanischen und des chinesischen Volkes und gefährdet ernsthaft den revolutionären Kampf.

Die feste Geschlossenheit des koreanischen und des chinesischen Vol­kes ist ein wichtiges Unterpfand des Sieges im gemeinsamen Kampf gegen den japanischen Imperialismus. Deshalb haben die koreanischen Kommu­nisten im bewaffneten antijapanischen Kampf die Geschlossenheit mit dem chinesischen Volk sehr hoch geschätzt. Auch in Zukunft werden sie den antijapanischen Kampf Hand in Hand mit dem chinesischen Volk führen.

Ferner müssen wir die Wachsamkeit auch gegenüber den konterrevo­lutionären Handlungen der Fraktionsmacher erhöhen. Manche dieser Elemente, die der kommunistischen Bewegung in Korea in der Vergan­genheit gewaltigen Schaden zugefügt haben, sind in unsere revolutionä­ren Reihen eingedrungen und fügen jetzt unserer Bewegung großen Schaden zu. Unter dem Vorwand, gegen „Minsaengdan“ aufzutreten, versuchen sie, die Ziele ihrer Fraktionsmacherei zu erreichen. Die jetzi­ge ernste Lage im Kampf gegen „Minsaengdan“ steht in direkter Bezie­hung zu den Umtrieben der Fraktionsmacher. Davon ausgehend müssen wir in fester Verbindung mit dem Kampf gegen die Fraktionsmacher darum ringen, die linken Abweichungen, zu denen es bei den Auseinan­dersetzungen gegen „Minsaengdan“ kam, zu überwinden. Es ist unsere Pflicht, in Zukunft einen konsequenten, unversöhnlichen Kampf gegen diese Subjekte zu führen, um zu verhindern, daß irgendwelche sektiere­rischen Handlungen und feindlichen Ideen in unseren revolutionären Reihen auf fruchtbaren Boden fallen.

Unsere Aufgabe ist es, die linken Abweichungen im Kampf gegen „Minsaengdan“ zu beseitigen, die Einheit und Geschlossenheit der revo­lutionären Reihen zu festigen, alle antijapanischen Kräfte zu vereinen und den bewaffneten Kampf gegen den japanischen Imperialismus noch beharrlicher zu führen.

2. Über die Auflösung der Partisanengebiete und das Vorrücken in große Räume

Unser revolutionärer Kampf befindet sich heute in einer neuen Phase seiner Entwicklung.

Als die AVPA im Jahr 1932 gegründet wurde, bestand unsere strate­gische Aufgabe darin, Partisanenstützpunkte zu schaffen, auf sie ge­stützt die revolutionären Kräfte zu schützen und auszubilden und gleichzeitig konsequente Vorbereitungen für die weitere Entfaltung und Entwicklung des bewaffneten Kampfes zu treffen. Dies war eine Aufga­be, wie sie sich unter den damaligen Bedingungen unausweichlich stell­te, als unsere bewaffnete Abteilung gerade erst gegründet war und die Aggressionstruppen des japanischen Imperialismus grausamstes Massa­ker auf die revolutionär gesinnten Massen verübten.

Um diese strategische Aufgabe zu realisieren, errichteten wir bisher Partisanenstützpunkte in Form von befreiten Gebieten im Ufergebiet des Tuman und führten, auf sie gestützt, im Verlauf von vier bis fünf Jahren einen blutigen bewaffneten Kampf. Im Feuer dieses schweren Kampfes wurde die AVPA ideologisch-politisch noch mehr gestählt, wuchs zu einer mächtigen Streitmacht heran, die imstande ist, groß angelegte Kampfeinsätze zur Verteidigung der Partisanenstützpunkte und zum Angriff auf die Städte durchzuführen, und sammelte reiche Kampferfah­rungen. Außerdem wurden während des praktischen Kampfes viele junge Kommunisten ausgebildet; die Einheit und Geschlossenheit der revolutio­nären Reihen wurde durch den Kampf gegen die Fraktionsmacherei, ge­gen den linken und rechten Opportunismus noch mehr gefestigt. Wir führten die den verschiedenen Schichten angehörenden breiten Massen auf die Seite der Revolution, wodurch eine feste Massenbasis für den bewaffneten Kampf und die Gründung der Partei entstand. Wir durch­kreuzten die Bestrebungen der japanischen Imperialisten, nationale Zwietracht zu säen, bildeten ebenfalls erfolgreich die gemeinsame anti­japanische Front mit dem chinesischen Volk und festigten die Solidari­tät mit den unterdrückten Völkern der Welt.

In dieser Zeit haben die Partisanenstützpunkte in Form der befreiten Gebiete ihre Mission als strategische Basis des bewaffneten Kampfes wirklich ausgezeichnet erfüllt.

Vor uns steht heute die wichtige und unaufschiebbare Aufgabe, ge­stützt auf die bereits errungenen wertvollen Erfolge und Erfahrungen, den revolutionären Kampf weiterzuentwickeln und auszudehnen. Diese Auf­gabe erfordert, die begrenzten Partisanengebiete zu verlassen und in grö­ßeren Räumen einen umfassenden Partisanenkrieg zu entfalten. Wenn wir unseren Kampf noch aktiver entfalten, werden wir imstande sein, mit Un­terstützung durch die breiten Volksmassen Koreas und Chinas den Fein­den starke militärische und politische Schläge zu versetzen und energisch die Gründung der Partei und der Einheitsfront vorzubereiten.

Auch die jetzige Lage fordert, die Partisanenstützpunkte aufzulösen und in große Gebiete vorzurücken.

Die japanischen Imperialisten unternehmen gegenwärtig einen äu­ßerst starken Angriff auf die Partisanenstützpunkte. Sie haben bereits Zehntausende Soldaten ihrer Elite-Truppen mobil gemacht und schlie­ßen die Partisanenstützpunkte mit einem doppelten und dreifachen Ring ein, jeden Tag führen sie „Strafexpeditionen“ durch, gründeten Ghettos und führten dort das mittelalterliche „Baojia-System“ ein. Verstärkt verbreiten sie jede nur denkbare Lüge über die Partisanenarmee und den Kommunismus und greifen zu Intrigen, um die Bevölkerung in den Par­tisanenstützpunkten „umzustimmen“.

Wenn wir unter diesen Bedingungen unsere Anstrengungen nur auf die Verteidigung der bestehenden Stützpunkte konzentrieren, werden wir die in vielen Jahren von uns vorbereiteten revolutionären Kräfte nicht schützen können und gezwungen sein, eine passive Hal­tung im Kampf gegen den Feind einzunehmen. Folglich müssen wir die begrenzten Gebiete der Partisanenstützpunkte verlassen und in große Räume vorrücken, um dort einen Partisanenkrieg zu führen.

Manche Leute bestehen jetzt auf der „Verteidigung der Partisanen­stützpunkte“, doch eine solche Verteidigung wäre jedoch nur ein militä­risches Abenteuer, das der Revolution großen Schaden zufügen kann. Welche Gefahren es mit sich bringt, haben wir bereits deutlich am eige­nen Leib erfahren, als wir 1933-1934 Kämpfe zur Verteidigung der Parti­sanenstützpunkte führten. Damals bestanden gewisse Leute darauf, die Partisanenstützpunkte nur frontal zu verteidigen, und sprachen sich dage­gen aus, diese Verteidigung mit Diversionsaktionen im Hinterland des Feindes zu verbinden. Wenn die Partisanenarmee damals im längeren Wi­derstand gegen einen Feind, der ihr kräftemäßig Dutzende Mal überlegen war, nur die frontale Verteidigung übernommen hätte, wäre es ihr nicht möglich gewesen, die Partisanenstützpunkte zu verteidigen, und unsere Revolution hätte ernsthaften Schaden genommen. Aber wir verbanden damals richtig die frontale Verteidigung mit Diversionsaktionen im Hin­terland des Feindes, unternahmen einen heftigen Gegenangriff und konn­ten dadurch den Feind an Händen und Füßen fesseln, ihm die Initiative nehmen, den Angriff der „Strafexpeditionen“ der japanischen Imperialis­ten abschlagen und die Partisanenstützpunkte erfolgreich verteidigen.

Wenn wir starke militärische Operationen in großen Räumen entfalten, werden die japanischen Imperialisten gezwungen sein, ihre Kräfte für „Strafexpeditionen“ auf einem äußerst großen Territorium zu zersplittern, und werden sich schließlich in der Defensive befinden, während wir die Initiative fest in unsere Hände nehmen. In der heutigen Situation auf der „Verteidigung der Partisanenstützpunkte“ zu beharren, mag auf den ersten Blick als eine revolutionäre Forderung erscheinen, doch in Wirklichkeit wäre dies ebenso unbesonnen, als lege man die Hände in den Schoß und warte auf seinen Tod; das ist eine falsche Ansicht, die die Erfordernisse der Entwicklung der Revolution ignoriert.

Wir müssen ohne jedes Schwanken die neue strategische Aufgabe er­folgreich verwirklichen: die Partisanenstützpunkte auflösen und ent­sprechend der Situation und der revolutionären Aufgabe zu Handlungen in großen Räumen übergehen.

Die nächste Aufgabe der KRVA besteht darin, ihre Operationen in die großen Räume der Mandschurei und die nördlichen Gebiete Koreas zu verlagern und einen großen und manövrierfähigen Partisanenkrieg zu beginnen, um den Feinden harte militärische und politische Schläge zu­zufügen und gleichzeitig die Macht der erstarkten KRVA überzeugend zu demonstrieren.

Zudem müssen die Einheiten der KRVA eine aktive politisch­organisatorische Arbeit unter den breiten Schichten der Bevölkerung in vielen Gebieten leisten.

Die Auflösung der Partisanenstützpunkte müssen wir ohne jeglichen engstirnigen Praktizismus vornehmen, sondern als eine politische, revo­lutionäre Tätigkeit betrachten, die der Verwirklichung unserer neuen strategischen Aufgabe dient.

Vor allem sind wir verpflichtet, eine umfassende Aufklärungs- und Propagandaarbeit unter den Bewohnern der Partisanenstützpunkte zu leis­ten, damit sie den Grund für die Auflösung der Partisanenstützpunkte klar erkennen und sich aktiv daran beteiligen.

Wir müssen Jugendliche unter den Einwohnern der Partisanen­stützpunkte, die in revolutionären Organisationen erzogen und gestählt wurden, vor allem in paramilitärischen Organisationen, wie der Roten Wehr, der Antijapanischen Selbstschutzwehr, dem Stoßtrupp, der Kin­deravantgarde und anderen, in die KRVA aufnehmen. Auf diese Weise müssen wir die Kräfte der KRVA, die Kampfhandlungen in großen Räumen zu führen haben werden, auffüllen und stärken.

Ferner müssen wir die ideologisch überzeugten und in den Partisa­nenstützpunkten erzogenen revolutionären Massen in die vom Feind kontrollierten Gebiete entsenden, so wollen wir erreichen, daß sie einen revolutionierenden Einfluß auf die Bevölkerung dieser Gebiete ausüben und sie aktiv zum antijapanischen Kampf in seinen verschiedenen For­men mobilisieren.

Überwinden wir alle Schwierigkeiten, bestehen Prüfungen und kämpfen wir noch beharrlicher für einen neuen Aufschwung der korea­nischen Revolution!