16. Dezember 1931 // Reden
Kim Il Sung // Über die Organisierung und Entfaltung des bewaffneten Kampfes gegen den japanischen Imperialismus

Über die Organisierung und Entfaltung des bewaffneten Kampfes gegen den japanischen Imperialismus

16. Dezember 1931

Rede auf der Funktionärkonferenz der Partei und des Kommunistischen Jugendverbandes in Mingyuegou, Kreis Yanji


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Genossen!

Die heute bestehende Lage verlangt von uns, so schnell wie möglich den bewaffneten Kampf gegen den japanischen Imperialismus zu orga­nisieren und zu entfalten.

Die japanischen Imperialisten schlagen den Weg der Aggression auf das Festland ein und verstärken um der „Sicherheit des Hinterlandes“ willen auf der ganzen Linie ihre reaktionäre Offensive gegen das korea­nische Volk. Jetzt unterdrücken die Feinde mit Waffengewalt das revo­lutionäre Vorgehen des koreanischen Volkes, und überall verhaften sie willkürlich unsere unschuldigen Menschen, werfen sie ins Gefängnis und ermorden sie. Dadurch werden die nationalen und Klassenwider­sprüche zwischen dem japanischen Imperialismus und dem koreani­schen Volk aufs äußerste zugespitzt.

Der antijapanische Kampf der Arbeiter und Bauern sowie der anderen breiten Massen, die sich den barbarischen Unterdrückungen des japani­schen Imperialismus widersetzen, verstärkt sich weiter und entwickelt sich Schritt für Schritt zum gewaltsamen Kampf.

Wie der Generalstreik der Hafenarbeiter von Wonsan, der Streik­kampf der Arbeiter der Sinhung-Kohlengrube und der Pyongyanger Gummifabrik, der Aufstand der Bauern von Tanchon und der Kampf der Bauern der Fuji-Farm von Ryongchon demonstrieren, gehen die Ar­beiter und Bauern unseres Landes zum gewaltsamen Kampf gegen den bis an die Zähne bewaffneten japanischen Imperialismus über; der Schüleraufstand in Kwangju zog auch ein verstärktes stürmisches Vor­gehen der Jugend und Studenten nach sich.

Gleichzeitig mit dem gewaltsamen Auftreten des Volkes im Vater­land nimmt der Kampf der koreanischen Bauern in der Ostmandschurei ebenfalls einen raschen Aufschwung. Der gewaltige, organisierte Ernte­Kampf von mehr als 100 000 Bauern in der Ostmandschurei, der unter Führung der koreanischen Kommunisten entfacht wurde, wuchs in den gewaltsamen Kampf hinüber, versetzte dem japanischen Imperialismus und den reaktionären Gutsbesitzern große Schläge und trug einen glän­zenden Sieg davon.

Die Arbeiterklasse, die Bauernschaft, die Jugend und Studenten – das ganze patriotisch gesinnte Volk Koreas – haben klarer als bisher erkannt, daß es, ohne die revolutionären Gewalten anzuwenden, ausge­schlossen ist, das Schicksal als heimatlose Sklaven abzuwenden und die lebenswichtigen Forderungen, auch die elementaren, durchzusetzen.

In dieser Situation ist es eine dringende Forderung des antijapani­schen nationalen Befreiungskampfes, den zunehmenden gewaltsamen Kampf der Massen zu organisieren und zum bewaffneten Kampf zu entwickeln.

Einen bewaffneten Kampf zu organisieren und zu führen ist der ein­zig richtige Weg zur Wiedergeburt des Vaterlandes und zur Befreiung der Nation von der kolonialen Unterjochung durch den japanischen Im­perialismus.

Mit Waffengewalt hat der räuberische japanische Imperialismus un­ser Land okkupiert; bei der Aufrechterhaltung der Kolonialherrschaft über Korea stützt er sich auf seine konterrevolutionären Streitkräfte. In dem Bestreben, alle patriotischen Kämpfe des koreanischen Volkes mit Gewalt zu unterdrücken, stationiert er ständig ein mehr als 2 Divisionen starkes Heer in unserem Land; er verfügt über mehr als 2000 Polizei- und Militärgendarmeriestützpunkte sowie Dutzende von Gefängnissen. Die verschiedensten drakonischen faschistischen Gesetze setzt er in Kraft, raubt die Rede-, Presse-, Versammlungs-, Organisations- und Demonstrationsfreiheit und verbietet dem koreanischen Volk jegliche politische Aktivität.

Die japanischen imperialistischen Aggressoren setzen alle nur er­denklichen Methoden und Mittel ein, um das koreanische Volk auf ewig zu ihren Kolonialsklaven zu machen; sie werden, solange ihre aggressi­ven Streitkräfte nicht geschlagen worden sind, keinen Schritt zurück­weichen.

Eine törichte Illusion wäre es zu erwarten, daß die japanischen Im­perialisten widerstandslos aus unserem Land abziehen werden. Das bestätigen die historischen Erfahrungen der über 20 Jahre währenden antijapanischen nationalen Befreiungsbewegung.

Vor und nach der Okkupation Koreas durch den japanischen Impe­rialismus und bis auf den heutigen Tag wird der antijapanische Kampf unseres Volkes in seinen verschiedenen Formen ständig fortgesetzt. Der japanische Imperialismus hat jedoch immer den antijapanischen Kampf des koreanischen Volkes unter Einsatz seiner bewaffneten Kräfte bestialisch unterdrückt. Den Untergang des Heimatlandes bitter beklagend, forderten die Patrioten zwar leidenschaftlich, doch völlig vergebens die Unabhängigkeit des Landes. Die konservativen Nationa­listen unternahmen, ungeachtet des Willens des Volkes, den wahnwit­zigen Versuch, durch „Bittschriften“ die Unabhängigkeit zu erlangen, worauf der japanische Imperialismus jedoch mit blutigen Unterdrü­ckungen antwortete.

Die vorangegangenen Kämpfe, darunter auch der Kampf der Frei­willigentruppen und die Bewegung der Unabhängigkeitsarmee sowie andere bewaffnete Aktionen, hat die konterrevolutionäre Streitmacht des japanischen Imperialismus ebenso einzeln niedergeschlagen, denn sie wurden nicht von der marxistisch-leninistischen Strategie und Taktik geleitet und erfolgten auch zersplittert.

Die Erfahrungen zeigen anschaulich, daß der sehnliche nationale Wunsch, die Wiedergeburt des Vaterlandes zu erringen, niemals ohne Zerschlagung der aggressiven Streitkräfte des japanischen Imperialis­mus erfüllt werden kann.

Ein organisierter bewaffneter Kampf auf der Grundlage der marxis­tisch-leninistischen Strategie und Taktik muß geführt werden, um die ag­gressiven Streitkräfte des räuberischen japanischen Imperialismus zu schlagen und die Wiedergeburt des Vaterlandes zu erreichen.

Es versteht sich von selbst, daß die Befreiung des Vaterlandes weder jemandem überlassen noch von jemandem erbettelt werden kann.

Wir müssen einen aktiven bewaffneten Kampf organisieren und füh­ren und somit die Wiedergeburt des Vaterlandes und die Befreiung der Nation unbedingt mit der Kraft des koreanischen Volkes selbst erringen.

Genossen!

Die heutige, infolge der Okkupation der Mandschurei durch den ja­panischen Imperialismus angespannte revolutionäre Lage fordert von uns gebieterisch, zu den Waffen zu greifen.

Der gegenwärtige Zeitpunkt bietet uns die beste Gelegenheit, den be­waffneten Kampf zu entfalten und auf diesem Wege den antijapanischen Krieg der Massen zu führen. Denn erstens befindet sich die ganze Man­dschurei in einem Zustand der Anarchie, weil nach dem Zusammenbruch des Kuomintang-Regime noch kein Herrschaftsapparat des japanischen Imperialismus errichtet worden ist, und zweitens leitet das chinesische Volk mit seinem antijapanischen Massenkampf eine Ära großer revoluti­onärer Stürme ein. Gegen die Okkupation der Mandschurei durch den japanischen Imperialismus entfalten gegenwärtig große Kreise des chine­sischen Volkes allenthalben die antijapanische Bewegung zur Rettung des Heimatlandes. Von den bewaffneten Einheiten, die sich an der antijapani­schen Bewegung zur Rettung des Heimatlandes beteiligen, wird erst ein kleiner fortschrittlicher Teil von der Kommunistischen Partei Chinas ge­führt; wir können aber diesen Kampf zu einem stärkeren überleiten, wenn wir gemeinsam mit allen antijapanischen bewaffneten Einheiten kämpfen.

Es ist die Stunde gekommen, in der wir alle zu den Waffen greifen und uns zum edlen Kampf für die Wiedergeburt des Vaterlandes erhe­ben. Mobilisieren wir alle patriotischen Kräfte – dessen ungeachtet, ob jemand arm oder reich ist, ob jemand hoch oder niedrig gestellt ist, und ungeachtet der Parteizugehörigkeit und der Glaubensbekenntnisse – zum bewaffneten Kampf gegen den japanischen Imperialismus. Wer ein Gewehr hat, der gibt ein Gewehr, wer Geld hat, gibt Geld, und wer Kraft hat, die Kraft, und so soll die ganze Nation einmütig in den be­waffneten antijapanischen Kampf schreiten.

Wir müssen den nationalen Befreiungskampf des chinesischen Volkes gegen den japanischen Imperialismus, den gemeinsamen Feind, unterstüt­zen und eine Einheitsfront mit dem chinesischen Volk schaffen, damit wir nicht nur vom koreanischen Volk, sondern auch von den breiten Massen des chinesischen Volkes in der Mandschurei Unterstützung erhalten.

Es gilt also, mit aktiver Unterstützung und Hilfe durch große Kreise des koreanischen und des chinesischen Volkes den antijapanischen be­waffneten Kampf siegreich zu entwickeln.

Wir haben von jetzt an bewaffnete Einheiten zu organisieren, die Waf­fen des Gegners zu erbeuten und uns damit auszurüsten und so die eige­nen bewaffneten Kräfte auszubauen und zu entwickeln. Nutzen wir die günstigen geographischen Naturgegebenheiten in den Grenzgebieten Ko­reas und der großen Mandschurei richtig, so können wir auch mit weni­gen Kräften die gegnerischen Streitkräfte ohne Aufhören zunichte machen und schwächen und auf diesem Wege den endgültigen Sieg erringen.

Zu diesem Zweck muß der bewaffnete Kampf organisiert und entfal­tet werden, wobei der Partisanenkrieg seine Hauptform ist.

Der Partisanenkrieg ist eine Methode des bewaffneten Kampfes, die es ermöglicht, den Gegnern große politische und militärische Schläge zu versetzen und selbst mit wenigen Kräften den zahlenmäßig und in techni­scher Hinsicht stärkeren Gegner erfolgreich zu schlagen, wobei aber die eigenen Kräfte geschont werden. Gestützt auf die aktive Unterstützung und Hilfe der Volksmassen und die günstigen geographischen Naturgege­benheiten, müssen wir in Form des Partisanenkrieges den bewaffneten Kampf organisieren und führen, denn nur so können wir die aggressiven Streitkräfte des räuberischen japanischen Imperialismus siegreich ver­nichten.

1. Über Organisierung der Antijapanischen Volkspartisanenarmee

Genossen!

Die eigenen revolutionären Streitkräfte, die fähig sind, die gegneri­sche konterrevolutionäre Streitmacht zu zerschlagen, müssen vorbereitet werden, um den bewaffneten Kampf organisieren und führen zu können. Wenn wir die Schlachten gegen den räuberischen japanischen Imperia­lismus siegreich führen wollen, müssen wir über eine eigene revolutio­näre Streitmacht verfügen, die durchaus in der Lage ist, im langwierigen Krieg die eigenen Kräfte zu erhalten und zu erweitern und die gegneri­schen Kräfte ständig aufzureiben und zu schwächen. Eine solche revolu­tionäre Streitmacht, nämlich die Antijapanische Volkspartisanenarmee (AVPA), müssen wir organisieren.

Die AVPA muß sich grundsätzlich von den nationalistischen bewaff­neten Einheiten – wie den Freiwilligentruppen und der Unabhängigkeits­armee -, die einst vorgaben, für die Unabhängigkeit Koreas einzutreten, unterscheiden. Sie muß eine wahre Armee des Volkes werden, organi­siert mit den besten Söhnen und Töchtern der Arbeiter und Bauern; sie muß eine wahre revolutionäre Armee werden, die mit den Ideen des Marxismus-Leninismus ausgerüstet ist und für die Befreiung des Vater­landes und für die Freiheit und das Glück des Volkes kämpft. Die Parti­sanenarmee muß eine politische Armee werden, die nicht nur um die Interessen des Volkes ringt, sondern auch das Volk erzieht, zum revolu­tionären Kampf organisiert und mobilisiert; sie muß eine Armee der Ar­beiterklasse werden, die nicht nur der koreanischen Revolution, sondern auch der Weltrevolution treu ist.

Die Arbeit für die Vorbereitungen der revolutionären Streitkräfte be­ginnt jetzt keineswegs aus dem Nichts.

In den Organisationen des Kommunistischen Jugendverbandes Koreas und des Antiimperialistischen Jugendverbandes haben wir in den hinter uns liegenden Jahren Kommunisten der jungen Generation ausgebildet und so das Rückgrat für die Schaffung der revolutionären Streitmacht ge­bildet.

Außerdem haben wir im vergangenen Jahr die KRA organisiert, poli­tische und militärische Aktivitäten unternommen und dabei gewisse Er­fahrungen gesammelt und Lehren gezogen.

Wir müssen auf der Grundlage dieser Erfolge und Erfahrungen in ers­ter Linie unsere Tätigkeit energisch aktivieren, um die AVPA organisie­ren zu können, deren Rückgrat die in den harten Prüfungen des illegalen revolutionären Kampfes gestählten und erprobten besten Jungkommunis­ten bilden müssen. Es gilt, die Organisierung der Partisanenarmee eng mit dem revolutionären Vorgehen der Massen zu verbinden und so die in der Praxis des revolutionären Kampfes gestählten und erprobten fortschrittli­chen Arbeiter und Bauern sowie patriotischen Jugendlichen in die Parti­sanenarmee aufzunehmen und um ständige Verstärkung ihrer Reihen zu ringen.

Die Führung der Partisanenarmee durch die Kommunisten muß zu­verlässig gewährleistet und dabei der Kampf für die Stärkung ihrer Rei­hen in politischer wie auch in militärischer Hinsicht intensiviert werden, damit die AVPA ihre Mission als wahre Armee des Volkes, als Armee der Revolution, richtig erfüllt.

Waffen zu beschaffen ist eine weitere wichtige Aufgabe, die gleich­zeitig mit der Organisierung der Partisanenarmee bewältigt werden muß.

Der Mensch und die Waffe sind die zwei Hauptbestandteile einer Streitmacht. Die Bewaffnung gehört zu den Hauptfaktoren, die über den Erfolg im bewaffneten Kampf entscheiden.

Auf welche Weise müssen wir nun die Partisanenarmee bewaffnen?

Nirgends können wir Waffen bekommen, und es gibt auch nieman­den, der uns Waffen liefert. Unter diesen Umständen sind wir gezwun­gen, ausschließlich aus eigener Kraft Waffen zu beschaffen.

Der einzige Weg, zu Waffen zu gelangen, besteht darin, daß wir sie mit unseren Händen den Feinden nehmen und uns damit ausrüsten. Ge­wiß, das ist gefahrvoll und auch schwierig. Wenn wir jedoch mit großer revolutionärer Entschlossenheit Heldenmut und Selbstaufopferung an den Tag legen und offensiv den Gegner angreifen und ihn außerdem überra­schend überfallen, indem wir mit geschickten Methoden die Schwächen des Gegners ausnutzen oder verwundbare Stellen schaffen, können wir auf alle Fälle die Waffen des Gegners erbeuten und uns damit ausrüsten. „Waffen bedeuten unser Leben! Waffen gegen Waffen!“ – das muß unse­re nächste Kampfparole sein.

Unter dieser Losung müssen wir in revolutionärem Geist, das heißt im Vertrauen auf die eigene Kraft, handeln und von den Aggressionstruppen des japanischen Imperialismus, von der Nordostarmee, die vor dem japani­schen Imperialismus kapituliert hat, von der japanischen und der nordost­chinesischen Polizei, von den bösartigen reaktionären Gutsbesitzern und den bürokratischen Beamten Waffen erbeuten und sie so für die AVPA, die künftig organisiert wird, bereitstellen.

Wir müssen die Waffen des Gegners erbeuten und uns damit ausrüs­ten; zugleich darf aber auch der Kampf, Speer, Schwert, Knüppel usw. selbst anzufertigen und zu benutzen, nicht vernachlässigt werden. Ver­fügen wir nicht einmal über diese primitivsten Waffen, so können wir keine Waffen des Feindes erbeuten.

Zu Beginn unseres Kampfes müssen wir zunächst in den einzelnen Orten kleine Partisaneneinheiten organisieren und sie bewaffnen, sie dann Schritt für Schritt zu revolutionären Streitkräften in großen Trup­penverbänden entwickeln.

Wenn wir Jungkommunisten die Rolle des Kerns spielen und mit den besten Söhnen und Töchtern der Arbeiter und Bauern die AVPA organisieren, dem japanischen Imperialismus überall durch hervorra­gende Partisanenkämpfe einen politisch-militärischen Schlag nach dem anderen versetzen, ist es ganz sicher, daß die japanischen Imperi­alisten völlig erschöpft aus Korea und aus der Mandschurei vertrieben werden.

2. Über die Schaffung der Partisanenstützpunkte

Es müssen Partisanenstützpunkte geschaffen werden, damit der be­waffnete Kampf in Form eines Partisanenkrieges organisiert und entfal­tet werden kann. Nur wenn wir stabile Partisanenstützpunkte haben, können wir – sogar in der Umkreisung des starken Gegners – die be­waffneten Einheiten ständig ausbauen und festigen und lange Jahre Par­tisanenkämpfe führen und auch die revolutionären Massen vor den rücksichtslosen Massakern des Gegners schützen. Besonders in einer Situation, in der wir in unserem bewaffneten Kampf weder ein staatli­ches Hinterland noch Unterstützung von außen haben, brauchen wir dringend eigene starke Militärstützpunkte, eine rückwärtige Basis. Die Partisanenstützpunkte sind außerdem unbedingt erforderlich, um neben dem bewaffneten Kampf Vorbereitungen für die Gründung der Kom­munistischen Partei zu treffen und die gesamte revolutionäre Bewegung zu entwickeln.

Die Partisanenstützpunkte können je nach der entstandenen subjekti­ven und objektiven Lage, dem Umstand und der Situation der aufflam­menden Schlachten und nach dem Grad der Bereitschaft der Streitkräfte verschiedene Formen annehmen.

Unter Berücksichtigung unserer jetzigen Situation müssen wir Partisa­nengebiete schaffen, die Stützpunkte in Form der befreiten Gebiete sind. Nur wenn wir Partisanengebiete bilden, die von dem Herrschaftssystem des Gegners völlig frei sind, können wir erfolgreich militärische und politische Vorbereitungen treffen, die uns befähigen, die jungen revolutionären Streit­kräfte und die revolutionären Massen zu schützen und zugleich den gesam­ten antijapanischen nationalen Befreiungskampf zu entwickeln, in dessen Mittelpunkt der bewaffnete Kampf steht.

Zur Schaffung von Partisanenstützpunkten müssen wir zunächst, als erste Arbeitsetappe, um die Revolutionierung großer ländlicher Gebiete ringen.

Die revolutionierten ländlichen Gebiete werden einerseits provisori­sche Stützpunkte, auf die sich die Partisaneneinheiten in ihrer Tätigkeit bis zur Errichtung des Partisanengebietes stützen können, und anderer­seits eine stabile Grundlage für die Schaffung der Partisanengebiete sein. Zudem werden wir im Laufe der Revolutionierung der Dörfer auch positive Erfahrungen für die Schaffung der Partisanengebiete sammeln.

Deshalb müssen wir nunmehr die Revolutionierung der ländlichen Gebiete zu dem Zweck energisch beschleunigen, daß sich die AVPA, so­bald sie organisiert ist, darauf stützen und ihre Partisanenoperationen ent­falten und gleichzeitig die eigenen militärischen und politischen Kräfte ständig verstärken kann. Zu einem bestimmten Zeitpunkt, wenn die Be­dingungen herangereift sind, müssen wir dann auf der Basis der revolu­tionierten ländlichen Gebiete stabile Partisanenstützpunkte – befreite Gebiete – in den günstigen Gegenden schaffen.

Zur Schaffung der Partisanenstützpunkte – der befreiten Gebiete – müs­sen in der Hauptsache folgende drei Voraussetzungen gegeben sein. Erstens muß neben einer gewissen ökonomischen Basis auch eine Massenbasis vorhanden sein, um von den revolutionären Massen ver­teidigt und unterstützt zu werden, zweitens müssen sie geographisch so liegen, daß sie für den Schutz unserer eigenen Stützpunkte auch mit wenigen Streitkräften Vorteile bieten, während sie dem Gegner den Angriff auf die Partisaneneinheiten sogar mit modernen Waffen erschweren, und drittens muß eine Streitmacht mit einer Verteidigungs­fähigkeit, auch wenn sie nur minimal ist, vorhanden sein.

Diese Voraussetzungen sind in verhältnismäßig befriedigendem Ma­ße in den Gebirgsgegenden am Ufer des Tuman-Flusses an der nördli­chen Grenze unseres Landes vorhanden.

In diesem Gebiet sind mehr als 80 Prozent der Einwohner arme Bau­ern, die die Qualen durch die tyrannische Unterdrückung und Ausbeu­tung des japanischen Imperialismus nicht mehr ertragen konnten und daher aus Korea ausgesiedelt sind; das nationale und Klassenbewußtsein der Massen ist durch die Entwicklung der sozialistischen Aufklärungs­bewegung schon seit langem relativ hoch.

Besonders nach der Mingyuegou-Tagung in diesem Frühjahr sind in diesem Gebiet die revolutionären Organisationen rasch ausgebaut worden, um die breite Massen zusammengeschlossen sind, und durch den jüngsten Ernte-Kampf hat sich hier die Massenbewegung rasch entwickelt.

Ferner ist das ein Gebiet mit steilen Berghängen und Schluchten wie auch mit dichten Wäldern – eine natürliche Festung -, das den Angriff des Gegners selbst mit modernsten Waffen erschwert, während es den Partisanen Vorteile für ihre Verteidigung bietet.

Und dieses Gebiet hat direkten Anschluß an die Gebirgszüge Ham- gyong und Rangnim des Heimatlandes; daher ist es günstig, in Zukunft in das Innere des Heimatlandes vorzudringen und die revolutionäre Be­wegung zu entfalten.

Unter Berücksichtigung dieser Voraussetzungen müssen wir in den Gebirgsgegenden am Tuman-Fluß und in den revolutionierten ländlichen Gebieten Partisanengebiete in Form der befreiten Gebiete schaffen, die Partisanenstützpunkte bilden.

Es ist erforderlich, in den Partisanengebieten nicht nur die Partisa­neneinheiten politisch und militärisch zu verstärken und zu entwickeln, sondern auch die Rote Wehr, die Kinderavantgarde und andere halb­militärische Organisationen auszubauen und zu festigen sowie die ge­samte Bevölkerung zu bewaffnen, damit die Partisanenstützpunkte ver­teidigt werden können. Gleichzeitig müssen wir durch intensive Arbeit aller revolutionären Organisationen aktiv die besten Kader der koreani­schen Revolution ausbilden und die breiten Massen durch den Zusam­menschluß zu einer einheitlichen revolutionären Kraft tatkräftig für den Sieg im bewaffneten Kampf organisieren und mobilisieren. Ferner müs­sen wir in den Partisanengebieten eine Revolutionsregierung bilden, demokratische Reformen durchführen, Schulen, Krankenhäuser und Re­paraturstützpunkte für Waffen sowie Druckereien errichten und eine neue revolutionäre Ordnung herbeiführen.

Nur wenn wir die genannten Arbeiten richtig durchsetzen, können die Partisanengebiete ihrer Rolle als Stützpunkte des bewaffneten Kampfes und als Stützpunkt der koreanischen Revolution hervorragend gerecht werden.

Erst wenn die Partisanengebiete mit den revolutionierten ländlichen Gebieten eng verbunden sind, können sie stabilisiert werden. Gibt es um die Partisanengebiete keine revolutionierten ländlichen Gebiete, so wer­den die Partisanengebiete außerstande sein, Verbindung mit den breiten Bevölkerungsschichten in den Gebieten der gegnerischen Herrschaft aufrechtzuerhalten; sie könnten dann durch die Umkreisung des Gegners in Isolierung geraten.

Folglich müssen wir auch nach der Schaffung der Partisanengebiete die Revolutionierung der ländlichen Gebiete weiter intensivieren. Dazu ist es erforderlich, in den ländlichen Gegenden um die Partisanengebiete revolutionäre Organisationen aufzubauen und die Volksmassen revolu­tionär zu erziehen; unsere Genossen sollen auch den Posten des Ge­meindevorstehers und des Unterkreisvorstehers auf der unteren Ebene der feindlichen Herrschaftsorgane innehaben. Gelingt es, breite Massen zu revolutionieren und daß unsere Genossen sogar die Stellen der Gemein­devorsteher und der Unterkreisvorsteher besetzen, so werden solche Ge­biete nur der Form nach feindliche Herrschaftsgebiete sein; tatsächlich werden sie aber Gebiete, genauso wie die Partisanengebiete, die von der Revolutionsregierung geleitet werden. Die Erweiterung solcher revoluti­onierter Gebiete wird entschieden günstige Bedingungen zur Schaffung von Partisanengebieten und zu deren Festigung und Entwicklung herbei­führen und auch äußerst günstige Voraussetzungen für die Gewährleis­tung der Tätigkeit der Partisanenarmee schaffen.

In dem Bestreben, den nationalen Befreiungskampf des koreani­schen Volkes, der im Bereich der nördlichen Grenze unseres Landes Tag für Tag wächst, mit Waffengewalt zu ersticken, gehen die japani­schen Imperialisten jetzt gegen alle Koreaner mit grausamer Unterdrü­ckung und Mord vor, ganz zu schweigen von den Revolutionären und den revolutionären Organisationen.

Arbeiten wir in dieser Situation nicht erfolgreich an dem unverzügli­chen Ausbau der revolutionierten ländlichen Gebiete und an der Schaf­fung der Partisanengebiete, so besteht die Gefahr, daß wir große Teile der revolutionären Massen verlieren.

Darum müssen wir die Errichtung der Partisanenstützpunkte in enger Verknüpfung mit der Organisierung der AVPA aktiv vorantreiben.

3. Über die Schaffung der Massenbasis des bewaffneten Kampfes

Für die Organisierung und Entfaltung des bewaffneten Kampfes muß eine stabile Massenbasis vorhanden sein, auf die sich die Partisanenar­mee in ihrer Tätigkeit stützen kann.

Seinem Wesen nach ist der Partisanenkrieg ein Volkskrieg, der die aktive Beteiligung des Volkes voraussetzt. Die aktive Teilnahme, Unter­stützung und Hilfe durch die Volksmassen – das ist die Grundbedingung für die ständige Erweiterung und Verstärkung der Partisanenarmee und für die Gewähr des Sieges im Partisanenkrieg. Nur wenn die Partisanen­armee eine stabile Massenbasis schafft und die enge Verbindung mit den Volksmassen festigt, kann sie auch in langwierigem hartem Kampf die Schwierigkeiten und Hindernisse, auf die sie stößt, überwinden und den endgültigen Sieg erringen.

Deshalb müssen wir die breiten Volksmassen, indem wir unter ihnen die organisatorisch-politische Arbeit intensivieren, fest unter dem Banner des bewaffneten antijapanischen Kampfes zusammenschweißen.

Die gegenwärtige Lage verändert sich zugunsten der Entwicklung der antijapanischen nationalen Einheitsfrontbewegung, die alle Schich­ten unserer Nation erfaßt.

Angesichts des Überfalls des japanischen Imperialismus auf die Mandschurei ist das antijapanische Gefühl verschiedener Schichten der koreanischen Nation wie nie zuvor gewachsen, und der antijapanische Kampf der Massen nimmt rapiden Aufschwung.

Im Vaterland ist ein intensives gewaltsames Vorgehen der Arbeiter und Bauern sowie der Jugend und Studenten zu verzeichnen, und die antijapanische Bewegung der ehrlichen Nationalisten sowie der vater­landsliebenden Gläubigen nimmt stürmisch zu. Eine bisher nicht da ge­wesene Entwicklung erfährt vor allem der revolutionäre Enthusiasmus der koreanischen Bauern in der Ostmandschurei.

Wenn wir diesen revolutionären Geist und die antijapanische Aversi­on der Massen, die im Wachsen begriffen sind, immer mehr entwickeln und die Massen besser organisieren und mobilisieren, können wir eine die ganze Nation erfassende antijapanische nationale Einheitsfront bil­den und die Massenbasis des bewaffneten Kampfes ehern festigen.

In den zurückliegenden Jahren haben wir in der Mittel- und in der Ostmandschurei unter den Arbeitern und Bauern sowie den verschiede­nen Schichten des koreanischen Volkes die Arbeitergewerkschaft, den Bauernverein, den Antiimperialistischen Verband und andere Massen­organisationen aufgebaut und aktiv politische Massenarbeit geleistet, um noch mehr Massen um sie zusammenzuschließen. In diesem Prozeß hat sich in bestimmter Hinsicht die Massenbasis des bewaffneten Kamp­fes herausgebildet, und wir haben bei der politischen Massenarbeit rei­che Erfahrungen gesammelt.

Vor allem haben wir getreu der klaren organisatorischen Linie, die auf der Mingyuegou-Tagung in diesem Frühjahr beschlossen wurde, einen großen Wandel in der politischen Massenarbeit erreicht und auf diesem Wege viele ländliche Gebiete an der nördlichen Grenze unseres Landes und in der Ostmandschurei revolutioniert; auf der Grundlage dieser Erfolge haben wir den jüngsten Ernte-Kampf zum Sieg geführt.

Gestützt auf die Erfolge und Erfahrungen, die wir bei der politischen Massenarbeit erreichten, müssen wir nunmehr zu den großen Kreisen der Arbeiter und Bauern, der Jugend und Studenten, der Intelligenz, der Kleinbourgeoisie, der nationalen Kapitalisten und der Gläubigen sowie zu den anderen antijapanisch gesinnten Massen verschiedener Schichten gehen und sie noch intensiver erziehen und wachrütteln, um sie dann in den revolutionären Organisationen zu vereinen; auf diese Weise muß die Massenbasis des bewaffneten antijapanischen Kampfes verstärkt werden.

Zur Festigung der Massenbasis des bewaffneten Kampfes ist es sehr wichtig, daß breite Schichten der Volksmassen in den Antiimperi­alistischen Jugendverband, den Bauernverein, in die Gesellschaft zur gegenseitigen Unterstützung in der Revolution und in die anderen revolutionären Organisationen einbezogen werden und dadurch die revolutionäre Erziehung für sie intensiviert wird. Wenn wir die revo­lutionäre Erziehung der Massen wie erforderlich meistern wollen, müssen wir uns in erster Linie selbst mit der revolutionären Ideologie der Arbeiterklasse zuverlässig ausrüsten und den revolutionären Ar­beitsstil durchsetzen, das heißt, uns in unserer Tätigkeit auf die Mas­sen stützen. Andernfalls gelingt es nicht, das Vertrauen der breiten werktätigen Massen zu gewinnen und die Massenbewegung zu entwi­ckeln. Wir müssen vor allem zu den Hauptmassen der Revolution, den Arbeitern und Bauern, gehen und unter ihnen dem Milieu und den ein­zelnen Menschen entsprechend die Propaganda mündlich wie auch durch Publikationen intensivieren und dabei das Klassenbewußtsein der Fortschrittlichen unter ihnen wachrütteln und sie zu Revolutionä­ren erziehen. Durch sie müssen dann die Familien und die Dörfer und darüber hinaus große ländliche Gebiete revolutioniert werden.

In den einzelnen Bereichen müssen wir die den Kern bildenden revo­lutionären Führungskräfte heranbilden, ihre führende Rolle ständig ver­stärken und zugleich auch mustergültige Grundorganisationen der Partei aufbauen; die Organisationen des Kommunistischen Jugendverbandes sind zu vergrößern und die vielfältigen Massenorganisationen zu erwei­tern und zu festigen. Vor allem müssen in den ländlichen Gebieten die Organisationen des Bauernvereins, der Gesellschaft zur gegenseitigen Unterstützung in der Revolution und des Antiimperialistischen Verban­des verstärkt und die Bauernmassen durch aktive Aufnahme in die ent­sprechenden Organisationen organisatorisch gestählt werden.

Ferner ist es zur Stärkung der Massenbasis des bewaffneten Kampfes erforderlich, ständig intensiv zu arbeiten, das heißt, die revolutionären Kräfte durch die revolutionäre Praxis kämpferisch zu stählen, auszubil­den und zu mehren.

Auf diese Weise müssen wir das revolutionäre Handeln der Massen unablässig weiterentwickeln, in diesem Prozeß die revolutionären Orga­nisationen ausbauen und festigen, die revolutionären Kräfte vermehren und stählen und so die Massenbasis des bewaffneten antijapanischen Kampfes immer mehr stärken.

4. Über die Bildung der antijapanischen Einheitsfront des koreanischen und des chinesischen Volkes

Des Weiteren muß eine breite antijapanische Einheitsfront des ko­reanischen und des chinesischen Volkes gebildet werden, um den be­waffneten Kampf gegen den japanischen Imperialismus erfolgreich zu entfalten.

Infolge der Okkupation der Mandschurei durch die japanischen Im­perialisten brach nun der Zorn des chinesischen Volkes aus. Unter den breiten Bevölkerungsschichten Chinas nimmt die antijapanische Bewe­gung für die Rettung des Heimatlandes ihren Anfang; auch einige Ein­heiten der Nordostarmee haben sich zum Aufstand erhoben und damit begonnen, das antijapanische Banner zu hissen.

Die Bildung der antijapanischen Einheitsfront des koreanischen und des chinesischen Volkes im Kampf gegen den gemeinsamen Feind, die japanischen Imperialisten, ist eine akute Frage, die keinen Aufschub duldet.

Nur die Schaffung der Einheitsfront mit zahlreichen antijapanischen Kräften des chinesischen Volkes ermöglicht es, durch den optimalen Zusammenschluß der Kraft des koreanischen und des chinesischen Vol­kes den Aggressoren des japanischen Imperialismus immer empfindli­chere politische und militärische Schläge zu versetzen.

Unsere vordringlichste Aufgabe für die Bildung der antijapanischen Einheitsfront des koreanischen und des chinesischen Volkes besteht heute in dem Problem, eine gemeinsame Front mit den Soldaten der Nordostarmee zu schaffen, die sich unter dem antijapanischen Banner – Rettung des Heimatlandes vor dem Überfall des japanischen Imperia­lismus auf die Mandschurei – erhoben haben.

Durch den Überfall des japanischen Imperialismus auf die Mandschu­rei eingeschüchtert, gaben die Anführer der Militärclique der Nordostar­mee ihren Widerstand auf und sind unschlüssig geworden, ergriffen schließlich die Flucht in das Innere Chinas oder kapitulieren vor der Ag­gressionsarmee des japanischen Imperialismus. Als die Aggressionsarmee des japanischen Imperialismus einfiel, flüchtete Zhang Xueliang, der An­führer der Militärclique der Nordostarmee, nach Jinzhou, gab dann im Oktober die Mandschurei preis und ergriff über Shanhaiguan die Flucht in das chinesische Kernland. Nicht wenige Rädelsführer der Militärbezirke der Nordostarmee ließen sich kampflos vor der Aggressionsarmee des japanischen Imperialismus in die Knie zwingen; sie sind Marionetten des japanischen Imperialismus geworden und üben Verrat an ihrem Vater­land.

In der Nordostarmee erhoben sich jedoch viele einfache Soldaten wie auch ein Teil der national gesinnten Offiziere zum Aufstand gegen die Kapitulationsbestrebungen der Anführer der Militärclique und sind auf dem Wege in die Berge.

Allein in der Ostmandschurei weigert man sich in den bei Helong und Yanji stationierten Einheiten der Nordostarmee immer beharrlicher, vor dem japanischen Imperialismus zu kapitulieren; in den anderen Gebieten wie in Wangqing und Antu erheben sich bereits Tausende von Soldaten geschlossen oder einzeln gegen den japanischen Imperialismus.

In dieser Situation wird uns die Bildung der gemeinsamen Front mit den antijapanischen Einheiten Chinas, die sich in der Nordostarmee zu Aufständen erhoben und das antijapanische Banner zur Rettung des Heimatlandes entfaltet haben, dazu befähigen, die antijapanischen Streitkräfte rasch zu erweitern und zu festigen sowie den aggressiven Streitkräften des japanischen Imperialismus noch größere politische und militärische Schläge zu versetzen.

Einige Teile der antijapanischen Einheiten zur Rettung des Heimat­landes und der bewaffneten Einheiten der Bauern, die jetzt mit dem Auf­stand begannen, sind jedoch, obwohl sie die antijapanische Fahne erhoben haben – betrogen durch die Demagogie des japanischen Imperialismus und seine Machenschaften, die nationalen Provokationen – den Korea­nern, insbesondere den koreanischen Kommunisten, feindlich gesinnt, indem sie meinen, diese seien „Helfershelfer des japanischen Imperialis­mus“ oder sie „verwandeln die Mandschurei in ein rotes Gebiet“.

Wenn wir es versäumten, sie von ihren falschen Vorstellungen abzu­bringen und sie auf den richtigen Weg zu führen, würden wir beim Zu­sammenschluß der antijapanischen Kräfte auf große Hindernisse stoßen, und die Konzentration der Kraft auf den Kampf gegen den japanischen Imperialismus wäre unmöglich.

Aus diesem Grunde müssen wir größte Anstrengungen für die Schaf­fung der gemeinsamen Front mit den chinesischen antijapanischen Ein­heiten aufbieten, um die Demagogie des japanischen Imperialismus gegen die koreanischen Kommunisten und seine Machenschaften, die nationalen Provokationen, anzuprangern und um einen festen kämpferischen Zu­sammenschluß des koreanischen und des chinesischen Volkes zu gewähr­leisten.

Zur Bildung der gemeinsamen Front mit den antijapanischen Einheiten der Chinesen müssen wir in erster Linie mutig Kontakte mit ihnen auf­nehmen und die Arbeit mit den antijapanischen Soldaten intensivieren.

Die antijapanischen Einheiten sind eine gewaltige antijapanische Kraft, obwohl sie als eine nationalistische Armee infolge der Wankel­mütigkeit und der klassenmäßigen Engstirnigkeit der oberen Schicht inkonsequent sind. Wir müssen im Laufe des Kampfes die Wankelmü­tigkeit und den Doppelcharakter der oberen Schicht der antijapanischen Einheiten überwinden und die antijapanischen Aspekte aktiv fördern; andererseits sind die Massen der Soldaten, die Hauptmasse in den anti­japanischen Einheiten, in nationaler und klassenmäßiger Hinsicht wach­zurütteln und somit aktiv auf den Weg des antijapanischen Kampfes zu führen.

Bei der Schaffung der gemeinsamen Front mit den antijapanischen Einheiten müssen unsere Grundsätze gewahrt werden; das Schwerge­wicht ist auf die Einheitsfront mit den unteren Schichten, mit den Mas­sen der Soldaten, zu legen; fest darauf gestützt, ist die Einheitsfront mit der oberen Schicht zu bilden. Weil die Angehörigen der oberen Schicht der antijapanischen Einheiten Militärklüngel sind, die ihrer Klassenher­kunft nach Gutsbesitzer und Kapitalisten sind, schwanken sie im antija­panischen Kampf ständig, aber die einfachen Soldaten können tatkräftig am antijapanischen Kampf teilnehmen, denn sie bilden die absolute Mehrheit, die Hauptmasse, und sie sind ihrer Herkunft nach Arbeiter und Bauern. Deshalb müssen wir zuerst kühn unter die Massen der anti­japanischen Soldaten gehen und große Aufmerksamkeit auf die Bildung der gemeinsamen Front mit ihnen richten. Nur wenn wir auf der Grund­lage der Einheitsfront mit den unteren Schichten die Einheitsfront mit der Oberschicht durchsetzen, können wir auch der Wankelmütigkeit und der Unentschlossenheit der Oberschicht der antijapanischen Einheiten mühelos Herr werden und die Bewegung der antijapanischen gemein­samen Front in ihrer Gesamtheit auf einer gesunden Basis entwickeln.

Das darf uns aber nicht dazu verleiten, die Kontaktaufnahme zur Oberschicht der antijapanischen Einheiten außer Acht zu lassen. Eine Armee ist ein Kollektiv, das fest organisiert ist und auf Befehl der Vorgesetzten handelt. Darum wird es von sehr großem Vorteil für die Verwirklichung der antijapanischen gemeinsamen Front sein, wenn wir auch mit den Offizieren der Oberschicht der antijapanischen Ein­heiten kühn Kontakte aufnehmen und sie als Erste gewinnen werden.

Als eine organisatorische Maßnahme zur aktiven Gewinnung der anti­japanischen Einheiten müssen wir in den Gebieten Wangqing und Antu, in denen die antijapanischen Einheiten konzentriert sind, Sonderabteilun­gen organisieren. Diese müssen mit aller Tatkraft die antijapanischen Einheiten gewinnen und dadurch unsere Streitkräfte ausbauen; außerdem müssen sie organisatorische und politische Arbeit leisten, damit die anti­japanischen Einheiten aktiv an dem Kampf gegen den japanischen Impe­rialismus teilnehmen.

Auf diese Weise müssen wir gleichzeitig mit der Organisierung der AVPA in den einzelnen Kreisen einen beharrlichen Kampf für die Ver­wirklichung der gemeinsamen Front mit den antijapanischen Einheiten der Chinesen führen und so den bewaffneten Kampf gegen den japani­schen Imperialismus, den gemeinsamen Feind des koreanischen und des chinesischen Volkes, erfolgreich voranbringen.

5. Über die Intensivierung der organisatorischen Arbeit der Partei und Tätigkeit des KJV

Genossen!

Zur erfolgreichen Erfüllung der wichtigen Aufgaben, die vor uns ste­hen, müssen in den einzelnen Gebieten Grundorganisationen der Partei geschaffen und die Aktivitäten der Organisationen des KJV verstärkt werden.

Wir haben bei der Verbesserung und Intensivierung der Anleitung der organisatorischen Arbeit des KJV und der Massenorganisationen entsprechend den Beschlüssen der Mingyuegou-Tagung vom Mai dieses Jahres beachtliche Erfolge erreicht.

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse müssen wir weiterhin große Aufmerksamkeit der Gründung der Parteiorganisationen und der weite­ren Intensivierung der Arbeit des KJV schenken.

Nur die verstärkte Rolle der Parteiorganisationen als Avantgarde und die weitere Intensivierung der Arbeit des KJV ermöglichen, die Aufga­ben bei der Organisierung und Entfaltung des bewaffneten Kampfes erfolgreich zu lösen und ebenso die organisatorisch-ideologischen Vor­bereitungen für die Gründung einer einheitlichen marxistisch­leninistischen Partei mit Erfolg voranzubringen.

Wir müssen dafür sorgen, daß zur Vorbereitung der Kräfte, die den führenden Kern der Partisanenarmee bilden, und des organisatorischen Rückgrates der künftig zu gründenden Kommunistischen Partei Koreas das Leben in den Parteiorganisationen aktiviert wird.

Das organisatorische Rückgrat der Revolution kann einzig und allein im Prozeß der konsequenten Stählung in den Organisationen durch den praktischen Kampf ausgebildet werden. Darum gilt es, die im politi­schen Massenkampf bewährten besten Arbeiter und Bauern und die fortschrittliche Intelligenz in die Grundorganisationen der Partei aufzu­nehmen und ihre Abhärtung in der Partei zu intensivieren. Auf diesem Wege müssen wir sie zum kommunistischen Kern ausbilden, der, durchdrungen von der revolutionären Weltanschauung, ohne Schwan­kungen jeglichen schwierigen und harten Bedingungen zum Trotz die revolutionären Aufgaben unbedingt selbständig durchzusetzen weiß.

In der gegenwärtigen Zeit ist neben der intensiven Tätigkeit der Parteiorganisationen die Verstärkung der Arbeit des KJV eine äußerst wichtige Aufgabe.

Da die Parteiorganisationen noch schwach sind, können wir nur auf dem Wege der ständigen Verstärkung und Festigung der Reihen des KJV durch seine gute Arbeit zahlreiche aufrechte und saubere Jungkommunis­ten heranbilden, die frei sind von sektiererischem wie auch opportunisti­schem Schmutz aller Schattierungen; so können wir immer besser das organisatorische Rückgrat zur Gründung der Partei vorbereiten. Außer­dem sind wir nur durch den Ausbau und die Stärkung der Reihen des KJV in der Lage, die AVPA mit den besten Jungkommunisten als Kern zu schaffen wie auch die Massenbewegung, die Partisanenarmee zu unter­stützen und ihr zu helfen, zügig zu organisieren und zu entfalten.

Im Interesse des Ausbaus und der Entwicklung der Reihen des KJV muß man mit den Besonderheiten der Arbeiter- und Bauernjugend und der anderen Schichten der Jugend vertraut sein und dementsprechend die organisatorisch-politische Arbeit verstärken.

Manche Funktionäre des KJV haben keine genaue Kenntnis von den Besonderheiten der verschiedenen Schichten der Jugend und arbeiten mit ihnen unbefriedigend; ihrer Meinung nach sind die Arbeiter- und Bauernjugend sowie die anderen Jugendlichen, die ihrer Herkunft nach zur Hauptklasse gehören, aus Mangel an Wissen außerstande, die Rolle als Avantgarde zu spielen und die Geheimhaltung zu gewähr­leisten. Außerdem befassen sich diese Funktionäre nicht mit der Erzie­hung dieser Jugendlichen, wenden sich von ihnen ab und leisten keine aktive Arbeit für deren Aufnahme in die Reihen des KJV. Eine Folge davon ist, daß der standhaften Arbeiter- und Bauernjugend mit großem Klassenhaß und hohem Kampfwillen aus diesen und anderen Gründen der Weg zur Aufnahme in die Organisationen des KJV versperrt ist.

Es würde uns nicht gelingen, die der Hauptklasse angehörenden Jungkommunisten heranzubilden, wenn wir kein Interesse für die Tätig­keit mit der Arbeiter- und Bauernjugend zeigen und sie nicht konse­quent in die Reihen des KJV aufnehmen würden.

In der Arbeit des KJV muß die Tätigkeit mit der Arbeiter- und Bau­ernjugend in den Mittelpunkt gestellt werden.

In der Arbeiterjugend sind die revolutionären Züge, Organisiertheit und das Bestreben nach Zusammenschluß stärker als bei den Jugendli­chen aller anderen Klassen, denn sie ist die Jugend des Proletariats. Hinzu kommt, daß sie ihre elende Lage, in der sie ihr Leben in politi­scher Rechtlosigkeit und bei unerträglichem Hunger und Armut fristen muß, dazu zwingt, die Revolution als ihr lebenswichtiges Interesse zu betrachten und sich an die Spitze des revolutionären Kampfes für den Sturz der alten Gesellschaft zu stellen.

Darum kann sie auch bei ungenügendem Wissen zu standhaften Jungkommunisten heranwachsen, wenn sie revolutionär erzogen und in den Reihen des KJV zusammengeschlossen wird.

Die Bauernjugend, die die große Mehrheit der Jugend unseres Lan­des ausmacht, wird von dem japanischen Imperialismus und den Guts­besitzern gequält, ist brutalster Unterdrückung und grausamster feudaler Ausbeutung ausgesetzt.

Deshalb ist sie imstande, wenn sie klassenmäßig wachgerüttelt, in den Organisationen des KJV sowie den anderen revolutionären Organi­sationen zusammengeschweißt und politisch richtig geschult wird, Schulter an Schulter mit der Arbeiterjugend ihre Aufgaben als Haupt­kraft der Revolution hervorragend zu erfüllen, obgleich sie in politischer Beziehung noch zurückgeblieben ist und es ihr an Stählung durch die Organisation mangelt.

Durch gute Arbeit mit der Schuljugend die Fortschrittlichen aus ihr in den Organisationen des KJV zusammenzuschließen, nimmt einen wichtigen Platz in der Tätigkeit des KJV ein.

Die Schuljugend hat nicht nur großen Gerechtigkeitssinn und ist nicht nur empfänglich für die fortschrittlichen Ideen und die Tendenz der Epoche, sondern sie ist von den sehr hohen Ideen der sozialen Um­wälzung, die Fesseln der alten Gesellschaft zu sprengen und eine neue Gesellschaft aufzubauen, und von den sehr hohen antifeudalen Ideen durchdrungen.

Besonders die Schuljugend unseres Landes ist von den beharrlichen antijapanischen Ideen erfüllt und hat ein hohes Nationalbewußtsein, weil sie der nationalen Unterdrückung und Diskriminierung durch die japanischen Imperialisten ausgesetzt ist. Wenn man sie richtig erzieht und in den Organisationen stählt, wird sie deshalb die fortschrittlichen sozialistischen Ideen verbreiten und große Kreise der Arbeiter und Bau­ern aufklären und wachrütteln und ihnen so den Weg in die revolutionä­re Bewegung weisen; sie wird also großartig die Rolle des Bahnbrechers spielen.

Bei der Verstärkung der Reihen des KJV kommt es darauf an, in den einzelnen Gebieten zahlreiche führende Kräfte aus den fortschrittlichen Teilen der Arbeiter- und Bauernjugend, die der Kern sind, auszubilden. Erst wenn in den einzelnen Gebieten ein Führungskern vorhanden ist, kann man unter den Bedingungen der zunehmenden gegnerischen Unter­drückungen große Kreise der Jugend richtig erziehen und entsprechend den Erfordernissen der revolutionären Entwicklung die Organisationen des KJV verstärken und entwickeln und sie so wirksam anleiten, daß sie die Rolle als Avantgarde hervorragend verkörpern.

Die Mitglieder des KJV müssen bei der Erziehung der Massen und ihrer Organisierung und Mobilisierung ebenfalls die Vorhut sein.

Die revolutionäre Tätigkeit beginnt immer mit der politischen Mas­senarbeit, und darum ist es die Hauptaufgabe jedes Revolutionärs, daß er die Methoden der politischen Arbeit beherrscht. Die Funktionäre des KJV müssen sich revolutionäre Arbeitsmethoden aneignen, das heißt, sie müssen der Kraft der Massen vertrauen, sich konsequent auf sie stüt­zen und sie zum revolutionären Kampf mobilisieren.

Genossen!

Ob wir durch Organisierung und Entfaltung des bewaffneten Kamp­fes den japanischen Imperialismus zerschlagen und das große histori­sche Werk, die Wiedergeburt des Vaterlandes, erringen oder nicht, hängt voll und ganz davon ab, wie wir unsere revolutionären Aufgaben erfüllen.

Wir sind Revolutionäre, die entschlossen sind, für die Wiedergeburt des Vaterlandes und den Sieg des großen Werkes, des Sozialismus und Kommunismus, das Leben einzusetzen.

Welche Entbehrungen und Schwierigkeiten auch immer auftreten mögen, wir werden unsere revolutionären Aufgaben um jeden Preis er­füllen und so der Pflicht eines Kommunisten, eines Revolutionärs, nachkommen.

Erheben wir uns alle mit vereinter Kraft zum bewaffneten Kampf für die Zerschlagung des japanischen Imperialismus!

Der Sieg ist uns sicher, und die Wiedergeburt des Vaterlandes wird unbedingt verwirklicht werden.