20. August 1945 // Reden
Kim Il Sung // Über den Aufbau der Partei, des Staates und der Streitkräfte im befreiten Vaterland

Über den Aufbau der Partei, des Staates und der Streitkräfte im befreiten Vaterland

20. August 1945

Rede vor militärischen und politischen Kadern


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Mit dem Sieg der antifaschistischen demokratischen Kräfte im Zwei­ten Weltkrieg wurden die Aggressionstruppen des japanischen Imperia­lismus vernichtet, und unser Volk vollbrachte das große historische Werk – die Wiedergeburt des Vaterlandes. Dieser grandiose Sieg ist mit dem kostbaren Blut Hunderttausender der besten Söhne und Töchter des koreanischen Volkes errungen worden, die für die Wiedergeburt des Vaterlandes, für die Freiheit und das Glück des Volkes und für den Aufbau des Paradieses des Sozialismus und Kommunismus, in dem es weder Ausbeutung noch Unterdrückung gibt, heldenhaft einen langen und schweren Kampf gegen die japanischen imperialistischen Aggresso­ren führten.

Unser Volk hat schließlich der Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus, die fast ein halbes Jahrhundert dauerte, ein Ende bereitet und Freiheit und Befreiung errungen. Vor dem koreanischen Volk wur­de der Weg in eine lichte Zukunft zum Aufbau eines neuen, unabhängi­gen und blühenden Korea eröffnet.

Das große historische Werk, die Wiedergeburt des Vaterlandes, ist verwirklicht worden, und so stehen wir heute vor neuen Kampfaufga­ben. Auf der Grundlage der siegreichen Erfolge müssen wir die koreani­sche Revolution weiter vorantreiben, und das koreanische Volk muß mit eigenen Händen einen starken, souveränen und unabhängigen Staat auf­bauen.

Was haben wir für die Durchführung dieser grandiosen Aufgaben zu tun?

Vor allem müssen wir eine marxistisch-leninistische Partei gründen, die fähig ist, die koreanische Revolution unerschütterlich zum Sieg zu führen. Gleichzeitig ist es notwendig, durch die Errichtung der Volks­macht die Machtfrage, die Hauptfrage der Revolution, zu lösen und Volksstreitkräfte aufzubauen, die in der Lage sind, das Land und das Volk zu verteidigen sowie die Errungenschaften der Revolution zu schützen. Diese drei aktuellen Aufgaben sind dringende revolutionäre Pflichten, deren Erfüllung im Interesse der schnellen Entwicklung der koreanischen Revolution im befreiten Vaterland keinerlei Aufschub duldet.

Auf der Grundlage der wertvollen revolutionären Errungenschaften und reichen Kampferfahrungen, die in den Jahren des bewaffneten anti­japanischen Kampfes gewonnen wurden, müssen wir die Arbeit für den Partei- und Staatsaufbau und den Aufbau der Streitkräfte so energisch beschleunigen, daß die historische Aufgabe des Aufbaus eines neuen Korea auf alle Fälle hervorragend erfüllt wird.

1

Die wichtigste historische Aufgabe, die in der gegenwärtigen Etap­pe vor den koreanischen Kommunisten steht, ist die Gründung der Kommunistischen Partei Koreas, des Stabes der koreanischen Revoluti­on und des Vortrupps der Arbeiterklasse.

Ohne die revolutionäre Partei der Arbeiterklasse, den Stab der Re­volution, ist es unmöglich, die Arbeiterklasse und die anderen ver­schiedenen breiten Schichten der demokratischen Kräfte fest an die Seite der Revolution zu binden und die Volksmassen mit dem Ziel zu organisieren und zu mobilisieren, die Errichtung der Volksmacht und den Aufbau der Volksstreitkräfte mit Erfolg durchzuführen.

In unserem Land ist bereits die Basis für die Gründung einer einheitli­chen marxistisch-leninistischen Partei geschaffen. Im Feuer des bewaffne­ten antijapanischen Kampfes haben wir durch den langen und schweren Kampf für die Beseitigung der verschwörerischen Machenschaften und der Diversions- und Subversionsakte aller inneren und äußeren Feinde die wesentlichen Schwächen überwunden, die sich anfangs in der koreani­schen kommunistischen Bewegung zeigten, und ein zuverlässiges organi­satorisch-ideologisches Fundament für die Gründung der Partei gelegt.

Wir haben heute ein festes Fundament für die Gründung unserer Partei geschaffen, indem wir vor allem einen unbefleckten kommunistischen Kern herangebildet haben, der im harten praktischen revolutionären Kampf geprüft und gehärtet wurde.

Die besten Söhne und Töchter unseres Landes kämpften seit Anfang der 1930er Jahre, als das Schicksal unserer Nation auf das Höchste be­droht war, mit der Waffe in der Hand 15 Jahre tagtäglich für die Wie­dergeburt des Vaterlandes und für die Ehre der Nation, und in diesem blutigen Kampf wuchsen sie zu glühenden Revolutionären und zu einem ausgezeichneten kommunistischen Kern heran.

Unsere im Feuer des bewaffneten antijapanischen Kampfes aufgewachse­nen Kommunisten sind die konsequentesten Revolutionäre, die nicht nur konsequent die Fraktionsmacherei überwanden, die eine chronische Krank­heit in der kommunistischen Bewegung unseres Landes in den 1920er Jah­ren war, sondern sich auch mit den fortschrittlichen Ideen und Theorien des Marxismus-Leninismus ausrüsteten und, ohne sich durch irgend­welche Schwierigkeiten beirren zu lassen, mit voller Hingabe ihrer Jugend und ihres Lebens für die Durchsetzung des richtigen Kurses der koreanischen Revolution kämpften. Ebendeshalb genießen wir die absolute Unterstützung und die Liebe der Volksmassen und sind zur großen Hoffnung des koreanischen Volkes geworden. Somit müssen wir, der kommunistische Kern, der im Laufe des praktischen revolutio­nären Kampfes erprobt, geschmiedet und ausgebildet wurde und die ab­solute Unterstützung und die Liebe der Volksmassen genießt, heute im befreiten Vaterland zum festen Fundament und organisatorischen Rück­grat bei der Gründung der marxistisch-leninistischen Partei werden.

Außerdem vereitelten wir in den Jahren des bewaffneten antijapani­schen Kampfes rechtzeitig die konterrevolutionären Ränke und alle Subversionsakte der Fraktionsmacher und Kriecher sowie der engstirni­gen Nationalchauvinisten, die wie besessen danach strebten, die revolu­tionären Reihen von innen her zu zersetzen, wobei sie im Fahrwasser der verschwörerischen Machenschaften des japanischen Imperialismus schwammen. Dadurch haben wir die revolutionären Reihen zu einer monolithischen Einheit der Ideologie und des Willens zusammenge­schlossen und konsequent die marxistisch-leninistische Reinheit der kommunistischen Reihen gesichert.

Das ist eine wesentliche Garantie dafür, daß unsere neu zu schaffen­de Partei sowohl alle sektiererischen Umtriebe als auch die subversiven und diversiven Machenschaften der Klassenfeinde und der Opportunis­ten aller Schattierungen rechtzeitig entlarven und zum Scheitern bringen und konsequent die Einheit und Geschlossenheit der Ideologie und des Willens innerhalb der Reihen der Partei, die Lebensbasis der marxis­tisch-leninistischen Partei, schützen kann.

In den Jahren des bewaffneten antijapanischen Kampfes haben wir e­benfalls, ohne uns der grauenvollen Verfolgung und strengsten Aufsicht sowie den barbarischen Repressalien des japanischen Imperialismus zu beugen, die politische Tätigkeit unter den Arbeitern, Bauern und den an­deren breiten werktätigen Massen unentwegt organisiert und entfaltet, damit sie mit den revolutionären Ideen der Arbeiterklasse ausgerüstet und in der Praxis des Massenkampfes gegen den japanischen Imperialismus gestählt wurden. So schufen wir die feste Massenbasis für die Gründung der Partei.

Das ist eine zuverlässige Garantie dafür, daß sich unsere Partei als wahrhafte Verteidigerin und Repräsentantin der Interessen des koreani­schen Volkes tief in den werktätigen Massen verwurzeln und sich in enger Verbindung mit den Volksmassen gesund entwickeln kann. So wird unsere Partei heute nicht aus dem Nichts geschaffen, sondern auf der Grundlage organisatorisch-ideologischer Vorbereitungen für die Gründung der Partei, die im langen und harten bewaffneten antijapani­schen Kampf getroffen wurden.

Solch ein Fundament ist vorbereitet, jedoch dürfen wir deshalb kei­nesfalls selbstzufrieden sein. Man muß damit rechnen, daß auch schwie­rige und komplizierte Probleme im Kampf für die Gründung der Partei und deren Festigung und Entwicklung im befreiten Heimatland auftreten können wie bei den organisatorisch-ideologischen Vorbereitungen zur Gründung der Partei in der Vergangenheit.

Die überwiegende Mehrheit der Arbeiter in unserem Land ist zur Zeit als führende Klasse in organisatorisch-ideologischer Hinsicht deshalb un­genügend vorbereitet, weil sie bisher von ihrem revolutionären Vortrupp weder organisatorisch gefestigt noch ideologisch erzogen wurde. Infolge des japanischen imperialistischen Kolonialregimes, das nahezu ein halbes Jahrhundert herrschte, ist nicht wenig von dessen vielen veralteten Ideen in die Köpfe der Arbeiter, Bauern und anderen breiten Schichten der Volksmassen in unserem Land eingedrungen; mehr noch, aufgrund der Verleumdungen und Verunglimpfungen und der böswilligen Demagogie gegen die koreanischen Kommunisten, erfunden von den japanischen Im­perialisten und deren Lakaien, sind nicht wenige Leute in Zweifeln am Kommunismus und in Vorurteilen befangen. Diese werden nicht wenig hinderlich sein, wenn sich unsere Partei tief in den breiten werktätigen Massen verwurzeln, deren Unterstützung und Vertrauen gewinnen und in enger Verbindung mit den Massen in organisatorisch-ideologischer Hin­sicht erweitert und gefestigt werden soll.

Wir müssen auch berücksichtigen, daß die Fraktionsmacher und Rene­gaten der Revolution, die in der Vergangenheit die koreanische Revolution preisgaben, indem sie sich verbissen um die Ergreifung der „Hegemonie“ bemühten und sich lediglich mit Fraktionszwistigkeiten befaßten, erneut versuchen werden, hinter der Maske von Revolutionären die einfachen werktätigen Massen irrezuführen und in ihre Netze zu ziehen. Zieht man zudem in Betracht, daß die Aggressionstruppen des US-Imperialismus in das südliche Territorium unseres Heimatlandes, unterhalb der Linie am 38. Breitengrad, eindringen werden, so wird unsere Arbeit weiterhin auf be­trächtliche Schwierigkeiten stoßen.

In dieser Situation müssen wir die Partei schaffen, die Volksmacht errichten und die antiimperialistische, antifeudale und demokratische Revolution durchführen, damit ein starker, souveräner und unabhängi­ger Staat aufgebaut werden kann.

Wie muß also die marxistisch-leninistische Partei in unserem Land aufgebaut werden?

In erster Linie müssen wir so schnell wie möglich die Kommunisti­sche Partei Koreas, die einheitliche Partei der Arbeiterklasse, mit den im harten bewaffneten antijapanischen Kampf gestählten und entwickelten Kommunisten als Kern gründen. Selbstverständlich ist es möglich, daß einige Kommunisten, die im Inland tätig waren, in organisatorischer Hinsicht nicht gestählt wurden und auch nicht die ideologischen Über­reste der Fraktionsmacherei überwinden konnten. Sie werden aber den richtigen Weg der Revolution einschlagen, wenn man kühn an sie glaubt und mit ihnen großzügig arbeitet, da ein im langjährigen bewaffneten Kampf geschmiedeter und erprobter zuverlässiger Kern der koreani­schen Revolution vorbereitet ist. Nur auf diese Weise können wir in der Lage sein, die Spaltung der kommunistischen Reihen zu verhindern, die Einheit und Geschlossenheit der revolutionären Reihen zu verteidigen und die Arbeiterklasse und die übrigen verschiedensten revolutionären Kräfte fest um die Partei zusammenzuschließen.

Die Kommunistische Partei Koreas darf in keinem Fall zu einer Orga­nisation einer geringen Anzahl von Kommunisten werden. Sie muß zu einer politischen Massenpartei werden, die in den Arbeitern, Bauern und den anderen breiten werktätigen Massen tief verwurzelt ist und als erprob­ter Stab der Revolution den Aufbau eines neuen Korea organisiert und leitet. Aus diesem Grunde müssen wir mit den besten Kräften der Arbei­ter, Bauern und der fortschrittlichen Intelligenz, die in der Lage sind, auf­opferungsvoll für die Interessen der werktätigen Massen zu kämpfen und beim Aufbau eines demokratischen, souveränen und unabhängigen Staa­tes mit bestem Beispiel und vorbildlich als Avantgarde zu wirken, die Reihen der Partei schnell vergrößern.

Ferner ist es notwendig, auf der Grundlage der Organisationsprinzipien der marxistisch-leninistischen Partei die Einheit aller Reihen im Denken, Wollen und Handeln ohne Fraktionsmacherei zu sichern und alle Parteimit­glieder mit der marxistisch-leninistischen Ideologie und Theorie auszurüs­ten, eine stählerne bewußte Disziplin zu schaffen und das Prinzip des de­mokratischen Zentralismus entschlossen aufrechtzuerhalten. Insbesondere müssen wir bei der Schaffung der Parteiorganisationen die subversiven Machenschaften und sektiererischen Umtriebe der politischen Spekulanten und fraktionsmacherischen Elemente mit hoher revolutionärer Wachsam­keit noch schärfer verfolgen, sie rechtzeitig entlarven und zerschlagen.

Damit unsere Partei als Stab der koreanischen Revolution ihre Mis­sion und Rolle voll erfüllen kann, müssen die Parteifunktionäre, der Hauptkern der Partei, in politisch-ideologischer Hinsicht gründlich vor­bereitet werden. Die Parteifunktionäre sind die wichtigsten Kräfte, die künftig über das Schicksal der koreanischen Revolution entscheiden werden. Ohne die Reihen der besten kommunistischen politischen Funk­tionäre der Partei zu organisieren und unaufhörlich zu erweitern, ist es unmöglich, die führende Rolle der Partei zu verstärken, alle möglichen inneren und äußeren Feinde zu besiegen und einen starken, souveränen und unabhängigen Staat mit Erfolg aufzubauen. Deshalb ist es unsere dringende Aufgabe, gleichzeitig mit der Gründung der Partei gut vorbe­reitete Parteifunktionäre heranzubilden, die mit der marxistisch­leninistischen Ideologie ausgerüstet und in der Lage sind, die Linie und Politik der Partei zu verteidigen und durchzusetzen. Daher müssen wir zuerst Bildungskurse für Parteifunktionäre organisieren.

Es ist notwendig, gleichzeitig die Arbeit für die Schaffung der Mas­senorganisationen nach Berufen und Bevölkerungsschichten zu entfal­ten, damit unsere Partei die breiten Massen um sich scharen und unter den Volksmassen die führende Position einnehmen kann. Ohne die enge Verbindung mit den breiten Volksmassen herzustellen, kann die Partei niemals eine wahrhaft revolutionäre Organisation werden, und ohne die Verteidigung und Unterstützung durch die Massen kann sie ihrer Rolle als Avantgarde der Arbeiterklasse nicht gerecht werden. Ob die breiten Massen mit der Partei und Revolution verbunden sind oder nicht, ist eine Schlüsselfrage, von der das Schicksal der Partei und Sieg oder Nie­derlage der Revolution abhängen. Deshalb ist der erste Schritt bei der revolutionären Organisationsarbeit stets mit der organisatorisch­politischen Arbeit unter den Massen zu beginnen.

Auch in der finstersten Zeit der japanisch-imperialistischen Kolonial­herrschaft haben wir unter die breiten Volksmassen die Saat der Revoluti­on gestreut und sie, alle Hindernisse und Schwierigkeiten überwindend, gut gepflegt, um Früchte zu ernten, und gestützt auf die Kraft der Massen führten wir die Revolution zum Sieg. Mit anderen Worten, die führenden Kern bildenden Kräfte der koreanischen Kommunisten sind auch aus den organisierten Massen hervorgegangen sowie mit aktiver Unterstützung und Verteidigung durch die breiten Massen herangewachsen.

Deshalb ist die Schaffung der Massenorganisationen als Transmissi­onsriemen, der die Partei mit den Massen verbindet, für die organisato­risch-ideologische Festigung und Weiterentwicklung der Partei, für die Vorbereitung der revolutionären Kräfte und für die Verstärkung der füh­renden Rolle der Partei von großer Bedeutung.

Beim Aufbau der Massenorganisationen müssen wir vor allem die Jugend, Nachwuchs der Partei und Zukunft der Revolution, für die Or­ganisationen gewinnen.

Die Jugendlichen, die Herren der neuen Gesellschaft und zuverlässi­ge Erbauer des starken Vaterlandes, an die Seite der Partei zu stellen, ist eine äußerst wichtige Frage, die mit dem künftigen Schicksal des Vater­landes zusammenhängt. Aus diesem Grunde haben wir, die Mission und Rolle der Jugend bei der Entwicklung der revolutionären Bewegung richtig begreifend, im gesamten Verlaufe des bewaffneten Kampfes der Jugendarbeit stets große Aufmerksamkeit gewidmet. Sowohl die Vorbe­reitung des organisatorischen Rückgrates für die Gründung der Partei als auch die Gründung der antijapanischen Partisanenarmee und deren Festigung und Entwicklung wurden mit der Arbeit des Kommunisti­schen Jugendverbandes (KJV) begonnen. Durch die intensive Arbeit des KJV und der übrigen Jugendorganisationen wurden viele Jugendliche zu glühenden revolutionären Kämpfern erzogen.

Auf der Grundlage dieser Erfahrungen müssen wir heute die Arbei­ter-, Bauern-, Schuljugend und die übrigen breiten Massen der Jugend für die demokratischen Jugendorganisationen gewinnen, somit organi­sierte politische Truppen bilden und aus ihnen eine Avantgarde schaf­fen, die an der Spitze bei der Neugestaltung des Vaterlandes heldenhaft kämpft, das heißt eine unbesiegbare revolutionäre Formation, die eine stählerne Organisationsdisziplin hat.

Der organisatorische Zusammenschluß der Frauen, die die Hälfte der gesamten Mitglieder der Gesellschaft in unserem Land ausmachen, ist für die Entwicklung und Stärkung der revolutionären Kräfte und für die Beschleunigung des Aufbaus eines starken und neuen Vaterlandes von großer Bedeutung.

Wir müssen die Erfahrungen aus der Arbeit der Frauenorganisatio­nen in den Jahren des bewaffneten antijapanischen Kampfes nutzen und anhand dieser Erfahrungen in Übereinstimmung mit der konkreten Wirklichkeit unseres Landes und mit den Erfordernissen der neuen Lage einen Frauenbund gründen, der im breiten Maßstab die werktätigen Frauen zusammenschließt.

Die Frauen unseres Landes haben ein äußerst hohes revolutionäres Bewußtsein, weil sie doppelter und dreifacher Erniedrigung und Unter­drückung unter der mittelalterlichen Kolonialherrschaft des japanischen Imperialismus und den feudalen Fesseln ausgesetzt waren. Besonders während des bewaffneten antijapanischen Kampfes haben die besten werktätigen Frauen Koreas für die Wiedergeburt des Vaterlandes, für den Ruhm der Nation, für die gesellschaftliche Emanzipation und Freiheit der Frauen genauso aufopfernd wie die Männer gekämpft. Die Revolutionä­rinnen, mit der kommunistischen Weltanschauung fest ausgerüstet und unter harten Bedingungen gestählt, kämpften heldenhaft mit der Waffe in der Hand, wobei sie steile Berge und hohe Gebirge überqueren mußten. Inmitten der feindlichen Stellungen, inmitten eines Waldes von Bajonet­ten und selbst unter mittelalterlichen Folterungen und auf dem Schafott hielten sie, ohne sich im geringsten zu beugen, fest zur revolutionären Gesinnung und verteidigten den Ruhm der Kommunistinnen.

Wir sind verpflichtet, diese heldenhafte Kampfgeschichte der klugen und mutigen Frauen unseres Landes fortzusetzen, damit alle Frauen zur Neugestaltung des Vaterlandes einen bedeutenden Teil beitragen können.

Gleichzeitig muß die Bildung der Arbeitergewerkschaften vorange­trieben werden. Für den Aufbau eines neuen Korea ist die Rolle der Ar­beiterklasse äußerst wichtig. Die Arbeiterklasse muß beim Schutz der revolutionären Errungenschaften vor Subversions- und Diversionsakten aller möglichen inneren und äußeren Feinde und beim Aufbau eines starken, souveränen und unabhängigen Staates stets an der Spitze ste­hen. Sie muß durch ihr praktisches Vorbild die Massen führen. Dazu ist es notwendig, in kürzester Frist die Arbeiter gewerkschaftlich zu organi­sieren und sie in organisatorisch-ideologischer Hinsicht noch mehr zu stählen, damit die Arbeiterklasse ihre historische Mission beim Aufbau eines neuen, demokratischen Korea vorbildlich erfüllen kann.

Die Bauern, mehr als 80 Prozent der Bevölkerung unseres Landes, or­ganisatorisch zusammenzuschließen und für den revolutionären Kampf zu organisieren und zu mobilisieren, gehört zu den wichtigsten Aufgaben, die gegenwärtig vor uns Kommunisten stehen.

Infolge der Kolonialpolitik des japanischen Imperialismus, die auf die Ausplünderung des Dorfes gerichtet war, und wegen seiner gegen unsere Nation gerichteten Verdummungspolitik lebten die Bauern un­seres Landes in unmenschlichen Verhältnissen und waren hinter der modernen Zivilisation weit zurückgeblieben.

Damit wir die der gebildeten koreanischen Nation eigene Kultur, die eine 5000jährige Geschichte und glänzende Kulturtradition hat, wiedergewinnen und uns auf allen Gebieten der Politik, Wirtschaft und Kultur so schnell wie möglich den fortschrittlichen Ländern der Welt anschließen können, ist es vor allem notwendig, die Bauernmassen, die die absolute Mehrheit der Bevölkerung ausmachen und sich in einem rückständigen Zustand befinden, von den ideologischen Überresten des japanischen Imperialismus und von den feudalen Lebensgewohn­heiten gänzlich zu befreien. Es ist notwendig, einen Bauernverband zu organisieren und alle Bauern fest darin zu vereinen, damit sie durch höheres Klassenbewußtsein und durch die Erziehung im Geiste des Patriotismus und Kollektivismus zusammen mit der Arbeiterklasse ihre Rolle als Hauptformation bei der Neugestaltung des Vaterlandes über­nehmen und ausüben können.

2

Die Hauptfrage der Revolution ist die Frage der Macht. Wir Kom­munisten, die wahren koreanischen Patrioten, und das revolutionäre Volk organisierten und entfalteten viele Jahre lang den bewaffneten Kampf zur Zerschlagung und Ausrottung des japanischen Imperialis­mus, für die Errichtung einer wahren Volksmacht und den Aufbau eines neuen, blühenden Vaterlandes auf dem Boden des befreiten Va­terlandes. In den heftigen und erbitterten Tagen der blutigen Schlach­ten führten wir immer, alle Mühseligkeiten überwindend und ohne den Tod zu fürchten, den blutigen Kampf für die Volksmacht, die dem Volk Freiheit und Glück im befreiten Vaterland bringen wird.

Die heilige Mission, die Wiedergeburt des Vaterlandes zu erlangen, wurde erfüllt. Dadurch haben wir endlich die Möglichkeit, unseren Wunsch, einen starken, souveränen und unabhängigen Staat aufzubauen, in dem das Volk Herr des Landes ist, zu verwirklichen.

Was für eine Macht haben wir nun im befreiten Vaterland zu errichten?

Infolge der mittelalterlichen Kolonialherrschaft des japanischen Impe­rialismus wurde in unserem Land die Entwicklung des Kapitalismus ge­hemmt, und es blieb lange Zeit eine koloniale halbfeudale Gesellschaft. Angesichts dieser Tatsache steht vor dem koreanischen Volk nach wie vor die Aufgabe, die antiimperialistische antifeudale demokratische Revoluti­on zu verwirklichen und bezüglich der Macht in der gegenwärtigen Etap­pe, von dem Charakter und den Pflichten der Revolution unseres Landes ausgehend, eine demokratische Volksrepublik zu errichten, die die Inte­ressen des ganzen koreanischen Volkes vertritt.

Die demokratische Volksrepublik muß unbedingt von den Koreanern selbst geschaffen werden. Das koreanische Volk hat die Fähigkeit und die Kraft, mit eigenen Händen seine Macht zu errichten, und wir verfügen über reiche Erfahrungen zur Errichtung der Volksmacht.

Wir haben die Erfahrungen gemacht, daß wir am Anfang des bewaffne­ten antijapanischen Kampfes in den Partisanenstützpunkten – den befreiten Gebieten – die linke Linie der Fraktionsmacher und Kriecher auf die Bil­dung der „Sowjetmacht“ zerschlugen und die revolutionäre Volksregie­rung, die wahre Volksmacht, aufbauten. Wir stellten im ersten Punkt des Programms der Liga für die Wiedergeburt des Vaterlandes die Schaffung einer revolutionären Volksregierung als Aufgabe und kämpften jahrelang für sie. Wenn wir, fest gestützt auf diese Erfahrungen, die Linie der Volks­regierung einhalten und durchsetzen, werden wir in der Lage sein, eine Volksmacht neuer Form auf dem Boden des befreiten Vaterlandes erfolg­reich aufzubauen.

Um die demokratische Volksrepublik zu schaffen, ist es vor allem notwendig, die Demokratische Nationale Einheitsfront zu bilden, die unter der Führung der Arbeiterklasse die demokratischen Kräfte der ver­schiedenen Bevölkerungsschichten – die breiten Bauernmassen, die In­telligenz und die ehrliche nationale Bourgeoisie – umfaßt, und auf die­ser Grundlage die Volksmacht zu errichten. Weil unsere Einheitsfront eine Einheitsfront für die Errichtung einer demokratischen Volksrepu­blik ist, muß sie die Arbeiter und Bauern, die wahren Herren des Lan­des, sowie die patriotischen demokratischen Kräfte aller Kreise und Schichten, die den Aufbau eines unabhängigen demokratischen Staates fordern – die werktätige Intelligenz, die Klasse der städtischen Klein­bourgeoisie und die ehrliche nationale Bourgeoisie – umfassen. Dabei ist es notwendig, darauf zu achten, daß sich keine reaktionären Subjekte wie projapanische Elemente und Verräter an der Nation in unsere Ein­heitsfront einschleichen können.

Ferner muß man vorbildliche Patrioten auswählen, die für das Vater­land und für das Volk aufopfernd kämpfen können, und mit ihnen als Kern die Organe der Volksmacht aufbauen.

Auf diese Weise ist zu erreichen, daß unsere Volksmacht unter der Führung der Partei der Arbeiterklasse Arbeiter, Bauern und alle ande­ren patriotischen demokratischen Kräfte maximal um sich sammelt, die in die Demokratische Nationale Einheitsfront einbezogen sind, und daß sie zu einer machtvollen Waffe des Klassenkampfes wird, um sämtliche konterrevolutionären Elemente – die projapanischen Subjek­te, die Verräter an der Nation, die reaktionären Gutsbesitzer, die Kom­pradorenbourgeoisie – zu isolieren und zu bekämpfen.

Beim Aufbau der Macht dürfen wir Kommunisten auf keinen Fall ei­nen passiven Standpunkt einnehmen und nicht ohne Initiative sein. So­wohl bei der Bildung der Demokratischen Nationalen Einheitsfront als auch beim Aufbau der Volksmacht müssen die Kommunisten immer die aktive, führende Hauptrolle übernehmen und ausüben, Vorkämpfer und Organisatoren sein, die die verschiedenen Schichten der Volksmassen mobilisieren. Wenn wir auch nur im geringsten die Arbeit zur Schaffung der Macht auf dem Boden des befreiten Vaterlandes vernachlässigten, dessen Wiedergeburt auf Kosten des edlen Blutes der Kampfgenossen der Revolution errungen wurde, wäre das ein Verrat an den Hoffnungen der gefallenen Kampfgefährten und würde den nationalen Wünschen des ko­reanischen Volkes zuwiderlaufen. Daher müssen wir die größte Energie dafür einsetzen, daß so schnell wie möglich in ganz Korea, das sich nahe­zu ein halbes Jahrhundert in Finsternis befand, die Volksmacht errichtet wird – die Bannerträgerin der Freiheit und der Befreiung des Volkes. Da­durch wird der künftige Weg für das Aufblühen des Vaterlandes und für das Glück der kommenden Generationen frei gemacht.

Der Kampf um die Errichtung der Macht ist harter Klassenkampf, in dem die Frage „Wer – wen“ entschieden wird.

Wir dürfen nicht vergessen, daß auch künftig die Sektierer, die in der Vergangenheit hinter der Maske von Kommunisten die Revolution preisgaben, die Nationalisten, die sich als Lakaien des japanischen Im­perialismus verkauften, und sogar die projapanischen Handlanger unter Ausnutzung der in dem befreiten Vaterland entstandenen komplizierten Lage, als Patrioten getarnt, verzweifelt versuchen werden, gewaltsam die Machtorgane an sich zu reißen und ihre unverschämten politischen Ambitionen zu verwirklichen. Deshalb müssen wir mit höchster revolu­tionärer Wachsamkeit alle Intrigen und Subversionsmachenschaften der Feinde auf Schritt und Tritt entlarven und zum Scheitern bringen.

Wie sieht nun das Aktionsprogramm aus, das die Volksmacht in der gegenwärtigen Etappe durchzuführen hat?

1. Zusammenschluß der patriotischen demokratischen Kräfte unseres Landes – der Arbeiter, Bauern, fortschrittlichen Intellektuellen, der ehr­lichen nationalen Bourgeoisie, der Gläubigen mit nationalem Gewissen – und Bildung der Demokratischen Nationalen Einheitsfront, um auf dieser Grundlage eine demokratische Volksrepublik zu errichten.

2. Gewährleistung der Rede-, Presse-, Versammlungs-, Organisati- ons- und Religionsfreiheit sowie des aktiven und passiven Wahlrechts für alle männlichen und weiblichen Bürger, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

3. Alle Fabriken und Betriebe, das Eisenbahnwesen, die Banken, die Schiffe, Landwirtschaftsbetriebe und Bewässerungsanlagen sowie sämtli­ches Vermögen – das heißt alles, was Eigentum der japanischen Imperia­listen, der projapanischen Koreaner und der Vaterlandsverräter war – sind zu enteignen und zu verstaatlichen.

4. Die Ländereien der Japaner und der projapanischen koreanischen Gutsbesitzer sind zu enteignen und unentgeltlich den landlosen und landarmen Bauern zu übergeben.

5. Die restlichen Kräfte des japanischen Imperialismus und sämtliche Überbleibsel, die der japanische Imperialismus zurückgelassen hat, sind zu liquidieren.

6. Der Achtstundentag und ein Mindestlohnsystem, das den Lebens­unterhalt der Arbeiter garantiert, sind einzuführen, und den Arbeitslosen ist Arbeit zu gewährleisten.

7. Die gesellschaftliche Bevorzugung der Kulturschaffenden und Techniker ist zu gewährleisten, und ihre Lebensbedingungen müssen verbessert werden.

8. Die alte, glanzvolle Nationalkultur des koreanischen Volkes ist wie­der zur Blüte zu bringen. Ebenso sind Sprache und Schrift unseres Landes weiterzuentwickeln, schrittweise ist die Schulpflicht einzuführen.

9. Entsprechend dem Einkommen und dem Lebensstandard der Be­völkerung ist ein System progressiver Einkommenssteuer einzuführen.

10. Die Finanzorgane, sämtliche Wucherzinsen und das Kreditsys­tem des japanischen Imperialismus sind außer Kraft zu setzen.

11. Die Gleichberechtigung der Frau in allen Bereichen der Politik, Wirtschaft und Kultur ist durchzusetzen, und gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist zu gewährleisten.

12. Zu verbieten sind die Unterdrückung der Menschenrechte und sämtliche grausamen Strafen.

13. Die Freundschaft zu den Nationen und Staaten ist zu pflegen, die sich zur befreiten koreanischen Nation und zu unserem unabhängigen Land auf gleichberechtigter Grundlage verhalten.

3

Um unser Land zu einem vollständig souveränen, unabhängigen Staat zu machen, müssen wir eine starke Nationalarmee gründen, die das Land und die Nation schützen und die Errungenschaften der Revolu­tion verteidigen kann.

Ein Land, das keine eigene Nationalarmee besitzt, kann man nicht als einen vollständig souveränen und unabhängigen Staat bezeichnen. Eine der Hauptursachen, die zur Eroberung unseres Vaterlandes durch die ja­panischen Imperialisten führte, bestand darin, daß ihm eine eigene starke Nationalarmee fehlte. In der Vergangenheit besaßen die Feudalherren der Ri-Dynastie eine bestimmte Anzahl Streitkräfte als Werkzeug zur Unter­drückung der Bevölkerung. Aber das war eine äußerst unbedeutende Streitmacht ohne Schlagkraft, und sie war überhaupt nicht imstande, die mit modernen Waffen ausgerüstete reguläre japanische Aggressionsarmee abzuwehren.

Wenn wir nicht gleichzeitig mit der Errichtung der Volksmacht im befreiten Vaterland eine machtvolle revolutionäre Armee gründen, ist es unmöglich, die mit Blut erkämpften Errungenschaften der Revolution vor einem bewaffneten Überfall der ausländischen Imperialisten zu ver­teidigen; und die bittere Geschichte einer ihres Landes beraubten Nation würde sich wiederholen.

Gerade heute befindet sich das Vaterland in einer komplizierten Si­tuation. Zwar sind die japanischen Imperialisten zurückgeschlagen worden, aber es heißt, daß die Armee des US-Imperialismus südlich des 38. Breitengrades unseres Vaterlandes eindringen wird. Gewiß kämpfte der US-Imperialismus im Zweiten Weltkrieg an der Seite der alliierten Streitkräfte formal gegen die japanischen, deutschen und ita­lienischen Faschisten und nahm auch direkt am Krieg gegen Japan teil.

Wir wissen jedoch sehr gut, wie die USA entstanden und wie sie sich durch Expansionen ausgedehnt haben. Der US-Imperialismus hat bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts seine aggressiven Klauen nach unserem Lande ausgestreckt. Im Jahre 1905 unterzeichnete er das Taft-Katsura- Geheimabkommen und half dem japanischen Imperialismus bei der Ok­kupation Koreas.

Von uns verlangt die gegenwärtige politische Lage, die revolutionäre Wachsamkeit noch mehr zu verstärken, weil die seit langem nach unse­rem Lande gierenden Aggressionstruppen des US-Imperialismus den südlichen Teil des Vaterlandes besetzen werden. Sie stellt uns vor die unaufschiebbare aktuelle Aufgabe, eine eigene starke Nationalarmee zu gründen, damit wir das Land und die Nation vor den Aggressoren des ausländischen Imperialismus verteidigen können.

Selbst unter den größten Schwierigkeiten müssen wir unbedingt mit eigenen Kräften eine reguläre revolutionäre Armee aufbauen.

Wir verfügen über ein solides Fundament zur Schaffung einer regu­lären revolutionären Armee. In der dunkelsten Zeit der Kolonialherr­schaft des japanischen Imperialismus organisierten die Kommunisten Koreas aus fortschrittlichen Arbeitern, Bauern und patriotisch gesinnten Jugendlichen die Koreanische Revolutionäre Volksarmee (KRVA), die die erste revolutionäre Volksstreitmacht in unserem Land war. Alle An­gehörigen der KRVA kämpften tapfer, einmütig und entschlossen für die Wiedergeburt des Vaterlandes und für die Ehre der Nation. Im Feuer des 15 Jahre langen und harten bewaffneten antijapanischen Kampfes für die nationale Unabhängigkeit und die soziale Befreiung entwickelte sich die KRVA zu einer unbesiegbaren, stählernen Kampfformation, zu einer politisch und militärisch qualifizierten Kaderarmee. Das bedeutet, daß wir schon heute eine solide Basis geschaffen haben, die die recht­zeitige Gründung einer regulären revolutionären Streitmacht ermöglicht.

Wir müssen mit den im bewaffneten antijapanischen Kampf gestähl­ten und aufgewachsenen revolutionären Kämpfern als Stütze eine revo­lutionäre Armee aus Söhnen und Töchtern von Arbeitern, Bauern und der anderen werktätigen Bevölkerung gründen. Bei der Gründung der revolutionären Streitmacht müssen wir unter anderem Folgendes über­nehmen und fortsetzen: die heiße Liebe zum Vaterland und Volk, den flammenden Haß gegen die Feinde, den revolutionären Geist, alle Schwierigkeiten und Hindernisse zu überwinden und sich mit eigener Kraft durchzusetzen, den traditionellen Charakter der Einheit zwischen Vorgesetzten und Unterstellten und zwischen Armee und Volk, die re­volutionäre Kameradschaft und den volksverbundenen Arbeitsstil, die bewußte militärische Disziplin, die revolutionäre Lebensweise, welche während der Zeit des bewaffneten antijapanischen Kampfes durch die Angehörigen der KRVA demonstriert wurden, um in diesem Geist die neu zu schaffende revolutionäre Armee zu erziehen und heranzubilden.

Der Aufbau einer revolutionären Streitmacht entscheidet die sehr wichtige Frage – Leben oder Tod eines Volkes, Existenz oder Unter­gang eines Staates. Aus diesem Grunde müssen alle unsere führenden Kader, die den Kern bilden, selbst unmittelbar an diese Arbeit herange­hen und sich in die vorderste Reihe stellen. So schnell wie möglich müssen wir mit allen Kräften im wiedergewonnenen Vaterland eine fest mit der marxistisch-leninistischen Ideologie ausgerüstete, unbesiegbare Volksstreitmacht – die reguläre revolutionäre Armee – gründen.

* * *

Genossen!

Ob diese drei Aufgaben – der Aufbau der Partei, des Staates und der Streitkräfte in dem befreiten Heimatland – mit Erfolg durchgeführt wer­den oder nicht, hängt in vieler Hinsicht von uns, nämlich von der Rolle des kommunistischen Führungskerns, ab.

Für die erfolgreiche Verwirklichung dieser Aufgaben müssen wir vor allem Arbeiter, Bauern und die anderen verschiedenen breiten Schichten der patriotischen Kräfte erziehen und sie somit fest an die Seite der Re­volution heranziehen sowie den politischen Enthusiasmus der von Freu­de über die Befreiung erfüllten Volksmassen zum Aufbau des Staates aktiv organisieren und mobilisieren. Nur auf der Grundlage dieser Arbeit und mit aktiver Unterstützung und Beteiligung der breiten Volksmassen ist es möglich, die drei großen Aufgaben des Aufbaus der Partei, des Staates und der Streitkräfte erfolgreich zu erfüllen.

Auf dem künftigen Weg des Kampfes für die Verwirklichung die­ser drei Aufgaben werden sich natürlich viele Schwierigkeiten und Hindernisse ergeben, die wir noch nicht voraussehen können, und zahlreiche komplizierte Probleme auftauchen. Wir Kommunisten sind jedoch revolutionäre Optimisten, die keine Schwierigkeiten scheuen und auch unter den schwierigsten Umständen fest an den endgültigen Sieg glauben, wir haben einen revolutionären Charakter und werden auch die schwierigsten Aufgaben um jeden Preis erfüllen. Wenn wir mit unnach­giebigem und unbeugsamem Kampfgeist arbeiten, mit dem wir in den schweren Tagen des bewaffneten antijapanischen Kampfes für die Un­abhängigkeit des Vaterlandes, für die Befreiung der Nation bis zuletzt kämpften und siegten, indem wir, keine Mühe und Not scheuend, bei jedem Wetter und ohne Dach über dem Kopf mit Todesverachtung kämpften, dann wird es gelingen, auch die schwierigen Aufgaben mit Erfolg zu erfüllen.

Wir Kommunisten führen die Revolution nicht um irgendwelcher hoher Posten, um des persönlichen Ruhmes oder der Karriere willen und auch nicht darum, in den Genuß eines üppigen Lebens zu kommen, son­dern kämpfen für Souveränität und Unabhängigkeit des Vaterlandes, für die Freiheit und das Glück des Volkes, für Sozialismus und Kommu­nismus. Welche Arbeit an welchem Ort wir auch leisten, wir dürfen nie nach ihrer Art gehen – ob hohe oder niedrige, ob kleine oder große, ob leichte oder schwere -, sondern müssen den übertragenen Auftrag als Ehre betrachten, ihn sorgfältig ausführen und all unsere Kraft und Klug­heit für die Interessen des Landes und des Volkes, für die Interessen der Revolution einsetzen.

Immer und überall müssen wir an die Kraft der Volksmassen glauben und, auf sie gestützt, die Arbeit ausführen. Dazu müssen wir eng mit dem werktätigen Volk verbunden sein, uns beharrlich bemühen, es zu lehren und auch von ihm zu lernen. Wir müssen die Unterstützung und das Vertrauen der Volksmassen gewinnen, ihre Forderungen und Hoffnun­gen rechtzeitig erkennen und sie erfüllen, indem wir Leben und Gefah­ren, Freud und Leid mit ihnen teilen.

Wenn wir jetzt mit dem Aufbau der Partei, der Macht und der Volks­streitkräfte beginnen, haben wir uns noch viel Wissen anzueignen. Es ist unmöglich, nur mit dem revolutionären Enthusiasmus diese Aufgaben erfolgreich zu bewältigen. Wir müssen die fortschrittliche Ideologie und Theorie des Marxismus-Leninismus, die Erfahrungen des fortschrittli­chen Staates, der Sowjetunion, unermüdlich studieren sowie Schritt für Schritt Erfahrungen im praktischen Arbeitsprozeß sammeln, um uns auf diesem Wege in politisch-theoretischer und fachlicher Hinsicht ausge­zeichnet vorbereiten zu können.

Wir können auf keinen Fall sagen, daß wir wenige Erfahrungen im revolutionären Kampf haben. Selbst bei diesen Erfahrungen in der revo­lutionären Arbeit, wie langjährig sie auch sein mögen, können wir die Rolle als revolutionäre Kader nicht ausüben, wenn wir uns nicht ständig politisch weiterbilden, sondern werden Nachzügler in der Revolution, werden überheblich und gleichgültig und bleiben hinter der vorwärts schreitenden Wirklichkeit zurück. Aus diesem Grunde ist es notwendig, die Fehler bei der praktischen revolutionären Arbeit rechtzeitig aufzude­cken und sie zu berichtigen, die kameradschaftliche gegenseitige Kritik und Selbstkritik zu verstärken, sich einer ständigen Kontrolle zu unter­ziehen und sich unermüdlich in politischer Hinsicht weiterzuentwickeln und zu stählen.

Wir müssen uns nicht nur ununterbrochen härten, sondern auch aktiv dafür kämpfen, daß kein mit einer hohen Funktion liebäugelnder Karrie­rist und Bürokrat unter den Kadern des neuen Korea auftreten können, die in allen Bereichen der Partei und in Staatsapparat tätig sein werden.

Die Erfahrungen beweisen, daß die Karrieristen letzten Endes zu Fraktionsmachern herabsinken.

Außerdem ist es notwendig, das Auftreten aller negativen Erschei­nungen wie Überheblichkeit, Bürokratismus, Subjektivismus, Libera­lismus u. a. zu verhindern und jegliche Überbleibsel des japanischen Imperialismus erbarmungslos zu bekämpfen.

Auf diese Weise müssen wir möglichst schnell eine kommunistische Partei – die Avantgarde der Arbeiterklasse – gründen, sie zu einer mäch­tigen marxistisch-leninistischen Partei entwickeln und unter Einsatz aller Kräfte und Fähigkeiten die Gründung der Volksmacht und der regulären revolutionären Streitkräfte energisch vorantreiben.