15. November 1945 // Reden
Kim Il Sung // Für die Errichtung einer wahren Regierung für das Volk

Für die Errichtung einer wahren Regierung für das Volk

15. November 1945

Rede auf der 2. erweiterten Sitzung des Exekutivkomitees des Zentralen Organisationskomitees der KP Nordkoreas


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Zur Erreichung der vollständigen Souveränität und Unabhängigkeit des Landes und zur erfolgreichen Verwirklichung der koreanischen Revolution müssen wir die Machtfrage lösen. Heute gibt es in den einzelnen Gebieten Volkskomitees, die ihre Tätigkeit bereits aufgenommen haben, es wurde jedoch noch kein zentrales Machtorgan gebildet. Alle Schichten der Be­völkerung, denen Vaterland und Nation teuer sind, erfüllt der brennende Wunsch, daß sich möglichst schnell eine Zentralregierung konstituieren und ein souveräner und unabhängiger demokratischer Staat entstehen mö­ge. Die beschleunigte Bildung einer Zentralregierung erfordert, die breiten Massen, die von hohem Enthusiasmus für den Aufbau eines Staates erfüllt sind, wirksam zu mobilisieren.

Doch auch wenn wir uns bewußt sind, daß die Lösung der Machtfrage keinen Aufschub duldet, können wir nicht unüberlegt einfach irgendeine Regierung bilden. Es ist unsere heilige Pflicht, die Pflicht der Kommunis­ten, für die richtige Entscheidung der Machtfrage zu kämpfen.

Welche Macht in unserem vom Joch der Kolonialherrschaft des ja­panischen Imperialismus befreiten Lande errichtet wird, ist eine sehr wichtige Frage, die die Zukunft unseres Landes und unserer Nation be­rührt. Wenn in Korea eine volksfeindliche Macht gebildet würde, wie das die projapanischen Elemente und Landesverräter fordern, dann wür­den das Land und die Nation nicht zur Blüte kommen und würde sich unser Vaterland wieder in eine Kolonie des Imperialismus verwandeln.

Das ganze koreanische Volk, das nach der Befreiung des Landes mit der Neugestaltung des Vaterlandes begonnen hat, wünscht sich eine wahre Volksmacht, die sein Vaterland erblühen und sich entwickeln läßt und imstande ist, ihm ein glückliches Leben zu sichern. Dieses Verlan­gen ist für das koreanische Volk, das nach der Eroberung des Landes durch die japanischen imperialistischen Aggressoren lange Jahre der grausamsten Ausbeutung und Unterdrückung ausgesetzt war, nur allzu verständlich. Nach ausreichenden Vorbereitungen müssen wir gemäß dem Willen des ganzen Volkes eine demokratische Regierung bilden.

Manche ignorieren jedoch die Forderung der Volksmassen und wol­len eine volksfeindliche Regierung bilden.

So erklären jetzt einige Leute, daß es notwendig sei, die „Volksrepu­blik“, die von einer Hand voll Elemente in Seoul zusammengezimmert wurde, anzuerkennen, doch können wir diese „Regierung“ auf gar keinen Fall anerkennen. Wir sind gegen die „Volksrepublik“, weil sie niemals eine sein kann, die für die Interessen des koreanischen Volkes eintritt.

Die „Volksrepublik“ wurde aus Leuten gebildet, die die Unterstüt­zung unseres Volkes nie erhalten können. So gehören ihr z. B. Syngman Rhee an, dieser Antikommunist und Helfershelfer der USA, aber auch andere projapanische Elemente, Landesverräter und Fraktionsmacher, die Scheinrevolutionäre; in ihrer „Regierung“ sind wahre Patrioten, standhafte Kommunisten, nicht vertreten. Es versteht sich von selbst, daß eine derartige „Regierung“ nicht die Macht sein kann, die die Inte­ressen der Volksmassen schützt. Mit einem Wort, die „Volksrepublik“ kann nicht anders eingeschätzt werden als eine volksfeindliche bürgerli­che Macht, die nur der Minderheit, den privilegierten Klassen, dient.

Haben wir Kommunisten etwa das Recht, diese „Regierung“ zu un­terstützen? Nein, wir können und dürfen sie nicht als Macht unseres Volkes anerkennen. Diese „Volksrepublik“ unterstützen zu wollen, kä­me schließlich rechten Abweichungen und einer Kapitulation gleich, die darauf hinausläuft, daß wir auf die Führung der Macht, der Hauptwaffe der Revolution, durch die Partei verzichten und die Macht an Reaktionä­re abtreten, und wäre ein volksfeindlicher Akt, der die Errichtung einer wahren Volksmacht behindert.

Bei der Errichtung der Macht dürfen wir den Intrigen der Imperialisten nicht auf den Leim gehen, die heute versuchen, mit ihren Helfershelfern eine reaktionäre Regierung in unserem Land zu schaffen und unserem Volk erneut das Joch der kolonialen Sklaverei aufzuerlegen. Wenn wir unter diesen Bedingungen eine antikommunistische und volksfeindliche Regierung unterstützen, würden wir nicht nur den nationalen Wunsch des koreanischen Volkes aufgeben, sondern auch den Imperialisten bei ihrer kolonialen Versklavungspolitik Vorschub leisten.

Es ist unsere Pflicht, bei der Errichtung der Macht alle volksfeindli­chen rechts abweichenden Tendenzen konsequent zurückzuweisen und die Verschwörungen der Imperialisten und ihrer Helfershelfer noch wach­samer zu verfolgen.

Gleichzeitig müssen wir auch gegen die Behauptungen der linken Opportunisten auftreten, die heute lauthals verkünden, daß es notwendig sei, in unserem Land unverzüglich die Macht der Diktatur des Proletari­ats durchzusetzen und die sozialistische Revolution durchzuführen. Das ist ein ultralinkes Verhalten, das darauf gerichtet ist, die objektiven Er­fordernisse der gesellschaftlichen Entwicklung und den Reifegrad der Volksmassen unseres Landes zu ignorieren, birgt die große Gefahr, die Massen von unserer Partei zu trennen und die nationale Geschlossenheit zu unterminieren.

Die KP muß konsequent gegen die falschen rechts und links abwei­chenden Ansichten und Positionen zur Machtfrage auftreten und für die richtige Lösung dieser Frage gemäß der politischen Linie der Partei kämpfen. Unsere Partei beschloss bereits den Kurs auf die Schaffung einer demokratischen Volksrepublik, die der konkreten Wirklichkeit unseres Landes und den Forderungen der Volksmassen entspricht. Wir müssen alle Anstrengungen darauf konzentrieren, daß eine demokrati­sche Volksrepublik, eine wahre Volksmacht, gebildet wird.

Die Regierung der künftigen demokratischen Volksrepublik muß aus Vertretern der KP und aller anderen progressiven und patriotischen Par­teien sowie verschiedener Bevölkerungsschichten bestehen, mit Aus­nahme der projapanischen Elemente und Landesverräter. Dieser Regie­rung müssen diejenigen angehören, die bereit sind, gewissenhaft für das Wohl ihres Landes und ihres Volkes zu arbeiten und die Interessen des Volkes vorbehaltlos zu schützen, und die das Vertrauen der Massen ge­nießen und die notwendige fachliche Qualifikation haben. Nur diese Macht kann zu einer mächtigen Waffe der Revolution beim Aufbau ei­nes starken, souveränen und unabhängigen Staates werden, nur sie kann eine patriotische und volksverbundene Macht werden, die sich tatsäch­lich für die Interessen der breiten Volksmassen einsetzt.

Um eine demokratische Volksrepublik zu bilden, gilt es, vor allem die Massen zusammenzuschließen. Ohne das Volk zu gewinnen, läßt sich kein Vorhaben mit Erfolg verwirklichen, und das betrifft besonders die Errichtung der Volksmacht. Die „Volksrepublik“, für die sich heute einige Leute aussprechen, wurde ohne Massenbasis über Nacht von ei­ner Hand voll Elemente zusammengezimmert. Diese „Macht“ versucht man ohne eine feste nationale Einheitsfront und sogar ohne die Schaf­fung einer Massenbasis zu bilden. Wie könnte sie also unsere Volks­macht werden?

Wenn wir die breiten Massen für uns gewonnen haben, müssen wir, darauf aufbauend, unter der Führung unserer Partei eine Beratung der na­tionalen Einheitsfront einberufen, der die demokratischen Parteien und die Massenorganisationen – die Arbeiter-, Bauern-, Jugend- und Frauenorga­nisationen – angehören, um mit ihnen die Bildung des zentralen Machtor­gans zu erörtern. Auf diese Weise muß sich unsere Macht fest auf das Fundament der nationalen Einheitsfront stützen, die alle demokratischen Parteien und gesellschaftlichen Organisationen vereint. Nur eine Macht, die sich auf die nationale Einheitsfront gründet, der die patriotischen de­mokratischen Kräfte der breiten Schichten angehören, kann auf die abso­lute Unterstützung und Billigung des ganzen koreanischen Volkes sowie auf internationale Hilfe rechnen und die ihr übertragene historische Mis­sion konsequent erfüllen. Eine Regierung ohne zuverlässige Massenbasis zu bilden, ist genau so, als baue man ein Haus auf Sand; solch eine Regie­rung kann nicht die Unterstützung der Volksmassen haben.

Deshalb orientiert der Kurs unserer Partei darauf, daß noch vor der Regierungsbildung eine feste demokratische nationale Einheitsfront ge­bildet und die Massenbasis der Volksmacht geschaffen wird.

Wir müssen zunächst die Hauptkraft auf die Gewinnung der Volks­massen konzentrieren.

Die ganze Partei ist einzusetzen, um mit voller Kraft die verschiede­nen Schichten der breiten Massen zusammenzuschließen. Wir müssen darum bemüht sein, maximal all diejenigen für uns zu gewinnen, die ihre Kraft in den Dienst der Schaffung eines Staates stellen wollen. Auf diesem Wege ist auch ehrliche nationale Bourgeoisie fest in der künfti­gen nationalen Einheitsfront zu vereinen, ganz zu schweigen von den Arbeitern, Bauern und den Angehörigen der Intelligenz. Nur wenn wir eine feste demokratische nationale Einheitsfront bilden und die breiten Massen dafür vollständig gewinnen, werden wir alle Umtriebe der Re­aktionäre durchkreuzen, eine wahre Regierung des koreanischen Volkes bilden und einen mächtigen, souveränen und unabhängigen demokrati­schen Staat erfolgreich aufbauen können. Wir müssen eine nationale Einheitsfront bilden, deren Basis die patriotischen, demokratischen Or­ganisationen sein sollen, die für die Interessen des Landes und der Nati­on kämpfen. Unserer Einheitsfront können nur angehören: die höchst revolutionäre Partei, die wahrhaft die nationalen Interessen des koreani­schen Volkes vertritt, und andere nationale demokratische Parteien und gesellschaftliche Organisationen, die entschlossen gegen den Imperia­lismus und die Überreste der japanischen imperialistischen Kräfte kämpfen und von dem Bestreben erfüllt sind, aktiv bei der demokrati­schen nationalen Befreiungsrevolution mitzuwirken.

Wir können die künftige demokratische nationale Einheitsfront mit Parteien bilden wie der Demokratischen Partei. Naturgemäß gibt es in den befreundeten Parteien häufig schwankende Haltungen in der revolutionä­ren Bewegung, manchmal auch oppositionelle Gesinnungen. Im Interesse der Einheitsfront müssen wir aber mit den befreundeten Parteien auf fol­gendem Prinzip zusammenarbeiten: Kritik und Zusammenschluß.

Um die breiten Massen zu gewinnen und solch eine feste Einheitsfront zu bilden, müssen wir so schnell wie möglich verschiedene Massenorga­nisationen gründen, denen alle Schichten der Bevölkerung angehören.

Es gibt jetzt überall im Land verschiedene Massenorganisationen, doch fehlt ihnen bislang ihr eigenes zentrales Führungsorgan. Wir müssen die in den Betrieben bestehenden Arbeitergewerkschaften verstärken, aber gleichzeitig so schnell wie möglich ein zentrales Führungsorgan für sie bilden. Parallel dazu ist auch die Gründung einer zentralen Bauernorgani­sation notwendig, die ein einheitliches Organisationssystem haben muß, und rasche Bildung einer einheitlichen Frauenorganisation.

Besonders aktiv müssen wir wirken, um den KJV in einen demokra­tischen Jugendverband, eine Jugendorganisation mit größerer Massen­basis, zu verwandeln.

Diese Umwandlung ist für den Zusammenschluß der breiten Massen der Jugend und die weitere Entfaltung und Verstärkung der Jugendbe­wegung ein sehr wichtiger Schritt. Bleibt der KJV, diese recht begrenzte Jugendorganisation, angesichts der schwierigen politischen Situation unseres Landes in seiner derzeitigen Form erhalten, wird es der Jugend­bewegung nicht gelingen, über diesen Rahmen hinauszugehen, und das könnte zur vollständigen Spaltung der koreanischen Jugendbewegung führen. Wird die Jugendbewegung nur über den KJV angeleitet, kann es dazu kommen, daß die Masse der werktätigen Jugend in mehrere Teile zerfällt. Folglich müssen wir eine demokratische Jugendorganisation gründen, die imstande ist, die breiten Massen der Jugend zusammenzu­schließen.

Fast alle koreanischen Jungen und Mädchen sind Söhne und Töchter der Arbeiter und Bauern, des werktätigen Volkes, sie alle hatten während der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus keinerlei Freiheiten und Rechte, waren Opfer grausamer Ausbeutung und Unterdrückung. Für eine einheitliche demokratische Jugendorganisation können deshalb fak­tisch alle Jungen und Mädchen gewonnen werden – ausgenommen das winzige Häuflein der Reaktionäre -, und so können wir sie an die demo­kratische Revolution und den Aufbau des Staates heranführen.

Die Gründung von Massenorganisationen erfordert zugleich, die Führung dieser durch die Partei zu verstärken. Besonders große Auf­merksamkeit ist der Anleitung der Frauenorganisation zu widmen. Un­sere Partei muß die Frauenorganisation richtig anleiten, damit sie auf der jetzigen Etappe um die Lösung folgender wichtiger Aufgaben be­harrlich ringt: das Analphabetentum und die feudalen Sitten unter den Frauen zu beseitigen, ihr Leben zu verbessern und sie aktiv in den Auf­bau des Staates einzubeziehen. In diesem Kampf ist das Bewußtsein der Frauen zu wecken und sind sie zu stählen.

Indem wir Massenorganisationen ins Leben rufen und sie verstärkt anleiten, müssen wir die verschiedenen Schichten der breiten Massen – Arbeiter, Bauern, Jugendliche und Studenten sowie die Frauen – mo­nolithisch um unsere Partei scharen und ein solides Fundament der nationalen Einheitsfront legen.

Die Bildung solch einer soliden Einheitsfront erfordert, die Rolle der KP zu verstärken.

Es ist die KP, die, ihre Selbständigkeit in der Einheitsfront wahrend, die führende Rolle übernehmen und konsequent alle Massenorganisationen anleiten muß. Zu diesem Zweck sind die Parteiorganisationen auszubauen, sind die Kräfte der Partei ständig zu erweitern und zu konsolidieren.

Außerdem müssen wir erreichen, daß alle unsere Parteimitglieder die Politik der Partei in bezug auf die Einheitsfront richtig verstehen und die verschiedenen Bevölkerungsschichten aktiv leiten. Vor allem müssen die Parteimitglieder eine klare Vorstellung von der Politik unserer Partei gegenüber den befreundeten Parteien haben und mit ihnen wirksam zu­sammenarbeiten.

Die Bildung einer nationalen Einheitsfront in unserem Land ist heute eine aktuelle Aufgabe, deren Lösung nicht den geringsten Aufschub duldet. Es ist unsere Pflicht, verstärkt darum zu ringen, daß solch eine solide Einheitsfront in kürzester Zeit gebildet wird. Wir müssen also durch den monolithen Zusammenschluß der breiten patriotischen und demokratischen Kräfte eine demokratische Volksrepublik gründen, die jene echte Volksmacht sein wird, die unser Volk herbeisehnt.

Zum erfolgreichen Aufbau einer einheitlichen demokratischen Macht sind zunächst die notwendigen Vorbereitungen vor allem in Nordkorea zu forcieren, wo günstigere Bedingungen für die Neugestaltung des Va­terlandes herangereift sind. Wir müssen in Nordkorea die demokratische nationale Einheitsfront bilden, die die verschiedenen Schichten der pat­riotischen demokratischen Kräfte umfassen wird, um auf dieser Basis ein provisorisches zentrales Machtorgan zu schaffen, das die Interessen des Volkes vertritt. Dieses Machtorgan wird die Pflicht haben, eine Rei­he volksverbundener demokratischer Maßnahmen zu treffen: die ge­rechte Lösung der Bodenfrage, den Wiederaufbau und die Entwicklung der Industrie, die Stabilisierung und Verbesserung des Lebens der Be­völkerung, die Herstellung der öffentlichen Ordnung und die Einfüh­rung eines demokratischen Wahlsystems. Damit ist dieses künftige Machtorgan dazu berufen, die breiten Volksmassen unbedingt für die Sache der Revolution zu gewinnen und eine solide Grundlage für die Bildung einer einheitlichen Zentralregierung zu schaffen.

Um die Entstehung eines provisorischen zentralen Machtorgans in Nordkorea vorzubereiten, haben wir bereits in den einzelnen Gebieten Volkskomitees organisiert und gleichzeitig konkrete Maßnahmen zur Gründung von Departements eingeleitet, die mit der Leitung der jeweili­gen Wirtschaftszweige, der Zusammenarbeit zwischen den Bezirken Nordkoreas und der Beseitigung vorhandener Mißstände betraut werden.

Später, wenn sich die örtlichen Organe der Volksmacht und die De­partements gefestigt haben, ist in Nordkorea solch ein zeitweiliges zent­rales Machtorgan wie das Provisorische Volkskomitee Nordkoreas zu bilden und somit ein solides Fundament für eine einheitliche Zentralre­gierung zu legen.

Zum Abschluß möchte ich noch kurz auf die Bodenfrage eingehen, die auf der heutigen Sitzung aufgeworfen wurde.

Die Lösung der Bodenfrage ist eine vordringliche Aufgabe der anti­imperialistischen und antifeudalen demokratischen Revolution. Nur wenn wir diese Frage gerecht entscheiden, können wir die feudalen Pro­duktionsverhältnisse, die die Entwicklung unserer Gesellschaft drosseln, auf dem Lande vollständig beseitigen, die Massen der Bauern von jahrhundertelanger Rückständigkeit und Armut befreien und ein neues, demokratisches Korea aufbauen. Das verpflichtet unsere Partei bei die­sen Vorhaben zu großen Anstrengungen.

Wir haben die Absicht, später die Großgrundbesitzer zu enteignen und deren Boden unter den leibeigenen Bauern und Kleinbauern aufzuteilen. Wenn den Bauern dieses Land übergeben wird, müssen wir ihnen das Recht gewähren, den Boden zu bearbeiten, aber nicht, den Boden käuflich zu erwerben oder zu verkaufen. Nur so können wir die Restauration der Ausbeuterordnung auf dem Lande verhindern und den jahrhundertealten Traum unserer Bauern, Herr über eigenen Boden zu werden, verwirklichen.

Um die Bodenfrage zu lösen, müssen wir die Bauern darauf politisch gut vorbereiten. Während wir darum ringen, daß auf dem Land das Pachtzinssystem im Verhältnis 3 : 7 eingeführt wird, müssen wir das Bewußtsein der Bauern wecken und erreichen, daß sie selbst mit Nach­druck die Übergabe des Bodens verlangen. Unsere Partei muß über ihr Presseorgan und ihre Mitglieder die Propaganda verstärken, damit die Bauern tatkräftig um den Besitz des Bodens ringen.

Unsere Aufgabe ist es, leibeigene Bauern und Kleinbauern, die im Kampf für die Lösung der Bodenfrage erprobt und gestählt wurden, in großer Zahl in die Partei aufzunehmen und die Bauernorganisation zu erweitern und zu verstärken.

Genossen!

Unsere Partei hat die große Verantwortung für die Führung der kore­anischen Revolution. Das Schicksal des Vaterlandes und des Volkes hängt davon ab, wie unsere Partei arbeitet. Ob wir die heute vor uns ste­hende Aufgabe, einen Staat aufzubauen, mit Erfolg bewältigen, ist eben­falls vom Kampf unserer Partei abhängig. Wir müssen die historische Mission der Partei zutiefst beherzigen, beharrlich gegen alle Schwierig­keiten und Hindernisse bei der Neugestaltung unseres Landes kämpfen und ein Höchstmaß an Anstrengungen für die Bewältigung der uns über­tragenen ehrenvollen revolutionären Aufgabe aufwenden.