17. Oktober 1945 // Artikel
Kim Il Sung // Zur Gründung der Parteizeitung

Zur Gründung der Parteizeitung

17. Oktober 1945

Gespräch mit Mitarbeitern der Abteilung Propaganda des Zentralen Organisationskomitees der KP Nordkoreas


Quelle: Kim Il Sung, Gesammelte Werke, Band 1


Vor einigen Tagen bildeten wir das Zentrale Organisationskomitee der KP Nordkoreas. Unsere Arbeiterklasse und alle werktätigen Massen verfügen jetzt über eine mächtige Avantgarde, einen Revolutionsstab, der in der Lage ist, sie sicher auf dem Wege des Aufbaus eines neuen, demokratischen Korea voranzuführen.

Da die Partei bereits besteht, müssen wir so schnell wie möglich eine Parteizeitung, ein Parteiorgan, gründen.

Die Parteizeitung spielt bei der richtigen Erziehung der Parteimitglie­der und der Volksmassen, bei ihrer Mobilisierung zum revolutionären Kampf eine sehr große Rolle. Sie ist ein mächtiger Propagandist, dessen Aufgabe darin besteht, dem Volk die Linie und die Politik der Partei rechtzeitig und umfassend zu erläutern, sie ist ein zuverlässiger Organisa­tor, der die Linie und Politik der Partei aktiv verteidigt und die Massen zu ihrer Verwirklichung aufruft. Die Herausgabe der Parteizeitung ermög­licht es uns, die Parteimitglieder und die Volksmassen rechtzeitig und genau über die Absichten der Partei zu informieren, sie auf den richtigen Weg zu führen und erfolgreich den revolutionären Kampf zu entfalten, indem man sie eng um die Partei schart.

Gegenwärtig besteht in unserem Land eine sehr komplizierte politi­sche Lage. Der japanische Imperialismus erlitt eine Niederlage, aber auf dem Territorium südlich des 38. Breitengrades sind US-Truppen – Armeeeinheiten eines imperialistischen Staates – stationiert. Seit den ersten Tagen ihrer Landung in Südkorea trommeln die US-Truppen die projapanischen Elemente, Vaterlandsverräter und andere Reaktionäre zusammen und streben danach, den Boden für sich vorzubereiten; gleichzeitig behindern sie mit allen Mitteln demokratische Aktionen der Bevölkerung Südkoreas. Zudem versuchen die Fraktionsmacher und die Renegaten der Revolution, die dem antijapanischen nationalen Befrei­ungskampf und der kommunistischen Bewegung in Korea in der Ver­gangenheit großen Schaden zugefügt haben, unter dem Deckmantel von Revolutionären, die Volksmassen auf ihre Seite zu ziehen. Insbesondere hecken die projapanischen Elemente und Vaterlandsverräter in Seoul und in allen anderen Teilen des Landes die verschiedensten Machen­schaften aus, um die demokratischen Kräfte zu spalten und eine Basis für die Reaktion zu schaffen.

Heute vermögen wir jedoch noch nicht den Volksmassen die Linie der Partei hinreichend zu erläutern, die darauf gerichtet ist, die Ver­schwörungen der Reaktion zu entlarven und zu vereiteln, alle patrioti­schen demokratischen Kräfte fest zusammenzuschließen und ein neues, demokratisches Korea aufzubauen. Und deshalb fehlt den örtlichen Par­teiorganisationen und der Bevölkerung – weil sie die Linie der Partei nicht richtig verstehen – eine klare Orientierung, was zu tun und wie zu handeln ist.

Wir müssen kurzfristig eine Parteizeitung gründen, um den Partei­mitgliedern und dem Volk den Weg nach vorn zu weisen sowie an sie nachdrücklich zu appellieren, die Machenschaften der Reaktionäre zu vereiteln und sich für den Aufbau eines neuen Vaterlandes einzusetzen.

Es wäre gut, die Parteizeitung „Jongro“ (richtiger Weg) zu nennen. In der gegenwärtigen schwierigen politischen Lage unseres Landes be­steht eine wichtige Aufgabe der Partei darin, den Volksmassen die Linie der Partei überzeugend klar zu machen und sie auf den richtigen Weg zu führen. Deshalb wäre es zweckmäßig, die Parteizeitung „Jongro“ zu nennen, und zwar in dem Sinne, daß unsere Partei den Volksmassen den richtigen Weg weist und sie auf diesem Wege vorwärts führt.

Jetzt, da unser Land gerade erst seine Freiheit erkämpfte, wird die Herausgabe einer Parteizeitung zweifellos mit vielen Schwierigkeiten verbunden sein. Wir können aber bereits auf Presseerfahrungen zurück­blicken, die wir im Feuer des harten antijapanischen revolutionären Kampfes gesammelt haben. Das dient uns heute als wertvolles Fundament für eine erfolgreiche Verlagstätigkeit. Wenn wir uns auf die Erfahrungen aus den Jahren des antijapanischen revolutionären Kampfes stützen, die wir in der revolutionären Publizistik sammelten, und eine richtige organi­satorische Arbeit leisten, werden wir durchaus alle Schwierigkeiten über­winden, die bei der Herausgabe einer Parteizeitung auftreten.

Unter den gegenwärtigen Bedingungen haben wir noch nicht genü­gend Kräfte, um sofort extra einen Zeitungsverlag gründen zu können. Deshalb wird der Abteilung Propaganda empfohlen, für eine gewisse Zeit die redaktionelle Verantwortung für die Zeitung zu übernehmen; deren Artikel müssen Mitglieder des Exekutivkomitees des Zentralen Organi­sationskomitees der Partei und verantwortliche Mitarbeiter aller Abtei­lungen schreiben. Sobald aber die Basis für die Herausgabe der Zeitung besteht, gilt es, einen Zeitungsverlag zu gründen, für den wir die besten von den Propagandisten als fest angestellte Journalisten einsetzen müssen, damit sie Artikel schreiben. Die Parteizeitung sollte anfangs einmal in der Woche und später, wenn die Mitarbeiter des Zeitungsverlages vollzählig sind, täglich erscheinen.

Große Aufmerksamkeit ist darauf zu richten, daß die Parteizeitung in bester Qualität erscheint.

Diese Zeitung ist von der ersten Nummer an sinnvoll und in hoher Qualität redaktionell zu gestalten. Mit anderen Worten, die Parteizeitung muß die Absichten der Partei verständlich und präzise erläutern. Nur das wird zu einer richtigen Erziehung der Parteimitglieder und des Volkes und zu ihrer aktiven Mobilisierung für den Aufbau des Staates beitragen. Wenn die Parteizeitung die Intentionen der Partei falsch widerspiegelt oder viele schwer verständliche altkoreanische Ausdrücke und zu lange Beiträge bringt, kann sie nicht auf dem gebührenden Niveau ihrer Rolle als Organisator und Propagandist gerecht werden. Die Artikel der Partei­zeitung müssen knapp, gleichzeitig aber inhaltsreich und in unserer Mut­tersprache verständlich geschrieben sein, damit sie von den Volksmassen verstanden werden.

Um die Qualität der Parteizeitung zu heben, ist es notwendig, daß die Mitarbeiter der Abteilung Propaganda ihre Verantwortung und Rolle verstärken. Die Mitarbeiter, die dazu ausersehen sind, für die Parteizei­tung Artikel zu schreiben und redaktionell mitzuarbeiten, müssen ein hohes Pflichtgefühl haben und sich in ihrer Tätigkeit voll und ganz für eine bessere Qualität der Zeitung einsetzen.

Für das Erscheinen der Parteizeitung sind Satz- und Druckmaschinen in ausreichendem Maße bereitzustellen. Bei der Vorbereitung der Her­ausgabe der Zeitung ist dies das größte, in absehbarer Zeit zu lösende Problem. Die vorhandenen Maschinen und Druckereieinrichtungen sind zu überholen und instand zu setzen. Vorläufig muß man sie benutzen und dabei gleichzeitig Schritt für Schritt neue Ausrüstungen erwerben. Später muß man dann auch über die Errichtung eines Druckereigebäudes entscheiden.